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Karte Main-Kinzig-Kreis
Main-Kinzig-Kreis
Barbarossastr. 24
63571 Gelnhausen

http://www.mkk.de/

Main-Kinzig-Kreis

160pxAbb. 1 Wappen Main-Kinzig-Kreis
Basisdaten
Bundesland Hessen
Regierungsbezirk Darmstadt
Verwaltungssitz Gelnhausen
Adresse des Landkreises
63571 Gelnhausen
Website www.mkk.de
Landrat Thorsten Stolz (SPD)

Der Main-Kinzig-Kreis ist ein Landkreis im Regierungsbezirk Darmstadt in Hessen, der bevölkerungsreichste Landkreis des Landes und zugleich der flächenmäßig größte Landkreis in Südhessen. Kreisstadt und seit Juli 2005 Sitz der Verwaltung ist Gelnhausen, die größte Stadt Hanau.

Der Kreis liegt im östlichen Rhein-Main-Gebiet. Der dicht besiedelte südwestliche Teil des Landkreises um die Städte Hanau und Maintal ist zudem Bestandteil der Stadtregion Frankfurt. Der Landkreis entstand 1974 durch den Zusammenschluss der Landkreise Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern mit der kreisfreien Stadt Hanau. Darüber hinaus kamen durch Eingemeindungen Orte zum Main-Kinzig-Kreis, die zuvor nicht den Altkreisen angehörten, so z. B. Heldenbergen als Stadtteil von Nidderau und Büdesheim als Ortsteil von Schöneck, die bis dahin dem Landkreis Friedberg angehörten, sowie die heutigen Hanauer Stadtteile Steinheim und Klein-Auheim, zuvor Landkreis Offenbach. 1977 wurde die Stadt Bergen-Enkheim, die zunächst dem Main-Kinzig-Kreis angehörte, Stadtteil von Frankfurt am Main. Darüber hinaus liegt der gemeindefreie Gutsbezirk Spessart im Gebiet des Main-Kinzig-Kreises.

Der Verwaltungssitz des Landkreises befindet sich im Main-Kinzig-Forum in Gelnhausen.

Geografie

Lage

Der Landkreis hat seinen Namen von den zwei Hauptflüssen, dem Main, der die südwestliche Kreisgrenze bildet, und seinem rechten Nebenfluss Kinzig, der das Kreisgebiet von Nordosten nach Südwesten durchfließt. Die Landschaften um die Kinzig sind die Ausläufer von Vogelsberg, Spessart und der westlichen Rhön. Nördlich der Kinzig erstrecken sich das Ronneburger Hügelland und der Büdinger Wald. Der höchste Berg im Main-Kinzig-Kreis ist der Haag mit 584,6 m ü. NHN.

Nachbarkreise

Der Main-Kinzig-Kreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an den Wetteraukreis, den Vogelsbergkreis, den Landkreis Fulda (alle in Hessen), an die Landkreise Bad Kissingen, Main-Spessart und Aschaffenburg (alle in Bayern) sowie an den Landkreis Offenbach und die kreisfreien Städte Offenbach am Main und Frankfurt am Main (alle wiederum in Hessen).

Geschichte

Das heutige Kreisgebiet war früher in zahlreiche Herrschaftsgebiete zersplittert. Großen Anteil hatten die Grafen von Hanau sowie die Adelshäuser Hutten (1704 ausgestorben); die Teil-Grafschaften Ysenburg und Büdingen in Büdingen, in Meerholz und in Wächtersbach wurden 1806 mediatisiert und in das zum Rheinbund gehörende Fürstentum Isenburg eingegliedert, sie kamen nach einer Landesteilung 1816 an das Großherzogtum Hessen (Hessen-Darmstadt) und Kurhessen (Hessen-Kassel).

Am 21. August 1821 wurde Kurhessen in Kreise eingeteilt. Die neuen Kreise Hanau, Gelnhausen, Salmünster und Schlüchtern bildeten dabei die Provinz Hanau, die südlichste der vier Provinzen des Landes (mit anderen Maßen und anderer Währung als der Norden). Zum 1. Januar 1830 wurde der Kreis Salmünster aufgelöst und seine Gemeinden auf die benachbarten Kreise Gelnhausen und Schlüchtern verteilt.

1866 wurde Kurhessen von Preußen annektiert, 1867 wurde sein Gebiet in den neuen Regierungsbezirk Kassel überführt; die Provinz Hanau wurde aufgelöst. Der Kreis Gelnhausen erhielt den größten Teil des Bezirks Orb (bis 1862 Landgerichtsbezirk Orb) von dem Königreich Bayern, der aber formell noch ca. 20 Jahre lang von einem eigens dazu ernannten Amtmann verwaltet wurde (dies war regelmäßig der Landrat des damaligen Kreises Gelnhausen).

1885 wurde der Kreis Hanau durch die Abtrennung des neuen Landkreis Frankfurt sowie die Ausgliederung der Stadt Hanau verkleinert.

Seitdem bestanden die zwei Kreise (Gelnhausen und Schlüchtern, sie hießen erst nach dem II. Weltkrieg Landkreise) sowie die nun kreisfreie Stadt Hanau und der Landkreis Hanau weitgehend unverändert bis in die 1970er Jahre. Allerdings wechselten Hanau und die drei Kreise noch zweimal den Regierungsbezirk, sie kamen 1944 zum Regierungsbezirk Wiesbaden und 1968 zum Regierungsbezirk Darmstadt.

Im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen wurden zahlreiche Varianten diskutiert, wie man aus den zu klein gewordenen Kreisen größere Einheiten schaffen könnte. Im Kinzigtal einigte man sich schließlich auf die „große Lösung“: die Fusion der drei Landkreise und der Stadt Hanau zum neuen Main-Kinzig-Kreis, dem bevölkerungsreichsten in Hessen. Die Fusion wurde am 1. Juli 1974 vollzogen. Gleichzeitig wurden die bis dahin zum Landkreis Offenbach gehörenden Gemeinden Klein-Auheim und Steinheim in die Stadt Hanau eingemeindet.

Die Stadt Hanau behielt als Stadt mit Sonderstatus (über 50.000 Einwohner) jedoch einige Sonderrechte. So hatte sie jahrelang z. B. noch ein eigenes Sozialamt und eine eigene Zulassungsstelle.

Am 1. Januar 1977 wurde die bis dahin zum Main-Kinzig-Kreis gehörende Gemeinde Bergen-Enkheim nach Frankfurt am Main eingemeindet. Am selben Tag wurde die Gemeinde Züntersbach in die Gemeinde Sinntal eingegliedert.

Heute ist der Main-Kinzig-Kreis mit etwa 410.000 Einwohnern der bevölkerungsreichste Kreis in Hessen, mit seiner Fläche von ca. 1400 km² liegt er an vierter Stelle.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner Quelle
1975 368.100
1980 360.900
1990 375.000
2000 405.942
2010 407.409
2015 409.043

Politik

Kreistag

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis, in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Diagrammdarstellung von Wahlergebnis und Sitzverteilung
Wahlvorschläge %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 33,6 29 35,6 31 35,4 31 40,0 37
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 27,1 24 33,1 29 38,6 34 38,1 35
AfD Alternative für Deutschland 14,6 13
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 8,3 7 15,1 13 7,6 7 8,3 8
FDP Freie Demokratische Partei 5,7 5 3,3 3 6,2 5 4,0 4
FW Freie Wähler Main-Kinzig 5,0 4 5,0 4 4,6 4 3,7 3
DIE LINKE. DIE LINKE. 3,3 3 3,2 3 3,6 3 0,9 1
REP Die Republikaner 0,9 1 1,5 1 4,0 3 5,0 5
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 0,9 1 1,4 1
PIRATEN Piratenpartei Deutschland 0,4 1,7 2
Gesamt 100,0 87 100,0 87 100,0 87 100,0 93
Wahlbeteiligung in % 49,0 46,7 45,1 45,1

Landräte

  • 1974–1987 Hans Rüger, CDU
  • 1987–2005 Karl Eyerkaufer, SPD
  • 2005–2017 Erich Pipa, SPD
  • 2017– Thorsten Stolz, SPD

Wappen, Flagge und Banner

Der Main-Kinzig-Kreis führt ein Wappen sowie eine Hiss- und Bannerflagge.

Flaggenbeschreibung:„Die Flagge zeigt auf einer weißen, von zwei roten Seitenstreifen mit je einem gelben Faden belegt, im Verhältnis 1:3:1 eingefassten Bahn, in der Liekhälfte das Wappen. Das Banner zeigt auf einer weißen, von zwei roten Seitenstreifen mit je einem gelben Faden belegt, im Verhältnis 1:3:1 eingefassten Bahn, das Wappen mittig deutlich nach oben versetzt.“

Gemeinden

(Einwohner am )

Städte

  1. Bad Orb ()
  2. Bad Soden-Salmünster ()
  3. Bruchköbel ()
  4. Erlensee ()
  5. Gelnhausen, Kreisstadt und Barbarossastadt ()
  6. Hanau, Sonderstatusstadt und Brüder-Grimm-Stadt ()
  7. Langenselbold ()
  8. Maintal ()
  9. Nidderau ()
  10. Schlüchtern ()
  11. Steinau an der Straße ()
  12. Wächtersbach ()
Weitere Gemeinden
  1. Biebergemünd ()
  2. Birstein ()
  3. Brachttal ()
  4. Flörsbachtal ()
  5. Freigericht ()
  6. Großkrotzenburg ()
  7. Gründau ()
  8. Hammersbach ()
  9. Hasselroth ()
  10. Jossgrund ()
  11. Linsengericht ()
  12. Neuberg ()
  13. Niederdorfelden ()
  14. Rodenbach ()
  15. Ronneburg ()
  16. Schöneck ()
  17. Sinntal ()Gemeindefreies Gebiet
  18. Gutsbezirk Spessart (unbewohnt)

Wirtschaft

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Kreis Platz 118 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „Zukunftschancen“.

Das Spektrum der an verschiedenen Standorten im Kreis ansässigen Unternehmen erstreckt sich von moderner Großindustrie und verarbeitendem Mittelstand über innovative Handwerksunternehmen bis hin zu der gerade in den vergangenen Jahren stark angewachsenen Zahl neuer Start-Ups. Im letzten Vierteljahrhundert prägt die mittelständische Industrie auch weiterhin das wirtschaftliche Gesicht der Region.Bemerkenswert ist die hohe großbetriebliche Struktur der Industrie des Main-Kinzig-Kreises. Von den 100 größten Industriebetrieben Hessens haben sieben ihren Standort im Main-Kinzig-Kreis.Unter den im Kreis ansässigen Unternehmen finden sich zahlreiche Firmen von Weltrang, wie z. B. Evonik Industries, Infracor, WOCO, Heraeus, Dunlop, Veritas, Engelbert Strauss, Norma Gruppe und die Anvis Gruppe. Weitere ansässige große Unternehmen sind zum Beispiel Putzmeister, Bien-Zenker, und das Birkenstock-Werk in Steinau an der Straße.

Bildung

Der Main-Kinzig-Kreis hat ein dichtes Netz an Grund- und weiterführenden Schulen. Die Gymnasien und die berufsbildenden Schulen konzentrieren sich größtenteils auf die ehemaligen Kreisstädte Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern. Darüber hinaus befindet sich in Freigericht mit der Kopernikusschule die größte allgemeinbildende Schule Deutschlands.

Die Bildungssituation gilt im Main-Kinzig-Kreis als gut, da nach der Grundschule jeder Schülerin und jedem Schüler sämtliche Bildungsabschlüsse bis hin zum Abitur wohnortnah ermöglicht werden. Die Stadt Hanau fungiert als Sonderstatusstadt als eigener Schulträger. Durch eine Kooperation mit dem Main-Kinzig-Kreis können jedoch auch Kinder und Jugendliche aus dem näheren Umland die Hanauer Einrichtungen besuchen.

Im Ostteil des Main-Kinzig-Kreis sind die Schülerzahlen seit Jahren rückläufig. Zwischen 2000 und 2012 verringerten sie sich um 30 %. Schulträger und Eltern diskutierten ab 2012 im Rahmen einer Mediationsphase mögliche Alternativen zu Schulschließungen und einigten sich auf eine gemeinsame Lösung: die Gründung von Verbundschulen. Mit dem Unterrichtsjahr 2015/16 haben vier Verbundschulen den Betrieb aufgenommen.

Verkehr

Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 66 (Frankfurt–Fulda) und die 45 (Aschaffenburg–Dortmund). Ferner erschließen mehrere Bundes-, Landes- und Kreisstraßen das Kreisgebiet, darunter die B 43 und die B 45. Der Kreis wird in seiner gesamten Länge von der Fernbahnstrecke Frankfurt–Fulda–Berlin/Hamburg/Dresden (Kinzigtalbahn) durchzogen. Im südwestlichen Kreisteil kreuzt sich damit im Bahnknotenpunkt Hanau die Fernbahnstrecke Frankfurt–Würzburg–Nürnberg–München. Strecken von regionaler Bedeutung für den Personenverkehr sind:

  • Hanau – Friedberg
  • Bad Vilbel – Stockheim
  • Gelnhausen – Gießen
  • Hanau – Erbach – Eberbach
  • Hanau – Schöllkrippen.In Bad Soden-Salmünster befindet sich die Kinzigtalbrücke, die längste Autobahnbrücke Hessens.

Der Aufgabenträger bzw. Regieorganisation für den öffentlichen Personennahverkehr ist die Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig (KVG). Die KVG MKK ist Teil des Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Im Auftrag der KVG Main-Kinzig fahren 16 verschiedene Busgesellschaften an die 100 Buslinien, die im RMV als MKK-xx gekennzeichnet werden.

Der Hessische Radfernweg R3 führt von West nach Ost durch das Kreisgebiet. Über den Vogelsberger Südbahnradweg besteht Anschluss an den Vulkanradweg.

Elektromobilität

Im gesamten Kreisgebiet wurden bereits etliche Ladestationen für Elektroautos sowie für Pedelecs errichtet. Die meisten Ladestationen wurden von den Kreiswerken Main-Kinzig in Zusammenarbeit mit Park & Charge errichtet. Diese Ladestationen sind auf der Website der Kreiswerke Main-Kinzig veröffentlicht. Viele weitere Ladestationen sind auf den Karten der Website GoingElectric.de zu finden.

Krankenhäuser

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1974 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Juli 1956 für den Landkreis Hanau gültige Unterscheidungszeichen HU zugewiesen. Seit dem 1. Juni 2005 gilt für den gesamten Landkreis mit Ausnahme der Sonderstatusstadt Hanau, die die Kennung HU behielt, das neue Unterscheidungszeichen MKK.

Im Rahmen der Kennzeichenliberalisierung sind im gesamten Landkreis außerhalb der Sonderstatusstadt Hanau seit dem 2. Januar 2013 optional auch die Unterscheidungszeichen GN (Gelnhausen) und SLÜ (Schlüchtern) erhältlich, sowie seit dem 15. Juni 2016 auch wieder das Unterscheidungszeichen HU (Hanau).

Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus den Altkreisen besondere HU-Erkennungsnummern:

Gebiet Buchstaben Zahlen
Altkreis Hanau
(mit der Stadt Hanau)
A bis Z 1 bis 999
AA bis PZ
Altkreis Gelnhausen VA bis VZ
XA bis XZ
UA bis UZ
Altkreis Schlüchtern YA bis ZZ

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Main-Kinzig-Kreis

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