Landratsamt
Neuburg-Schrobenhausen
Platz der Deutschen Einheit
86633 Neuburg a.d.Donau

http://www.neuburg-schrobenhausen.de

Landkreis Neuburg-Schrobenhausen

160pxAbb. 1 Wappen Landkreis Neuburg-Schrobenhausen
Basisdaten
Bundesland Bayern
Regierungsbezirk Oberbayern
Verwaltungssitz Neuburg a.d.Donau
Adresse des Landkreises Platz der Deutschen Einheit 1
86633 Neuburg a.d. Donau
Website www.neuburg-schrobenhausen.de
Landrat Roland Weigert (FW)

Der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen liegt im Herzen Bayerns und ist Teil einer der wirtschaftlich erfolgreichsten Regionen Deutschlands. Mittelzentren des Landkreises sind die Städte Neuburg a.d. Donau und Schrobenhausen. Im Osten ist die kreisfreie Stadt Ingolstadt das Zentrum der florierenden Region IngolStadtLandPlus (Region 10). Neuburg-Schrobenhausen zählt zum Regierungsbezirk Oberbayern.

Geographie

Lage

Der Landkreis erstreckt sich im Norden von den Ausläufern des Altmühltals und der Fränkischen Alb über die Donauniederung mit der Kreisstadt Neuburg und dem angrenzenden Donaumoos in der Mitte des Kreises, bis zu den sandigen Feldern der Spargelanbauer auf dem Donau-Isar-Hügelland um Schrobenhausen im Süden des Landkreises.

Nachbarkreise

Nachbarkreise sind im Norden der Landkreis Eichstätt, im Nordosten die kreisfreie Stadt Ingolstadt, im Osten der Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm, im Süden der Landkreis Aichach-Friedberg und im Westen der Landkreis Donau-Ries; die beiden letztgenannten Landkreise gehören zum Regierungsbezirk Schwaben.

Geschichte

Landgerichte

Der Landkreis umfasst das Gebiet des ehemaligen Herzogtums Neuburg-Sulzbach mit dessen Gericht Neuburg und das Gebiet um Schrobenhausen, das einst zum Kurfürstentum Bayern gehörte. 1777 kam das Herzogtum Neuburg-Sulzbach ebenfalls zu Bayern. 1803 wurden die Landgerichte Neuburg an der Donau und Schrobenhausen errichtet. Das Landgericht Neuburg gehörte ab 1808 zunächst zum Altmühlkreis, ab 1810 zum Oberdonaukreis, der ab 1838 Schwaben und Neuburg, später nur noch Schwaben hieß. Das Landgericht Schrobenhausen gehörte ab 1810 zum Isarkreis, der 1838 in Oberbayern umbenannt wurde. Die Stadt Neuburg an der Donau wurde 1809 bereits eine kreisunmittelbare Stadt. 1852 wurde die Distriktgemeinde Neuburg gegründet.

Bezirksämter

Am 1. Januar 1862 entstanden die Königlichen Bezirksämter Neuburg und Schrobenhausen. Dabei umfasste das Bezirksamt Neuburg das neu gebildete Stadt- und Landgericht Neuburg und das Bezirksamt Schrobenhausen das gleichnamige Landgericht. 1879/80 wurde der Bezirk Neuburg um das Gebiet des früheren Landgerichts Rain, das seit 1862 zum Bezirksamt Aichach gehörte, sowie um sieben Gemeinden des Bezirksamt Donauwörth vergrößert. Er musste dafür aber zehn Gemeinden an das Bezirksamt Ingolstadt abgeben.

Landkreise

Am 1. Januar 1939 wurde wie sonst überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Neuburg und Schrobenhausen.

1940 wurde die Stadt Neuburg an der Donau in den Landkreis Neuburg eingegliedert, doch wurde dies 1948 wieder rückgängig gemacht.

Landkreis Neuburg-Schrobenhausen

Im Rahmen der bayerischen Gebietsreform, die am 1. Juli 1972 in Kraft trat, wurde der Landkreis Neuburg an der Donau aufgeteilt: Der westliche Teil um Thierhaupten und die Stadt Rain verblieb beim Regierungsbezirk Schwaben und wurde den neu gebildeten Landkreisen Donau-Ries, Aichach-Friedberg und Landkreis Augsburg angegliedert. Der Hauptteil des Landkreises Neuburg wurde jedoch mit 23 Gemeinden des Landkreises Schrobenhausen (nur die Gemeinde Grimolzhausen kam zum Landkreis Aichach-Friedberg) und der bislang kreisfreien Stadt Neuburg an der Donau zu einem neuen Landkreis vereinigt, der zunächst die alte Bezeichnung Landkreis Neuburg an der Donau weiterführte und dem Regierungsbezirk Oberbayern zugeteilt wurde. Am 1. Mai 1973 erhielt der Landkreis seine heutige Bezeichnung Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Die Stadt Neuburg an der Donau verlor zwar die Kreisfreiheit, erhielt zum Ausgleich aber den Status als Große Kreisstadt, das Landratsamt und den Kreissitz. 61.000 Einwohner hatte der alte Landkreis Neuburg gezählt. Mit rund 73.000 Bewohnern und 740 Quadratkilometern Fläche ging der neue Landkreis Neuburg-Schrobenhausen aus der Gebietsreform hervor.

Einwohnerstatistik

Als der Landkreis am 1. Juli 1972 im Zuge der Gebietsreform aus der Taufe gehoben wurde, lebten 73.000 Einwohner in Neuburg-Schrobenhausen. Seither ist die Bevölkerung um 26 Prozent auf 91.898 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2011) gewachsen. In die Altersgruppe bis 30 Jahre fallen 33 Prozent der Einwohner, 49 Prozent sind zwischen 30 und 65 Jahre alt, 18 Prozent liegen darüber. Während viele ähnlich strukturierte Gebietskörperschaften in Bayern und Deutschland aufgrund des demographischen Wandels und Abwanderung in die urbanen Ballungsräume einen Bevölkerungsschwund beklagen, bleibt Neuburg-Schrobenhausen eine Wachstumsregion. In einer Prognose des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverwaltung wird bis 2031 mit einem Bevölkerungsplus von 1,5 Prozent gerechnet.

Von 1988 bis 2008 gewann der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen knapp 14.000 Einwohner hinzu bzw. wuchs um ca. 18 %.

Die Einwohnerzahlen ab 1840 beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohnerzahl 35.320 38.004 41.951 46.321 48.802 70.450 67.047 73.438 76.493 81.554 85.997 89.215 91.181 91.397 94.654

Politik

Kreistag in der Wahlperiode 2014–2020

Partei Sitze
Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 25 (–2)
Freie Wähler (FW) *) 20 (+2)
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 9 (–1)
Die Grünen/Alternative Liste 3 (+1)
Freie Demokratische Partei (FDP) 2 (±0)
Die Unabhängigen Schrobenhausener e. V. (DU SOB) 1 (±0)
insgesamt 60
  • ) Betrifft die Landesvereinigung FREIE WÄHLER Bayern.

Landräte seit 1972

  • Walter Asam (CSU): 1972–1984
  • Richard Keßler (CSU): 1984–2008
  • Roland Weigert (FW): seit 1. Mai 2008

Kreispartnerschaften

Der Landkreis unterhält partnerschaftliche Beziehungen zum Saale-Orla-Kreis in Thüringen. Die Geburtsstunde der Partnerschaft schlug am 3. Oktober 1990. Die Deutsche Wiedervereinigung war gerade mal neun Stunden alt, da unterzeichneten Landrat Walter Peter aus Pößneck und Landrat Richard Keßler im Sitzungssaal des Landratsamtes Pößneck den Partnerschaftsvertrag zwischen beiden Landkreisen. Am gleichen Tag fand parallel dazu im Landratsamt in Neuburg an der Donau eine Veranstaltung statt, an der viele Bürger des Landkreises die Wiedervereinigung und die Partnerschaft feierten. In der Folge wurden auf allen Ebenen - seien es Gemeinden, Vereine, Schulen, Parteien oder auch im Privaten - unzählige Kontakte geknüpft und die Partnerschaft mit Leben gefüllt. Als aus der Gebietsreform in Thüringen am 1. Juli 1994 aus den Kreisen Pößneck, Schleiz und Lobenstein der Saale-Orla-Kreis hervorging, wurde die Partnerschaft weitergeführt und durch einen neuen Vertrag besiegelt. Für die Landräte Peter Stephan und Richard Keßler war es selbstverständlich, die guten Beziehungen fortzusetzen und auszubauen. In den Jahren festigte sich die Partnerschaft. Traditionell ist der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Gast auf der Saale-Orla-Schau. Im Gegenzug stellt sich der Saale-Orla-Kreis auf der Schrobenhausener Ausstellung (SOBA) vor.

Wappen

Wirtschaft und Infrastruktur

Der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen zeichnet sich durch eine hohe Wirtschaftskraft aus. Die Zahl von 29.052 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten (am Arbeitsort) in allen 18 Kommunen des Kreises im Jahr 2012 war so hoch wie nie seit Gründung des Landkreises 1972. Im Fünf-Jahres-Vergleich hat sich die Zahl der Beschäftigten um 11,7 Prozent erhöht, während im gleichen Zeitraum in Bayern seit 2008 eine Zunahme von 6,8 Prozent erfolgte.

Die hohe Dynamik der Beschäftigungszunahme spiegelt sich auch in der positiven Entwicklung des Arbeitsmarktes wider. Mit einer Quote von 2,1 Prozent für das Jahr 2012 liegt diese deutlich unter dem bayerischen Landesdurchschnitt von 3,6 Prozent und noch deutlicher unter dem Bundesdurchschnitt.

Die Rahmendaten verweisen auf das hohe ökonomische Potenzial, das auch Studien bestätigen. So nimmt der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen im Landkreis-Ranking 2011 des Wirtschaftsmagazins Focus Money im Vergleich mit über 400 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten Platz 10 ein.

Die Wirtschaftskraft fußt im Wesentlichen auf dem robusten Branchen-Mix im Landkreis. Neuburg-Schrobenhausen ist Heimat einer Reihe von innovativen mittelständischen Industrieunternehmen, hinzu kommt ein starkes Fundament an Handwerksbetrieben. Zu den bekanntesten und größten Unternehmen im Landkreis gehören unter anderem die Bauer AG, die Sonax GmbH und die MBDA. Ein besonderer wirtschaftlicher Standortfaktor ist auch die zentrale Lage des Landkreises im Städte-Dreieck München-Augsburg-Ingolstadt, die eine erstklassige Anbindung an die Ballungszentren bietet.

Der Landkreis wirkt aktiv an der Entwicklung der Region mit und ist deshalb Mitglied der Initiative Regionalmanagement Region Ingolstadt e.V. (IRMA) sowie der Europäische Metropolregion München e.V. (EMM).

Verkehr

Der Landkreis profitiert von einem gut ausgebauten Infrastrukturnetz, das zwei Bundesstraßen und zwei Bahnlinien umfasst.

Straßenverkehr

Die B300 führt direkt an Schrobenhausen vorbei und verbindet das Mittelzentrum mit der A9 (Anschlussstelle Langenbruck) und der A8 (Anschlussstelle Dasing). Neuburg liegt an der B16, die die Anbindung der Kreisstadt an die A9 (Anschlussstelle Manching) sicherstellt.

Schienenverkehr

Die Bayerische Staatsbahn eröffnete von Ingolstadt aus 1874 die Donautalbahn über Neuburg flussaufwärts nach Donauwörth und im folgenden Jahr über Schrobenhausen die Paartalbahn nach Augsburg. Heute wird die Strecke von Ulm über Neuburg und Ingolstadt bis nach Regensburg im Stundentakt vom Anbieter Agilis befahren. Schrobenhausen ist über die Paartalbahn im Süden an Augsburg und im Nordosten an Ingolstadt angeschlossen. Auch dort bedient die Fahrgäste inzwischen ein privater Anbieter, die Bayerische Regiobahn.

Die Stichbahn Dollnstein–Rennertshofen führte seit 1916 aus dem Altmühltal durch den Jura nach Rennertshofen. Hier wurde der Personenverkehr 1960 eingestellt, aber zeitweise bis 1993 noch eine Museumsbahn betrieben. Inzwischen ist die Bahnlinie verschwunden. Die frühere Trasse wird teilweise für Radwanderwege genutzt.

Städte und Gemeinden

(Einwohner am )

Städte
  1. Neuburg a.d.Donau, Große Kreisstadt ()
  2. Schrobenhausen ()

Märkte

  1. Burgheim ()
  2. Rennertshofen ()

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Neuburg a.d.Donau
    (mit Sitz in Neuburg a.d.Donau; Mitgliedsgemeinden: Bergheim und Rohrenfels)
  2. Schrobenhausen
    (mit Sitz in Schrobenhausen; Mitgliedsgemeinden: Berg im Gau, Brunnen, Gachenbach, Langenmosen und Waidhofen)

Keine Gemeindefreien Gebiete

Gemeinden
  1. Aresing ()
  2. Berg im Gau ()
  3. Bergheim ()
  4. Brunnen ()
  5. Ehekirchen ()
  6. Gachenbach ()
  7. Karlshuld ()
  8. Karlskron ()
  9. Königsmoos ()
  10. Langenmosen ()
  11. Oberhausen ()
  12. Rohrenfels ()
  13. Waidhofen ()
  14. Weichering ()

Schutzgebiete

Im Landkreis gibt es sechs Naturschutzgebiete, 15 Landschaftsschutzgebiete, neun FFH-Gebiete und mindestens 29 vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgewiesene Geotope (Stand April 2016).

Kfz-Kennzeichen

Am 5. August 1974 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Juli 1956 für den Landkreis Neuburg an der Donau gültige Unterscheidungszeichen ND zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus dem Altkreis Schrobenhausen Kennzeichen mit den Buchstaben R bis Z und den Zahlen von 1 bis 99, mit den Buchstabenpaaren VA bis ZZ und den Zahlen von 1 bis 99 sowie mit den Buchstabenpaaren DA bis DZ und den Zahlen von 100 bis 999.

Seit dem 10. Juli 2013 ist auch das Unterscheidungszeichen SOB (Schrobenhausen) erhältlich.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Neuburg-Schrobenhausen

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