Landkreis Vechta
Der Landrat
Ravensberger Str. 20
49377 Vechta

http://www.landkreis-vechta.de

Landkreis Vechta

160pxAbb. 1 Wappen Landkreis Vechta
Basisdaten
Bundesland Niedersachsen
Verwaltungssitz Vechta
Adresse des Landkreises Ravensberger Straße 20
49377 Vechta
Website www.landkreis-vechta.de
Landrat Herbert Winkel (CDU)

Der Landkreis Vechta ist ein Landkreis im Westen von Niedersachsen. Kreisstadt ist Vechta.

Geografie

Lage

Der Landkreis Vechta stellt den südlichen Teil des Oldenburger Münsterlandes dar und erstreckt sich in maximaler Ausdehnung über etwa 50 km in Nord-Süd-Richtung und 30 km in Ost-West-Richtung zwischen Oldenburg (Oldenburg) und Bremen im Norden bzw. Nordosten und Osnabrück im Süden.

In der Norddeutschen Tiefebene gelegen, hat der Landkreis Vechta im Nordosten Anteil am Naturpark Wildeshauser Geest, im Süden am Naturpark Dammer Berge-Dümmer. Die höchste Erhebung des Landkreises ist der bis 146 m hohe Höhenzug Dammer Berge, der mit 22 m tiefste Punkt liegt im nordöstlichen Zipfel der Gemeinde Goldenstedt am Huntetalgraben. Im Osten bilden große Hochmoore die natürliche Grenze zum Landkreis Diepholz, die teilweise unter Naturschutz gestellt sind; der Westen und die Mitte des Landkreises liegen vergleichsweise tief und sind von einer Vielzahl kleiner Nebenflüsse der Hase durchzogen. Im Nordosten bildet die Hunte die Kreisgrenze; sie nimmt das Oberflächenwasser der Gebiete im Osten des Landkreises auf.

Als geografische Besonderheit durchquert die Weser-Ems-Wasserscheide den Landkreis Vechta von Süd nach Nord, vom Großen Moor und den Dammer Bergen im Naturpark Dümmer über die genau auf der Wasserscheide gelegene Arkeburg in der Gemeinde Goldenstedt bis nach Visbek, und weiter in den Landkreis Cloppenburg hinein.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn von Norden an die Landkreise Oldenburg, Diepholz, Osnabrück und Cloppenburg.

Geschichte

Im frühen Mittelalter siedelten auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Vechta westfälische Sachsen. Der Norden des Gebietes gehörte zum Lerigau, der Süden zum Dersagau.

Im Jahr 1252 ging die Regierungsgewalt in der „Herrschaft Vechta“ von den Grafen von Ravensberg auf den Bischof von Münster über. Bis 1803 war das Gebiet Teil des Hochstifts Münster. Am 18. Juli 1803 wurde das Amt Vechta als „Landvogtei“ in das Herzogtum Oldenburg inkorporiert. Abgesehen von einer kurzen Unterbrechung zur sogenannten Franzosenzeit, während der Vechta von 1811 bis 1813 dem französischen Hanseatischen Département de l’Ems-Supérieur (Departement der Oberen Ems) unter Kaiser Napoleon I. zugehörte, blieb das Gebiet bis 1946 oldenburgisch. Seit der Gründung des Landes im Jahr 1946 ist der Landkreis Vechta dem Land Niedersachsen zugeordnet.

Die meisten Städte und Gemeinden des Landkreises Vechta waren bereits 1252 Teil der Herrschaft Vechta. Die Kirchspiele Emstek und Cappeln wurden 1814 zum Landkreis Cloppenburg geschlagen; das Kirchspiel Twistringen wurde 1817 an das Königreich Hannover abgetreten. 1879 wurde das Amt Vechta um das Gebiet der beiden aufgelösten Ämter Damme und Steinfeld vergrößert.

Aus dem Amt Vechta wurde 1939 der Landkreis Vechta. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die drei Gemeinden Holdorf, Langförden und Lutten, die bei der oldenburgischen Gebietsreform von 1933 ihre Eigenständigkeit verloren hatten, wiederhergestellt.

Im Zuge der niedersächsischen Gebietsreform wurden am 1. März 1974 die Gemeinde Lutten in die Gemeinde Goldenstedt sowie die Gemeinde Langförden in die Stadt Vechta eingegliedert. Gleichzeitig gelangten die bis dahin zum Landkreis Osnabrück gehörenden Gemeinden Vörden, Hörsten und Hinnenkamp zum Landkreis Vechta und wurden Teil der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden.

Bis 1998 residierte die Kreisverwaltung in dem heutigen Niels-Stensen-Haus auf dem ehemaligen Gelände der Burg Vechta. 1998 wurde das neue Kreishaus an der Ravensberger Straße fertiggestellt. Der Gebäudekomplex beruht auf einem Entwurf von Eckhard Gerber (Hannover). Die Außenfassenden sind mit Bockhorner Klinker verblendet. An der Ravensberger Straße befindet sich ein ebenerdiger Durchgang zum Haupteingang. Die zur Parkseite nach Osten geöffnete Anlage umschließt einen begrünte, offenen Innenbezirk mit langgestreckten Wasserbecken. Der Versammlungsbereich ist als Rundbau konzipiert mit Plenarsaal, kleinem Sitzungssaal und Café. Im vorderen Innenhof stehen zehn Holzstelen des Lohner Künstlers Ulrich Fox, die die zehn Städte und Gemeinden des Landkreises symbolisieren sollen. Die Anlage wird in der hinteren Parkzone durch das „Stählerne Tor“ von Horst Linn abgeschlossen.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner Quelle
1933 49.427
1939 51.912
1950 79.125
1960 74.200
1970 86.600
1980 98.500
1990 105.408
2000 126.434
2010 135.374

Religion

Der Landkreis Vechta gehört wie der Landkreis Cloppenburg, der Landkreis Emsland, die ehemaligen Stifte Osnabrück (dieser jedoch nur zu etwa 50 %), Hildesheim und das Untereichsfeld zu den Regionen in Niedersachsen, die – im Gegensatz zum Großteil des Landes – traditionell von der katholischen Kirche geprägt sind. In Vechta befindet sich der Sitz der weltweit staatskirchenrechtlich einzigartigen Institution des Bischöflich Münsterschen Offizialates.

Wirtschaft

Der Landkreis Vechta zählt zu den boomenden Regionen Norddeutschlands. Besonderes Wachstum ist in den Branchen Ernährungsindustrie, Maschinen- und Anlagenbau, Kunststofftechnik und Bauwirtschaft zu verzeichnen. Die Position im Wirtschaftsranking 2011 war Platz 61 von 393 Landkreisen. Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Vechta Platz 66 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Orten mit „hohen Zukunftschancen“.

Dies wirkt sich auch auf die Beschäftigung aus. Im Landkreis Vechta wuchs im Zeitraum von 1978 bis 2014 die Zahl der Beschäftigen um 149 %; das ist das mit Abstand stärkste Beschäftigungswachstum unter allen 325 Landkreisen und kreisfreien Städten in den alten Bundesländern.Die Arbeitslosenquote von 4 % gehört zu einer der niedrigsten, die Eigenheimquote von über 80 % zu einer der höchsten in Deutschland.

Zudem ist der Landkreis Vechta mit dem Nachbarkreis Cloppenburg der jüngste der Bundesrepublik bedingt durch die hohen Geburtenraten von 1,8 (Vechta) und 1,9 (Cloppenburg). Als Grund dafür werden die klassische Rollenverteilung zwischen Mann und Frau in der konservativen Region sowie die vergleichsweise hohe Zahl russlanddeutscher Aussiedler in der Gegend, die eine tendenziell höhere Geburtenrate aufweisen, genannt.

Der Landkreis Vechta gilt zusammen mit dem Landkreis Cloppenburg als Zentrum der sogenannten Fleischveredelungsindustrie in Deutschland. Das Gebiet weist eine hohe Konzentration von Mastbetrieben für Schweine-, Geflügel- und Rindfleisch auf.

Politik

Kreistag

Der Kreistag hat aktuell 48 gewählte Mitglieder. Hinzu kommt der direkt gewählte hauptamtliche Landrat. Der Kreistag setzt sich wie folgt zusammen:

Parteien und Wählergemeinschaften Prozent
2016
Sitze
2016
Prozent
2011
Sitze
2011
Prozent
2006
Sitze
2006
Prozent
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 59,07 28 64,18 28 69,72 31 68,31 35
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 20,13 10 20,21 9 16,99 7 19,54 10
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 4.19 2 5,16 2 2,38 1 2,92 1
FDP Freie Demokratische Partei 4,61 2 4,45 2 6,35 3 4,52 2
Linke Die Linke 1,58 1 0,99 1
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft Landkreis Vechta (UWG) 4,49 2 4,92 2 4,53 2
AfD Alternative für Deutschland 5,90 3
ZENTRUM Zentrumspartei
0,05
WG Wählergruppen
4,7 2
Gesamt 100 48 100 44 100 44 100 50
Wahlbeteiligung in Prozent 55,71 55,38 56,36 61,5
  • Wählergruppen, da sich das Ergebnis von 2001 nicht auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lässt.

Landrat

Landrat des Landkreises Vechta ist Herbert Winkel (CDU). Bei der letzten Landratswahl am 25. Mai 2014 wurde der bisherige Erste Kreisrat ohne Gegenkandidaten mit 81,13 % der Stimmen gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,97 %. Bereits vor seinem offiziellen Amtsantritt am 1. November 2014 vertrat Winkel den am 5. Juni 2014 verstorbenen Amtsvorgänger Albert Focke (CDU). Der Landrat gehört automatisch auch dem Kreistag an.

Mitgliedschaft in Institutionen

Der Landkreis Vechta ist Mitglied in der „Oldenburgischen Landschaft“, einer eingetragenen Körperschaft des öffentlichen Rechts zur Pflege und Förderung kultureller und historischer Belange im ehemaligen Land Oldenburg, sowie im „Verbund Oldenburger Münsterland“, einer Einrichtung zur Förderung des Tourismus in den Landkreisen Vechta und Cloppenburg.

Verkehr

Schienenverkehr

Der Kreis Vechta wurde zunächst von der Oldenburgischen Staatsbahn erschlossen.

Von Ahlhorn an der Hauptbahn Oldenburg–Osnabrück führte ab 1885 eine Zweigbahn nach Vechta, die 1888 bis Lohne verlängert wurde. Der Weiterbau bis Neuenkirchen 1899 und Hesepe 1900 fand erst statt, nachdem 1898 die direkte Linie von Delmenhorst nach Vechta eröffnet worden war.

Die Nebenbahn Holdorf–Damme entstand ebenfalls im Jahre 1900. Dort schloss 1914 die Wittlager Kreisbahn AG ihre Linie nach Bohmte an.

Im selben Jahr eröffnete der Bahnverband Vechta-Cloppenburg die Verbindung zur Kreisstadt des Nachbarkreises Cloppenburg.

Die Gemeinde Dinklage hatte schon im Jahre 1904 durch eine eigene Kleinbahn den Anschluss an die Staatsbahn in Lohne gefunden.

Von den 91 km Strecken mit Personenverkehr wurden innerhalb von zehn Jahren 39 km stillgelegt:

  • 1952: Ahlhorn – Langförden – Vechta-Falkenrott 8 km; Holdorf – Damme 7 km; Vechta – Vestrup – Cloppenburg 11 km
  • 1954: Lohne – Dinklage 8 km
  • 1962: Schwegermoor – Südfelde – Damme 5 km

Die Bahnstrecke Holdorf–Damme wurde bis ungefähr Mitte der 1990er Jahre noch sporadisch von dem Automobilzulieferer Lemförder Metallwaren AG, der Landwirtschaftlichen Bezugsgenossenschaft und vom Dammer Landmaschinenhersteller Grimme für den Transport von Gütern genutzt. Danach wurde die Bahnstrecke ab dem Jahr 2000 komplett demontiert. Auf dem ehemaligen Bahndamm befindet sich nun ein Radweg.

Die Bahnstrecke Lohne–Dinklage wurde ebenfalls ab dem Jahr 2000 demontiert, ihr kam bis 1999 nur noch die Funktion eines sporadischen genutzten Transportweges für die Waren des Dinklager Tierfutterherstellers und Landhandels HBD zu. Auf dem Gelände des Betriebes erinnern nur noch Reste der Gleisanlage an die Bahnstrecke, auf Teilen des alten Bahndammes verläuft nun – wie schon auf der Strecke Holdorf–Damme – ebenfalls ein Radweg.

Die verbliebene Bahnstrecke Delmenhorst–Hesepe wird von der NordWestBahn betrieben.

Straßenverkehr

  • Bundesautobahnen
    • A 1 (Hansalinie)
  • Bundesstraßen
    • B 69; B 214

Öffentlicher Nahverkehr

Die Bahnstrecke Delmenhorst–Hesepe wird von der NordWestBahn befahren, die folgende Orte im Landkreis Vechta bedient: Rechterfeld, Goldenstedt, Lutten, Vechta, Lohne, Mühlen, Steinfeld, Holdorf und Neuenkirchen. Anbindung erfolgt im 60-Minuten-Takt (etwa zwischen 6 Uhr morgens und 23 Uhr nachts)

Der Busverkehr wurde 2007 mit Gründung der Verkehrsgemeinschaft Landkreis Vechta (VGV) verdichtet: Zwischen einigen Ortschaften sind nur an Schultagen Busse unterwegs, aber auf allen Linien, die nach Vechta führen, gilt dies (fast) jeden Tag (sonn- und feiertags kein Betrieb).Von Montag bis Samstag verkehrt auch der von der VGV betriebene StadtBus Vechta im 60-Minuten-Takt. Der Stadtbus wurde 2008 als Pilotprojekt gestartet und lief bis Ende 2011. Aufgrund der Fahrgastzahlen von mittlerweile 94.000 Beförderungen (im Jahr 2011) erwies sich das System als Erfolg und wird seitdem fortgeführt.Auf Landkreisebene wurde am 31. Oktober 2013 das Bus-Pilotprojekt moobil+ gestartet. Dieses Netz mit 14 Kleinbussen bedient alle Kommunen im Landkreis Vechta und ist bedarfsorientiert ausgerichtet (d. h., es gibt Haltestellen, die nach festem Linientakt und Bedarfshaltestellen, die auf Bestellung per Telefon oder Internet angefahren werden). Das Projekt wird vom Land Niedersachsen, dem Landkreis Vechta und den Städten und Gemeinden im Landkreis sowie den lokalen Busunternehmen finanziert.

Gemeinden

Einheitsgemeinden

In Klammern die Einwohnerzahl am .

  1. Bakum ()
  2. Damme, Stadt ()
  3. Dinklage, Stadt ()
  4. Goldenstedt ()
  5. Holdorf ()
  6. Lohne, Stadt ()
  7. Neuenkirchen-Vörden ()
  8. Steinfeld ()
  9. Vechta, Kreisstadt, selbständige Gemeinde ()
  10. Visbek ()

Schutzgebiete

Im Landkreis befinden sich neben Landschaftsschutzgebieten und Naturdenkmalen neun ausgewiesene Naturschutzgebiete (Stand Februar 2017).

Siehe auch:

  • Liste der Naturschutzgebiete im Landkreis Vechta
  • Liste der Landschaftsschutzgebiete im Landkreis Vechta
  • Liste der Naturdenkmale im Landkreis Vechta
  • Liste der geschützten Landschaftsbestandteile im Landkreis Vechta

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen VEC zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Trivia

Auf kuriose Weise häufen sich die Namen geographischer Objekte, die es sowohl im Landkreis Vechta als auch im Landkreis Grafschaft Bentheim gibt. So wird der Ortsteil Lohne der Einheitsgemeinde Wietmarschen oft mit der Stadt Lohne (Oldenburg), die Dinkel als Nebenfluss der Vechte oft mit der Dinkel als namensgebendem Bach der Stadt Dinklage und die Vechte selbst mit dem Vechtaer Moorbach verwechselt, der in alten Quellen auch (wie die Bentheimer Vechte) „Vechta“ genannt wird. Die hierdurch ausgelöste Verwirrung ist in dem Abschnitt „Der Kreis Vechta“ in einem 1825 erschienenen Buch deutlich erkennbar.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Vechta

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