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Friedberg
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Stadtplan Friedberg
Stadt Friedberg/Bayern
Marienplatz 5
86313 Friedberg

http://www.friedberg.de

Friedberg (Bayern)

160pxAbb. 1 Wappen von Friedberg (Bayern)
Basisdaten
Bundesland Bayern
Höhe 514 m
PLZ 86316
Vorwahl 0821, Bachern
Gliederung 22 Gemeindeteile
Adresse der Verwaltung Marienplatz 5
86316 Friedberg
Website www.friedberg.de
Bürgermeister Roland Eichmann (SPD)

Friedberg ist eine Stadt im bayerisch-schwäbischen Landkreis Aichach-Friedberg und grenzt an den Osten der Stadt Augsburg. Sie ist eine von 13 sogenannten leistungsfähigen kreisangehörigen Gemeinden in Bayern.

Geographie

Das Friedberger Stadtgebiet liegt fast vollständig am Westrand des tertiären Donau-Isar-Hügellandes an der Lechleite, wo der Lech sich als Gletscherschmelze in der Riss-Eiszeit ein breites Bett schuf.

Stadtgliederung

Laut der Stadt Friedberg besteht die Gemeinde seit der Gemeindegebietsreform 1978 aus 14 Gemeindeteilen:

  • Bachern (Pfarrdorf)
  • Derching (Pfarrdorf)
  • Friedberg
  • Haberskirch (Pfarrdorf)
  • Harthausen (Kirchdorf)
  • Hügelshart (Kirchdorf)
  • Ottmaring (Pfarrdorf)
  • Paar (Pfarrdorf)
  • Rederzhausen (Kirchdorf)
  • Rinnenthal (Kirchdorf)
  • Rohrbach
  • Stätzling (Pfarrdorf)
  • Wiffertshausen (Kirchdorf)
  • Wulfertshausen (Pfarrdorf)

Die Gemeinde hat jedoch 22 amtlich benannte Gemeindeteile. Zu den oben genannten Gemeindeteilen kommen hinzu:

  • Bestihof (Weiler)
  • Dickelsmoor (Siedlung)
  • Gagers (Weiler)
  • Griesbachmühle (Weiler)
  • Heimatshausen (Dorf)
  • Rettenberg (Weiler)
  • Ottoried (Einöde)
  • Wittenberg (Einöde)

Nachbargemeinden

An das Stadtgebiet Friedberg grenzen Augsburg, Affing, Obergriesbach, Dasing, Adelzhausen, Eurasburg, Ried und Kissing.

Geschichte

Siedlungsspuren auf dem Friedberger Stadtgebiet aus der Römerzeit sind durch archäologische Befunde von Töpfereien bzw. Ziegeleien in den Ortsteilen Hügelshart, Rohrbach (hier ab dem letzten Drittel des 3. Jahrhunderts n. Chr.), Stätzling (hier Ende 3. bis Ende 4. Jahrhundert n. Chr.) und Wulfertshausen nachgewiesen.

Urkundlich das erste Mal erwähnt wurde das Städtchen in einem Schutzbrief des Staufers Konradin zusammen mit dem Herzog Ludwig II. an die Bürger der Stadt Augsburg des Jahres 1264: In ihm ist die Errichtung einer Burg Fridberch angekündigt, die fortan als Grenz- und Zollsicherung des Herzogtums Bayern gegenüber Schwaben und der freien Reichsstadt Augsburg dienen sollte. Diese Funktion bedeutete bald Ärger mit den mächtigen Augsburgern, die erstmals im Jahre 1396 die Stadt niederbrannten. Ihre Lage brachte der Stadt oftmals Probleme ein, da die nicht seltenen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Bayern und Augsburg bzw. Schwaben meist auf dem Rücken der Stadt ausgetragen wurden. Im Jahr 1485 wird in Friedberg Balthasar Hubmaier, eine führende Täuferpersönlichkeit der Reformationszeit, geboren.

Ein Aufschwung kam erst, nachdem Herzogin Christine von Lothringen die Friedberger Burg 1568 zu ihrem Witwensitz erkor, was die Stadt in einen Mittelpunkt des bayerischen Hoflebens verwandelte. Im folgenden Jahrhundert jedoch wurde dieser blühenden Zeit ein abruptes Ende bereitet: 1599 wütete die Pest furchtbar in der Stadt, und im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt gleich zweimal von den Schweden völlig vernichtet. Bis auf die Burg und die Stadtmauer ist heute kein Gebäude älter als das Rathaus, das kurz nach Kriegsende erbaut wurde. In den folgenden Jahren blühte die Friedberger Wirtschaft wieder mit Macht auf, als die zahlreich in Erscheinung getretenen Uhrmacher die Stadt wieder zu einem Mittelpunkt machten: Friedberg war damals vielen Uhrliebhabern ein Begriff, und Friedberger Uhren sind heute noch begehrt. 1753 wurde die Wallfahrtskirche Herrgottsruh errichtet, die mit zu den schönsten Kirchen des bayerischen Rokoko gehört. Von 1754 bis 1768 wurde vom bayerischen Kurfürsten Max III. Joseph im Friedberger Schloss eine Fayencemanufaktur betrieben. Im 19. Jahrhundert war Friedberg vor allem Nutznießer der drängenden Wohnungsnot im prosperierenden Augsburg.

Von 1938 bis 1945 existierte das NSV.-Kindergärtnerinnen- und Hortnerinnen-Seminar Friedberg bei Augsburg, geleitet von der Jugendleiterin Maria Krawinkel.

Die beiden Weltkriege überstand die Stadt ohne größeren Schaden. Bis zu dessen Auflösung im Jahr 1972 war Friedberg Kreisstadt des Landkreises Friedberg.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1970 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Wiffertshausen eingegliedert. Am 1. Januar 1974 kamen die bisherige Gemeinde Paar und der Hauptteil der aufgelösten Gemeinde Harthausen hinzu. Ottmaring, Rederzhausen und Wulfertshausen sowie Gebietsteile der aufgelösten Gemeinden Derching und Stätzling folgten am 1. Mai 1978.

Einwohnerentwicklung

Friedberg ist die sechstgrößte Stadt Bayerisch-Schwabens. Beim Zensus am 9. Mai 2011 zählte Friedberg 28.640 Einwohner. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Stadt von 25.668 auf 29.810 um 4.142 Einwohner bzw. um 16,1 %.

Politik

Stadtrat

Der Friedberger Stadtrat setzt sich aus dem Ersten Bürgermeister und 30 Stadträten zusammen. Zum Nachfolger des seit 2002 amtierenden Ersten Bürgermeisters Peter Bergmair wurde in der Stichwahl am 30. März 2014 Roland Eichmann (SPD) gewählt, nachdem im ersten Wahlgang kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht hatte. Bergmair war nicht erneut zur Wahl angetreten. 2020 setzte sich Roland Eichmann (SPD) im ersten Wahlgang mit 52,08 % gegenüber den anderen Kandidaten durch.

Wappen

Mit der Gründung der Stadt Friedberg im Jahre 1264 wurde auch ein Siegel verliehen, das dem heutigen Wappen sehr ähnlich war. Im Jahre 1297 wird das Wappen dann erstmals urkundlich erwähnt, es handelt sich damit um eines der ältesten Wappenbilder Bayerns.

Blasonierung: „In Blau auf grünem Sechsberg ein rotes Tatzenkreuz, beseitet von zwei abgewandten wachsenden silbernen Lilienstängeln.“

Wappenerklärung: Die Darstellung des Sechsberges deutet auf die Ansiedlung im Hügelland hin, wobei der blaue Hintergrund eine Verbindung zum Herzogtum Bayern und zum Haus Wittelsbach herstellt. Das mittig angeordnete Kreuz symbolisiert den Marktfrieden und bezieht damit auch den Stadtnamen mit ein. Die Gerichtsbarkeit bzw. Rechtsprechung in Friedberg wird mit den beidseitig angeordneten Lilien versinnbildlicht.

Städtepartnerschaften

Friedberg listet folgende fünf Partnerstädte auf:

  • : Völs am Schlern, Südtirol, seit 1959
  • : Friedberg, Steiermark, seit 1966
  • : Bressuire, seit 1992
  • : Chippenham, England, seit 1992
  • : La Crosse, Wisconsin, seit 2002

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

  • Schlossmuseum Friedberg mit vielen bestens erhaltenen Friedberger Uhren

Bauwerke

  • Schloss Friedberg (1257 erbaut, heutiges Gebäude größtenteils aus dem 16. Jahrhundert)
  • Rathaus (um 1680), erbaut von einem Schüler des Elias Holl
  • Pfarrkirche St. Jakob (1871–1872)
  • Wallfahrtskirche „Unseres Herrn Ruhe“ (1731–1753), einer der schönsten Rokokobauten in Bayern
  • Marienbrunnen mit Pestsäule auf dem Marienplatz (um 1600)
  • Kirche St. Stephan, (1698)
  • Kirche St. Afra im Felde (1710). An dieser Stelle soll die Heilige Afra den Märtyrertod gestorben sein.
  • Wallfahrtskapelle Maria Alber (1686)
  • Historische Stadtmauer (1409)
  • Pallottikirche (1955 erbaut, 2013 umgestaltet) mit einer Gedenktafel für den Pazifisten und Pallottinerpater Franz Reinisch, der den Eid auf Hitler verweigerte und deswegen 1942 in Brandenburg-Görden ermordet wurde
  • St. Georg (Rettenberg)

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Friedberger Zeit (auch Altstadtfest genannt), eine der größten historischen Veranstaltungen Schwabens. Alle drei Jahre, nächster Termin ist 2022.
  • Skatertag (jeweils an einem Sonntag, Ende Mai)
  • Christkindlmarkt „Friedberger Advent“
  • Friedberger Volks- und Heimatfest, jährlich Anfang – Mitte August auf dem Volksfestplatz
  • Friedberger Musikwettbewerb in der „Friedberger Schule für Musik“, gesponsert vom Lions-Club
  • verkaufsoffener Marktsonntag, viermal jährlich (März: Judikamarkt, Juni: Johannimarkt, September: Matthäusmarkt, November: Martinimarkt) in der Friedberger Altstadt
  • Seifenkistenrennen
  • Friedberger Halbmarathon im September, erstmals durchgeführt 2003
  • Friedberger Faschingsumzug mit anschließender Feier in Friedberger Tiefgarage Ost (organisiert vom Jugendclub Friedberg e. V.), jährlich am Faschingsdienstag.

Sport

  • Die Männermannschaft der Volleyballer des TSV Friedberg spielt in der 3. Deutschen Volleyball-Bundesliga.
  • Die Männermannschaft der Handballer des TSV Friedberg spielt in der Bayernliga.
  • Die Männermannschaft der Judoka der Sportfreunde Friedberg kämpft in der Landesliga.
  • Seit 2009 hat der TSV Friedberg eine äußerst erfolgreiche Sportakrobatik Gruppe, unter anderem mit deutschen Vizemeistern.
  • Über die Grenzen von Friedberg hinaus bekannt ist der Friedberger Baggersee (Größe: ca. 450 x 430 m; Wasserfläche: ca. 18 ha) mit seinem Wasserskilift. Parkplätze, große Liegewiesen, Beach-Volleyball, Kinderstrand, sanitäre Anlagen, Restaurant, Kiosk und Wasserwachtstation sind vorhanden.
  • Seit 2002 findet jährlich das Event Friedberg bewegt sich statt.
  • Darüber hinaus gibt es in Friedberg zwei ortsansässige Fußballmannschaften: den TSV Friedberg und die Sportfreunde Friedberg.

Wirtschaft und Infrastruktur

Unternehmen

Die wirtschaftliche Situation in Friedberg stützt sich vor allem auf den Kleinhandel sowie auf das Möbelhaus Segmüller, welches seine Hauptfiliale und Polstermöbelfabrik in Friedberg unterhält. Große Unternehmer sind auch Federal Mogul (Herstellung von Kolbenringen und Zylinderlaufbuchsen) und die Großbäckerei Landbäckerei Ihle.

Bildung

Schulen in Friedberg
Name Schulart hauptamtliche Lehrkräfte Schüler
(SJ 2018/2019)
Besondere Angebote
Grundschule Friedberg-Süd Grundschule 18 264 Offene Ganztagesschule
Theresia-Gerhardinger-Grundschule Friedberg Grundschule 22 347 Chor, AG Orff, Kreativ Gruppe, Ganztagsklasse, Streitschlichter
Vinzenz-Pallotti-Schule – Sonderpädagogisches Förderzentrum Friedberg Förderschule 35 231 Ganztagsklassen, Verlängerte Nachmittagsbetreuung, Offene Ganztagsschule, MSD & MSH, Sonderpädagogische Beratungsstelle
Mittelschule Friedberg Mittelschule 36 391 Offene Ganztagesschule, M-Klassen
Konradin Realschule Realschule 53 785 Offene Ganztagsschule, Erasmus +, Theater, Orchester, Band, Artistik, Imkerei
Staatliches Gymnasium Friedberg Gymnasium 62 760 Offene Ganztagsschule, Diverse Profilkurse und AG's
Staatl. Fachoberschule Friedberg Fachoberschule 57 837 iPad-Klassen
Staatl. Berufsoberschule Friedberg Berufsoberschule 1 64 -
Pastoraltheologisches Institut

(Hochschule, 1961 gegründet)

Pastoraltheologisches Institut (PthI) keine Daten keine Daten keine Daten

Verkehr

Friedberg liegt an der Bahnstrecke Augsburg–Ingolstadt (Paartalbahn).Vom Augsburger Hauptbahnhof führt die Straßenbahnlinie 6 der avg über die Augsburger Stadtteile Textilviertel, Herrenbach und Hochzoll nach Friedberg-West.Die Buslinie 200 (Stadtbus Friedberg) verbindet die Innenstadt (Friedberg Ost – Friedberg Süd – Friedberg Bahnhof – Friedberg West) sowohl mit der Paartalbahn als auch mit der Straßenbahnlinie 6.Darüber hinaus verkehren viele Regionalbuslinien des AVV vom Friedberger Stadtgebiet in die Stadtteile sowie ins Umland.

Über die Bundesautobahn 8 ist Friedberg wie folgt zu erreichen:Ausfahrt 74a – Friedberg (Bayern) – Kreisstraße AIC 25-neu, die zur Kreuzung Bundesstraße 300 im Stadtgebiet führt.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger der Stadt Friedberg

  • 1860: Cäsar Widder, Königlicher Landrichter, kümmerte sich um das Schulwesen und gründete ein Spital
  • 1913: Kaspar Wieland, 1. Bürgermeister und Landtagsabgeordneter
  • 1916: Josef Probst, Königl. Geistlicher Rat und Stadtpfarrer von St. Jakob (1891–1919)
  • 1920: Karl Brennfleck, Bezirksamtmann von 1895 bis 1923
  • 1930: Robert Hartl, Ehrenbürgermeister (im Amt 1914 bis 1932) und Kreisbranddirektor
  • 1957: Karl Lindner, 1. Bürgermeister (Januar bis Juni 1933 und April 1945 bis Januar 1946) und Landrat des Altlandkreises Friedberg
  • 1972: Christian Wallenreiter, Intendant des Bayerischen Rundfunks
  • 1991: Georg Fendt, Landtagsabgeordneter (1966–1990) und 2. Bürgermeister
  • 2004: Albert Kling, 1. Bürgermeister von 1978 bis 2002
  • 2014: Reinhard Pachner, Kreisrat, Stadtrat, 2. Bürgermeister sowie von 2002 bis 2013 Landtagsabgeordneter
  • 2016: Theodor Körner, Kreis- und Stadtrat, Landrat von Juli 1989 bis April 2002

Söhne und Töchter der Stadt

  • Afra von Augsburg († 304), christliche Märtyrerin (auf dem Gebiet der Stadt, zur Geburt war Friedberg noch nicht gegründet)
  • Balthasar Hubmaier (1485–1528), katholischer Priester, Waldshuter Reformator und führende Persönlichkeit der Täuferbewegung
  • Hans Kießling (16. Jahrhundert), Maurer und Diakon der Augsburger Täufergemeinde
  • Anton Ginther (1655–1725), katholischer Dekan und Autor geistlicher Werke
  • Anna Maria Peter (1670–1718), (nicht leibliche) Großmutter von Wolfgang Amadeus Mozart
  • Johann Caspar Öberl (1700–1767), Barockbildhauer
  • Karl Klocker (1748–1805), Benediktiner und letzter Abt des Klosters Benediktbeuern
  • Hans Segmüller, Gründer des gleichnamigen Einrichtungsunternehmens
  • Andreas Klaus (* 1937), Motorradrennfahrer
  • Dieter Ludwig Scharnagl (1941–2015), Motorsport-Journalist
  • Helmut-Maria Glogger (1947–2016), Schweizer Journalist und Autor
  • Anton Losinger (* 1957), Weihbischof
  • Michael Fuchs-Gamböck (* 1965), Redakteur und Autor
  • Firat Arslan (* 1970), Boxer
  • Birgit Adam (* 1971), Literatur- und Kommunikationswissenschaftlerin
  • Claus Reichel (* 1986), Filmproduzent
  • Nikolai Link (* 1990), Handballspieler
  • Marco Richter (* 1997), Fußballspieler

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Friedberg (Bayern)

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