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Karte Aichach-Friedberg
Landratsamt
Aichach-Friedberg
Münchener Straße 9
86551 Aichach

http://www.lra-aic-fdb.de

Landkreis Aichach-Friedberg

160pxAbb. 1 Wappen Landkreis Aichach-Friedberg
Basisdaten
Bundesland Bayern
Regierungsbezirk Schwaben
Verwaltungssitz Aichach
Adresse des Landkreises Münchener Straße 9
86551 Aichach
Website www.lra-aic-fdb.de
Landrat Klaus Metzger (CSU)
Der Landkreis Aichach-Friedberg ist der östlichste Landkreis im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben.

Geographie

Lage

Der Landkreis liegt östlich von Augsburg; die Grenze zwischen den beiden Gebieten bildet meist der Lech. Wichtigster innerer Fluss ist die Paar, die den Landkreis von Südwesten nach Nordosten durchquert und an der einige Friedberger Stadtteile sowie Aichach liegen.

Der Landkreis Aichach-Friedberg ist größtenteils ländlich geprägt, größere Städte und Gemeinden sind Friedberg, Aichach und Dasing sowie im Süden Mering und Kissing.

Der Landkreis wird auch als Wittelsbacher Land bezeichnet, da hier einst der Stammsitz des bayerischen Herrschergeschlechts der Wittelsbacher lag. Noch heute können in Oberwittelsbach, einem Stadtteil von Aichach, die Reste der Stammburg und eine an selber Stelle errichtete Burgkirche besichtigt werden.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Landkreise Donau-Ries, Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen an der Ilm, Dachau, Fürstenfeldbruck, Landsberg am Lech und Augsburg sowie an die kreisfreie Stadt Augsburg.

Geschichte

Bis 1800

Archäologische Funde belegen, dass das Landkreisgebiet schon seit mindestens zehntausend Jahren besiedelt wird. Zahlreiche Waffenfunde weisen darauf hin, dass es hier oft zu bewaffneten Konflikten gekommen ist.

In der Römerzeit war der Landkreis vor allem „Vorhof“ für Augusta Vindelicorum, die Hauptstadt der Provinz Raetien. Vor allem landwirtschaftliche Betriebe, die die Hauptstadt belieferten, dürften dort zu finden gewesen sein, neben einigen Vorstadtvillen der reichen Stadtbewohner.

Mit dem Ende der römischen Herrschaft in Raetien (Ende 5./Anfang 6. Jahrhundert) besiedelten Alemannen und Bajuwaren das Gebiet des heutigen Landkreises.Die erste urkundliche Überlieferung einer Landkreisgemeinde ist Adelzhausen, das 782 als Adalhemelshusir bezeugt ist.

1124 verlegte Graf Otto V. von Scheyern die Stammburg seiner Familie von Scheyern bei Dachau nach Wittelsbach bei Aichach. Das fortan als Wittelsbacher bekannte Adelsgeschlecht errang 1180 die Herzogswürde von Bayern und regierte das Land bis 1918. Die Burg selbst wurde 1209 allerdings geschleift, und an den ursprünglichen Bau erinnert nur noch ein Gedenkstein.

Die Burg Friedberg wurde 1264 erbaut, um eine Gebühr auf den Transport über den Lech zu erheben. Auch an diese Burg erinnert heute nichts mehr, da der ursprüngliche Bau im 16. Jahrhundert niederbrannte.

Der heutige Landkreis war aufgrund seiner Grenzlage am Lech und seiner Nachbarschaft zur Reichsstadt Augsburg häufig Schauplatz erbitterter Kämpfe, so z. B. 1420, im Dreißigjährigen Krieg oder im 18. Jahrhundert unter den beiden Erbfolgekriegen und später den französischen Revolutionskriegen.

Landgerichte

Das Kreisgebiet gliederte sich ursprünglich in die Landgerichte Aichach, Friedberg und Mering. Nach der Vereinigung Friedbergs und Merings (1799) und den Verwaltungsreformen des frühen 19. Jahrhunderts gehörte Friedberg ab 1817 zum Isarkreis (Hauptstadt München), Aichach mit dem benachbarten Rain zum Oberdonaukreis (Hauptstadt Augsburg). 1837 kamen Friedberg, Aichach und Rain zu Oberbayern.

Bezirksämter

Aichach und Rain wurden 1862 zum Bezirksamt Aichach vereinigt, aus dem Landgericht Friedberg entstand das Bezirksamt Friedberg.

Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter trat das Bezirksamt Aichach am 1. Januar 1880 den Amtsgerichtsbezirk (zugleich Distrikt) Rain an das Bezirksamt Neuburg an der Donau ab.

Am 1. Juli 1910 trat das Bezirksamt Friedberg die Gemeinde Meringerau (jetzt Siebenbrunn) an die Stadt Augsburg ab. Am 1. Januar 1913 kamen weitere Gemeinden zu Augsburg.

Am 1. Januar 1914 gab das Bezirksamt Landsberg am Lech die Gemeinde Unterbergen an das Bezirksamt Friedberg ab. Am 1. Januar 1915 folgte Schmiechen.

Landkreise

Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Aichach und Friedberg.

Der Landkreis Friedberg wurde 1944 dem Regierungsbezirk Schwaben zugeteilt.

Landkreis Aichach-Friedberg

Am 1. Juli 1972 wurde im Rahmen der Gebietsreform in Bayern im Regierungsbezirk Schwaben aus den folgenden Bestandteilen der neue Landkreis Augsburg-Ost mit Sitz in Aichach gebildet:

  • Alle Gemeinden des oberbayerischen Landkreises Aichach mit Ausnahme der Gemeinden Altomünster, Hilgertshausen, Hohenzell, Kiemertshofen, Kleinberghofen, Oberzeitlbach, Randelsried, Stumpfenbach, Tandern, Thalhausen und Wollomoos, die zum Landkreis Dachau kamen
  • Alle Gemeinden des Landkreises Friedberg mit Ausnahme der Gemeinden Höfa, Pfaffenhofen an der Glonn, Sittenbach, Unterumbach und Weitenried, die zum Landkreis Dachau kamen
  • Die Gemeinden Baierberg, Eresried, Hausen bei Hofhegnenberg, Hofhegnenberg und Steindorf aus dem oberbayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck
  • Die Gemeinden Echsheim, Kühnhausen, Reicherstein, Schorn und Wiesenbach aus dem aufgelösten oberbayerischen Landkreis Neuburg an der Donau
  • Die Gemeinde Grimolzhausen aus dem aufgelösten oberbayerischen Landkreis Schrobenhausen

Der Kreistag des neuen Landkreises entschied sich für eine Namensänderung, sodass der Landkreis am 1. Mai 1973 seinen heutigen Namen Landkreis Aichach-Friedberg erhielt.

Am 1. Januar 1994 wurde Baar (Schwaben) aus der Gemeinde Thierhaupten des Landkreises Augsburg ausgegliedert und zu einer Gemeinde im Landkreis Aichach-Friedberg erhoben.

Politik

Kreistag

Die Kommunalwahl am 15. März 2020 führte im Landkreis Aichach-Friedberg für den Kreistag zu folgendem Ergebnis:

Wahlergebnisse der Kreistagswahlen 2020, 2014 und 2008: im Landkreis Aichach-Friedberg:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2020
Sitze
2020
%
2014
Sitze
2014
%
2008
Sitze
2008
CSU Christlich-Soziale Union in Bayern 41,3 25 46,9 28 48,0 29
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 15,4 9 8,7 5 7,3 4
FW Freie Wähler Bayern 11,5 7 8,7 5 5,8 3
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 10,9 7 17,7 11 21,4 14
AfD AfD Bayern 8,2 5
PFUW Parteifreie und Unabhängige Wählergemeinschaft 5,2 3 10,2 6 7,4 5
ÖDP Ökologisch-Demokratische Partei 5,1 3 2,9 2 2,3 1
FDP Freie Demokratische Partei 2,4 1 2,3 1 4,4 2
REP Die Republikaner 2,6 2 3,2 2
Gesamt 100 60 100 60 100 60
Wahlbeteiligung 64,0 % 59,8 % 64,4 %

Landräte

Zeitraum Name Partei
1. Juli 1972 – 30. Juni 1989 Josef Bestler CSU
1. Juli 1989 – 30. April 2002 Theodor Körner CSU
1. Mai 2002 – 30. April 2014 Christian Knauer CSU
seit 1. Mai 2014 Klaus Metzger CSU

Wappen

Sprache und Dialekt

Ein hervorstechendes Merkmal der Region ist ihr einzigartiger Dialekt, der den bairischen Dialekt mit schwäbischen Einflüssen mischt. Typisch ist hierbei die generell bairische Aussprache der Wörter. Bei den meisten Verben wird in der 2. Person Singular jedoch das für das schwäbische typische „-sch“ angeschlossen, „kannst“ spricht man somit „kannsch“ aus, was für Personen aus anderen Sprachräumen oft den Eindruck erweckt, man hätte es mit einem „echten“ Schwaben zu tun. Die alteingesessenen Bewohner des Wittelsbacher Landes legen allerdings großen Wert auf ihre Zugehörigkeit zu Altbayern.Dies ist auch an den Ortsnamen zu erkennen: Erst Orte westlich des Lechs enden in der Regel auf dem alemannischen -ingen, während viele Orte östlich des Lechs, wo der gesamte Landkreis liegt, mit dem bairischen -ing enden. Der Altlandkreis Aichach gehört erst seit der Gebietsreform 1972 zum Regierungsbezirk Schwaben, wohingegen der Altlandkreis Friedberg schon früher schwäbisch wurde. Besonders die Bewohner des Altlandkreises Aichach, der sich rund um Aichach bis Kühbach, Inchenhofen und Adelzhausen erstreckte, leben und pflegen ihre kulturelle Zugehörigkeit zu Altbayern, und auch die hiesige Jugend führt diese Traditionen, besonders auf dem Land, fort.

Städte- und Gemeindepartnerschaften

  • Affing: Lobez (Polen)
  • Aichach: Brixlegg (Österreich), Gödöllö (Ungarn), Schifferstadt (Deutschland)
  • Aindling: Avord (Frankreich), Fürstenfeld (Österreich)
  • Dasing: Kammern im Liesingtal (Österreich), Siedlce (Polen)
  • Friedberg: Bressuire (Frankreich), Chippenham (England), Friedberg (Österreich), La Crosse (USA), Völs am Schlern (Italien)
  • Hollenbach: Contest (Frankreich)
  • Kühbach: geplant mit Balatonföldvár (im Kleingebiet Balatonföldvár, Ungarn)
  • Mering: Ambérieu-en-Bugey (Frankreich)
  • Pöttmes: La Haye-Pesnel (Frankreich)
  • Schiltberg: Schwertberg (Österreich)
  • Sielenbach: Saint-Fraimbault-de-Prières (Frankreich)
  • Obergriesbach-Zahling: Zahling (Gemeinde Eltendorf) (Österreich)

Landkreispartnerschaft mit dem Landkreis Riesa-Großenhain (seit 1990)

Bevölkerungsentwicklung

Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Landkreis von 103.260 auf 133.596 um 30.336 Einwohner bzw. um 29,4 % (im genannten Zeitraum der höchste Einwohnerzuwachs eines Landkreises im Regierungsbezirk Schwaben).

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand.

Stand Einwohnerzahl
01.12.1840 35.584
01.12.1871 38.272
01.12.1900 40.588
16.06.1925 46.599
17.05.1939 49.579
13.09.1950 73.995
06.06.1961 72.884
27.05.1970 82.677
25.05.1987 102.793
31.12.1991 110.121
31.12.1995 117.921
31.12.2002 125.534
30.06.2005 127.246
31.12.2010 127.955
31.12.2015 130.916
31.12.2017 132.596
31.12.2019 134.655

Sehenswürdigkeiten

Kirchen

  • Kloster Maria Birnbaum
  • Wallfahrtskirche Herrgottsruh (Friedberg)

Schlösser

  • Schloss Blumenthal (Aichach) (Stadt Aichach – Blumenthal)
  • Schloss Friedberg (Stadt Friedberg)
  • Schloss Hofhegnenberg (Gemeinde Steindorf)
  • Schloss Mering (Markt Mering)
  • Schloss Obergriesbach (Gemeinde Obergriesbach)
  • Schloss Pichl (Markt Aindling)
  • Schloss Scherneck (Gemeinde Rehling)
  • Schloss Affing (Gemeinde Affing)
  • Schloss Unterwittelsbach – Sisi-Schloss (Stadt Aichach – Unterwittelsbach)

Erholungsgebiete, Seen und Gewässer

  • Aindlinger Baggersee
  • Auensee (bei Kissing)
  • Derchinger Baggersee
  • Friedberger Baggersee
  • Mandichosee (Lechstaustufe 23 bei Merching)
  • Mandlachsee (bei Pöttmes)
  • Radersdorfer Baggersee
  • Weitmannsee (bei Kissing)
  • (Der Autobahnsee Augsburg, der Kaisersee und der Kuhsee liegen direkt an der westlichen Landkreisgrenze.)

Wirtschaft

Die Wirtschaft im ländlich geprägten Landkreis basiert im Wesentlichen auf einer Reihe innovativer mittelständischer Unternehmen und vielen Handwerksbetrieben. Die zentrale Lage mitten in der Wirtschaftsregion München-Augsburg-Ingolstadt ist ein wesentlicher Standortvorteil.

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Platz 135 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „Zukunftschancen“.

Im Oktober 2018 lag die Arbeitslosenquote im Landkreis Aichach-Friedberg bei 1,8 %.

Verkehr

Die München-Augsburger Eisenbahn-Gesellschaft führte ihre Strecke schon im Jahre 1840 durch das südliche Kreisgebiet. In Mering ließ die Bayerische Staatsbahn 1898 eine Bahn nach Süden Richtung Weilheim abzweigen.

Der Nordteil mit den Kreisstädten Aichach und Friedberg wurde 1875 durch die Strecke Ingolstadt–Augsburg erschlossen. Damit hatte das Bahnnetz seinen heutigen Umfang erreicht.Für den Automobilverkehr sind die Bundesautobahn 8 sowie die Bundesstraße 300 von entscheidender Bedeutung. Für den Flugverkehr gibt es den Flugplatz Augsburg.

Gemeinden

(Einwohner am )

Städte
  1. Aichach ()
  2. Friedberg ()

Märkte

  1. Aindling ()
  2. Inchenhofen ()
  3. Kühbach ()
  4. Mering ()
  5. Pöttmes ()

Weitere Gemeinden

  1. Adelzhausen ()
  2. Affing ()
  3. Baar (Schwaben) ()
  4. Dasing ()
  5. Eurasburg ()
  6. Hollenbach ()
  7. Kissing ()
  8. Merching ()
  9. Obergriesbach ()
  10. Petersdorf ()
  11. Rehling ()
  12. Ried ()
  13. Schiltberg ()
  14. Schmiechen ()
  15. Sielenbach ()
  16. Steindorf ()
  17. Todtenweis ()

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Aindling
    (Markt Aindling und Gemeinden Petersdorf und Todtenweis)
  2. Dasing (Gemeinden Adelzhausen, Dasing, Eurasburg, Obergriesbach und Sielenbach)
  3. Kühbach (Markt Kühbach und Gemeinde Schiltberg)
  4. Mering
    (Markt Mering und Gemeinden Schmiechen und Steindorf)
  5. Pöttmes (Markt Pöttmes und Gemeinde Baar)

Schutzgebiete

Im Landkreis gibt es drei Naturschutzgebiete, sieben Landschaftsschutzgebiete, sieben FFH-Gebiete und mindestens zwölf ausgewiesene Geotope (Stand August 2016).

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1975 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Juli 1956 für den Landkreis Aichach gültige Unterscheidungszeichen AIC zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus dem Altkreis Friedberg Kennzeichen mit den Buchstaben U bis Z und mit den Buchstabenpaaren von UA bis ZZ jeweils mit den Zahlen von 1 bis 999.

Seit dem 11. Juli 2013 ist durch die Kennzeichenliberalisierung auch das Unterscheidungszeichen FDB (Friedberg) erhältlich.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Aichach-Friedberg

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