Strassen
Einrichtungen
Aschaffenburg
Navigation
Deutschlandkarte
Stadtplan Aschaffenburg
Stadt Aschaffenburg
Dalbergstraße 15
63739 Aschaffenburg

http://www.aschaffenburg.de

Aschaffenburg

160pxAbb. 1 Wappen von Aschaffenburg
Basisdaten
Bundesland Bayern
Höhe 138 m
PLZ 63739, 63741, 63743
Vorwahl 06021, 06028
Gliederung 10 Stadtteile
Adresse der Verwaltung Dalbergstraße 15
63739 Aschaffenburg
Website www.aschaffenburg.de
Oberbürgermeister Jürgen Herzing (SPD)
Aschaffenburg ({{IPA|aˈʃafn̩ˌbʊɐk}}, , lokal: Aschebersch {{IPA|ˈaʒəˌbɛːʃ}}) ist eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken, Teil der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main, größte Stadt der Region Bayerischer Untermain und nach Würzburg die zweitgrößte Stadt im Regierungsbezirk Unterfranken. Die Stadt ist Sitz des Landratsamtes Aschaffenburg und der Technischen Hochschule Aschaffenburg.

Geografie

Geografische Lage

Aschaffenburg liegt an der Nordwestecke des Mainvierecks an der Mündung der Aschaff in den Main und am Westrand des Spessarts.Das Stadtgebiet ist auf drei Seiten vom Landkreis Aschaffenburg umgeben und grenzt im Süden an den Landkreis Miltenberg. Der höchste Geländepunkt liegt bei am Westhang des Pfaffenberges an den Grenzen der vorgenannten Landkreise . Die niedrigste Stelle liegt bei im Unterwasser der Staustufe Obernau.

; GeologieDas Mineral Aventurin-Quarz findet sich in Europa nur an ein paar Stellen, nämlich in der Nähe von Aschaffenburg und in Österreich bei Mariazell in der Steiermark. Ansonsten findet man es in Europa in größerem Maße besonders am Ural.

Stadtgliederung und -umgebung

Maßgeblich für die statistische Einteilung der Stadt Aschaffenburg nach Stadtteilen ist die Kleinräumige Gliederung 2010. Nach der Kleinräumigen Gliederung 2010 werden die Einwohnerzahlen (Wohnbevölkerung) der Stadtteile und ihre flächenmäßige Größe bestimmt. Am 31. Dezember 2018 hatte Aschaffenburg 70.527 Einwohner. Aschaffenburg gliedert sich in zehn Stadtteile, die an diesem Tag folgende Einwohnerzahlen aufwiesen:

  • Stadtmitte, bestehend aus den Stadtteilen Stadtmitte/Innenstadt und Stadtmitte/Aschaffenburg-Ost: 26.043 Einwohner, 841 ha
  • Damm: 13.681 Einwohner, 731 ha
  • Schweinheim: 10.745 Einwohner, 1598 ha
  • Nilkheim: 5.386 Einwohner, 802 ha
  • Obernau: 4.932 Einwohner, 810 ha
  • Leider: 3.428 Einwohner, 317 ha
  • Strietwald: 3.261 Einwohner, 755 ha
  • Österreicher Kolonie: 1.656 Einwohner, 32 ha
  • Gailbach: 1.714 Einwohner, 316 ha
  • Obernauer Kolonie: 968 Einwohner, 45 ha

An das Stadtgebiet von Aschaffenburg grenzen folgende Gemeinden (im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend): Johannesberg, Glattbach, Goldbach, Hösbach, Haibach, Bessenbach, Sulzbach am Main, Niedernberg, Großostheim, Stockstadt am Main, Mainaschaff und Kleinostheim.

Name

Etymologie

Es wird fälschlicherweise oft angenommen, dass der Name Aschaffenburg von Ascanius abstammt. Der ursprüngliche Name Ascafaburc setzt sich aber aus den Wörtern ascafa, das den Fluss Aschaff beschreibt (siehe dazu Name der Aschaff) und dem althochdeutschen burch, für Burg, zusammen.

Frühere Schreibweisen

Frühere Schreibweisen der Stadt aus diversen historischen Karten und Urkunden:

  • um 700 ascapha(burg)
  • 976 Ascafaburc
  • 982 Ascafaburg
  • 1131 Aschapheneburch
  • 1143 Aschafenburc
  • 1173 Aschaffenburg
  • latinisiert: Schaffnaburgum

Geschichte

Mittelalter

Aschaffenburg wurde im 5. Jahrhundert von den Alemannen gegründet, erste Siedlungshinweise finden sich bereits aus der Steinzeit.

Um 957 "gründeten" Herzog Liudolf von Schwaben und seine Frau Ida das Kollegiatstift St. Peter und Alexander. Als kirchliche Institution, wenn auch noch nicht in Form eines Kollegiatstifts, existierte die Klerikergemeinschaft bereits weit früher. 982 gingen Stadt und Stift Aschaffenburg als Schenkung von Herzog Otto (mit Zustimmung Kaiser Ottos II.) an das Erzstift Mainz (Erzbischof Willigis) über.Seit dem 10. Jahrhundert bis zum Reichsdeputationshauptschluss im Jahre 1803 gehörte Aschaffenburg zum Mainzer Kurfürstentum und war damals die Zweitresidenz der Mainzer Erzbischöfe. Das vom Erzstift Mainz weltlich beherrschte Territorium war im gesamten Mittelalter und in der Frühen Neuzeit sehr stark fragmentiert. Der größte zusammenhängende Teil („Oberes Erzstift“) befand sich um Aschaffenburg herum im Bereich des heute so genannten Bayerischen Untermain. Deshalb war die Stadt ein bedeutender Verwaltungssitz und häufiger Aufenthaltsort der Erzbischöfe und Kurfürsten.

Vermutlich 869 gab es schon ein Kapelle, an der Stelle, wo heute die Stiftskirche St. Peter, später St. Peter und Alexander steht. Denn hier fand die Hochzeit zwischen König Ludwig III und der sächsischen Grafentochter Liutgard statt. 989 ließ der Erzbischof von Mainz, Willigis, eine erste Holzbrücke über den Main bauen. Um 1122 befestigte der Erzbischof Adalbert I. von Saarbrücken die Siedlung bzw. erneuerte deren Befestigung. 1144 erhielt Aschaffenburg das Marktrecht und 1161 Stadtrechte. Noch vor 1346 entstand die Ummauerung der Vorstadt um die Agathakirche. Im selben Jahr bestätigte Erzbischof Heinrich III. von Virneburg die Privilegien der Stadt.

Aschaffenburg war Mitglied des Rheinischen Städtebundes von 1254/57 und von Anfang des 14. Jahrhunderts bis 1526 Mitglied des Neunstädtebundes im mainzischen Oberstift.

Neuzeit

Der Erzbischof und Kurfürst von Mainz, Albrecht von Brandenburg, residierte ursprünglich nicht in Mainz, sondern in Halle (Saale). Schon dort wirkte Albrecht als Mäzen der bildenden Kunst und beauftragte im großen Umfang insbesondere Lucas Cranach den Älteren. Als Albrecht 1541 infolge der Reformation Halle verließ und seine Residenz nach Aschaffenburg verlegte, nahm er viele seiner der Kirche gestifteten Kunstschätze mit. Auf diese Weise kamen mehrere Cranach-Bilder und ein Reliquien-Kalender – zu jedem Tagesheiligen wurde eine Reliquie gesammelt – in den Besitz der Aschaffenburger Stiftskirche St. Peter und Alexander. Von Aschaffenburg aus führte Albrecht den berühmten Schriftwechsel mit Martin Luther zum Ablasshandel. Die Stiftsherren von St. Peter und Alexander beauftragten 1516 „Mathis, den Maler“ (heute bekannt als Matthias Grünewald) mit dem Malen von Altarbildern. Nach der Zerstörung der alten Johannisburg im Markgräflerkrieg von 1552 ließ Johann Schweikhard von Kronberg in den Jahren 1605 bis 1619 das Schloss Johannisburg errichten.

Ab 1596 kam es in der Regierungszeit des Erzbischofs und Kurfürsten Johann Adam von Bicken und der seines Nachfolgers Johann Schweikhard von Kronberg auch in Aschaffenburg zu Hexenprozessen, die zu mehreren hundert Hinrichtungen auf dem Scheiterhaufen führten. So wurden am 19. Dezember 1611 zwei vermeintliche Hexen enthauptet und verbrannt: Margarethe Rücker, die Wirtin der Gastwirtschaft Goldener Karpfen und Elisabeth Strauß, vulgo die Kreuzschneiderin.

Von 1631 bis 1634 war Aschaffenburg Bestandteil des Schwedischen Staates in Mainz.

Das Stift war um 1700 im Kanton Odenwald des Ritterkreises Franken immatrikuliert. Nach der Eroberung der Stadt Mainz durch Frankreich 1798 wurde Aschaffenburg Sitz der Regierung des Erzstiftes Mainz. 1803 wurde für den letzten Kurfürsten von Mainz und Kanzler des alten Reiches, Karl Theodor von Dalberg, das Fürstentum Aschaffenburg geschaffen und Aschaffenburg zu dessen Hauptstadt. 1810 ging das Fürstentum Aschaffenburg im Großherzogtum Frankfurt auf und Aschaffenburg wurde Verwaltungssitz des Distrikts und des Departements Aschaffenburg. Bis zu seinem Abdanken am 28. Oktober 1813 zugunsten des Thronfolgers Eugène de Beauharnais residierte Großherzog Karl Theodor von Dalberg meist im Schloss Johannisburg.

Infolge des Pariser Vertrages vom 3. Juni 1814 kam Aschaffenburg am 26. Juni 1814 zu Bayern, wozu es seitdem gehört. 1835 bis 1865 war Adalbert von Herrlein Bürgermeister von Aschaffenburg. Während seiner Amtszeit kam es zu einem raschen Anstieg der Einwohnerzahlen. 1840 bis 1848 ließ König Ludwig I. von Bayern das Pompejanum errichten. Während des Deutschen Krieges fanden in Aschaffenburg am 14. Juli 1866 Kampfhandlungen statt (siehe Gefechte bei Aschaffenburg).

Revolution 1918/19

Im Zuge der Novemberrevolution wurde am 9. November 1918, dem Tag der Ausrufung der Republik in Deutschland, in Aschaffenburg ein Arbeiter- und Soldatenrat gebildet, wobei die in der Stadt vorhandenen Behörden bestehen blieben. Nach dem Mord an Bayerns Ministerpräsident Kurt Eisner verhängte dieser Arbeiter- und Soldatenrat am 23. Februar 1919 den Belagerungszustand über die Stadt, der schon drei Tage daraufwieder aufgehoben wurde. An diesem 26. Februar verweigerten zudem die Aschaffenburger Pfarreien das zum Gedenken an Eisner angeordnete Glockenläuten. Am 7. April wurde in Aschaffenburg wie in München und anderen bayerischen Städten die Bayerische Räterepublik ausgerufen. Am 9. April wendete sich das in Aschaffenburg stationierte Jägerbataillon gegen die Bayerische Räterepublik. Nach einem Ultimatum des Würzburger Generalkommandos der Bayerischen Armee ging dank Verhandlungen die Zeit der Räterepublik in Aschaffenburgohne Blutvergießen zu Ende. Am 26. Mai wurden die führenden Köpfe der Räterepublik Rudolf Hartig, Jean Stock, Stefan Eser und Peter Pfarrer wegen Beihilfe zum Hochverrat zu Festungshaft zwischen eineinviertel und zwei Jahren verurteilt.

Jüdische Gemeinde

700 Jahre lang waren jüdische Familien in der Stadt ansässig. Die Aschaffenburger Juden begruben ihre Verstorbenen, wie auch Juden der näheren und weiteren Umgebung, zunächst in Frankfurt und seit Beginn des 18. Jahrhunderts auf dem Jüdischen Friedhof (Bezirksfriedhof) im Stadtteil Schweinheim. Dort wird mit einem Gedenkstein sieben jüdischer Bürger gedacht, die vor ihrer drohenden Deportation 1942 durch Suizid starben.

Im Jahr 1890 entstand, an den Altstadtfriedhof angrenzend, ein weiterer jüdischer Friedhof. Von jüdischem Leben zeugt zudem das ehemalige Schul- und Rabbinerwohnhaus am Wolfsthalplatz, das die Jüdische Gemeinde 1898 an Stelle ihrer, um das Jahr 1698 gebauten und 1887 niedergelegten Synagoge errichtet hat. Der 1893 neu errichtete Synagogen-Neubau wurde beim Novemberpogrom 1938 von SA-Männern geschändet und zerstört. Im alleine erhalten gebliebenen ehemaligen Rabbinatsgebäude wurde nach einer Nutzung u. a. als Städtisches Jugendhaus 1984 von der Stadt Aschaffenburg das „Museum jüdischer Geschichte und Kultur“ eingerichtet. In einer Dauerausstellung wird hier auch über die Verfolgung und Ermordung in der Shoa informiert.

Auf dem nach dem wohltätigen jüdischen Bankier Wolfsthal benannten Platz erinnert eine Gedenktafel an die Verfolgung und an den Mord an ungefähr 300 Aschaffenburger Juden. Weiterhin werden in Aschaffenburg Stolpersteine als Mahnmal gelegt. In Aschaffenburg gab es von 1925 bis zum Verbot jüdischer Logen eine B’nai-B’rith-Loge namens Philo-Loge. Ihr Logenheim, Lamprechtstraße 21 (heute Hausnummer 37), wurde am 3. November 1935 als Andreas-Bauriedl-Haus zum Sitz der NSDAP-Kreisleitung.

Zweiter Weltkrieg

Aschaffenburg war von 1940 bis März 1945 das Ziel von 20 Luftangriffen der Westalliierten. Am 21. November 1944 warf die Royal Air Force 14 Tonnen Sprengbomben auf große Teile von Aschaffenburg, besonders im Stadtteil Damm. Etwa die Hälfte der Aschaffenburger wurde obdachlos, 344 Menschen starben.

Bei Herannahen der US-Armee im Frühjahr 1945 wurde Aschaffenburg zur „Festung“ erklärt und sollte unter allen Umständen gehalten werden. Major Emil Lamberth wurde zum Festungskommandanten ernannt.Als US-General Robert T. Frederick bemerkte, dass der Widerstand dortiger Kämpfer stärker als andernorts war, befahl er seinem 157. Infanterie-Regiment systematischen Artilleriebeschuss und Luftangriffe auf Aschaffenburg und Dörfer in der Umgebung, um beim darauffolgenden Häuserkampf möglichst wenige eigene Soldaten zu verlieren.

Die US-Truppen erreichten über die unzerstört gebliebene Nilkheimer Eisenbahnbrücke den Stadtteil Schweinheim und drangen nach Tage währenden Gefechten in der Karwoche 1945 in die Innenstadt vor. Nach den Zerstörungen des Luftkrieges wurden auch durch Artilleriebeschuss bei der Einnahme der Stadt so bedeutende Kultur- und Baudenkmäler wie das Schloss Johannisburg und das Pompejanum noch schwerer beschädigt beziehungsweise zerstört. Nach neuntägiger Verteidigung kapitulierte die Stadt am 3. April 1945.

Nach 1945

In den ersten Nachkriegsjahren wurden die zerstörten Kirchen wiederhergestellt, ab 1954 das Schloss und ab 1984 das Pompejanum – Bauwerke, die aus dem Bild der Stadt nicht wegzudenken sind. Andere wertvolle Gebäude, wie das Deutschordenshaus, wurden nur in Teilen wieder aufgebaut. Vom historischen Rathaus wurde lediglich der Portikus in das Sitzungsgebäude des neuen Rathauses integriert. Erst auf Betreiben einer Bürgerinitiative wurde 1995 das in den 1920er Jahren freigelegte Fachwerk des Hauses zur weißen Taube, genannt Löwenapotheke, rekonstruiert. Der Bassenheimer und der Dalberger Hof blieben für immer verloren.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehörte Aschaffenburg zur Amerikanischen Besatzungszone. Die US-Militärverwaltung richtete zur Unterbringung so genannter Displaced Persons (DP) ein DP-Lager ein. Die meisten von ihnen stammten aus der Ukraine und aus Polen. Die Aschaffenburger Kasernenanlagen aus der Zeit der Monarchie und vor allem des Dritten Reiches wurden während des Kalten Krieges von der US-Armee belegt.

Am 9. Juli 1958 wurde die Anschlussstelle Aschaffenburg-Zentrum der Autobahn A3 dem Verkehr übergeben. Im selben Jahr erhielt die Stiftskirche St. Peter und Alexander den päpstlichen Titel Basilika minor, wurde also zur Stiftsbasilika St. Peter und Alexander. Im Jahre 1978 initiierte Guido Knopp einen Geschichtsdiskurs, die bis 2008 jährlich stattfindenden Aschaffenburger Gespräche.

In den Jahren 1990 bis 1992 wurden folgende US-Militärbasen geschlossen: Taylor Barracks (ehemaliges Heeresverpflegungsamt, Goldbacher Straße), Aschaffenburg Army Airfield (Militärflugplatz, Mainwiesenweg), Fiori Barracks (ehemalige Pionierkaserne, Christian-Schad-Straße), Graves Barracks (ehemalige Bois Brule-Kaserne, Bayreuther Straße), Ready Barracks (ehemalige Artilleriekaserne, Josef-Dinges-Straße), Smith Barracks (ehemalige Lagarde-Kaserne, Am Funkhaus), Jaeger Kaserne (ehemalige Jägerkaserne, errichtet 1896, Würzburger Straße).

In der Jägerkaserne war bis zum Ersten Weltkrieg das 2. Königlich-Bayerische Jägerbataillon stationiert. 1995 eröffnete hier die Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt eine Außenstelle (in dieser Zeit Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt-Aschaffenburg). Bald darauf wurde die Außenstelle Aschaffenburg zur selbständigen Fachhochschule Aschaffenburg (heute Technische Hochschule Aschaffenburg).

2007 wurde das militärische Übungsgelände in den Stadtteilen Schweinheim und Gailbach an die Eigentümer zurückgegeben.

Eingemeindungen

In die kreisfreie Stadt Aschaffenburg wurden eingemeindet:

  • am 1. März 1901: die Gemeinde Leider
  • am 1. Juli 1901: die Gemeinde Damm
  • am 1. April 1939: die Gemeinde Schweinheim
  • am 1. April 1975: die Gemeinde Gailbach
  • am 1. Mai 1978: die Gemeinde Obernau

Einwohnerentwicklung

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit wuchs die Bevölkerung von Aschaffenburg nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. So musste die Stadt Einwohnerverluste hinnehmen während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) und nach einem Ausbruch der Pest im Jahre 1635.

Vor der Einnahme von Mainz durch General Custine (1792) hatte Aschaffenburg nur etwas mehr als 3000 Einwohner. Spätestens mit der Okkupation des linken Rheinufers durch Frankreich als Folge des Friedens von Campo Formio übersiedelten großer Teile des Mainzer Hofstaates endgültig nach Aschaffenburg. Hinzu kamen zahlreiche sonstige Emigranten aus Mainz und den übrigen linksrheinischen Gebieten. Die Einwohnerzahl erhöhte sich bis 1812 auf ca. 6.600. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert setzte sich das Bevölkerungswachstum fort. Um 1900 lebten ca. 18.000 Menschen in der Stadt.

Deutlich sichtbar sind die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges. Nach über 20 alliierten Luftangriffen zwischen September 1940 und März 1945 lag der größte Teil der Stadt in Schutt und Asche. Allein beim schwersten Angriff am 21. November 1944 starben 344 Menschen. Insgesamt verlor Aschaffenburg durch Evakuierung, Flucht und Luftangriffe ein Drittel seiner Bewohner (14.518 Personen). Die Bevölkerungszahl sank von 45.379 im Jahre 1939 auf 30.861 im Dezember 1945. Im Jahre 1950 wurde der Vorkriegsstand wieder erreicht. Am 30. Dezember 2006 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Aschaffenburg nach Fortschreibung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung 69.863 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern) – historischer Höchststand.

Da die letzte Volkszählung, der Zensus 2011 die Einwohnerzahl in Deutschland insgesamt deutlich nach unten korrigierte, wurde auch die Einwohnerzahl Aschaffenburgs des 31. Dezember 2010 von 68.678 für den 9. Mai 2011 fortgeschrieben und dabei nach einem bestimmten Faktor pauschal auf 67.359 gesenkt. Bereits am 31. Dezember 2017 wurde mit 69.928 Einwohnern nicht nur der Stand von vor dem Zensus 2011, sondern auch der oben als historischer Höchststand bezeichnete Stand vom 30. Dezember 2006 deutlich überschritten.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Für die Jahre 1792 und 1812 handelt es sich um zeitnahe Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1668 1.526
1792 3.300
1812 6.590
1. Juni 1830 ¹ 6.800
1839/40 ¹ 9.497
3. Dezember 1858 ¹ 10.445
3. Dezember 1864 ¹ 10.700
3. Dezember 1867 ¹ 10.300
1. Dezember 1875 ¹ 10.800
1. Dezember 1880 ¹ 12.152
1. Dezember 1885 ¹ 12.393
1. Dezember 1890 ¹ 13.630
2. Dezember 1895 ¹ 15.831
1. Dezember 1900 ¹ 18.093
Jahr Einwohner
1. Dezember 1905 ¹ 25.891
1. Dezember 1910 ¹ 29.892
1. Dezember 1916 ¹ 26.957
5. Dezember 1917 ¹ 27.377
8. Oktober 1919 ¹ 32.199
16. Juni 1925 ¹ 34.056
16. Juni 1933 ¹ 36.260
17. Mai 1939 ¹ 45.379
31. Dezember 1945 30.861
29. Oktober 1946 ¹ 36.383
13. September 1950 ¹ 45.499
25. September 1956 ¹ 51.998
6. Juni 1961 ¹ 54.131
31. Dezember 1965 55.580
Jahr Einwohner
27. Mai 1970 ¹ 55.193
31. Dezember 1975 55.398
31. Dezember 1980 59.257
31. Dezember 1985 59.240
25. Mai 1987 ¹ 60.964
31. Dezember 1990 64.098
31. Dezember 1995 66.360
31. Dezember 2000 67.592
30. Juni 2005 68.798
30. Dezember 2006 69.863
31. Dezember 2008 68.747
31. Dezember 2009 68.722
31. Dezember 2010 68.678
9. Mai 2011 ¹ 67.359
Jahr Einwohner
31. Dezember 2011 67.470
31. Dezember 2012 67.681
31. Dezember 2013 67.844
31. Dezember 2014 68.167
31. Dezember 2015 68.986
31. Dezember 2016 69.187
31. Dezember 2017 69.928
31. Dezember 2018 70.527
31. März 2019 70.684
30. Juni 2019 70.768
30. September 2019 70.977

¹ Volkszählungsergebnis

Politik

Oberbürgermeister

Nach Wilhelm Matt, Wilhelm Wohlgemuth, Jean Stock, Vinzenz Schwind und Willi Reiland war Klaus Herzog (SPD) der sechste Oberbürgermeister der Stadt Aschaffenburg. Nachdem Herzog bereits in den Jahren 2000, 2006 und 2012 die Wahlen für sich entscheiden konnte, durfte er bei der Oberbürgermeisterwahl 2020 aus Altersgründen nicht mehr kandidieren. Da bei dieser Wahl die erforderliche absolute Mehrheit verfehlt wurde, traten die Kandidaten mit den beiden höchsten Stimmenzahlen, Jürgen Herzing (SPD) und Jessica Euler (CSU) in einer Stichwahl gegeneinander an. Aus dieser Entscheidung ging mit 66,6 % der Stimmen Jürgen Herzing als neuer Oberbürgermeister hervor.

Stadtrat

Der Aschaffenburger Stadtrat besteht aus 44 Mitgliedern. Seit der Kommunalwahl am 2. März 2008 hatte er folgende Zusammensetzung:
2008–2010: CSU SPD GRÜNE UBV* FDP KI** Gesamt
17 14 5 3 3 2 44
Leonie Kapperer, die für die Kommunale Initiative ins Stadtparlament eingezogen war, verließ diese kurz nach der Wahl und saß bis Ende 2010 als Parteilose im Stadtrat. Seit Dezember 2010 ist sie Mitglied der SPD-Fraktion, die seitdem auf 15 Mitglieder angewachsen ist.
2010–2014: CSU SPD GRÜNE UBV* FDP KI** Gesamt
17 15 5 3 3 1 44

Nach der Kommunalwahl am 16. März 2014 ergab sich folgende Sitzverteilung

2014–2019: CSU SPD GRÜNE UBV* FDP KI** ÖDP Gesamt
16 14 6 3 2 2 1 44

Im Juni 2019 wechselte Leonie Kapperer von der SPD zur ÖDP, was die folgende Sitzverteilung bewirkte:

2019–2020: CSU SPD GRÜNE UBV* FDP KI** ÖDP Gesamt
16 13 6 3 2 2 2 44
*Unabhängige Bürgervertretung  ** Kommunale Initiative

Bürgermeister und ab 1904 Oberbürgermeister

  • Christian Pfaff,1818–1824
  • Gottlieb Leo, 1824–1827 und 1831–1835
  • Franz Josef Feller, 1827–1831
  • Adalbert von Herrlein, 1835–1864
  • Bernhard Emil Vogler, 1864–1867
  • Magnus Will, 1867–1877
  • Friedrich Ritter von Medicus, 1877–1904
  • Wilhelm Matt (BVP), 1904–1933
  • Wilhelm Wohlgemuth (NSDAP), 1933–1945
  • Jean Stock (SPD), 1945
  • Vinzenz Schwind (CSU, ab 1952 Überparteiliche Einheitsliste), 1945–1970
  • Willi Reiland (SPD), 1970–2000
  • Klaus Herzog (SPD), 2000–2020
  • Jürgen Herzing (SPD), seit 1. Mai 2020

Der zweite Bürgermeister und Stellvertreter des Oberbürgermeisters wird alle sechs Jahre jeweils nach der Stadtratswahl vom Stadtrat gewählt. Im Jahre 2014 wurden eine zweite Bürgermeisterin (Jessica Euler, CSU) und ein dritter Bürgermeister (Jürgen Herzing, SPD) gewählt. Nach der letzten Stadtratswahl am 15. März 2020 hat noch keine entsprechende Wahl stattgefunden.

Wappen

Städtepartnerschaften

Städtepartnerschaften mit:

  • seit 1956: Perth (Schottland)
  • seit 1975: St. Germain-en-Laye (Frankreich)
  • seit 1996: Miskolc (Ungarn)

Vom 23. bis zum 25. Juni 2006 feierte die Stadt Aschaffenburg mit Perth das 50-jährige Jubiläum der gemeinsamen Partnerschaft. Zur Feier kam Provost („Bürgermeister“) Bob Scott mit einer größeren Delegation aus Perth und Umgebung in die deutsche Partnerstadt. Höhepunkt des Festes waren die in der Aschaffenburger Fasanerie veranstalteten Highland Games.

Städtesolidarität

  • seit 1991 besteht eine Städtesolidarität mit Villavicencio in Kolumbien

Patenschaft

  • Seit 1958 besteht eine Patenschaft für die aus Stadt und Kreis Graslitz (tschechisch: Kraslice) vertriebenen Sudetendeutschen

Dialekt und Mundart

In Aschaffenburg und seinen Stadtteilen werden, wie in den umgebenden Orten, verschiedene Varianten der Untermainländischen Dialekte gesprochen. Man spricht somit einen südhessischen und nicht, wie oft geglaubt, einen Unterfränkischen Dialekt. Die Aschaffenburger Mundart selbst unterscheidet sich auch von den angrenzenden untermainländischen Sprachgebieten, wie Kahlgründer oder Großostheimer Dialekt. Ein weithin bekannter Sprecher des Aschaffenburger Innenstadt-Dialektes ist der Kabarettist Urban Priol.

Der Aschaffenburger Mundartdichter Karl Reuß schreibt in der ersten Strophe seines Gedichtes in dem Band Ascheborjer Posse zu seiner Heimatstadt: O du mei liebes Ascheborg Du Städtsche wunnerbor Wie liegste drin im griene Tal, Sou schöi, sou sunnekloor!

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kirchen und Klöster

katholisch

  • Stiftskirche St. Peter und Alexander, Basilica minor
  • Heilig-Kreuz-Kapelle (Clemensheim)
  • Herz Jesu
  • Klinikkapelle Zum guten Hirten
  • Kapelle „Maria, Mutter der Kirche“ (Maria-Ward-Schule)
  • Schlosskapelle – St. Johannes der Täufer
  • Kapuzinerkirche St. Elisabeth
  • Maria Geburt (Schweinheim)
  • Sandkirche – Zur weißen Lilie
  • Spitalkirche St. Katharina
  • St. Agatha
  • Jesuitenkirche
  • St. Gertrud (Schweinheim)
  • St. Josef (Damm)
  • St. Kilian (Nilkheim)
  • St. Konrad (Strietwald)
  • St. Laurentius (Leider)
  • St. Michael (Damm)
  • St. Matthäus (Gailbach)
  • St. Pius
  • St. Peter und Paul (Obernau)
  • Unsere Liebe Frau (Muttergottespfarrkirche)
evangelisch
  • Christuskirche
  • Pauluskirche (Damm)
  • Lukaskirche (Leider)
  • Jakobuskirche (Nilkheim)
  • Matthäuskirche (Schweinheim)
  • Lutherkirche (Strietwald)
  • Thomaskirche (Aschaffenburg) (abgegangen)evangelisch-freikirchlich
  • Andreasgemeinde
  • Kirche für Aschaffenburg

griechisch orthodox

  • Katharinenspital

neuapostolisch

  • Neuapostolische Kirche Aschaffenburg

adventistisch

  • Adventgemeinde Aschaffenburg

baptistisch

  • Baptisten Gemeinde Aschaffenburg e.V.

Moscheen, Cem-Haus

  • Ayasofya Camii, Islamische Gemeinschaft Millî Görüş – Ortsverein Aschaffenburg e. V. (IGMG)
  • Kocatepe Camii, Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V. (DİTİB)
  • Masjid-Badr-Moschee, Islamischer Arbeiterverein e. V.
  • Othmane Moschee, Islamische Kulturgemeinschaft e. V.
  • Süleymaniye Merkez Camii, Bildungs- und Kulturverein Aschaffenburg e. V. (ehemals VIKZ e. V.)
  • Yeni Camii, Islamische Kulturgemeinschaft Aschaffenburg 1981 e. V.
  • Cem-Haus, Alevitische Gemeinde Aschaffenburg e. V.

Theater, Bühnen

  • Stadttheater, erbaut unter Großherzog Karl Theodor von Dalberg 1811 zu Zeiten des Großherzogtums Frankfurt, Spielstätte u. a. von „ab:art-theater“, „freies ensemble aschaffenburg“.
  • Bühnen
    • Colos-Saal, Musikclub, Auftritte von Stars vor allem der Musikrichtungen Jazz, Rock und Blues
    • Erthaltheater, Spielstätte von „mot – modernes theater aschaffenburg e. V.“
    • Jugendkulturzentrum, u. a. Veranstaltungen von „AbaKuZ e. V.“ – Initiative für ein alternatives Kulturzentrum; Vorträge, Konzerte, Lesungen etc.
    • Kabarett im Hofgarten, betrieben von Urban Priol in der ehemaligen Orangerie.
    • Ludwigstheater, Spielstätte der „actor’s company“
    • „Story Stage Märchentheater Aschaffenburg“
    • Zimmertheater, Spielstätte der „Jungen Bühne Aschaffenburg e. V.“

Veranstaltungshallen

  • Stadthalle am Schloss, Großer Saal, Kleiner Saal, Tagungscenter, zwei Konferenz- und zwei Seminarräume
  • f.a.n. frankenstolz arena (ehemals: Unterfrankenhalle): Funktionale Halle für sportliche und kulturelle Veranstaltungen.

Kinos

  • Casino, Programmkino mit einem mehrfach ausgezeichneten Filmprogramm
  • Kinopolis Aschaffenburg

Museen

  • Staatsgalerie Aschaffenburg im Schloss Johannisburg (I. Stock) ist Teil der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen mit einer bedeutenden Cranach-Sammlung.
  • Schlossmuseum Aschaffenburg mit Kunstwerken und historischen Zeugnissen aus sechs Jahrhunderten befindet sich im II. Stock von Schloss Johannisburg.
  • Christian Schad Museum, das dem Künstler Christian Schad gewidmet ist (Das Museum befindet sich im Bau).
  • Kunsthalle Jesuitenkirche mit wechselnden Ausstellungen zur Kunst der Klassischen Moderne und der Gegenwart.
  • Stiftsmuseum der Stadt Aschaffenburg, ein Museum für Vor- und Frühgeschichte, die Kunst des Mittelalters, der Renaissance und für die sakrale Kunst des Barock. Es befindet sich im ehemaligen Kapitelhaus des Stifts, ein Bau, der bis auf die Gründung des Stiftes im 10. Jahrhundert zurückreicht, und ist durch einen romanischen Kreuzgang baulich mit der Stiftskirche St. Peter und Alexander verbunden.
  • Naturwissenschaftliches Museum, dieses Museum verdankt seine Bedeutung vor allem der umfangreichen Sammlung von Insekten sowie einer repräsentativen Darstellung der Mineralogie und Geologie des Spessarts. Angesiedelt ist es im Schönborner Hof, der von der Familie Schönborn als Stadtpalais von 1673 bis 1681 errichtet wurde.
  • Museum jüdischer Geschichte und Kultur. Es befindet sich im ehemaligen Rabbinerhaus am Wolfsthalplatz. In der Dauerausstellung zur Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinde in Aschaffenburg zeigen historische Dokumente das Leben der jüdischen Gemeinde in Aschaffenburg von 1267 bis zur Zeit der Verfolgung im Nationalsozialismus.
  • Das Gentil-Haus wurde von dem Aschaffenburger Industriellen und Sammler Anton Gentil als Präsentationsort für seine umfangreiche Sammlung in den 1920er Jahren erbaut.
  • Neuer Kunstverein Aschaffenburg e. V. KunstLANDing, in der Landingstraße 16, mit Sonderausstellungen aktueller Kunst.
  • Künstlerhaus Walter Helm
  • Kirchnerhaus, Geburtshaus des Malers Ernst Ludwig Kirchner

Archive

  • Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg im Schönborner Hof

Bauwerke

  • Schloss Johannisburg (Renaissance) mit der Hofbibliothek
  • Stiftskirche St. Peter und Alexander mit spätromanischem Kreuzgang. Die Kirche hat den Status einer päpstlichen Basilika minor, an Kulturdenkmälern finden sich in ihrem Inneren u. a. eines der wenigen erhaltenen Kruzifixe im romanischen Stil sowie die Beweinung Christi von Matthias Grünewald.
  • Altstadtfriedhof Aschaffenburg (mit den Gräbern von Clemens Brentano und Wilhelm Heinse)
  • historische Altstadt (Denkmal-Ensemble Oberstadt auf dem Stifts-, Bad-, Schloss- und Jesuitenberg)
  • Bernhard-von-Trier-Gedenkstein der dankbaren Stadt Aschaffenburg zu Ehren des sagenhaften Kapuzinerpaters Bernhard von Trier (s. o.) in der Kleinen Schönbuschallee hinter der Willigisbrücke (Bildhauer: Otto Gentil, 1931).
  • Adelshöfe in Aschaffenburg
  • Rathaus der Stadt: Fertiggestellt 1958 nach einem Entwurf von Diez Brandi. Seit 1991 auf der Liste der Baudenkmäler.→ siehe auch Liste der Baudenkmäler in Aschaffenburg

Parks

  • Park Schönbusch mit dem gleichnamigen Schlösschen wurde unter dem Mainzer Erzbischof und Kurfürsten Friedrich Karl Joseph von Erthal ab 1776 im englischen Gartenstil angelegt und ist damit einer der ältesten Landschaftsgärten Deutschlands. Er liegt im Westen der Stadt.
  • Kleine Schönbuschallee, schnurgerade Allee, erstmals 1766 angelegt. Der Spazierweg führt von der Innenstadt zum Park Schönbusch.
  • Nilkheimer Park, Park des ehemaligen Hofgutes Nilkheim
  • Schlossgarten, Grünanlage, die das Schloss Johannisburg mit dem Pompejanum verbindet.
  • Schöntal, ursprünglich Stadtgraben sowie Fürstbischöflicher Tier- und Gemüsegarten, 1440–1450, mit Magnolienhain.
  • Fasanerie, ein bewaldeter Landschaftspark im Osten der Stadt, der mit den Anlagen am Godelsberg und Büchelberg an den Naturpark Spessart anschließt.
  • Erlebnispfad Nationales Naturerbe Aschaffenburg auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes in Aschaffenburg-Schweinheim.

Musik

Friedhöfe

  • Altstadtfriedhof
  • Waldfriedhof und Krematorium im Stadtteil Leider. Die erste Einäscherung war am 26. Februar 1975.
  • Friedhof im Stadtteil Leider
  • Friedhof im Stadtteil Schweinheim
  • Friedhof im Stadtteil Gailbach
  • Friedhof im Stadtteil Damm
  • Nordfriedhof im Stadtteil Strietwald
  • Dorffriedhof im Stadtteil Obernau
  • Waldfriedhof im Stadtteil Obernau
  • Jüdischer Friedhof am Altstadtfriedhof, im Stadtteil Schweinheim und im Waldfriedhof des Stadtteils Leider

Sportvereine

;AlpinsportDie am 16. Dezember 1896 gegründete Sektion Aschaffenburg des Deutschen Alpenvereins mit (Stand: 31. Dezember 2018) 8.800 Mitgliedern als größter Verein in Aschaffenburg. Betreiber des Aschaffenburger Biwak (Biwakschachtel), des Aschaffenburger Höhenweges, des DAV Kletterzentrums Aschaffenburg und Kletterpfeiler Waldaschaff.;EishockeyDer WSV Aschaffenburg nahm von 1987 bis 1994 am Spielbetrieb des Hessischen Eissport Verbandes teil. In der Zeit spielte er sechs Jahre in der Landesliga Hessen und nach dem Aufstieg ein Jahr Hessenliga. Aktuell gibt es in Aschaffenburg eine Hobbymannschaft, den 1. Aschaffenburger Eissportverein e.V. Quelle: rodi-db.de;FußballÜberregionale Bekanntheit besitzt der Traditionsverein Viktoria Aschaffenburg, der seine Heimspiele im städtischen Stadion am Schönbusch austrägt. Nach vielen Jahren in der höchsten deutschen Spielklasse in den fünfziger Jahren spielte der Verein nach dem Abstieg aus der zweiten Bundesliga ab 1989, von kurzen Unterbrechungen abgesehen, in der Oberliga Hessen. Seit dem Wechsel zum Bayerischen Fußballverband zur Spielzeit 2012/13 spielt die Viktoria Aschaffenburg in der Regionalliga Bayern.;HandballDie HSG Aschaffenburg 08 besteht aus den Handballabteilungen der Vereine TuS 1863 Damm e.V., TV 1885 Schweinheim e.V. und TV Obernau 1900 e.V. Mit mehr als 350 Sportlern ist sie einer der größten Handballvereine im Bezirk Spessart/Odenwald des Hessischen Handballverbandes (HHV).;RingenDer SV Einigkeit Aschaffenburg-Damm ist ein Ring- und Judosportverein aus dem Aschaffenburger Stadtteil Damm. Mit zwei Mannschaft-Meistertiteln und vier Vizemeistertiteln gehörte die Mannschaft Anfang der 1960er Jahre zu den erfolgreichsten deutschen Mannschaften im Ringen.;RudernMit dem „Ruderclub Aschaffenburg“ ist hier ein Mitgliedsverein des DRV angesiedelt, der ein breites Leistungs-, Schul- und Freizeitsportangebot abdeckt und zu den leistungsfähigsten Vereinen in der Stadt und im Verband gehört.;TanzsportMit über 850 Mitgliedern gehört der 1962 gegründete Tanzsportclub Schwarz-Gold Aschaffenburg zu den größten deutschen Tanzsportvereinen.

Sportanlagen

  • Freibad
  • Hallenbad
  • Eissporthalle
  • Skaterbahn
  • Ringer-Leistungszentrum
  • Stadion am Schönbusch
  • f.a.n. frankenstolz arena

Messen, Feste, regelmäßige Veranstaltungen

Aschaffenburg weist die höchste Dichte an Gaststätten und Kneipen in Bayern auf – auf rund 400 Einwohner entfällt ein Betrieb der Gastronomie.

Bis 2008 fanden alljährlich die Aschaffenburger Gespräche statt. Weitere regelmäßige Veranstaltungen sind das traditionelle einwöchige „Aschaffenburger Volksfest“ im Juni mit anschließendem Feuerwerk und Schlossbeleuchtung, die Aschaffenburger Kulturtage im Juli, das Jugendmusikfest KOMMZ, das „Aschaffenburger Stadtfest“ am letzten Augustwochenende und der seit 2005 stattfindende Staplercup, eine Weltmeisterschaft der Staplerfahrer.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

2002 wurde von 20.000 deutschen Unternehmen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) auch Aschaffenburg (als Teil der Region Bayerischer Untermain) auf Platz 6 der besten Wirtschaftsstandorte gewählt.Als Standortstärken der Region wurden „Nähe zum Kunden“, „Verkehrsinfrastruktur“, „Bildungseinrichtungen“ und „Hochschulkooperationen“ angegeben.

Im Jahre 2016 erbrachte Aschaffenburg, innerhalb der Stadtgrenzen, ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 5,132 Milliarden €. Das BIP pro Kopf lag im selben Jahr bei 74.152 € (Bayern: 44.215 €/ Deutschland 38.180 €) und damit deutlich über dem regionalen und nationalen Durchschnitt. In der Stadt gibt es 2017 ca. 61.000 erwerbstätige Personen. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember 2018 bei 4,8 % und damit über dem bayrischen Durchschnitt von 2,7 %.

Im Zukunftsatlas 2019 belegte die kreisfreie Stadt Aschaffenburg Rang 42 von 401 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Orten mit „sehr hohen Zukunftschancen“.

Textil

Der Raum Aschaffenburg war eines der traditionellen Zentren der deutschen Textilindustrie. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren rund 35.000 Personen in der Region in dieser Branche beschäftigt. Die arme Bevölkerung im Spessart verdiente sich mit Heimarbeit als Zulieferer für die Fabriken ein dringend benötigtes Zubrot. Durch die Globalisierung und die Verlagerung von lohnintensiven Branchen in Billiglohnländer wurden in der Region viele Arbeitsplätze in der Fertigung abgebaut, die Unternehmen sind aber weitgehend noch vor Ort und ziehen überregional Kunden durch ihren Fabrikverkauf an.

Holz und Papier

Bedingt durch den Holzreichtum des Spessarts war Aschaffenburg traditionell auch Zentrum der Papierindustrie. Die beiden Werke der früheren Papierwerke Waldhof-Aschaffenburg (PWA) gehören heute zur Südafrikanischen „Sappi-Gruppe“ bzw. der Britischen „DS Smith Paper“. Die Firma Sappi befindet sich jedoch nicht direkt in Aschaffenburg, sondern im benachbarten Markt Stockstadt am Main. In den Betrieben werden Verpackungs- und Sanitärpapiere hergestellt.

Anfang 2007 hat das Unternehmen Pollmeier Massivholz auf dem Aschaffenburger Hafengelände (Bayernhafen) ein neues Sägewerk in Betrieb genommen, in dem 180 neue Arbeitsplätze entstanden sind. Die Investitionssumme betrug rund 150 Millionen Euro. Dies war der größte industrielle Neubau in der Stadt seit 1954. Die Stadt erwartet dadurch Impulse für Forstwirtschaft und Waldbesitz sowie die Schaffung weiterer Arbeitsplätze bei Zulieferunternehmen.

Metall und Elektro

Zwei große Werke der Automobilzulieferindustrie sind in der Stadt Aschaffenburg ansässig, die in weltweit tätige Konzerne integriert sind. Dazu kommen weitere Zulieferer in der Stadt und in der Region. In Aschaffenburg befindet sich der Hauptsitz der Linde Material Handling GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der KION Group, Wiesbaden, die weltweit zweitgrößter Hersteller von Gabelstaplern und anderen Flurförderzeugen ist. Weitere Zulieferer und Dienstleister aus der Fahrzeugbranche befinden sich in der Umgebung Aschaffenburgs. Auch die Hochschule Aschaffenburg ist in der Fahrzeugbranche engagiert.

In der Region siedeln sich auch viele Unternehmen für Mess- und Regeltechnik an. An Bedeutung gewinnen die Unternehmen für Informationstechnik und Softwareberatung.

Bekannte ansässige Unternehmen in Aschaffenburg und Umgebung sind zum Beispiel: DPD, Linde Material Handling, Linde Hydraulics, Kaup, ZF TRW, Joyson Safety Systems, Adler-Moden, SAF-Holland, SCA, PSI, E-on Netz und Modler.

Gesundheit

Insgesamt gibt es im Stadtgebiet von Aschaffenburg 834 Krankenhausbetten, die sich auf vier Krankenhäuser verteilen (Klinikum Aschaffenburg „Am Hasenkopf“, Hofgartenklinik, Frauenklinik am Ziegelberg). Es gibt 133 Fach- und 26 Allgemeinärzte, sowie 68 Zahnärzte und 38 Apotheken.

Soziales

Für ältere Menschen gibt es in der Stadt sieben Alten- und Pflegeheime, die Platz für 720 Bewohner bieten. Hinzu kommen 244 seniorengerechte Wohnungen in 14 Wohnanlagen und ca. 162 Möglichkeiten für betreutes Wohnen in drei verschiedenen Einrichtungen.

Die Initiative Sozialnetz Aschaffenburg stellt Informationen über Beratungseinrichtungen, Behörden, Organisationen, Vereine und kirchliche Einrichtungen im Hinblick auf soziale Fragen bereit.

Einkaufen

Über 620 Geschäfte laden derzeit in Aschaffenburg auf über 230.000 m² zum Einkaufen ein.Pro Kopf sind das 2,92 m² Ladenfläche. Die Fußgängerzonen (z. B. Herstallstraße, Sandgasse, Steingasse, Roßmarkt, Frohsinnstraße) bieten alleine knapp 50.000 m² Verkaufsfläche. Des Weiteren befindet sich hier die City-Galerie, das mit ebenfalls über 50.000 m² größte innerstädtische Einkaufszentrum Nordbayerns. Mit einer Kaufkraftkennziffer von 107,4 liegt der Aschaffenburger Bürger weit über dem Landesdurchschnitt (100). Das entspricht einer Kaufkraft von 23.687 € pro Einwohner.

Mit all diesen Geschäften werden nicht nur die über 70.000 Aschaffenburger versorgt, sondern auch weitere 400.000 aus dem südöstlichen Rhein-Main-Gebiet, weitere 175.000 Einwohner aus dem Landkreis Aschaffenburg, 131.000 aus dem Landkreis Miltenberg sowie 132.000 aus dem Landkreis Main-Spessart. Insgesamt ergibt das rund 733.000 potentielle Kunden.

Seit den 1990er Jahren werden die ehemaligen Einrichtungen der US-Armee an der Würzburger Straße im Südwesten der Stadt am Rande des Stadtteils Schweinheim (Staatsstraße 2312, Ausfallstraße in den Spessart, Richtung Würzburg) in Wohngebiete und in eine „Serviceachse“ umgewandelt. Die ehemalige Graves-Kaserne beherbergt eine Sammelstelle für Abfälle, ein Heim für Asylbewerber und diverse Kleinbetriebe. Ein ursprünglich geplantes Technologiezentrum kam nicht zustande. Bisher größte Einzelansiedlung war am 27. Dezember 2005 die Eröffnung eines Baumarktes der Firma Bauhaus mit 120 neuen Arbeitsplätzen nahe der ehemaligen Ready-Kaserne. Die ehemalige Jäger-Kaserne ist jetzt Sitz der Hochschule Aschaffenburg.

Verkehr

Schienenverkehr

Aschaffenburg ist durch Aschaffenburg Hauptbahnhof (Regional- und Fernverkehr einschließlich ICE), den Hafenbahnhof (nur Güterverkehr) sowie die Haltepunkte Hochschule, Aschaffenburg-Süd und Obernau (nur regional) an das Schienennetz angebunden. Der Bahnhof Nilkheim an der ehemaligen Bachgaubahn wurde mit deren Stilllegung 1974 außer Betrieb genommen. Seit 2008 gibt es Bestrebungen, den noch bestehenden Streckenabschnitt, der von der Bahnlinie Aschaffenburg–Miltenberg durch den Park Schönbusch ins Gewerbegebiet Nilkheim II führt und der der Bayernhafen Gruppe gehört, sowie die bereits rückgebaute Strecke, die bis 1974 die Kreisstraße ABs 16 höhengleich gekreuzt hat, bis Großostheim zu reaktivieren.

Es bestehen zahlreiche Nah- sowie Fernverkehrsmöglichkeiten. Laut einer Rahmenvereinbarung zwischen dem Freistaat Bayern und der DB-Station & Service AG soll an der Bahnüberführung Goldbacher Straße (Goldbacher Viadukt) ein neuer Schienenhaltepunkt errichtet werden. Mitte 2009 wurde das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofes abgebrochen. Am 29. Januar 2011 wurde das neu errichtete Bahnhofgebäude vom Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer seiner Bestimmung übergeben. Im Jahr 2012 wurde der Aschaffenburger Hauptbahnhof von der „Allianz Pro Schiene“ als „Bahnhof des Jahres 2012“ gewählt. Der Hauptbahnhof ist mit der Bezeichnung "Mit Infrastruktur für Fernverkehrshalt Aschaffenburg" in der Anlage 1 zu § 1 Bundesschienenwegeausbaugesetzes als neues Vorhaben des weiterer Bedarfs aufgeführt.

Nach der Stadt ist ein Intercity-Express benannt.

Hafen

Der Staatshafen Aschaffenburg liegt an der transeuropäischen Wasserstraße Rhein-Main-Donau, gehört zur Bayernhafen Gruppe und umfasst das größte Gewerbegebiet am Bayerischen Untermain. Neben der trimodalen Containerumverladung zwischen Straße, Schiene und Wasser liegt der Schwerpunkt in den Bereichen Logistik, Versorgung und Recycling. Im Jahr 2005 lag der Güterumschlag bei 2,8 Mio. Tonnen, 2011 bei 3,3 Mio. Tonnen.

Von 1886 bis 1938 war Aschaffenburg eine der Anlaufstellen der Kettenschifffahrt auf dem Main.

Straßen

Aschaffenburg ist über drei Anschlussstellen an die A 3 angebunden (Aschaffenburg-Ost, Aschaffenburg-Zentrum (vormals -West) und Aschaffenburg-West (vormals Stockstadt)). Über die A 3 gelangt man nach Frankfurt am Main (etwa 40 Kilometer entfernt) und Würzburg (etwa 80 Kilometer entfernt). Einige Kilometer westlich von Aschaffenburg, am Seligenstädter Dreieck liegt der südliche Endpunkt der Bundesautobahn 45 Dortmund-Aschaffenburg, der sog. Sauerlandlinie. Die B 469 verbindet die A 45 mit der A 3 und reicht auf ihrem Weg nach Amorbach von Westen nahe an das Stadtgebiet heran. Von ihrer Anschlussstelle Großostheim-Nord verläuft die Bundesstraße B 26 durch die Innenstadt und nimmt dabei die B 8 auf. Im vom Bundeskabinett verabschiedeten Entwurf zum Bundesverkehrswegeplan 2030 ist der vierstreifige Ausbau der B 26 in Anlage 1 Projektliste S. 89 auf einer Länge von 3,4 km im Stadtgebiet Aschaffenburg und im Gemeindegebiet des Marktes Stockstadt am Main mit Gesamtkosten von 22,1 Mio. € enthalten.

Laut Planfeststellungsbeschluss der Regierung von Unterfranken vom 11. November 2019 soll die B 26 zur Ertüchtigung der Zufahrten zum Mainhafen Aschaffenburg auf einer Länge von 1,3 km vierstreifig ausgebaut und mit Abbiegespuren versehen werden.

Städtische Ringstraße

Bereits 1896 wurde entlang der Bahnlinie Aschaffenburg–Miltenberg zwischen der Schweinheimer und der Goldbacher Straße eine 13 m breite Ringstraße geplant – heute Kurmainzer-, Wittelsbacher- und Hohenzollernring.

Nach der Eingemeindung von Damm und Leider 1901 und später mit der Zunahme des motorisierten Verkehrs begann Mitte der 1920er Jahre die Projektierung von Durchgangs- und Umgehungsstraßen: Schillerstraße, 1902; Mainbrücke am Schlotfegergrund als Verbindung der Hanauer Straße mit der Darmstädter Straße, 1925; Schlachthofstraße, 1932, später Südring, heute Südbahnhofstraße; Bahnweg, 1931 in Abstimmung mit der damals noch selbständigen Gemeinde Schweinheim; Liebigstraße, 1931; die heutige Spessartstraße, 1931.

Nach 1947 wurde entlang dieser Trassen 70 Jahre lang an einer in sich geschlossenen Städtischen Ringstraße geplant und gebaut. Der erste größere Abschnitt, der Mitte der 1960er Jahre verkehrswirksam wurde, entspricht außer den Planungen für den Ring zugleich einem früheren Projekt der Stadt Aschaffenburg für eine „Umgehungsstraße Damm“ (siehe oben). Dieses nicht ausgeführte Projekt sollte die Reichsstraßen (heute Bundesstraßen) Nrn. 8 und 26 zwischen der Schwarzen Brücke (Wilhelmstraße) und dem Goldbacher Viadukt miteinander verbinden. Begünstigt wurden diese unterschiedlichen, aber im Zentrum von Damm identischen Projekte durch die Folgen des Luftkriegs, nämlich die völlige Zerstörung der Nordseite der ehemaligen Kästergasse. Dieser erste verkehrswirksame Ringabschnitt hat die Glattbacher Straße über die Schillerstraße mit der Burchardstraße verbunden. Danach, aber ebenfalls noch Mitte der 1960er Jahre, wurde die Ebertbrücke fertiggestellt. Auch die südlichen Abschnitte der Ringstraße, die seit 1964 in Tieflage projektiert und in den 1970er Jahren mit der Adenauerbrücke begonnen wurden, sind zum Teil schon seit Jahrzehnten in Betrieb und entlasten die Innenstadt vom Durchgangsverkehr.

Ein weiteres Teilstück in der Oststadt ist seit dem 28. Juni 2013 verkehrswirksam. Damit konnten die Autobahnumleitungen U 48 und U 77 von der Schillerstraße auf die Städtische Ringstraße verlegt werden.

2011 wurde mit dem Bau des nördlichen Ringabschnitts entlang der Bahnlinie Frankfurt–Nürnberg begonnen. Möglich wurde dies, wie schon beim südlichen Abschnitt entlang der Bahnstrecke Aschaffenburg–Miltenberg durch die Jahrzehnte zuvor erfolgte Stilllegung von Gleisanlagen. Die ersten Teilstücke des Nordrings wurden im Mai und im Dezember 2012 für den Verkehr freigegeben. Im Februar 2014 wurde zur Verknüpfung des Nordrings mit dem bestehenden Westring im Bereich Hanauer Straße eine Straßenunterführung unter die Gleise geschoben. Der am 10. Juli 2017 eröffnete Nordring entlastet die durch Wohngebiete führende Schillerstraße, die bis dahin die Funktion einer Ringstraße erfüllte. Die Bedarfsumleitungen zwischen den Autobahnanschlussstellen Aschaffenburg Ost und Aschaffenburg West, nämlich die U77 und die U48 sowie die Bundesstraße 26 verlaufen allerdings nach wie vor über die südliche und östliche Ringstraße bzw. über die Strecke Hanauer Straße – Friedrich- und Weißenburger Straße – Goldbacherstraße.

Mainbrücken

Fünf Brücken überqueren in Aschaffenburg den Main. Dies sind (der Fließrichtung des Stromes folgend, von Süd nach Nord): der Fußgängersteg der Staustufe Obernau, der Eisenbahnbrücke Nilkheimer Mainbrücke, sowie die Straßenbrücken Konrad-Adenauer-Brücke, Willigisbrücke und Friedrich-Ebert-Brücke.

ÖPNV

Innerhalb des Stadtgebietes gibt es 15 Buslinien der Stadtwerke Aschaffenburg, die im 15-, 20-, 30- und 60-Minuten-Takt bedient werden. Der Landkreis Aschaffenburg, der Landkreis Miltenberg sowie einige hessische Ziele werden durch fünf Buslinien der KVG und durch zwölf Buslinien der VU angefahren. Mit weiteren vier Bahnlinien der Deutsche Bahn AG bildet sich die Verkehrsgemeinschaft am Bayerischen Untermain, die VAB.Nachts und sonntags gibt es außerhalb der Busfahrzeiten einen Service von Anrufsammeltaxis, mit denen man jedes Ziel erreichen kann, das sonst durch das regelmäßige Angebot der Stadtwerke angebunden ist.

Ferienstraßen und Radfernwege

  • Die Bocksbeutelstraße gehört zu den deutschen Weinstraßen. Sie führt entlang des Maines und seiner Nebenflüsse bis an die Rhön und den Steigerwald.
  • Die Route der Industriekultur Rhein-Main führt durch Städte und Gemeindeverbände im Rhein-Main-Gebiet, die ihre industriegeschichtlichen Denkmäler erschließen.
  • Die Deutsche Limes-Straße ist eine touristische Route, die entlang des Obergermanisch-Raetischen Limes vom Rhein zur Donau führt.

Darüber hinaus verlaufen insbesondere am Mainufer folgende Radfernwege:

  • Der Main-Radweg führt von den beiden Quellen des Maines entlang des Flusses bis zu dessen Mündung in den Rhein bei Mainz. Er hat eine Gesamtlänge von etwa 600 Kilometern.
  • Die D-Route 5 (Saar-Mosel-Main) über 1021 km von Saarbrücken über Trier, Koblenz, Mainz, Frankfurt am Main, Würzburg und Bayreuth bis zur tschechischen Grenze.
  • Der Deutsche Limes-Radweg folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes über 818 km von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau.

Flugplatz

Der Flugplatz Aschaffenburg ist als Verkehrslandeplatz kategorisiert und befindet sich etwa 2 km südwestlich des Stadtgebietes im Markt Großostheim. 2013 wurde eine Verlängerung der Start- und Landebahn um 350 m in Richtung Aschaffenburg luftrechtlich genehmigt. Im Süden des Stadtgebietes an der Grenze zu Markt Sulzbach befindet sich zudem ein Segelfluggelände.

Druckmedien

  • Main-Echo, Tageszeitung mit Tochterpublikationen
  • PrimaSonntag, Anzeigenblatt aus dem Funkhaus Aschaffenburg
  • Showtime-Magazin: monatliches Szene- und Fotomagazin für Aschaffenburg und Miltenberg
  • FRIZZ Das Magazin
  • Brot & Spiele: Kulturmagazin für Aschaffenburg und Umgebung

Rundfunk und Fernsehen

  • Radio Primavera
  • Radio Galaxy
  • main.tv

Öffentliche Einrichtungen

Justiz

Aschaffenburg ist Sitz eines Landgerichts. Der Bezirk des Landgerichts Aschaffenburg umfasst die kreisfreie Stadt Aschaffenburg sowie die Landkreise Aschaffenburg und Miltenberg. Zum Landgerichtsbezirk gehören das Amtsgericht Aschaffenburg mit seiner Zweigstelle Alzenau in Unterfranken sowie das Amtsgericht Obernburg am Main mit der Zweigstelle Miltenberg.

Eine Justizvollzugsanstalt befindet sich im Stadtteil Strietwald. Jahrelang existierte auch ein Untersuchungsgefängnis in der Alexandrastraße in der Innenstadt (im Volksmund saßen Inhaftierte "hinner de Sandkersch" – hinter der Sandkirche).

Bildung

Gegenwärtige Bildungseinrichtungen

Schulen

Die ca. 20.000 Schüler Aschaffenburgs besuchen insgesamt 52 Schulen. Dazu gehören: 12 Grundschulen, 5 Mittelschulen, 3 Realschulen, 1 Wirtschaftsschule, 4 Gymnasien (Friedrich-Dessauer-Gymnasium, Karl-Theodor-von-Dalberg-Gymnasium, Kronberg-Gymnasium Aschaffenburg, Gymnasium der Maria-Ward Schule), 5 Förderschulen und 22 Fach- und berufliche Schulen. Mehr als 3000 Kurse werden jährlich in der Volkshochschule Aschaffenburg für 63.500 Teilnehmer angeboten.1919 Kinder, Jugendliche und Erwachsene nehmen an Kursen der Städtischen Musikschule Aschaffenburg teil, die jedes Jahr Erfolge auch im Wettbewerb Jugend musiziert vorzuweisen hat. Sie wurde 1810 eröffnet und gilt als älteste Musikschule Deutschlands. Unterstützt werden die Schulen Aschaffenburgs durch die Stadtbibliothek, bei der fast 80.000 Medien (Bücher, Tonträger etc.) mehr als 430.000-mal im Jahr entliehen werden. Aschaffenburg besitzt seit Jahrzehnten auch eine von 10 in Deutschland existierenden Steinmetz-Meisterschulen.

Hochschule

Am 5. Oktober 1995 nahm die Technische Hochschule den Lehrbetrieb zunächst als Abteilung der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt-Aschaffenburg auf.

Am 1. Oktober 2000 wurde diese Abteilung als Fachhochschule eigenständig und in die Fakultäten Ingenieurwissenschaften (IW) mit den heutigen Studiengängen Elektro- und Informationstechnik, Mechatronik, Wirtschaftsingenieurwesen, Erneuerbare Energien und Energiemanagement, Internationales Technisches Vertriebsmanagement und Kommunikation und Dokumentation sowie Wirtschaft und Recht (W+R) mit den heutigen Studiengängen Betriebswirtschaft, Betriebswirtschaft und Recht und Internationales Immobilienmanagement gegliedert.

Seit Beginn des Sommersemesters 2019 trägt die Hochschule die Bezeichnung Technische Hochschule Aschaffenburg university of applied sciences, kurz TH-AB.

Fachakademie für Sozialpädagogik

Die Fachakademie für Sozialpädagogik ist eine Ausbildungsstätte für Erzieher. Sie befindet sich im Stadtteil Damm und wird vom Landkreis Aschaffenburg finanziert. Rund 50 Absolventen werden jährlich verabschiedet. Die Einrichtung wurde 1973 gegründet und ist seit Mitte der 1990er Jahre besonders für ihre jährlichen Musicalaufführungen in der Maintalhalle Mainaschaff im Umkreis bekannt.

Historische Bildungseinrichtungen

Universität

Die Karls-Universität Aschaffenburg wurde 1808 durch Karl Theodor von Dalberg als Fürstlich Primatische und Erzbischöflich Regensburgische Universität zu Aschaffenburg im Zuge der Napoleonischen Neuordnung der rechtsrheinischen Gebiete gegründet. Bereits 1809 erfolgte die Umbenennung. Die Hochschule bestand auch nach dem Aberkennen des Universitätsstatus 1818 in umgewandelter Form als Bayerisches Lyzeum Aschaffenburg, einer hochschulgleichen Einrichtung des Königreich Bayerns bis 1873 fort.

Forstliche Hochschule

Die Forstliche Hochschule Aschaffenburg war eine Ausbildungsstätte für Forstbeamte des Königreichs Bayern. Sie bestand unter verschiedenen Namen von 1807 bis 1910, mit einer Unterbrechung von 1832 bis 1844, in Aschaffenburg. Das Gebäude an der Alexandrastraße wurde danach für die Oberrealschule Aschaffenburg genutzt und im Jahre 1968 abgerissen. An der Stelle steht heute eine mehrstöckige Wohnanlage mit Tiefgarage („Parkhaus Alexandrastraße“).

Fahrschule

1904 eröffnete der Architekt Rudolf Kempf die „Erste deutsche Autolenkerschule“ die dem „Kempf’schen Privat-Technikum Aschaffenburg“ angegliedert war. Sie wurde Ende 1906 wieder geschlossen, Kempf verließ Aschaffenburg und übersiedelte nach Mainz. Zum 100. Jubiläum 2004 wurde am ehemaligen Standort eine Stele errichtet, geschaffen von Meisterschüler Bernhard Chemin aus der Städtischen Fachschule (Meisterschule) für Steinmetzen und Steinbildhauer in Aschaffenburg.

Umwelt

Luftqualität

Wie in vielen anderen Städten gibt es in Aschaffenburg vor allem an nichtamtlichen Messstellen hohe Stickoxid-Belastungen der Atemluft. So wurden schon mehr als 46 Mikrogramm pro Kubikmeter Atemluft gemessen.

Die vor allem im Winter auftretende Feinstaubbelastung war Anlass zur Gründung eines „Projektbeirates Luftqualität“, der zwischen Dezember 2006 und Juni 2009 zusammentrat. In der Sitzung vom 1. Februar 2008 ging man aufgrund der hohen Anschlussquote der Aschaffenburger Haushalte an das Gasnetz einvernehmlich davon aus, dass wohl ca. 85 % der PM10-Emissionen auf den Brennstoff Holz zurückzuführen seien.

Das den Projektbeirat Luftqualität begleitende ifeu-Institut stellte in seinem Endbericht vom September 2009 fest, dass in Aschaffenburg der gesetzliche Grenzwert der Feinstaubkonzentration eingehalten wird (40 µg/m³ im Jahresmittel). Soll jedoch auch die gesetzlich zulässige Höchstzahl der Überschreitungen der maximalen PM10-Konzentration mit ausreichender Sicherheit eingehalten werden, seien weitere Schritte erforderlich (50 Mikrogramm pro Kubikmeter im Tagesmittel von höchstens 35 Tagen im Kalenderjahr). Als eine solche Maßnahme wurden u. a. Begrenzungen der Schadstoffemissionen ähnlich der Regensburger Brennstoffverordnung diskutiert. Eine solche Maßnahme wurde jedoch vom Stadtrat nicht beschlossen. Insgesamt empfahl der Projektbeirat dem Stadtrat 27 Maßnahmen und Ziele.

Naturschutz

Im Stadtgebiet gibt es zwei Naturschutzgebiete, ein Landschaftsschutzgebiet, 26 Naturdenkmäler, drei FFH-Gebiete und sechs vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgewiesene Geotope (Stand 2019).

Siehe auch:

  • Liste der Naturschutzgebiete in der Stadt Aschaffenburg
  • Liste der Landschaftsschutzgebiete in Aschaffenburg
  • Liste der Naturdenkmäler in Aschaffenburg
  • Liste der FFH-Gebiete in der Stadt Aschaffenburg
  • Liste der Geotope in Aschaffenburg

Ergänzend gibt es eine vielfältige und ökologisch wertvolle Kulturlandschaft. Exemplarisch seien die Streuobstbestände und wertvolle blütenreiche Wiesen genannt. Seit 2018 gibt es südlich von Schweinheim das Nationale Naturerbe Aschaffenburg.

Streuobstwiesen

Streuobstwiesen sind Lebensräume vieler seltener Tiere und Pflanzen. Im Stadtgebiet sind infolge des bis ins 20. Jh. fortgeltenden Kurmainzischen Rechts durch Erbteilung ziemlich schmale Grundstücke entstanden, die oft im Nebenerwerb bewirtschaftet wurden. Infolge der in den 1960er Jahren einsetzenden Sozialbrache und nach Unterbleiben staatlicher Flurbereinigungen sind viele dieser Baumäcker und Obstwiesen erhalten geblieben. Seit geraumer Zeit werden viele davon wieder besser gepflegt, werden Hochstamm-Obstbäume regionaler Sorten nachgepflanzt. Damit konnte neben anderen streng geschützten Vogelarten zwischen Schweinheim und Obernau eine Population des seltenen Steinkauzes überleben.

Im Jahr 2000 ging aus dem behördlichen Naturschutz in Zusammenarbeit mit dem Landesbund für Vogelschutz die „Schlaraffenburger Streuobstagentur“ hervor, eine Privatfirma mit Sitz in Mömbris-Heimbach, die sich neben der Verwertung von Streuobst mit der Pflege der regionstypischen Kulturlandschaft und der Erhaltung ihrer artenreichen Lebensräume befasst. Hierzu schließt die Firma Obstlieferverträge mit regionalen Grundeigentümern und vermarktet die aus dem Obst gewonnenen Erzeugnisse.Die Grundeigentümer müssen ihre Vertragsflächen nach Bioland-Richtlinien bewirtschaften.

Persönlichkeiten

; AnerkennungenDie Stadt Aschaffenburg würdigt Personen, die sich um die Stadt besonders verdient gemacht haben. Diese Anerkennung leistet die Stadt Aschaffenburg mit der Verleihung von:

  • Ehrenbürgerschaften in Aschaffenburg
  • Bürgermedaille der Stadt Aschaffenburg
  • Kulturpreis der Stadt Aschaffenburg
  • Ehrenbrief für hervorragende Verdienste in der Sportführung

; PersonenFür Personen mit Bezug zu Aschaffenburg siehe: Liste von Persönlichkeiten der Stadt Aschaffenburg.

Trivia

  • Eine volkstümliche Figur ist der Aschaffenburger Maulaff.
  • Vielfach wird die Stadt ob ihres milden Klimas als Bayerisches Nizza bezeichnet. Angeblich stammt diese Aussage von König Ludwig I., was allerdings nicht belegt ist. Auch nennt sie sich Tor zum Spessart.
  • Das siebente Wahrzeichen der Stadt ist der Ascheberscher Arsch – ein Stein der Schlossgartenmauer. Seine beiden übereinander liegenden Buckel lassen an die Figur des Buchener Bleckers denken und werden daher für einen Scherz der Erbauer gehalten.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Aschaffenburg

Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zum Lizenzstatus eingebundener Mediendateien (etwa Bilder oder Videos) können im Regelfall durch Anklicken dieser abgerufen werden. Möglicherweise unterliegen die Inhalte jeweils zusätzlichen Bedingungen.

Wikipedia® ist eine eingetragene Marke der Wikimedia Foundation Inc.