Landratsamt Ludwigsburg
Hindenburgstr. 40
71638 Ludwigsburg

http://www.landkreis-ludwigsburg.de

Landkreis Ludwigsburg

160pxAbb. 1 Wappen Landkreis Ludwigsburg
Basisdaten
Bundesland Baden-Württemberg
Regierungsbezirk Stuttgart
Region Stuttgart
Verwaltungssitz Ludwigsburg
Adresse des Landkreises Hindenburgstraße 40
71638 Ludwigsburg
Website www.landkreis-ludwigsburg.de
Landrat Rainer Haas (parteilos)

Der Landkreis Ludwigsburg ist ein Landkreis in Baden-Württemberg. Er gehört zur Region Stuttgart im Regierungsbezirk Stuttgart. Sitz des Landkreises ist die ehemalige württembergische Residenzstadt Ludwigsburg, zugleich seine größte Stadt.

Der Landkreis Ludwigsburg ist, gemessen an der Einwohnerzahl, der sechstgrößte Landkreis Deutschlands.

Geographie

Lage

Der Landkreis Ludwigsburg liegt größtenteils im Neckarbecken. Der Neckar fließt von Stuttgart im Süden her ins Kreisgebiet ein, durchquert es in vielen Schleifen und teilt es dabei in einen etwas größeren Westteil und einen kleineren Ostteil. Das westliche Kreisgebiet wird durch die Flusstäler des Enz und ihres Zuflusses Glems gegliedert. Nördlich der Enz erstreckt sich der Stromberg, zu beiden Seiten der Glems das Strohgäu. Von Stuttgart nach Norden laufend, bilden Kornwestheim, Ludwigsburg, Freiberg am Neckar und Bietigheim-Bissingen eine stark besiedelte Verdichtungsachse im und am Neckartal. Dieser Mittelteil des Kreisgebiets wird vom geschichtlich bedeutsamen Hohenasperg überblickt. Der Ostteil des Landkreises umfasst das untere Murr- und einen Großteil des Bottwartals und hat im Norden noch Anteil an den Löwensteiner Bergen.

Orte

Die Liste der Orte im Landkreis Ludwigsburg enthält die ungefähr 210 Orte (Städte, Dörfer, Weiler, Höfe und Wohnplätze) des Landkreises Ludwigsburg im geographischen Sinne.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt im Norden an den Landkreis Heilbronn, im Osten an den Rems-Murr-Kreis, im Südosten an den Stadtkreis Stuttgart, im Südwesten an den Landkreis Böblingen und im Westen an den Enzkreis. Außer dem letztgenannten, der Teil des Regierungsbezirks Karlsruhe ist, gehören alle ebenfalls zum Regierungsbezirk Stuttgart.

Flächenaufteilung

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  1. The formatting blanks in the Colors-section are in fact figure spaces (U+2007)Colors =id:Gesa value:white legend:    68683_ha Gesamtflächeid:Wald value:teal legend:12495_ha = 18,2_% Waldflächeid:Land value:yelloworange legend:37795_ha = 55,0_% Landwirtschaftsflächeid:Wass value:brightblue legend:  913_ha =  1,3_% Wasserflächeid:Erho value:green legend: 1066_ha =  1,6_% Erholungsflächeid:Geba value:red legend: 9528_ha = 13,9_% Gebäude-_und_Freiflächeid:Verk value:tan1 legend: 5945_ha =  8,7_% Verkehrsflächeid:Sons value:purple legend:  807_ha =  1,2_% Sonstige_Flächen

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Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2015.

Naturschutzgebiete

Der Landkreis Ludwigsburg besitzt die nachfolgenden 20 Naturschutzgebiete. Nach der Schutzgebietsstatistik der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden Württemberg (LUBW) stehen 646,40 Hektar der Kreisfläche unter Naturschutz, das sind 0,94 Prozent.

Oftmals erstrecken sich die Naturschutzgebiete über die Gemarkungen mehrerer Gemeinden. Teilweise auch über das Gebiet anderer Landkreise (Buchenbachtal, Gerlinger Heide, Greutterwald und Unteres Remstal). Die Verwaltung der Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Stuttgart ist Aufgabe des Regierungspräsidiums Stuttgart.

Naturschutzgebiet Größe
(in ha)
Kreisanteil
(in ha)
Gemarkung
Altneckar 37,2 37,2 Pleidelsheim, Ingersheim und Freiberg am Neckar
Buchenbachtal 118,4 93,5 Affalterbach, Burgstetten (Rems-Murr-Kreis)
Enzaue bei Roßwag und Burghalde 70,4 70,4 Vaihingen an der Enz
Favoritepark 72,0 72,0 Ludwigsburg
Gerlinger Heide 14,9 14,5 Leonberg (Landkreis Böblingen), Gerlingen
Greutterwald 151,3 1,9 Stuttgart (Stadtkreis Stuttgart), Korntal-Münchingen
Großglattbacher Riedberg 0,8 0,8 Vaihingen an der Enz
Hessigheimer Felsengärten 5,0 5,0 Hessigheim
Heulerberg 5,6 5,6 Vaihingen an der Enz
Kirchheimer Wasen 17,6 17,6 Kirchheim am Neckar
Leudelsbachtal 117,9 117,9 Markgröningen, Bietigheim-Bissingen
Neckarhalde 28,1 28,1 Besigheim, Hessigheim
Oberes Tal 17,8 17,8 Ingersheim
Pleidelsheimer Wiesental 6,8 6,8 Pleidelsheim
Roter Rain und Umgebung 8,6 8,6 Vaihingen an der Enz
Sommerberg 15,9 15,9 Sachsenheim
Unterer Berg 14,8 14,8 Sachsenheim
Unterer See und Umgebung 61,5 61,5 Sersheim, Vaihingen an der Enz
Unteres Remstal 158,3 34,6 Remseck am Neckar, Waiblingen (Rems-Murr-Kreis)
Unteres Tal/Haldenrain 18,5 18,5 Mundelsheim, Ingersheim
Insgesamt 941,4 643,0

Geschichte

Ältestes Zeugnis menschlicher Präsenz im Kreisgebiet ist der 250.000 Jahre alte Schädel des Homo steinheimensis, der 1933 bei Steinheim an der Murr gefunden wurde. Ab der Jungsteinzeit lässt sich durch zahlreiche archäologische Funde eine kontinuierliche Besiedlung nachweisen. Der Hohenasperg war Sitz keltischer Fürsten, von deren Macht die reich ausgestatteten Gräber am Kleinaspergle und in Hochdorf an der Enz künden.

Ab 85 nach Chr. eroberten die Römer das Land und hinterließen ihre Spuren u.a. mit den Kastellen von Walheim und Benningen. Im 3. Jahrhundert erfolgte die Landnahme der Alamannen. Nach deren Unterwerfung durch die Franken verlief die fränkisch-schwäbische Stammesgrenze durch das heutige Kreisgebiet, etwa entlang einer Linie von der Glems über den Hohenasperg zum Lemberg bei Affalterbach.

Im 14. Jahrhundert begannen die Grafen von Württemberg, mehr und mehr Teile der Region an sich zu ziehen, zunächst im Süden und Osten. So erwarben sie 1302 Marbach, 1308 die Grafschaft Asperg mit dem Glemsgau, 1322 die Herrschaft Wolfsölden und 1336 die vormalige Reichsstadt Grüningen, heute Markgröningen. Mit dem Erwerb der Herrschaft Lichtenberg 1357 setzten sie sich im Bottwartal fest, 1360 beerbten sie die Grafen von Vaihingen im Enzgau, 1561 gelangte die Herrschaft Sachsenheim in ihre Hand, 1564 das Kloster Mariental samt dem reichsunmittelbaren Marktort Steinheim an der Murr. Als die nunmehrigen Herzöge 1595 den badischen Markgrafen die Herrschaft Besigheim abkauften, war mit Ausnahme Bönnigheims und einzelner ritterschaftlicher Dörfer das gesamte heutige Kreisgebiet in ihrer Hand.

Im 17. Jahrhundert hatte die Region schwer unter Kriegen zu leiden. Der Dreißigjährige Krieg dezimierte die Bevölkerung. Wiederholte Einfälle französischer Truppen im Zuge der Erbfolgekriege zwischen 1688 und 1707 sorgten für weitere Verwüstungen und wirtschaftliche Schäden.

Ein bedeutender Einschnitt war die Errichtung von Schloss und Stadt Ludwigsburg ab 1704. Ludwigsburg wuchs zum neuen Mittelpunkt der Region heran, auf Kosten von Markgröningen und Marbach, die ihre zentralörtlichen Funktionen mehr und mehr einbüßten. Zur Keimzelle des heutigen Landkreises sollte das 1718 auf Markgröninger Amtsgebiet eingerichtete Oberamt Ludwigsburg werden. 1805 gewann Württemberg die Hoheit über die letzten verbliebenen reichsritterschaftlichen Gebiete; von nun an gehörte das gesamte heutige Kreisgebiet zu Württemberg und teilte dessen Geschicke.

Im heutigen Kreisgebiet bestanden ganz oder teilweise die Ämter und ab 1758 meist Oberämter Brackenheim, Sachsenheim, Besigheim, Bietigheim, Marbach, Waiblingen, Ludwigsburg, Asperg, Gröningen, Leonberg,Vaihingen und Maulbronn. Die Oberämter wurden 1806 und wieder 1810 neu eingeteilt, einige dabei aufgelöst. Nachdem 1816 eine Petition an den neuen König Wilhelm gescheitert war, musste Markgröningen den nahezu hundertjährigen Widerstand gegen die Neugliederung endgültig einstellen.

1938 wurde das Oberamt zum „Kreis Ludwigsburg“ und dabei um den Großteil der Oberämter Besigheim und Marbach sowie um einzelne Gemeinden der neuen Kreise Waiblingen und Vaihingen erweitert. Zum „Kreis Vaihingen“ kamen das Oberamt Maulbronn sowie einige Gemeinden des Oberamts Brackenheim.

Bei der Kreisreform wurde der Landkreis Ludwigsburg am 1. Januar 1973 neu gebildet, dabei um etwa die Hälfte des Landkreises Vaihingen (die andere Hälfte kam zum Enzkreis) sowie um einige Gemeinden des Landkreises Leonberg und um die Gemeinde Affalterbach des Landkreises Backnang auf seinen heutigen Umfang vergrößert.

Zuvor wurde am 1. Januar 1972 die Gemeinde Gronau des Landkreises Heilbronn aufgenommen und in die Gemeinde Oberstenfeld eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam Rielingshausen aus dem Landkreis Backnang hinzu und wurde in die Stadt Marbach am Neckar eingemeindet.

Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Landkreis Ludwigsburg noch 39 Gemeinden, darunter 18 Städte und hiervon wiederum sechs Große Kreisstädte (Bietigheim-Bissingen, Ditzingen, Kornwestheim, Ludwigsburg, Remseck am Neckar und Vaihingen an der Enz). Mit Abstand einwohnerreichste Stadt und Gemeinde des Kreises ist Ludwigsburg, kleinste Gemeinde nach Einwohnerzahl ist Hessigheim, flächengrößte Stadt und Gemeinde ist Vaihingen, flächenkleinste Gemeinde ist Freudental (Stand: 31. Dezember 2013).

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).

Datum Einwohner
31. Dezember 1973 426.897
31. Dezember 1975 423.805
31. Dezember 1980 435.649
31. Dezember 1985 434.254
25. Mai 1987¹ 442.389
Datum Einwohner
31. Dezember 1990 465.429
31. Dezember 1995 485.831
31. Dezember 2000 497.764
31. Dezember 2005 513.317
31. Dezember 2010 517.985
31. Dezember 2015 534.074

Mit einem Bevölkerungszuwachs um 20.200 Einwohner von Ende 2000 bis Ende 2010 war der Landkreis Ludwigsburg der Landkreis mit dem größten Gewinn an Einwohnern in ganz Baden-Württemberg.

Politik

Kreistag

Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten auf fünf Jahre gewählt und hat mindestens 84 Mitglieder. Die zusätzlichen Mandate sind Ausgleichsmandate nach § 22 Abs. 6 Landkreisordnung. Die Wahl des Kreistags am 25. Mai 2014 ergab bei einer Wahlbeteiligung von 50,1 % folgende Sitzverteilung (103 Sitze, vorher 98):

Parteien und Wählergemeinschaften 2014 2009 2004 1999 1994 1989
% Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 30,61 32 28,54 29 32,8 35 37,0 39 32,3 35 33,6 41
FW Freie Wählervereinigung Kreisverband Ludwigsburg e. V. 24,31 26 23,76 26
WG Wählervereinigungen
23,9 25 22,8 21 19,3 20 17,3 22
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 18,04 18 18,52 18 19,7 19 21,2 21 22,4 24 24,0 30
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 15,72 16 14,14 13 12,1 11 9,4 9 13,9 14 13,0 15
FDP Freie Demokratische Partei 5,95 6 9,53 9 6,3 6 5,1 4 5,9 6 7,8 9
Linke Die Linke 3,88 4 2,93 2
REP Die Republikaner 1,50 1 2,02 1 3,3 3 4,5 4 5,0 4 4,3 3
ÖDP Ökologisch-Demokratische Partei
0,6
Sonst. Sonstige
1,4 1
1,2
gesamt 100,0 103 100,0 98 100,0 100 100,0 98 100,0 103 100,0 120
Wahlbeteiligung 50,10 % 52,20 % 52,8 % 53,1 % 68,3 % 61,2 %
  • WG: Wählervereinigungen, da sich die Ergebnisse von 1989 bis 2004 nicht auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lassen.

Landrat

Der Kreistag wählt den Landrat für eine Amtszeit von acht Jahren. Der Landrat ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises. Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte.

Die Landräte des Landkreises Ludwigsburg ab 1938:

  • 1938–1945: Hermann Thierfelder
  • 1945–1947: Hellmuth Jaeger
  • 1948–1960: Hermann Ebner
  • 1961–1967: Karl Stolz
  • 1967–1996: Ulrich Hartmann
  • seit 1996: Rainer Haas (im Oktober 2003 und im Oktober 2011 wiedergewählt)

Die Landräte des ehemaligen Landkreises Vaihingen von 1945 bis 1972 sind unter Landkreis Vaihingen dargestellt.

Die Oberamtmänner des ehemaligen Oberamts sind unter Oberamt Ludwigsburg dargestellt.

Wappen

Das Wappen des Landkreises Ludwigsburg zeigt in Gold unter einer liegenden schwarzen Hirschstange einen rot bewehrten und rot bezungten schwarzen Adler. Das Wappen wurde am 28. Januar 1939 angenommen und nach der Kreisreform 1973 am 30. August 1974 neu verliehen.

Die Hirschstange steht für das Herzogtum Württemberg, dessen Herzöge die Stadt Ludwigsburg gründeten und nahezu das ganze heutige Kreisgebiet schon sehr früh beherrschten. Der Adler steht für die bis 1336 freie Reichsstadt Grüningen, heute Markgröningen, welche Hüterin der Reichssturmfahne und Ludwigsburgs Vorgängerin als württembergische Oberamtsstadt war. Die Reichssturmfahne mit dem Adler bildet auch das Wappen der Kreisstadt.

Kreispartnerschaften

Der Landkreis Ludwigsburg unterhält seit 1983 mit der Region Oberes Galiläa in Israel eine Partnerschaft. Seit 1990 wird eine Kreispartnerschaft mit dem Landkreis Chemnitzer Land in Sachsen und mit der Stadt Yichang in China und seit 1992 mit dem Komitat Pest in Ungarn gepflegt. Seit 2002 bestehen auch Verbindungen zur Provinz Bergamo in Italien, welche 2005 durch einen Kooperationsvertrag gefestigt wurden.

Wirtschaft und Infrastruktur

Der Landkreis Ludwigsburg bietet rund 170 000 Arbeitsplätze. Die Arbeitslosigkeit ist mit 3,3 % (Stand: Dezember 2015) etwas mehr als halb so hoch wie im Bundesgebiet und geringer als im Landesdurchschnitt. Rund 40 % sind im verarbeitenden Gewerbe beschäftigt, gefolgt von Handel (15 %) und Dienstleistungen (zwölf Prozent). In Landwirtschaft und Forstwirtschaft arbeitet nur noch ein Prozent aller Beschäftigten, wobei in zwei Dritteln der Gemeinden Weinbau betrieben wird. Die Schwerpunktindustrie in Ludwigsburg ist der Fahrzeugbau, die Metallverarbeitung und die Kunststoffverarbeitung. Der Dienstleistungssektor ist ein schon seit Jahren wachsender Bereich. Der Landkreis Ludwigsburg gehört zu den erfolgreichsten Wirtschaftsstandorten in Deutschland.

Straßenverkehr

Durch das Kreisgebiet führt die A 81 Stuttgart–Heilbronn–Würzburg. Ferner wird es durch Bundes-, Landes- und Kreisstraßen erschlossen. Die wichtigsten sind die B 10 Stuttgart–Pforzheim und die B 27 Stuttgart–Ludwigsburg–Heilbronn.

In Umweltzonen ist der zentrale bis südliche Teil des Landkreises eingebunden. Die Umweltzone Ludwigsburg und Umgebung besteht sein Anfang 2013 und die Umweltzone Leonberg/Hemmingen und Umgebung seit Dezember 2013 (Übersicht).

Schienenverkehr

Bahnstrecken, die das Kreisgebiet durchqueren, sind die Frankenbahn (Stuttgart–Würzburg), von deram Eisenbahnknotenpunkt Bietigheim-Bissingen die Bahnstrecke Richtung Mühlacker abzweigt, sowie die Bahnstrecke Backnang–Ludwigsburg und die Strohgäubahn. Teile der Bahnlinien werden vom Netz der S-Bahn Stuttgart benutzt. Die Linie S4 führt von Stuttgart über Ludwigsburg nach Marbach am Neckar. Die Linie S5 führt ebenfalls über Ludwigsburg nach Bietigheim-Bissingen. Das südwestliche Kreisgebiet wird von der Linie S6 Stuttgart–Weil der Stadt berührt. Ferner sind die Städte Gerlingen durch die Stadtbahnlinie U6 und Remseck am Neckar durch die Linie U14 mit Stuttgart-Mitte verbunden. Die sogenannte „Schusterbahn“ (R11) verbindet Kornwestheim mit Untertürkheim.

Quer durch den Landkreis führt auch die NBS Mannheim–Stuttgart. Einzige Haltestelle im Kreisgebiet ist Vaihingen an der Enz. Am Westrand von Kornwestheim liegt der 1918 bis 1920 entstandene Rangierbahnhof Kornwestheim, der zweitgrößte Rangierbahnhof Baden-Württembergs.

Die historische Entwicklung des Schienenverkehrs im Kreis begann mit der Nordbahn der Württembergischen Staatsbahn, die von Stuttgart 1846 bis Ludwigsburg und 1847 bis Bietigheim verlief. Hier teilte sich die Strecke und führte 1848 nach Heilbronn bzw. 1853 (als Westbahn) nach Mühlacker und Bruchsal weiter. Die Strecke der heutigen Linie S6 mit den Stationen Korntal und Ditzingen entstand 1868/69 im Zuge der Schwarzwaldbahn, die Bahnstrecke Backnang–Bietigheim 1879 bzw. 1881, als die Zweiglinie von Freiberg – damals Beihingen-Heutingsheim – nach Ludwigsburg eröffnet wurde. In Marbach schloss sich 1894 die schmalspurige Bottwartalbahn nach Beilstein und Heilbronn Süd an. 1896 entstand die Güterstrecke von Untertürkheim nach Kornwestheim zur Umgehung des Stuttgarter Hauptbahnhofs.

Die Oberamtsstadt Vaihingen erhielt 1904 durch die Württembergische Eisenbahn-Gesellschaft einen Bahnanschluss an ihre weit außerhalb liegende Hauptbahnstation. Umfangreiche Änderungen im Stadtbereich brachte 1990 die Eröffnung der Neubaustrecke Mannheim–Stuttgart der Deutschen Bundesbahn. Im Jahre 1906 nahmen die Württembergische Nebenbahnen die Strohgäubahn Korntal–Weissach in Betrieb. Die letzte Strecke der Württembergischen Staatsbahn im Kreis kam 1916 mit der Nebenbahn Ludwigsburg–Markgröningen hinzu.

Von dem einst 141 km langen Schienennetz sind 34 km für den Personenverkehr stillgelegt worden:

  • 1958 Bietigheim–Heutingsheim 6 km
  • 1966 Marbach–Oberstenfeld–Heilbronn Süd 13 km (Spur: 750 mm)
  • 1975 Ludwigsburg–Markgröningen 8 km
  • 2002 Vaihingen Nord–Vaihingen Stadt–Enzweihingen 7 km

Die heutigen Stadtbahnlinien entstanden 1926, als die Gemeinde Gerlingen durch die Städtische Straßenbahn Feuerbach eine Bahnverbindung mit Stuttgart erhielt, sowie 1999 durch den Anschluss Remsecks an das Stuttgarter Stadtbahnnetz.

Kreiseinrichtungen

Der Landkreis Ludwigsburg ist Schulträger folgender Beruflichen Schulen: Gewerbliche und Kaufmännische Schule Bietigheim-Bissingen, Oscar-Walcker-Schule (Gewerbliche Schule) Ludwigsburg, Carl-Schaefer-Schule (Gewerbliche Schule) Ludwigsburg, Robert-Franck-Schule (Kaufmännische Schule) Ludwigsburg, Mathilde-Planck-Schule (Hauswirtschaftliche Schule) Ludwigsburg sowie Erich-Bracher-Schule (Kaufmännische Schule) Kornwestheim-Pattonville.

Ferner ist der Landkreis Träger der Schulen für Geistigbehinderte mit Schulkindergarten in Ludwigsburg (Schule am Favoritepark) und Steinheim an der Murr (Stadtteil Kleinbottwar – Paul-Aldinger-Schule), der Schule für Sprachbehinderte und Kranke in längerer Krankenhausbehandlung mit Schulkindergarten für Sprachbehinderte in Ludwigsburg (Fröbelschule) und des Schulkindergartens für Körperbehinderte Ludwigsburg-Hoheneck. Zusammen mit der Stadt Markgröningen ist der Landkreis Träger des Helene-Lange-Gymnasiums in Markgröningen mit musisch-künstlerischem Schwerpunkt und Ganztagsbetreuung.

Der Landkreis Ludwigsburg ist mit 75 % Gesellschafter (25 % liegen bei der Stadt Bietigheim-Bissingen) der Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim gGmbH, welche die Krankenhäuser in Ludwigsburg, Bietigheim-Bissingen, Marbach am Neckar und Vaihingen an der Enz sowie die Klinik für geriatrische Rehabilitation Ludwigsburg betreibt. Die Kliniken in Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen sind akademische Lehrkrankenhäuser der Universität Heidelberg.

Der Landkreis ist alleiniger Träger der Kreissparkasse Ludwigsburg.

Städte und Gemeinden

Kommunale Kooperationen

Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaften und Gemeindeverwaltungsverbände

  1. Gemeindeverwaltungsverband Besigheim mit Sitz in Besigheim; Mitgliedsgemeinden: Stadt Besigheim und Gemeinden Freudental, Gemmrigheim, Hessigheim, Löchgau, Mundelsheim und Walheim
  2. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Bietigheim-Bissingen mit den Gemeinden Ingersheim und Tamm
  3. Gemeindeverwaltungsverband Bönnigheim mit Sitz in Bönnigheim; Mitgliedsgemeinden: Stadt Bönnigheim und Gemeinden Erligheim und Kirchheim am Neckar
  4. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Freiberg am Neckar mit der Gemeinde Pleidelsheim
  5. Gemeindeverwaltungsverband Marbach am Neckar mit Sitz in Marbach am Neckar; Mitgliedsgemeinden: Stadt Marbach am Neckar und Gemeinden Affalterbach, Benningen am Neckar und Erdmannhausen
  6. Gemeindeverwaltungsverband Schwieberdingen-Hemmingen mit Sitz in Schwieberdingen; Mitgliedsgemeinden: Schwieberdingen und Hemmingen
  7. Gemeindeverwaltungsverband Steinheim-Murr mit Sitz in Steinheim an der Murr; Mitgliedsgemeinden: Stadt Steinheim an der Murr und Gemeinde Murr
  8. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Vaihingen an der Enz mit der Stadt Oberriexingen und den Gemeinden Eberdingen und Sersheim

Städte und Gemeinden seit der Kreisreform

Städte im Landkreis Ludwigsburg
Stadt Wappen Fläche
km²
Einwohner
EW-Dichte
EW je km²
Höhe
über NN
Asperg 30px
Besigheim 30px
Bietigheim-Bissingen, Große Kreisstadt 30px
Bönnigheim 30px
Ditzingen, Große Kreisstadt 30px
Freiberg am Neckar 30px
Gerlingen 30px
Großbottwar 30px
Korntal-Münchingen 30px
Kornwestheim, Große Kreisstadt 30px
Ludwigsburg, Große Kreisstadt 30px
Marbach am Neckar 30px
Markgröningen 30px
Oberriexingen 30px
Remseck am Neckar, Große Kreisstadt 30px
Sachsenheim 30px
Steinheim an der Murr 30px
Vaihingen an der Enz, Große Kreisstadt 30px
Gemeinden im Landkreis Ludwigsburg
Gemeinde Wappen Fläche
km²
Einwohner
EW-Dichte
EW je km²
Höhe
über NN
Affalterbach 30px
Benningen am Neckar 30px
Eberdingen 30px
Erdmannhausen 30px
Erligheim 30px
Freudental 30px
Gemmrigheim 30px
Hemmingen 30px
Hessigheim 30px
Ingersheim 30px
Kirchheim am Neckar 30px
Löchgau 30px
Möglingen 30px
Mundelsheim 30px
Murr 30px
Oberstenfeld 30px
Pleidelsheim 30px
Schwieberdingen 30px
Sersheim 30px
Tamm 30px
Walheim 30px

Städte und Gemeinden vor der Kreisreform

Vor der Kreisreform 1973 bzw. vor der Gemeindereform gehörten zum (alten) Landkreis Ludwigsburg seit 1938 insgesamt 50 Gemeinden, darunter 11 Städte. Am 1. April 1942 wurde die Gemeinde Stammheim in die Stadt Stuttgart eingemeindet, so dass es nur noch 49 Gemeinden gab.

Am 7. März 1968 stellte der Landtag von Baden-Württemberg die Weichen für eine Gemeindereform. Mit dem Gesetz zur Stärkung der Verwaltungskraft kleinerer Gemeinden war es möglich, dass sich kleinere Gemeinden freiwillig zu größeren Gemeinden vereinigen konnten. Den Anfang im Landkreis Ludwigsburg machte am 1. September 1971 die Gemeinde Ottmarsheim, die sich mit der Stadt Besigheim vereinigte. In der Folgezeit reduzierte sich die Zahl der Gemeinden stetig. Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Gronau in die Gemeinde Oberstenfeld eingegliedert und kam dadurch zum Landkreis Ludwigsburg. Alle verbliebenen Gemeinden des alten Landkreises Ludwigsburg gingen am 1. Januar 1973 im neuen vergrößerten Landkreis Ludwigsburg auf.

Die größte Gemeinde des alten Landkreises Ludwigsburg war die Kreisstadt Ludwigsburg, die seit dem 1. April 1956 Große Kreisstadt ist. Die kleinste Gemeinde war Hofen.

Der alte Landkreis Ludwigsburg umfasste zuletzt eine Fläche von 424 km² und hatte bei der Volkszählung 1970 insgesamt 303.158 Einwohner.

In der Tabelle wird die Einwohnerentwicklung des alten Landkreises Ludwigsburg bis 1970 angegeben. Alle Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse:

Datum Einwohner
17. Mai 1939 135.351
13. September 1950 186.007
Datum Einwohner
6. Juni 1961 243.849
27. Mai 1970 303.158

In der Tabelle stehen die Gemeinden des alten Landkreises Ludwigsburg vor der Gemeindereform. Alle Gemeinden gehören auch heute noch zum Landkreis Ludwigsburg.

frühere Gemeinde heutige Gemeinde Einwohner
am 6. Juni 1961
Aldingen Remseck am Neckar 3.362
Asperg, Stadt Asperg 8.565
Beihingen am Neckar Freiberg am Neckar 3.020
Benningen am Neckar Benningen am Neckar 2.821
Besigheim, Stadt Besigheim 6.774
Bietigheim, Stadt (1967 Große Kreisstadt) Bietigheim-Bissingen 16.649
Bissingen an der Enz Bietigheim-Bissingen 7.396
Bönnigheim, Stadt Bönnigheim 4.348
Erdmannhausen Erdmannhausen 2.744
Erligheim Erligheim 1.121
Freudental Freudental 955
Geisingen am Neckar Freiberg am Neckar 1.378
Gemmrigheim Gemmrigheim 2.562
Großbottwar, Stadt Großbottwar 3.391
Großingersheim Ingersheim 2.304
Großsachsenheim, Stadt Sachsenheim 4.358
Hessigheim Hessigheim 1.381
Heutingsheim Freiberg am Neckar 2.626
Hochberg Remseck am Neckar 1.506
Hochdorf Remseck am Neckar 857
Hof und Lembach Großbottwar 441
Hofen Bönnigheim 419
Hohenstein Bönnigheim 448
Höpfigheim Steinheim an der Murr 862
Kirchheim am Neckar Kirchheim am Neckar 3.639
Kleinbottwar Steinheim an der Murr 986
Kleiningersheim Ingersheim 631
Kleinsachsenheim Sachsenheim 1.820
Kornwestheim, Große Kreisstadt Kornwestheim 26.296
Löchgau Löchgau 2.754
Ludwigsburg, Große Kreisstadt Ludwigsburg 73.512
Marbach am Neckar, Stadt Marbach am Neckar 9.492
Markgröningen, Stadt Markgröningen 7.002
Möglingen Möglingen 3.753
Mundelsheim Mundelsheim 2.135
Murr Murr 2.199
Neckargröningen Remseck am Neckar 1.350
Neckarrems Remseck am Neckar 1.804
Neckarweihingen Ludwigsburg 3.658
Oberstenfeld Oberstenfeld 2.205
Ottmarsheim Besigheim 641
Pleidelsheim Pleidelsheim 2.282
Poppenweiler Ludwigsburg 2.217
Schwieberdingen Schwieberdingen 3.511
Steinheim an der Murr, Stadt Steinheim an der Murr 3.496
Tamm Tamm 3.935
Unterriexingen Markgröningen 1.385
Walheim Walheim 1.987
Winzerhausen Großbottwar 871

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen LB zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Seit dem 14. Juli 2014 ist auch das Unterscheidungszeichen VAI (Vaihingen an der Enz) erhältlich.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Ludwigsburg

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