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Hanau
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Stadtplan Hanau
Stadt Hanau
Der Magistrat
Am Markt 14-18
63450 Hanau

http://www.hanau.de

Hanau

160pxAbb. 1 Wappen von Hanau
Basisdaten
Bundesland Hessen
Höhe 104 m
PLZ 63450, 63452, 63454, 63456, 63457
Vorwahl 06181
Gliederung 10 Stadtteile
Adresse der Verwaltung Am Markt 14–18
63450 Hanau
Website www.hanau.de
Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD)

Hanau ist eine Stadt im Osten des Rhein-Main-Gebiets an der Mündung der Kinzig in den Main. Sie gehört zum Ballungsraum Frankfurt, der sich im Regionalverband FrankfurtRheinMain organisiert hat, ist eines der zehn Oberzentren des Landes Hessen, Sonderstatusstadt des Main-Kinzig-Kreises und mit Einwohnern (Stand ) die sechstgrößte Stadt sowie größte kreisangehörige Stadt Hessens. Hanau trägt den amtlichen Beinamen Brüder-Grimm-Stadt.

Die ehemalige Residenzstadt der Herren und Grafen von Hanau wurde durch Luftangriffe 1944/45 weitgehend zerstört. Nach ihrem Wiederaufbau in stark veränderter Form ist die Stadt Hanau wieder wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Region Main-Kinzig und ein bedeutender Verkehrs-, Industrie- und Technologiestandort.

Geographie

Geographische Lage

Hanau liegt in der Untermainebene und hier in einer Senke zwischen Wetterau und Vorspessart am nördlichen Rand des Oberrheinischen Tieflands. Es wird von einem ausgedehnten Waldgürtel, der Bulau, umschlossen. Die Stadt bildet den Schnittpunkt bedeutender Verkehrswege am Eingang zum Kinzigtal.

Nachbargemeinden

Hanau grenzt an zehn Städte bzw. Gemeinden:

  • im Norden: Gemeinde Schöneck, Stadt Bruchköbel
  • im Nordosten: Gemeinde Rodenbach, Stadt Erlensee
  • im Südosten: Gemeinde Kahl am Main (im bayerischen Landkreis Aschaffenburg)
  • im Süden: Gemeinde Großkrotzenburg und Hainburg, Stadt Obertshausen (beide Landkreis Offenbach)
  • im Westen: Stadt Mühlheim am Main (Landkreis Offenbach) und Maintal

Stadtgliederung

Hanau ist in zehn Stadtteile aufgeteilt. Die Stadtteile sind wiederum in Stadtbezirke aufgegliedert (Anzahl in Klammern). Die Stadtteile sind:

  • Innenstadt (neun)
  • Nordwest (zehn)
  • Südost (neun)
  • Lamboy (neun)
  • Steinheim (acht)
  • Klein-Auheim (sechs)
  • Großauheim (neun)
  • Wolfgang (fünf)
  • Mittelbuchen (fünf)
  • Kesselstadt (acht)

Geschichte

Name

Die älteste erhaltene Erwähnung von Hanau, als hagenouwa, stammt vom 20. März 1143, was sich später in Hagenowa (1151) oder Hagenowe (1234, 1238, 1240) ändert. Die Toponomastik geht heute von einer Zusammensetzung aus den germanischen Wörtern Hagen und Aue aus. Der Name bedeutet also sinngemäß so viel wie eingezäunte bzw. befestigte Siedlung in einer Flusslandschaft.

Mittelalter und Neuzeit

Die Wasserburg Hanau wurde erstmals 1143 erwähnt. Um die Burg herum entwickelte sich in der Folgezeit eine Siedlung. Am 2. Februar 1303 verlieh König Albrecht I. der Siedlung Hanau das Markt- und Stadtrecht. Damit war das Recht verbunden, Märkte abzuhalten und einen Rat mit zwei Bürgermeistern an der Spitze zu wählen, sowie die Freiheit von Leibeigenschaft („Stadtluft macht frei“). In dieser Zeit wurde mit dem Bau der ersten Stadtmauer begonnen.

Im 15. Jahrhundert war die Stadtbevölkerung gewachsen und die Stadt wurde wesentlich erweitert. Es entstand eine Vorstadt im Westen, außerhalb des ersten Mauerrings. 1470 erhielt diese Vorstadt eine eigene Umwehrung. Unter Graf Philipp II. von Hanau-Münzenberg wurde 1528 eine Stadtbefestigung nach dem technischen Standard der Renaissance begonnen, welche die beiden im Mittelalter entstandenen Mauersysteme umschloss.

Den größten und wesentlichen Wachstumsimpuls erhielt die Stadt, als Graf Philipp Ludwig II. am 1. Juni 1597 einen Vertrag mit wallonischen und niederländischen calvinistischen Flüchtlingen aus Frankreich und den Spanischen Niederlanden schloss. Mit den Hugenotten kam viel Kapital und Fachwissen aus dem handwerklichen Bereich in die Stadt. Gegen die Zusicherung der freien Religionsausübung verpflichteten sich die Flüchtlinge, in Hanau wirtschaftlich tätig zu werden. Sie gründeten die Hanauer Neustadt, in der Fläche das Dreifache der Altstadt, und brachten einen eigenen Baustil nach Hanau. Sie bauten ihr Wohnhaus an die Straße und hinten im Garten ihre Manufaktur. Neben den Goldschmieden eröffneten auch Tuchmacher, Weber und Seidenweber sowie Hutmacher Werkstätten und Manufakturen. Mit dem Zuzug der Wallonen und Niederländer begann der Aufstieg Hanaus zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort. Die Neustadt hatte bis 1821 ein eigenes, selbständiges Gemeinwesen, unabhängig von der Altstadt.

Philipp Ludwig II. siedelte außerdem Juden in Hanau an; ab 1604 gab es wieder eine jüdische Gemeinde.Die Schlacht bei Hanau am 30. und 31. Oktober 1813 gewannen Napoleons Truppen.

Im 19. Jahrhundert war Hanau ein Zentrum der demokratischen Bewegung in Deutschland. 1830 und 1848 gingen von hier wichtige revolutionäre Impulse aus. Zur zwangsweisen Durchsetzung der Konterrevolution in Kurhessen wurde Hanau am 1. November 1850 von Bundesinterventionstruppen aus Bayern und Österreich besetzt; diese sogenannten Strafbayern wurden erst im Sommer 1851 wieder abgezogen. 1910 wurden in Hanau-Lamboy Kasernen in Betrieb genommen, die preußische Eisenbahnregimenter beherbergten. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs befand sich hier das Auflösungskomando der Militäreisenbahndirektion 2, bevor diese im August 1919 nach Berlin verlegt wurde.

1933 wurde bald nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten die demokratische Stadtverwaltung beendet. Vor und während des Zweiten Weltkriegs wurden zahlreiche Menschen, vor allem solche „jüdischer Abstammung“ deportiert und ermordet. Bei guten Verbindungen in die Berliner Partei- und Führungsspitze dieser Zeit wurde am 18. Oktober 1942 das Deutsche Goldschmiedehaus im Gebäude des alten Rathauses begründet. Die Herkunft der auf den Anfang des 17. Jahrhunderts zurückreichenden Tradition des Goldschmiede-Handwerks wurde nun verschwiegen.

Die Luftangriffe auf Hanau im Zweiten Weltkrieg zerstörten die Stadt fast vollständig. Nach den Angriffen der US Army Air Forces (USAAF) im Herbst 1944 auf die Bahnanlagen erfolgten noch in den letzten Kriegsmonaten zwei vernichtende Großangriffe des britischen RAF Bomber Command. Bei dem Luftangriff vom 6. Januar 1945 schlugen britische Bomber eine breite Schneise durch die Alt- und Neustadt von Hanau. 90 Todesopfer waren zu beklagen. Viele Einwohner verließen danach die Stadt, nur 15.000 blieben. Acht Tage vor dem Einmarsch der Amerikaner brachte der britische Luftangriff am 19. März 1945 als „Hanauer Schicksalstag“ schließlich die völlige Zerstörung der Stadt. Bei einem Nachtangriff mit über 230 Flugzeugen wurden 1200 Tonnen Spreng- und Brandbomben mit der Folge eines Feuersturms abgeworfen. In der Altstadt standen nur noch sieben von vormals 450 Häusern. Doch auch die Neustadt wurde ein Opfer des Bombardements. Insgesamt verlor die Stadt 80 Prozent ihrer Bausubstanz. Etwa 2500 Menschen starben bei diesem Angriff. Die Einwohnerzahl, 1938 waren es noch 40.000 Menschen, darunter 300 Juden, sank auf unter 10.000 Personen. Zerstört wurden u. a. die evangelisch-reformierte Kirche, die evangelisch-lutherische Johanniskirche, die katholische Pfarrkirche, die reformierte Niederländische und Wallonische Kirche, das Stadtschloss, das Altstädter Rathaus, das Neustädter Rathaus und das Frankfurter Tor der Neustadt. Totalverluste ohne Wiederaufbau waren Spital, Gymnasium (ehemalige Hohe Landesschule), Stadttheater, Neues Zeughaus, Brunnen am Neustädter Markt und viele architektonisch wertvolle Bürgerhäuser der Alt- und Neustadt. Noch 1939 war mit der Freilegung von Fachwerk unter Putz und der farblichen Gestaltung von Altstadthäusern begonnen worden.

Nach leichtem Artillerie-Beschuss wurde die Ruinenstadt am 28. März 1945 durch die US-Armee unter Führung der 4. US-Panzerdivision besetzt. Eine Sprengung der Auheimer Mainbrücke durch Wehrmachtseinheiten war am 25. März gescheitert, woraufhin es dort zu Kämpfen kam, in deren Folge sich die deutschen Einheiten Richtung Osten zurückzogen.

Wie in vielen westdeutschen Städten vollzog sich im Wiederaufbau nach dem Kriege die endgültige Zerstörung des ehemals mittelalterlichen Stadtbildes. Die Ruinen des Stadtschlosses, des Zeughauses und des Stadttheaters wurden abgerissen – gegen den Protest von Teilen der Bevölkerung und des Hanauer Geschichtsvereins –, um einer zeitgemäßen Bebauung Platz zu machen. Dasselbe Schicksal erlitten Teile der bis dahin noch erhaltenen Stadtmauer und Befestigungsanlagen sowie große Teile der Wohnbebauung in der Alt- und Neustadt, darunter viele denkmalgeschützte Gebäude wie das Edelsheimsche Palais.

Mit der Gründung des Landes Groß-Hessen am 19. September 1945 durch die Proklamation Nr. 2 der amerikanischen Militärregierung wurde das zuvor zum Freistaat Preußen gehörende Hanau Teil von Hessen.

Hanau gehörte zur amerikanischen Besatzungszone und wurde einer der größten Stützpunkte der US Army in Europa und der größte in Deutschland. Die amerikanische Militärgemeinde der Garnison Hanau mit Standorten im Stadtteil Wolfgang, Hanau-Lamboy, Großauheim, dem nahe gelegenen Hanau Army Airfield sowie weiteren zur Garnison zugehörigen Kasernen in der Region umfasste zum Höhepunkt des Kalten Krieges zur Verteidigung des Fulda Gap rund 45.000 Soldaten, Zivilangestellte und Familienangehörige. Am 8. August 2008 wurde die komplette Garnison endgültig geschlossen. Es blieb eine etwa 350 Hektar große Konversionsfläche. Bald begann dort der Bau neuer Wohngebiete und Gewerbegebiete.

Gegenwart

Das Hanauer Stadtbild hat sich durch die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und die anschließende Aufbauphase radikal gewandelt. In naher Zukunft soll das Stadtbild weiter verändert werden: So wurde der Freiheitsplatz, ehemals der Paradeplatz und die Esplanade, seit 2013 zu großen Teilen mit einem neuen Einkaufszentrum mit ca. 22.500 Quadratmetern Einzelhandelsfläche, neuer Stadtbibliothek und Tiefgarage von der Hanseatischen Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft bebaut. Gleichzeitig wurde auch der Busbahnhof verändert. Auch der Marktplatz und einige andere Straßen und Wege wurden modernisiert und umgebaut. Seit Herbst 2015 sind die Umbauarbeiten – insbesondere das Einkaufszentrum „Forum Hanau“ – fertiggestellt.

In Hanau sind weltweit führende Unternehmen aus der Technologiebranche wie Heraeus, Umicore oder Vacuumschmelze und die Dunlop-Reifenwerke beheimatet. Bundesweit war Hanau in den 1980er Jahren als Standort der Nuklearindustrie und eines mittlerweile geschlossenen Brennelementewerks in die Schlagzeilen geraten. Auf dem ehemaligen Gelände der RWE Nukem ist ein Technopark unter der Schirmherrschaft von Siemens entstanden.

Hanau war bis Juni 2005 Kreisstadt des Main-Kinzig-Kreises, bevor der Sitz der Kreisverwaltung nach Gelnhausen verlegt wurde. Aktuell ist Hanau eine kreisangehörige Stadt mit Sonderstatus, zum 1. April 2021 wird die Kreisfreiheit angestrebt.

Eingemeindungen

Am 1. April 1907 wurde Kesselstadt zu Hanau eingemeindet. Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde am 31. Dezember 1971 die bis dahin eigenständige Gemeinde Mittelbuchen eingegliedert. Es folgten kraft Landesgesetz am 1. Juli 1974 die bislang eigenständige Stadt Großauheim sowie die beiden südlich des Mains gelegenen und aus dem Landkreis Offenbach stammenden Gemeinden Steinheim (Stadt) und Klein-Auheim.

Einwohnerentwicklung

Jahr Haupt- und Nebenwohnsitz
1998 91.657
1999 91.381
2000 91.944
2001 92.652
2002 93.277
2003 93.259
2004 93.302
2005 94.177
2006 94.065
2008 93.387
2009 93.610
2010 92.639
2011 93.694
2012 95.050
2015 97.426
2017 99.331

Entwicklung der Wohnungsbestände:

Datum Wohnungen
31. Dezember 2003 43.013
31. Dezember 2004 43.037
31. Dezember 2005 42.440
31. Dezember 2008 42.773
31. Dezember 2013 43.654

Religionszugehörigkeit

 Quelle: Historisches Ortslexikon

• 1885: 18.995 evangelische (= 77,92 %), 4599 katholische (= 18,87 %), 196 anderes christliche-konfessionelle (= 0,80 %), 574 jüdische (= 2,35 %), 13 andere (= 0,05 %) Einwohner
• 1961: 30.565 evangelische (= 64,75 %), 13.275 katholische (= 28,12 %) Einwohner
Am 31. Dezember 2003 gehörten 27.492 Hanauer der Römisch-Katholischen und 24.410 der Evangelischen Kirche an. 8 Jahren später, am 31. Dezember 2011 gehörten bedeutlich weniger; 23.885 Hanauer der Römisch-Katholischen und 20.499 der Evangelischen Kirche an, Sonstige waren 45.000 (damit sind katholische und evangelische zusammen eine Minderheit in Stadt Hanau)

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung ist das oberste Organ der Stadt. Ihre politische Zusammensetzung wird alle fünf Jahre in der Kommunalwahl durch die Wahlbevölkerung der Stadt bestimmt. Wählen darf, wer das 18. Lebensjahr vollendet hat und Deutscher Staatsbürger im Sinne des Grundgesetzes oder Staatsangehöriger eines der übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union ist. Für alle gilt, dass sie seit mindestens drei Monaten in der Stadt gemeldet sein müssen.

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis, in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Parteien und Wählergemeinschaften 2016 2011 2006 2001 1997
Anteil Sitze Anteil Sitze Anteil Sitze Anteil Sitze Anteil Sitze
Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD 37,1 20 36,5 22 29,3 17 36,5 22 34,9 21
Christlich Demokratische Union Deutschlands CDU 22,8 12 27,0 16 29,8 18 35,1 21 31,2 19
Bündnis 90/Die Grünen Grüne 9,8 5 15,1 9 8,3 5 9,2 5 10,6 6
Die Republikaner REP 9,6 5 4,2 2 6,6 4 7,0 4 14,1 9
Wählergemeinschaft Bürger für Hanau BfH 7,7 4 7,1 4 9,0 5 6,7 4 5,7 4
Freie Demokratische Partei FDP 7,6 4 4,7 3 11,9 7 4,9 3 3,0 0
Alternative Linke Liste Hanau ALL 4,4 2
Forum Gemeinsames Hanau FGH 1,0 1
Die Linke Linke 5,3 3 5,2 3
prozentualer Anteil ungültiger Stimmabgaben 4,5 5,1 4,8 3,8 2,6
Sitze gesamt 53 59 59 59 59
Wahlbeteiligung 38,6 % 37,4 % 35,2 % 44,9 % 62,0 %

Gewählt wurden die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung sowie die Ortsbeiräte der Stadt für die Legislaturperiode vom 1. April 2016 bis 31. März 2021. Von 65.005 Wahlberechtigten gingen 25.061 zur Wahl. Die Wahlbeteiligung stieg somit von 37,4 Prozent im Jahr 2011 auf 38,6 Prozent im Jahr 2016.

Die SPD hat mit der FDP, den Grünen und den „Bürgern für Hanau“ (BfH) nach der Kommunalwahl 2006 eine Koalition geschlossen, welche sie nach der Wahl 2011 fortführte. Im Dezember 2012 schied die FDP aus der Koalition aus.

Mittlerweile haben sich zwei Grüne von ihrer Fraktion abgespalten und die Alternative Fraktion gegründet.

Oberbürgermeister der Stadt Hanau

  • 1822–1826: Georg Wilhelm Carl
  • 1828–1848: Bernhard Eberhard
  • 1848–1850: August Rühl
  • 1855–1879: Karl Cassian
  • 1879–1887: Eduard Rauch
  • 1887–1893: Albert Westerburg
  • 5. Juni 1893 – 31. Dezember 1916: Eugen Gebeschus
  • 1. Januar 1917 – 28. Dezember 1921: Karl Hild
  • 29. Dezember 1921 – 31. Mai 1933: Kurt Blaum

Während des NS-Regimes der Jahre 1933 bis 1945 wurden die Oberbürgermeister nicht mehr gewählt, sondern durch den Regierungspräsidenten eingesetzt. Dem letzten demokratisch gewählten Stadtoberhaupt, Kurt Blaum, folgten die Nationalsozialisten:

  • 1. Juni 1933 – 31. März 1934: Fritz Löser
  • 1. April 1934 – 30. Juni 1943: Friedrich Müller-Starke
  • 30. Januar 1944 – 31. März 1945: Walter Junker.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurden bis zur ersten freien Kommunalwahl im Jahr 1946 vorübergehend Persönlichkeiten durch die amerikanische Besatzungsmacht kommissarisch mit der Wahrnehmung des Oberbürgermeisteramtes beauftragt.

  • 28. März 1945 – 2. April 1945: Eduard Freund
  • 3. April 1945 – 10. Juni 1945: Kurt Blaum
  • 5. Juli 1945–25. April 1946: Karl Molitor
  • 26. April 1946 – 31. Juli 1946: Hermann Krause

Die folgenden Personen wurden dann jeweils zum Oberbürgermeister gewählt:

  • 1. August 1946 – 3. März 1956: Karl Rehbein (SPD)
  • 25. April 1956 – 24. April 1962: Heinrich Fischer (SPD)
  • 2. Juni 1962 – 31. Dezember 1971: Herbert Dröse (SPD)
  • 10. Januar 1972 – 9. Januar 1984: Hans Martin (SPD)
  • 10. Januar 1984 – 20. Mai 1985: Helmut Kuhn (CDU)
  • 10. Juni 1985 – 30. Juni 1994: Hans Martin (SPD), 2. Amtszeit
  • 1. Juli 1994 – 15. Mai 2003: Margret Härtel (CDU)
  • Seit dem 17. November 2003 ist Claus Kaminsky (SPD) Oberbürgermeister von Hanau.

Wappen

Beschreibung: Der in Schwarz und Gold gespaltene Schild zeigt vorn einen goldenen nach links stehenden goldgekrönten und rot gezungten Löwen von sieben silbernen gemeinen Kreuzen begleitet, hinten drei rote Sparren. Auf dem goldgekrönten Spangenhelm liegt eine rot-goldene Helmdecke auf und als Kleinod ein wachsender flügelschlagender rotschnäbliger und ebenso gezungter silberner Schwan. Das Wappen der Stadt leitet sich ab von dem Wappen der Grafschaft Hanau.

Städtepartnerschaften

Dartford, Vereinigtes Königreich
Tottori, Japan (seit 2001)
Jaroslawl, Russland
Conflans-Sainte-Honorine, Frankreich
Francheville, Frankreich
Taizhou, Volksrepublik China (seit 2012)
Nilüfer, Türkei (seit 2013)

Städtefreundschaften

Waltershausen, Deutschland (Thüringen) seit 1990
Pays de Hanau, Frankreich

Zudem ist Hanau Mitglied des Bundes der europäischen Napoleonstädte.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

Bekannte Sehenswürdigkeiten sind

  • in der Altstadt das Deutsche Goldschmiedehaus (ehemals Altstädter Rathaus), die Marienkirche, Nebengebäude des ansonsten zerstörten Stadtschlosses Hanau und der Schlossgarten Hanau
  • in der Neustadt die Wallonisch-Niederländische Kirche, Gründungsort des Deutschen Turnerbundes, das Brüder-Grimm-Nationaldenkmal, unmittelbar vor dem Neustädter Rathaus, das sich in der Adventszeit in Hessens größten Adventskalender verwandelt: Die 24 Fenster des Neustädter Rathauses zum Marktplatz hin sind mit strahlenden Bildern von Künstlern geschmückt, die nach und nach bis zum Heiligabend gezeigt werden;
  • in den Außenbezirken: das Schloss Philippsruhe am Mainufer mit Historischem Museum Hanau, dem Papiertheater-Museum und dem Mitmachmuseum GrimmsMärchenReich sowie der historischen Kuranlage Wilhelmsbad mit dem ältesten feststehenden Karussell der Welt;
  • in den anderen Ortsteilen: der Wildpark Alte Fasanerie im Ortsteil Klein-Auheim und die Altstadt von Steinheim.

Tourismus

In Hanau beginnt die Deutsche Märchenstraße, die in Bremen endet. Durch Hanau verläuft die Deutsche Limesstraße und durch Steinheim die Deutsche Fachwerkstraße. Außerdem ist Steinheim der Ausgangspunkt der Hessischen Apfelwein- und Obstwiesenroute. Hanau liegt an der Via Regia Rhein–Schlesien und bildet den Ausgangspunkt weiterer historischer Heer- und Handelswege. Weitere Radwege die durch Hanau führen sind:

  • der Bahnradweg Hessen führt auf ehemaligen Bahntrassen ca. 250 Kilometer durch den Vogelsberg und die Rhön.
  • der Hessische Radfernweg R3 führt als Rhein-Main-Kinzig-Radweg von Rüdesheim am Rhein nach Tann in der Rhön.
  • der Main-Radweg führt von den Quellen des Weißen und Roten Mains bis nach Mainz zur Mündung in den Rhein.
  • die Regionalpark-Rundroute führt über 190 Kilometer durch das Rhein-Main-Gebiet.

Märkte und Feste

Apfelweinfest

Immer am letzten Augustwochenende findet in der Steinheimer Altstadt im Schlosshof das Apfelweinfest statt.

Johannisfeuer und Altstadtfest

Am Vorabend des Namenstages des Steinheimer Schutzpatrons Johannes, dem 23. Juni, wird im Stadtteil Steinheim das Johannisfeuer angezündet. Seit Jahrzehnten wird das Ereignis unter der Leitung des Steinheimer Geschichtsvereins gefeiert. Seit einigen Jahren wird das Steinheimer Johannisfeuer zum Anlass genommen, das Altstadtfest zu feiern. Unter organisatorischer Leitung der „Interessengemeinschaft Steinheimer Vereine und Verbände“ bewirten die ortsansässigen Vereine in der gesamten Steinheimer Altstadt die Besucher.

Traditionell ist eine Ausnahme der Termingestaltung: So findet das Johannisfeuer niemals an einem Wochenende statt. Fällt der 23. Juni auf einen Samstag, so findet die Feier freitags statt; ist es ein Sonntag, wird das Feuer erst am Montag entzündet.

Wochenmarkt

Der Hanauer Wochenmarkt, der zweimal in der Woche mittwochs und samstags stattfindet, beruht auf den Gründungsverträgen der Neustadt Hanau: Graf Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg schloss am 1. Juni 1597 einen Vertrag mit calvinistischen Flüchtlingen aus Frankreich und den Spanischen Niederlanden, die Kapitulation der Neustadt Hanau, damit diese sich in der neu zu errichtenden Neustadt Hanau niederließen. Die Kapitulation wurde 1604 durch ein Transfix der Neustadt Hanau ergänzt. Diese Verträge sicherten den Bürgern auch das Recht zu Markt abzuhalten. Dieser findet bis heute auf dem Neustädter Marktplatz statt und wird vom Lebensmittelangebot dominiert, das meist von Landwirten aus der Umgebung stammt. Er ist einer der größten Märkte in Hessen mit rund hundert Ständen. Während der Adventszeit findet hier der Weihnachtsmarkt statt.

Lamboyfest

1635 bis 1636 wurde die Festung Hanau von kaiserlichen Truppen unter General Lamboy belagert. Hierbei bewährte sich das erst wenige Jahre zuvor errichtete, moderne Befestigungssystem. Tausende waren aus den umliegenden Ortschaften in die Stadt geflohen, es herrschten furchtbare Zustände. Im Juni 1636 beendete ein hessisch-schwedisches Entsatzheer unter Landgraf Wilhelm V. von Hessen-Kassel die neunmonatige Belagerung. Wilhelm V. war mit einer Tochter von Graf Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg, Amalie Elisabeth, verheiratet. Kurz danach wurden jährliche Dankgottesdienste eingeführt, aus denen sich ab 1800 das Lamboyfest entwickelte. Zunächst wurde es im Lamboywald gefeiert, der zum Teil das Gebiet einnahm, in dem sich heute das Lamboy-Viertel erstreckt. Seit einigen Jahren findet die Veranstaltung in der historischen Altstadt um das Goldschmiedehaus statt.

Bürgerfest

Das Bürgerfest entstand 1958 auf Initiative des damaligen Hanauer Oberbürgermeisters Heinrich Fischer, um an die Aufbauleistung der Hanauer Bürger nach dem Zweiten Weltkrieg zu erinnern. Es wird seit einigen Jahren im September auf den Mainwiesen nahe Schloss Philippsruhe gefeiert. Der traditionelle Festplatz war bis in die neunziger Jahre der Schlosspark Philippsruhe, in dem die Zelte Hanauer Vereine aufgebaut wurden. Wegen erheblicher Schäden, die dabei jedes Jahr dem historischen Park, einem Kulturdenkmal, zugefügt wurden, wurde das Festgelände verlegt. 2002 und 2003 fiel das Fest aus Kostengründen aus.

Kultur

Veranstaltungen

Brüder-Grimm-Märchenfestspiele

Die Brüder-Grimm-Märchenfestspiele finden jährlich in der Zeit von Mai bis Juli/August im an den Schlosspark von Schloss Philippsruhe angrenzenden „Amphitheater“ statt. In Erinnerung an die Brüder Grimm, Söhne der Stadt Hanau, werden hier verschiedene Märchen ihrer Sammlungen dramatisiert und in Szene gesetzt.

Philippsruher Schlosskonzerte

Die Philippsruher Schlosskonzerte sind eine seit 1987 jährlich durchgeführte klassische Musikveranstaltungsreihe mit dem Collegium Instrumentale Alois Kottmann, die sowohl in den Räumlichkeiten des Schlosses Philippsruhe als auch auf dem Gelände des Schlossparks, unter anderem auch auf der Bühne der Brüder-Grimm-Märchenfestspiele im „Amphitheater“ durchgeführt wird.

Auszeichnungen und Ehrenpreise

In Erinnerung an den Sohn der Stadt Paul Hindemith verleiht die Stadt Hanau seit 2000 den Paul-Hindemith-Preis der Stadt Hanau. Zum Gedenken an die Brüder Grimm verleiht die Stadt seit 1983 den Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau und seit 2016 zusammen mit der Goethe-Universität Frankfurt die Grimm-Bürgerdozentur. An den in Großauheim geborenen August Gaul erinnert die August-Gaul-Plakette. Die Stadt Hanau vergibt sie an Institutionen und Persönlichkeiten, die sich auf kulturellem bzw. künstlerischem Gebiet in außerordentlichem Maß verdient gemacht haben.

Künstlerbund SIMPLICIUS

Der Künstlerbund SIMPLICIUS Hanau wurde 1952 gegründet. Viele Lehrer und Schüler der Staatlichen Zeichenakademie Hanau sind bzw. waren Mitglieder des Künstlerbundes, der bis heute besteht.

Museen

In Hanau gibt es neun Museen, Sammlungen und museumsähnliche Einrichtungen. Unter den Museen der Stadt Hanau ist das Historische Museum Hanau Schloss Philippsruhe mit dem Papiertheatermuseum das bekannteste. Von der Stadt wird weiterhin das Museum Schloss Steinheim für Archäologie, regionale Vor- und Frühgeschichte sowie Steinheimer Orts- und Schlossgeschichte, sowie das Museum Großauheim für Industriegeschichte, Kunstsammlung mit Werken von August Gaul und August Peukert betrieben.

Nicht in städtischer Trägerschaft befindet sich das Deutsche Goldschmiedehaus der Gesellschaft für Goldschmiedekunst mit Unterstützung durch die Stadt, das Heimatmuseum Mittelbuchen des Heimat- und Geschichtsvereins mit Unterstützung durch die Stadt, die Burgruine Wilhelmsbad der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen, das Hessische Puppenmuseum des Fördervereins mit Unterstützung durch Stadt und Land, das Hessische Forstmuseum am Wildpark „Alte Fasanerie“ von Hessen-Forst sowie die Museumseisenbahn Hanau.

Gedenkstätten

Auf dem Hauptfriedhof wurde 1962 ein Ehrenfeld für die Opfer des Zweiten Weltkriegs angelegt, mit mehreren Kreuzgruppen aus Basaltlava-Tuffgestein.

Dem Ehrenfeld vorgelagert ist ein Eingangshof, der dem besonderen Gedenken an den britischen Luftangriff am 19. März 1945 gewidmet ist. Auf Bronzeplatten sind die Namen der über zweitausend Opfer an diesem Tage verzeichnet.

Weiteres

  • Hanauer Marionettentheater

Religion

Christentum

Am 31. Dezember 2003 gehörten 27.492 Hanauer der römisch-katholischen und 24.410 der evangelischen Kirche an. Acht Jahre später, am 31. Dezember 2011, gehörten deutlich weniger, nämlich 23.885 Hanauer der römisch-katholischen und 20.499 der evangelischen Kirche an. „Sonstige“ waren 45.000 Einwohner. Damit sind katholische und evangelische Bürger zusammen eine Minderheit in der Stadt Hanau geworden.

Hanau ist konfessionell geteilt. Während die Kernstadt, Mittelbuchen und Wolfgang überwiegend evangelisch sind, sind Steinheim, Groß- und Klein-Auheim katholisch geprägt.

Wallonisch-Niederländische Kirche:

Islam

Es gibt mehrere Moscheen unterschiedlicher Ausrichtung in Hanau:

  • Bosnisch-Islamische Gemeinschaft Hanau
  • DITIB-Merkez-Moschee, Türkisch
  • Hanau-Moschee, Türkisch
  • Salahaddin-Moschee-Kurdistan, Kurdisch
  • Millî-Görüş-Moschee Hanau, Türkisch
  • Omar-ibn-al-Chattab-Moschee, Arabisch
  • Badr-Moschee, Arabisch
  • Bait-ul-Wahid Moschee der Ahmadiyya-Muslim-Gemeinschaft Hanau
  • Islamisches Informations- und Begegnungszentrum, Deutsch
  • Gemeinde der Aleviten

Judentum

Seit einigen Jahren besteht wieder eine jüdische Gemeinde in Hanau. Die erste jüdische Gemeinde war im Mittelalter durch das Pestpogrom 1344 ermordet worden. Ab 1603 siedelten sich parallel mit den Hugenotten wieder Juden an. Der Bauplatz war das Getto, heute Nordstraße (Hanau). Am 28. Dezember 1605 erließ Graf Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg dazu ein Privileg, die so genannte „Judenstättigkeit“. Die neue Gemeinde war direkt der gräflichen Verwaltung unterstellt, nicht einer der beiden Stadtverwaltungen von Alt- oder Neustadt Hanau, auch wenn ihre Bewohner gegenüber der Altstadt Kopfsteuer zahlen mussten. Die Synagoge wurde im Hof des heutigen Grundstückes in der Nordstraße erbaut. Die Straße war an beiden Enden durch Tore verschließbar. Sonntags durften die Juden das Ghetto nicht verlassen. Das Gemeindehaus der jüdischen Gemeinde Hanau stand in der Nürnberger Straße. Dieses erwarb die Gemeinde, nachdem das Hanauer Ghetto am Anfang des 19. Jahrhunderts von Napoleon Bonaparte geöffnet worden war. Hier befand sich seit 1890 die jüdische Gemeindeschule. Nachdem die Hanauer Nationalsozialisten am 9. November 1938 im Zuge des Novemberpogroms die Synagoge in Brand gesteckt und zugemauert hatten, hielt die Restgemeinde ihre Gottesdienste im Gemeindehaus, bevor 1942 auch die letzten 75 Hanauer Juden in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert wurden. Nur sogenannte Halbjuden und Juden, die mit sogenannten Ariern verheiratet waren, blieben. Sie wurden im Februar 1945 nach Theresienstadt deportiert und konnten mehrheitlich überleben.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Entfernung zum Frankfurter Flughafen beträgt vom Stadtzentrum aus nur etwa 30 Kilometer.

Eisenbahn

Hanau ist ein zentraler Knotenpunkt im Eisenbahnnetz, auf den sechs Strecken zulaufen:

  • Frankfurt-Hanauer Eisenbahn (RE/RB 55),
  • Main-Spessart-Bahn (von Hanau nach Aschaffenburg Hauptbahnhof) (RE/RB 55),
  • Kinzigtalbahn nach Fulda (RE/RB 50),
  • Frankfurt-Bebraer Eisenbahn (westliche Richtung) nach Offenbach Hauptbahnhof, Frankfurt am Main Hauptbahnhof sowie die weitgehend parallel dazu verlaufende südmainische S-Bahn,
  • Friedberg-Hanauer Eisenbahn (RB 49) und
  • Odenwaldbahn (RE/RB 64) Richtung Babenhausen, Groß-Umstadt-Wiebelsbach, Erbach und Eberbach.

Die Verbindungen der Kahlgrundbahn enden in Hanau, nutzen aber zwischen Kahl und Hanau die Main-Spessart-Bahn.

Historisch gab es darüber hinaus die Hanauer Kleinbahn nach Hüttengesäß und Langenselbold sowie die Hanauer Industriebahn.

In Hanau existieren neben dem Hauptbahnhof, der die vorgenannten Strecken verknüpft, noch die Haltepunkte Hanau West und Hanau-Wilhelmsbad an der Frankfurt-Hanauer Eisenbahn, der Haltepunkt Großauheim an der Main-Spessart-Bahn, der Bahnhof Wolfgang an der Kinzigtalbahn, der S-Bahn-Haltepunkt Steinheim (Main) der südmainischen S-Bahn, der Bahnhof Hanau Nord an der Hanau-Friedberger Bahn (ehemals endete dort auch die Hanauer Kleinbahn) und der Haltepunkt Bahnhof Hanau-Klein Auheim an der Odenwaldbahn. Das Bahnbetriebswerk Hanau ist heute Sitz einer Museumseisenbahn.

Straßen

Die Stadt ist an ein gut ausgebautes Fernstraßennetz angebunden, darunter an die Bundesautobahnen A 3, A 45 und A 66, sowie die Bundesstraßen B 8, B 43, B 43a und B 45. Daneben führen weitere Land- und Kreisstraßen durch das Stadtgebiet. Östlich der Hanauer Innenstadt befindet sich das Hanauer Kreuz.

Nahverkehr

Der innerstädtische Nahverkehr wird in Hanau überwiegend von der Hanauer Straßenbahn geleistet.

Mainhafen

Der Hanauer Mainhafen ist einer der Häfen mit dem größten Güterumschlag an Main, Main-Donau-Kanal und Donau.

Industrie und Handwerk

Hanau ist Sitz bedeutender Unternehmen, unter anderem der Material- und Werkstofftechnologie, der Medizin- und Dentaltechnik, der Chemie und des Anlagenbaus. Historisch beheimatete es die erste deutsche Fayence-Manufaktur und hat eine lange Tradition in der Goldschmiedekunst und Schmuckherstellung. Große Unternehmen mit Standorten in Hanau sind unter anderem Heraeus, Evonik Industries, Dunlop, Vacuumschmelze und Umicore. Viele Unternehmen der chemischen Industrie sind im Industriepark Wolfgang beheimatet.

Städtisches Versorgungsunternehmen sind die Stadtwerke Hanau. Die Industrie- und Handelskammer Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern hat ihren Sitz in Hanau.

Die Hanauer Seifenfabrik war ein Unternehmen, das Seifen- und Glycerinprodukte herstellte und vertrieb. Die Aktiengesellschaft wurde 1921 durch Übernahme der Firma Hanauer Seifenfabrik J. Gioth gegründet und erlitt bereits im September 1924 Insolvenz.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Am 30. Juni 2005 lebten in Hanau 28.462 Sozialversicherungsbeschäftigte, Ende September 2007 29.298, Ende 2011 30.537 und Ende September 2014 33.041. Die Zahl der Sozialversicherungspflichtigen am Arbeitsort, also der sozialversicherungsbeschäftigten Arbeitsstellen in Hanau, entwickelte sich vom 30. Juni 2005 (42.013) bis Ende 2006 (41.894) zunächst rückläufig, stieg dann aber bis Ende 2013 auf 45.044 an.

Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosenzahlen werden für den Arbeitsamtsbezirk Hanau erhoben. Die Arbeitslosenquote lag im April 2008 mit 5,6 Prozent unter dem hessischen Durchschnitt, welcher 6,8 Prozent betrug. Im April 2015 betrug die Arbeitslosenquote in Hanau 6,9 Prozent, während sie in Hessen im Jahresmittel bei 5,5 Prozent lag. Damit stieg die Arbeitslosigkeit entgegen dem Landestrend. Die Arbeitslosenquote ist nun nach hessischen Maßstäben überdurchschnittlich.

Behörden, Gerichte und Einrichtungen

Hanau ist unter anderem Sitz des Landgerichts Hanau, der Staatsanwaltschaft Hanau sowie des Amtsgerichtes Hanau.

Gesundheitsvorsorge

In Hanau existiert neben dem städtischen Klinikum Hanau, welches ein akademisches Lehrkrankenhaus der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main ist, das St. Vinzenz-Krankenhaus Hanau unter der Trägerschaft der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul, Mutterhaus Fulda. Für die Altenpflege existieren in Hanau fünf Einrichtungen der unterschiedlichsten Träger, darunter die Vereinte Martin Luther und Althanauer Hospital Stiftung Hanau.

Bildung

Im Schuljahr 2004/2005 wurden 19.113 Schüler in 868 Klassen der Hanauer Schulen unterrichtet. Der Ausländeranteil lag bei 22,9 Prozent. Die am häufigsten vorkommende Schulform ist die Grundschule mit 15 Einrichtungen. Sie sind in allen Stadtteilen, mit Ausnahme der beiden Stadtteile Hohe Tanne und Wilhelmsbad, vertreten.

In Hanau existieren insgesamt 15 Grundschulen. Die Grundschüler des Stadtteils Mittelbuchen besuchen gemeinsam mit den Kindern aus Wachenbuchen die Grundschule in Maintal-Wachenbuchen. An Haupt- und Realschulen existieren vier Schulen mit unterschiedlichen Bildungsschwerpunkten. Drei Gymnasien, die Hohe Landesschule, die Karl-Rehbein-Schule sowie das Gymnasium der privaten Paul-Gerhardt-Schule, und zwei Gesamtschulen, die Otto-Hahn-Schule sowie die Lindenauschule, bilden die Grundlage für die höhere allgemeinbildende Schulform.

An beruflichen Schulen befinden sich in Hanau insgesamt mehrere unterschiedliche Einrichtungen. Die Staatliche Zeichenakademie Hanau bietet unter anderem die Ausbildung zum Goldschmiedemeister an, die HGA Gesundheitsakademie/Rettungsdienstschule Hessen die Ausbildungen für Rettungssanitäter, Pflegeassistenz und Erste Hilfe an.

Insgesamt drei Förderschulen sind in Hanau vertreten. Das Bildungsangebot Hanaus runden eine Volkshochschule für die Erwachsenenbildung, eine Musikschule, eine Jugendkunstschule, eine Familienbildungsstätte, ein Jugendbildungswerk sowie das Umweltzentrum Kinzigaue ab.

Personen

Ehrenbürger

Ehrenbürger Hanaus sind:

  • Fritz Canthal (1848–1922), Unternehmer, Präsident der Industrie- und Handelskammer
  • Charles Engelhard (1867–1950), Industrieller
  • Heinrich Fischer (1895–1973), Oberbürgermeister und Staatsminister
  • Eugen Gebeschus (1855–1936), Oberbürgermeister
  • Wilhelm Carl Heraeus (1827–1904), Chemiker, Unternehmer
  • Hans Martin (1930–2016), Oberbürgermeister
  • Johann Heinrich Nickel (1829–1908), Kaufmann, Abgeordneter
  • Reinhard Scheer (1863–1928), Admiral
  • Rudi Völler (* 1960), Fußballspieler, Bundestrainer, Sportdirektor von Bayer Leverkusen

Im Jahre 1933 erhielt Adolf Hitler die Ehrenbürgerwürde von Hanau. Diese wurde ihm in der ersten Sitzung eines frei gewählten Stadtrates im Jahre 1946 wieder aberkannt.

Söhne und Töchter der Stadt

  • Johann Peter Krafft (1780–1856), Maler
  • Brüder Grimm, Jacob (1785–1863) und Wilhelm Grimm (1786–1859), Sprachwissenschaftler und Märchensammler
  • Moritz Daniel Oppenheim (1800–1882), Maler
  • Louis Appia (1818–1898), Chirurg, Mitbegründer des Internationalen Komitee vom Roten Kreuz
  • Josef Limburg (1874–1955), Bildhauer
  • Elisabeth Schmitz (1893–1977), Lehrerin und Widerstandskämpferin
  • Paul Hindemith (1895–1963), Komponist
  • Leopoldo Richter (1896–1984), Künstler, Keramiker, Entomologe
  • Ernst Meckelburg (1927–2008), Journalist und Buchautor
  • Jürgen Grasmück (1940–2007), Autor von Horror- und Science-Fiction-Romanen
  • Dominic Raacke (* 1958), Schauspieler (Tatort)
  • Rudi Völler (* 1960), Fußballspieler
  • Thomas Berthold (* 1964), Fußballnationalspieler
  • Marco Russ (* 1985), Fußballspieler
  • Patrick Kronenberger (* 1988), Komponist

Menschen, die in der Stadt Hanau gelebt haben:

  • Hans Fehlhaber (1881–1974), Maler und Zeichenlehrer
  • Michael Stipe (* 1960), US-amerikanischer Sänger, Songwriter, Gründungsmitglied von R.E.M.

Sportvereine

Mitgliederstärkster Verein des Main-Kinzig-Kreises ist die Turngemeinde 1837 Hanau. Hanau ist außerdem Heimat des ältesten hessischen Fußballvereins, des 1. Hanauer FC 1893, und des TSV Hanau 1860. Im gleichen Jahr wie der TSV Hanau 1860 wurde auch der TV Kesselstadt gegründet. Hanau hat auch einen Handballverein, die HSG Hanau, welche zurzeit in der 3. Liga Ost der dritthöchsten deutschen Spielklasse spielt. Das erste Inlinehockey-Spiel in Hessen wurde 1995 in Hanau abgehalten. In Hanau gibt es zwei American-Football-Teams, die Hanau Hornets Saison: 1999/2000 und die Hanau Ravens Saison: 2017 in der Verbandsliga Mitte. Die Basketball-Mannschaft White Wings Hanau spielte in der Saison 2016/2017 in der ProA, der zweithöchsten Liga in Deutschland. Der 1. Hanauer THC hat über 1200 aktive Mitglieder. Außerdem hat Hanau mit dem TFC 1869 Hanau einen der ältesten Fechtvereine Deutschlands. Des Weiteren existieren in Hanau drei traditionsreiche Rudervereine: die Hanauer Rudergesellschaft 1879, der Hanauer Ruderclub Hassia sowie der Ruderclub Möve Großauheim. In Hanau findet daher in regelmäßigen Abständen der Landesentscheid „Jugend trainiert für Olympia“ im Rudern statt. Der Golfplatz in Hanau an der Wilhelmsbader Kuranlage gehört zu den renommiertesten Anlagen in Deutschland.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Hanau

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