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Schweinfurt
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Stadtplan Schweinfurt
Stadt Schweinfurt
Markt 1
97421 Schweinfurt

http://www.schweinfurt.de

Schweinfurt

160pxAbb. 1 Wappen von Schweinfurt
Basisdaten
Bundesland Bayern
Höhe 226 m
PLZ 97421, 97422, 97424
Vorwahl 09721
Gliederung 15 Stadtteile
mit 23 Bezirken
Adresse der Verwaltung Markt 1
97421 Schweinfurt
Website www.schweinfurt.de
Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU)

Schweinfurt (vmtl. von altniederländisch Swin, schweinfurterisch: Schweifert) ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Unterfranken des Freistaats Bayern. Die Industriemetropole und Hafenstadt am Main ist Oberzentrum, Verwaltungssitz des Landkreises Schweinfurt, wichtiger Behördenstandort, Hochschul- und Kunststadt sowie Sitz eines Fraunhofer-Instituts. Schweinfurt besteht als deutsche Ausnahme fast nur aus der Kernstadt, weshalb die Einwohnerzahl keinen Vergleichsmaßstab bietet. Die Agglomeration hat 100.200 (2018) und das Einzugsgebiet der Stadt 759.000 Einwohner. Zu ihm gehören die Region Main-Rhön, geprägt durch Naturparks, Kurbäder und Landadel (Deutscher Burgenwinkel) und der mittlere Teil Südthüringens.

Schweinfurt wurde 791 erstmals urkundlich erwähnt und gehört zu den ältesten Städten Bayerns. Seit über 1000 Jahren wird Weinbau betrieben. Um das Jahr 1000 beherrschten die Markgrafen von Schweinfurt weite Teile Nordbayerns. Vom 12. Jahrhundert bis 1802 war Schweinfurt Reichsstadt, um 1700 ein humanistisches Zentrum und 1770 begann die 250-jährige Industriegeschichte. Im Zweiten Weltkrieg erlitten die Amerikaner ihre größte Luftniederlage über der Stadt, die durch die Wiedervereinigung stark an Zentralität gewann und zu einem Autobahnknoten in der deutschen Mitte wurde.

Durch Überwindung der Strukturkrise um 1992 wurde die Stadt nicht deindustrialisiert und hat die höchste Arbeitsplatzdichte (2015) und das dritthöchste Bruttoinlandsprodukt je Einwohner Deutschlands (2014). Der größte Wälzlager-Konzern der Welt SKF, der zweitgrößte Schaeffler, der zweitgrößte Automobilzulieferer der Welt ZF Friedrichshafen und der DAX-Konzern Fresenius Medical Care haben ihre größten Werke in Schweinfurt.

Weltbedeutende Erfindungen stammen aus der Stadt am Main: das Tretkurbel-Fahrrad von Philipp Moritz Fischer (1853), Fahrradfreilauf (1889) und Rücktrittbremse (1903) von Ernst Sachs und Inlineskates als Serienprodukt von SKF (1978). In Schweinfurt wurde 1652 die älteste dauerhaft existierende naturforschende Akademie der Welt gegründet, die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina; sie hat heute ihren Sitz in Halle (Saale) und wurde 2008 Nationale Akademie der Wissenschaften.

Geographie

Lage

Schweinfurt besitzt eine sehr zentrale Lage, in Bayerns Deutscher Mitte und der Mitte des Deutschen Sprachraums bzw. der DACH-Region. Seit dem Brexit befindet sich das Stadtzentrum 30 km nordöstlich des Mittelpunkts der Europäischen Union. Im Umkreis von 120 km liegen drei Internationale Flughäfen (siehe auch: Schweinfurt Hauptbahnhof, Flughafentransfer). 20 km nördlich liegt das einstige Weltbad Bad Kissingen.

Die zentrale Lage der Stadt widerspiegelt sich auch in der Geodäsie. 12 km östlich liegt der Schnittpunkt des 50. Grades nördlicher Breite mit dem 10. Grad östlicher Länge, als einziger Schnittpunkt eines Haupt-Breiten- und Haupt-Längengrades in Deutschland. Der 50. Breitengrad entspricht der Mainlinie, der 10. Meridian östlicher Länge bildet die Mittelsenkrechte auf Weltkarten, die auf die Landmasse ausgemittelt sind. Am Schnittpunkt, 5 km westlich des Autobahnkreuzes Schweinfurt/Werneck, befindet sich ein Schnittpunkt-Denkmal. Das Schweinfurter Rathaus hat die geographische Lage: 50° 02′ 41″ nördliche Breite, 10° 14′ 06″ östliche Länge.

Deutschland in Europas Mitte,Und in Deutschlands Mitte Franken,In des schönen FrankenlandesMitte liegt ein schöner Grund. In des schönen Grundes MitteLiegt ein schöner schöner Garten;In des schönen Gartens MitteLiegt der Allerschönsten Haus. Fragt ihr noch, warum ich immerMich um dieses Häuschen drehe,Als um meines VaterlandesAllerschönsten Mittelpunkt?“Friedrich Rückert, geb. 1788 in Schweinfurt

Schweinfurt liegt am oberen Teil des mittleren Mains, an der Großschifffahrtsstraße Main, die über den Rhein-Main-Donau-Kanal die Nordsee mit dem Schwarzen Meer verbindet. Die Stadt ist auf der Landkarte leicht lokalisierbar, am Beginn des Maindreiecks, dem flussabwärts das Mainviereck folgt (siehe obere linke Abb.). Trotz hoher Zentralität liegt Schweinfurt naturnah, an der Schweinfurter Rhön, mit dem Nationalen Naturerbe Brönnhof und ist umgeben von Haßbergen, Steigerwald, Rhön und Spessart, mit mehreren Naturparks und einem Biosphärenreservat. In Sichtweite liegen Steigerwald, Gramschatzer Wald und Rhön.

Schweinfurt liegt in einem Großraum hoher Gegensätze. Im Süden mit den sommerheißen Mainfränkischen Platten, mit Höchsttemperaturen bis 40 °C und mit 450 Millimetern so geringen Jahresniederschlägen wie in Nordjordanien. Und im Norden mit der Mittelgebirgsschwelle, mit internationalen Wintersport in Oberhof.

Das Stadtgebiet liegt im Norden und Osten auf den Ausläufern der Schweinfurter Rhön und südlich des Mains im hier brettflachen, durch Deiche geschützten Schweinfurter Becken. Der niedrigste Punkt des Stadtgebietes liegt im Südwesten, am Main, auf , der höchste im Norden, in der Schweinfurter Rhön, auf .

Neue Zentralität

Durch den Fall des Eisernen Vorhangs änderte sich die wirtschaftsgeografische Lage der Stadt grundlegend. 2005 wurde die A 71 Erfurt–Schweinfurt als Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 16 fertiggestellt. Bei der Bahn erlangte Schweinfurt 2017 durch das 10 Milliarden Euro teure Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8 weitere Zentralität. Berlin ist nun unter dreieinhalb Stunden, München weiterhin ab 2:33 Stunden und Hamburg ab 3:57 Stunden erreichbar, über nun zwei Hochgeschwindigkeitsstrecken, mit Umstieg in den Nachbarstädten Bamberg und Würzburg. Berlin und München sind von Schweinfurt etwa eine dreiviertel Stunde schneller als von Frankfurt a. M. erreichbar. Im Rahmen der DB-Fernverkehrsoffensive erhält Schweinfurt bis spätestens Dezember 2028 einen direkten IC-Anschluss, durch den neuen IC Bamberg–(Schweinfurt)–Stuttgart. Alle Autobahnen mit der ersten Ziffer „7“ führen in Richtung Schweinfurt (bzw. in Gegenrichtung, mit Ausnahme des nördlichen Teils der A 73). 5 km westlich des Autobahnkreuzes Schweinfurt/Werneck schneidet der 50. Grad nördlicher Breite (siehe oben: N 50 °), der der Mainlinie und A 70 entspricht, den 10. Meridian östlicher Länge (O 10 °), der identisch mit der Nord-Süd-Achse Europas Dänemark – Norditalien und der A 7 ist.

Gewässer

Schweinfurt besitzt zahlreiche Fließgewässer und Seen. Die Wasserflächen umfassen ca. 170 Hektar (2020). Zwischen der Innenstadt und Sennfeld liegen der hier bis zu 170 m breite Main und zwei (einstige) Nebenarme: der Altarm Saumain und das Altwasser Sennfelder Seenkranz. Sie bilden einen bis zu 800 m breiten Gewässerkomplex, mit dazwischen liegenden Inseln und einer größeren Halbinsel (siehe: Maininseln in Schweinfurt). Durch den Nordwesten des Stadtgebiets fließt in einem Bogen die Wern und aus der Schweinfurter Rhön fließen Marienbach und Höllenbach in den Main, zudem mündet hier der Zellergrundbach in den Marienbach. Zu beiden Seiten der südlichen Stadtgrenze liegen viele Bagger-, Natur- und Waldseen, mit vielen Bademöglichkeiten und Stränden.

Wälder und Parks

Schweinfurt besitzt ausgedehnte Waldgebiete (Stadtwald und Hospitalstiftung) im Norden und Osten des Stadtgebiets. Die Wälder im Stadtgebiet haben eine Gesamtfläche von 1.756 Hektar. Zudem gibt es viele Parkanlagen und entlang der fünf Fließgewässer durch die Stadt Grünspangen und Auwiesen. Unzählige Straßen werden von Bäumen gesäumt. 25.000 Stadtbäume gibt es insgesamt an Straßen und in Parks, zudem neun z. T. weitläufige Kleingartenanlagen mit insgesamt 40,5 Hektar, weshalb Schweinfurt als grüne Stadt gilt (siehe auch: Klimaschutz).

Die Wehranlagen (Stadtpark) liegen am Main, gegenüber der Altstadt, und ziehen sich mit ihren Ausläufern über 2 km im Maintal entlang aus der Stadt hinaus in die Mainauen. In dem im 19. Jahrhundert angelegten Park gibt es Gastronomie, Biergärten und am Mainufer Sportclubs, Bootshäfen und Bademöglichkeiten.Die Altstadt, mit der teilweise erhaltenen Stadtmauer, wird größtenteils von Ringanlagen umgeben: im Norden von Fichtels Garten und Motherwell-Park, im Osten von der Grünanlage am Philosophengang und der Ringanlage am Am Unteren Wall, im Süden am Main vom Alten Friedhof und im Westen vom Châteaudun-Park. Außerhalb der Innenstadt liegen am Deutschhof der Seinäjoki-Park, im Westen die Grünanlage am Schuttberg auf Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs und in Oberndorf der Pfister-Park an einer einstigen Wasserburg an der Kreuzkirche.

Tierpark und Schutzgebiete

Der Wildpark an den Eichen, im Stadtwald am Rande der Schweinfurter Rhön, wurde ab 1962 aufgebaut, nachdem der private Zoo in den Wehranlagen den Bombenangriffen 1944 zum Opfer fiel. Der Wildpark umfasst 18 Hektar mit 500 Tieren.

Im Stadtgebiet befinden sich ein Naturschutzgebiet mit dem Namen Saumain in der Stadt Schweinfurt, zwei Landschaftsschutzgebiete, zwei FFH-Gebiete (Stand März 2016) und ein Geotop.

Siehe auch: Liste der Naturschutzgebiete in der Stadt Schweinfurt, Liste der Landschaftsschutzgebiete in Schweinfurt, Liste der FFH-Gebiete in der Stadt Schweinfurt und Liste der Geotope in Schweinfurt

Weinbau

Der örtliche Weinbau hat kaum noch wirtschaftliche aber nach wie vor kulturelle Bedeutung für die Selbstwahrnehmung und Lebensart der Stadt. Die großlagenfreien Weinberge mit 3,54 Hektar bestockter Rebfläche (2017) gehören zum Bereich Volkacher Mainschleife des Fränkischen Weinbaugebiets.

In Schweinfurt wird seit über 1000 Jahren Weinbau betrieben. Im 19. Jahrhundert war Schweinfurt eine bedeutende Weinbau- und Weinhandelsstadt, 1802 mit etwa 320 Hektar Rebfläche, was dem größten heutigen fränkische Weinbauort Nordheim am Main entspricht. Stadtviertel östlich der Altstadt befinden sich fast vollständig auf einstigen Weinbergen (siehe Bild). Goethe schätzte den Schweinfurter Wein und ließ sich große Mengen liefern. Die Verbindung Goethes zum Schweinfurter Wein geht aus sieben Goethebriefen hervor, die im Goethe-Schiller-Museum in Weimar verwahrt werden. Die Reblaus tauchte 1902 in Franken auf und traf den Schweinfurter Raum besonders hart.

Seit den 1980er Jahren wird wieder in den historischen Weinlagen Peterstirn und Mainleite Weinbau mit der Leitsorte Silvaner betrieben. Durch die fast vollständige Unterbrechung des Weinbaus blieben die Weinberge von der Zuordnung zu Großweinlagen und der großen Flurbereinigung der 1970er Jahre verschont, bei der besonders im Raum Kitzingen und Würzburg alte Strukturen zerstört wurden und zum Teil dem Anbau von Massenwein für die Winzergemeinschaft Franken wichen. Die historische Wein-Kulturlandschaft am Schweinfurter Burgberg Peterstirn blieb dadurch unversehrt erhalten. Dort befindet sich ein Weingut im Familienbesitz, wo zweimal jährlich ein Weinfest stattfindet (siehe: Regelmäßige Veranstaltungen).

Klima

Der Niederschlag ist für westdeutsche Verhältnisse gering, mit knapp über 600 mm pro Jahr, bedingt durch die Lage der Stadt östlich des Landrückens Rhön–Spessart, auf der Leeseite, in der Schweinfurter Trockenplatte. Längere Trockenperioden sind zu allen Jahreszeiten möglich, da die meisten Niederschläge im Hochsommer als kurze Gewittergüssen niedergehen, weshalb Schweinfurt 2015 Deutschlands Blitzhauptstadt war, mit 4,5 Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer. Dauerregen über einen halben Tag hinaus sind selten. Die Winter sind mitunter kalt, die Übergangszeiten für bayerische Verhältnisse durch die niedrige Seehöhe relativ mild und die Sommer meist warm. Das Frühjahr zieht im Schweinfurter Becken bald ein und ist sehr ausgeprägt.

Das gemäßigte Kontinentalklima kommt sonst in Westdeutschland nirgends vor, ist aber in Ostdeutschland weit verbreitet. Schweinfurter und Berliner Klima-Eckdaten sind nahezu identisch.

Durch die Klimaerwärmung verminderten sich bis in die 1980er Jahre auftretende strengere Winter rapide. Die Sommer wurden nun, insbesondere im südlichen Bereich, im Schweinfurter Becken, manchmal tropisch heiß, im Hitzesommer 2015 bis nahe 40 °C, sie sind aber im nördlichen Bereich, an der Schweinfurter Rhön, seit jeher etwas gemäßigter.

Im Stadtklima wird der Wärmeinsel-Effekt durch mehrere begünstigende topografische Faktoren abgemildert und ist dadurch wesentlich geringer, als im benachbarten Würzburg. Schweinfurt liegt nicht in einem Talkessel, besitzt viel Grün (siehe: Wälder und Parks) und viele Gewässer (siehe: Gewässer). Zudem verläuft das Maintal in der Hauptwindrichtung von Ost nach West.

Siehe auch: Klimaschutz

Stadtentwicklung und Stadtbild

Schweinfurt ist trotz seiner Großindustrie eine organisch gewachsene Stadt. Im Zweiten Weltkrieg wurde Schweinfurt außerhalb der Industriegebiete lediglich zu ca. 40 % zerstört, damit nicht mehr als Rothenburg ob der Tauber. Es gab keinen Feuersturm, im Gegensatz zu Würzburg. Nach dem Krieg war deshalb ein planmäßiger, schneller Wiederaufbau nur an einigen Stellen der Stadt nötig. Dadurch gab es für spätere Zeiten über viele Stilepochen noch Gestaltungsspielraum. Im Westen der Stadt ist bis heute der Baustil der 1930er Jahre stadtbildprägend, insbesondere durch die Klinkerbauten der Großindustrie in bis heute komplett erhaltenen oder nach Kriegsschäden teilrekonstruierten Straßenfronten (siehe: Moderne).

Die Entwicklung von einer historischen Kleinstadt über die Industrialisierung bis zum Oberzentrum für eine halbe Million Einwohner widerspiegelt sich auch im gegensätzlichen Stadtbild. Es wandelt sich von Ost nach West (in unterer Bildfolge von links nach rechts). Altfränkische Gassen der östlichen Altstadt gehen über in mittelstädtische, zuweilen chaotische Strukturen um den Roßmarkt, bis hin zu großstädtischem Stadtbild in der westlichen City. Einen großen Gegensatz im Osten bildet jedoch das Rückert-Center.

Schweinfurt-city-walls.jpg|Zürch,
einstiges BurgenviertelSchweinfurt, Markt, Rathaus 20170225 027.jpg|Markt
mit Altem RathausSchweinfurt Petersgasse 3 Schrotturm-001.JPG|Altes Gewerbe-viertel mit SchrotturmSchweinfurt Ryn.jpg|Fischerrain,
einstiges FischerviertelIdunahochhausJägersbrunnen.JPG|City
mit Idunahochhaus

Stadtgliederung

Bei der Bayerischen Gebietsreform wurden keine Vororte eingemeindet, weshalb das Stadtgebiet nur die Kernstadt und das 1919 eingemeindete Oberndorf umfasst.

Es gibt keine amtliche Stadtgliederung, sondern das Stadtgebiet wurde lediglich in 26 statistische Bezirke eingeteilt. Aus untenstehender Liste zur Sozialstruktur von der Stadt Schweinfurt ergeben sich 15 Stadtteile (blaue Fettschrift), sofern man, gemäß der öffentlichen Wahrnehmung, die Altstadt zur Innenstadt zählt. Die einzige Übersichtskarte zur Stadtgliederung befindet sich im Jugendhilfeplan der Stadt. Im Widerspruch zur unteren Liste wurde im Jugendhilfeplan in der Übersichtskarte (die sich auf die Bedürfnisse der Jugendarbeit bezieht) und im Text der Bezirk 47 Zeilbaum nicht dem Stadtteil Deutschhof, sondern dem Nordöstlichen Stadtteil zugeordnet.

Schweinfurt-Altstadt.jpg|Schweinfurt, Rüfferstraße 1-002.jpg|

Schweinfurt, Luitpoldstraße 21-crop.jpg|Kreuzbergstr. 2-10 - panoramio.jpg|

Stadtgliederung und Sozialstruktur
Nr. Name des statistischen Bezirks/Stadtteils Einwohner
31. Dez. 2015
Ausländer
(%)
Doppelstaatler
(%)
11 Altstadt 2.529 17,7 6,9
12 Innenstadt-West 4.291 29,4 15,7
13 Innenstadt-Nord 3.994 23,0 13,1
21 Bergl 9.162 18,8 23,9
22 Musikerviertel 3.103 20,4 20,1
31 Nordwestlicher Stadtteil 3.314 19,1 15,5
32 Gartenstadt 2.787 6,6 9,4
33 Nördlicher Stadtteil 3.024 11,9 16,6
34 Haardt 1.779 7,4 17,4
35 Eselshöhe 2.561 4,3 13,9
41 Hochfeld/Steinberg 5.126 7,6 10,8
42 Nordöstlicher Stadtteil 2.734 7,4 8,2
43 Deutschhof-Süd 1.855 6,1 26,3
44 Deutschhof-Mitte 1.454 9,6 27,4
45 Deutschhof-Ost 962 7,3 25,7
46 Deutschhof-Nord 963 6,0 14,6
47 Deutschhof-Zeilbaum 784 1,9 11,4
51 Hafen-Ost 244 7,8 7,4
52 Hafen-West 22 50,0 4,5
53 Schweinfurt-Süd/Baggersee 4 0,0 0,0
54 Maintal 2 0,0 0,0
61 Oberndorf-Süd 1.135 11,3 9,7
62 Oberndorf-Mitte 1.326 16,1 13,7
32.5, 36, 63 Diverse Randgebiete 47 2,1 25,5
Schweinfurt insgesamt 53.202 14,6 16,2

Geschichte

Erste Besiedlungen und Namensbildung

Siedlungsspuren lassen sich auf heutigem Stadtgebiet an diversen Stellen seit 7500 Jahren nahezu lückenlos nachweisen. Die erste Siedlung des historischen Schweinfurts (Dorf Altstadt) lag ebenfalls am Main, zwischen Höllenbach und Marienbach, 1 km östlich (mainaufwärts) der später gegründeten Reichsstadt, die der heutigen Altstadt entspricht. Das Dorf Altstadt ist in den ersten Anfängen mindestens 2100 Jahre alt.

Nicht das Schwein, sondern der Swin hat der Stadt ihren Namen gegeben. Das Wort stammt wahrscheinlich nicht aus dem Althochdeutschen, sondern wurde von den Franken aus ihren ursprünglichen Gebieten um Maas und Schelde mitgebracht. Im Niederländischen bezeichnet Zwin {{IPA|zʋin}} einen Priel, einen Wasserlauf in Watt und Marsch. Swin bedeutet im eigentlichen Sinn abnehmen („schwinden“), was sich in diesem Zusammenhang auf das seichte Wasser einer Furt bezieht. Das Wort war auch im Altsächsischen in Gebrauch, worauf mehrere Orte namens Swinford auf den Britischen Inseln hinweisen; ferner auch Swinemünde an der Swine. Der Siedlungsname ist wie folgt belegt:

  • 720 Suinuurde.
  • 791 Suuinfurtero (erste urkundliche Erwähnung).
  • 804 Suuinfurte.
  • ? Swinfurt.
  • ? Swinvordi.
  • 1230 Swinfurthe.
  • 1254 Swinvorde
  • ? Sweinvort.
  • 1500 Sweynfurt.
  • ? Schweinfurt

„Hättest Mainfurt, hättest Weinfurt, weil du führest Wein, heißen können, aber Schweinfurt, Schweinfurt sollt es sein.“ Friedrich Rückert

Frühmittelalter

Die erste urkundliche Erwähnung Schweinfurts (Dorf Altstadt) erfolgte im Jahr 791. Bedeutung erlangte Schweinfurt im Jahre 941 mit der Nennung des Grafen Berthold als erstem Glied des Hauses der Grafen von Schweinfurt. Er nahm eine wichtige Position im zentralen Reichsgebiet, dem Herzogtum Franken, ein. Berthold gab dem König des Ostfrankenreichs Otto I. (936-973), der 962 römisch-deutscher Kaiser wurde, gegen aufständische Stammesherzöge wertvolle Waffenhilfe. Als Dank erhielt Berthold von Otto I. die Grafschaften für den Folkfeld- und den Radenzgau sowie die Markgrafschaft für den Nordgau, in etwa die heutige Oberpfalz. Dadurch war er und ab 980 sein Sohn Heinrich der mächtigste weltliche Adelige auf dem Gebiet des heutigen Nordbayern.

Später unterstützte Graf Heinrich (Hezilo) den ostfränkischen König Heinrich II. (1002–1024, ab 1014 römisch-deutscher Kaiser) bei der Königswahl 1002 und bekam dafür die Herzogswürde von Baiern zugesagt. Nach der Wahl löste jedoch Heinrich II. das Versprechen nicht ein. Daraufhin kam es 1003 zur Schweinfurter Fehde. Graf Heinrich verlor seinen gesamten Besitz. Die entzogenen Königsgüter bildeten den Kern des neuen Bistums Bamberg. Hezilo behielt jedoch seinen Besitz um den Burgberg Peterstirn. Das Geschlecht, in dem Judith von Schweinfurt zu einer zentralen Figur der Alt-Schweinfurter Stadtgeschichte wurde, starb im Mannesstamm 1057 aus und spätestens dieses Jahr markiert das unumstrittene Ende der bedeutenden Rolle der Markgrafen von Schweinfurt.

Zu den Anfängen der heutigen Altstadt aus dem 12. Jahrhundert, westlich des Dorfs Altstadt, gibt es unterschiedliche Ansichten, von einem allmählichen Aufbau bis zur geplanten Civitas Imperii (Reichsstadt), also einer Gründungsstadt, durch Kaiser Friedrich I. Barbarossa, unter Verwendung von vorhandenem Königsgut. Im Kampf um die Vorherrschaft in Mainfranken zwischen den Hennebergern und dem Bischof von Würzburg wurde die Stadt zwischen 1240 und 1250 zerstört (Erstes Stadtverderben). Es ist jedoch umstritten, ob diese Zerstörung noch im Dorf Altstadt erfolgte und ein Grund für den Aufbau der westlich gelegenen Reichsstadt war oder ob die Zerstörung bereits hier stattfand. In einem Brief König Wilhelms vom 9. Januar 1254 heißt es, Schweinfurt sei früher Reichsstadt gewesen (...Swinforde, que olim imperii civitas fuerat). Es bleibt unklar, ob jemals der Stadt Rechte entzogen wurden oder ob nur auf die Zerstörung Bezug genommen wird. Jedoch ist dieser Brief der erste urkundliche Nachweis von Schweinfurt als Reichsstadt und somit auch als Ort mit Stadtrecht. Bis 1524 waren die letzten Bewohner aus dem Dorf Altstadt übergesiedelt, das danach völlig verfiel.

Spätmittelalter

Die (innere) Stadtbefestigung der neuen Stadt wurde errichtet und erstmals 1258 urkundlich erwähnt, sie ist am Marienbach heute noch weitgehend erhaltenen. 1282 wurde Schweinfurt von Rudolf von Habsburg (1273–1291) als Reichsstadt bestätigt. Durch Verpfändung kam 1309 Schweinfurt an die Henneberger, die von 1310 bis 1427 eine Reichsburg im Stadtteil Zürch unterhielten. Die Gefahr dem Reich auf Dauer entfremdet zu werden konnte nur durch Selbstauslösung (1361/1385) unter großen finanziellen Opfern gebannt werden. In Folge stärkten zahlreiche königliche Privilegien die Kommune in rechtlicher und wirtschaftlicher Hinsicht.

Territorium der Reichsstadt Schweinfurt von 1620–1802<br />und umgebende Gebiete

Im 15. Jahrhundert begann der Aufbau eines Territoriums um die Kernstadt, der sich bis 1620 hinzog. 1436 wurde die unmittelbar südwestlich an die Stadtmauer grenzende alte Fischersiedlung Fischerrain, deren Ursprünge im Dunkel liegen, in die Stadt eingegliedert. Auf Grund positiver wirtschaftlicher Entwicklung konnte die Stadt 1436 den Vorort Oberndorf erwerben. 1436/37 erhielt der Rat der Stadt vom Deutschen Orden für 18.000 Gulden die Burg auf der Peterstirn sowie das zugehörige Landgebiet mit Zell, Weipoltshausen und einigen Höfen.

Frühe Neuzeit

Schweinfurt schloss sich relativ spät, 1542, der Reformation an, da die Stadt zusammen mit benachbarten Reichsdörfern und reichsritterschaftlichen Dörfern vollständig vom katholischen Hochstift Würzburg umgeben war. Bei einem Konfessionswechsel musste mit militärischen Übergriffen gerechnet werden. Der Schutzherr der Stadt, Graf Wilhelm von Henneberg, bot dafür nicht genügend Rückhalt.

Im Zuge des Zweiten Markgrafenkriegs wurde die Stadt 1554 geplündert und in Brand gesetzt. Dies ging als Zweites Stadtverderben in die Stadtgeschichte ein. Der Wiederaufbau zog sich bis 1615 hin. In dieser Form blieb die Altstadt, mit Ausnahme später modernisierter Befestigungsanlagen, bis ins frühe 19. Jahrhundert fast unverändert. 1609 trat die Stadt der Protestantischen Union bei. Das reichsstädtische Territorium wurde 1620 noch um Madenhausen ergänzt. Durch diese Erwerbe hatte das Territorium der Reichsstadt nun von Südwesten nach Nordosten eine Ausdehnung von 17 km. Dadurch war von der Stadt Schweinfurt über den Ritterkanton Baunach ein nahezu durchgehender protestantischer Korridor durch die Hochstifte Würzburg und Bamberg ins protestantische Herzogtum Sachsen entstanden.

Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) kam 1632 der schwedische König Gustav II. Adolf in die Stadt. Der schwedische Generalfeldmarschall Karl Gustav Wrangel errichtete sein Hauptquartier in Schweinfurt. In den 1640er Jahren wurde die Stadtmauer von Wrangel zu einer modernen Befestigungsanlage ausgebaut. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt nicht zerstört und kaum beschädigt. Die beiden bekanntesten (nebenstehenden) Abbildungen der Reichsstadt stammen aus der Zeit unmittelbar nach dem Dreißigjährigen Krieg.

Schweinfurt-1648-Merian.jpg|Reichsstadt Schweinfurt 1648, M. Merian, Frankfurt/MDe Merian Frankoniae 128.jpg|Reichsstadt Schweinfurt
in Topographia Franconiae1 Ultsch1 Spitaltor Heilig Geist Zuckerfabrik Steinweg Spitalgasse vor 1896 S. 11.jpg|Spitalstraße
(Foto vor 1896)1 Ultsch1 Rothsches Haus Schopperhaus um 1891 S. 37.jpg|Rothsches Haus1 Ultsch1 äußeres Spitaltor Wachturm von 1555 vor 1896 S. 13.jpg|Äußeres Spitaltor
und Innerer Spitalturm
(Foto vor 1896)

Eine Universität war um 1630 in Schweinfurt geplant, aber das Projekt scheiterte. Auf der Reichsstadt lag ein enormer politischer Druck, da sie eine humanistische und protestantische Insel war, umzingelt vom Hochstift Würzburg und Hochstift Bamberg. Knapp hundert Jahre nachdem in Schweinfurt 1652 die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina (heute Nationale Akademie der Wissenschaften) gegründet wurde, gab es in Würzburg die letzte Hexenverbrennung.

Auf Weisung des schwedischen Königs Gustav II. Adolf wurde 1632 in Schweinfurt das Gymnasium Gustavianum, das heutige Celtis-Gymnasium, gegründet. Zudem wollte er in der Stadt, als protestantischen Gegenpol zur Universität Würzburg, eine vom katholischen Dogmatismus befreite, allein der Wissenschaft verpflichtete Universität gründen, die den Namen tatsächlich verdiente. Er nahm deshalb im Dreißigjährigen Krieg dem Hochstift Würzburg Geldersheim und 17 weitere Ortschaften weg und schenkte sie Anfang 1632 der Reichsstadt zur Finanzierung der Eliteschule. Das Vorhaben wurde letztlich durch seinen Tod Ende 1632 in der Schlacht bei Lützen vereitelt. Die schwedische Zwischenregierung in den annektierten, lutherisch gewordenen Gebieten endete 1634, als die alten Verhältnisse wieder hergestellt wurden.

Späte Neuzeit

Das Jahr 1770 markiert den Beginn der Industrialisierung der Stadt mit einer bis heute durchgängigen 250 jährigen Industriegeschichte, ohne Phasen der Deindustrialisierung, die allen anderen klassischen fränkischen Industriestädten, Nürnberg, Fürth, Aschaffenburg und Hof widerfuhren. Die chemische und Farbenindustrie machte 1770 den Anfang, mit der Errichtung der Wolfschen Bleiweißmühle am Bleiweißmühlenwehr (Volksmund: Elefantenbuckel) an den heutigen Wehranlagen. Sie soll laut Ferdinand Gademann (1880–1969) die älteste deutsche Bleiweißfabrik gewesen sein. 1780 wurde sie von Johann Martin Schmidt übernommen. Weitere fabrikähnliche Anlagen entstanden an der Bellevue und im Vorort Niederwerrn.

Durch den Reichsdeputationshauptschluss kam Schweinfurt 1802 zu Bayern, drei Jahre bevor das Königreich Bayern gegründet wurde. 4000 Menschen demonstrierten am Roßmarkt vergeblich gegen den Anschluss. Nach der zwischenzeitlichen Zugehörigkeit zum Großherzogtum Würzburg (1810–1814) fiel Schweinfurt 1814 an das Königreich Bayern. Die zum reichsstädtischen Territorium gehörenden Dörfer wurden ausgegliedert. Dadurch verlor Schweinfurt etwa zwei Drittel seines Gebietes.

Im Deutschen Krieg besiegten am 10. Juli 1866 in der Schlacht bei Kissingen preußische Truppen die Bayern, die nach Schweinfurt flüchteten. Die Preußen folgten ihnen bis nahe der Stadt, erhielten aber dort den Befehl, gegen Frankfurt am Main zu marschieren. Schweinfurt stand zu keiner Zeit in irgendeiner Art unter dem Einfluss Preußens.

1852 erfolgte mit der Eröffnung der Ludwigs-Westbahn von Bamberg zum Stadtbahnhof der Anschluss ans Eisenbahnnetz. 1874 wurde 2,5 km westlich der heutige Hauptbahnhof in Oberndorf eröffnet. Die Schweinfurter Straßenbahn verband als erste kommunale Straßenbahn Bayerns von 1895 bis 1921 den Hauptbahnhof mit dem Stadtzentrum.

Straßenbahn Schweinfurt.png|Schweinfurter Straßenbahn (Pferdebahn)
in der Hauptbahnhofstraße(1913) SCHWEINFURT Fichtel & Sachs Abb.2.jpg|Fichtel & Sachs AG Werk 1
im Jahr 1913
(ab 1929 VKF)1 Ultsch2 Spitalstraße mit Pferdebahn nach 1896 S. 44.jpg|Spitalstraße nach 1894,
mit Straßenbahn1 Ultsch1 Leinritt am Fischerrain Pumpwerk Maxbrücke um 1902 S. 34.jpg|Mainmühlen an der Maxbrücke vor 1902; unterhalb der Brücke das Webersche Strudel- und Wellenbad

Moderne

Die 1930er Jahre waren eine der wichtigsten Epochen der Schweinfurter Stadtentwicklung. Die Mitarbeiterzahl der metallverarbeitenden Großfirmen stieg bis 1939 auf 20.700 an. Dadurch kam es zu einem Bauboom. Im Wohnungsbau entstanden, insbesondere im Nordwestlichen Stadtteil, weitläufige Wohnanlagen und die Weichen für die moderne Stadtentwicklung wurden gestellt. Großzügige Freizeiteinrichtungen entstanden (Ernst-Sachs-Bad, Willy-Sachs-Stadion).

Der Zweite Weltkrieg brach mitten in der Boomphase aus. Der Luftkrieg über Schweinfurt unterschied sich von den anderen Städten. Nicht die einheimische Bevölkerung, sondern die angreifende Luftwaffe erlebte einen Schicksalstag. Die örtliche, kriegswichtige Wälzlagerindustrie war eine Schlüsselindustrie für den Panzer- Flugzeugbau. Albert Speer, ab 1942 Reichsminister für Bewaffnung und Munition, sagte, dass bei Ausfall der Schweinfurter Industrie der Krieg zwei Monaten später zu Ende gewesen wäre. Deshalb hatte die Stadt die beste Luftverteidigung Deutschlands.

Die United States Army Air Forces (USAAF) erlitt in Luftkämpfen über der Stadt ihre größten Verluste. Insgesamt wurde in 15 größeren und sieben kleineren Luftangriffen die Stadt zu 40 % und das Industriegebiet zu 80 % zerstört, was als Drittes Stadtverderben bezeichnet wird. Jedoch wurde bei den Luftangriffen kein Feuersturm entfacht, im Gegensatz zum benachbarten Würzburg, wo in einem einzigen Angriff die gesamte Stadt zu 80 % zerstört wurde. Der erste Luftangriff der Alliierten erfolgte am 17. August 1943, im Rahmen der Operation Double Strike, wobei sie bereits große Verluste erlitten. Beim zweiten Angriff am 14. Oktober 1943 erlitt die USAAF über Schweinfurt ihre größte Luftniederlage. Der Tag ging als Black Thursday (Schwarzer Donnerstag) in die Geschichte der amerikanischen Luftwaffe ein. Von insgesamt 291 Bombern verlor die 8. US-Luftflotte 77 B-17-Bomber, und weitere 121 wurden so schwer getroffen, dass sie nicht mehr eingesetzt werden konnten. Unter den Bomberbesatzungen gab es mit 600 Todesopfern weit mehr als unter der Zivilbevölkerung. Darauf waren bei den Alliierten Bomberbesatzungen Angriffe auf Schweinfurt gefürchtet.

Die US Army marschierte am 11. April 1945 in die Stadt ein. In die 1946 in „Ledward Barracks“ umbenannte Panzerkaserne zog das Hauptquartier der neu gegründeten U.S. Army Garrison Schweinfurt. Im Kalten Krieg hatte der Schweinfurter Standort die höchste Konzentration von US-Kampf-Einheiten in der Bundesrepublik Deutschland.

Wie viele andere westdeutschen Städte erlebte auch Schweinfurt in den 1950er und 1960er Jahren ein Wirtschaftswunder, und die Großindustrie boomte. Um dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken, wurden ab 1960 Gastarbeiter angeworben. Die meisten Bauprojekte der Nachkriegszeit wurden unter Oberbürgermeister Georg Wichtermann (SPD, 1965–1974) verwirklicht, in der von der SPD mit absoluter Mehrheit regierten Stadt. Zahlreiche neue Wohn-Stadtteile entstanden. Durch den Sprung über den Main (ab 1963) entstanden südlich des Mains der Gewerbepark Hafen-Ost und das neue Industriegebiet Hafen-West. Die Infrastruktur wurde ausgebaut, u. a. mit dem Mainhafen (1963) und der heutigen Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt (1971).

Die Zeit des Oberbürgermeisters Kurt Petzold (SPD, 1974–1992) stand unter den Zeichen von Konsolidierung, aber auch von Ölkrise und Rezessionen, mit Stellenabbau in der örtlichen Großindustrie. 1979 begann die Altstadtsanierung, als Anfangspunkt einer bis heute andauernden Umgestaltung der Stadt, mit erfolgtem Imagewandel, von der Grauen-Maus-Industriestadt zur Stadt hoher Lebensqualität. 1981 wurde das große städtische Klinikum Leopoldina-Krankenhaus eröffnet.

Mit Gudrun Grieser gelang es der CSU 1992 erstmals, in der bisher von der SPD dominierten Stadt den Oberbürgermeister zu stellen. Die bayerische Staatsregierung unter Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) begleitete den Machtwechsel wohlwollend, und Teile des Bayerischen Landessozialgerichts und des Bayerischen Landesamtes für Statistik wurden von München nach Schweinfurt verlegt. Während der Amtszeit Griesers stabilisierte sich ab Mitte der 1990er Jahre die wirtschaftliche Lage, 4500 neue Industriearbeitsplätze und rund 6000 Jobs im Dienstleistungsbereich entstanden. Die Gewerbesteuereinnahmen stiegen auf Rekordhöhe.

In der Grieser-Ära wurde das neue Motto der Stadt Industrie und Kunst kreiert. Sehr viele Projekte gaben der Stadt ein neues Gesicht, setzten in der Architektur neue, überregional beachtete Zeichen und wurden mit zahlreichen Architekturpreisen honoriert. Unter den vielen verwirklichten Projekten sind der neue Industrie- und Gewerbepark Maintal (ab 1995), das Museum Georg Schäfer (2000), das Konferenzzentrum Maininsel (2004), die Stadtbücherei im Ebracher Hof (2007), die Kunsthalle Schweinfurt (2009), die Stadtgalerie Schweinfurt (2009) mit Umgestaltung der Weststadt und dem neuen DB-Halt Schweinfurt-Mitte, das Jugendgästehaus (2009), der Gesundheitspark Schweinfurt (ab 2009) und der Campus 2 der Hochschule für angewandte Wissenschaften besonders zu erwähnen.

Unter Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU, ab 2010) wurde das Großprojekt Neue Hadergasse umgesetzt. Die Gewerbesteuereinnahmen stiegen weiter, und die Stadt konnte Rücklagen ansparen. Diese werden aktuell für das Mammutprojekt US-Konversion eingesetzt, das zu den derzeit fünf größten Militär-Konversionsprojekten Deutschlands zählt. Hervorzuheben sind hierzu der i-Campus Schweinfurt und der neue Stadtteil Bellevue.

Bevölkerung

Kulturelle Prägung

Die multikulturelle Schweinfurter Kernstadt, mit einer Bevölkerung mit fast 50 % Migrationshintergrund und 125 Nationalitäten, steht im starken Kontrast zum Umland. Schweinfurt ist die nördlichste größere Stadt mit vollkommen süddeutscher Prägung. Trotz der deutschen Mittellage an der Mainlinie ist Mainfranken ethnisch und kulturell süddeutsch geprägt. Mainfranken liegt im Bereich des Oberdeutschen und im Verbreitungsgebiet des Grußes Grüß Gott, man feiert Fasching statt Karneval und spielt(e) Schafkopf statt Skat. Die Landschafts- und Ortsbilder südlich der Stadt ähneln denen im Elsaß (Elsaß Bayerns).

Das Schweinfurter Land gehört zu den Regionen mit ältesten deutschen Dörfern. Es ist ein Zentrum fränkischer Tracht und fränkischen Brauchtums, mit Kirchweihen (Kerm) und Weinfesten. Hinzu kommt bei den Schweinfurter Vororten die für Franken typische Mischung protestantischer und katholischer Orte. Die protestantischen Vororte waren Reichsritterschaften bzw. Sennfeld und Gochsheim Reichsdörfer, von denen es im Heiligen Römischen Reich insgesamt nur acht gab. Außerdem überlappt sich im östlichen Teil der Region Weinfranken mit Bierfranken. Zudem haben die Landkreise um Schweinfurt den niedrigsten Anteil von Migranten Westdeutschlands.

Sprache

Der Unterostfränkische Dialekt ist dem bis in die äußerste Nordostecke Frankreichs reichenden Südfränkischen sehr ähnlich, im großen Gegensatz zum Bairischen und auch im Gegensatz zum Nürnberger Dialekt, der teilweise vom nordbairischen Dialekt geprägt wird.

In Schweinfurt werden im Gegensatz zum benachbarten Würzburger Raum fränkische Dialektbezeichnungen negiert, man spricht nicht Meefränkisch, sondern Schweinfurterisch. Ein auffälliger Unterschied zum restlichen Unterostfränkischen ist die Verkleinerungsform in der Pluralbildung, mit der Endung lich statt li; z. B. Häuslich statt Häusli für hochdeutsch Häuschen.

Heute ist der Schweinfurter Dialekt innerhalb der Kernstadt fast bedeutungslos (siehe: Kulturelle Prägung). Aber auch früher wurde der Dialekt in der Stadt weniger ausgeprägt gesprochen, als im näheren Umland. In der Geschichte war der Schweinfurter Dialekt die Sprache der einfacheren Leute, der Arbeiter in der Stadt und Bauern der Umgebung. Ferner auch die Sprache alteingesessener Originale, an die Figuren aus Kolumnen des Schweinfurter Tagblatts anknüpften, wie s Schorschle meent oder die Rosl von der Keßlergass. Die Bildungsschicht sprach und spricht Hochdeutsch, mit unterschiedlich ausgeprägter oder kaum mehr vorhandener fränkischer Klangfärbung, da der mitunter sehr deftig klingende Schweinfurter Dialekt als unfein gilt.

Amerikaner in Schweinfurt

Die USAG Schweinfurt umfasste einschließlich Standortübungsplatz Areale von 29 km². Von den 1950er bis in die späten 1990er Jahre wurde neben militärischen Anlagen sukzessive eine zivile Infrastruktur aufgebaut, die der einer amerikanischen Kleinstadt entsprach. In Folge der Schließung vieler anderer deutscher US-Standorte wurde Schweinfurt schließlich zu einem der größten US-Standorte Europas.

Ab den 1990er Jahren bekam die USAG Schweinfurt zivileren Charakter. Mit den Berufssoldaten kamen viele Familienangehörige, die schließlich in der Mehrheit waren. Zudem bemerkte man den sozialen Wandel in den USA, hin zu einer multikulturelleren Gesellschaft, mit mehr Afroamerikanern, Latinos und Asiaten.

Die Umstrukturierung der deutschen US-Streitkräfte wurde 2014 mit der Auflösung des Standorts Schweinfurt abgeschlossen (siehe auch: Geschichte, Moderne). Auf einstigen US-Arealen entstehen derzeit zahlreiche Großprojekte.

Siehe auch: Liste zur US-Konversion Schweinfurt

Gesellschaftliche Umbrüche

Seit den 1970er Jahren verließen viele jüngere Familien und auch alteingesessene Bürger die engen politischen Grenzen der Stadt und zogen in die Vororte, wodurch ein Speckgürtel entstand. Die westliche Kernstadt wurde nun zunehmend von Segregation bestimmt, im Zusammenspiel mit abnehmender deutscher Bevölkerung. In den innerstädtischen und westlichen Wohngebiete, die nicht mehr den gestiegenen deutschen Ansprüchen entsprachen, zogen Familien mit Migrationshintergrunden in freiwerdende, preiswerte Wohnungen. Dadurch bildeten sich neben den weithin aus Einfamilienhäusern bestehenden bürgerlichen Vierteln auf den Anhöhen im Norden und Osten durch Ethnizität geprägte Viertel im Westen. Es entstanden große Gegensätze, wie sonst nirgends im provinziell strukturierten Unterfranken.

Einwohnerentwicklung

1939 hatte Schweinfurt 50.000 Einwohner und 1970 den bisherigen Höchststand mit 58.500 Einwohnern. Während danach nahezu alle anderen deutschen Städte demografisch bedingte Einwohnerabnahmen durch Eingemeindungen ausgleichen konnten, sank in Schweinfurt die Einwohnerzahl bis 1987 auf 52.000. Danach stieg sie bis 1996 durch Zuzg von Spätaussiedlern wieder auf 56.000 an. 2014 fiel die Einwohnerzahl mit 51.600 auf den tiefsten Stand seit Anfang der 1950er Jahre. Danach trat eine positive Wende ein, aufgrund mehrerer Faktoren: Flüchtlinge, US-Konversion, i-Campus Schweinfurt, neuer Trend zurück in die Städte und hohe lokale Lebensqualität. Seit 2015 nahm die Einwohnerzahl zu, 2018 auf 54.032.

Die Agglomeration ist im Falle Schweinfurts eine bessere Vergleichsgröße zur Einwohnerzahl anderer Städte. 1994 hatte sie 105.000 Einwohner, sank auf 96.600 Einwohner (Zensus 9. Mai 2011) und stieg danach wieder auf 100.200 Einwohner (Schätzung 31. Dezember 2018).

Nicht in den Einwohnerstatistiken enthalten sind die Angehörigen der zwischen 1945 und 2014 in und nahe der Stadt stationierten Personen der U.S. Army Garrison Schweinfurt mit ihren Familien, mit zeitweise über 12.000 Menschen.

Eingemeindung

Bei der bayerischen Gebietsreform wurden in Folge wahltaktischer Überlegungen örtlicher CSU-Mandatsträger keine Vororte eingemeindet. Schweinfurt umfasst deshalb gegenüber fast allen anderen deutschen Städten fast nur die Kernstadt und wurde zur flächenkleinsten kreisfreien Stadt Deutschlands.

Einzig Oberndorf wurde 1919 eingemeindet, als es bereits komplett mit der Stadt zusammengewachsen war. Damals kamen 8,18 km² mit 3.886 Einwohnern zur Stadt hinzu. Den Ausschlag zur Eingemeindung gab die Großindustrie, die sich nur zu einem kleineren Teil auf Schweinfurter Gebiet und zum größten Teil auf den weitläufigen Arealen rund um den Hauptbahnhof auf Oberndorfer Gemeindegebiet angesiedelt hatte. Oberndorf konnte die Wasserversorgung der Großfirmen nicht mehr gewährleisten. Um die drohende Eingemeindung abzuwenden, ließ das Dorf 1911/12 einen mächtigen Wasserturm errichten. Das sehr harte Wasser lehnte die Großindustrie jedoch wegen der hohen Verkalkungsgefahr ab.

Religionen

Konfessionsstatistik

Im Jahr 2017 waren 23,8 % der Einwohner evangelisch und 36,8 % römisch-katholisch. 40,1 % gehörten anderen Konfessionen oder Religionsgemeinschaften an oder waren konfessionslos. Trotz Unterzahl ist der Protestantismus nach wie vor prägend für die kulturelle Bedeutung und Selbstwahrnehmung der einstigen Reichsstadt, die im scharfen Kontrast zum Hochstift Würzburg stand. Die alteingesessenen Schweinfurter Familien sind ausnahmslos protestantisch. Katholiken zogen erst in Folge der Industrialisierung vom Land zu.

Evangelisch-lutherisch

Landeskirche

Schweinfurt schloss sich erst relativ spät, 1542, der Reformation an. 1532 predigte der sächsische Hofprediger Spalatin anlässlich des Fürstentages in der Liebfrauenkirche, die 1729 in St. Salvator umbenannt wurde. Die Stadt erwarb 1542 das aufgelöste Karmeliterkloster. Die Ratsherren Nikolaus Sprenger und Ludwig Scheffer konnten mit Landgraf Philipp I. von Hessen den führenden Kopf des Schmalkaldischen Bundes und Vorkämpfer des Protestantismus als Schutz- und Schirmherrn und Reichsvogt gewinnen. Der vom Landgrafen gesandte Prediger Johann Sutel, genannt Sutellius, hielt in Schweinfurt am 19. Juni 1542 den ersten protestantischen Gottesdienst und verfasste in der Folgezeit eine Kirchenordnung. Der Rat, die Pfarrer, und jeder, der das Bürgerrecht erwerben wollte, wurden fortan auf die evangelische Lehre vereidigt. Damit waren bis zum Ende der Reichsstadtzeit Katholiken vom Bürgerrecht ausgeschlossen. Stadtschreiber und Syndikus Adam Alberti († 1583) unterzeichnete 1579 für den Bürgermeister und den Rat der Stadt Schweinfurt die lutherische Konkordienformel von 1577.

Zur Zeit der Gegenreformation (1587–1631) wanderten an die 700 Glaubensflüchtlinge aus der Stadt und dem Hochstift Würzburg nach Schweinfurt aus.

Siehe auch: Evangelisch-Lutherisches Dekanat Schweinfurt

Landeskirchliche Gemeinschaft

Die Christliche Gemeinschaft Schweinfurt der LKG ist Teil der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und gehört zum Landeskirchlichen Gemeinschaftsverband (LKG) in Bayern, der eine Zwischenstellung zwischen Landeskirche und Freikirchen einnimmt.

Freikirchen

Im 19. Jahrhundert stand an Stelle des heutigen Landratsamtes, an der Südseite des Schillerplatzes, als eines der ersten Gebäude des Gründerzeitviertels eine repräsentative Halle der Freien Christlichen Gemeinde. Das große Gebäude wurde spätestens ab 1868 anderweitig als Concert Halle und Theater genutzt, woher auch der Name Schillerplatz stammt. Bis in die 1970er Jahre gab es in der Stadt nur eine Methodistische und eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) sowie mehrere englischsprachige Gemeinden von Freikirchen für Angehörige der US-amerikanischen Garnison Schweinfurt. Seitdem entstanden weitere Gemeinden, sowohl in pietistisch-evangelikaler als auch pfingstlich-charismatischer Prägung. Zu erstgenannten gehören die Freikirchliche Gemeinde Christen in Aktion in Oberndorf und die Christliche Gemeinde Schweinfurt. Zu zweitgenannten Wort des Glaubens, gegründet von John und Mirjana Angelina vom heutigen Gospel Life Center in München und die Biblische Gemeinde Schweinfurt. Einige Freikirchen sind in der Evangelischen Allianz vertreten.

Römisch-katholisch

Der Katholizismus blieb für die kulturelle Ausprägung Schweinfurts bedeutungslos. Mit Einführung der Reformation waren alle Kirchen der Reichsstadt evangelisch geworden.

Das bayerische Religionsedikt von 1803 ermöglichte 1806 die Wiedergründung einer katholischen Pfarrei. Die katholische Gemeinde erhielt von der Stadt die Spitalkirche zum Heiligen Geist für ihre Gottesdienste. Sie wurde durch den stetigen Zuzug von Katholiken aus dem Umland mit der Zeit zu klein und abgebrochen. 1902 wurde daneben als Nachfolgebau die Heilig-Geist-Kirche fertiggestellt, die seitdem die Hauptkirche der Schweinfurter Katholiken ist.

Siehe auch: Dekanat Schweinfurt-Stadt

Griechisch-orthodox

Die Griechisch-orthodoxe Gemeinde hält ihre Gottesdienste im Untergeschoss von St. Anton ab.

Weitere christliche Gemeinschaften

Zudem sind in der Stadt Gemeinden der Sieben-Tags-Adventisten, der Neuapostolischen Kirche und der Zeugen Jehovas vertreten.

Judentum

Mit dem 1212 genannten Abraham von Schweinfurt lässt sich ein jüdischer Bewohner der Stadt nachweisen. Auch für die Folgezeit lassen sich jüdische Familien in der Stadt belegen, die sowohl von den Rintfleisch-Verfolgungen von 1298 als auch vom Pestpogrom von 1348/49 betroffen waren.1368 erhielt die Stadt Schweinfurt von Kaiser Karl IV. das Privileg, in ihren Mauern erneut Juden aufnehmen zu dürfen. In der Folgezeit konnten Juden, die sich in Schweinfurt niederließen, gegen Zahlung hoher Steuern relativ frei und sicher leben. Die Familien wohnten in der Judengasse im Alten Gewerbeviertel. Hier befanden sich auch Betstube und Tauchbad (Mikwe). Die mittelalterliche jüdische Gemeinde, die ihren Lebensunterhalt im Geldverleih und im Handel, besonders mit Wein bestritt, fand 1554/55 ihr Ende. Die Schweinfurter Bürger gingen gegen die Juden vor, weil sie bei ihnen stark verschuldet waren. Nach der Zerstörung im Markgrafenkrieg erhielt die Stadt 1555 vom Kaiser das Recht, den Juden, die vorher in ihren Mauern gelebt hatten, den erneuten Zuzug zu verweigern.

Erst in bayerischer Zeit durften sich nach 1814 jüdische Familien wieder in der Stadt ansiedeln; sie bildeten eine Jüdische Gemeinde und errichteten zwischen Siebenbrückleinsgasse und Roßmarkt eine Synagoge. 1874 wurde der heute noch bestehende Jüdische Friedhof Schweinfurt eröffnet, in dem es 1969 die bisher letzte Bestattung gab. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge von SA-Männern verwüstet, danach anderweitig genutzt und im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Islam

Seit den 1960er Jahren, mit der Zuwanderung türkischer Arbeitskräfte in das großindustrielle Zentrum Schweinfurt, spielt der Islam eine größere Rolle. In der Stadt gibt es inzwischen vier Moscheen, von den Gemeinschaften DITIB, Millî Görüş, IBV und der Arabischen Gemeinde. Die größte Gemeinde ist DITIB mit ca. 2.500 Gläubigen.

Siehe auch: Kirchen in Schweinfurt

Politik

Schweinfurt war in den Nachkriegsjahrzehnten neben München und Nürnberg eine der wenigen bayerischen SPD-Hochburgen, in der die SPD ständig den Oberbürgermeister stellte und die Stadtratswahlen gewann. Bis in den 1990er Jahren auf Grund des gesellschaftlichen Wandels auch in Schweinfurt die CSU die Oberhand gewann und die Stadt sogar zu einer CSU-Hochburg wurde (siehe: Oberbürgermeister). Weiterhin blieb Schweinfurt aber ein überregional bedeutendes Zentrum von Gewerkschaft und Linken, deren Vertreter öfters Ämter auf Landes- und Bundesebene einnehmen.

Stadtrat

Seit 1990 zogen, wie vielerorts, neben etablierten Parteien auch Wählergruppen in den Stadtrat ein, der aus 44 Sitzen besteht, die sich seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 wie folgt aufteilen:

Partei Sitze G/V
CSU 21 + 3
SPD 10 + 1
Linke 3 − 1
Schweinfurter Liste 3 − 1
Grüne 3 + 1
Pro Schweinfurt 2 − 1
REP/AfD 1 ± 0
FDP 1 ± 0

Der von den Wahlberechtigten in direkter Wahl gewählte Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU) ist das 45. Mitglied des Stadtrats. Die vom Stadtrat aus seinen Mitgliedern gewählten Stellvertreter des Oberbürgermeisters sind Sorya Lippert (CSU), als Zweiter und Karl-Heinz Kauczok (SPD) als Dritter Bürgermeister.

Oberbürgermeister

Lange Amtszeiten kennzeichnen Schweinfurts Oberbürgermeister. Bereits im 19. Jahrhundert war Carl von Schultes insgesamt 45 Jahre im Amt. Die SPD war viele Jahrzehnte stärkste politische Kraft in der Stadt und stellte von 1920 bis 1933 und von 1946 bis 1992 den Oberbürgermeister. Nach der gewonnenen Oberbürgermeisterwahl durch Gudrun Grieser (1992–2010) aus der CSU im Jahr 1992 wechselte erstmals die Mehrheit im Stadtrat zu Gunsten ihrer Partei. Für die OB-Wahl am 7. März 2010 gab es sechs Kandidaten. Sebastian Remelé (CSU) gewann die Stichwahl mit 63,4 % und wurde am 16. März 2014 mit 66,9 % im Amt bestätigt.

Wappen

Städtepartnerschaften

Schweinfurt unterhält folgende Städtepartnerschaften:

  • seit 1962: , Vereinigtes Königreich
  • seit 1964: , Frankreich
  • seit 1979: , FinnlandDer Bezirk North Lanarkshire entstand 1996 im Zuge einer schottischen Verwaltungs-Neugliederung. In ihm ging Schweinfurts älteste Partnerstadt Motherwell auf.

Kultur

Schweinfurt besitzt seit den 1980er Jahren eine vielfältige herkömmliche wie auch alternative Kulturszene. Die Stadt wurde zudem Produktionsstätte für Kulturschaffende und entwickelte sich ab der Jahrtausendwende zu einem überregionalen Zentrum in der Sparte Tanz (siehe: Tanz).

Preise und Auszeichnungen

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina verleiht für herausragende wissenschaftliche Tätigkeiten die Carus-Medaille. Seit 1961 wird den Trägern der Medaille der Carus-Preis der Stadt Schweinfurt verliehen. Er ist nach Carl Gustav Carus benannt, dem 13. Präsidenten der in Schweinfurt gegründeten Leopoldina.

Der Friedrich-Rückert-Preis der Stadt Schweinfurt wird alle drei Jahre an herausragende Schriftsteller vergeben.

Die Erich-und-Erna-Kronauer-Stiftung verleiht regelmäßig im Alten Rathaus der Stadt Schweinfurt einen Wissenschaftspreis für Historiker.

Stiftungen

Die Erich-und-Erna-Kronauer-Stiftung ist eine unselbstständige Stiftung mit Sitz in Schweinfurt. Sie wurde 1999 von Erich Kronauer und seiner Frau Erna Kronauer gegründet. Die Stiftung ist eng mit dem Historiker Ernst Nolte verbunden. Die Verleihung des Historikerpreises an den mit geschichtsrevisionistischen Thesen hervortretenden Stefan Scheil (2014), der mittlerweile Vorstandsmitglied ist, führte zu einer öffentlichen Kontroverse, spätestens im Zuge dessen Experten der Stiftung insgesamt eine Nähe zur Neuen Rechten attestierten.

Theater

Das Theater der Stadt Schweinfurt gehört zu den führenden Gastspielhäusern im deutschsprachigen Raum. Viele Berühmtheiten traten hier bereits auf, wie Jose Carreras, Ingeborg Hallstein, Heinz Rühmann, Marcel Marceau und andere. In jeder Spielzeit stehen etwa 150 Aufführungen mit Künstlern aus dem In- und Ausland auf dem Programm. Die drei Spielstätten werden im Schnitt von mehr als 80.000 Menschen jährlich besucht, darunter befinden sich seit vielen Jahren konstant 6.600 Abonnenten. Publikum kommt auch aus den umliegenden Metropolregionen.In der Disharmonie (Kulturwerkstatt am Main) finden Theater-, Kabarett-, Musik- und Kunstveranstaltungen statt. Der Disharmonie ist ein Café am Mainufer angegliedert. Die Kleinkunstbühne Schrotturmkeller befindet sich im Keller eines Renaissance-Hauses am Schrotturm, im Alten Gewerbeviertel. Die Hans-Sachs-Gruppe pflegt das spätmittelalterliche Fastnachtsspiel und den Renaissancetanz. Zudem gibt es den Freundeskreis Puppentheater Schweinfurt.

Museen und Galerien

Das Museum Georg Schäfer (MGS) präsentiert die bedeutendste Privatsammlung deutscher Malerei des 19. Jahrhunderts und die weltweit größte Sammlung von Werken Carl Spitzwegs. Ferner werden Werke von Caspar David Friedrich, Max Liebermann, Ferdinand Georg Waldmüller, Max Slevogt, Wilhelm Leibl und vielen anderen gezeigt. Die Bibliothek Otto Schäfer ist heute Teil des Museums Otto Schäfer (MOS) und enthält rund 1000 illustrierte Drucke, vornehmlich des 15. und 16. Jahrhunderts, darunter die nahezu vollständige Sammlung von Dürer-Stichen in hoher Qualität. Ein zweiter Sammlungsschwerpunkt sind die Erstausgaben deutscher Literatur von der Reformationszeit bis zum Realismus.

In der Kunsthalle Schweinfurt finden jährlich vier Präsentationen statt, wie beispielsweise 2014 die Sammlung Gunter Sachs, mit Werken von Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Salvador Dali und Max Ernst. Das derzeit (2020) in Planung befindliche Kulturforum Martin-Luther-Platz soll mehrere historische Gebäude und derzeit geschlossene Museen vereinigen. Das Deutsche Bunkermuseum im Fichtel-und-Sachs-Bunker von 1941 ist Geschichtsmuseum, Militärmuseum, Kriegsmuseum und Gedenkstätte, mit Veranstaltungen. Das kleine Museum ist eine Privatsammlung und zeigt grafische Werke von Hundertwasser, Leihgaben aus deutschen und internationalen Galerien sowie Ausstellungsobjekte von Udo Lindenberg. Das Gunnar-Wester-Haus präsentiert die Sammlung Graf Luxburg, eine kulturgeschichtliche Sammlung zur Entwicklung von Feuererzeugung und Beleuchtung seit der Antike und die Ikonensammlung von Fritz Glöckle. Das Naturkundliche Museum zeigt die Vogelsammlung der Brüder Schuler. Die Sparkassengalerie in der Schranne präsentiert in Wechselausstellungen zeitgenössische Kunst. Der Künstlerhof Oberndorf befindet sich im ehemaligen Wohnhaus und Atelier des Künstlers Gustl Kirchner, mit Kirchner-Ausstellung und Kirchner-Archiv. Das ZF Sachs Museum zeigt die Sachs-Ausstellung der ZF Friedrichshafen AG zur Industriegeschichte der Fichtel & Sachs AG, mit den drei Abteilungen Unternehmensgeschichte, Technische Highlights, Marketing und Motorsport. Das Kleine Industriemuseum in der historischen Spinnmühle am Main zeigt Exponate der Schweinfurter Industriegeschichte. Das Saazer Heimatmuseum befindet sich in einem von der Stiftung Saazer Heimatmuseum erworbenen Bürgerhaus in der Oberen Straße 8. Es zeigt eine Ausstellung zum Leben in Saaz (Žatec) bis 1945, zur Vertreibung der Sudetendeutschen und zur Aufnahme von über 28.000 Vertriebenen und Flüchtlingen in Schweinfurt.

Carl Spitzweg 021.jpg|Der Bücherwurm
um 1850Carl Spitzweg 013.jpg|Der abgefangene Liebesbrief
1855Carl Spitzweg 027.jpg|Der Kaktusfreund
vor 1858

Musik

Der Stattbahnhof ist ein Zentrum für Konzerte, Comedy und vieles mehr. Der Name wurde vom heute noch betriebenen Stadtbahnhof abgeleitet (statt eines Bahnhofs), in dessen einstiger, historischer Schalterhalle und den Nebenräumen das Kulturzentrum beheimatet ist. In der Zeitschrift Visions wurde der Stattbahnhof zu den Besten 50 Adressen der deutschen Clubszene gewählt. Bekannte Namen gastierten hier, wie Marla Glen oder Ten Years After.

Tonquadrat ist eine Plattform für Elektronische Musik. Das Musiklabel in der Schweinfurter DDC Factory produziert Musik jeder Art.

Seit den 1980er Jahren entstanden viele Bands in Schweinfurt, die Alben der Musikrichtungen Rock, Metal und Punk auf den Markt brachten. The Ghost Rockets (kurz TGR) ist eine Rock-Band, die die Alben The Ghost Rockets (2009) und Goodbye Utopia (2014) herausbrachten. Hatred (engl.: Der Hass) ist eine Power- und Thrash-Metal-Band, die die Alben Soulless (2004), Madhouse Symphonies (2008), Destruction Manual (2010) und War of Words (2015) herausbrachten und es in die Enzypedia des Rock Hard Magazins schaffte. Vendetta ist eine Thrash-Metal-Band. Sie brachte die Alben Go and Live… Stay and Die (1987), Brain Damage (1988), Hate (2007) und Feed the Extermination (2011) heraus. Kromlek war eine 2004 gegründete und 2012 aufgelöste Metal-Band mit antichristlicher Symbolik. 2005 fand ihr erster größerer Auftritt auf dem Newcomer Festival in Schweinfurt statt, das sie gewannen, unter anderem spielten sie auf dem Ragnarök-Festival 2007. Sie brachten zwei Studioalben heraus, Strange Rumours… Distant Tremors (2007) und Finis Terrae (2011). Tagtraum ging aus der Punk-Band Untergang hervor, wurde 1992 gegründet und beschloss 2006 ihre Trennung. Die Bandmitglieder spielen weiterhin in anderen Formationen, Jörg Holdinghausen u. a. bei Wir sind Helden. Tagtraum brachte die Alben Trotz & Träume (1997), Feuer gratis (1998), Seelenpuzzle (1999), Augen auf und durch (2001) und Komm lass es echt sein (2003) heraus. 2019 wurde die Indie-Rockband Sondermarke mit acht Bandmitgliedern gegründet, mit dem einstigen Gitarristen von Tagtraum Bernhard Wegner-Schmidt.

Tanz

Die Schweinfurter Dancefloor Destruction Crew (DDC), die 1999 gegründet wurde und heute überwiegend aus hauptberuflichen Tänzern besteht, gehört zu den besten Breakdance-Gruppen der Welt. 2012 gewann DDC das Triple, den TAF Deutschen Breakdance Meistertitel, den IDO Europameistertitel und zum zweiten Mal den IDO Weltmeistertitel. 2013 verband DDC mit dem Berliner Regisseur und Echo-Preisträger Christoph Hagel klassische Musik mit Breakdance in ihrem Theaterstück Breakin Mozart, das seitdem über 190 Mal im Berliner Wintergarten Varieté sowie in vielen anderen Städten aufgeführt wurde. Die Firma DDC Entertainment UG & Co. KG wurde gegründet, mit den vier Sparten DDC Breakdance – DDC Produktion – DDC Workshops – DDC Agentur. Mit der Show Breakdance in Lederhosen wurde 2014 der Gedanke des Crossover endgültig als Markenzeichen der DDC etabliert. 2015 folgte der internationale Durchbruch. DDC vertrat Deutschland im 15. Wuqiao International Circus Festival in China und erhielt einen Special Price for Excellent Performance.

Die DDC-Factory im Stadtteil Yorktown Village, mit Arena und Studio, wurde zu einem nationalen Tanzzentrum. In ihrer eigens produzierten Radioshow DDC TakeOver – Breakdancer OnTour berichten die Tänzerinnen und Tänzer über ihre jährlich 170 Shows, im lokalen Jugendsender Radio Hashtag+ (siehe: Medien).

2006 wurde die Dance Academy Schweinfurt gegründet, mit zwei Standorten, in der Innenstadt und bei der Turngemeinde Schweinfurt 1848. Als Akademie für Hobbytänzer und für Berufsausbildungen zum Tänzer, Tanzpädagogen und DTHO-Hip-Hop-Tanzlehrer. Die Akademie besitzt in der Kategorie Profi-League die Formation Blazin’ Heat und seit 2019 in der Alterskategorie Juniors 1 die Formation Destiny Queens.

Regelmäßige Veranstaltungen

Der Raum Schweinfurt ist bekannt für seine beispiellose Dichte an Festen. Was die Lebensart seiner Bewohner widerspiegelt, unweit der Überlappungsstelle von Weinfranken mit Bierfranken (siehe auch: Kulturelle Prägung). Es gibt unzählige traditionelle Kirchweihen (Kerm) und Weinfeste. Dazu kamen viele neuere Feste, sodass an manchen Wochenenden mehrere Kirchweihen und Feste gleichzeitig stattfinden.

Messe

Die ufra (Unterfrankenschau), eine Regionalmesse für Verbraucher, findet alle zwei Jahre (in den geraden Jahren) im Oktober auf dem Volksfestplatz am Willy-Sachs-Stadion statt. Mit über 400 Ausstellern und 70.000 Besuchern in 22 Hallen gehört sie zu den größeren Regionalmessen Frankens.

Festivals

Das Honky Tonk in Schweinfurt ist die Mutter aller Kneipenfestivals, das hier 1993 erfunden wurde. Zum jährlich wiederkehrenden, eintägigen Honky Tonk Festival kamen schon bis zu 22.000 Besucher in derzeit über 40 Altstadtkneipen. Das Musikfestival Nachsommer Schweinfurt findet alljährlich mitten in der örtlichen Großindustrie drei Wochen im September mit internationaler Besetzung statt, derzeit im ZF-Kesselhaus. Bekannte Namen, wie Malia, gastierten bereits in der SKF Halle 411. Das Internationale Varietéfestival, Europas größtes Varietéfestival, findet etwa alle drei Jahre am Sennfelder See, knapp hinter der Stadtgrenze statt. Hierzu wird ein großes Zelt aufgebaut.

Stadtteil-Kirchweihen

Charakteristisch für Schweinfurt sind die zahlreichen Stadtteilkirchweihen, die die Bürgervereine des jeweiligen Stadtteils austragen. Hervorzuheben sind die über 300 Jahre alte Zürcher Kirchweih, älteste Unterfrankens, im Juni, im Zürch. Die ebenfalls traditionelle Höllen-Kirchweih des Bürgervereins Altstadt, im Höllental, Mitte Juli. Die Johannis-Kirchweih, der ältesten Kirche der Stadt St Johannis, am Wochenende um den Johannistag (24. Juni) auf dem historischen Martin-Luther-Platz. Die beiden größeren traditionellen Feste für die Schweinfurter liegen außerhalb der engen politischen Stadtgrenzen. Die zeitgleich um den ersten Sonntag im September stattfindenden Sennfelder und Gochsheimer Friedensfeste (Kirchweihen) in den beiden ehemals kaiserlich unmittelbaren und freien Reichsdörfern.

Weitere Veranstaltungen im Jahreslauf

Die drei Schweinfurter Faschingsgesellschaften ESKAGE, Schwarze Elf und Antöner Narrenelf präsentieren Sitzungsabende. Am Faschingsdienstag führt der traditionelle Faschingsumzug der ESKAGE durch die Innenstadt, mit jährlich etwa 25.000 Besuchern.

Im April findet das erste Fest im Freien statt, der Vogelschuss, ein kleines Volksfest einer Schützengesellschaft. Im Mai lädt Schweinfurt@night zu einer langen Einkaufs- und Kulturnacht. Das Walpurgisgericht am Fronleichnam ist ein mittelalterliches Fest mit Handwerkermarkt im Friedrich-Pfister-Park in Oberndorf. Am Freitag nach Fronleichnam startet für elf Tage das Schweinfurter Volksfest, eines der größten seiner Art in Franken. Im Mai findet das Frühlings- und im Juli das Sommerweinfest des Weingut Dahms auf der sonst nicht zugänglichen Peterstirn statt. Es gilt als eines der schönsten Weinfeste Frankens. Anfang August findet nicht jährlich aber 2019 bereits zum 7. Mal das Schweinfurter Weinfest auf dem Marktplatz statt. Ende August präsentiert an zwei Tagen das Schweinfurter Stadtfest auf mehreren Plätzen der Schweinfurter Altstadt Genuss und Lebensqualität der Region. Das Mittelalterfest wird alle 3 Jahre im September (zuletzt 2019) in den Wallanlagen Am Unteren und Oberen Wall an der Stadtmauer abgehalten. Am selben Ort findet Ende September das Federweißer-Fest GenussReichStadt Schweinfurt vom Weingut Dahms statt. Beim Straßenmusikfestival Pflasterklang im September treten an rund 20 Orten der Altstadt Musiker aller Stilrichtungen, Jongleure, Zauberer und Straßenmaler auf. Die Nacht der Kultur lädt im Oktober zu Musik, Theater, Tanz, Lesungen, Kabarett und Kurzfilmen an viele Orte um den Marktplatz. Der Schweinfurter Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz beschränkt sich auf Kunsthandwerk und Weihnachtsschmuck und gehört zu den stilvollsten seiner Art. Traditionell kommt alljährlich das Nürnberger Christkind zu seiner ersten Auswärtsvisite, mit seinem Prolog vom Rathausbalkon. Zwischen Weihnachten und Dreikönigstag steht das Schweinfurter Winterdorf auf dem Marktplatz.

Kulinarische Spezialitäten

Die Original Schweinfurter Schlachtschüssel ist ein Gericht, das der Schweinfurter Metzgerwirt Georg Josua Schwanhäusser im Gasthof Goldener Stern in der Oberen Gasse 36 im Jahre 1856 seinen Gästen erstmals servierte. Die Schlachtplatte, fränkisch Schlachtschüssel, findet sich auf keiner Speisekarte und ist kein übliches Essen, sondern eher ein Fest in geselliger Runde, über mehrere Stunden, für einen größeren Personenkreis. Der Ablauf erfolgt nach einem genau überlieferten Zeremoniell, einschließlich traditioneller Belustigungen. Manchmal auch mit Musikbegleitung und Gesang. Die Schlachtschüssel dieser Art wird ausschließlich in Wirtshäusern in und um Schweinfurt angeboten. Das Kesselfleisch wird auf bis zu fünf Meter langen Holzbrettern serviert, von denen auch gegessen wird, an Stelle von Tellern. Dazu gibt es nur Schwarzbrot, Kren und Sauerkraut. Getrunken wird Frankenwein, Weinschorle oder Most, Bier ist verpönt.

Schnickerli sind ein weiteres, typisches Schweinfurter Gericht. Prägend für die örtlichen Spezialitäten sind viele Direktvermarkter vor den Toren der Stadt, die nahezu täglich in die Stadt auf den Markt liefern. Die Meefischli (hochdeutsch: die Mainfischlein), winzige Weißfische die dreimal schwimmen, im Main, im Fett und dann im Wein, werden wie andere Fische traditionell nur in den Monaten mit dem Buchstaben r, also von September bis April verzehrt. Blaue Zipfel sind saure Bratwürste im Zwiebelsud, die vor allem im Winter, auch am Heilig Abend, gegessen werden. Die Schweinfurter Alternative zu Salzburger Mozartkugeln ist das Süße Kugellager, hergestellt von Konditoreien aus der Kugellagerstadt: hochwertige Vollmilch- oder Bitterschokolade aus reiner Kakaobutter wird mit einer abgestimmten Nougatcreme gefüllt.

Nachtleben

Kneipen

Die Region Schweinfurt/Main-Rhön, am Überlappungsgebiet Weinfrankens mit Bierfranken, gehört zu den Gegenden mit der höchsten Kneipendichte Deutschlands.

In Schweinfurt gibt es heute, wie in manchen anderen Industriestädten, überproportional viele Szenetreffs. Zudem besitzt die Stadt eine besondere Historie. In den 1990er Jahren war die Blütezeit der langen Kneipenmeile in der nördlichen Altstadt: Obere Straße–Kornmarkt–Bauerngasse–Zeughaus, mit im Kern über 100 Jahre alten Wirtshäusern. Ab 1989 wurden hier die Schweinfurter Bluestage abgehalten. Daraus ging die örtliche Blues Agency hervor, die hier das Honky Tonk erfand (siehe: Regelmäßige Veranstaltungen).

Kinos

In Schweinfurt gab es, wie anderswo, seit der Nachkriegszeit zahlreiche Schließungen von Filmtheatern. Die Zahl der Kinosäle erhöhte sich trotzdem durch Konzentration auf wenige Orte. So besitzt die Stadt heute mit 14 Kinosälen eine relativ hohe Zahl an Leinwänden, davon 12 am östlichen Rand der Altstadt, während es beispielsweise im benachbarten Würzburg zeitweise keinen einzigen Kinosaal in der Altstadt gab. Das KuK (Kino und Kneipe) im Musikerviertel ging aus dem alten CC Filmtheater und dem CC Tanzcafé aus den 1950er Jahren hervor. Das Programmkino mit zwei Sälen wurde mehrfach ausgezeichnet. Auf dem alten Dielenparkett des einstigen Tanzcafés wird einmal im Monat beim La Milonga del KuK Tango getanzt. Auch das Cinema am Markt aus den 1970er Jahren verband in der ersten Renaissance der Kinos einst Kino mit Kneipe, ersteres schloss, die Musikkneipe behielt den Namen. Das Weltbio Kino-Center aus den 1950er Jahren, das später zum Schachtelkino umgebaut wurde, besitzt fünf Säle. Unweit davon eröffnete 2009 die Filmwelt Schweinfurt, ein Multiplex-Kino in 3-D, mit Bar, mit sieben Sälen und insgesamt 1010 Sitzplätzen, wo auch Konzerte und Events live übertragen werden

Diskotheken

Die örtliche Diskothekenszene hat sich seit dem Abzug der US-amerikanischen Streitkräfte aus der Stadt im Jahre 2014 (siehe: Moderne) teilweise verändert.

Die 2012 abgebrannte 90 m lange Großdiskothek Megadrom am Hainig zog als selbsternannter Hottest Hip-Hop-Club of Germany samstagabends ein afroamerikanisches und deutsch-amerikanisches Publikum aus halb Deutschland an den zentral gelegenen Ort. Heute besteht die Diskothek in verkleinerter Form als Club 360 Grad, neben einer neuen Bowlingarena mit 18 Bahnen und Indoor-Minigolf. Im einstigen Mad in Oberndorf, mit damals ähnlichem Publikum, gastierte Ende der 1990er Jahre zweimal VIVA Club Rotation, moderiert von Daisy Dee. Die in Club Diamond umbenannte Großdiskothek mit zwei Floors wurde nach dem Abzug der Amerikaner, wie zuvor schon das Megadrom, zu einer deutsch-russischen Diskothek. Die neben dem Club 360 Grad liegende Rockfabrik, ebenfalls mit zwei Floors, hat sich seit Beginn der Ära von Techno und Großdiskotheken Anfang der 1990er Jahre bis heute unverändert gehalten. Die als Eastside bekannte Diskothek an der Ludwigsbrücke, später für kürzere Zeit W 3 und sEast, eröffnete 2017 neu als Pure Club & Lounge, mit diversen Musikrichtungen und Partys. Der einstige Suzie Club im Hafen-Ost mit kleinem Dancefloor und großer Bar hatte strenge Zutrittskontrolle, verstand sich als Edeldiskothek und wird heute auf andere Art als Tante Suzie geführt.

Rotlichtszene

Das Rotlichtmilieu liegt im üblichen Bereich eines Oberzentrums mit entsprechendem Umland. Da die Stadt keinen Sperrbezirk auswies, kam es zu keiner Konzentration von Rotlichtbetrieben und es entstand in Folge kein Rotlichtbezirk. Lediglich an der Mainlände gab es von der Stadt ausgewiesene Öffentliche Prostitution, die wegen der Nähe zur Anlegestelle für Flusskreuzfahrtschiffe 2009 aufgelöst wurde. Als Ersatz war die Franz-Schubert-Straße im Nordwestlichen Stadtteil von der Stadt vorgesehen, was am Widerspruch der örtlichen Bevölkerung scheiterte. Es gibt nur kleinere Nachtclubs und Etablissements, die über das Stadtgebiet verteilt sind, mit Ausnahme von Wohngebieten, wo sie auf Grund der baulichen Nutzung unzulässig sind. Die Sicherheitslage im Rotlichtbereich sei „als gut einzustufen“.

Bauwerke

Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege listet für die Stadt Schweinfurt 170 Baudenkmäler, einschließlich Bauensembles und 36 Bodendenkmäler auf (Stand 20. November 2017).

Siehe auch: Bilder Einzelhandel

Stadtmauer

Die Schweinfurter Stadtmauer wurde 1258 erstmals urkundlich erwähnt. Die Südostecke der Stadtmauer im vermutlich ältesten Viertel der Altstadt Zürch war zugleich Umfassungsmauer der Reichsburg, die sich hier von 1310 bis 1427 befand. In den 1640er Jahren wurde im Zuge des Dreißigjährigen Krieges, den die Stadt unbeschadet überstand, die veraltete, mittelalterliche Stadtmauer vom schwedischen Generalfeldmarschall Karl Gustav Wrangel zu einer modernen Befestigungsanlage mit vorgelagerten Schanzen ausgebaut.

Seit den 1980er Jahren wurden die Befestigungsanlagen Am Oberen und Unterem Wall instand gesetzt und seitdem immer wieder Entdeckungen gemacht. Teile der Spitaltorbrücke von 1748 wurden bei Bauarbeiten Ende der 1990er Jahre wiederentdeckt und freigelegt. Beim Bau der Kunsthalle wurde im Keller ein Abschnitt einer Schanze von Wrangel entdeckt und ebenfalls freigelegt. 2007 wurde ein Schalenturm entdeckt, der sogenannte Jungfernkuss, der in Teilen vom Karmelitenkloster Schweinfurt stammt. 2016 wurde der im Zweiten Weltkrieg zerstörte, kleine Höpperle Turm an der westlichen Stadtmauer rekonstruiert.

Profanbauten

Der Ebracher Hof wurde 1431 vom Zisterzienser Kloster Ebrach im Steigerwald als Amtssitz und Klosterhof erworben. Er ist im Zweiten Markgrafenkrieg 1554 bis auf die Außenmauern abgebrannt und erst 1578 wieder aufgebaut worden. Die Renaissance ist in der Altstadt der prägende historische Stil der protestantischen Reichsstadt. Die Schranne wurde als Kornspeicher 1560 errichtet.

Das Alte Rathaus (1570–1572) gilt als Glanzleistung der profanen deutschen Renaissance. Das Alte Gymnasium (1582–1583) ließ Gustav Adolf II. als Gymnasium Academicum errichten, es ist seit 1934 Heimat des Stadtgeschichtlichen Museums. Das Zeughaus (1589–1591) war Waffenarsenal der Reichsstadt. Der Schrotturm (1611) ist ein vorgelagerter Treppenturm eines Renaissance-Bürgerhauses, der im 19. Jahrhundert um vier Geschosse zu einem Schrotturm erhöht wurde. Das Stadtschreiberhaus (Klassizismus) ist im Kern aus dem 16./17. Jahrhundert, davor befindet sich ein kleiner Obelisk, das Johann-Christian-Schmid-Denkmal. Das Schloss Peterstirn (1873–1874, Historismus) ist ein Weinbergshaus mit zinnenbekrönten Karlsturm, Burgtor und Mauer. Es wurde auf Überresten einer alten Burg aus dem 11. Jahrhundert und eines Benediktiner-Klosters errichtet. Um die Jahrhundertwende entstanden Villen von Industriellen im Norden (südliche Neutorvorstadt) und Osten der Stadt (Kiliansberg) sowie Gründerzeitviertel im Westen (Ludwigsvorstadt) und Norden (nördliche Neutorvorstadt).

Zahlreiche bekannte Architekten des 20. Jahrhunderts standen mit der Stadt in Verbindung und die Verwicklungen, Probleme oder menschlichen Widersprüche mit der Zeit des Nationalsozialismus treten auch hier zu Tage. Der gebürtige Schweinfurter Theodor Fischer war an den Planungen des Berliner Reichstagsgebäudes beteiligt, distanzierte sich schließlich vom Historismus, schuf die Grundlagen für das Bauhaus-Manifest und wollte das Bauhaus im nationalsozialistischen Deutschland erhalten, was ihm nicht gelang. In Schweinfurt baute er die Wirsing Villa (1909) (Bild siehe: Wissenswertes).

Den Werdegang des Erbauers des Stuttgarter Hauptbahnhofs Paul Bonatz kann man an Schweinfurter Bauwerken nachverfolgen, von der noch historisierenden Ludwigschule (1908), hin zur Moderne mit der Hauptverwaltung der Fichtel & Sachs AG (1931–33), die sich am Berliner Shell-Haus von Emil Fahrenkamp orientiert, und schließlich der Tribüne des Willy-Sachs-Stadions (1936) im Bauhausstil. Roderich Fick, dessen Schwager Oberbaurat der Stadt Schweinfurt war, plante als einer der anfänglichen Lieblingsarchitekten Adolf Hitlers maßgeblich den Obersalzberg und den nur in Ansätzen verwirklichten Ausbau von Linz zur europäischen Kulturmetropole. Zuvor baute er in Schweinfurt ein Wohnhaus am Löhlein 4 (1928) und sein erstes größeres Werk, das Ernst-Sachs-Bad (1931–33), die heutige Kunsthalle Schweinfurt.

Von Ludwig Gies, dem Erschaffer des Bundesadlers (1953) im Bonner Bundeshaus, ist der nationalsozialistische Bronzeadler (1936), der auf einer Erdkugel krallt, auf einem Pylon, am Eingang des Willy-Sachs-Stadions. Ein Hauptwerk von Olaf Andreas Gulbransson ist die Auferstehungskirche (1959) am Bergl. Egon Eiermanns Kaufhaus-Systemfassade aus Porzellan ist bei Horten (1963), heute Kaufhof, vertreten. Der Enkel von Ludwig Mies van der Rohe Dirk Lohan heiratete in die Schweinfurter Industriellen-Familie Schäfer ein. Mies van der Rohe entwickelte zwischen 1960 und 1963 einen Entwurf für das Museum Georg Schäfer in Schweinfurt, der nicht ausgeführt wurde und danach in größeren Abmessungen als Neue Nationalgalerie in Berlin umgesetzt wurde.

Schweinfurt-002.jpg|mini|hochkant|Ebracher Hof (1431/1578) Stadtbücherei (2007)Zeughaus in Schweinfurt.jpg|mini|Zeughaus
(1591)SW Luitpold 001.jpg|Luitpoldstraße mit Gründerzeitbebauung in ehem. „Ludwigsvorstadt“Schweinfurt, Villa Gademann 20170513 001.jpg|mini|Villa Gademann
am Kiliansberg
(1896)Schweinfurt, Ludwigstraße 5-001.jpg|mini|Friedenschule (1908)
in der Ludwigstraße

Das Hochhaus der Deutschen Hauptverwaltung der SKF (1960–1962) von A. Kubitza ist eine Etage höher als die Hauptverwaltung in Göteborg und sollte die Vormachtstellung der Schweinfurter SKF unter ihrem damaligen Generaldirektor und schwedischen Konsul Gunnar Wester repräsentieren. Das Scheibenhochhaus am Main wurde nach Vorbild des UNO-Hauptquartiers am East River in New York geschaffen. Dort existierte, aber nur bis in die 1960er Jahre, eine durch das Raumlicht hinter den Fenstern geschaltete, farblose Leuchtschrift „UN“. Auch hier diente das UNO-Gebäude als Vorbild. Das SKF-Logo erschien abendlich durch blaue, heruntergezogene Fensterrollos, von außen mit Neonröhre bestrahlt (so noch auf unterem Bild). 2014 wurde das Hochhaus komplett saniert und die Leuchtschrift auf LED umgestellt.

River view (2).jpg|^ UNO-Haupt-
quartier am East RiverSchweinfurt und der Main bei Nacht.jpg|^ SKF Deutsche Hauptverwaltung,
nach UNO-Vorbild, am Main

Das Theater der Stadt Schweinfurt (1964–1966) wurde 2016 unter Denkmalschutz gestellt, als „einer der bedeutendsten Theaterbauten der Nachkriegszeit in Bayern in der Nachfolge von Alvar Aaltos Essener Theater.“

Seit Ende des 20. Jahrhunderts wurden in der Schweinfurter Architektur überregional beachtete Maßstäbe abseits des Mainstreams gesetzt, unter der Ägide der damaligen Oberbürgermeisterin Gudrun Grieser (CSU) und des Baureferenten Jochen Müller (SPD). In zeitloser Moderne, Platzgestaltung mit minimalistischen Mitteln und Harmonie zwischen Alt und Neu.

Das Museum Georg Schäfer (MGS) (1998–2000) gilt als einer der hervorragendsten modernen, deutschen Museumsbauten. Das Museum besitzt eine große Treppenhalle nach Vorbild der Alten Pinakothek in München.Die gegenüberliegende Stadtbücherei (2004–07) ist ein Um- und Ausbau des Ebracher Hofs, mit neuem unterirdischen Basisgeschoss. Es bildet mit dem Hauptzollamt (2005–07) ein Bauensemble, das vom Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt 2008 zu den 24 besten Bauwerken Deutschlands gekürt wurde und eine Simbiose von Tradition und Moderne zeigt. Der Bau 65 (2001–2003) innerhalb der ZF Friedrichshafen AG im Bauhausstil steht an Stelle einer im Zweiten Weltkrieg stark beschädigten Produktionshalle der Fichtel & Sachs AG und wurde in Anlehnung an die typischen Schweinfurter Industrie-Klinkerbauten der 1930er Jahre errichtet und orientiert sich an den Fagus-Werken von Walter Gropius. Die Stadtgalerie Schweinfurt (2007–09), mit einem 230 m langen Glasdach, ist eine 300 m lange Shopping Mall im klassischen Sinne, die aus einer einzigen, geraden Ladenpassage (in zwei Ebenen mit Galerie) besteht. In den Komplex wurde ein SKF-Jugendstil-Portal integriert. Die Kunsthalle Schweinfurt (2008/09) ist ein Um- und Ausbau des vormaligen Ernst-Sachs-Bades, mit 500 m² großer Halle. Der Innenhof wurde für einen weiteren Ausstellungsraum unterkellert, wobei Reste der sogenannten Naturheilschanze integriert wurden, die der schwedische Feldmarschall und Staatsmann Carl Gustav Wrangel 1648 anlegen ließ. Das Technologiezentrum von Fresenius Medical Care (2019) stammt von Gunter Henn, dem Architekten der Autostadt von Volkswagen in Wolfsburg und der Gläsernen Manufaktur in Dresden.

Siehe auch: Stadtentwicklung und Stadtbild

Kirchen

St. Johannis (ab 1200, Romanik, Gotik und weitere Baustile) ist das älteste erhaltene Gebäude der Stadt. 1237 war der Nordturm mit romanischer Turmkapelle fertiggestellt, auf den Südturm verzichtete man. Hervorzuheben sind der gotische Taufstein (1367), mit originaler Malerei, die Barocke Kanzel und freigelegte Fresken und Malereien des Mittelalters. In St. Johannis sind nahezu alle europäischen Baustile über 8 Jahrhunderte vertreten, von der Romanik bis zum Klassizismus. Die Kreuzkirche (13. Jahrhundert/1940) in Oberndorf steht an der Stelle einer mittelalterlichen Wasserburg. Chor und Turm stammen aus dem 13. Jahrhundert und waren Teile der Burgkapelle. St. Salvator (1719, schlichter Barock) im Zürch ist einstige Burgkapelle (um 1315) mit gotischem Ausbau, mit noch erhaltenem Chor. Die Heilig-Geist-Kirche (1897–1902, Neuromanik), entstand an Stelle der abgerissenen gotischen Spitalkirche aus dem 15. und 16. Jahrhundert und an Stelle einer Zuckerfabrik. Die Kirche hat die Form einer romanischen Kathedrale, mit Nachbildungen der Kathedrale San Vigilio in Trient (Vierungsturm und Chor), mit 56 m hohen Turm von 1911. St. Kilian (1954) wurde auf den Außenmauern der im Zweiten Weltkrieg zerstörten neubarocken Kirche aufgebaut, mit einem der größten Kirchenfenster Deutschlands (250 m²) von Georg Meistermann. Die Auferstehungskirche (1959) am Bergl, von Olaf Andreas Gulbransson, ist eine der außergewöhnlichsten modernen Kirchen Deutschlands und wurde bereits unter Denkmalschutz gestellt. Gulbransson schuf mit dieser Kirche das einzige Beispiel eines neuen Baustils, der Ornamentik, Kunsthandwerk und Moderne vereint und in Folge seines tödlichen Autounfalls bei anderen von ihm geplanten und postum fertiggestellten Kirchen nicht konsequent fortgesetzt wurde.

Denkmäler und Brunnen

Der Ludwigsbrunnen (1830, Klassizismus) steht am Fuß der historischen Weinberge an der alten Mainleitenstraße. Von 1826 bis 1829 ließ die Stadt Schweinfurt die Straße ausbauen und pflastern. Aus diesem Anlass wurde zu Ehren des bayerischen Königs Ludwig I. dieser Brunnen errichtet.

Das Rückert-Denkmal (1890) auf dem Marktplatz gedenkt an den 1788 in Schweinfurt geborenen Dichter und bahnbrechenden Übersetzers orientalischer Dichtung Friedrich Rückert. Das Walzenwehr-Denkmal (1903/1965) ist eine Kettenaufzugsvorrichtung für das erste Walzenwehr der Welt von MAN (1903). Das Denkmal am Willy-Sachs-Stadion (1936, Neoklassizismus) ist ein Bronzeguss von Ludwig Gies zu Ehren des Stadionstifters Willy Sachs.

Der Anker vom Berliner Künstler-Ehepaar Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff ist eine Monomentalskulptur auf der Schleuseninsel. Brigitte Matschinsky-Denninghoff war Assistentin bei Henry Moore. Das Duplikat des Great Beijing Wheel-Lagers (2012) vor dem Theater der Stadt Schweinfurt entstand, nachdem FAG Kugelfischer in Schweinfurt die beiden Pendelrollenlager für das London Eye entwickelt und gebaut hatte. FAG wurde nun beauftragt, die Lager für das größte, 208 m hohe Riesenrad der Welt, das Great Beijing Wheel im Chaoyang-Park zu entwickeln, das jedoch nicht ausgeführt wurde. Der Innendurchmesser des Lagers entspricht exakt dem Außendurchmesser des Lagers des London Eye. Der Gedenkort für die Opfer der Zwangsarbeit (2011) ist ein 3 km langer Lagerweg und Gedenkort am Main in Oberndorf. Der Weg führt entlang des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers von Kugelfischer, als Gedenkstätte an die über 10.000 Zwangsarbeiter, die auch aus Kriegsgefangenen rekrutiert wurden und in der Schweinfurter Großindustrie arbeiten mussten. Das Deutsch-amerikanische Luftkriegsdenkmal von 1998 am Hochbunker am Spitalseeplatz gilt als erstes und einziges seiner Art in Deutschland. Es erinnert insbesondere an den Black Thursday, den 14. Oktober 1943, als die Amerikaner über Schweinfurt ihre größte Luftniederlage erlitten (siehe: Zweiter Weltkrieg). In den 1970er Jahren wurde die Second Schweinfurt Memorial Association (SSMA) gegründet, die schon in ihrem Namen auf diesen zweiten Angriff auf Schweinfurt Bezug nimmt und die Idee zum Denkmal hatte.

Stadtmodell

Seit 2015 befindet sich im Stadtschreiberhaus am Martin-Luther-Platz ein neu angefertigtes Stadtmodell, das Schweinfurt um das Jahr 1800 zeigt. In den nächsten Jahren soll das Modell bis zum Schloss Peterstirn auf 4,80 Meter Länge erweitert werden, das dann das historische Stadtgebiet (ohne Alt-Oberndorf) auf einer Distanz von knapp über zwei Kilometern abbildet.

Wirtschaft

Schweinfurt besitzt das dritthöchste Bruttoinlandsprodukt (2018) und mit 76,2 % (2017) die zweithöchste Einpendlerquote Deutschlands. 39.600 Menschen pendeln täglich zur Arbeit nach Schweinfurt. Die Stadt hatte 2017 insgesamt 52.898 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, fast so viele wie Einwohner, davon 26.823 im produzierenden Gewerbe, ca. 17.750 im Dienstleistungssektor und 8.311 im Handel, Verkehr und Gastgewerbe. Das verfügbare Einkommen ist aufgrund des moderaten, örtlichen Preisniveaus hoch; deutlich höher als beispielsweise in München und anderen Ballungsräumen, wo sehr hohe Mieten zum Standortnachteil wurden.

Bekannte Unternehmen

  • Bosch Rexroth, Werk für Lineare Bewegungstechnik; Hauptsitz in Lohr am Main
  • Carl Kühne KG; einer der beiden größten deutschen Produktionsstandorte ist auf Sennfelder Gemarkung das Werk Schweinfurt; Hauptsitz in Hamburg
  • Fresenius Medical Care; der größte Produktions- und Entwicklungsstandort des DAX-Konzerns ist in Schweinfurt; Hauptsitz in Bad Homburg
  • Schaeffler KG (vormals DAX-Konzern FAG Kugelfischer), zweitgrößter Wälzlagerkonzern der Welt; der größte Fertigungsstandort ist in Schweinfurt, zugleich Sitz der Sparte Industrie; Hauptsitz in Herzogenaurach
  • Schwedische Kugellagerfabriken SKF, größter Wälzlagerkonzern der Welt; der größte Standort ist in Schweinfurt; Hauptsitz in Göteborg
  • SenerTec, europäischer Marktführer für Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen
  • SRAM (vormals Fahrradkomponenten von Fichtel & Sachs); die europäische Zentrale ist in Schweinfurt; Hauptsitz in Chicago
  • Winora-Staiger, Fahrräder
  • ZF Friedrichshafen (vormals Fichtel & Sachs), zweitgrößter Automobilzulieferer der Welt; der größte Standort ist in Schweinfurt, zugleich Sitz der Division E-Mobility; Hauptsitz in Friedrichshafen

Großindustrie

Fag stammsitz schweinfurt.jpg|Torpedo-515-36-2.jpg|

In der Großindustrie sind 2019 über 22.000 Menschen beschäftigt. Schweinfurt ist seit den 1930er Jahren europäisches Zentrum der Wälzlagerindustrie. Nach ersten Schwierigkeiten in den 1970er Jahren mit Personalabbau in Folge eines japanischen Dumping-Angriffs auf die Schweinfurter Wälzlagerindustrie geriet die Stadt um 1992 schließlich in Folge der Globalisierung in eine schwere Krise. Sie wurde erfolgreich überwunden, ohne eine einzige Werksschließung, im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Industriezentren, wie beispielsweise Nürnberg. Seit den 1990er Jahren vollzog sich ein Wandel, weg von billiger Massenproduktion und alles dominierender Automobilzulieferung, hin zu Hightech-Wälzlagern mit Sensorentechnologie oder für Bergbau, Schiffbau, Luft- und Raumfahrt, Großlagern für Windkraftanlagen und riesigen Spezialanfertigungen, wie dem Pendelrollenlager fürs London Eye von FAG Kugelfischer. Forschung und Entwicklung wurden zum immer größeren Faktor, der Ingenieur ersetzt zunehmend den Arbeiter. Dazu kamen neue Branchen in die Stadt, wie Lineartechnik mit Bosch Rexroth und Medizintechnik mit Fresenius Medical Care, mit der weltweit größten Produktion von Dialysegeräten in Schweinfurt.

SKF eröffnete 2017 das leistungsfähigste Großlager-Prüfzentrum der Welt. Am Schweinfurter ZF-Standort, dem Sitz der Division E-Mobility, wurde 2019 das E-Mobility-Center eröffnet. Am Schweinfurter Schaeffler-Standort, dem Sitz der Sparte Industrie und Zentrum der Mechatronik, werden der Prozess Industrie 4.0 und zudem eine digitale Lernfabrik angesiedelt. Fresenius eröffnet 2020 sein neues Technologiezentrum. Durch den seit 2017 im Aufbau befindlichen i-Campus Schweinfurt soll die Zusammenarbeit von Industrie und Hochschule intensiviert werden, u. a. mit dem bundesweit ersten Studiengang Roboting.

Siehe auch: Schweinfurter Industriegeschichte

Informationstechnologie

Die GPSoverIP GmbH ging 2003 aus einem 1996 gegründeten Schweinfurter IT-Haus hervor. Sie entwickelte das neue Verfahren GPSoverIP zur Positionsübermittlung von Geokoordinaten. Es wird u. a. in der Logistik-Branche bei LKWs und bei Formel 1-Rennwagen angewendet. Die GPSoverIP GmbH arbeitet im Auftrag von namhaften deutschen Unternehmen, wie Audi und BMW und ist der vielfach ausgezeichnete Branchenprimus. Zudem besteht seit 2008 eine enge Zusammenarbeit mit dem ADAC.

Finanzen und Dienstleistungen

Schweinfurt ist Hauptsitz von mehreren Finanzdienstleistern. Das Bankhaus Max Flessa (Kurzbezeichnung: Flessabank) ist eine private Universalbank mit Niederlassungen in drei Bundesländern. Die Sparkasse Schweinfurt-Haßberge ist ein öffentlich-rechtliches Kreditinstitut. Die SKD BKK ist eine offene Betriebskrankenkasse für die zehn westdeutschen Bundesländer und Berlin. Alle drei Finanzdienstleister haben ihren Sitz in der westlichen Innenstadt. Mercator-Leasing mit Sitz im Gewerbepark Maintal, ist ein Tochterunternehmen zweier Privatbanken (Fürstlich Castell’sche Bank und dem Bankhaus Max Flessa) und betreut seit 1991 mit über 100 Mitarbeitern deutschlandweit rund 47.000 Kunden.

Die Deutsche Telekom und die Unicredit betreiben jeweils ein Callcenter im Maintal. Die DB FuhrparkService ist mit zwei ihrer insgesamt fünf deutschen DB Autohäusern in Schweinfurt ansässig, aufgrund der zentralen Lage der Stadt. Die Firma dronesecure betreibt die erste und bisher (2019) einzige Drohnenschule Deutschlands. Als Übungsplatz dienen das Freigelände und die einstigen Tennishallen einer ehemaligen Freizeitanlage am Sennfelder See.

Bau- und Immobilienwirtschaft

Schweinfurt ist das Zentrum der Bau- und Immobilienwirtschaft in Mainfranken. Die Firmengruppe Riedel Bau mit ca. 430. Mitarbeitern agiert als Bauunternehmen bundesweit und bei Projektentwicklung und Realisierung von Bauträgerprojekten mit Schwerpunkt in Mainfranken. Die Unternehmensgruppe Glöckle mit ca. 420. Mitarbeitern agiert in selber Weise, zudem auch im Tiefbau.

Tourismus und Konferenzen

2018 gab es 230.000 Übernachtungen, mit einer für eine Stadt relativ hohen durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 1,9 Tagen (z. Vgl. Würzburg: 1,6 Tage). 2019 arbeiteten in den Hotels und Gaststätten der Stadt bereits rund 1.700 Menschen. Unter den Touristen finden sich insbesondere Geschäftsreisende, Teilnehmer an Konferenzen, Radtouristen auf dem vielbefahrenen Main-Radweg, Museums-Touristen und Urlauber auf dem Weg in den Süden über die Skandinavienautobahn A 7. Auf dieser wird nach der geplanten Fertigstellung des Fehmarnbelttunnels 2024 ein starker Zuwachs von Fernreisenden erwartet. Wegen der vermuteten, nahezu kompletten Verlagerung des Skandinavien-Transitverkehrs, weg von den Ostsee-Fähren und Ostdeutschland auf die A 7.

Schweinfurt liegt in einer Tourismus-Region. Unweit nördlich vom Landkreis Schweinfurt liegt das bayerische Staatsbad Bad Kissingen, unweit südlich die Volkacher Mainschleife. Zusammen kommt diese Region auf über 2 Millionen jährliche Übernachtungen und über 200 Beherbergungsbetriebe mit etwa 10.000 Gästebetten. Bei größeren Konferenzen in Schweinfurt wird deshalb bei Übernachtungen auf das große Ausweichpotenzial im 24 km (Straße) entfernten Bad Kissingen zurückgegriffen.

2004 wurde das Konferenzzentrum Maininsel (KMI) auf der Maininsel Bleichrasen eröffnet. Es bietet Platz für 960 bzw. ca. 400 Teilnehmer (Stuhlreihen/Parlament) und bildet eine Einheit mit einem Viersterne-Hotel.

Einzelhandel

Das Einzugsgebiet Schweinfurts reicht im Nordosten bis an den Kamm des Thüringer Waldes. Das Einzelhandels-Gesamteinzugsgebiet der Stadt beträgt 759.000 Einwohner. Die Stadt ist für die knapp eine Million Einwohner Mainfrankens, das nur teilweise deckungsgleich mit Gesamteinzugsgebiet ist, in maximal einer Stunde gut erreichbar. Schweinfurt besitzt eine sehr hohe Einzelhandelszentralität von 214 Punkten (2019) und liegt damit über dem benachbarten Würzburg mit 189 Punkten. Die Verkaufsfläche Schweinfurts beträgt 237.600 m² (2016). Davon entfallen 70.200 m² auf die Innenstadt, wo sich auch das größte innerstädtische Warenhaus Unterfrankens befindet, eine Filiale der Galeria Kaufhof mit rund 10.000 m² Verkaufsfläche und das 1973 eröffnete Rückert-Center, mit 21.000 m². Die Verkaufsflächendichte liegt bei hohen 4.500 m² pro 1.000 Einwohner (2016). Der Umsatz stieg ständig an, von 526 Millionen Euro (2014) und 646 Millionen Euro (2016) auf einen geschätzten Wert von 688 Millionen Euro für 2019. Die Leerstandsquote lag 2016/17 unter den rund 800 Geschäften in der Innenstadt bei 9,9 % (78 Geschäfte). Die Leerstände waren seitdem wieder rückläufig, wobei sich steigende Reallöhne positiv auswirkten und außerdem Gastronomie eine wichtigere Rolle spielte. 2009 eröffnete das größte innerstädtische Einkaufszentrum Mainfrankens, die Stadtgalerie Schweinfurt, eine 300 m lange Shopping Mall mit 22.500 m² Verkaufsfläche, 100 Geschäften und 1.300 Parkplätzen auf dem Dach. Die Stadtgalerie hat eine tägliche, durchschnittliche Frequenz von 16.674 Besuchern (2019).

Im Hafen-Ost entstand seit den 1980er Jahren eine der größten Fachmarktagglomerationen Deutschlands, in Konkurrenz zur Innenstadt. Die Stadt lässt im Hafen jedoch kein innenstadtrelevantes Warenangebot zu. 2009 eröffnete XXXLutz im benachbarten Maintal zwei Möbelhäuser seiner Marken XXXL Neubert und Mömax mit zusammen 34.900 m² Verkaufsfläche.

EinkaufsgalerieSW3.jpg|Westliche City:
Stadtgalerie SchweinfurtSchweinfurt Altstadt 03.jpg|City:
JägersbrunnenSW Hugendubel.jpg|City:
Georg-Wichtermann-PlatzSpitalstraße.JPG|Altstadt:
SpitalstraßeSchweinfurt, Stadtmauer, Am Unteren Wall-20160105-008.jpg|Am Unteren Wall:
Rückert-Center

Weiteres

Fahrräder

In der Geburtsstadt des Fahrrads (siehe: Artikel-Einleitung) sind auch heute namhafte Firmen der Branche ansässig. Neben SRAM und Winora (siehe jeweils: Bekannte Unternehmen) zudem das erst 2017 gegründete Unternehmen Pexco, der branchenbekannten Schweinfurter Familie Puello, mit zwei Radkollektionen, einschließlich E-Bikes, ihrer neuen Marken Raymon und Husqvarna Bicycles.

Kunststoffe

Schweinfurt ist Hauptsitz von Maincor, Hersteller von Kunststoffrohren, Sitz von Mainplastik und von Melaplast, das Melamin-Laminate produziert. KLT Hummel Plastic (KunstoffLagerTechnik) produziert vor allem für die Automobilindustrie (einschließlich Nutzfahrzeuge). Zu den Kunden zählen Daimler, Scania, ZF, Schaeffler und Continental. Zudem arbeitet KLT mit SKF im Bereich Gleitlager zusammen, für wartungsfreie Lager, wie sie im Großformat im Oosterschelde-Sperrwerk eingebaut wurden.

Farben

Im historischen Zentrum der deutschen Farbenfabriken (siehe: Schweinfurter Industriegeschichte, Farben) gibt es heute nur noch die Buntfarbenfabrik Deifel.

Textilien

P.A.C. am Hainig ist ein weltweit führender Hersteller von Multifunktionstüchern.

Lebensmittel

Das lößreiche Schweinfurter Gauland im Westen des Landkreises ist eine Kornkammer. Hier gedeiht auch Braugerste hoher Qualität. In der Stadt sind eine Getreidemühle, die Cramer Mühle und zwei Malzfabriken ansässig: Ireks, mit Hauptsitz in Kulmbach, und die Mälzerei Günther Schubert.

Brauereien

Von insgesamt elf Brauereien existiert heute nur noch die Brauerei Roth.

Logistik

Schweinfurt ist aufgrund der zentralen deutschen und europäischen Lage ein wichtiger Logistikstandort. Hier haben ZF Friedrichshafen und SKF ihr deutsches bzw. europäisches Logistikzentrum. DB Schenker bietet in und nahe der Stadt an insgesamt drei Standorten alle Bereiche der Logistik an, von See- und Luftfracht über Messelogistik bis zur Kunstlogistik. Beiderseits der südlichen Stadtgrenze sind weitere Logistikunternehmen, allein Schäflein hat hier zehn Standorte.

Mineralöle

Das Mineralölunternehmen Erik Walther hat seinen Hauptsitz in Schweinfurt, mit einem Tanklager im Hafen. Das Unternehmen betreibt rund 70 eigene Tankstellen in vier Bundesländern und verschifft die Mineralöle mit einer eigenen Tankerflotte von den ARA-Häfen (Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen) zum Hauptsitz und anderen Tanklagern.

Land- und Forstwirtschaft

Landwirtschaftlich werden 1033 ha im Stadtgebiet genutzt. Zwei Aussiedlerhöfe liegen am Rande der Gartenstadt und zwei am Münzberg. Der Weinbau umfasst 3,5 ha (2017) an der Peterstirn (siehe: Weinbau). Die Wasserflächen betragen ca. 170 ha (2018), u. a Karpfenteiche westlich des Sennfelder Sees; es gibt noch einige Fischwirte. Die Waldgebiete umfassen 500 ha, die abgesehen von kleineren naturgeschützten und urwaldähnlichen Zonen am südlichen Mainufer der Forstwirtschaft unterliegen.

Gründerzentren

Das erste Gründerzentrum wurde bereits 1994 eröffnet, als Gründer- Innovations- und Beratungszentrum Schweinfurt (GRIBS). Es bietet insbesondere Gründern aus den Bereichen Informationstechnik, Software, Technologie und unternehmens­nahen Dienstleistungen angepasste Büroräume am Hainig zur Miete. Das von der Stadt Schweinfurt betriebene Chancen-Center Maintal vermietet Hallen für Start-up-Unternehmen im Gewerbebereich im Industrie- und Gewerbepark Maintal. Seit 2018 bietet ebenfalls die Stadt Coworking-Spaces im Friedrich-Rückert-Bau in der Altstadt an, dazu drei externe Ladenlokale in der Innenstadt, zudem ein Startup-Chancencenter im Gewerbegebiet Heckenweg im Nördlichen Stadtteil.

Infrastruktur

Mainbrücken

Schweinfurt besitzt insgesamt 62 Brücken, davon sieben Mainbrücken, die den Main oder nur einzelne Mainarme oder nur den Altmain queren. Darunter befindet sich eine Eisenbahnbrücke, alle anderen sind Straßenbrücken. Die nachfolgend von Ost nach West (mainabwärts) aufgeführten Brücken queren vollständig den Main. Die Maxbrücke ist eine dreispurige Straßenbrücke, Baujahr 1958. An ihrer Stelle befand sich bereits um 1400 die erste Brücke der Stadt über den Hauptarm des Mains. Die Gerolzhöfer Brücke ist eine eingleisige Eisenbahnbrücke der Bahnstrecke Schweinfurt-Hbf–Kitzingen-Etwashausen, die derzeit, außer Güterverkehr im Raum Schweinfurt, nicht im Betrieb ist. Die erste Eisenbahnbrücke an dieser Stelle wurde 1903 errichtet. Über die Hahnenhügelbrücke, die 1964–1967 erbaut wurde, führt die Bundesstraße 286. Mit über 41.800 (2011) Kraftfahrzeugen am Tag bildet sie die südmainische Hauptzufahrt in die Innenstadt. Sie besitzt vier Fahrspuren und soll in einigen Jahren durch einen fünf- oder sechsspurigen Brückenneubau ersetzt werden. Die Mainbrücke Oberndorf ist eine sechsspurige Straßenbrücke (vier Fahrspuren und zwei Standspuren), Baujahr 1970/1994, der Bundesautobahn 70. Die Brücke überqueren ebenfalls über 40.000 Kraftfahrzeuge (2017) am Tag.

Bundeswasserstraße

Schweinfurt liegt an der derzeit (2019) leistungsfähiger ausgebauten,3.500 km langen Großschifffahrtsstraße, die über den Rhein-Main-Donau-Kanal die Nordsee mit dem Schwarzen Meer verbindet. Jährlich passieren 1.000 Hotelschiffe (Flusskreuzfahrtschiffe) und 6.000 Frachtschiffe die Stadt. Die Häfen Schweinfurts umfassen einen Binnenhafen, eine Lände, Anlegestellen für Personenschifffahrt und Kreuzfahrtschiffe sowie Bootshäfen. Im Stadtgebiet befindet sich außerdem eine Staustufe, mit einer Schleuse und eine Bootsschleuse für Sportboote. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Schweinfurt ist eines von 39 bundesdeutschen Wasserstraßen- und Schifffahrtsämtern (WSA) und ist für die Bundeswasserstraße Main im größten Bereich Unterfrankens auf einer Länge von 202 km zuständig.

Schweinfurt war 1911/1912 Endpunkt der in Mainz beginnenden Kettenschifffahrt auf dem Main, die 1936 wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit eingestellt wurde.

Öffentlicher Verkehr

Schweinfurt besitzt unter allen deutschen Städten das dichteste Netz an Haltestellen im öffentlichen Personennahverkehr.

Verkehrsverbünde

Die Verkehrsgemeinschaft Schweinfurt (VSW) ist eine Verkehrsgemeinschaft des Öffentlichen Personennahverkehrs für das Gebiet der kreisfreien Stadt Schweinfurt und den Landkreis Schweinfurt. 23 Buslinien von örtlichen Busunternehmen und zwei Bahnlinien der Erfurter Bahn, bzw. der Deutschen Bahn, bieten einen Gemeinschaftstarif an. 2022 soll die Region Schweinfurt/Main-Rhön dem Verkehrsverbunds Mainfranken (VVM) angegliedert werden, zum dann nach Einwohnern drittgrößten und nach Fläche zweitgrößten Verkehrsverbund Bayerns.

Schiene

Bahnhöfe:

  • Schweinfurt Hauptbahnhof (Kategorie 3)
  • Bahnhof Schweinfurt Stadt (Kategorie 5)
  • Bahnhof Schweinfurt Sennfeld (derzeit kein Personenverkehr)
  • Haltepunkt Schweinfurt Mitte (Kategorie 6)
  • Containerterminal Schweinfurt

Während der deutschen Teilung lag die Stadt im Bahn-Fernverkehr im Abseits und erfährt in neuerer Zeit eine Trendwende (siehe: Neue Zentralität). Schweinfurt liegt an folgenden Regionalexpress- (RE) und Regionalbahnlinien (RB):

  • RE Bamberg–Schweinfurt–Frankfurt am Main; über diesen Zug ist Paris-Est von Schweinfurt mit einmaligem Umstieg in Frankfurt erreichbar
  • RE Würzburg–Schweinfurt Hbf–Bamberg–Nürnberg
  • RE Würzburg–Schweinfurt Hbf–Erfurt
  • RB Schweinfurt Stadtbahnhof–Meiningen
  • RB Schweinfurt Stadtbahnhof–Bad Kissingen–Gemünden am Main

Ab spätestens Dezember 2028 erhält Schweinfurt Anschluss an das Intercity-Netz:

  • IC Bamberg–Schweinfurt–Würzburg–Stuttgart–Tübingen

Einen weiteren Fernverkehrsanschluss soll Schweinfurt durch eine Initiative für eine Neubaustrecke Schweinfurt–Fulda erhalten (siehe: Schweinfurt Hauptbahnhof, Projekt Neubaustrecke Schweinfurt–Fulda).

Seit längerer Zeit gibt es Initiativen zur Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Bahnstrecke Kitzingen–Schweinfurt, der sogenannten Unteren Steigerwaldbahn oder verkürzt Steigerwaldbahn. Anfang 2019 entbrannte schließlich ein heftiger, bis heute andauernder Streit, der zum Politikum wurde. Im August 2019 wurde schließlich ein neues Konzept zur Reaktivierung vom Verkehrsplaner Robert Wittek-Brix vorgestellt. Einer Regionalstraßenbahn als Integralbahn, die aus Richtung Kitzingen ab dem Bahnhof Schweinfurt Sennfeld in einem Ast auf der bestehenden Bahnstrecke zum Hauptbahnhof fahren und in einem zweiten Ast via Innenstadt an die Bahnstrecke Schweinfurt–Meiningen angebunden werden soll.

Siehe: Steigerwaldbahn, Geforderte Wiederinbetriebnahme

Busse

Zentrale Omnibusbahnhöfe (ZOB):

  • ZOB Bahnhofsplatz (Fern- und Regionalbusse)
  • ZOB Roßmarkt (Stadtbusse)

Fernbusse ab ZOB Bahnhofsplatz, mit Verbindungen in viele Städte Zentraleuropas. Regionalbusse der Omnibusverkehr Franken (OVF) und der VSW fahren neben dem ZOB Bahnhofsplatz weitere Haltestellen im Stadtgebiet an. Die OVF unterhält in Schweinfurt eines von insgesamt drei Depots. Stadtbusse der Stadtwerke Schweinfurt fahren sternförmig den ZOB Roßmarkt an, 20 Linien bedienen das Stadtgebiet und die meisten Vororte.

Personenschifffahrt

Die Schweinfurter Personenschifffahrt führt von März bis Oktober auf dem Main Rundfahrten durch, auch in Verbindung mit Veranstaltungen mit gastronomischen Angebot an Bord.

Straßenverkehr

Schweinfurt besitzt sehr gute Straßenverkehrsanbindungen, als nahezu immer staufreier Autobahnknoten (siehe: Neue Zentralität), der die Stadt entlastet, die nur noch 5 %  Durchgangsverkehr besitzt. Autobahn 70 (Südtangente) und Autobahn 71 (Westtangente) bilden eine Umfahrung um Schweinfurt, mit sieben Anschlussstellen für Stadt und Vororte. Die Planungen der Reichsautobahnen gingen vollständig an Schweinfurt vorbei. In Folge der deutschen Teilung und der damit verbundenen Umplanungen (siehe: Strecke 46 und Strecke 85) und der Wiedervereinigung wurde die Stadt schließlich zu einem Autobahnknoten in der deutschen Mitte.

Schweinfurt liegt an zwei Europastraßen (Transeuropäische Netze TEN):

  • TEN Alta (Nordkap)–Gela (Sizilien). Die europäische Nord-Süd-Achse, mit fast 5000 km Länge, verläuft auf der A 7 über das Autobahnkreuz Schweinfurt/Werneck.
  • TEN Schweinfurt–Prag. Sie beginnt am Autobahnkreuz Schweinfurt/Werneck. Im Endausbau wurde sie als durchgehende, vierspurige Schnellstraße von Schweinfurt bis Prag angestrebt, was durch die Einstellung der Planung der Fichtelgebirgsautobahn 2009 nicht mehr möglich ist.
  • An die erste Autobahn durch Unterfranken erhielt Schweinfurt Anfang der 1960er Jahre seinen ersten Autobahnanschluss Schweinfurt-Süd/Wiesentheid über einen 34 km langen Autobahnzubringer. Diese Anschlussstelle wurde später für die Stadt durch drei neue, nähere Autobahnen völlig bedeutungslos und wurde deshalb in Wiesentheid umbenannt.
  • Sie verläuft von der dänischen zur österreichischen Grenze. Anschlussstellen Wasserlosen (vormals Schweinfurt/Niederwerrn) und Autobahnkreuz Schweinfurt/Werneck (A 7/A 70). Zwischen den Kreuzen Schweinfurt/Werneck und Biebelried ist der sechsstreifige Ausbau im Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP 2030) im weiteren Bedarf mit Planungsrecht, kann aber bei entsprechenden Haushaltsmitteln wesentlich früher beginnen. Fünf neue sechsstreife Brücken sind im Bau und sollen bis 2023 fertiggestellt sein.
  • Sie beginnt am Autobahnkreuz Schweinfurt/Werneck und läuft über Bamberg bis zum Autobahndreieck Bayreuth/Kulmbach (A 70/A 9).
  • Sie endet an der Schweinfurter Stadtgrenze am Autobahndreieck Werntal (A 70/A 71) und läuft über das Autobahnkreuz Erfurt (A 71/A 4) zum Autobahndreieck Südharz (A 71/A 38).

Die Bundesstraßen spielen für Schweinfurt nur noch eine geringere Rolle und wurden deshalb zum Teil im Schweinfurter Raum zu Staatsstraßen zurückgestuft. Die Stadt liegt an, bzw. bei folgenden Bundesstraßen:

  • Eisenach–Kleines Walsertal. Sie verläuft 2 km vor der Stadtgrenze als Westtangente und wurde zwischen der A 70 und Meiningen herabgestuft.
  • Riedstadt (Rhein)–Bamberg, wurde im Raum Schweinfurt zur Staatsstraße herabgestuft
  • Autobahnkreuz Schweinfurt/Werneck–Arnstein. Bundesstraße auf neuer Trasse, ohne Ortsdurchfahrten, aber nicht kreuzungsfrei.
  • im BVWP 2030. Geplante Schnellstraße vom Autobahnkreuz Schweinfurt/Werneck zur A 3 (Anschlussstelle Helmstadt), als Umgehung des Autobahnkreuzes Biebelried, als direkte Verbindung von Schweinfurt nach Frankfurt am Main via A 3 und Stuttgart via A 81. Kreuzungsfrei, dreistreifig, mit abwechselnder Überholspur geplant. Der erste Bauabschnitt ist im vordringlichen Bedarf des BVWP 2030 und befindet sich derzeit (2020) bereits in fachplanerischer Umsetzung: er verläuft zunächst auf der Trasse der B 26a bis Arnstein und dann weiter auf neuer Trasse bis Karlstadt am Main, mit fünf Anschlussstellen, zuletzt Karlstadt-Ost.
  • Enzlar–Bad Brückenau. Im Abschnitt zwischen A 3, Anschlussstelle Wiesentheid und Schweinfurt-Hafenkreuz kreuzungsfreie Schnellstraße. In diesem Abschnitt von Gerolzhofen bis zur Anschlussstelle Schwebheim dreistreifig, mit abwechselnder Überholspur und ab da bis Hafenkreuz vierstreifig.
  • A 7, Anschlussstelle Wasserlosen–Schirnding (Tschechische Grenze bei Eger). Zwischen der A 70 bei Schweinfurt und dem Coburger Land auf neuer Trasse, ohne Ortsdurchfahrten, aber nicht kreuzungsfrei.

Radwege

Die Stadt besitzt, besonders im westlichen Bereich, ein dichtes Radwegenetz und liegt an drei Radfernwegen. Der 600 Kilometer lange Main-Radweg wurde 2008 als erster deutscher Radfernweg vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) mit fünf Sternen ausgezeichnet. Ferner liegt die Stadt am Main-Werra-Radweg und am Werntal-Radweg.

Luftverkehr

Schweinfurt liegt zwischen dem Frankfurter Flughafen (118 km westlich) und dem Nürnberger Flughafen (85 km südöstlich). Wegen dieser Nähe gibt es dazwischen keinen Regionalflughafen, obwohl um 1970 unweit westlich des heutigen Autobahnkreuzes Schweinfurt/Werneck ein Regionalflughafen angedacht war. Um Schweinfurt liegen drei Flugplätze:

  • Verkehrslandeplatz: Flugplatz Haßfurt-Schweinfurt, im 25 Kilometer entfernten Haßfurt, wird auch von größeren Flugzeugen angeflogen.
  • Sonderlandeplatz: Flugplatz Schweinfurt-Süd, mit Graspiste; für Motor- und Segelflugzeuge des Aeroclubs Schweinfurt e. V. und Geschäftsreiseflugzeuge und -hubschrauber.
  • Militärflugplatz: Er hatte unterschiedliche Bezeichnungen: Flugplatz Schweinfurt (1937–1945), Schweinfurt Air Base (1945–1948), Conn Barracks (bis 2014), seitdem ungenutzt.

Energieversorgung

Die Stadtwerke Schweinfurt betreiben in der Stadt und einigen Randgemeinden ein Stromnetz, Methangasnetz, Fernwärmenetz und ein Kabelnetz. Der Strom wird an der Börse in Leipzig gekauft und die Stadtwerke sind Miteigentümer des Wasserkraftwerkes an der Schweinfurter Main-Staustufe. Das Gas wird vollständig zugekauft. Die Fernwärme wird von der Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt GmbH bezogen, die am Schweinfurter Hafen das Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt (GKS) betreibt. Neben den Stadtwerken werden damit die größeren Industriebetriebe mit Heißdampf versorgt.

Das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG), das sich 3,4 km südwestlich von der Stadtgrenze befindet, wurde 2015 stillgelegt. Bis ca. Ende 2020 ist die Brennelementefreiheit geplant und der anschließende nukleare Rückbau bis Ende 2033. Danach beginnt der konventionelle Abriss der Gebäude und Kühltürme, der um 2035 beendet sein soll. Die schwach- und mittelradioaktiven Stoffe soll der Schacht Konrad bei Salzgitter als Endlager aufnehmen. Da er noch nicht zur Verfügung steht wurde am KKG eine Bereitstellungshalle (BeHa) errichtet. Die hochradioaktiven Abfälle werden im 2006 am KKG erbauten Zwischenlager, dem Brennelementbehälterlager (BELLA), gelagert. Es hat eine Laufzeit von 40 Jahren. Wo danach die radioaktiven Abfälle hinkommen steht noch nicht fest, da es noch kein zentrales Endlager gibt. Die beiden Gebäude BeHa und BELLA werden das Einzige sein, was nach dem Abbruch vom KKG übrigbleibt. Rückbau und Abbruch werden voraussichtlich 1,2 Milliarden Euro kosten. E.ON hat bislang (2020) noch kein Konzept, was danach mit dem Werksgelände geschehen soll.

Einer der wichtigsten deutschen Leitungsknoten der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung befindet sicham Kernkraftwerk und am gegenüberliegenden Mainufer bei Bergrheinfeld. Er bleibt bestehen und wird seit Anfang 2015 weiter ausgebaut, als ein Ende der geplanten Stromtrasse Suedlink, als erstes Großprojekt in Erdverkabelung.

Klimaschutz

Die Stadt Schweinfurt besitzt 1230 Hektar Wald, dazu 526 Hektar von der Hospitalstiftung. Laubholz dominiert: „Eiche und Buche sind geschwächt und der Esche droht ob einer Pilzkrankheit der schleichende Totalausfall. Die "Seltenen Baumarten" Hainbuche, Feldahorn, Speierling und Elsbeere dagegen kommen mit den klimatischen Bedingungen vergleichsweise gut zurecht.“

Die Baumschutzverordnung für die Stadt wurde 2018 abgeschafft, da ein Bürgerentscheid für ihren Erhalt am Quorum scheiterte. 25.000 Stadtbäume (2019) gibt es insgesamt an Straßen und in Parks, ohne Privatgrundstücke und den Stadtwald. Darunter ca. 6.600 Ahornbäume, 4.000 Linden, 2.000 Eichen, 1.830 Hainbuchen, 1.800 Eschen, 1.140 Platanen und 900 Robinien. Als längerfristiges, größeres Projekt zur Verbesserung des Stadtklimas sind Baumpflanzungen im gesamten Bereich zwischen Hauptfriedhof und Hauptbahnhof geplant.

Am 1. Januar 2019 waren für die Stadt 40.494 Fahrzeuge zugelassen, darunter 92 reine Elektrofahrzeuge und 81 Plug-in-Hybrid-Autos. „Im Bundesschnitt steht die Stadt damit sehr gut da, im Ganzen betrachtet sieht man aber, wie viel noch zu tun ist.“

Organisationen

Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew

Die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew hat ihren Sitz in Schweinfurt, wo sie 1980 gegründet wurde. Mit über 16.000 Patienten- und Fördermitgliedern gehört sie zu den größten Patientenorganisationen Deutschlands.

World Bicycle Relief

Die internationale Hilfsorganisation World Bicycle Relief hat ihre europäische Geschäftsstelle im Schweinfurter Maintal, im Gebäude des Fahrradkomponentenherstellers SRAM.

Wissenschaft und Bildung

Nationale Akademie der Wissenschaften

In der seinerzeitigen Reichsstadt Schweinfurt wurde 1652 die 2008 zur Nationalen Akademie der Wissenschaften erhobene Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina von vier Ärzten gegründet (benannt nach Kaiser Leopold I.). Sie hat heute ihren Sitz in Halle (Saale) und ist die älteste dauerhaft existierende naturforschende Akademie der Welt. Die Gründung erfolgte einige Jahre bevor die entsprechenden Gesellschaften in London (Royal Society) und Paris (Académie des sciences) gegründet wurden. Das Leopoldina-Krankenhaus in Schweinfurt erinnert an diese Gründung. Der ebenfalls in Halle ansässige Freundeskreis der Leopoldina hält seine Jahresveranstaltungen alle vier Jahre in Schweinfurt ab.

Hochschule für angewandte Wissenschaften

rechts

In der Schweinfurter Abteilung der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt studieren derzeit (WS 2018/19) 2.915 Studenten. Einen Rekord gab es dabei mit 1.014 Studienanfängern. Die Hochschule entstand 1971 durch den Zusammenschluss des Schweinfurter Balthasar-Neumann-Polytechnikums mit der Würzburger Höheren Wirtschaftsschule und Werkkunstschule. Sie wird auch Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS) genannt und ist mit insgesamt ca. 9000 Studenten viertgrößte Fachhochschule Bayerns. In Schweinfurt wurde 2011 östlich des Campus 1 der Campus 2 am nordwestlichen Rand der Innenstadt eröffnet.

i-Campus

2017 begannen auf dem Areal der einstigen Ledward Barracks, wo derzeit der neue Stadtteil Carus-Park entsteht, die Bauarbeiten für einen weiteren Campus der Fachhochschule, im Rahmen der Internationalisierung der Hochschule, die FHWS i-Campus genannt wird. Hier entsteht der internationale Hochschulcampus i-Campus Schweinfurt. Erste englischsprachige Vorlesungen für Studenten aus aller Welt begannen bereits im Wintersemester 2014/15 im bestehenden Campus 1. Ein Studentendorf wird angegliedert, ein erstes Gebäude wurde bereits bezogen.

Die Abteilung Schweinfurt der FHWS hat sich auf die MINT-Fächer spezialisiert, was im i-Campus fortgeführt werden soll. Hier soll auch der bundesweit erste Studiengang Roboting etabliert werden.

Die i-Factory soll auch Unternehmen direkten Zugang zu innovativen Forschungseinrichtungen der FHWS in den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik und Mechatronik ermöglichen. Die zusätzlichen Projekte i-Company und Industrie on Campus sehen eine weitere Zusammenarbeit mit Unternehmen und deren direkten Zugang zu Forschungseinrichtungen der Hochschule, bis hin zur Verschmelzung von Industrie und Hochschule vor. Der Vorlesungsbetrieb im neuen Campus soll 2019 beginnen und im Endausbau Raum für 2.000 bis 3.000 Studenten aus aller Welt geboten werden.

Fraunhofer Institut

Die digitale Fabrik i-Factory ist derzeit am i-Campus in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut im Aufbau. Die i-Factory und das neu angesiedeltes Fraunhofer-Institut wurden zunächst im Headquarter der einstigen Ledward Barracks untergebracht.

Uni-Lehrkrankenhaus

Das Klinikum der Stadt Schweinfurt Leopoldina-Krankenhaus ist akademisches Lehrkrankenhaus der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Die Leo Academie am Leopoldina-Krankenhaus bietet Mitarbeitern und externen Teilnehmern Fort- und Weiterbildungsprogramme in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen an. Mit Dozenten aus den eigenen Kliniken und externen Lehrkräften.

Schulen

Schweinfurt ist eine Schulstadt, mit derzeit rund 19.000 Schülern in ca. 50 Schulen.

Von den acht staatlichen Grundschulen beherbergen drei eine Mittelschule. Daneben gibt es eine private Grund- und Mittelschule, in der nach der Montessoripädagogik unterrichtet wird, zwei Realschulen und die Private Real- und Wirtschaftsschule O. Pelzl.

Abitur, die Fachhochschulreife oder das Internationale Abitur kann man in neun Schulen erlangen: in fünf Gymnasien, dem Bayernkolleg Schweinfurt, der Fachoberschule, der Berufsoberschule und der englischsprachigen International School Mainfranken. Das Celtis-Gymnasium wurde 1632 auf Weisung des Schwedischen Königs Gustav II. Adolf als Gymnasium Gustavianum gegründet. Das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium war in den 1970er Jahren mit über 2.000 Schülern größtes Gymnasiums Bayerns. Die englischsprachige International School Mainfranken ist als IB World School von der International Baccalaureate Organization (IBO) zertifiziert und bietet Schülern nach der 10. Jahrgangsstufe den internationalen mittleren Schulabschluss IGCSE und nach der 12. Klasse das International Baccalaureate Diploma (IB-Diploma), vergleichbar mit einem internationalen Abitur, das in über 110 Ländern anerkannt wird. Eine Besonderheit stellt das private Lyzeum der Republik Griechenland dar. Der Schulträger ist das Bildungsministerium Griechenlands und der Schulaufwandsträger die Republik Griechenland.

Die fünf Förderschulen bieten unterschiedliche Förderschwerpunkte an. Es gibt vier Berufsschulen, davon eine zur sonderpädagogischen Förderung, eine BDS-AzubiAkademie und eine Fachakademie für Sozialpädagogik. Die Musikschule wurde im Jahr 1872 gegründet und zählt mittlerweile zu den größten Bayerns.

Gymnasien

  • Alexander-von-Humboldt-Gymnasium
  • Celtis-Gymnasium
  • Olympia-Morata-Gymnasium
  • Privates Lyzeum der Republik Griechenland
  • Walther-Rathenau-Gymnasium

Internationale Schule

  • International School Mainfranken

Schulen des Zweiten Bildungsweges

  • Bayernkolleg
  • Friedrich-Fischer-Schule (FOS/BOS)

Realschulen

  • Walther-Rathenau-Realschule
  • Wilhelm-Sattler-Realschule
  • Private Realschule Pelzl
  • Private Wirtschaftsschule Pelzl

Bibliotheken

  • Bibliothek der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt.
  • Bibliothek Otto Schäfer
  • Stadtbücherei Schweinfurt, Zentralbücherei im Ebracherhof sowie Zweigstellen im Alexander-von-Humboldt-Gymnasium und Oberndorf.

Öffentliche Einrichtungen

Gesundheitswesen

Das Leopoldina-Krankenhaus (Volksmund: Leo) ist ein städtisches Akutkrankenhaus der Schwerpunktversorgung für die ganze Region, mit rund 2.000 Mitarbeitern, über 700 Planbetten, 15 bettenführenden Fachabteilungen, 6 Instituten und 12 Dialyseplätzen (siehe auch: Uni-Lehrkrankenhaus). 2019 wurde das Leo im Klinikvergleich des Nachrichtenmagazins Focus als „Top regionales Krankenhaus“ ausgezeichnet und die Neurologie bei der Behandlung von Schlaganfällen zu den „Top 100“ gezählt. Auf dem Campus befinden sich zudem ein Medizinisches Versorgungszentrum (Ärztehaus) mit vier Fachrichtungen, bei denen die Innere Medizin wiederum zehn spezielle Fachbereiche umfasst sowie weitere Institute.

Das Krankenhaus St. Josef (Volksmund: Josefskrankenhaus) ist ein katholisches Krankenhaus mit 260 Betten und 7 bettenführenden Fachabteilungen. Unweit des Krankenhauses, in der ehemaligen Frauenklinik Dr. Knüpffer, befindet sich die Palliativstation des Josefskrankenhauses, dem ebenfalls ein größeres Ärztehaus mit sieben Fachpraxen angegliedert ist.

Die Tagesklinik für Psychiatrie Schweinfurt ist eine Außenstelle des Krankenhauses für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin Schloss Werneck. Die Außenstelle verfügt über 20 Betten. Der Vorort Werneck ist das Klinikzentrum des Landkreises Schweinfurt, wo sich zwei weitere Kliniken befinden.

Die Augenklinik Mainfranken im Rückert Center führt ambulante Operationen und Behandlungen im großen Spektrum der Augenheilkunde durch.

Das Ambulante Reha-Centrum am Hainig befasst sich mit Wiederherstellung und Erhalt der Beweglichkeit.

In Schweinfurt kommen auf einen Arzt, einschließlich Psychotherapeuten, 356 Einwohner. Das ist ein Mittelwert, der zwischen den vergleichbaren Nachbarstädten Bamberg (277, Platz 1 in Deutschland) und Aschaffenburg (392) liegt (jeweils 2018).

Behörden

Die Zuständigkeitsbereiche mehrerer in Schweinfurt angesiedelter Behörden erstrecken sich teilweise weit über die Region hinaus. In den 1990er Jahren wurde das Bayerisches Landesamt für Statistik aus München nach Schweinfurt teilverlegt. 2020 kündigte die bayerische Staatsregierung eine weitere Behördenverlagerung an, eine Bearbeitungsstelle des Finanzamts München mit 300 Stellen soll in Schweinfurt angesiedelt werden.

  • Agentur für Arbeit Schweinfurt, zuständig für die Region Main-Rhön
  • Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
  • Bayerisches Landesamt für Statistik, Dienststellen in Schweinfurt und München (Hauptsitz in Fürth)
  • Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, zuständig für Unterfranken (ab Mitte 2020 im Vorort Niederwerrn)
  • Eichamt
  • Finanzamt Schweinfurt
  • Hauptzollamt Schweinfurt, zuständig für Unterfranken und nahezu ganz Oberfranken
  • Staatliches Forstamt
  • Staatliches Gesundheitsamt
  • Staatliches Hochbauamt
  • Staatliches Schulamt
  • Straßenbauamt Schweinfurt
  • Vermessungsamt
  • Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Schweinfurt, zuständig für die Bundeswasserstraße Main im Bereich Schweinfurt und Würzburg
  • Zentrale Ausländerbehörde Unterfranken (ab Mitte 2020 im Vorort Niederwerrn)
  • Zollamt, Dienststelle des Hauptzollamtes Schweinfurt

Gerichte

Schweinfurt gehört zum Gerichtsbezirk des Oberlandesgerichts Bamberg. Schweinfurt ist Sitz mehrerer Gerichte unterschiedlicher Instanzen. In den 1990er Jahren wurde ein bayerisches Landesgericht aus München nach Schweinfurt teilverlegt.

  • Bayerisches Landessozialgericht, einzige bayerische Zweigstelle (Hauptsitz in München)
  • Landgericht Schweinfurt
  • Amtsgericht Schweinfurt
  • Arbeitsgericht, Außenkammer des Arbeitsgerichts Würzburg

Justizvollzugsanstalt

In Schweinfurt befindet eine Justizvollzugsanstalt (JVA) mit 84 Haftplätzen. Hier werden Untersuchungshaft- und Freiheitsstrafen im Erst- und Regelvollzug bis zu sechs Monate für den Landgerichtsbezirk Schweinfurt sowie Freiheitsstrafen im gleichen Umfang für den Amtsgerichtsbezirk Gemünden vollzogen. Auf dem Gelände der JVA in der Altstadt, an der westlichen Stadtmauer, wurde erstmals 1884 ein Gefängnis errichtet, das im letzten Krieg zerstört wurde. Ab 1945 diente der Hochbunker A4 (Goethebunker) im Musikerviertel als Notgefängnis, bis 1957 das heutige Gebäude an einstiger Stelle fertiggestellt war.

Jugendhilfeeinrichtung

Das Haus Marienthal ist eine Jugendhilfeeinrichtung mit nahezu 170-jähriger Tradition. 1849 besuchte Johann Hinrich Wichern, der Gründer der Inneren Mission, auch Schweinfurt. Er hatte in Hamburg das Rauhe Haus zur Rettung verwahrloster Kinder errichtet. 1854 wurde auf Initiative von Ludwig von Jan das Schweinfurter Waisen- und Rettungshaus eingeweiht. Seit 2000 gehören sämtliche Schülerhorte der Stadt Schweinfurt zum Haus Marienthal. Die einstmals protestantische Stiftungsschule wird heute noch von historischen, evangelischen Vororten (Reichsdörfer und Reichsritterschaften) unterstützt.

Feuerwehren

In der Stadt sind mehrere Feuerwehren ansässig. Die Ständige Wache Schweinfurt, die Freiwillige Feuerwehr Schweinfurt und die Werkfeuerwehren von Schaeffler, SKF und ZF Friedrichshafen. Zudem gab es bis zur Auflösung der U.S. Army Garrison Schweinfurt im Jahre 2014 eine amerikanische Feuerwehr.

Sport

Schweinfurt galt als Stadt des Sports. Diese Bezeichnung wird auch heute noch manchmal verwendet, obwohl der Sport hier seit Jahrzehnten keine überregionale Rolle mehr spielt.

Vereine

In der Stadt gibt es 76 Sportvereine und Betriebssportgemeinschaften (2020). Mehrere herkömmliche Sportvereine, insbesondere mit Fußballabteilungen, wurden allerdings, wie vielerorts, durch die Demografie dezimiert und mussten teilweise neu organisiert werden. Viele Tennisanlagen wurden in Folge der Konkurrenz durch den Golfboom rückgebaut oder verwahrlosten.

Der älteste Verein der Stadt ist die Bürgerliche Schützengesellschaft 1433 Freischütz von 1875 e.V. Sie bestand vermutlich schon vor 1433. Noch vor Erfindung des Schießpulvers entstand hier ein Verein für Armbrustschützen. In der Tradition der Fußballstadt steht der 1. FC Schweinfurt 05 (siehe: Fußball). Die beiden größten Vereine sind jedoch die Turngemeinde Schweinfurt 1848 mit ca. 3.000 Mitgliedern und außerhalb herkömmlicher Sportvereine die Sektion Schweinfurt des Deutschen Alpenvereins mit 3.805 Mitgliedern (2018), sie betreibt die Schweinfurter Hütte in den Stubaier Alpen und die Hütte an der Haselstaude in der Schweinfurter Rhön sowie das DAV-Kletterzentrum Schweinfurt. Weitere Traditionsvereine sind der Schweinfurter Ruder-Club Franken von 1882 und die 1. Radfahrer-Vereinigung 1892 Schweinfurt. Ferner ist der ERV Schweinfurt zu nennen, mit seiner Eishockey-Mannschaft Mighty Dogs. Die beiden letztgenannten Vereine stehen auch in Verbindung mit der Fahrrad- und Rollschuh-Tradition der Stadt, in der Fahrräder, Skateboards, Inlineskates und dazugehörige Kugellager hergestellt wurden bzw. werden. Das Angebot im Wassersport rundet der Segelclub Ellertshäuser See Schweinfurt (SCES) ab.

Siehe auch: Golfplätze

Willy-Sachs-Stadion

Das Willy-Sachs-Stadion wurde 1936, eine Woche vor den Olympischen Spielen in Berlin, als Volkspark eröffnet. Es besitzt eine Tribüne im Bauhausstil und die gesamte Anlage, einschließlich Tennisplätzen mit Clubhaus, steht unter Denkmalschutz. Am Namen des Stadions wird immer wieder bundesweit wegen der Verbindungen des Stadionstifters Willy Sachs zum Nationalsozialismus Kritik geübt. Bei der Einweihung waren die mit Willy Sachs befreundeten Heinrich Himmler und Hermann Göring anwesend. Der Sportpark mit seinem alten Baumbestand wurde nach dem Krieg erweitert und hat zusammen mit den Sportanlagen benachbarter Vereine und den ehemals amerikanischen Sportanlagen (siehe: U.S. Army Garrison Schweinfurt) eine Fläche von etwa einem halben Quadratkilometer. „Die Stadien unserer Zeit zeichnen sich durch Kurzlebigkeit aus. Nur noch das Willy-Sachs-Stadion in Schweinfurt und das Volkspark-Stadion in Bamberg vermitteln bis heute ein Gefühl von der Bedeutung des Sports in den 20er und 30er Jahren, in denen er in einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel eingebettet war Das Willy-Sachs-Stadion entspricht von der Konzeption her der Idee der Freiluftsportanlage, wie sie in den 20er-Jahren häufig in Deutschland realisiert wurde. Die Anlage war als Volkspark und Aufenthaltsort für Familien gedacht.“

Anfang der 1960er Jahre, als das Willy-Sachs-Stadion noch zu den größten Sportparks in der Bundesrepublik Deutschland gehörte, war geplant, das Bundesleistungszentrum für Leichtathletik dort zu errichten. Es wurden bereits Baupläne für eine große Sporthalle nördlich des Stadions veröffentlicht. Das Leistungszentrum wurde dann jedoch in Hannover verwirklicht.

Siehe auch: Leichtathletik und Faustball

Fußball

Der 1. FC Schweinfurt 05 stellte mit Andreas Kupfer den ersten Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft der Bundesrepublik Deutschland im Spiel gegen die Schweiz am 22. November 1950 vor 103.000 Zuschauern. Am 12. Mai 1937, vier Tage vor der Geburtsstunde der Breslau-Elf, stellte der FC 05 in einem Testspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Manchester City im Willy-Sachs-Stadion die gesamte Läuferreihe mit Andreas Kupfer, Albin Kitzinger (beide FC 05) und Robert Bernard (VfR 07 Schweinfurt). Die größten Erfolge des Vereins waren das Erreichen der Endrunden für die deutsche Meisterschaft 1939 und 1942 sowie 1936 das Erreichen des Halbfinales im Tschammerpokal, wie der DFB-Pokal damals hieß. In den 1930er und Anfang der 1940er Jahre war der FC 05 nach dem 1. FC Nürnberg die Nummer 2 im bayerischen Fußball. Seit 1931 spielte der FC 05 ohne Unterbrechung in der höchsten nationalen Spielklasse, bis zur Einführung der 1. Bundesliga im Jahre 1963, als der Verein zweitklassig wurde. Zweimal misslang danach der Versuch in die 1. Bundesliga aufzusteigen. Ein Jahr nachdem der FC Bayern München Meister der Regionalliga Süd wurde und aufstieg, wurde 1966 der FC 05 Meister dieser Liga und scheiterte in der Aufstiegsrunde. Der Verein wurde 1974 Gründungsmitglied der 2. Fußball-Bundesliga und gleich in der ersten Saison verpasste er knapp bei Punktgleichheit die beiden Relegationsspiele zur 1. Bundesliga. In der Saison 2001/02 gehörte der Verein zum dritten und bisher letzten Mal der 2. Liga an. Seitdem spielte er in diversen Amateurligen, derzeit (2019/20) in der Fußball-Regionalliga Bayern.

Der italienische Doppelweltmeistertrainer Vittorio Pozzo stellte erstmals eine Europäische Fußballauswahl zusammen, die am 26. Oktober 1938 im Highbury in London gegen England spielte. In dieser ersten Weltelf der Fußballgeschichte waren zwei Deutsche vertreten, Andreas Kupfer und Albin Kitzinger, beide vom FC 05.

Der Lokalrivale VfR 07 Schweinfurt (VfR 07) spielte von 1939 bis 1941 ebenfalls in der höchsten Spielklasse, der Gauliga Bayern, im Stadion am Hutrasen. Der größte Erfolg des Vereins war 1940 das Erreichen der zweiten Hauptrunde im Tschammerpokal, in der der VfR 07 gegen Rapid Wien ausschied.

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 war Schweinfurt Gastgeber der Tunesischen Nationalmannschaft. Sie wurde Dritter der Gruppe H und erreichte das Achtelfinale nicht.

Eis- und Rollhockey

Der Eislauf- und Rollschuhverein ERV Schweinfurt hat die derzeit mit Abstand führende Rollhockey-Abteilung Bayerns. Der ERV ist 14facher Meister der 2. Rollhockey-Bundesliga-Süd, spielte auch in der 1. Rollhockey-Bundesliga und stellte einige Zeit die meisten Rollhockey-Nationalspieler. Die Mannschaft hat sich für die neu gegründete eingleisige 2. Bundesliga ab April 2017 qualifiziert, dominierte die Liga und wurde mit großem Punktabstand Meister. Zudem gewann sie 2017 zum vierten Mal in Folge die bayerische Meisterschaft, wo sie als einziger Verein mit der ersten und zweiten Mannschaft teilnahm.

Die größten Erfolge der Eishockey-Mannschaft (seit 2003 Mighty Dogs) des ERV Schweinfurt waren zwei Spielzeiten in der 2. Liga Süd von 1994 bis 1996, die Meisterschaft in der Oberliga Süd/Ost 2003 und die dreimalige Bayerische Eishockey-Meisterschaft 1990, 2009 und 2012. Die Spielstätte der Eishockey-Abteilung ist der überdachte Icedome neben dem Willy-Sachs-Stadion, mit einer Kapazität von 3.000 Zuschauern.

Leichtathletik

Zu den Olympischen Spielen 1960 in Rom fanden für die gesamtdeutsche Olympiamannschaft zum ersten Mal Ausscheidungswettkämpfe statt. Die Leichtathletik-Vorentscheidungen zwischen der Bundesrepublik und der DDR wurden im Willy-Sachs-Stadion ermittelt. Zu diesen Olympischen Spielen wurde auch die gesamtdeutsche Olympiaflagge eingeführt (Schwarz-Rot-Gold mit weißen olympischen Ringen im roten Streifen).

Faustball

Die Faustball-Weltmeisterschaft 1972 der Männer fand im Willy-Sachs-Stadion statt, in der die Bundesrepublik Deutschland Weltmeister wurde, vor Brasilien und Österreich. Im selben Stadion gewann die Schweiz die Faustball-Europameisterschaft 2012 der Männer, vor Österreich und Deutschland.

Regattastrecke

Der Schweinfurter Ruder-Club Franken von 1882 unterhält eine 1000 Meter lange Regattastrecke auf dem Main. Sie ist neben der Olympiaanlage in Oberschleißheim eine der beiden bayerischen Regattastrecken. In den geraden Jahren finden die Bayerischen Meisterschaften im Rudern auf der Olympiaanlage statt und in den ungeraden Jahren in Schweinfurt, wo auch schon die deutschen Sprintmeisterschaften, der deutsche Rudertag und das deutsche Ruderwandertreffen ausgetragen wurden.

Freizeit

Promenaden, Baden und Strände

  • Mainpromenaden mit Bootsvermietung mit speziellen Grillbooten.
  • Stadtstrand Schweinfurt, in der Mainbastion der Stadtmauer.
  • Baggersee am Schwebheimer Wald, mit 1 Kilometer langem Badestrand (teilweise Sandstrand), mit einer Gesamtfläche von 60 Hektar, dem 26 Hektar großen Badesee, Beachvolleyball, Bootsvermietung, Kinderspielplätzen und Beachcafe.
  • Vier weitere Badeseen und eine Badebucht unweit der südlichen Stadtgrenze.
  • Silvana Hallenfreibad und Freizeitbad, am Wildpark an den Eichen.

Klettern

  • Kletterhalle des Deutschen Alpenvereins, am Wildpark an den Eichen
  • Hochseilgarten am Baggersee am Schwebheimer Wald

Golfplätze

Im Raum Schweinfurt gibt es eine hohe Dichte an Golfplätzen, die Stadt liegt in der Golf-Region Franken. Die nächstgelegenen Anlagen befinden sich nordöstlich der Stadt, in sommerkühleren Höhenlagen, an Waldrändern in der Schweinfurter Rhön:

  • Golf Club Schweinfurt in Löffelsterz (380–400 m ü NN): Golfplatz (18 Loch), öffentlicher Golfplatz (6 Loch), öffentliche Driving Range
  • Golfakademie am Funkturm in Hoppachshof (420 m ü NN): öffentlicher Golfplatz (3 Loch), öffentliche Driving Range

Wanderwege

Die Schweinfurter Rhön zieht sich bis ins nordöstliche Stadtgebiet, wo ein dichtes Wanderwegenetz durch weithin unbesiedeltes Gebiet beginnt. 15 km Spazier- und Wanderwege gibt es allein im Stadtwald. Ein zusammenhängendes Wegesystem führt darüber hinaus zu Bayerns größtem Nationalen Naturerbe am Brönnhof, zum Ellertshäuser See und bis in die Nachbarlandkreise Bad Kissingen und Haßberge.

In der Stadt beginnen drei Fernwanderwege Richtung Norden und Nordosten, durch dünn besiedelte Naturräume und Naturparks:

  • Unterfränkischer Jakobsweg von Schweinfurt zum Kreuzberg/Rhön (928 m, Kloster Kreuzberg, Klosterbrauerei, Schlepplifte, Berghotels).
  • Wanderweg zum Schweinfurter Haus am Gangolfsberg (736 m) im Biosphärenreservat Rhön, am Dreiländereck Bayern, Thüringen, Hessen (Weglänge 75 km).
  • Friedrich-Rückert-Wanderweg vom Geburtshaus Friedrich Rückerts am Marktplatz durch die Schweinfurter Rhön und die Haßberge nach Neuses bei Coburg (Weglänge 143 km).

Wintersport

Der Icedome ist ein Eisstadion für 3.000 Zuschauer. Eine Natureisbahn befindet sich an der Ludwigsbrücke und eine Rodelbahn am Wildpark an den Eichen, die hinunter zum Zellergrundbach führt. Kleinere Wintersportmöglichkeiten in der Schweinfurter Rhön fielen der Klimaerwärmung zum Opfer. Eine Autostunde nördlich der Stadt, in der Rhön, bestehen nach wie vor vielfältige Wintersporteinrichtungen: unweit des Schweinfurter Hauses liegt das hessische Skilanglaufzentrum mit öffentlichen Loipen auf ca. 800 m ü. NN. Eineinhalb Autostunden nördlich Schweinfurts, an der Autobahn 71, liegt auf dem Thüringer Wald der internationale Wintersportort Oberhof, mit der Rennsteig-Arena für 13.000 Zuschauer, mit Weltcups und Weltmeisterschaften.

Ferienstraße

Schweinfurt liegt am nordöstlichen Ende des größeren, unterfränkischen Teils der Bocksbeutelstraße. Sie führt von der Stadt nach Süden, entlang des Mains, vorbei an den beiden größten Weinorten des Landkreises Schweinfurt Stammheim und Wipfeld und weiter zum nahen Zentrum des Fränkischen Weinlands, der Volkacher Mainschleife (siehe auch: Weinbau).

Reisemobil- und Campingplätze

In Folge der zentral in der Touristikregion Mainfranken gelegenen Stadt gibt es im näheren Umfeld zahlreiche Reisemobil-Stellplätze. Ein kombinierter Reisemobil- und Campingplatz (Stadtcamping Schweinfurt) liegt an der westlichen Stadtgrenze am Hainig, ein weiterer Reisemobil-Stellplatz am Hutrasen, südlich des Naturschutzgebietes Saumain und ein weiterer Campingplatz kurz hinter der südöstlichen Stadtgrenze, am Schwebheimer Wald, auf Sennfelder Gebiet.

Wissenswertes

Frühester gedruckter Puppenspieltext von 1582

Der Figurenspieler Balthasar Klein aus Joachimsthal besuchte 1582 die Stadt und ließ hier den Text Ein lustiges auch kurtzes und nicht minder nutzes Spiel von der Bußpredigt Jone des Propheten zu Niniue drucken. Diese Schrift ist der älteste gedruckte Puppenspieltext und für die Theaterforschung von großer Bedeutung. Das einzige erhaltene Exemplar wurde in der Bibliothek der Universität Krakau wieder aufgefunden.

Sattlerbrief

Der Schweinfurter Industrielle Wilhelm Sattler unterhielt Handelsbeziehungen in ganz Europa. Er sprach sich als bayerischer Landtagsabgeordneter als erster bereits 1847 für die Vereinheitlichung der Gebühren und die Einführung von Postwertzeichen nach englischem Vorbild aus, wo schon 1840 mit dem One-Penny-Einheitsporto die Briefmarke eingeführt worden war. Was dazu führte, dass das Königreich Bayern 1849 als erster deutscher Staat Briefmarken herausgab, die sich aufkleben ließen. Der Sattlerbrief (auch: Schweinfurter Fund) war ein an Wilhelm Sattler adressierter Brief mit Nachsendefrankatur aus dem Jahre 1850. Er wurde 2002 in Schweinfurt gefunden, als er bei einem Umzug aus dem Geheimfach eines alten Sekretärs fiel. Seine Besonderheit ist die Frankierung, da die drei verschiedenen Briefmarken sonst nie zusammen auf einem erhaltenen Brief erschienen und auch nicht erscheinen sollten. Er befindet sich heute im Museum für Kommunikation Nürnberg. Er wurde von einem unbekannten Absender als Ortsbrief am 14. Juni 1850 in Kissingen aufgegeben und entsprechend frankiert. Weil der Empfänger bereits abgereist war, ging der Brief zurück an den Absender und wurde drei Tage später neu frankiert und dieses Mal in das 30 Kilometer entfernte Mainberg nahe Schweinfurt abgeschickt. Ungeklärt ist, warum der nicht ausreichend frankierte Brief transportiert wurde und wie er den nicht angegebenen Absender nach der ersten Sendung wiederfand.

Theodor Fischer: ein Vater des Bauhauses

Der am 28. Mai 1862 in Schweinfurt geborene Theodor Fischer, der in Schweinfurt das heutige Celtis-Gymnasium besuchte, wurde „als einflussreichster und bedeutendster Architekt vor dem Ersten Weltkrieg“ bezeichnet. Fischer wandte sich von seiner Mitarbeit (1886 bis 1889) am Berliner Reichstagsgebäude unter Paul Wallot ab, distanzierte sich vom Historismus und galt schließlich als ein Vater der Moderne und des Bauhauses. Seine Gedanken im Manifest für die deutsche Baukunst wurden Grundlage für das Bauhaus-Manifest. 1932 sowie in einer Rede im Oktober 1933 vor versammelter NS-Prominenz appellierte er vergeblich für den Erhalt des Bauhauses.

Erfindung des schnürlosen Fußballs

1920 erfand der Schweinfurter Fritz Stöcklein den schnürlosen VAU-DE-Es-Fußball mit Rückschlagventil.

Erstes Bodybuilding-Studio Deutschlands

Der US-Amerikaner Harry Gelbfarb wurde 1951 zur Armee eingezogen und später in Schweinfurt stationiert, wo er seine spätere Frau Elly Böttcher, eine Sportlehrerin und Leichtathletin kennen lernte. Nach seiner Armeezeit traf er in Kalifornien bekannte Bodybuilder und eröffnete danach 1956 in Schweinfurt das erste Bodybuilding-Studio Deutschlands. 1959 gründete er mit Mitgliedern seines Studios den ersten deutschen Bodybuilding-Verband (DKB). 1981 organisierte Gelbfarb in seinem Schweinfurter Studio die ersten deutschen Meisterschaften im Kraftdreikampf der Frauen. Für die ersten Frauenmeisterschaften im Bodybuilding formulierte Gelbfarb die Richtlinien mit. Gelbfarb hat „das moderne Zeitalter dieser Sportart in Deutschland eingeleitet“. „Sie waren zu siebt, als Harry Gelbfarb im Jahr 1959 den ersten deutschen Bodybuilding-Verband gründete. Ein halbes Jahrhundert später sind es sieben Millionen Menschen, die in Fitnessstudios ihre Kraft mit Gewichten und Maschinen trainieren“.

Gütesiegel „Echtes Leder“ made in Schweinfurt

Das Gütesiegel für Echtes Leder wurde um 1960 in einer Schweinfurter Werbeagentur vom Schweinfurter Grafiker Oskar von Lingen kreiert. Dies geschah im Auftrag des Verbandes der Deutschen Lederindustrie (VDL), dessen damaliger Vorsitzender Chef der Lederwarenfabrik Striwa in Lichtenfels war. Das Gütesiegel gilt als Mutter aller vergleichbaren Gütezeichen und dient bis heute als Anregung für unzählige andere, spätere Gütesiegel, wie Echte Baumwolle. Das Piktogramm des Gütesiegels mit entsprechender Aufschrift, beispielsweise Real leather, wird heute weltweit verwendet.

Ludwig Mies van der Rohe und Schweinfurt

40 Jahre vor der Eröffnung des Museum Georg Schäfer (MGS) beauftragte der Schweinfurter Industrielle Dr. Georg Schäfer den Architekten Ludwig Mies van der Rohe für die Planung eines Museums für seine damals bereits bedeutende Privatsammlung. Der Entwurf von 1960/61 sah einen gläsernen, stützenlosen, eingeschossigen Hallenraum mit einer Stahlkonstruktion vor und sollte im Fichtelsgarten, einem Abschnitt der nördlichen Schweinfurter Wallanlagen, errichtet werden. Der damalige von der SPD dominierte Stadtrat lehnte das Geschenk des Industriellen für seine Heimatstadt wegen der zu übernehmenden Unterhaltskosten ab. Daraufhin verwirklichte Mies van der Rohe die Idee in größeren Abmessungen als Neue Nationalgalerie in Westberlin an der Potsdamer Straße in den Jahren 1965 bis 1968. Es ist das einzige Bauwerk, das Mies van der Rohe in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg umsetzte und gilt als Meisterwerk am Ende seiner langen Laufbahn. Die Bauleitung hatte sein Enkel Dirk Lohan, der mit Heidemarie Schäfer, der Tochter von Georg Schäfer, verheiratet war. Wegen seiner Beziehungen zu Schweinfurt fand neben seiner Geburtsstadt Aachen im MGS von Ende Februar bis Ende Mai 2017 die einzige Ausstellung in Deutschland mit Collagen Van der Rohes als Leihgabe des Museum of Modern Art (MoMA) aus New York statt.

Gunter Sachs

Gunter Sachs wurde auf Schloss Mainberg bei Schweinfurt am 14. November 1932 geboren. Er war in den 1960er und 1970er Jahren als Prototyp des Gentleman-Playboys bekannt. Nach seiner Liaison mit der persischen Ex-Kaiserin Soraya 1962 war er von 1966 bis 1969 mit der französischen Filmschauspielerin Brigitte Bardot verheiratet. Der Fotograf und Kunstsammler führte das Nachkriegsdeutschland aus seiner Provinzialität, machte die Pop Art salonfähig und entdeckte Andy Warhol. Er gehörte bis Mitte der 1980er Jahre dem Aufsichtsrat der Sachs-Gruppe in Schweinfurt an. Um den Jahreswechsel 2013/14 war in der Kunsthalle Schweinfurt die Sammlung Gunter Sachs, u. a. mit Werken von Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Salvador Dalí und Max Ernst zu sehen. Die Ausstellung verstand sich „als eine Hommage der Familie Sachs an ihre Wurzeln“.

Beinamen

Schweinfurt gilt als Kugellagerstadt oder Welthauptstadt der Kugellager. Der mittlerweile ebenfalls bundesweit bekannte Spitzname für den 1. FC Schweinfurt 05 Schnüdel wird in der Stadt als Bezeichnung für den Verein und im Umland zudem als Spottname für die Schweinfurter benutzt. Der Name wurde von der Verschnürung des Fußballs abgeleitet, die wiederum ein Schweinfurter überflüssig machte (siehe oben).

Persönlichkeiten

Zu Schweinfurts Ehrenbürgern gehört Otto von Bismarck (1895). Aus der Stadt stammen Judith von Schweinfurt, (Königin von Ungarn (?), beigesetzt im Veitsdom), Friedrich Rückert (Dichter und Orientalist), Theodor Fischer (Architekt und ein Vater des Bauhauses), Andreas Kupfer, Albin Kitzinger (einzige Deutsche in der ersten Weltelf der Fußballgeschichte 1938), Stefan Marquard (Starkoch) und der „gefallene Star“ Jürgen Höller (Autor und Motivationstrainer). Gunter Sachs (bekanntester Playboy, Fotograf, Kunstsammler und Ehemann von Brigitte Bardot) wurde im an Schweinfurt angrenzenden Mainberg geboren. Daneben war die Stadt aber auch Anziehungspunkt und Teil des Lebens bekannter Personen, wie Ernst Sachs (Erfinder und Industrieller), Klaus Ernst (Mitbegründer der Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative und Vorsitzender von Die Linke) oder Tommy Jaud (Autor). Familiäre, berufliche oder sonstige Bezüge zu Schweinfurt haben Ludwig Mies van der Rohe, Michael Glos und Sarah Kreuz.

Weblinks

Videos

Einzelnachweise und Anmerkungen

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Schweinfurt

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