Große Kreisstadt
Marktredwitz
Egerstraße 2
95615 Marktredwitz

http://www.marktredwitz.de

Marktredwitz

160pxAbb. 1 Wappen von Marktredwitz
Basisdaten
Bundesland Bayern
Höhe 529 m
PLZ 95615
Vorwahl 09231
Gliederung 27 Ortsteile
Website www.marktredwitz.de
Oberbürgermeister Oliver Weigel (CSU)

Marktredwitz (bairisch: Rawertz) ist eine Große Kreisstadt im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge. Sie bildet als dessen größte Stadt ein bedeutendes wirtschaftliches Zentrum im Landkreis.

Geographie

Geographische Lage

Die Stadt liegt in einer Talsenke zwischen Steinwald und Kösseine. Der Raum Marktredwitz-Wunsiedel-Waldershof ist das südliche Ballungsgebiet im Landkreis Wunsiedel, wobei Waldershof zum Landkreis Tirschenreuth gehört. Die Landesgrenze zu Tschechien liegt von Marktredwitz mit dem Automobil 18 Kilometer entfernt.

Nachbargemeinden

In unmittelbarer Nähe der Stadt liegen im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordwesten:

  • Bad Alexandersbad
  • Wunsiedel
  • Thiersheim
  • Arzberg
  • Pechbrunn (Landkreis Tirschenreuth, Oberpfalz)
  • Waldershof (Landkreis Tirschenreuth, Oberpfalz)

Stadtgliederung

Die Stadt Marktredwitz ist in 27 Stadtteile eingeteilt:

  • Brand
  • Breitmühle
  • Dörflas
  • Fridau
  • Glashütte
  • Grafenstein
  • Grünitzmühle
  • Haag
  • Haingrün
  • Hammerberg
  • Katharinenhöhe
  • Korbersdorf
  • Leutendorf
  • Lorenzreuth
  • Manzenberg
  • Marktredwitz
  • Meußelsdorf
  • Miedelmühle
  • Neu-Haag
  • Oberredwitz
  • Oberthölau
  • Pfaffenreuth
  • Reutlas
  • Unterthölau
  • Wölsau
  • Wölsauerhammer
  • Ziegelhütte

Geschichte

Bis zum 19. Jahrhundert

Marktredwitz wurde erstmals im Jahr 1140 urkundlich erwähnt, damals noch als Redwitz („Radewitze“). Lokales Adelsgeschlecht war die Familie von Redwitz, die später auch zum Fränkischen Ritterkreis gehörte. Kaiser Ludwig der Bayer übereignete Redwitz 1339 dem Kloster Waldsassen unter dem Abt Franz Kübel, das jedoch den Flecken bereits zwei Jahre später an die Freie Reichsstadt Eger verkaufte. Dadurch gehörte Marktredwitz fortan als Exklave zum Egerland und damit zum österreichischen Kronland Böhmen. 1788 wurde die Chemische Fabrik Marktredwitz (CFM), eine der ersten chemischen Fabriken überhaupt, gegründet. 1816 kam Redwitz im Austausch für die Stadt Vils, die Bayern an Österreich abgab, zum Königreich Bayern.

20. Jahrhundert

Der Ort erhielt 1907 das Stadtrecht. Der über Jahrhunderte geführte Markt-Titel wurde am 16. Dezember 1907 Bestandteil des Ortsnamens. Nach zwölf Jahren wurde die Stadt Marktredwitz am 1. Dezember 1919 kreisfrei.

Vor der Erhebung zur Stadt wurde der Ort Markt Redwitz genannt. Die umgangssprachliche Bezeichnung „Rawetz“ geht auf den alten Ortsnamen zurück. Im Laufe der Zeit sind die Städte Marktredwitz und Waldershof durch Baumaßnahmen nahe zusammengerückt und bilden eine Agglomeration mit annähernd 22.000 Einwohnern. Der Raum Wunsiedel-Marktredwitz-Waldershof deckt viele überregionale Aufgabenbereiche ab und hat den Status eines möglichen Oberzentrums.

Im Zuge der Gemeindegebietsreform verlor Marktredwitz am 1. Juli 1972 seinen Status als kreisfreie Stadt wieder und wurde in den Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge eingegliedert. Es ist die größte Stadt im Landkreis. 1985 wurden schwere Umweltschäden auf dem Betriebsgelände der Chemischen Fabrik Marktredwitz (CFM) festgestellt. Insbesondere waren Böden und Gewässer mit Quecksilber belastet. Die Fabrik wurde geschlossen, Betriebsgelände und Umgebung wurden grundlegend saniert. Auf der sanierten Fläche befindet sich jetzt das Kösseine-Einkaufszentrum (KEC).

21. Jahrhundert

Im Jahre 2006 fand in Marktredwitz die grenzüberschreitende Landesgartenschau Marktredwitz-Cheb statt.

Eingemeindungen

Am 1. April 1939 wurden die bis dahin selbständige Gemeinde Dörflas bei Marktredwitz und Teile der Gemeinde Oberredwitz eingegliedert; am 1. Juli 1972 kam Leutendorf hinzu. Die Gemeinde Thölau wurde am 1. Juli 1974, Korbersdorf am 1. Januar 1975 und Wölsau am 1. Januar 1976 eingegliedert. Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Lengenfeld bei Großschlattengrün folgten am 1. Juli 1976, Wölsauerhammer und Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Haid mit damals weniger als 50 Einwohnern am 1. Januar 1977. Brand bei Marktredwitz und Lorenzreuth wurden am 1. Januar 1978 eingemeindet.

Politik

Stadtrat

Nach der Kommunalwahl am 16. März 2014 verteilen sich die 24 Sitze des Stadtrats folgendermaßen auf die einzelnen Parteien und Wählervereinigungen:

* CSU 9 Sitze
* SPD 7 Sitze
* Freie Wähler 4 Sitze
* PRO MAK 2 Sitze
* Grüne 1 Sitz
* Junges Rawetz 1 Sitz

Bürgermeister

Bürgermeister ist seit den Kommunalwahlen 2014 Oliver Weigel (CSU). Seine Vorgängerin Birgit Seelbinder (parteilos) war ab dem 1. Mai 1990 im Amt. Sie hatte sich damals gegen ihren Amtsvorgänger Hans-Achaz Freiherr von Lindenfels (Freie Wähler/CSU) durchgesetzt, der 20 Jahre im Amt war.

Städtepartnerschaften

  • La Mure, Département Isère (Frankreich), seit 1983
  • Vils, Tirol (Österreich), seit 1992
  • Castelfranco Emilia, Provinz Modena (Italien), seit 1997
  • Roermond (Niederlande), seit 2005 (bis zur Eingemeindung: Swalmen)

Mit den Städten Chichester in Großbritannien, Bassano del Grappa in Italien und Cheb (Eger) in Tschechien bestehen Städtefreundschaften.

Kirchen

  • Annakirche jetzt Heilig Geist (Oberredwitz)
  • St. Bartholomäus
  • Theresienkirche
  • St. Josef
  • Auferstehungskirche (Pfaffenreuth)
  • Herz Jesu

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Im Egerland-Kulturhaus in der Fikentscherstraße befindet sich das Egerland-Museum. Seit 1946 werden dort Andenken an das Egerland gesammelt. Es stellt Volkskultur und Gewerbe des Egerlandes (heute Cheb, Tschechien), Porzellan, Glas, Schmuck, Zinn, Trachten und Hausindustrie aus.Seit 2000 kam ein großzügiger Anbau und eine Multimedia-Abteilung dazu.

Im Neuen Rathaus, das 1794 als Wohnhaus des Fabrikanten W. C. Fikentscher im klassizistischen Stil erbaut wurde, befindet sich das Goethezimmer. Dort wohnte Johann Wolfgang von Goethe während seines Besuchs in Marktredwitz vom 13. bis 18. August 1822. Im Goethezimmer sind Gemälde und andere Gegenstände ausgestellt, die an den Besuch des berühmten Gastes erinnern.

Historische Bauwerke

  • Schloss Brand
  • Schloss Dörflas
  • Schloss Leutendorf
  • Altes Schloss Lorenzreuth
  • Neues Schloss Lorenzreuth
  • Schloss Oberredwitz

Baudenkmäler

Sport

Marktredwitz besitzt ein Hallenbad (Deutschlands erstes Ozon-Hallenbad) und ein Freibad, das im Rahmen der Bauarbeiten zur Landesgartenschau Marktredwitz-Cheb 2006 saniert wurde. Etliche Turn- und Sporthallen sowie Sportplätze runden das Programm zur sportlichen Betätigung ab. Mit der Wiedereröffnung des Auenparks am 24. Mai 2007 bietet die Stadt ein weiteres Naherholungsgebiet in zentraler Innenstadtlage.

Der älteste Verein von Marktredwitz ist die Schützengesellschaft 1551 e. V., die 2001 ihr 450-jähriges Bestehen feierte. Die Turnerschaft 1887 e. V. ist der mitgliederstärkste Verein der Stadt und bietet neben diversen Sportarten auch ein Amateurtheater und eine Faschingsgilde an. Die Karnevalsgesellschaft Narhalla Rot-Weiß Marktredwitz e. V. nimmt mit ihren Garden, ebenso wie die Faschingsgilde Marktredwitz-Dörflas, regelmäßig an Turnieren des Fastnacht-Verbands Franken teil. Ein breites Angebot unterschiedlicher Sportarten bietet der SV 04 Marktredwitz e. V., in den 2006 der ehemalige Tennisclub Grün-Weiß Marktredwitz e. V. als neue Abteilung aufgenommen wurde. 2010 hat sich die Tennissparte jedoch wieder losgelöst und stellt seitdem mit dem TC Fichtelgebirge e. V. einen eigenständigen Verein dar. Das Sportangebot rundet der FC Wacker 2004 e. V., ein Nachfolgeverein des Traditionsclubs SC Wacker Marktredwitz von 1913, ab. Der Motorsportclub Marktredwitz e. V. bietet den Freunden des Automobil-, Kart- und Motorradsports Raum.

Eishockey: Bereits in den 1950er Jahren gab es in Marktredwitz eine Eishockeymannschaft. Das Team Wacker Marktredwitz nahm von 1970 bis 1976 am Spielbetrieb des Bayerischen Eissportverbandes (BEV) teil und spielte davon in der Zeit von 1970 bis 1974 in der damals viertklassigen Bayerischen Landesliga (BLL). Seit 2012 gibt es in Marktredwitz einen Eishockey Hobbyverein, den EHC-Meteor-Marktredwitz, der an den Hobbyligen DNHL und der Grenzlandliga teilnimmt. Seine Heimspiele trägt der EHC in der Mitterteicher Eishalle aus.

Die Ortsgruppe Marktredwitz des Deutschen Alpenvereins (DAV) Sektion Greiz bietet von September bis Mai an der Kletterwand in der Dörflaser Turnhalle ein reichhaltiges Angebot an Kursen sowie die Möglichkeit, sich über den Winter an den „Berg“ zu begeben.

Regelmäßige Veranstaltungen

Vom alljährlichen Maibaumaufstellen über das Volks- und Schützenfest zum Siedlerfest, das zur Marktredwitzer Kirwa (Kirchweih) Ende August stattfindet, ist das ganze Jahr etwas geboten. Einen besonderen Status genießt das Altstadtfest, das seit 1982 immer Mitte Juli abgehalten wird. Viele Marktredwitzer und auch Gäste von außerhalb nehmen an diesem traditionellen Fest teil.

Alle zwei Jahre findet am ersten Septemberwochenende der Egerlandtag, das Bundestreffen der Egerländer, und seit 1988 jährlich das zweitägige Rock-, Punk- und Metal-Festival Sticky Fingers am Naherholungsgebiet Weidersberg statt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Einer der wichtigsten Betriebe mit Sitz in Marktredwitz ist die Edeka Handelsgesellschaft Nordbayern-Sachsen-Thüringen mbH, Sparte Diska. Marktredwitz ist weiterhin einer der Hauptstandorte der CeramTec AG in Deutschland, die hier mit den Geschäftsbereichen Chemietechnik, Elektronik und Medizintechnik vertreten ist und Komponenten aus Technischer Keramik fertigt. Des Weiteren befindet sich hier der Sitz der Scherdel GmbH, ein international tätiges Unternehmen der Automobilzulieferindustrie. Mit den Stammwerken in Marktredwitz und der nahen Umgebung (ca. 20 km) ist es der größte Arbeitgeber von Marktredwitz. Die VR-Bank Fichtelgebirge-Frankenwald hat auch ihren Sitz in der Stadt.

Verkehr

Straße

Marktredwitz hat einen direkten Anschluss an die A 93 Hof–Regensburg. Die B 303 und die B 15 umlaufen den Ort.

In den zurzeit laufenden Planungen um eine Autobahn durch das Fichtelgebirge (Fichtelgebirgsautobahn) wird auch eine Streckenführung bei Marktredwitz (Ausbau der B 303 zur Bundesautobahn) geprüft. Sollte diese Streckenführung den Zuschlag bekommen, entstünde bei Marktredwitz ein Autobahnkreuz mit der A 93 und der Fichtelgebirgsautobahn.

ÖPNV

Marktredwitz ist, teilweise bedingt durch die weiterführenden Schulen, zentraler Knotenpunkt für alle regionalen Buslinien des südlichen Landkreises Wunsiedel und des nördlichen Landkreises Tirschenreuth. Darüber hinaus verfügt Marktredwitz über eine Stadtbuslinie.

Schiene

Der Bahnhof Marktredwitz ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt. An ihm treffen sich die Bahnstrecken Nürnberg–Cheb und Regensburg–Hof, über die direkte Zugverbindungen nach Cheb, Dresden, Gera, Hof, München, Nürnberg, Regensburg, Schwandorf und Weiden bestehen.

Luft

Die Stadt Marktredwitz befindet sich in zentraler Lage zwischen wichtigen deutschen und tschechischen Flughäfen. In einer halben bis zwei Stunden lassen sich die Flughäfen von Eger (20 km; wieder eröffnet am 19. August 2010), Hof-Plauen (50 km), Karlsbad (75 km), Nürnberg (125 km), Leipzig-Altenburg (145 km), Leipzig-Halle (200 km) und München (245 km) erreichen; allerdings gibt es weder in Hof noch in Altenburg Linienflüge und ab Karlsbad nur Verbindungen in GUS-Staaten.

Fahrrad

Marktredwitz liegt auf dem Radfernweg Euregio Egrensis.

Medizinische Versorgung

Neben vielen niedergelassenen Ärzten der Allgemeinmedizin sind in Marktredwitz auch Fachärzte verschiedener Bereiche ansässig. Mit dem Klinikum Fichtelgebirge, das in die beiden Häuser Marktredwitz und Selb gegliedert ist, hat Marktredwitz ein leistungsfähiges Klinikum der Versorgungsstufe III.

Bildung

  • Grundschule
  • Alexander-von-Humboldt-Mittelschule (seit Schuljahr 2010/2011 wurde aus der Haupt- eine Mittelschule)
  • Fichtelgebirgsrealschule
  • Otto-Hahn-Gymnasium
  • Fachoberschule Marktredwitz (seit September 2008)
  • Berufsoberschule Marktredwitz (seit September 2011)
  • Berufsschule
  • Städtische Sing- und Musikschule
  • Erich-Kästner-Schule (sonderpädagogisches Förderzentrum)
  • Lebenshilfeschule
  • Krankenpflegeschule am Klinikum Fichtelgebirge
  • Städtische Bibliothek

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Marktredwitz

Söhne und Töchter der Stadt

  • Christoph Weigel der Ältere (1654–1725), Kupferstecher, Kunsthändler und Verleger
  • Johann Christoph Weigel (1661–1726), Kupferstecher, Kunsthändler und Verleger
  • Peter Kolb (1675–1726), Lehrer und Völkerkundler
  • Wolfgang Caspar Fikentscher (1770–1837), Fabrikant, Gründer der Chemischen Fabrik Marktredwitz, Abgeordneter
  • Georg August Fikentscher (1798–1864), Stadtphysikus und Gründer der Kaltwasserheilanstalt in Alexandersbad (1838)
  • Friedrich Christian Fikentscher (1799–1864), Chemiker, Unternehmer und Politiker, Mitte der 1830er Jahre Bürgermeister in Marktredwitz
  • Oskar Loew (1844–1941), Chemiker
  • Karl Ritter (1883–1968), Diplomat und verurteilter Kriegsverbrecher
  • Nepomuk Zöllner (1923–2017), Internist
  • Heinz F. Dressel (1929–2017), Pfarrer, Menschenrechtler und Autor
  • Helmut Ruppert (* 1941), ehemaliger Präsident der Universität Bayreuth
  • Reinhard Pöllath (* 1948), Jurist und Manager
  • Wolf-Dieter Wichmann (* 1948), Europameister und Deutscher Meister im Karatedō
  • Harald A. Summa (* 1953), deutscher Internetpionier und Unternehmer (DE-CIX)
  • Berthold Kohler (* 1961), Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
  • Silke Popp (* 1973), Schauspielerin
  • Ersen Martin (* 1979), Fußballspieler
  • Denis Reul (* 1989), Eishockeyspieler
  • Maximilian Gläßl (* 1997), Eishockeyspieler

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Sigmund Scherdel (1859–1936), Unternehmensgründer
  • Reinhard Scheer (1863–1928), Admiral in der Kaiserlichen Marine, starb hier.
  • Ernst Bartl (1899–1972), deutscher Heimatpfleger und Bundesvorstand der Eghalanda Gmoi, ferner Kommunalpolitiker in Eger
  • Seff Heil (1929–2000), Volkstumspfleger und -kundler, unter anderem Bundesvorsteher der Eghalanda Gmoin

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Marktredwitz

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