Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin
Alt-Köpenick 21
12555 Berlin

http://www.berlin.de/ba-treptow-koepenick/

Bezirk Treptow-Köpenick

Treptow-Köpenick ist der neunte Verwaltungsbezirk von Berlin und hatte Einwohner per .

Der Bezirk entstand nach der Verwaltungsreform 2001 durch die Zusammenlegung der zuvor eigenständigen Bezirke Treptow und Köpenick.

Das im Südosten gelegene Treptow-Köpenick ist der flächengrößte der zwölf Berliner Bezirke und weist eine verhältnismäßig günstige Sozialstruktur auf. Berlins größter See, der Müggelsee, liegt in der Gegend.

Internationale Bedeutung hat der Standort durch sein Innovations- und Technologiezentrum in Adlershof.

Geografie

Der Bezirk Treptow-Köpenick liegt im Südosten von Berlin. Es ist der östlichste und zugleich südlichste Bezirk der Stadt. Der östlichste Ortsteil ist Berlin-Rahnsdorf, der südlichste Berlin-Schmöckwitz.Treptow-Köpenick grenzt im Norden an die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf. Im Westen grenzt es an Neukölln. Im Süden und Osten teilt sich der Bezirk eine Grenze mit dem Bundesland Brandenburg.

Etwa 70 % des Areals bestehen aus Wasser wie dem Müggelsee und dem Zeuthener See, Wald, Parks, Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten. Der Bezirk verfügt mit 12,9 % über die größte Wasserfläche und mit 41,5 % über die größte Waldfläche aller Berliner Bezirke. 36,4 % der gesamten Wasserfläche und 42,9 % der totalen Waldfläche Berlins entfallen auf diesen Bezirk. Des Weiteren liegt in diesem Bezirk Köpenick, der größte Ortsteil Berlins, mit einer Fläche von 34,92 km².

Naturdenkmale

Ortsteile

Ortsteil und Ortslagen Fläche (km²) Ein­wohner
Ein­wohner
pro km²
Lage
0901 Alt-Treptow 2,31
0902 Plänterwald 3,01
0903 Baumschulenweg
  • Späthsfelde
4,82
0904 Johannisthal 6,54
0905 Niederschöneweide
  • Oberspree
3,49
0906 Altglienicke
  • Falkenberg
7,89
0907 Adlershof
  • Wendenheide
6,11
0908 Bohnsdorf
  • Falkenhorst
  • Falkenberg
6,52
0909 Oberschöneweide 6,18
0910 Köpenick
  • Altstadt
  • Dammfeld
  • Dammvorstadt
  • Elsengrund
  • Kämmereiheide
  • Kietz
  • Kietzer Feld
  • Köllnische Vorstadt
  • Piepertswinkel
  • Salvador-Allende-Viertel
  • Spindlersfeld
  • Uhlenhorst
  • Wendenschloß
  • Wolfsgarten
34,92
0911 Friedrichshagen
  • Hirschgarten
14,02
0912 Rahnsdorf
  • Hessenwinkel
  • Wilhelmshagen
21,45
0913 Grünau 9,13
0914 Müggelheim
  • Ludwigshöhe
  • Siedlung Schönhorst
22,22
0915 Schmöckwitz
  • Karolinenhof
  • Rauchfangswerder
  • Schmöckwitzwerder
17,14

Von der Bezirksverwaltung wird auch eine Einteilung nach Bezirksregionen gewählt und hat jeweils Kurzprofile bereitgestellt.

Geschichte

Bereits zur Zeit der Slawen, die der Stadt mit Copnic (Inselort) den Namen gaben, entstanden am Zusammenfluss von Dahme und Spree Burgen und Siedlungen. Im Jahr 1209 findet sich die erste Erwähnung in Dokumenten unter dem Namen Copenic. Als Hauptburg und Hauptansiedlung des slawischen Stammes der Sprewanen unter ihrem Fürsten Jaxa von Köpenick (* vor 1125; † Februar 1176) wurde es zum Besiedlungszentrum des Köpenicker Raums.

1920–2000

Mit der Bildung Groß-Berlins entstand im Grunde nördlich der Spree der Verwaltungsbezirk Cöpenick aus den Orten: Bohnsdorf, Carolinenhof, Cöpenick, Friedrichshagen, Grünau, Hessenwinkel, Hirschgarten, Müggelheim, Rahnsdorf, Rauchfangswerder, Schmöckwitz, Wilhelmshagen. Vorrangig südlich der Spree wurde der Verwaltungsbezirk Treptow aus Adlershof, Alt-Glienicke, Johannisthal, Niederschöneweide, Oberschöneweide, Treptow, Wuhlheide gebildet. Die Ortslagen und Ortsteile von 1920 wurden, insbesondere 1938, umgeordnet.

In der Nachkriegszeit gehörte das Gebiet der Bezirke Treptow und Köpenick bis zur deutschen Wiedervereinigung zu Ost-Berlin.

Seit 2001

Die bis zur Verwaltungsreform 2001 eigenständigen Bezirke Treptow und Köpenick wurden vereint. Sie nehmen seitdem fast 19 % der gesamten Stadtfläche Berlins von rund 892 km² ein. Damit ist Treptow-Köpenick der flächenmäßig größte Berliner Bezirk.

Bevölkerung

Nach dem Bezirk Spandau hat Treptow-Köpenick die geringste Einwohnerzahl aller Berliner Bezirke. Mit Stand betrug diese Personen.

Bedingt durch den hohen Anteil von Wasser- und Waldflächen an der Gesamtfläche von 168,4 Quadratkilometern, lag somit am Stichtag die durchschnittliche Bevölkerungsdichte bei Einwohnern pro Quadratkilometer und ist damit der niedrigste Wert aller Berliner Bezirke. Siehe hierzu auch: Liste der Bezirke und Ortsteile Berlins.

Am 31. Dezember 2016 lag der Ausländeranteil bei 7,7 %, während der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund bei 12,3 % lag. Die Arbeitslosenquote bezifferte sich am 30. April 2013 auf 10,1 %. Am 31. Dezember 2016 betrug das Durchschnittsalter der Bevölkerung 45,0 Jahre.

In Treptow-Köpenick gab es 2014 rund 134.000 Wohnungen (Berlin: 1.892.000). Das mittlere monatliche Haushaltsnettoeinkommen lag im selben Jahr bei etwa 1825 Euro (Berlin: 1750 Euro).

Im Jahr 2016 wurden in Berlin die meisten Wohnungen im Bezirk Treptow-Köpenick gebaut. Insgesamt wurden rund 2.000 Wohneinheiten (Berlin: 13.842) neu errichtet.

Wirtschaft

Im Ortsteil Alt-Treptow steht im Treptowers-Gebäudekomplex das höchste Berliner Bürohaus mit 31 Etagen.

Wissenschaftsstandort

Der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof, auch WISTA genannt, liegt im Ortsteil Adlershof und gilt mit rund 1000 Unternehmen (Stand: Ende 2016) und etwa 15.000 Mitarbeitern als einer der größten Technologieparks Deutschlands. In den Studios des WISTA Geländes wird u. a. die Fernsehsendung Anne Will der ARD produziert. Bis 2017 wurden hier Sendungen der Unterhaltungsshow Circus HalliGalli aufgezeichnet.

Unternehmen

  • BAE Batterien
  • Berlin-Chemie AG (Menari)
  • McDonald’s Deutschland Inc.
  • Allianz Versicherungs-Aktiengesellschaft
  • 50Hertz Transmission GmbH

Infrastruktur

Individualverkehr

Die Autobahnen A 113 und A 117 sowie die B 96a führen durch den Bezirk Treptow-Köpenick. Das Adlergestell (11,9 Kilometer) ist Berlins längste Straße.

Öffentlicher Personennahverkehr

Die S-Bahn-Linien S3, S41, S42, S45, S46, S47, S8, S85 und S9 erschließen den Bezirk für den ÖPNV.

Energieversorgung

Das Blockheizkraftwerk Berlin-Köpenick ist ein Blockheizkraftwerk nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung im Ortsteil Köpenick. Das Kraftwerk erbringt eine elektrische Leistung von 10 MW sowie eine thermische Leistung von 50 MW.

Politik

Bezirksverordnetenversammlung

In der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Treptow-Köpenick saßen nach der Wahl 2011 sechs Parteien. Stärkste Kraft wurde die SPD (29,7 %), gefolgt von der Linken (23,8 %), der CDU (15,3 %), Grünen (10,9 %) und der Piraten (9,2 %).

Bezirksbürgermeister ist gegenwärtig (Stand: 2016) der SPD-Politiker Oliver Igel, sein Stellvertreter Gernot Klemm (Die Linke). Neben dem Bezirksbürgermeister stellt die SPD im Bezirksamt einen weiteren Stadtrat, AfD und CDU stellen je einen Stadtrat.

Städtepartnerschaften

Der Bezirk pflegt Beziehungen zu Städten und Kommunen in Deutschland, Europa und auf dem amerikanischen Kontinent. Einige der Partnerschaften pflegten bereits die früheren Einzelbezirke Treptow und Köpenick und werden vom fusionierten Bezirk Treptow-Köpenick fortgesetzt. Neben den offiziellen Partnerstädten und -kommunen kooperiert der Bezirk im Rahmen ganz konkreter Projekte mit weiteren europäischen Städten.

Köln, Deutschland, seit 1990
East Norriton Township, Vereinigte Staaten, seit 1991
Mokotów (Bezirk in Warschau), Polen, seit 1993
Odernheim am Glan, Deutschland, seit 1997
Albinea, Italien, seit 1997/1998
Cajamarca, Peru, seit 1998
Mürzzuschlag, Österreich, seit 2002
Olomouc, Tschechien, seit 2002
Subotica, Serbien, seit 2002
Izola, Slowenien, seit 2002
Veszprém, Ungarn, seit 2002

Wappen

Das heutige Wappen wurde am 21. September 2004 durch den Senat von Berlin verliehen und ist aus den vorherigen Wappen der Ortsteile Treptow und Köpenick hervorgegangen und führte die verschiedenen stilistischen Elemente zusammen.

Blasonierung: In Blau ein grünes Taukreuz mit getatzten Enden, versehen mit einem goldenen Stabbord, begleitet von zwei nach innen gewendeten aufrecht stehenden silbernen Fischen. Das Taukreuz belegt mit einem goldenen Schlüssel mit linksgewendetem Bart und 7 vierstrahligen Sternen (4:2:1). Auf dem Schild ruht eine rote dreitürmige Mauerkrone, deren mittlerer Turm mit dem Berliner Wappenschild belegt ist.

Wappenbegründung: Das Wappen des Bezirks Treptow-Köpenick wurde aus den Elementen der vorher bestehenden Wappen der Bezirke Treptow und Köpenick erstellt. Das Wappen Köpenicks übte hierbei einen größeren Einfluss aus, da es deutlich älter ist als das Wappen Treptows. Das Wappen der Stadt Köpenick ist bereits im 14. Jahrhundert belegt und zeigte schon in jener Zeit einen Schlüssel und zwei silberne Fische auf blauem Schild als Verweis auf den hl. Petrus den Schutzpatron der Fischer, sowie sieben Sterne. Auf den Bezirk Treptow verweist eine T-förmige Schildteilung mit grüner Tingierung, der die vorherrschende Farbe des Treptower Wappens und deren Darstellung von Bäumen aufgreift und dabei auf den Waldreichtum hinweist. Bei der Gründung des Bezirks im Rahmen der Bezirksreform 2001 wurden zuerst beide alten Wappen der verheirateten Bezirke gemeinsam hoheitlich geführt – im Rahmen der Wappenfindung wurde drei Jahre später der Entwurf des Heraldikers Frank Diemar als einheitliches Wappen angenommen. Die Mauerkrone ist das verbindende Element aller Berliner Bezirke.

Innere Sicherheit

Der Dienststab der Bundespolizeidirektion Berlin hat seinen Sitz in Oberschöneweide. Er ist für die Bundesländer Berlin und Brandenburg zuständig und mit rund 3700 Mitarbeitern besetzt (Stand: 2017). Der Stab gliedert sich in die drei Bereiche Einsatz, Polizeitechnik / Materialmanagement und Verwaltung sowie in vier Stabsstellen (Innenrevision, Controlling / Qualitätsmanagement, Projektgruppe BER und Öffentlichkeitsarbeit / Beschwerdemanagement). Außerdem sind dem Stab zwölf Inspektionen nachgeordnet.

Bildung

Schulen

(Auswahl)
  • Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Berlin
  • Gebrüder-Montgolfier-Gymnasium
  • Emmy-Noether-Oberschule

Hochschulen

  • Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW)
  • Sechs Institute der Humboldt-Universität zu Berlin (Chemie, Informatik, Mathematik, Physik, Psychologie, Geografie)
  • Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin

Forschung

  • Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie, Betreiber des BESSY-Synchrotron
  • Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik

Sport

Der Fußballverein 1. FC Union Berlin wurde 1966 gegründet und hat heute über 16.000 eingetragene Mitglieder (Stand: 2017). Die Heimspiele des Klubs werden im Stadion An der Alten Försterei in Köpenick ausgetragen.

Die Regattastrecke Berlin-Grünau ist eine der traditionsreichen Wassersportgebiete in Berlin. Wettkämpfe im Rudern, Kanurennsport, Kanupolo und Drachenbootfahren werden hier ausgetragen. Die ADAC-Motorboot Masters, eine Rennserie für Motorboote, werden ebenfalls in Grünau abgehalten.

Der Mellowpark zählt zu den größten Skateboard- und BMX-Parks in Europa. Beachvolleyballfelder, ein Bolzplatz und Basketballplätze gehören auch zu dem Freizeitgelände des Parks.

Der Berlin-Triathlon, auch Hauptstadttriathlon genannt, findet jedes Jahr Anfang Juni in Treptow statt.

Jochen Schümann, geboren in Köpenick, wurde der erfolgreichste deutsche Olympionike im Segelsport. Seine Laufbahn begann er mit einem selbstgebauten Optimisten auf dem Müggelsee und als Mitglied des Yachtclubs Berlin-Grünau. Er gewann drei Gold- und eine Silbermedaille bei vier Olympischen Spielen.

Kultur

Bäder

  • Strandbad Müggelsee (einschließlich FKK-Bereich)

Bauwerke

  • Sowjetisches Ehrenmal im Treptower Park
  • Schloss Köpenick
  • Müggelturm
  • Archenhold-Sternwarte
  • Funkhaus Nalepastraße

Veranstaltungen, Kinos und Klubs

  • Volksfest „Treptow in Flammen“
  • Weihnachtssingen des 1. FC Union Berlin
  • Kindl-Bühne Wuhlheide, Freilichtbühne für Sommer-Konzerte
  • Club der Visionaere
  • Liste der Kinos im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick

Kunst

  • Der Streich des Hauptmanns von Köpenick ergab einen lokalen Begriff für diese Eulenspiegelei: die Köpenickiade. Das Zuckmayer-Bühnenstück Der Hauptmann von Köpenick wurde am historischen Ort im Saal des Köpenicker Rathauses gespielt. Es gab Aufführungen im Ratskeller und 2015 kam eine Musicalfassung im Rathaushof hinzu. Für Filme wurde dieses Ereignis mehrfach gedreht, beispielsweise der Film aus dem Jahr 1956 in Regie von Helmut Käutner und mit Heinz Rühmann in der Titelrolle. 1997 war das Rathaus selbst Drehort. Die Aufzüge vor dem Rathauseingang wurden allerdings abgesetzt.
  • Teile des Vampirfilms Wir sind die Nacht (2010) wurden auf dem ehemaligen Vergnügungsgelände Spreepark gedreht.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Bezirk Treptow-Köpenick

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