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Köngen
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Stadtplan Köngen
Gemeinde
Köngen
Stöffler Platz 1
73257 Köngen

http://www.koengen.de

Köngen

160pxAbb. 1 Wappen von Köngen
Basisdaten
Bundesland Baden-Württemberg
Höhe 281 m
PLZ 73257
Vorwahl 07024
Website www.koengen.de
Bürgermeister Otto Ruppaner ()

Köngen {{IPA|ˈkœŋɡən}}, schwäbisch gesprochen Kengga {{IPA|ˈkeŋɡɐ}}, ist eine Gemeinde im Landkreis Esslingen, rund neun Kilometer von der Kreisstadt Esslingen am Neckar und rund sechs Kilometer von Nürtingen entfernt. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur europäischen Metropolregion Stuttgart.

Geographie

Geographische Lage

Köngen liegt auf der linken Neckarseite am Westhang des Neckartals. Der Westhang ist zugleich der östliche Ausläufer der Filderebene.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind im Norden Deizisau, im Nordosten Wernau, im Südosten Wendlingen, im Süden Unterensingen und im Westen Denkendorf (alle Landkreis Esslingen).

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde gehören das Dorf Köngen, die Höfe Birkenhöfe, Buchenhöfe, Erlenhöfe, Kempflerhöfe, Lerchenhof, Riedhöfe, Rothöfe, Seehof, Talhof und Wangerhöfe und das Haus Altenberg.

Flächenaufteilung

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Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.

Geschichte

Bis zum 19. Jahrhundert

Köngen befindet sich auf dem Gebiet der römischen Siedlung Grinario, die um 100 unserer Zeitrechnung aus einem Kastell entstand. Grinario war Endpunkt der Römerstraße Neckar-Alb-Aare, die in Windisch (Schweiz) ihren Ausgang nahm. 260 wurde der Ort durch die Alamannen zerstört und die Römer vertrieben.

Der alamannische Ort, der um 700 entstanden sein muss, wurde erstmals 1075 in einer Urkunde des Klosters Hirsau erwähnt. 1336 verkauften die Herren von Hohenberg den Ort an Albrecht von Aichelberg. 1382 gelangte die Herrschaft an die Herren Thumb von Neuburg, die um 1430 ihren Wohnsitz aus Graubünden nach Köngen verlegten. Hans Friedrich Thumb förderte frühzeitig die Reformation; schon 1527 wurde in Köngen daher lutherisch gepredigt, also sieben Jahre, bevor Herzog Ulrich 1534 die Reformation in Württemberg durchsetzte.

1739 wurde Köngen württembergisch, die früheren Besitzer (Thumb von Neuburg) standen schon seit über 200 Jahren in württembergischen Diensten. 1806 war der Ort kurzfristig Sitz eines Oberamtes, wurde aber schon zwei Jahre später bei der Umsetzung der neuen Verwaltungsgliederung im Königreich Württemberg in das Oberamt Esslingen, den heutigen Landkreis Esslingen, eingeordnet.

Religion

Seit der Reformation ist Köngen vorwiegend evangelisch geprägt. Erst seit 1953 gibt es wieder eine römisch-katholische Kirche im Ort. Der Neubau war durch die Ansiedlung vieler katholischer Heimatvertriebener notwendig geworden.Außerdem gibt es eine evangelisch-methodistische Kirchengemeinde und seit 1924 auch eine neuapostolische Gemeinde.

Nach Köngen ist der Bund der Köngener benannt, weil dort 1919 eine für die Bildung des Bundes wichtige Tagung stattgefunden hatte.

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze).

Stichtag Einwohnerzahl
1600 900
1740 1.010
1800 1.400
1. Dezember 1871 ¹ 2.088
1. Dezember 1900 ¹ 2.288
17. Mai 1939 ¹ 3.036
13. September 1950 ¹ 4.160
6. Juni 1961 ¹ 5.923
27. Mai 1970 ¹ 8.113
25. Mai 1987 ¹ 8.058
31. Dezember 1995 8.818
31. Dezember 2000 9.408
31. Dezember 2005 9.681
31. Dezember 2010 9.613
31. Dezember 2015 9.718
30. Dezember 2017 10.021

Politik

Bürgermeister

  • 1947–1982 Erwin Rath
  • 1982–2014 Hans Weil
  • seit 2014 Otto Ruppaner

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Köngen hat 18 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2019
Sitze
2019
%
2014
Sitze
2014
FW Freie Wähler 41,46 7 39,87 7
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 27,21 5 29,65 5
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 16,52 3
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 14,81 3
SPD/GRÜNE Sozialdemokratische Partei Deutschlands–Bündnis 90/Die Grünen
30,48 6
gesamt 100,0 18 100,0 18
Wahlbeteiligung 65,70 % 53,3 %

Wappen

Blasonierung: „In Blau eine silberne Glocke“.

Köngen führt die größte Glocke der Peter-und-Paulskirche im Wappen. Diese Glocke soll während des Dreißigjährigen Krieges aus Angst vor Plünderern vergraben worden sein. Als der Krieg vorbei war, lebte jedoch niemand mehr, der das Versteck kannte. Die verschollene Glocke wurde der Sage nach schließlich durch Schweine aus dem Boden gescharrt. Seither führt sie den Namen „Sauglocke“.

Partnerschaften

Köngen unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu:

  • Taucha in Sachsen-Anhalt und
  • Český Brod in Tschechien.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Köngen ist durch die Bundesstraße 313 und die Bundesautobahn 8 an das überregionale Straßennetz angeschlossen. Durch die Buslinie 151 ist auch der Bahnhof der Nachbargemeinde Wendlingen am Neckar gut erreichbar: Dort besteht direkt Anschluss von und zur S-Bahn in Richtung Stuttgart und Kirchheim unter Teck; dort verkehren auch Regionalzüge in Richtung Tübingen und Stuttgart sowie Busse in Richtung Nürtingen.

Seit 2016 verkehrt innerhalb von Köngen auch ein Bürgerbus an 3 Wochentagen; seit Dezember 2016 gibt es mit dem neuen Expressbus X10 auch eine Direktverbindung zum Flughafen Stuttgart sowie zum Bahnhof Kirchheim unter Teck.

Ansässige Unternehmen

DHL betreibt in Köngen ein Paketzentrum mit 700 Mitarbeitern.Außerdem sind hier Firmen aus dem Maschinenbau (ALMiG Kompressoren, MATEC) angesiedelt. Zudem hat hier der Modediscount AWG seinen Sitz.

Bildung

In Köngen gibt es mit der Burgschule, einer Gemeinschaftsschule und Realschule, und der Mörikeschule, einer Grundschule, zwei staatliche Schulen. Die Anne-Frank-Schule (Förderschule) und das Robert-Bosch-Gymnasium in Wendlingen werden auch von Köngener Schülerinnen und Schülern besucht. Außerdem gibt es sieben Kindergärten, einen Waldorf- und einen Waldkindergarten in Köngen.

Für die musikalische Aus- und Weiterbildung sorgt die Musikschule Köngen-Wendlingen mit einem breit gefächerten Angebot für Jung und Alt. Die private Grinio-Akademie widmet sich speziell der intensiven, individuellen Fortbildung mit kammermusikalischen Elementen.

Die Bücherei der Gemeinde befindet sich im Dachgeschoss der Zehntscheuer. Sie hat einen Bestand von rund 12.000 Büchern und 3.000 sonstigen Medien.

Erwachsenenbildung wird durch die Volkshochschule Köngen und die fba Köngen geleistet. Für Führungskräfte und Mannschaften aus Unternehmen veranstaltet die Staufen-Akademie im Schloss Köngen vielfältige Qualifikationsseminare.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

  • Köngen liegt an der Neckarlinie des Obergermanischen Limes. Im Ort zweigt von dieser Limeslinie der 23 km lange Lautertal-Limes ab, der am Alblimes bei Donnstetten endet. Dieser schnurgerade Weg war bis zu seiner Deutung als Grenzbefestigung im Jahre 1976 schon lange als Sibyllenspur bekannt.
  • Köngen ist Anfangs- bzw. Endpunkt der Römerstraße Neckar-Alb-Aare.
  • Sehenswert sind zwei Nachbildungen von Jupitergigantensäulen:
    • Nachbildung der Jupitergigantensäule von Hausen an der Zaber auf der Kreisverkehrsinsel an der Plochinger Straße.
    • Nachbildung der Jupitergigantensäule von Walheim vor dem rekonstruierten Wachturm an der Südecke des Römerparks.
  • Römisches Museum mit Archäologischem Park Köngen. Das Kastell von Köngen ist seit 1974 ein Kulturdenkmal und konnte als einziges am gesamten Neckarlimes vor der Nachkriegsüberbauung gerettet werden. Es ist als Militärlager am römischen Limes seit 2005 Teil des UNESCO-Welterbes. Der Eckturm der antiken Garnison wurde 1885 durch General Eduard von Kallee gefunden und bereits 1911 rekonstruiert.
  • Das Köngener Schloss wurde 1392 zunächst als Burg vom Ortsherren, dem freien Reichsritter Hans Thumb von Neuburg erbaut. Die Neuburg gibt es heute noch als Ruine nördlich von Chur in Graubünden. Bereits 1398 wurde die Burg zu einer vierflügeligen Wasserburg ausgebaut. 1520 wurde die Burg von Truppen des Schwäbischen Bundes stark beschädigt. Daher erfolgte nach 1520 ein fast vollständiger Neubau. Die Burg verwandelte sich in ein Renaissanceschloss. Dabei wurde 1538 das Schmuckstück – der Rittersaal – ausgebaut, der heute noch nahezu unverändert erhalten ist. Die Umbauten zogen sich fast das ganze 16. Jahrhundert hin. Heinrich Schickhardt erwähnte in seinem Werksverzeichnis, dass er um 1600 am Schloss ein Torhaus angebaut hatte. Dieses wurde während der Umgestaltung durch den Kammerpräsidenten Jakob Friedrich Weishaar zusammen mit zwei Flügeln abgerissen. Weishaar kaufte das Anwesen 1825 und ließ es nach seinen Bedürfnissen umgestalten. Bis in die 1930er Jahre war es ein Ort der Kultur. Hier wurde der bekannte „Bund der Köngener“ gegründet, in dem auch Gerhard Gollwitzer Mitglied war. Der Maler Christian Mali und die holländisch-deutsche Malerfamilie Peters hielten sich oft im Schloss auf. Es wurde von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg zum „Denkmal des Monats September 2004“ ernannt. In den letzten Jahren wurden an der Ostwand des Rittersaales Fresken aus dem 18. Jahrhundert freigelegt und restauriert, die Gestalten der antiken Mythologie und Geschichte zeigen.
  • Der Grundstein der evangelischen Peter- und Pauls-Kirche wurde 1512 durch Baumeister Stefan Waid gelegt. Nach seinem Tod 1504 stellte sein Schwager und Nachfolger Dionysius Böblinger den kreuzrippengewölbten Chor und das Kirchenschiff bis zum Jahr 1512 fertig. Die Maße des Schiffs: 23,0 × 12,1 Meter. Unter einem Hängewerk-Dachstuhl ist seit 1613 eine bemalte Renaissance-Balkendecke aufgehängt. Der Renaissance-Bau erhielt mit der damals auf der Südwand platzierten Kanzel (später am Chorbogen) und einer zur Kanzel ausgerichteten Dreiseiten-Empore sowie später einer Orgelempore im Chor die Innenraumfassung einer Querkirche. Der Westturm wurde 1724 erbaut. Der ursprünglich spätgotische Schnitzaltar wurde 1614 umgearbeitet. Die Stuttgarter Architekten Kreuz + Kreuz besorgten 2011 die jüngste Innenrenovierung. Zur Ausstattung: Der Ulmer Bildhauer Martin Scheible schuf 1953 eine Kanzel mit Schnitzreliefs (Themen: die Werke der Barmherzigkeit); der Renaissance-Kanzeldeckel blieb erhalten. Der Stuttgarter Glaskünstler Wolf-Dieter Kohler entwarf 1958 die Glasgemälde der drei Chorfenster (links: drei Gleichnisse; Mitte: Wiederkommender Christus, Engel, Michael; rechts: drei weitere Gleichnisse).
  • Die unter Denkmalschutz stehende Ulrichsbrücke über den Neckar wurde nach den Plänen von Heinrich Schickhardt zwischen 1600 und 1602 erbaut. Sie steht an der Stelle einer früheren römischen Brücke. Durch Aufstauung des Neckars liegen die Pfeiler der Brücke jetzt teilweise unterhalb des Wasserspiegels.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Pfingstmarkt am Pfingstmontag
  • Herbstmarkt
  • Kulturtage
  • Wochenmarkt
  • Pfingstmusikfest des Musikvereins Köngen e. V.
  • 3k-Festival

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Konrad Thumb von Neuburg (1465–1525), Erbmarschall des württembergischen Herzogs Ulrich
  • Gustav Adolf Boley (1835–1891), Unternehmer und Erfinder

Weitere Persönlichkeiten, die mit Köngen in Verbindung stehen

  • Hermann Hesse (1877–1962), Mitglied des „Bund der Köngener“, der am 9./10. Oktober 1920 im Köngener Schloss gegründet wurde.
  • Daniel Pfisterer (1651–1728), Daniel Pfisterer dokumentierte das Leben in Köngen sowohl im Positiven wie Negativen in zahlreichen Bildern und Reimen
  • Christian Mali (1832–1906), Im Lauf seines Lebens – vor allem in seinen letzten Lebensjahren – hielt sich der Künstler viel im Köngener Schloss auf.
  • Jakob Friedrich Weishaar (1775–1834), württembergischer Politiker, Präsident der Abgeordnetenkammer, lebte von 1823 bis zu seinem Tod in Köngen
  • Anna Peters (1843–1926), Kunstmalerin, lebte und arbeitete von 1894 bis 1924 immer wieder auf Schloss Köngen
  • Pietronella Peters (1848–1924), Kunstmalerin, lebte und arbeitete von 1894 bis 1924 immer wieder auf Schloss Köngen
  • Else Klink (1907–1994), von 1935 bis 1991 Leiterin des Eurythmeum Stuttgart, lebte in Köngen
  • Eduard Mörike (1804–1875), war von Mai bis Dezember 1827 Vikar mit Pfarrer Nathaniel Gottlieb Renz
  • Eduard von Kallee (1818–1888), hat 1885 das Militärlager des Kastells Köngen aufgrund militärstrategischer Überlegungen gefunden
  • Ilse Rennefeld (1895–1984), anthroposophische Ärztin, ab 1946 in Köngen
  • Otto Rennefeld (1887–1957), Dichter und Anthroposoph, ab 1946 in Köngen

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Köngen

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