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Stein
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Stein
Hauptstr. 56
90547 Stein

http://www.stadt-stein.de

Stein (Mittelfranken)

160pxAbb. 1 Wappen von Stein (Mittelfranken)
Basisdaten
Bundesland Bayern
Höhe 304 m
PLZ 90547
Vorwahl 0911, 09127
Gliederung 10 Stadtteile
Adresse der Verwaltung Hauptstraße 56
90547 Stein
Website www.stadt-stein.de
Bürgermeister Kurt Krömer (SBG Steiner Bürger-Gemeinschaft)

Stein (fränkisch Schdah) ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Fürth. Sie liegt unmittelbar an der Stadtgrenze von Nürnberg und wird von der Rednitz durchflossen.

Geographie

Lage

Stein liegt am südwestlichen Stadtrand von Nürnberg am linken Ufer der Rednitz, die sich wenige Kilometer nördlich in Fürth mit der Pegnitz zur Regnitz vereinigt.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Nürnberg, Rohr, Roßtal, Zirndorf, Oberasbach

Stadtgliederung

Die Stadt besteht aus den folgenden elf Orten:

  • Bertelsdorf
  • Eckershof
  • Gutzberg
  • Loch
  • Oberbüchlein
  • Oberweihersbuch
  • Sichersdorf
  • Stein
  • Unterbüchlein
  • Unterweihersbuch
  • Deutenbach
Der Stadtteilname Deutenbach ist amtlich erloschen, lebt aber in vereinzelten Wegweisern, im Namen des Fußballvereins STV Deutenbach und der Freiwilligen Feuerwehr Deutenbach, in der Deutenbacher Str. (auch Straßenname im Nürnberger Stadtteil Krottenbach) und im Volksmund fort. Der Ortseingang ist durch ein Hinweisschild bezeichnet. Die Ortsbezeichnung Deutenbach wird auch weiterhin im Omnibuslinien-Verkehr verwendet. – Der Stadtteilname Spitzgarten für das östlich der Rednitz gelegene Steiner Stadtgebiet, in dem heute der Hauptkomplex der Firma Faber-Castell und das Faberschloss liegen, wird nicht mehr verwendet. An den im Volksmund bisweilen noch gebräuchlichen Stadtteilnamen Felsen erinnert die Felsenstr.

Geschichte

Bis zur Gemeindegründung

Der Ortsname leitet sich wohl von der Rednitzbrücke ab, die es seit dem 13. Jahrhundert gibt. Dort wurden 1296 und 1297 zwei Gerichtssitzungen „zu der steinbruke“ abgehalten.

Stein wurde 1296 erstmals urkundlich erwähnt. Über die folgenden Jahrhunderte wuchs der Ort, ehe er 1499 durch Kunz Schott zerstört wurde. Nach dem Wiederaufbau wurde Stein rund fünfzig Jahre später im Zweiten Markgrafenkrieg 1552 erneut zerstört; der diesmalige Wiederaufbau dauerte bis in die sechziger Jahre des 16. Jahrhunderts an. Zu einer drittmaligen Zerstörung Steins kam es 1632 im Dreißigjährigen Krieg im Zuge der Schlacht an der Alten Veste bei Zirndorf. Nach dem Krieg wurde 1660 eine evangelisch-reformierte Kirche am heutigen Alten Kirchplatz gebaut.

Die ersten Bleistiftmacher waren bereits seit 1719 in Stein tätig, als sich Kaspar Faber 1758 in Stein niederließ und damit den Grundstein des Faber-Castell-Firmenimperiums legte.

1806 ging der Ort Stein an das Königreich Bayern über. Zwei Jahre später kam es zur Bildung einer politischen Gemeinde zusammen mit den Dörfern Ober- und Unterweihersbuch.

19. und 20. Jahrhundert

Ober- und Unterweihersbuch trennten sich jedoch 1841 wieder von Stein und bildeten eine eigene Gemeinde, die 1927 jedoch erneut nach Stein eingemeindet wurde. Zuvor waren bereits 1922 erste Verhandlungen zur Eingemeindung der Gemeinde Stein selbst nach Nürnberg erfolglos geblieben.

1861 wurde die neue evangelisch-lutherische Martin-Luther-Kirche am Martin-Luther-Platz eingeweiht.

Anschluss an das Eisenbahnnetz erhielt die Gemeinde mit der Eröffnung des Bahnhofs Nürnberg-Stein an der Eisenbahnstrecke nach Ansbach im Jahr 1875. 1889 wurde zudem die steinerne Rednitzbrücke neu gebaut, womit die Verkehrsinfrastruktur ebenfalls ausgebaut wurde (Einweihung der neuen Rednitzbrücke 1971). 1926 wurde die Omnibuslinie Nürnberg-Schweinau – Stein (Kirche) durch die Nürnberg-Fürther Straßenbahn in Betrieb genommen. Fünf Jahre später wurde die Hauptstraße mit Kleinpflaster erstmals befestigt. Nach dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1949 der O-Busbetrieb zwischen Nürnberg-Schweinau und Stein (Rosenstraße) in Betrieb genommen, der 1962 allerdings wieder eingestellt wurde.

1906 wurde das Faberschloss eingeweiht. Zu den Nürnberger Prozessen (20. November 1945 bis 14. April 1949) war Ernest Hemingway als Journalist und Berichterstatter im Schloss Faber-Castell in Stein untergebracht. Das Schloss Faber-Castell diente als Unterkunft für internationale Anwälte und Prozessberichterstatter, zu denen auch John Steinbeck zählte. Erst 1953 verließen die letzten US-Besatzer das Schloss, das bis zuletzt als Pressecamp diente. 1957 kam es zur Einweihung des neuen Rathauses. Die Trabantenstadt um den Goethering wurde 1973 fertiggestellt.

Am 1. Juli 1972 wechselte die Gemeinde Stein im Rahmen der Gebietsreform in Bayern vom Landkreis Nürnberg zum Landkreis Fürth.

Am 1. April 1977 wurde die Gemeinde Stein bei Nürnberg amtlich in Stein umbenannt sowie am 6. Mai 1977 zur Stadt ernannt.

Mit dem Freizeitbad Palm Beach wurde 1979 eine Freizeiteinrichtung eingeweiht. 1993 ging es in den Besitz von Heinz Steinhart über.

Auch Bildungseinrichtungen wurden errichtet; so wurde 1982 das Gymnasium Stein eingeweiht. Die neue katholische Kirche St. Albertus Magnus wurde 1989, die evangelische Paul-Gerhardt-Kirche im Stadtteil Deutenbach 1992 eingeweiht.

Eingemeindungen

Im Jahr 1922 wurde ein Teil der aufgelösten Gemeinde Deutenbach (Landkreis Schwabach) eingegliedert. Am 1. Januar 1927 kam Weihersbuch, das bis 1870 den Gemeindenamen Oberweihersbuch trug, hinzu. Im Jahr 1967 wurden die vorher im Landkreis Schwabach gelegenen Orte Bertelsdorf und Eckershof eingemeindet. Am 1. Juli 1972 folgte das im Landkreis Fürth gelegene Gutzberg, das seine Landkreiszugehörigkeit durch den gleichzeitigen Übergang der Gemeinde Stein in den Landkreis Fürth beibehalten konnte.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohnerzahl Veränderung
pro Jahr
Quellen-Hinweis
30.12.2015 13.789 − 12
31.12.2010 13.848 − 14
30.06.2006 13.905 − 6
31.12.2002 13.928 − 27
31.12.1995 14.116 + 196
31.12.1991 13.933 + 80
1984 13.372 + 269
27.05.1970 9.612 + 163 Volkszählungsergebnis
06.06.1961 8.148 + 73 Volkszählungsergebnis
1950 7.346 + 176 Volkszählungsergebnis
1939 5.410 Volkszählungsergebnis

Politik und Kommunales

Stadtrat

Der Stadtrat besteht aus 24 Mitgliedern. Er setzt sich seit der Kommunalwahl vom 16. März 2014 wie folgt zusammen:

  • CSU 8 Sitze (2008: 10)
  • SBG 7 Sitze (2008: 6)
  • SPD 3 Sitze (2008: 4)
  • FW Stein 3 Sitze (2008: 2)
  • FDP/Freie Bürger 1 Sitz (2008: 1)
  • Bündnis 90/Die Grünen 2 Sitze (2008: 1)

Städtepartnerschaften

  • seit 8. Juli 1990: Guéret (Dép. Limousin, Frankreich)
  • seit 9. November 1990: Falkenstein/Vogtl. (Sachsen)
  • seit 1. Mai 2004: Puck (Polen) (dt. Putzig)

Haushalt

Der Grundsteuerhebesatz beträgt seit 2004 für land- und forstwirtschaftliche Betriebe 370 %. Seit 2016 beträgt der Steuerhebesatz für Grundstücke 450 %, davor betrug er 370 %. Der Gewerbesteuerhebesatz liegt bei 400 %. Die Hundesteuer für den ersten Hund beträgt seit 2016 jährlich 90,00 Euro, davor betrug die Hundesteuer 70,00 Euro. Die Verschuldung pro Einwohner betrug im Jahr 2013 454 Euro.

Stiftung

Im April 2009 wurde die Bürgerstiftung Stein gegründet.

Liste der Steiner Bürgermeister

Name Partei Regierungszeit Hinweis/Quelle
Josef Dümmelbeck Freie Wähler 1966–1978 30 Jahre Freie Wähler.
Alfred Schuster Freie Wähler 1978–1990 Siehe oben
Werner Biewald CSU 1990–1996 www.csu-stein.de
Bernhard Gottbehüt FDP 1996–2008 Nordbayern.de.
Kurt Krömer SBG 2008 seit 1. Mai 2008

Bildungseinrichtungen und Vereine

Bildungseinrichtungen

In Stein gibt es eine Grundschule, eine Mittelschule, ein Gymnasium und die private Berufsfachschule für Rettungsassistenten Stein der Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin Fürth e. V. Die Akademie Faber-Castell ist eine Akademie für Kunst, Kultur und Design mit Studiengängen im Bereich Bildende Kunst und Design.Die Volkshochschule Stein ist eine Bildungsinstitutionen der Erwachsenenbildung. Seit 1991 gibt es die Musikschule Stein.

Vereine

Im Juli 1961 wurde der STV Deutenbach 1961 e. V. gegründet. Der Turn und Sportverein Stein 1875 e. V. hat mehrere Abteilungen, darunter Basketball, Handball, Tischtennis, Turnen und Volleyball.

Naturschutzgebiet

Im nordwestlichen Teil der Gemarkung Stein liegt das Naturschutzgebiet Hainberg, mit landesweit bedeutsamen Sandmagerrasen.

Sehenswürdigkeiten, Museen und Baudenkmäler

Eindrucksvoll sind die mit Faber-Castell zusammenhängenden Bauten und Anlagen. Die Fabrikanlagen entlang der Rednitz gehen wohl im Wesentlichen auf Baulichkeiten des 19. Jahrhunderts zurück und wurden verschiedentlich im 20. Jahrhundert erweitert und umgebaut.

Besonders imposant ist der historistische Schlosskomplex des Faberschlosses (19. Jahrhundert und frühes 20. Jahrhundert). Das Schloss besteht aus einem älteren Teil im Stil der Neorenaissance und dem neuen Schloss, das eher im Stil der Neoromanik erbaut ist. Einige der repräsentativen Räume wurden vom damals aufstrebenden Architekten und Designer Bruno Paul geschaffen. Der ausgedehnte Park (Faberpark) wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts an Bayern bzw. Nürnberg abgetreten.

Die evangelische Martin-Luther-Kirche und die Baulichkeiten des nördlich anschließenden Friedhofs gehören ebenfalls zum Historismus.

Es gibt das Kur- und Freizeitbad Kristall Palm Beach, ein Jugendhaus und außerdem ein Freilandterrarium im Rednitzgrund, das von der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg betrieben wird. 2015 konnte das Freiland-Aquarium und -Terrarium Stein auf eine 90-jährige Geschichte zurückblicken.

Museen

Das Heimatmuseum Stein fand am 31. Mai 2008 seinen Platz im ältesten Gebäude, welches 1635 erbaut worden ist. Am Westufer der Rednitz befindet sich das Museum „Alte Mine“. Dort kann die Minenfertigung besichtigt werden.

Regelmäßige Veranstaltungen

Seit 1996 gibt es einen Bauernmarkt. Die Premiere war am 30. März 1996. Die ersten fünf Jahre fand der Bauernmarkt an der Martin-Luther-Kirche statt. Das 20. Jubiläum wird am 24. September 2016 am Mecklenburger Platz gefeiert.

Jährlich findet ein Schlosskonzert auf dem Gelände von Faber-Castell statt.

Baudenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur

Stein ist seit dem ausgehenden Mittelalter durch seine Bleistiftmühlen und heute durch die Bleistiftindustrie bekannt. Die Stadt ist Sitz des Schreibgeräteherstellers Faber-Castell. Im November 2015 wurde das Einkaufszentrum „Forum Stein“ auf dem Gelände des früheren „Möbel Krügel“ eröffnet.

Straßenverkehr

Die Stadt liegt an der langen Bundesstraße 14 und hat über die Anschlussstelle Nürnberg-Schweinau der Südwesttangente Verbindungen an das Kraftfahrstraßen- und Autobahnnetz. Die Bundesstraße 14 ist mit dem Durchgangsverkehr Richtung Nürnberg und Richtung Ansbach stark belastet.

Bundesstraße:

  • : Nürnberg – Stein – Ansbach

Eisenbahn

Anschluss an das regionale Eisenbahnnetz besteht über den Bahnhof Nürnberg-Stein, der sich jedoch weit außerhalb des Stadtgebietes am Rande des Nürnberger Stadtteils Gebersdorf an der Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim (Kursbuchstrecke 891.7) befindet. Entlang dieser Relation verkehrt die S-Bahn-Linie 4 (Nürnberg Hauptbahnhof–Ansbach). In der Nähe von Stein befindet sich an derselben Kursbuchstrecke ein weiterer DB-Haltepunkt im Nachbarort Unterasbach.

Nahverkehr

Stein ist innerhalb des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg über die VGN-Omnibuslinien 63 und 64 an das öffentliche Nahverkehrsnetz angeschlossen. Beide Linien sind auf der Nürnberger Seite an den U-Bahnhof Röthenbach der U-Bahnlinie U2 angebunden. Zusätzlich erschließen die Regionalbuslinien 154 und 713 sowie der Rufbus 714 die außenliegenden Stadtteile und stellen eine Verbindung zur S-Bahnlinie S4 her. In den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag verkehrt die Nightliner Omnibuslinie N7 (VAG) von Nürnberg/Hauptbahnhof über Stein nach Roßtal.

Es gibt langfristige Planungen, die U2 von ihrem bisherigen Endpunkt Röthenbach in das Stadtgebiet von Stein zu verlängern. Da die Finanzierung dieses Projektes bislang ungeklärt ist, dürfte eine Realisierung auf absehbare Zeit nicht möglich sein (Stand 2011).

In Stein geboren

  • Kaspar Faber (1730–1784), Unternehmer (Faber-Castell)
  • Lothar Freiherr von Faber (* 12. Juni 1817 in Unterspitzgarten; † 26. Juli 1896 in Stein), deutscher Großindustrieller, Ehrenbürger der Stadt Nürnberg (Verleihung 1861)
  • Johann Faber (1819–1901 ebenda), deutscher Industrieller, Bruder des Vorigen
  • Hugo Steger (1929–2011), Sprach- und Literaturwissenschaftler
  • Dagmar Wöhrl (* 1954), Politikerin (CSU)
  • Maximilian Marterer (* 1995), Tennisspieler

Bildergalerie

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Stein (Mittelfranken)

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