Stadt Neuburg a.d.Donau
Karlsplatz A12
86633 Neuburg

http://www.neuburg-donau.de

Neuburg an der Donau

160pxAbb. 1 Wappen von Neuburg an der Donau
Basisdaten
Bundesland Bayern
Höhe 383 m
PLZ 86633
Vorwahl 08431
Gliederung 17 Ortsteile
Adresse der Verwaltung Karlsplatz A 12
86633 Neuburg a.d.Donau
Website www.neuburg-donau.de
Oberbürgermeister Bernhard Gmehling (CSU)

Neuburg an der Donau (amtlich: Neuburg a.d.Donau) ist eine Große Kreisstadt und der Sitz der Kreisverwaltung des oberbayerischen Landkreises Neuburg-Schrobenhausen.

Geographie

Neuburg liegt nordöstlich von Augsburg und westlich von Ingolstadt an der Donau, die sich hier teilt und eine bewohnte Donauinsel bildet, die Leopoldineninsel. Nördlich von Neuburg liegt das Naturschutzgebiet Finkenstein.

Zur Stadt Neuburg an der Donau gehören die Orte Altmannstetten, Auschlösschen, Bergen, Bittenbrunn, Bruck, Bürgerschwaige, Eulahof, Feldkirchen, Forsthof, Gietlhausen, Gnadenfeld (Kahlhof), Grünau, Hardt, Heinrichsheim, Herrenwörth, Hessellohe, Joshofen, Laisacker, Marienheim, Maxweiler, Ried, Rödenhof, Rohrenfeld, Rothheim, Sehensand, Zell und Ziegelau.

Klima

Geschichte

Vorgeschichte

Bereits in vorgeschichtlicher Zeit befanden sich hier Höhensiedlungen. Darauf weisen urnenfelderzeitliche Befunde (1300–800 v. Chr.), späthallstattzeitliche Keramik (620–450 v. Chr.) und Keramik der Frühlatènezeit 450–380 v. Chr. hin. Außerdem fanden sich Reste eines vorgeschichtlichen Grabenwerks.

Römerzeit

Hauptartikel: Kleinkastelle von Neuburg

Während der frühen römischen Kaiserzeit, im 1. Jahrhundert n. Chr. bestand am Westende der Felsformation des Stadtberges höchstwahrscheinlich ein kleines Holz-Erde-Lager, das mit einer Kette weiterer Anlagen die Donaugrenze sicherte. Mit der Vorverlegung des Limes über die Donau wurde dieses Kleinkastell aufgegeben. Das zu der Garnison gehörende Lagerdorf, das sich am Fuß des Berges befand entwickelte sich weiter. Während der Spätantike, nach den Zerstörungen durch einfallende Germanen, zogen die Bewohner auf den Burgberg. Über dem frührömischen Lager wurde ein kleines Steinkastell aus Gußmauerwerk errichtet, das wohl bis in das frühe 5. Jahrhundert bestand.

Entwicklung seit dem Frühmittelalter

Neuburg war unter Bischof Simpert von Augsburg (778 bis 809) kurze Zeit Bischofssitz, dann Hauptort einer Pfalzgrafschaft, deren Inhabern die Vogtei über das Reichslehen Neuburg zustand. Sie kam im 10. Jahrhundert an die Grafen von Scheyern und somit an Bayern. 1505 entstand das Herzogtum Pfalz-Neuburg mit Neuburg als Residenzstadt. Unter Pfalzgraf Ottheinrich wurde Neuburg 1542 evangelisch, 1616/17 wurde die Gegenreformation durchgeführt. 1717–1718 war Neuburg für ein Jahr de facto Residenz der Kurpfalz, bevor der neue Kurfürst Karl III. Philipp seinen Hof nach Heidelberg verlegte. Nachdem die Linie Pfalz-Neuburg 1742 ausgestorben war, trat die Linie Pfalz-Sulzbach die Erbfolge in der Kurpfalz und in Pfalz-Neuburg an. 1777 erbte die Linie Pfalz-Sulzbach Bayern, das Fürstentum Neuburg wurde 1808 aufgehoben und in den Altmühlkreis eingegliedert.

In der Folge musste sich Neuburg mit einer etwas geminderten Bedeutung abfinden. Die Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben und Neuburg (seit 1837) hatte die Funktion eines Zentrums für das ländliche Umland und wurde später zum wichtigen Behördensitz. Bis 1932 bestand das Landgericht Neuburg an der Donau. Das örtliche Flurbereinigungsamt zog 1966 nach Regensburg, das Kreis- bzw. Staatsarchiv für Schwaben 1989 nach Augsburg um. Überregional einen Namen hatte auch das Neuburger Gymnasium mit Studienseminar. Lange Zeit war Neuburg allerdings in erster Linie als Militärgarnison bekannt (so in der Zeit der Monarchie bis 1918 für das 15. bayerische Infanterieregiment), an dessen 2085 im Ersten Weltkrieg Gefallene ein Denkmal erinnert. Besonders die Garnison galt neben den anderen staatlich unterhaltenen Einrichtungen während vieler Jahrzehnte als unverzichtbares Stimulans für die Wirtschaft der Kleinstadt. Die Industrie blieb daneben relativ schwach entwickelt. Bemerkenswert war eigentlich nur die Ausbeutung und Verarbeitung der am nördlichen Stadtrand lagernden Kieselerdevorkommen durch zwei Betriebe. Erst die Zeit nach 1945 brachte einen fühlbaren Aufschwung des verarbeitenden Gewerbes, besonders in den Bereichen Glas- und Baustoffindustrie sowie Kartonagen. Seit den 1950/60er Jahren hatte noch die Textilindustrie mit mehreren Betrieben Bedeutung als Arbeitgeber; sie ist heute nicht mehr anzutreffen. Dagegen besteht die Filiale eines Unternehmens zur Herstellung von Leonischem Draht als Autozulieferer weiter. Bedingt durch den Zuzug von etwa 4000 Heimatvertriebenen setzte nach dem Zweiten Weltkrieg eine umfangreiche Bautätigkeit der öffentlichen Hand und von Privatleuten ein. Die Bebauung der Stadt erweiterte sich in diesen Jahren bedeutend, besonders durch die neuen Siedlungen im Osten und Süden.

Im Mai 1961 wurde auf dem Fliegerhorst Neuburg das Jagdgeschwader 74 (seit 2013 Taktisches Luftwaffengeschwader 74) der Luftwaffe der Bundeswehr in Dienst gestellt.

Bis zum 30. Juni 1972 war Neuburg an der Donau eine kreisfreie Stadt und gehörte zum Regierungsbezirk Schwaben. Mit Inkrafttreten der bayerischen Landkreisreform am 1. Juli 1972 entstand aus dem Stadtkreis Neuburg und Teilen der Landkreise Neuburg und Schrobenhausen der neue Landkreis Neuburg an der Donau, der am 1. Mai 1973 seinen heutigen Namen erhielt. Dieser neue Landkreis wechselte zum Regierungsbezirk Oberbayern. Als Ausgleich für den Wegfall der Kreisfreiheit erhielt Neuburg ebenso wie vergleichbare Städte den Titel Große Kreisstadt. Damit verbunden ist die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister für das Neuburger Stadtoberhaupt.

Auf dem Gebiet des Ortsteils Bittenbrunn befand sich am Nordwestrand ein frühmittelalterliches Gräberfeld aus dem fünften nachchristlichen Jahrhundert, das 1968 ausgegraben und im Rahmen einer Dissertation wissenschaftlich bearbeitet wurde. Darüber hinaus liegen Funde aus dem Neolithikum und der römischen Kaiserzeit (Römerstraße, Gutshöfe) vor.

Eingemeindungen

Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Heinrichsheim eingegliedert. Am 1. Januar 1976 kamen Bergen, Joshofen, Ried, Zell und der Hauptteil der aufgelösten Gemeinde Bruck hinzu. Bittenbrunn und Feldkirchen folgten am 1. Januar 1978.

Einwohnerentwicklung

Im Gebiet der Stadt wurden bei den Volkszählungen 1900 8.036, 1910 9.061, 1970 23.758 und 1987 24.157 Einwohner gezählt. Die Einwohnerzahl lag im Jahr 2000 laut Einwohnermeldeamt bei 27.715, im Dezember 2007 bei 27.954 und im Dezember 2013 bei 29.225.

Politik

Stadtrat

Die Kommunalwahl am 16. März 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 47,6 % zu folgendem Ergebnis:

Partei / Liste Stimmenanteil G/V Sitze G/V
CSU 45,5 % −2,8 14 −1
SPD 17,4 % −2,7 5 −1
Freie Wähler 25,4 % +6,3 7 +1
FDP/Liberale 5,8 % −0,8 2 ±0
GRÜNE 5,9 % +0,7 2 +1
G/V: Gewinn oder Verlust gegenüber der Wahl 2008

Oberbürgermeister

Oberbürgermeister ist Bernhard Gmehling (CSU). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Hans Günter Huniar (Die Unabhängigen Freien Wähler), der seit 1984 an der Spitze der Stadt gestanden hatte. Dessen Vorgänger war Theo Lauber, Oberbürgermeister von 1960 bis 1984.

Bei den Wahlen im Jahr 2008 konnte sich Gmehling mit 70,5 % der Wählerstimmen von den anderen Bewerbern absetzen. Bei der Kommunalwahl 2014 wurde er mit 59,0 % der abgegebenen Stimmen erneut im Amt bestätigt.

Gemeindefinanzen

Im Jahr 2012 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 24.468.000 €, davon waren 8.863.000 € Gewerbesteuereinnahmen (netto).

Stadtwappen

Das heutige Stadtwappen erhielt Neuburg nach dem Landshuter Erbfolgekrieg 1506. Neben dem ursprünglichen Torturm wurden zwei Steckreiterkinder – die beiden Prinzen und späteren Fürsten Ottheinrich und Philipp – und ein Löwe dargestellt. Dominierende Farben sind Weiß, Rot und Grün.

Die Stadtfahne hat die Farben Weiß, Blau und Rot. Darüber hinaus existiert noch ein Stadtlogo.

Städtepartnerschaften

  • Partnerstädte von Neuburg sind
    • Sète (Südfrankreich) – seit 1986
    • Jeseník (Tschechien) – seit dem 11. Juli 2000
  • Daneben bestehen Städtefreundschaften mit Hamburg und mit Malcesine in der italienischen Region Venetien.
  • Die Stadt ist Teil des Städtenetzes Neuburg/Neuenburg, dem unter anderem auch die Stadt Neuchâtel in der Schweiz angehört.
  • Außerdem besteht eine Weinpatenschaft mit Wachenheim, Pfalz.

Patenschaft

  • 1955 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus der Stadt Weidenau und der Gemeinde Großkrosse im Kreis Freiwaldau im Altvatergebirge übernommen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Religionen

Neuburg an der Donau besaß eine nicht unbedeutende Kloster- und Stiftslandschaft, von der Teile noch erhalten sind. Aus dem Jahre 976 stammt das nahe Neuburg gelegene Benediktinerinnenkloster Bergen, das später mit dem 1002 gegründeten Benediktinerinnenkloster Neuburg zusammengelegt wurde. An der Stelle dieses Klosters stand später ein Jesuitenkolleg und befindet sich heute das Maria-Ward-Institut.Das Kloster St. Wolfgang der Barmherzigen Brüder aus dem Jahre 1623 wurde 1980 aufgelöst. Auf dem ehemaligen Klostergelände befindet sich das Geriatriezentrum Neuburg.33 Jahre jünger ist mit dem Gründungsjahr 1656 das 1803 säkularisierte Franziskanerkloster.Im Jahre 1661 wurde das Karmelitinnenkloster von Pfalzgraf Philipp Wilhelm gestiftet. Es bestand bis 1802. Das Kollegiatstift St. Peter stammt aus dem Jahr 1681. Seit der Auflösung des Stifts 1803 dient die Kirche als Stadtpfarrkirche. Ebenfalls 1681 wurde das marianische Kollegiatstift Unsere Liebe Frau vom Gnadenaug gegründet. Anlass zur Gründung war das „Wunder der Augenwende“ an einer Muttergottesstatue. Stift und Wallfahrt waren von der Säkularisation von 1803 betroffen. Die Statue besitzen heute die Maria-Ward-Schwestern. Zwischen 1698 und 1701 entstand das Ursulinenkloster St. Maria mit der Studienkirche, das 1813 aufgelöst wurde. Die Elisabethinerinnen bezogen das Kloster St. Elisabeth 1840. Das Kloster besteht noch und es betreibt die Kliniken St. Elisabeth in Neuburg.

Kirchen

Neben der Stadtpfarrkirche St. Peter, sind die Hofkirche aus dem frühen 17. Jahrhundert und die zwischen 1927 und 1930 von German Bestelmeyer erbaute Christuskirche bedeutende Sakralbauten in Neuburg.Des Weiteren gibt es noch die Kirchen St. Ulrich, Hl. Geist und die Apostelkirche. Zudem besitzen die Neuapostolische Kirche und die Freie evangelische Gemeinde Kirchengebäude in der Stadt.

Profangebäude

Schloss Neuburg, das Stadtschloss von Neuburg, geht auf eine Burganlage aus dem 13. Jahrhundert zurück und wurde später zu einem Renaissanceschloss umgebaut. Teile wurden auch unter Einflüssen des Barock umgestaltet. Das Rathaus der Stadt stammt aus den Jahren 1603 bis 1609 mit Erweiterungen in den Jahren 1640 bis 1642. Als sehenswert gilt auch der ehemalige Marstall, der um 1530 bis 1535 erbaut wurde. Die Staatliche Bibliothek und die Stadtbücherei (Bücherturm) sind weitere bekannte Profanbauten der Stadt.

Baudenkmäler

Einen Überblick über die Baudenkmäler Neuburgs gibt die Liste der Baudenkmäler in Neuburg an der Donau.

Theater

Mit dem Stadttheater, dem Neuburger Volkstheater e. V., dem Marionettentheater Neuburger Fadenspieler, dem Neuburger Boulevardtheater, sowie den Theatern papp&klapp (Kinder- und Jugendtheater), Mimenfeld (Neues Theater Neuburg) und der Neuburger Kammeroper gibt es sieben Theater in der Stadt.

Museen

In Neuburg gibt es mehrere Museen: Das staatliche Schlossmuseum Neuburg an der Donau beherbergt im Hauptgeschoss des Ostflügels des Neuburger Schlosses den neu konzipierten Museumstrakt zur Geschichte des Fürstentums Pfalz-Neuburg.Im zweiten Obergeschoss befindet sich das Archäologie-Museum Schloss Neuburg als Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung. Im dritten Obergeschoss sind kirchliche Schätze ausgestellt, insbesondere die kostbaren Textilien aus dem ehemaligen Neuburger Ursulinenkloster (Antependien).Seit 2005 ist mit der Staatsgalerie Neuburg – Flämische Barockmalerei auch ein Zweigmuseum der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen im Westflügel des Schlosses untergebracht, das u. a. Werke bedeutender Meister wie Peter Paul Rubens, Anthonis van Dyck und Jan Brueghel zeigt.Im Weveldhaus, einem barocken Adelspalais in der Amalienstraße, ist das Stadtmuseum eingerichtet, das vom Historischen Verein Neuburg betrieben wird und der Stadtgeschichte gewidmet ist. Der Verein ist außerdem wichtigster Leihgeber der Ausstellungsstücke des Schlossmuseums.Ebenfalls zu besichtigen ist die Paramentenkammer im Studienseminar.1998 wurde auf Initiative von Armin Geus das Biohistoricum Neuburg als außeruniversitäres, nichtstaatliches Museum gegründet.

Veranstaltungen

Das Neuburger Schlossfest wird alle zwei Jahre jeweils am letzten Juni- und am ersten Juliwochenende gefeiert und erinnert an die Zeit der Renaissance: Die Bürger schlüpfen in historische Kostüme und lassen in der malerischen Altstadt die Zeit des 15. /16. Jahrhunderts wiederaufleben – mit historischem Markttreiben, Sängern, Barden und Gauklern, Fanfarenbläsern und Turnierreitern, Landsknechten und höfischem Gefolge. Zu den Höhepunkten des Schlossfestes zählen die Aufführungen des Steckenreitertanzes im Schlosshof und ein farbenprächtiger Umzug durch die Stadt.

Eine der Kulturveranstaltungen Neuburgs sind die alljährlich im Herbst stattfindenden Neuburger Barockkonzerte im stimmungsvollen Rahmen der Neuburger Residenz mit renommierten Künstlern aus dem In- und Ausland.

Das Neuburger Donauschwimmen ist das größte Winterschwimmen in Europa. Es findet jedes Jahr am letzten Samstag im Januar statt. 2005 waren 2.107 Schwimmer bei einer Lufttemperatur von −6 °C in der nur 1,5 °C kalten Donau. Sie legten eine Strecke von etwa vier Kilometern zurück. Mit dabei waren auch etwa 30 Eisschwimmer, die eine Strecke von 300 Metern nur in Badebekleidung schafften.

Das Volksfest beginnt alle Jahre gegen Ende Juli und endet Anfang August. Während dieses Zeitraumes werden auf dem Volksfestplatz im Neuburger Ostend ein Festzelt mit Weißbiergarten, etliche Fahrgeschäfte sowie Essbuden aufgestellt.

Das Fischergasslerfest findet jedes Jahr Ende Mai statt. Es ist ein traditionelles geselliges Fest, bei dem kulinarischen Gerichte und Bier angeboten werden. Am gleichen Tag findet auch das Fischerstechen auf der Donau statt. Das Fest findet in der gesamten Fischergasse statt, die direkt am Donaukai liegt.

Die Neuburger Sommerakademie bietet seit über 30 Jahren jährlich allen Kunst- und Musikinteressierten die Gelegenheit, an Kursen in den Bereichen Bildende Kunst, Musik, Jazz, Alte Musik und Theater teilzunehmen. Hierzu treffen sich in den ersten zwei Augustwochen international bekannte Dozenten in der Residenzstadt.

Weitere Veranstaltungen sind das „Hofgartenfest“, die „Herrschaftszeiten“, das „Sèter Weinfest“ sowie die „Neuburger Weihnacht“.

Wirtschaft und Infrastruktur

Tourismus

Am 21. September 2011 bildeten die acht Kommunen Dollnstein, Wellheim, Nassenfels, Egweil, Oberhausen, Burgheim, Rennertshofen und Neuburg an der Donau die ARGE Urdonautal, eine Arbeitsgemeinschaft, deren Zweck in der Förderung und Koordinierung des Tourismus im Urdonautal liegt.

Verkehr

  • Bahnhof an der Donautalbahn, Abschnitt Ingolstadt–Donauwörth
  • Bundesstraße 16 (B16)

Fernradweg

Neuburg liegt am Donauradweg, der von der Donauquelle über Passau, Wien und Budapest bis zur Mündung in das Schwarze Meer führt.

Industrie und Gewerbe

Die größten Arbeitgeber der Stadt sind die Unternehmen Saint-Gobain Oberland, Rockwool, Faurecia, Leoni sowie die Hoffmann Unternehmensgruppe (Sonax und Hoffmann Mineral) in den Bereichen Glas- und Chemische Industrie. Darüber hinaus erfüllt Neuburg die traditionelle Funktion eines Handels- und Dienstleistungszentrums für das ländliche Umland.

Von August 2012 bis zur Eröffnung im August 2014 baute der Ingolstädter Automobilhersteller Audi ein Fahr- und Präsentationszentrum mit insgesamt 460 Arbeitsplätzen, in dem auch die Motorsportabteilung des Konzerns nach ihrem Umzug angesiedelt ist.

Taktisches Luftwaffengeschwader 74

Auf dem Fliegerhorst und in der Wilhelm-Frankl-Kaserne am östlichen Stadtrand ist das Taktische Luftwaffengeschwader 74 (TaktLwG 74) beheimatet. Es ist ein Verband der Luftwaffe der Bundeswehr und als zweites deutsches Einsatzgeschwader mit dem Eurofighter ''Typhoon'' ausgestattet worden. Das TaktLwG 74 stellt die Alarmrotte für den süddeutschen Luftraum.

An diesem Standort befand sich bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges eine Blindflugschule.

Technisches Hilfswerk (THW)

In Neuburg befindet sich ein Ortsverband der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW). Er ist auf Bergung, Wassergefahren und Logistik spezialisiert.

Sonstige öffentliche Einrichtungen

In den Jahren 1985 bis 1990 wurde in Herrenwörth die Justizvollzugsanstalt Neuburg-Herrenwörth errichtet. Auf 54 Millionen Mark wurde das Bauvolumen beziffert, aber zugleich gab dies 125 neue Arbeitsplätze. Am 24. Juli 1985 legten die Behördenvertreter den Grundstein für das Bauvorhaben, unter ihnen der damalige bayerische Justizminister August Lang. Zur Erinnerung an dieses historische Ereignis kamen die Tageszeitungen „Neuburger Rundschau“, „Süddeutsche Zeitung“ sowie der „Donaukurier“ mit einer Urkunde in eine Kupferhülle. Nach einer Bauzeit von knapp fünf Jahren belegten im März 1990 erstmals Strafgefangene das Gebäude. Daneben existiert noch die Justizvollzugsanstalt Neuburg (Altstadt).

Schulen

In Neuburg gibt es drei Grundschulen, eine Mittelschule, zwei Förderzentren, eine Wirtschaftsschule, zwei Realschulen, eine Berufsschule, drei Berufsfachschulen, eine Fachoberschule sowie ein Gymnasium.

  • Grundschule im Englischen Garten
  • Mittelschule Neuburg (Park-Schule)
  • Grundschule Am Schwalbanger
  • Grundschule Neuburg-Ost (Ostend-Schule)
  • Staatliche Wirtschaftsschule
  • Descartes-Gymnasium
  • Paul-Winter-Realschule für Knaben
  • Maria-Ward-Realschule für Mädchen
  • Staatliche Berufsschule mit BFS für Hauswirtschaft und Kinderpflege
  • Staatliche Fachoberschule
  • Sophie-Scholl-Förderschule der Arbeiterwohlfahrt
  • Sonderpädagogisches Förderzentrum

Todesfall Rudolf Rupp

Im Stadtteil Heinrichsheim von Neuburg an der Donau ereignete sich im Herbst 2001 der Todesfall Rudolf Rupp. Er gilt als einer der bizarrsten Fälle in der jüngeren deutschen Kriminalgeschichte. Denn mit dem späteren Auffinden der skelettierten Leiche von Rudolf Rupp am Steuer seines in der Donau versunkenen Pkws, war es erwiesen, dass die Feststellungen im Urteil des Landgerichts Ingolstadt in weiten Teilen nicht stimmen können. Infolge dieses Urteils hatten Rupps Ehefrau, seine beiden Töchter sowie der damalige Freund einer der Töchter, mehrjährige Haftstrafen verbüßt.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Richard Keßler (1940–2016), Landrat und Mitglied des Bayerischen Landtags
  • Theo Lauber (1914–1999), Oberbürgermeister von 1960 bis 1984, Träger weiterer hoher Auszeichnungen
  • Fritz von Philipp (1912–1993), Kulturmäzen und Cellist
  • Matthias Schieber (1928–2001), Stadtheimatpfleger, 1980–2000 Vorsitzender des Historischen Vereins, 3. Bürgermeister
  • Paul Winter (1894–1970), Komponist (Steckenreitertanz)

Söhne und Töchter der Stadt

  • Wolfgang Wilhelm (1578–1653), Herzog von Jülich-Berg und Pfalzgraf von Neuburg
  • Georg Albertshofer (1864–1933), Bildhauer
  • Ludwig Carlsen (* 1902–nach 1945), deutscher Filmproduzent und Produktionsleiter während des Zweiten Weltkriegs
  • Thomas Darchinger (* 1963), Schauspieler
  • Sepp Egerer (* 1973), Schauspieler, Clown, Kinderbuchautor, Theaterpädagoge und Erzieher
  • Bernd Eichinger (1949–2011), Filmproduzent
  • Hans-Peter Ferner (* 1956), Leichtathlet und Olympiateilnehmer
  • Wolfgang Walter Gruber (1589–1655), Jurist sowie Professor und Rektor an der Universität Tübingen
  • Winfried Frey (* 1968), Schauspieler
  • Hans Ludwig Held (1885–1954), Bibliothekar und Schriftsteller
  • Günter Hirsch (* 1943), Präsident des Bundesgerichtshofes
  • Diana Kobzanová (* 1982), Miss Tschechien 2001
  • Agnes Krumwiede (* 1977), Politikerin (Grüne), MdB
  • Martin Loibl (1898–1951), Politiker (CSU), MdB
  • Andreas Lubitz (1987–2015), Pilot
  • Holger Herbert Magel (* 1944), Geodät und Professor
  • Bernhard Mazillis (1716–1768), Kaufmann und Förderer der Schulbildung
  • Anton Mündler (1896–1945), Politiker (NSDAP), MdR
  • Alexander Olbrich (* 1950), deutscher Botschafter
  • Verena Rehm (* 1984), Sängerin und Komponistin (Groove Coverage)
  • Eugen Schmitz (1882–1959), Musikwissenschaftler und -kritiker
  • Doris Schröder-Köpf (* 1963), deutsche Journalistin und Buchautorin
  • Klaus Schrotthofer (* 1966), Journalist
  • Marcus Tychsen (* 1970), Fernsehmoderator und Nachrichtensprecher
  • Hermann J. Vief (* 1964), Kultur- und Theaterpädagoge und Regisseur
  • Ingo Weiß (* 1937), Politiker (CSU)

Persönlichkeit mit Bezug zu Neuburg

  • Georg Albertshofer (1864–1933), Bildhauer
  • Jacob Balde (1604–1668), Dichter
  • Isabella Braun (1815–1886), Jugendschriftstellerin
  • René Descartes (1596–1650), Philosoph, Mathematiker, Naturwissenschaftler
  • Roman Ehrlich (* 1983), Schriftsteller
  • Karl Hetz (1828–1899), Maler, Zeichner, Professor an der Kunstgewerbeschule Neuburg
  • Hans Hirschmüller (* 1940), Schauspieler, Autor und Regisseur
  • Hans Kilian (1520–1578), Drucker
  • Karl Mayer (1878–1951), Bürgermeister
  • Josy Meidinger (1899–1971), Scherenschnittkünstlerin
  • Vallabhbhai J. Patel (* 1934), Medizinprofessor, SPD-Politiker und Fotograf
  • Ottheinrich von der Pfalz (1502–1559), Kurfürst
  • Ignaz Albert von Riegg (1767–1836), Bischof von Augsburg
  • Michael Skasa (* 1942), Autor und Journalist, erhielt 1961 die allgemeine Hochschulreife am Neuburger Gymnasium mit Oberrealschule
  • Ludwig Thoma (1867–1921), Schriftsteller
  • Johann Baptist Ullersperger (1798–1878), Mediziner
  • Horst Vladar (* 1941), Opernregisseur, -sänger und Schauspieler, künstlerischer Leiter der Neuburger Kammeroper
  • Johannes Zwanzger (1905–1999), evangelischer Stadtpfarrer, Mitglied der Bekennenden Kirche

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Neuburg an der Donau

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