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Plochingen
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Plochingen

160pxAbb. 1 Wappen von Plochingen
Basisdaten
Bundesland Baden-Württemberg
Höhe 276 m
PLZ 73207
Vorwahl 07153
Gliederung
Website www.plochingen.de
Bürgermeister Frank Buß (unabhängig)

Plochingen ist eine Kleinstadt im baden-württembergischen Landkreis Esslingen am Zufluss der Fils in den Neckar. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur europäischen Metropolregion Stuttgart.

Geographie

Geographische Lage

Plochingen ist etwa 9 km ostsüdöstlich von der Kreisstadt Esslingen am Neckar entfernt und in selber Richtung etwa 19 km von der Landeshauptstadt Stuttgart. Die Kleinstadt liegt an den rechten Ufern von Fils und abfließendem Neckar, der hier an der Mündung des ersten seiner vier großen Nebenflüsse das charakteristische Plochinger Neckarknie zeigt, an welchem er von langem Nordost- für eine kurze Strecke auf Westnordwestlauf wechselt. Im Gebiet der Stadt stoßen drei Naturräume zusammen, das Vorland der mittleren Schwäbischen Alb im Südosten, der Unterraum Schurwald des Naturraums Schurwald und Welzheimer Wald im Nordosten und der zu der Filder gerechnete Unterraum Nürtinger-Esslinger Neckartal entlang dem größeren der beiden Flüsse im Westen. Der niedrigste Punkt im Stadtgebiet liegt ganz im Westen am Ausfluss des Neckars auf wenig über , der höchste ganz im Norden beim Weißen Stein auf dem Schurwaldkamm auf etwa , von dem herab Forstflächen einen großen Teil des Stadtgebietes bedecken.

Nachbargemeinden

Angrenzende Kommunen sind reihum im Westen die Gemeinde Altbach, im Nordwesten die Kreisstadt Esslingen am Neckar, im Nordosten die Gemeinde Baltmannsweiler, im Osten die Gemeinde Reichenbach an der Fils, im Südosten kurz die Gemeinde Hochdorf, im Süden die Stadt Wernau (Neckar), im Südwesten die Gemeinde Deizisau, die alle ebenfalls dem Landkreis Esslingen angehören.

Stadtgliederung

Zu Plochingen gehören die Stadt Plochingen und der nordöstlich der Stadt liegende Stadtteil Stumpenhof.

Flächenaufteilung

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Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.

Geschichte

Bis zum 19. Jahrhundert

Plochingen wurde im Jahr 1146 als Blochingen erstmals in einer Urkunde des Königs Konrad III. von Hohenstaufen erwähnt. Es gab in Plochingen zwei Burgen, von denen jedoch nichts mehr übrig ist. Plochingen wurde 1698 Poststation auf der kaiserlichen Postlinie zwischen Antwerpen und Venedig. 1846 kam die Filstalbahn bis nach Plochingen, nur ein Jahr nachdem in Württemberg auf der Strecke zwischen Cannstatt und Untertürkheim zum ersten Mal ein Zug gefahren war. 1888 wurde in der Gaststätte Waldhorn der Schwäbische Albverein gegründet.

20. Jahrhundert

Am 1. Juni 1913 zerstörte ein Tornado zahlreiche Gebäude in Plochingen. Am 13. April 1948 wurde die Gemeinde Plochingen zur Stadt erhoben. Am 12. Juli 1968 erfolgte die Einweihung des Neckarhafens Plochingen. Seit Beginn des S-Bahn-Betriebes im Großraum Stuttgart am 1. Oktober 1978 werden die Fahrzeuge im Bahnbetriebswerk Plochingen technisch gewartet und gereinigt.

1998 war Plochingen Gastgeber der Landesgartenschau Baden-Württemberg.

Religion

Seit der Reformation ist Plochingen evangelisch geprägt. Neben der evangelischen Kirchengemeinde Plochingen gibt es aber auch wieder eine römisch-katholische Kirchengemeinde. In den letzten Jahren entstanden auch eine evangelisch-methodistische und eine neuapostolische Gemeinde.

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze).

Stichtag Einwohnerzahl
1618 1.320
1635 250
1. Dezember 1871 ¹ 1.881
1. Dezember 1900 ¹ 2.413
17. Mai 1939 ¹ 5.446
13. September 1950 ¹ 8.148
6. Juni 1961 ¹ 11.358
27. Mai 1970 ¹ 12.953
25. Mai 1987 ¹ 12.140
31. Dezember 1995 13.085
31. Dezember 2000 14.191
31. Dezember 2005 14.319
31. Dezember 2010 14.209
31. Dezember 2015 13.997

Politik

Verwaltungsverband

Plochingen bildet mit Altbach und Deizisau den Gemeindeverwaltungsverband Plochingen.

Bürgermeister

  • bis 1969: Emil Hartung
  • 1969–2008: Eugen Beck
  • seit 2008: Frank Buß (* 1964)

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Plochingen hat 22 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
CDU-WG Christlich Demokratische Union Deutschlands–Wahlgemeinschaft 30,75 7 28,80 7
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 29,78 7 27,38 6
FW Freie Wähler Plochingen e.V. 20,41 4 19,88 4
OGL Offene Grüne Liste Plochingen e.V. 19,06 4 16,37 4
Bürgerliste Bürgerliste Plochingen 4,37 1
gesamt 100,0 22 100,0 22
Wahlbeteiligung 47,01 % 51,19 %

Wappen

Das Stadtwappen ist fünfmal schräglinks geteilt von Blau und Gold. Die Stadtfarben sind Blau-Gelb.

Städtepartnerschaften

Partnerstädte von Plochingen sind

  • Landskrona in Südschweden seit 1971,
  • Zwettl im niederösterreichischen Waldviertel seit 1993 und
  • Oroszlány in Ungarn seit 2010

Wirtschaft und Infrastruktur

  • Neckarhafen mit Ansiedlung von rund 20 Unternehmen und etwa 1.400.000 Tonnen Jahresumschlag
  • Seit einigen Jahren wird in Plochingen wieder Wein angebaut. Die Plochinger Lagen gehören zur Großlage Weinsteige im Bereich Remstal-Stuttgart.

Verkehr

Die Stadt ist mit dem Auto über die Bundesstraße 10 von Stuttgart aus in etwa 25 Minuten zu erreichen. Bei Plochingen zweigt zudem die B 313 Richtung Tübingen und Stockach von der B 10 ab.

Der Plochinger Bahnhof ist Verkehrsknotenpunkt der Deutschen Bahn an der Neckar-Alb-Bahn (Stuttgart–Tübingen–Horb am Neckar) und der Filstalbahn (Stuttgart–Ulm–München). Er wird von Fernverkehrszügen, Regionalzügen und der Linie S1 der S-Bahn Stuttgart bedient. Die Wartung der Triebwagen der S-Bahn Stuttgart findet im S-Bahnbetriebswerk Plochingen statt.

Der Neckarhafen in Plochingen ist seit 12. Juli 1968 Endpunkt des schiffbaren Neckars. Er wurde als Hafen für die gewerbliche Binnenschifffahrt ausschließlich für den reinen Gütertransport ohne Personenschifffahrt konzipiert. Das Hafengelände erstreckt sich entlang zweier Hafenbecken. Verantwortlich für die Konzeption, Realisation und Entwicklung war von 1954 bis 1992 Hafendirektor Dr. rer. pol. Heinz Kreeb. Seit 1992 ist mit der Geschäftsführung Hafendirektor Eberhard Weiß betraut. Im Neckarhafen haben sich knapp 20 Unternehmen mit einem Investitionsvolumen von etwa 100.000.000 EUR angesiedelt. Hauptumschlaggüter sind Eisen-/Stahlprodukte/Schrott, Futtermittel/Getreide, Mineralöl und Holz. Der Güterumschlag pro Jahr beträgt über 1.300.000 Tonnen.

Ansässige Unternehmen

  • Deutschlandzentrale der Decathlon S.A. (Sporteinzelhandelskette)
  • CeramTec GmbH (Technische Keramik)
  • Robert Bosch GmbH (Kfz-Prüftechnik, Training)

Bildungseinrichtungen

Plochingen verfügt über ein Gymnasium (Gymnasium Plochingen), eine Realschule, eine Grund- und Werkrealschule, eine Förderschule und eine reine Grundschule. Darüber hinaus gibt es neun Kindergärten in der Stadt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Plochingen liegt an der Württemberger Weinstraße mit vielen Sehenswürdigkeiten.

Bauwerke

  • Der Marktplatz mit Fachwerkhäusern, darunter das Alte Rathaus (1530)
  • Die gotische Stadtkirche St. Blasius (1488)
  • Die Ottilienkapelle (1328)
  • Das Haus Gablenberg (1799)
  • Das Hundertwasserhaus „Wohnen unterm Regenturm“ (1991–1994)
  • Das heutige Rathaus (1900) mit der Städtischen Galerie
  • Die katholische Kirche St. Konrad (1929)
  • Das Weinbergtürmle
  • Der Aussichtsturm auf dem Stumpenhof
  • Das von Tomi Ungerer entworfene öffentliche Toilettenhaus „Les Toilettes“ (2007) neben der Ottilienkapelle

Natur

  • Die Bühleiche beim Stumpenhof

Freizeit

Die Parkbahn in den Neckarauen ist eine insgesamt 1,5 Kilometer lange Parkbahnanlage, die vom Ostermontag bis Oktober an jedem Wochenende betrieben wird.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Christian Friedrich Löw (1778–1843), Schultheiß in Beuren, Landtagsabgeordneter
  • Ferdinand Huttenlocher (1856–1925), Bildhauer und Maler, Fachlehrer u. a. an der Kunstgewerbeschule Bern
  • Heinz Mauser (1919–1995), Chemiker und Professor für physikalische Chemie
  • Gotthilf Fischer (* 1928), Chorleiter, bekannt durch die von ihm gegründeten Fischer-Chöre
  • Werner Niefer (1928–1993), Automobilmanager, Vorstandsvorsitzender der Mercedes-Benz AG
  • Gerhard Mahler (1930–1996), Unternehmer und Politiker (CDU), Landtagsabgeordneter, von 1972 bis 1976 Staatssekretär
  • Willrecht Wöllhaf (1933–1999), schwäbischer Mundartdichter und Schriftsteller
  • Egon Eigenthaler (* 1938), Werbegrafiker und Politiker (Republikaner), ehemaliger Landtagsabgeordneter
  • Siegfried K. Wiedmann (* 1938), Elektroingenieur
  • Herbert Henzler (* 1941), Deutschlandchef von McKinsey (1985–1999)
  • Thomas Franz (* 1953), Generalmajor der Luftwaffe
  • Jürgen Resch (* 1960), Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe
  • Dieter Haller (* 1962), Ethnologe, Professor für Sozialanthropologie an der Ruhr-Universität Bochum (zuvor New School University/New York, University of Texas/Austin).

Personen mit Bezug zu Plochingen

  • Otto Löffler (1871–1949), Komponist, Chorleiter, Dirigent und Musikverleger

Trivia

In den Karl-May-Verfilmungen „Die Pyramide des Sonnengottes“ und „Der Schatz der Azteken“, deren Handlung 1864 spielt, gibt der Handelsreisende Andreas Hasenpfeffer – treuer Begleiter Dr. Sternaus – an, aus „Plochingen am Neckarstrand“ zu stammen. Er stellt sich mit den Worten „Andreas Hasenpfeffer aus dem schönen Plochingen am Neckarstrand, 2.413 Einwohner, darunter 99 Katholiken.“ vor.

Die Wasserführung des Neckars wird durch den Pegel Plochingen angezeigt. Dieser lag als einziger Pegel des Neckar nach Zufluß der Fils im freien Gefälle des Flußes, bis 1962 das Wehr Deizisau errichtet wurde. Um die Stauschwankungen fernzuhalten, wurde eine Schwelle rund 100 m unterhalb der Straßenbrücke Plochingen gebaut und der Pegel dorthin verlegt. Bei dem großen Hochwasser im Februar 1970 wurde die Schwelle aus Schüttsteinen zerstört. Da der Bau einer neuen Schwelle aus Beton zu teuer war, wird die Wasserführung nur noch rechnerisch ermittelt. Die Abflusswerte von Wendlingen am Neckar und von Reichenbach an der Fils werden an einen Rechner übertragen und addiert. Daraus wird der theoretische Wasserstand für den verlegten Pegel Plochingen errechnet und veröffentlicht.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Plochingen

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