Landratsamt
Wunsiedel
Jean-Paul-Str. 9
95632 Wunsiedel

http://www.landkreis-wunsiedel.de

Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge

160pxAbb. 1 Wappen Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge
Basisdaten
Bundesland Bayern
Regierungsbezirk Oberfranken
Verwaltungssitz Wunsiedel
Adresse des Landkreises Jean-Paul-Straße 9
95632 Wunsiedel
Website www.landkreis-wunsiedel.de
Landrat Karl Döhler (CSU)
Der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge, amtlich Landkreis Wunsiedel i.Fichtelgebirge, ist ein Landkreis im Osten des Regierungsbezirks Oberfranken in Bayern. Der Landkreis ist Mitglied der Metropolregion Nürnberg.

Geografie

Lage

Der Landkreis hat hauptsächlichen Anteil am Fichtelgebirge, das hufeisenförmig den Norden, Westen und Süden des Kreises einnimmt. Dazwischen liegt die Selb-Wunsiedler Hochfläche, eine flach wellige Landschaft auf etwa 600 Meter Höhe. Im Osten des Kreises fällt die Landschaft auf etwa 440 Meter ab. Die höchste Erhebung des Fichtelgebirges, der Schneeberg, liegt im Westen des Kreises. Größter und längster Fluss des Kreises ist die Eger, die im Fichtelgebirge entspringt, dann in West-Ost-Richtung durch das Kreisgebiet fließt und bei Hohenberg in Richtung Tschechische Republik Deutschland verlässt.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt gegen den Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Hof, Bayreuth und Tirschenreuth. Im Osten und Nordosten grenzt er an den tschechischen Verwaltungsbezirk Karlsbad (Karlovarský kraj).

Geschichte

Landgerichte

Das Gebiet des heutigen Kreises gehörte vor 1800 überwiegend zum Fürstentum Bayreuth bzw. zu dessen Rechtsnachfolger Preußen. Es war in die sechs Ämter Hohenberg, Kirchenlamitz, Selb, Thierstein, Weißenstadt und Wunsiedel gegliedert, weshalb es auch als Sechsämterland bezeichnet wird. 1810 kam das Gebiet zu Bayern. 1812 wurden die Landgerichte Wunsiedel und Kirchenlamitz sowie Rehau und Selb errichtet. Die Stadt Marktredwitz – ursprünglich im Besitz der freien Reichsstadt Eger – kam 1816 ebenfalls zu Bayern und wurde dem Landgericht Wunsiedel zugeordnet. Wunsiedel und die Landgerichte Kirchenlamitz, Rehau und Selb gehörten alle zum Mainkreis, ab 1817 zum Obermainkreis. Der Obermainkreis wurde 1838 in Oberfranken umbenannt. 1859 entstand aus zwölf Gemeinden des Landgerichts Wunsiedel und vier Gemeinden des Landgerichts Selb das neue Landgericht Thiersheim.

Bezirksämter

Das Bezirksamt Wunsiedel wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Kirchenlamitz, Thiersheim und Wunsiedel neu gebildet. Ebenso wurden die Landgerichte Rehau und Selb zum Bezirksamt Rehau zusammengefasst. 1879 gab das Bezirksamt Rehau einige Gemeinden an das Bezirksamt Hof ab. 1919 schieden die Städte Selb aus dem Bezirksamt Rehau (am 1. Juli) und Marktredwitz aus dem Bezirksamt Wunsiedel (am 1. Dezember) aus und wurden kreisunmittelbare Städte.

Landkreise

Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Rehau und Wunsiedel.

Am 1. April 1939 wurde die Gemeinde Dörflas bei Marktredwitz an die Stadt Marktredwitz abgegeben.

Am 1. April 1940 wurden die Städte Selb und Marktredwitz in die Landkreise Rehau bzw. Wunsiedel eingegliedert, doch wurde dies am 1. April 1946 (Selb) und am 1. April 1948 (Marktredwitz) rückgängig gemacht.

Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1972 der Landkreis Wunsiedel, der südliche Teil des Landkreises Rehau sowie die bisher kreisfreien Städte Marktredwitz und Selb zu einem neuen Landkreis vereinigt, der zunächst Landkreis Wunsiedel hieß. Der neue Landkreis sollte eigentlich den Namen Landkreis Fichtelgebirge erhalten. Der Vorschlag stieß auf Widerspruch im Landkreis Bayreuth, der auch maßgeblichen Anteil am Fichtelgebirge hat. Am 1. Mai 1973 wurde dem Landkreis sein heutiger Name Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge verliehen. Die beiden Städte Marktredwitz und Selb erhielten nach dem Verlust der Kreisfreiheit den Status einer Großen Kreisstadt.

Einwohnerentwicklung

Von 1988 bis 2008 verlor der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge über 8200 Einwohner bzw. rund zehn Prozent.

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 44.111 58.166 78.864 109.049 106.266 103.056 87.941 89.560 89.267 86.044 81.631 76.848 73.185

Politik

Landräte

  • 1945–1946: Benno Timper (kommissarisch)
  • 1946–1951: Heinrich Zeitler
  • 1952–1953: Erhard Gräbner
  • 1954–1972: Heinrich Drechsel, SPD
  • 1972–1990: Christoph Schiller, SPD
  • 1990–2008: Peter Seißer, SPD
  • seit 2008: Karl Döhler, CSU

Die Landratswahl am 2. März 2008 hat Dr. Karl Döhler gewonnen. Damit stellt die CSU zum ersten Mal seit ihrer Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg den Landrat in Wunsiedel. Bei der Wahl unterlegen war die Bundestagsabgeordnete Petra Ernstberger von der SPD. Bei den Kommunalwahlen in Bayern 2014 wurde er mit 59 Prozent als Landrat wiedergewählt. Der SPD-Kandidat Jörg Nürnberger kam auf 41 Prozent.

Kreistag

Der Kreistag besteht aus 60 Kreisräten und dem Landrat. Die Kommunalwahlen 2002, 2008 und 2014 führten zu folgenden Sitzverteilungen der Kreisräte:

CSU SPD Freie Wähler Wunsiedel GRÜNE Gesamt
2002 28 23 7 2 60
2008 25 23 10 2 60
2014 25 20 11 4 60

Wappen

Wirtschaft

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebierge Platz 354 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „Zukunftsrisiken“. Laut der Studie bietet er damit von allen Landkreisen in Bayern die zweitschlechtesten Zukunftsperspektiven.#

Verkehr

Der im Sechsämterland am Ostrand des Fichtelgebirges gelegene Landkreis Wunsiedel umfasst auch den Bahnhof Marktredwitz. Dort kreuzen sich die 1877/78 von Hof aus nördlicher Richtung kommende und 1882 nach Wiesau–Weiden weitergeführte Strecke der Bayerischen Staatseisenbahnen mit der 1878/79 eröffneten Ost-West-Strecke von Nürnberg nach Schirnding, die 1883 Eger erreichte.

Vorher lief der Nord-Süd-Verkehr zwischen Hof und Wiesau mehr als zehn Jahre lang über Eger–Waldsassen, nachdem 1865 die Hof-Egerer Eisenbahn ihren Betrieb aufgenommen hatte. 1894 wurde die Stadt Selb über eine Lokalbahn erschlossen. Die Strecke führte vom Bahnhof Selb-Plößberg an der Strecke Hof–Eger zum Bahnhof Selb Stadt. Im Jahr 1914 wurde die Lokalbahn über Thiersheim nach Holenbrunn an der Strecke Hof–Marktredwitz verlängert.

Die Bayerischen Staatsbahnen schlossen 1877 die Stadt Wunsiedel über eine Lokalbahn an die Hauptbahn bei Holenbrunn an, 1913 folgte die Verlängerung der Strecke nach Leupoldsdorf.1899 kam die Lokalbahnstrecke Kirchenlamitz–Weißenstadt hinzu. Das Eisenbahnnetz war damit genau 100 Kilometer lang. Heute werden davon nur noch 59 Kilometer mit Personenzügen bedient, davon 47 Kilometer überwiegend von der Länderbahn.

Nach der Einstellung des grenzüberschreitenden Personenverkehrs Selb-Plößberg – Asch im Jahre 1945 fanden weitere Stilllegungen statt:

  • 1972 Kirchenlamitz Ost–Weißenstadt, zwölf Kilometer
  • 1975 Holenbrunn–Wunsiedel–Leupoldsdorf, elf Kilometer
  • 1986 Selb Stadt–Höchstädt–Thierstein–Thiersheim–Holenbrunn, zwölf Kilometer

Nach der Stilllegung des Wunsiedler Stadtbahnhofs für den Personenverkehr wurde der Bahnhof Holenbrunn in Wunsiedel-Holenbrunn umbenannt.

Eisenbahnknotenpunkt des Landkreises ist der Bahnhof Marktredwitz, wo sich die Strecken Nürnberg–Eger und Hof–Regensburg kreuzen.

Gemeinden

(Einwohner am )

  • Städte
    • Arzberg ()
    • Hohenberg a.d.Eger ()
    • Kirchenlamitz ()
    • Marktleuthen ()
    • Marktredwitz, Große Kreisstadt ()
    • Schönwald ()
    • Selb, Große Kreisstadt ()
    • Weißenstadt ()
    • Wunsiedel ()
  • Märkte
    • Schirnding ()
    • Thiersheim ()
    • Thierstein ()
  • Weitere Gemeinden
    • Bad Alexandersbad ()
    • Höchstädt i.Fichtelgebirge ()
    • Nagel ()
    • Röslau ()
    • Tröstau ()
  • Gemeindefreie Gebiete (108,91 km²)
  • Kaiserhammer Forst-Ost (8,01 km²)
  • Martinlamitzer Forst-Süd (8,47 km²)
  • Meierhöfer Seite (2,97 km²)
  • Neubauer Forst-Süd (3,13 km²)
  • Tröstauer Forst-Ost (9,71 km²)
  • Tröstauer Forst-West (14,46 km²)
  • Vordorfer Forst (9,71 km²)
  • Weißenstadter Forst-Nord (5,45 km²)
  • Weißenstadter Forst-Süd (15,11 km²)Die früheren gemeindefreien Gebiete Hohenberger Forst (13,91 km²) und Selber Forst (17,97 km²)
    wurden mit Wirkung vom 1. April 2013 den jeweiligen Gemeinden angegliedert.
  • Verwaltungsgemeinschaften
    • Schirnding
      mit den Mitgliedsgemeinden
      Hohenberg a.d.Eger (Stadt) und Schirnding (Markt)
    • Thiersheim
      mit den Mitgliedsgemeinden
      Höchstädt i.Fichtelgebirge, Thiersheim (Markt) und Thierstein (Markt)
    • Tröstau
      mit den Mitgliedsgemeinden
      Bad Alexandersbad, Nagel und Tröstau

;Ehemalige GemeindenDie folgenden Gemeinden verloren während ihrer Zugehörigkeit zum Landkreis ihre Eigenständigkeit:

  • Bergnersreuth, am 1. Januar 1978 zu Arzberg
  • Bernstein, am 1. Januar 1978 zu Wunsiedel
  • Birkenbühl, am 1. Januar 1978 zu Thierstein
  • Brand bei Marktredwitz, am 1. Januar 1978 zu Marktredwitz
  • Dörflas bei Kirchenlamitz, am 1. Januar 1978 zu Kirchenlamitz
  • Dörflas bei Marktredwitz, am 1. April 1939 zu Marktredwitz
  • Dürnberg, 1956 zu Oberröslau
  • Erkersreuth, am 1. Januar 1978 zu Selb1
  • Fischern, am 1. Januar 1978 zu Schirnding
  • Franken, am 1. Januar 1978 zu Weißenstadt
  • Grafenreuth, am 1. Januar 1978 zu Thiersheim
  • Großwendern, am 1. Januar 1978 zu Marktleuthen
  • Haid, am 1. Januar 1977 zu Arzberg
  • Hebanz, am 1. Juli 1953 zu Schwarzenhammer
  • Heidelheim, am 1. Januar 1978 zu Selb1
  • Hildenbach, am 1. Januar 1978 zu Wunsiedel
  • Holenbrunn, am 1. Januar 1978 zu Wunsiedel
  • Korbersdorf, am 1. Januar 1975 zu Marktredwitz
  • Kothigenbibersbach, am 1. April 1977 zu Thiersheim
  • Längenau, am 1. Januar 1978 zu Selb1
  • Lauterbach, am 1. Januar 1978 zu Selb1
  • Leutendorf, am 1. Juli 1972 zu Marktredwitz
  • Lorenzreuth, am 1. Januar 1978 zu Marktredwitz
  • Ludwigsfeld, 1925 zu Oberröslau
  • Mühlbach, am 1. Januar 1978 zu Selb1
  • Neudes, am 1. Januar 1978 zu Marktleuthen
  • Neuhaus an der Eger, am 1. Januar 1978 zu Hohenberg1
  • Niederlamitz, am 1. Januar 1978 zu Kirchenlamitz
  • Oberredwitz, am 1. April 1939 zu Marktredwitz
  • Oberröslau, am 1. Januar 1966 zu Röslau
  • Oberweißenbach, am 1. Januar 1978 zu Selb1
  • Raumetengrün, am 1. Januar 1978 zu Kirchenlamitz
  • Reicholdsgrün, am 1. Januar 1978 zu Kirchenlamitz
  • Röthenbach, am 1. Januar 1977 zu Arzberg
  • Schlottenhof, am 1. Januar 1978 zu Arzberg
  • Schönbrunn, am 1. Januar 1975 zu Wunsiedel
  • Schwarzenhammer, am 1. Januar 1978 zu Thierstein
  • Selb-Plößberg, am 1. Januar 1978 zu Selb1
  • Seußen, am 1. Januar 1978 zu Arzberg
  • Silberbach, am 1. Januar 1978 zu Selb1
  • Spielberg, am 1. Januar 1978 zu Selb1
  • Stemmas, am 1. Januar 1977 zu Thiersheim
  • Thölau, am 1. Juli 1974 zu Marktredwitz
  • Unterröslau, am 1. Januar 1966 zu Röslau
  • Unterweißenbach, am 1. Januar 1978 zu Selb1
  • Vielitz, am 1. Januar 1978 zu Selb1
  • Voitsumra, am 1. Januar 1978 zu Weißenstadt
  • Vordorf, am 1. Januar 1978 zu Tröstau
  • Wölsau, am 1. Januar 1976 zu Marktredwitz
  • Wölsauerhammer, am 1. Januar 1977 zu Marktredwitz
1bis 1972 im Landkreis Rehau

Die Gemeinde Sichersreuth wurde 1937 in Alexanderbad umbenannt und die Gemeinde Grün wurde 1963 in Unterröslau umbenannt.

Schutzgebiete

Im Landkreis Wunsiedel gibt es 13 Naturschutzgebiete, zwei Landschaftsschutzgebiete, 13 FFH-Gebiete und 54 ausgewiesene Geotope. (Stand August 2016)

Siehe auch:

  • Liste der Naturschutzgebiete im Landkreis Wunsiedel
  • Liste der Landschaftsschutzgebiete im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge
  • Liste der FFH-Gebiete im Landkreis Wunsiedel
  • Liste der Geotope im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen WUN zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus der Stadt Marktredwitz Kennzeichen mit den Buchstabenpaaren JA bis RZ und den Zahlen von 1 bis 99. Die Fahrzeuge aus der Stadt Selb erhielten Kennzeichen mit den Buchstabenpaaren SC bis ZZ und den Zahlen von 1 bis 99. Seit dem 10. Juli 2013 sind auch die Unterscheidungszeichen MAK (Marktredwitz), REH (Rehau) und SEL (Selb) erhältlich.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge

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Karte Wunsiedel/Fichtelgeb.