Stadt Auerbach/Vogtland
Nicolaistr. 51
08209 Auerbach

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Auerbach/Vogtl.

160pxAbb. 1 Wappen von Auerbach/Vogtl.
Basisdaten
Bundesland Sachsen
Höhe 555 m
PLZ 08209
Vorwahl 03744
Gliederung Kernstadt; 4 Ortschaften
Website www.stadt-auerbach.de
Oberbürgermeister Manfred Deckert (parteilos)
Die Große Kreisstadt Auerbach/Vogtl. ist eine Stadt im sächsischen Vogtlandkreis. Sie gilt als das Zentrum des östlichen Vogtlandes und ist nach Plauen und Reichenbach im Vogtland die drittgrößte Stadt des Landkreises.

Geographie

Geographische Lage

Auerbach liegt im sächsischen Vogtland und wird vom Flüsschen Göltzsch durchschnitten. Landschaftlich liegt Auerbach im deutschen Mittelgebirgsraum, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Erzgebirge im Osten. Auerbach ist mit dem Automobil 17 Kilometer von Reichenbach, 27 Kilometer von Plauen und 28 Kilometer von Zwickau entfernt.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind Ellefeld, Falkenstein/Vogtl. (Stadt), Muldenhammer, Rodewisch (Stadt), und Treuen (Stadt) im Vogtlandkreis sowie Schönheide im Erzgebirgskreis. Die Stadt Auerbach bildet mit den Nachbargemeinden Falkenstein, Rodewisch und Ellefeld den Mittelzentralen Städteverbund Göltzschtal.

Stadtgliederung

Zur Stadt Auerbach gehören neben der Kernstadt:

;die vier Ortschaften:

  • Beerheide
  • Rebesgrün
  • Reumtengrün
  • Schnarrtanne

;die Ortsteile:

  • Albertsberg
  • Brunn
  • Carolagrün
  • Crinitzleithen
  • Dresselsgrün
  • Fichtzig
  • Grünheide
  • Hauptbrunn
  • Hinterhain
  • Hohengrün
  • Mühlgrün
  • Bad Reiboldsgrün
  • Rempesgrün
  • Richardshöhe
  • Sorga
  • Unterreumtengrün
  • Vogelsgrün

Die Ortschaften Beerheide, Schnarrtanne und Vogelsgrün sind staatlich anerkannte Erholungsorte. In Scharrtanne bestanden zu DDR-Zeiten das Ferienheim des Reichsbahnausbesserungswerks „7. Oktober“ Zwickau und das Gardelko-Ferienheim in der im Jahr 2014 abgerissenen Gastwirtschaft „Goldene Höhe“, in Brunn das des Großhandel WtB Kombinat Berlin, früher auch Ferienheim der GHG Berlin genannt.

Geschichte

Auerbach wurde im Jahre 1282 erstmals urkundlich in Zusammenhang mit Conradus de Urbach erwähnt. Die Burg selber wurde erstmals 1122 erwähnt und wurde im 11. Jahrhundert erbaut. Ein Rest davon ist der Schlossturm. Die mittelalterliche Stadt mit gitterförmigem Grundriss wurde im 14. Jahrhundert planmäßig durch die Vögte von Plauen angelegt. Die Bürger wurden 1436 durch den Burgvogt mit dem Bierbrauen belehnt. Im 15. Jahrhundert besaß Hans Edler von der Planitz das Rittergut Auerbach. Seine Erben übernahmen in der Folge den Besitz. Noch 1755 nennt Karl Gottlob Dietmann in „Priesterschaft in dem Churfürstenthum Sachsen“ Karl Friedrich Edler von der Planitz als Herrn in Auerbach. Es entwickelten sich der Zinn- und Eisenerzbergbau. 1503 erhielt Auerbach ein Bergamt und wurde 1543 Bergstadt. Da es nun Pechgewerkschaften und Pechhütten gab, erhielt Auerbach im 17. Jh. den Beinamen „Pechstadt“.Die heutige Schreibweise des Ortsnamens setze sich 1578 endgültig durch, vorherige Formen lauteten: Urbach, Uwerbach, Awerboch und Awherbach. Der Ortsteil Schnarrtanne war 1582 von Hexenverfolgung betroffen. Anna, Witwe von Wolf Spitzner, und ihre Tochter gerieten in einen Hexenprozess. Auerbach gehörte bis ins 19. Jahrhundert zum Amt Plauen und danach zur Amtshauptmannschaft Plauen.

Überregionale Bekanntheit erlangte der Ort durch das hier ansässige Lehrerseminar. Zu DDR-Zeiten erholten sich im Ortsteil Grünheide viele Kinder des Landes im Pionierlager "Wladimir Majakowski". Bis 1995 war Auerbach Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises.

Eingemeindungen

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Beerheide 1. Januar 1999 mit Hohengrün und Hauptbrunn
Brunn 1. Juli 1950 mit Dresselsgrün
Mühlgrün 1. Januar 1912
Rebesgrün 1. Januar 2003
Rempesgrün 1. Oktober 1923
Reumtengrün 1. Januar 1994  Eingemeindung nach Rebesgrün
Schnarrtanne 1. Januar 1994 mit Grünheide und Bad Reiboldsgrün
Sorga mit Hinterhain 1. Oktober 1923
Vogelsgrün 1. Juli 1950  Eingemeindung nach Schnarrtanne

Wappen

Beschreibung: In Schwarz ein aufgerichteter goldener Löwe.

Das Wappen mit dem Löwen als Wappentier ist der Stadt um 1400 von den Vögten von Plauen verliehen worden. Diese waren die Herren auf der Burg Urbach und Besitzer großer, waldreicher Ländereien in der Region. Die Stadt führt seit Jahrhunderten das Wappen.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

1834 bis 1960
  • 1834: 2985
  • 1875: 5277
  • 1880: 6258
  • 1910: 12.721
  • 1933: 19.597
  • 1946: 18.708 1
  • 1950: 21.765 2
1971 bis 2008
  • 1971: 18.714
  • 1981: 18.449
  • 1984: 21.617
  • 1997: 20.425
  • 2001: 19.675
  • 2005: 21.110
  • 2008: 20.340
ab 2012
  • 2012: 19.300
  • 2013: 19.076
Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen
1 29. Oktober
2 31. August

Politik

Stadtrat

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 22 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 11 Sitze
  • SPD: 4 Sitze
  • LINKE: 4 Sitze
  • FDP: 1 Sitz
  • VfB 1906 Auerbach e. V. (VfB): 1 Sitz
  • Freie Wählervereinigung Auerbach (FW AE): 1 Sitz

Städtepartnerschaften

Grevenbroich, Nordrhein-Westfalen
Buchenbach, Baden-Württemberg
Strzegom, Niederschlesien

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Auerbach trägt auch den Namen „Drei-Türme-Stadt“. Wenn man von weiter weg in der Nacht auf Auerbach schaut, sieht man drei hell erleuchtete Türme. Das ist zum einen der Schlossturm, der seit über 725 Jahren die Stadtsilhouette prägt. Die beiden anderen Türme sind die katholische Kirche „Zum Heiligen Kreuz“ am katholischen Berg und die evangelische Kirche „St. Laurentius“ am Altmarkt.

Eigentlich müsste es Vier-Türme-Stadt heißen, weil in Auerbach drei Kirchen und der Schlossturm stehen, da aber der Turm der „Nicolaikirche“ auf Grund der geringen Größe aus der Ferne nicht sichtbar ist, wurde Auerbach als „Drei-Türme-Stadt“ bekannt.

Im Ortsteil Brunn liegt das 1925 erbaute „Waldbad Brunn“, das zu Anfang der Saison 2008 wieder eröffnet wurde.

Gedenkstätten

  • Eichenholzkreuz auf dem Städtischen Friedhof für die Opfer des Faschismus, mit Grabstätte eines unbekannten KZ-Häftlings, der bei einem Todesmarsch aus einem der Außenlager des KZ Flossenbürg von SS-Männern ermordet wurde
  • Grabstätten auf dem Friedhof für 28 (darunter 18 namentlich bekannte) sowjetische Frauen und Männer, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit wurden
  • Denkmal von 1995 für die Opfer der Zwangsarbeit in der Eisenbahnstraße als Ersatz für das 1990 von dem damaligen Bürgermeister geschleifte Ehrenmal für die Opfer des Faschismus
  • siehe auch Liste der Stolpersteine in Auerbach/Vogtl.

Sport

Der VfB Auerbach wurde 1906 gegründet und 1991 neugegründet. Die Fußballabteilung spielt in der Regionalliga Nordost (2014/2015).

Regelmäßige Veranstaltungen

Alljährlich findet im August das Altmarktfest statt, ein über den Ort hinaus bekanntes mittelalterliches Spektakel.

Infrastruktur und Wirtschaft

Verkehr

In Auerbach befindet sich der Flugplatz Auerbach. Es gibt zwei Bahnhöfe und einen Haltepunkt, die von der Vogtlandbahn angefahren werden. Vom oberen Bahnhof können Plauen, Hof, Falkenstein und Adorf erreicht werden. Vom unteren Bahnhof sind Zwickau, Falkenstein sowie Klingenthal erreichbar. Die Linie, die über den unteren Bahnhof führt, wurde im Jahr 2000 nach Tschechien verlängert. Damit besteht im tschechischen Grenzort Kraslice eine Umsteigemöglichkeit in die Züge der GW Train Regio; Sokolov und Karlovy Vary (Karlsbad - Verbindung nur am Wochenende) sind direkt erreichbar mit Anschluss an das Schnellzugnetz der tschechischen Bahn České dráhy.

Ansässige Unternehmen

Bedeutende Wirtschaftsbranchen der Stadt sind die Textilindustrie, die Nahrungsmittelindustrie, die Elektro- und Kfz-Zulieferindustrie und der Werkzeugmaschinenbau.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • 1. April 1895 Fürst Otto von Bismarck

Söhne und Töchter der Stadt

  • Johannes Förster (1576–1613), lutherischer Theologe
  • Carl Gotthelf Todt (1803–1852), Politiker, Mitglied der provisorischen sächsischen Regierung 1849
  • Willmar Schwabe (1839–1917), Apotheker, Förderer der Homöopathie und Gründer eines Pharmaunternehmens
  • Ewald Meltzer (1869–1940), Mediziner
  • Arno Drescher (1882–1971), Maler, Grafiker und Typograph
  • Gert-Dietmar Klause (* 1945 in Reumtengrün), Skilangläufer
  • Jürgen Petzold (* 1953), Landtagsabgeordneter (CDU)

Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt haben

  • Friedrich Eduard Eule (1831–1910), Jurist und Politiker, MdL (Königreich Sachsen)
  • Edmund Michael (1849–1920), Lehrer und Pilzsachverständiger
  • Alfred Müller (Volkskundler) (1854–1935), Realschuldirektor, Autor und Volkskundler
  • Karl-Heinz Bernhardt (* 1935), Geophysiker, Professor für Meteorologie, Präsident der Meteorologischen Gesellschaft der DDR von 1982 bis 1990, Abitur in Auerbach 1953
  • Johannes Graupner, Oberbürgermeister (CDU) von Auerbach in der Zeit von 1990 bis 2008
  • Manfred Deckert (* 1961), Sieger der Vierschanzentournee und Oberbürgermeister Auerbachs

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Auerbach/Vogtl.

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