Markt Wendelstein
Schwabacher Str. 8
90530 Wendelstein

http://www.wendelstein.de

Wendelstein (Mittelfranken)

160pxAbb. 1 Wappen von Wendelstein (Mittelfranken)
Basisdaten
Bundesland Bayern
Höhe 330 m
PLZ 90530
Vorwahl 09129
Gliederung 13 Ortsteile
Adresse der Verwaltung Schwabacher Straße 6
90530 Wendelstein
Website www.wendelstein.de
Bürgermeister Werner Langhans (CSU)

Wendelstein ist ein Markt im mittelfränkischen Landkreis Roth in Bayern.

Geographie

Wendelstein liegt etwa 13 km süd-südwestlich des Zentrums der Stadt Nürnberg im Schwarzachtal. Es grenzt nördlich an das Gebiet von Nürnberg, östlich an Feucht, Schwarzenbruck und Pyrbaum, südlich an Allersberg, Schwanstetten sowie westlich an Rednitzhembach und Schwabach. Zum Gemeindegebiet gehört auch eine ein Quadratkilometer große, unbewohnte Exklave im Lorenzer Reichswald nördlich des ehemaligen MUNA-Geländes.

Die Gemeinde hat 13 Ortsteile:

  • Dürrenhembach
  • Erichmühle
  • Großschwarzenlohe
  • Gugelhammer
  • Kleinschwarzenlohe
  • Königshammer
  • Nerreth
  • Neuses
  • Raubersried
  • Röthenbach b.Sankt Wolfgang
  • Sorg
  • Sperberslohe
  • Wendelstein

Geschichte

Bis zum 19. Jahrhundert

Durch vereinzelte Funde weiß man, dass sich schon in der Steinzeit Menschen in der Gegend des heutigen Wendelstein aufhielten. Gräberfunde von 1984 belegen eine Besiedelung des Gebietes entlang der Schwarzach in der späten Bronzezeit um 1300 v. Chr.Der Ort wurde erstmals 1259 urkundlich erwähnt. Abgeleitet wurde der Name vermutlich von der sich um einen Stein windenden Schwarzach. Nach einer Legende sei der Name jedoch von den Wenden, einem slawischen Volksstamm, abgeleitet.Keimzelle des Ortes war ein fränkischer Tafelhof in der Schleife der Schwarzach.Die an der Schwarzach liegenden Ortsteile Wendelsteins waren von 1505 bis 1806 Grenzorte zwischen den Landgebieten der Reichsstadt Nürnberg und dem Fürstentum Ansbach.

Die erste Erwähnung einer Kirche, vermutlich eine Kapelle, stammt aus dem Jahr 1325. Aus dieser entstand im 14. Jahrhundert die Wehrkirche St. Georg. Sehenswert ist der renovierte Dreikönigs-Flügelaltar aus 1510 von Hans Süß von Kulmbach.

Ab dem 15. Jahrhundert waren Messerer und Klingenschmiede in Wendelstein ansässig, im 1e. Jahrhundert erhält der Ort das Marktrecht. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert siedelten sich Drechsler und Metalldrücker an, der Sandsteinabbau wurde intensiviert. 1843 wurde der Ludwig-Donau-Main-Kanal im Norden von Wendelstein gebaut.

Neuzeit

Im Jahre 1886 nahm die Bahnstrecke Feucht–Wendelstein den Betrieb auf, 1955 wurde der Personenverkehr eingestellt. Mit der Beendigung des Güterverkehrs 1960 wurden die Gleise abgebaut.

Am 1. Juli 1971 wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern die bis dahin selbstverwaltete Gemeinde Raubersried eingegliedert. Am 1. Mai 1978 kamen Röthenbach, Groß- und Kleinschwarzenlohe mit ihren Ortsteilen dazu.

Politik

Der Marktgemeinderat besteht aus 24 Mitgliedern. Bei der Kommunalwahl am 16. März 2014 errangen die CSU elf, die SPD neun, die FW zwei und die Grünen zwei Sitze. Seit Mai 2008 ist Werner Langhans Bürgermeister.

Seit 2001 bestehen Städtepartnerschaften mit Saint-Junien, Frankreich und Żukowo, Polen.

Wirtschaft und Verkehr

Wirtschaft

Es gibt drei ausgewiesene Industriegebiete in den Ortsteilen Wendelstein und Röthenbach bei Sankt Wolfgang. Zum Gemeindegebiet gehört auch ein Teil des Gewerbeparks Nürnberg-Feucht (die anderen Teile gehören zur Stadt Nürnberg und zum Markt Feucht) und ein kleinerer Teil der Autobahnraststätte Nürnberg/Feucht (der größere Teil gehört zur Gemeinde Schwarzenbruck). Nicht zum Gemeindegebiet gehört der Forst Kleinschwarzenlohe, der gemeindefreies Gebiet ist.

Verkehr

Es besteht Anschluss an die Bundesautobahn 73 über die Anschlussstelle Wendelstein, zu den Autobahnen 6, 9 und 3 sind Anschlussstellen in wenigen Kilometern Entfernung vorhanden.

In Wendelstein selbst gibt es keinen Bahnhof mehr, jedoch verläuft durch das östliche Gemeindegebiet die Schnellfahrstrecke Nürnberg–Ingolstadt. Im benachbarten Ort Feucht gibt es zwei S-Bahn-Haltepunkte.

Der Flughafen Nürnberg ist zirka 15 Kilometer Luftlinie von der Gemeinde entfernt, mit dem Auto ist er in zirka 30 Minuten zu erreichen.

Bildung, Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Gemeindebibliothek
  • Metalldrücker- und Drechslermuseum

Schulen und Kindergärten

  • Neun Kindergärten und zahlreiche Horte in den Ortsteilen
  • Vier Grundschulen in den Ortsteilen Röthenbach, Wendelstein, Groß-, und Kleinschwarzenlohe
  • Mittelschule und M-Zweig der Hauptschule
  • Gymnasium, (im Schuljahr 2017/18 erster Abiturjahrgang)
  • Waldorfschule

Sonstiges

  • Volkshochschule
  • Mehrere private Gesangs- und Musikschulen
  • Eine Reitschule und zwei Gestüte

Bauwerke, Denkmäler und Sehenswertes

  • Allerheiligenkirche in Kleinschwarzenlohe mit Altar von Tilman Riemenschneider
  • Evangelische Kirche St. Georg in Wendelstein. Der Altar von Hans Süß von Kulmbach aus dem Jahre 1510 befindet sich nach jahrelanger Auslagerung und Restaurierung seit 17. April 2001 wieder in der Achahildis-Kapelle, einer Seitenkapelle der Kirche.
  • Kirche St. Wolfgang in Röthenbach bei Sankt Wolfgang mit Schlupfaltar
  • Schloss Kugelhammer in Röthenbach bei Sankt Wolfgang
  • Der historische Ludwig-Donau-Main-Kanal verläuft durch das Gemeindegebiet; dort befinden sich die ehemalige Anlände für den Güterumschlag Wendelsteins und der Gauchsbach-Brückkanal, dem Gauchsbach-Leitgraben sowie zahlreiche Schleusen.
  • Das 1437 erbaute Wendelsteiner Badehaus wurde 2012 abgebaut und ins Fränkische Freilandmuseum Bad Windsheim transloziert. Dort wird es bis 2018 restauriert und wiederaufgebaut.
  • Nördlich von Wendelstein befinden sich die aufgelassenen Steinbrüche des Wernloches.

Veranstaltungen

Seit 1993 findet jährlich Ende April das überregional bekannte New-Orleans-Music-Festival statt, seit dem Jahr 2013 unter dem Namen Jazz & Blues Open Wendelstein.

Am letzten Juni-Wochenende wird die Wendelsteiner Kirchweih gefeiert, die sich durch den ganzen Altort und einen Teil der Röthenbacher Straße erstreckt. Anfang September folgt das Backofenfest, das seit 1987 der Heimatverein organisiert. In der Adventszeit gibt es einen kleinen Weihnachtsmarkt im Altort. Weitere Veranstaltungen finden regelmäßig im Casa de la Trova und in der Jegelscheune statt.

Persönlichkeiten

  • Wilhelm Jegel (1826–1890), Bürgermeister von 1870 bis 1890, Reichstags- und Landtagsabgeordneter, Steinbruchbesitzer
  • Johannes Cochläus (* 10. Januar 1479 in Raubersried; † 11. Januar 1552 in Breslau), Humanist und Theologe
  • Christoph Hieronymus Voit von Wendelstein († 18. August 1718 in St. Jobst), Jurist in Nürnberg
  • Adam Scharrer (* 13. Juli 1889 in Kleinschwarzenlohe; † 2. März 1948 in Schwerin), Schriftsteller

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Wendelstein (Mittelfranken)

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