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Vechta
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Stadtplan Vechta
Stadt Vechta
Burgstraße 6
49377 Vechta

http://www.vechta.de

Vechta

160pxAbb. 1 Wappen von Vechta
Basisdaten
Bundesland Niedersachsen
Höhe 37 m
PLZ 49377
Vorwahl 04441, 04447
Gliederung 25 Stadtteile
Website www.vechta.de
Bürgermeister Helmut Gels (CDU)

Vechta {{IPA|ˈfɛçta}} (plattdeutsch Vechte) ist die Kreisstadt und gleichzeitig größte Stadt des gleichnamigen Landkreises im westlichen Niedersachsen sowie eine selbständige Gemeinde. Die als „Reiterstadt“ bekannte Universitätsstadt ist mit Cloppenburg eine der beiden Kreisstädte im Oldenburger Münsterland und wird in der Raumordnung des Landes Niedersachsen als Mittelzentrum geführt. Seit 1994 bildet Vechta mit den Städten Damme, Diepholz und Lohne das sogenannte Städtequartett. Seit 2006 gehört Vechta zur Metropolregion Bremen/Oldenburg.

Geographie

Lage

Vechta ist mit Cloppenburg eine der beiden Kreisstädte im Oldenburger Münsterland und liegt im Zentrum des Städtedreiecks Bremen, Oldenburg und Osnabrück. Östlich der Stadt liegt das Große Moor, im äußersten Südosten Vechtas östlich der Bundesstraße 69 eines der wenigen verbliebenen Regenmoore. Ein Teil dieses Moores wird in Richtung Westen über den Vechtaer Moorbach entwässert, der in Richtung Hase und Ems weiterfließt und die höher gelegene Ems-Hunte-Geest im Norden von den Ausläufern der Dammer Berge im Süden trennt.Der Stadtname geht auf die Feuchtlage zurück: Althochdeutsch „Vecht“ bedeutet feuchtes Land.

Stadtgliederung

Vechta gliedert sich in 25 Stadtteile:

  • Bergstrup
  • Calveslage (1974)
  • Deindrup (1974)
  • Füchtel
  • Grünenmoor
  • Hagen
  • Holtrup (1974)
  • Holzhausen (1933)
  • Innenstadt
  • Langförden (1974)
  • Oythe (1933)
  • Petersburg
  • Rieden
  • Spreda (1974)
  • Stoppelmarkt
  • Strohe (1974)
  • Stukenborg
  • Tannenhof
  • Telbrake (1933)
  • Tonnenmoor
  • Vardel
  • Vechta-Nord
  • Vechta-West
  • Vor dem Moore
  • Welpe

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind beginnend von Norden (im Uhrzeigersinn) die Gemeinden Visbek, Goldenstedt, Barnstorf, die Städte Diepholz und Lohne sowie die Gemeinden Bakum, Cappeln und Emstek.

Emstek (18 km) Visbek (13 km) Goldenstedt (13 km)
Bakum (8 km) Datei:Windrose klein.svg Barnstorf (21 km)
Dinklage (14 km) Lohne (8 km) Diepholz (16 km)
Die Entfernungsangaben beziehen sich auf die Entfernung bis zum Ortszentrum.

Geologie und Hydrogeologie

Die Stadt liegt in der Norddeutschen Tiefebene. Das Gebiet um Vechta besteht hauptsächlich aus glazio-fluviatilen Ablagerungen, in erster Linie lehmige und sandige Ablagerungen des Pleistozäns. Bohrungen zeigten, dass die obersten Sedimentschichten eine Mächtigkeit von etwa fünf bis sieben Meter haben. Dieser Schicht unterlagert ist eine zehn Meter starke, lehmige und marlige Sedimentschicht. Sandige Schichten in einer Tiefe von 25 bis 30 Meter bilden einen ertragreiche Aquifer für Grundwasserförderung. Der oberste Grundwasserleiter befindet sich in einer Tiefe von zwei bis sechs Meter. Die Stadt Vechta ist mit Ausnahme der ehemaligen Gemeinde Langförden nicht an das Trinkwassernetz des OOWV angeschlossen, sondern betreibt ein eigenes Wasserwerk.

Klima

In Vechta herrscht gemäßigtes Seeklima, beeinflusst durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee. Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur in Vechta 8,5 bis 9,0 °C und es fallen rund 700 Millimeter Niederschläge. Zwischen Mai und August wird mit durchschnittlich 20 bis 25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet.

Geschichte

Chronik der Zugehörigkeit:

  • von 1070 (erste urkundliche Erwähnung) bis 1252 Grafschaft Ravensberg
  • von 1252 bis 1647 Fürstbistum Münster
  • von 1647 bis 1654 Besatzung durch Schweden
  • von 1654 bis 1803 Fürstbistum Münster
  • von 1803 bis 1806 Herzogtum Oldenburg
  • von 1806 bis 1810 Rheinbund
  • von 1810 bis 1814 Frankreich
  • von 1814 bis 1867 (bzw. als Teilstaat bis 1918) Großherzogtum Oldenburg
  • von 1867 bis 1871 Norddeutscher Bund
  • von 1871 bis 1949 Deutsches Reich
  • von 1918 bis 1946 Land Oldenburg (als Teilstaats des Deutschen Reichs)
  • von 1945 bis 1949 Britische Besatzungszone Deutschlands
  • seit 1946 Land Niedersachsen
  • seit 1949 Bundesrepublik Deutschland

Die Rheinische Straße als Handelsweg verlief im Mittelalter von Osnabrück kommend in nördlicher Richtung ab Lohne westlich am Fuße der Dammer Berge und überquerte die Niederung beiderseits des Vechtaer Moorbachs zwischen dem Stauchendmoränenzug der Dammer Berge im Süden und der Cloppenburger Geestplatte im Norden an der schmalsten und damals einzig passierbaren Stelle. Dieser wichtige Übergang über den sumpfigen Vechtaer Moorbach ist schon für das Jahr 851 urkundlich erwähnt. Der Handelsweg führte über die Hafenstädte Bremen und Hamburg zur Ostseestadt Lübeck.

Der Bischof Benno I. von Osnabrück (1052–1067) sorgte ab 1060 für einen Ausbau der Straße, so dass die Rheinische Straße an Bedeutung zunahm.

1076/1077 kam es zum so genannten Osnabrücker Zehntstreit zwischen Osnabrück und den Klöstern Corvey und Herford. Bischof Benno II. von Osnabrück (1068–1088) entschied den Streit für sich und erhielt dabei auch den Zehnten von Vechta sowie die damit verbundene Judikative. An der Furt baute er um 1080 die erste Burg Vechtas. Im Schutze der Burg wuchs die ursprüngliche Siedlung und erhielt das Osnabrücker Stadtrecht sowie das damit verbundene Zoll-, Münz- und Marktrecht.

Das als Reichslehen an die Herrschaft Vechta vergebene Zoll-, Münz- und Marktrecht ging im 12. Jahrhundert vom Bischof von Osnabrück an die Grafen von Calvelage über, die sich ab 1140 die Grafen von Ravensberg nannten.

Im Jahre 1252 verkauften die Gräfin Sophie und ihre Tochter Jutta das Reichslehen an das Fürstbistum Münster für 40.000 Mark (heutiger Geldwert: geschätzte 20 Millionen Euro). Es wurde Sitz eines münsterschen Amtmanns.

Infolge einer Fehde zwischen dem Bischof von Münster und dem Grafen von Oldenburg wurden die Stadt und die Burg Vechta 1538 von oldenburgischen Truppen durch Feuer weitgehend zerstört.

Zur Zeit der Reformation war unter Bischof Franz von Waldeck Vechta rund 70 Jahre von 1543 bis 1613 lutherisch geprägt. In jener Zeit wirkte in dieser Region der evangelische Reformator Hermann Bonnus. Im Zuge der Gegenreformation unter Bischof Ferdinand von Bayern wurde die Region rekatholisiert.

Im Dreißigjährigen Krieg litt Vechta schwer. Bis zum Jahre 1654 dauerte die schwedische Besatzung, an deren Ende durch eine Prozession zu Christi Himmelfahrt bis heute in der Stadt gedacht wird. Ferner zeugen zwei gut sichtbare Kanonenkugeln an der Nordseite des Kirchenschiffes der Propsteikirche davon. Ab 1640 bauten die Franziskaner in Vechta eine Klosteranlage und gründeten eine Lateinschule. Aus dieser ging 1719 das Gymnasium Antonianum hervor.1684 zerstörte ein Großbrand große Teile Vechtas. Auf den darauf folgenden Neuaufbau geht der heutige Grundriss der Stadt zurück. Der Brand bot einen Anlass, die Burg endgültig aufzugeben; sie wurde 1689 abgerissen. Die Funktion der Burg als Wehranlage nahm die Zitadelle ein. Im Zuge des Siebenjährigen Krieges erwies sich jedoch ihre Nutzlosigkeit: ohne Schwertstreich wurde sie am 1. April 1758 an die feindlichen Hannoveraner übergeben. Auch die Zitadelle wurde 1769 geschleift.

1803 kam das Amt Vechta an das Herzogtum Oldenburg. Zwar gab es von 1811 bis 1813 ein Intermezzo in Gestalt der Franzosenherrschaft über Nordwestdeutschland und damit auch über Vechta, während der das Franziskanerkloster aufgehoben wurde; unmittelbar nach der Zeit wurde allerdings die Herrschaft Oldenburgs über Vechta bestätigt. Bis 1946 blieb Vechta Teil des Großherzogtums, später des Landes Oldenburg.

Während der Novemberpogrome 1938 wurde die seit 1825 bestehende Synagoge in der Juttastraße durch die Nationalsozialisten zerstört und der jüdische Friedhof am Visbeker Damm verwüstet. Seit 1981 erinnert und mahnt ein Gedenkstein an der Ecke Juttastraße/Klingenhagen/Burgstraße an die zerstörte Synagoge. Er entstand durch den Vechtaer Künstler Albert Bocklage und zeigt den Davidstern, das hebräische Wort für „Frieden“ sowie die Inschrift „IN DIESER STRASSE STAND DIE SYNAGOGE DAS GOTTESHAUS UNSERER JÜDISCHEN MITBÜRGER FREVELHAFT GESCHÄNDET AM 9. NOVEMBER 1938 ZUR ERINNERUNG UND MAHNUNG“.

Die Burg

Bei einer archäologischen Ausgrabung in den Jahren 2005/2006 wurden die Überreste der Burg Vechta freigelegt. Zahlreiche Funde aus dem Mittelalter und der Frühneuzeit kamen dabei ans Tageslicht, u. a. eine Knochenflöte und eine Arkebuse. Die Burg Vechta gehörte zum Typus der Tieflandburg. Ihre Erscheinungsform war mittelalterlicher Prägung. Möglicherweise hat es sich außerdem um einen Gräftenhof des Zwei-Insel-Typus gehandelt, um eine Anlage, wie sie Westfalen in reicher Fülle hervorgebracht hat – als Beispiel seien Burg Hülshoff, Darfeld, Havixbeck, Drensteinfurt und Kemnade genannt. Ein Großteil der Funde kann im Museum im Zeughaus besichtigt werden. Auf der Burg lebten seit Anfang des 14. Jahrhunderts die Elmendorff, deren Stammsitz 1421 Gut Füchtel wurde. Letzte dieser Familie auf Füchtel und Welpe war Cäcilie Freiin von Elmendorff, die Heinrich von Droste zu Hülshoff, einen Neffen der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, heiratete – die Familie Droste zu Hülshoff war bereits 1770 kurz im Besitz des benachbarten Gutes Welpe gewesen. Über deren Tochter Maria-Anna (1866–1947), die Ferdinand Graf von Merveldt ehelichte, kamen Füchtel und Welpe an diese Familie, die diese Güter heute noch besitzt.

Das Zentrum für Experimentelles Mittelalter rekonstruiert auf drei Inseln die Burg Vechta als „Castrum Vechtense“. Im Herbst 2010 bewilligte der Verwaltungsausschuss der Stadt Vechta den Etat für das erste Modul: einen hölzernen Burgturm mit Palisade sowie die Infrastruktur einer Drei-Insel-Burganlage. Mit den Bauarbeiten wurde im April 2012 begonnen. Der Burgturm wurde am 28. September 2013 eingeweiht.

Strafvollzug in Vechta

Vechta hat eine rund 900-jährige Gefängnistradition, die um 1100 mit dem Verlies auf der Burg begann. Als Gefängnis diente auf der Festung das Kaponier. Nach dem Anschluss der Stadt an das Herzogtum Oldenburg im Jahr 1813 verlegten die neuen Landesherren ihren Strafvollzug nach Vechta.

Das Zeughaus wurde ab 1816 sofort als Zwangsarbeitshaus für Frauen benutzt. Etwa zur selben Zeit wurde das ehemalige, seit 1812 leerstehende Franziskanerkloster zum Gefängnis umgewidmet. 1863 entstand das „Weibergefängnis“ (heutige Adresse: Zitadelle 2). 1904 kam als letzter Bau der Gebäudekomplex an der Willohstraße dazu. Bis 1933 wurden die Einrichtungen als Zuchthaus, Arbeitshaus und Gefängnis im Männervollzug und Männerjugendvollzug, im Frauenvollzug und Frauenjugendvollzug genutzt.

Der nationalsozialistische Vizepräsident des Landtags von Oldenburg kündigte am 23. März 1933 die Errichtung eines Konzentrationslagers im Land Oldenburg nach dem Vorbild des KZs Dachau an. „Schutzhaftgefangene“ aus dem Land Oldenburg wurden aus dem Regelstrafvollzug herausgenommen und in das damals leerstehende Gebäude des Frauengefängnisses an der Bahnhofstraße (heute Zitadelle 2) verbracht. Am 10. Juli 1933 wurden die ersten „Schutzhäftlinge“ in den Bau verlegt. Im November 1933 erreichte die Belegung mit 113 Männern ihren Höchststand. Überwiegend handelte es sich um Kommunisten aus dem Land Oldenburg. Durch die Korrektheit des Gefängnisdirektors Friedrich Fischer wurde verhindert, dass sich das KZ zu einem „Schreckenslager“ entwickelte. Ab dem Frühjahr 1934 wurde die Schließung des KZ geplant, da wegen der inzwischen stabilisierten politischen Lage im Land Oldenburg dort kein eigenes KZ mehr benötigt wurde. Ab dem 1. April 1935 wurde das Gebäude an der Bahnhofstraße als reguläres Männergefängnis genutzt.

Der Standort Zitadelle 2 wurde im weiteren Verlauf der nationalsozialistischen Herrschaft als Arbeitslager für französische und belgische Frauen, nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1956 als Frauenjugendgefängnis, dann als Jugendgefängnis bzw. Jugendarrestanstalt und seit 2009 wieder als JVA für Frauen genutzt. Im Zeughaus wurden nach dem Zweiten Weltkrieg jugendliche Strafgefangene untergebracht. Neben dem Zeughaus wurden in den 1950er Jahren in einer parkähnlichen Anlage mehrere Gebäude neu errichtet, die bis zur Schließung des Jugendgefängnisses „Jugendlager Falkenrott“ genannt wurden. Heute wird der Standort Zitadelle 17 als „Offene Abteilung Falkenrott der JVA für Frauen“ betrieben.

Eingemeindungen

Am 1. März 1974 wurde die Nachbargemeinde Langförden eingegliedert.

Einwohnerentwicklung

Die Bevölkerung in Vechta ist seit Gründung der Stadt stetig gewachsen, seit 1990 ist die Bevölkerungszahl jedoch sehr rasant um knapp 10.000 Einwohner gestiegen. Dies ist u. a. durch die hohe Geburtenrate, sowie durch Migration zu erklären. Als weitere Gründe dafür werden die klassische Rollenverteilung zwischen Mann und Frau in der konservativen Region sowie die vergleichsweise hohe Zahl russlanddeutscher Aussiedler in der Region, die traditionell eine höhere Geburtenrate aufweisen, genannt. Die Einwohnerzahl der Stadt nahm von 1990 (circa 23.000 Einwohner) bis 2009 um 35 % auf über 31.000 zu.

Einwohnerentwicklung in Zahlen:

Jahr Einwohner
1890 2.188
1905 3.895
1910 4.373
1933 7.280
1939 8.095
1950 13.097
1961 13.460
1970 15.715
1973 18.320
Jahr Einwohner
1974 22.012
1977 22.133
1980 23.000
1990 23.200
1995 25.616
2000 27.832
2005 30.061
2007 31.156
2008 30.998
Jahr Einwohner
2009 31.250
2010 31.516
2011 30.423
2012 30.770
2013 30.944
2014 31.352
2015 31.558
2016 32.179
2017 32.201

Religion

Die Bevölkerung Vechtas ist überwiegend katholisch. Auf dem Gebiet der Stadt Vechta befinden sich die Propsteikirche St. Georg, die Klosterkirche zum Heiligen Joseph (die seit 1818 als Simultankirche und als Anstaltskirche der JVA für Frauen genutzt wird), die Kirche Maria Frieden, die Kirche St. Marien in Oythe sowie die Pfarrkirche St. Laurentius in Langförden. Seit 2014 befindet sich in der Nähe des Universitäts-Campus die ökumenische Kirche am Campus für katholische und evangelische Studierende. Die Propsteikirche St. Georg gehört zur katholischen Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt und ist der Sitz des Bischofs des Offizialatsbezirk Oldenburg (Bischöflich Münstersches Offizialat).

In Vechta gibt es drei Moscheen: die Moschee (Camii) Fatih Sultan an der Diepholzer Straße, die Moschee (Camii) Sultanahmet Merkez an der Rombergstraße und die am 9. Juni 2015 in der Gutenbergstraße eröffnete Bait-ul-Qaadir-Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat, die über zwei Minarette und eine Kuppel verfügt.

1784 wurde erstmals eine Synagoge in Vechta urkundlich erwähnt. 1825/26 wurde an der Juttastraße die Synagoge errichtet, die während der Novemberpogrome 1938 zerstört wurde. Ihre maximale Größe erreichte die jüdische Gemeinde in Vechta im Jahr 1837 (58 jüdische Einwohner).

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat der Stadt Vechta besteht aus 32 Ratsmitgliedern. Für eine Stadt mit einer Einwohnerzahl zwischen 30.001 und 40.000 Einwohnern sind laut Niedersächsischem Kommunalverfassungsgesetz(NKomVG) normalerweise 38 Ratsmitglieder vorgesehen. Der Rat der Stadt Vechta hat von der Möglichkeit einer Verringerung der zu wählenden Ratsfrauen und Ratsherren Gebrauch gemacht und hat die Zahl per Ratsbeschluss um sechs auf 32 Ratsmitglieder verringert. Die 32 Ratsfrauen und Ratsherren werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Bei der Kommunalwahl im September 2016 verlor die CDU 3 Sitze im Rat und die AfD gewann auf Anhieb 2 Sitze. Die SPD konnte um einen Sitz zulegen.

Im Oktober 2018 kam es nach innerparteilichen Differenzen in der CDU-Fraktion zur Abspaltung von 4 CDU-Mitgliedern. Diese gründeten die neue Fraktion VCD ("Vechtaer Christdemokraten"). Dadurch kam es zum historischen Verlust der immer währenden CDU-Mehrheit im Vechtaer Stadtrat.

Durch die Neubildung der VCD-Fraktion ergaben sich folgende Fraktionsstärken:

CDU: 13 Sitze

SPD+WfV: 10 Sitze

VCD: 4 Sitze

Grüne+FDP: 3 Sitze

AfD: 2 Sitze

Bürgermeister

Bei der Bürgermeisterwahl vom 11. September 2011 gewann CDU-Kandidat Helmut Gels die Wahl mit 58,03 Prozent vor dem SPD-Kandidaten Hubert Wolking (41,96 Prozent). Gels löst damit Niedersachsens Ex-Landwirtschaftsminister Uwe Bartels ab, der die Bürgermeisterwahl 2005 überraschend für sich entschieden hatte und erster SPD-Bürgermeister der Stadt geworden war.

Wappen

Das Wappen zeigt einen weißen Turm mit zwei Erkern mit blauen Dächern, goldenem Fallgatter und Turmspitzen auf rotem Hintergrund und den in natürlichen Farben gehaltenen Kopf eines vollbärtigen Mannes.

Flagge

Die Farben der Flagge sind weiß-rot.

Städtepartnerschaften

Mit folgenden Städten pflegt Vechta eine Städtepartnerschaft:

  • Jaßbring (ungar. Jászberény), Ungarn
  • Pays Léonard, Frankreich
  • Saint-Pol-de-Léon, Frankreich
  • Le Cellier, Frankreich, Partnerstadt des Stadtteiles Langförden
  • Seguin, USA
  • Starachowice, Polen

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Vechta ist fester Spielort der 1952 gegründeten Landesbühne Niedersachsen Nord mit Stammhaus in Wilhelmshaven, die jährlich bis zu zehn Inszenierungen im Metropoltheater in der Kolpingstraße zeigt. Das Metropoltheater bietet 272 Sitzplätze.

Museum

Das Museum im Zeughaus Vechta befindet sich in einem ehemaligen Zeughaus auf dem Gelände der Vechtaer Zitadelle. Es wurde am 25. April 1997 nach vierjähriger Restaurierung als historisches Museum eröffnet. Die Dauerausstellung zeigt auf über 1000 Quadratmeter Fläche Präsentationen zur steinzeitlichen, mittelalterlichen und barocken Geschichte sowie zum historischen Strafvollzug und zur Stadtgeschichte.

Ferner gibt es im Stadtteil Oythe die Heimatstuben des Heimatvereins Oythe e. V.

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten

Die Propsteikirche St. Georg in der Innenstadt von Vechta ist ein spätgotischer Backsteinbau vom Typ einer dreischiffigen westfälischen Hallenkirche. Wegen ihrer reichen Ausstattung gehörte sie anfangs zu den prächtigsten Kirchen der Region. Im Laufe der Geschichte war der Kirchbau immer wieder von Zerstörungen und Plünderungen betroffen. Das heutige Erscheinungsbild der Kirche stammt aus dem 18. Jahrhundert. Von 2003 bis 2007 erfolgte eine aufwändige Sanierung in vier Abschnitten.

Die Klosterkirche zum Heiligen Joseph am Franziskanerplatz in Vechta wurde 1727–1731 von Franziskanern gebaut. 1812 wurde das Kloster aufgehoben und als Strafanstalt eingerichtet. Seit 1818 wird die Klosterkirche als Simultankirche und als Anstaltskirche der JVA für Frauen genutzt. Wegen ihrer hervorragenden Akustik ist die Kirche als Aufführungsort für Konzerte sehr beliebt. Ausschließlich von der evangelischen Kirchengemeinde wird (alle zwei Wochen auch für Gemeindegottesdienste) die Auferstehungskirche, eine große Kapelle auf dem Waldfriedhof an der Welper Straße, genutzt.

Im Vechtaer Stadtteil Langförden befindet sich die römisch-katholische Pfarrkirche St. Laurentius. Sie ist eine neuromanische geostete Basilika, die durch ihre Westfassade mit einem 46 Meter hohen Turmpaar, einer großen Fensterrosette im Giebel und drei Portalbögen ein kathedralenähnliches Aussehen hat. Die Kirche wurde in den Jahren 1910–1912 nach Plänen von Ludwig Becker erbaut.

Das Kaponier (Capponiere) ist ein fünfeckige Festungsgebäude über dem Moorbach, das 1705 als Außenwerk und Gefängnis der einstigen Zitadelle Vechta erbaut wurde. Es gilt als Wahrzeichen Vechtas und ist neben dem Zeughaus das einzige noch erhaltene Festungsgebäude der 1769 geschleiften Zitadelle. Das Backsteingebäude liegt in der Vechtaer Innenstadt im Viereck Große Straße, Bahnhofsstraße, Kolpingstraße, Neuer Markt und wird aktuell für regelmäßige Kunstausstellungen genutzt.

Der Vechtaer Europaplatz ist ein zentral gelegener Platz direkt an der Großen Straße, der rund einen Kilometer langen Haupteinkaufsstraße in der Innenstadt von Vechta. Auf dem Europaplatz befinden sich der Stadtbrunnen, die Bronzestatue des Springpferdes „Warwick Rex“ sowie die Skulptur des „Straßenfegers Martin“. Die Stadtbrunnenanlage entstand bereits 1974 und wurde 2011 komplett saniert. Vorbild für die Brunnenanlage war der für die Geschichte der Stadt Vechta bedeutende Moorbach, der in diesem Bereich unterirdisch von Ost nach West verläuft. Der Stadtbrunnen sprudelt aus einem mit Kopfsteinpflaster gemauerten, mehrfach abgestuften niedrigen Kegel und fließt über einen stilisierten Bachlauf zu einigen Kaskaden, über die das Wasser des Brunnens scheinbar in den Moorbach am Kaponier verschwindet. Seit 1981 steht die von dem Münchner Künstler Heinrich Faltermeier geschaffene Bronzeplastik des Springpferdes „Warwick Rex“ auf dem Europaplatz. Die Nachbildung des berühmten Springpferdes erinnert daran, dass die Reiterstadt Vechta ein traditionelles Zentrum der deutschen Pferdezucht und des deutschen Pferdesports ist. Mit dem Ausnahmepferd „Warwick Rex“ errang der in Vechta lebende Springreiter Alwin Schockemöhle bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal eine Goldmedaille in der Einzelwertung. Ebenfalls auf dem Platz steht die im Jahr 2000 vom Künstler Karl-Josef Dierkes geschaffene Steinskulptur des Straßenfegers Martin. Sie stellt das sehr beliebten Vechtaer Original Martin Taubenheim dar, der von 1959 bis zu seinem Tod im Jahr 1984 als Straßenfeger bei der Stadt Vechta beschäftigt war und die Stadt mit Kehrwagen und Besen gewissenhaft sauber hielt.

Höchstes Bauwerk der Stadt Vechta ist der Fernsehturm an der Ravensberger Straße mit 88 Metern Höhe.

Parks, Wälder und das Moor

Unmittelbar östlich des Stadtzentrums von Vechta schließt sich ein Waldgürtel an, der Füchteler Wald und der Welper Wald. Beide Wälder sind durch den Vechtaer Moorbach getrennt. Dem Füchteler Wald vorgelagert ist der „Immentun“, ein naturnah gehaltener Erholungspark. Im Füchteler Wald liegt Gut Füchtel, an seinem Rand das Kolleg Sankt Thomas. In den Welper Wald ist eine Golfanlage integriert.

Die Waldlandschaft geht in östlicher Richtung in das Große Moor über, das Vechta vom Landkreis Diepholz trennt.

Unmittelbar hinter der Trasse der NordWestBahn beginnt der Zitadellenpark. Auf Fuß- und Radwegen kann man sich von diesem aus in den Hochzeitswald begeben, in dem Brautpaare, aber auch Silber- und Goldpaare Bäume pflanzen können. Durch parkähnliches Gelände kann man Vechta westwärts in Richtung Gut Daren (Gemeinde Bakum) auf (Rad-)Wanderwegen verlassen.

Tourismusrouten

Durch das Gebiet von Vechta verlaufen die Ferienstraßen Boxenstopp-Route und Niedersächsische Mühlenstraße. Durch Vechta verläuft ebenfalls der Pickerweg, der zum Netz der Jakobswege gehört. Dadurch ist der Pickerweg Teil der ältesten europäischen Kulturstraße. Auch ein Abschnitt der westlichen Variante des Brückenradwegs Osnabrück–Bremen durchquert Vechta. Die Aufnahme als Standort der Niedersächsischen Mühlenstraße konnte nicht verhindern, dass die Bunten Mühle in Langförden im Februar 2018 demontiert wurde. Sie soll in den Niederlanden wieder aufgebaut werden.

Sport

Der SC RASTA Vechta ist der Basketballverein in Vechta. Er wurde in den 1980er Jahren als Basketball AG am Vechtaer Gymnasium Antonianum gegründet. Im April 2013 stieg der Verein in die 1. Basketball-Bundesliga auf, jedoch direkt in der ersten Saison als Tabellenletzter wieder ab. Im anschließenden Finale der Playoffs Anfang Mai 2013 wurden sie Meister der ProA in der Saison 2012/2013. Am 13. Oktober 2012 wurde in Vechta der „Rasta-Dome“, eine Mehrzweckhalle für 2.000 Zuschauer, eröffnet. Die Basketballspiele von Rasta waren in der Saison 2012/2013 zu 90 % mit 2.000 Zuschauern ausverkauft. Nach Aufstieg des Vereins in die 1. Basketball-Bundesliga wurde die Halle auf 3.200 Plätze ausgebaut. Seitdem liegt die Auslastung bei jedem Heimspiel bei 100 % (3.200). Der Umbau wurde pünktlich zum Saisonstart der Saison 2013/2014 Ende September 2013 abgeschlossen. Die Halle wird seitdem auch als Stadthalle für verschiedene Veranstaltungen genutzt. Die erste nicht sportliche Veranstaltung fand am 22. November 2012 mit dem Norddeutschen Wirtschaftskongress statt.

Weitere Sportvereine sind:

  • AC Kreis Vechta
  • SFN Vechta
  • VfL Oythe
  • Landeslehrstätte für Reiterei
  • DLRG
  • BMX-Club Vechta e. V.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Christi Himmelfahrtsprozession
  • Schützenfest Hagen: Jeweils zu Pfingsten eröffnet die St. Hubertus Schützenbruderschaft Hagen e. V. mit ihrem Hochfest den Reigen der Schützenfeste in der Kreisstadt.
  • Die Landpartie „StadtgARTen“ findet alljährlich Anfang Juni auf dem Platz vor dem Museum im Zeughaus in der Zitadelle Vechta statt.
  • Schützenfest des Bürgerschützenvereins Vechta: Bei dem alljährlich im Juni über drei Tage andauernden Fest wird unter den über 1000 Schützen des Vereins jeweils am Samstagabend um 20 Uhr auf dem Europaplatz ein neuer Schützenkönig ausgeschossen.
  • Schützenfest Stoppelmarkt: Organisiert vom Schützenverein Stoppelmarkt e. V.
  • Öffentliche Opernaufführung im Innenhof der JVA für Frauen: Jeweils zwei Tage im Juli
  • Stoppelmarkt: In Vechta wird jährlich um den 15. August der im norddeutschen Raum bekannte Stoppelmarkt abgehalten, ein 1298 erstmals urkundlich erwähntes Volksfest mit aktuell über 800.000 Besuchern.
  • Internationales Motorrad-Sandbahnrennen auf einer 535 m langen Sandbahn (jedes Jahr am ersten oder zweiten September-Wochenende im Reiterwaldstadion Vechta) mit dem Langbahn-WM Grand Prix von Deutschland
  • Schützenfest Oythe („Im Kühl“), jeweils am ersten Wochenende im September.
  • Vechtaer Burgmannen-Tage: Jeweils am letzten Wochenende des Septembers in der Zitadelle.
  • Thomasmarkt jeweils am letzten Wochenende im Oktober.
  • Barbaramarkt beim Museum im Zeughaus am Wochenende des 1. Advents
  • Adventskonzert am 1. Advent (seit 1981). Veranstalter: Posaunenchor und Kirchenchor der ev. Kirchengemeinde, Instrumentalgruppen; Klosterkirche Vechta.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Region Oldenburger Münsterland ist durch eine große Dichte an Schweine- und Geflügelzuchtbetrieben gekennzeichnet. Infolgedessen siedelten sich in Vechta Futtermittel-, Stallausrüstungs- und Tierarzneimittelindustrie an. In Vechta wird Torf verarbeitet, und Ton wird zu Ziegeln gebrannt. An mehreren Standorten im Stadtgebiet wird Erdöl gefördert. Auch das kunststoffproduzierende Gewerbe hat den Standort Vechta für sich entdeckt. Da Vechta Kreishauptstadt und Universitätsstadt ist und über drei Gymnasien verfügt, gibt es hier einen hohen Bedarf an Tätigkeiten im Verwaltungs- und Bildungsbereich.

Vechta ist einer der traditionsreichsten Justizvollzugsstandorte in Deutschland. Schon seit Mitte des 17. Jahrhunderts entwickelte sich die heutige Kreisstadt zum größten Justizvollzugsstandort im Oldenburger Münsterland. In Vechta befindet sich im ehemaligen Franziskanerkloster die zentrale JVA für Frauen in Niedersachsen. Daneben gibt es in Vechta auch eine 1904 erbaute JVA für Männer, in der Jungtäter einsitzen, die bei ihrer Verurteilung nicht älter als 25 Jahre waren, sowie eine Nebenstelle der JVA für Frauen auf dem Zitadellengelände. Das Haus für den offenen Vollzug bei Männern in Achim und das Haus für den offenen Vollzug und für Freigänger in Delmenhorst sind der JVA Vechta organisatorisch zugeordnet. Auch die Jugendarrestanstalten Verden, Nienburg/Weser, Emden und Neustadt am Rübenberge sind der JVA Vechta unterstellt.

Das Oldenburger Münsterland gilt als aufstrebender Landesteil mit einer der niedrigsten Arbeitslosenquoten (circa 4 %) und der höchsten Geburtenrate (circa 1,6 Kinder pro Frau) bei gleichzeitig relativ gleichmäßig verteiltem Wohlstand.Zwischen 2010 und 2012 wurden das Kino Center am ZOB und die neue Tiefgarage am St. Marienhospital gebaut. Im Jahr 2015 wurde zudem das dritte Großprojekt, die Entlastungsstraße West, fertiggestellt.

Verkehr

Kraftfahrzeugverkehr

Vechta hat durch drei Anschlussstellen (Vechta-West/Bakum, Cloppenburg, Vechta-Nord/Ahlhorn-Süd) direkten Anschluss an die Bundesautobahn A 1 (Hansalinie, EuropastraßeE 37) zwischen Bremen und Osnabrück und wird umgangen von der Bundesstraße B 69 zwischen Oldenburg und Diepholz, von wo aus die B 214 Richtung Nienburg/Hannover und Minden (Westf.) führt.

Vechtas Hauptverbindungsstraßen sind die B 69, die als Umgehungsstraße um die Stadt führt und sich im Norden mit der Nordtangente als Stadtumgehung schließt und dann die Stadtteile Calveslage und Langförden mit der Innenstadt und Schneiderkrug (B72) verbindet, die L 843 (Verbindung zur BAB 1) und die L 881 Richtung Goldenstedt/Bremen bzw. Richtung Visbek. Die L 846 zwischen Lohne und Vechta ist die am stärksten befahrene Landstraße Niedersachsens.Die Großstädte Oldenburg (Oldenburg), Bremen und Osnabrück sind jeweils circa 65 Autobahnkilometer entfernt.

Durch den zunehmenden innerstädtischen Verkehr stellten sich in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zwei Probleme, die gelöst werden mussten: Der Durchgangsverkehr musste weitgehend aus dem Siedlungskern Vechtas herausgehalten werden, und der Bahnverkehr musste am Innenstadtrand vom Kraftfahrzeug- und Fahrradverkehr getrennt werden.

Dem ersten Ziel dienen die Verlagerung der Bundesstraße 69 durch den Bau einer Umgehungsstraße, mit dem 1998 begonnen wurde, und die Anbindung der Straßen nach Visbek und Goldenstedt an die B 69 neu. Die Umgehungsstraße besteht aus dem 2004 fertiggestellten 1. Bauabschnitt der westlich um die Stadt führenden B 69 und der im Juni 2010 fertiggestellten Nordtangente Landesstraße L 881. Die Umgehungsstraße West führt von der Diepholzer Straße bis zur Oldenburger Straße süd-west-nordwestlich am Stadtgebiet vorbei (B 69). Von der Anschlussstelle Oldenburger Straße ist die Nordtangente angebunden, die das Stadtgebiet nord-nordöstlich umgeht und auf dem Oyther Berg in Telbrake als Anschluss Richtung Goldenstedt/Twistringen/Bremen endet.

Zur Erreichung des zweiten Ziels wurde das wichtigste innerstädtische Straßenbauprojekt (neben dem Bau der Brücke für Fußgänger und Radfahrer über die NordWestBahn-Gleise beim Bahnhof), die „Entlastungsstraße Vechta-West“, von Februar 2012 bis Juli 2015 in Vechta-Falkenrott gebaut. Das Projekt umfasste die Ersetzung zweier Ampelkreuzungen durch Kreisverkehre und den Ersatz des dazwischen liegenden Bahnübergangs durch eine Unterführung in Trogbauweise unter die Bahnstrecke Delmenhorst–Hesepe. Die Unterführung wurde am 11. Juli 2015, ein halbes Jahr früher als geplant, feierlich eröffnet.

Im Jahr 2011 wurde die komplette Verkehrsbeschilderung in Vechta ausgewechselt und das neue Verkehrsleitsystem „Stadtring“ eingeführt. Dabei werden alle Verkehrsteilnehmer, die in die Stadt hineinfahren auf einer (ausgeschilderten) Ringstraße um die Innenstadt geleitet. Erst auf dem Stadtring erhält der Verkehrsteilnehmer dann genaue Informationen wie z. B. „Bahnhof“ oder „Krankenhaus“.In Zukunft ist von der Stadtverwaltung zudem geplant, den Stadtring durch Erneuerung von Ampelanlagen bzw. Ersatz durch Kreisverkehre zu optimieren.

Radverkehr

Ein Anliegen der Stadtplaner in Vechta ist die Trennung des Radverkehrs vom KfZ-Verkehr auch im Siedlungskern der Stadt in Verbindung mit der Möglichkeit, dass Fußgänger und Radfahrer von Schrankenschließungen in der Nähe des Bahnhofs verschont bleiben. Beiden Zwecken dient die am 25. Mai 2018 eingeweihte Brücke über die Gleisanlagen der Bahn beim Bahnhof.

Im Jahr 2016 unterzog der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) viele Städte in Deutschland einem „Fahrrad-Klimatest“. Die Stadt Vechta erreichte dabei die Schulnote 3,4. In der Klasse der Städte unter 50.000 Einwohnern belegte Vechta bundesweit Platz 84 (von 364 teilnehmenden Städten). Gelobt wurden die gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums, die Möglichkeit, zügig voranzukommen, die Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer in Gegenrichtung sowie der Winterdienst auf Radwegen. Kritisiert wurden das schlechte Angebot an Leihfahrrädern, zu seltene Kontrollen von Falschparkern auf Radwegen sowie mangelhafte Mitnahmemöglichkeiten von Fahrrädern in öffentlichen Verkehrsmitteln. Als besonders problematisch erscheint die im Bundesschnitt auffallend hohe Zahl der Fahrraddiebstähle.

Bahnverkehr

Den Bahnverkehr führt die NordWestBahn durch. Sie hält an den beiden in der Stadt liegenden Stationen Vechta und Vechta-Stoppelmarkt (letztere nur während Großveranstaltungen) auf der Bahnstrecke Delmenhorst–Hesepe. Die Züge fahren von Vechta im Stundentakt als RB 58 nach Osnabrück und Bremen.Die Gleise ins Industriegebiet Vechta-West und in den Stadtteil Langförden wurden nach Einstellung des Güterverkehrs im Jahre 2000 demontiert. Es gab früher von Vechta Bahnverbindungen nach Ahlhorn und nach Cloppenburg.

ÖPNV

Den Busverkehr in Kreis und Stadt Vechta stellt seit 2007 die Verkehrsgemeinschaft Landkreis Vechta (kurz: VGV) sicher, ein Verbund aus 5 Busunternehmen im Landkreis. Seit Gründung der VGV wurden viele Haltestellen erneuert bzw. komplett neu errichtet und ein einheitlicher Zonentarif eingeführt.Im Innenstadtbereich liegen mehrere kleine Bushaltestellen sowie am Bahnhof Vechta der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) und die zentrale Stadtbushaltestelle Burgstraße/Altes Finanzamt.

  • StadtBus Vechta – Der Stadtbus wurde am 1. Februar 2008 als Pilotprojekt gestartet. Betrieben wird das System, das aus mittlerweile vier Buslinien (bis Mai 2008 noch drei Linien) besteht, von dem zur VGV angehörigen Busunternehmen Wilmering GmbH & Co. KG aus Vechta. Im Juli 2012 wurde darüber entschieden, dass der Stadtbus weiterhin erhalten und von der Stadt weiter subventioniert wird. Der Stadtbus bedient im Stadtgebiet über 50 Haltestellen.
  • Regionalbus Landkreis Vechta – Die VGV bedient mit den Regionalbussen knapp 200 Haltestellen im Landkreisen Vechta sowie den Nachbarkreisen Cloppenburg, Oldenburg und Osnabrück. Das Liniennetz besteht größtenteils aus vorher vorhandenen Schulbuslinien, die mit Gründung der VGV 2007 auf ÖPNV umgestellt wurden.
  • Moobil+ – Seit dem 31. Oktober 2013 verkehren im gesamten Landkreis 14 Kleinbusse, die alle Kommunen miteinander verbinden. Das System ist bedarfsorientiert, d. h., es gibt feste Haltestellen und solche, die nur auf Bestellung per Telefon oder per Internet angefahren werden.

Flugverkehr

Die nächstgelegenen internationalen Flughäfen sind Bremen (70 Kilometer) und Münster/Osnabrück (90 Kilometer). Zudem wird ein Verkehrslandeplatz in Damme betrieben.

Ansässige Unternehmen und Einrichtungen

In Vechta befinden sich die Zentralen einiger international tätiger Großunternehmen. Neben dem Ziegelwerk Olfry, dessen Schornstein das höchste Bauwerk Vechtas ist, hat auch der weltgrößte Stallausrüster Big Dutchman seinen Sitz (im Vechtaer Stadtteil Calveslage). Auch der Baumaschinenhersteller Atlas und der Computer-Peripheriehersteller Intenso operieren von Vechta aus. Zudem besitzen die veterinärpharmazeutische Arzneimittelfabrik bela-pharm, der Biogasanlagen-Produzent EnviTec Biogas, der Mühlenbauer Wolking und das Torfwerk Gramoflor Standorte in Vechta.

Zudem befindet sich in Vechta die Zentrale der privaten Alte Oldenburger Krankenversicherung AG.

Öffentliche Einrichtungen

Vechta hat eine lange Tradition als Verwaltungsstandort und ist heute ein Behördenzentrum. Neben der Stadtverwaltung und der Kreisverwaltung des Landkreises Vechta sind in der Stadt noch eine ganze Reihe weiterer Behörden und sonstiger Körperschaften des öffentlichen Rechts wie das Polizeikommissariat Vechta, das Finanzamt Vechta, das Amtsgericht Vechta, die Agentur für Arbeit Vechta, das Katasteramt Vechta und die Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen beheimatet.

In Vechta befindet sich eine Justizvollzugsanstalt für Männer, eine Justizvollzugsanstalt für Frauen sowie eine Jugendarrestanstalt.

Bildung

Als Kreisstadt des Landkreises Vechta verfügt die Stadt über ein umfangreiches Bildungsangebot, fast alle gängigen Schularten sind vertreten. Die Grundversorgung wird durch acht Grundschulen, drei Hauptschulen und zwei Realschulen übernommen, die über das Stadtgebiet verteilt sind. Die Stadt verfügt über drei allgemeinbildende Gymnasien: Das Gymnasium Antonianum Vechta (GAV) befindet sich in staatlicher Trägerschaft, zudem gibt es mit dem Kolleg St. Thomas der Dominikaner (KST) und der Liebfrauenschule Vechta (ULF) noch zwei weitere private Gymnasien.

Die Universität Vechta mit den Schwerpunkten Pädagogik, der Lehrerausbildung und sozialen Dienstleistungen (Soziale Arbeit, Gerontologie, Dienstleistungsmanagement) wird von etwa 5300 Studenten (Wintersemester 2015/2016) besucht. Weiterhin können sich junge Menschen an der privaten Hochschule für Wirtschaft und Technik (PHWT) ausbilden.

Die Kreishandwerkerschaft Vechta betreibt ein Berufsbildungszentrum. Ein Atelier mit integrierter Kunst- und Malschule ermöglicht eine künstlerische Ausbildung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Gesundheit

Das in katholischer Trägerschaft geführte Krankenhaus St. Marienhospital in Vechta wurde 1851 gegründet. Es war das erste Krankenhaus im Oldenburger Münsterland.

Personen und Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Hermann Jakob Dingelstad (1835–1911), Theologe und Bischof von Münster

Söhne und Töchter

  • Kaspar Andreas von Elmendorff (1658–1730, aus Füchtel), Domherr in Lübeck
  • Maria Johanna von Aachen (1755–1845), Dichterin; gehörte dem Droste-Hülshoff-Freundeskreis an.
  • Andreas Romberg (1767–1821), Violinvirtuose und Komponist
  • Arnold Kitz (1807–1874), Jurist, Politiker
  • Franz Friedrich Ruhstrat (1859–1935), Jurist und Oldenburgischer Staatsminister
  • Franz Fortmann (1877–1935), Politiker (Zentrumspartei)
  • Emma Ritter (1878–1972), Malerin des Expressionismus
  • Werner Scheer (1893–1976), Marineoffizier, zuletzt Konteradmiral im Zweiten Weltkrieg
  • Nikolaus Laing (1921–2013), Physiker, Unternehmer und Erfinder
  • Hans Lemp (1928–2014), Politiker (SPD)
  • Albert Bocklage (* 1938), Maler, Glasmaler und Bildhauer
  • Franz Cromme (* 1939), Jurist, Verwaltungsbeamter und Politiker (CDU)
  • Rolf Dieter Brinkmann (1940–1975), Lyriker und Erzähler
  • Gerhard Cromme (* 1943), Manager, Aufsichtsratsvorsitzender
  • Martin Patzek (* 1944), Theologe und Priester
  • André Büssing (1950–2003), Psychologe und Inhaber des Lehrstuhls für Psychologie der Technischen Universität München
  • Barbara Schlag (* 1951), Bürgermeisterin der Stadt Norden (Ostfriesland)
  • Birgitta Rühmer (* 1959), ehemalige Volleyball-Nationalspielerin
  • Marita Hüninghake (* 1966), ehemalige Volleyball-Nationalspielerin
  • Ansgar Brinkmann (* 1969), ehemaliger Fußballprofi
  • Burkhard Wilking (* 1970), Mathematiker
  • Michael Timme (* 1971), Jurist und Hochschullehrer
  • Martin Welzel (* 1972), Organist, Musikwissenschaftler und Musikpädagoge
  • Katja Suding (* 1975), Politikerin
  • Christian Brandes (Autor) (* 1981), Autor und Blogger
  • Marcel Scharrelmann (* 1982), Politiker
  • Sara Wortmann (* 1983), Theaterschauspielerin
  • Anika Brinkmann (* 1986), Volleyballspielerin
  • Alparslan Erdem (* 1988), Fußballspieler

Persönlichkeiten, die in dieser Stadt gewirkt haben

  • Lambert Sprengepiel († um 1658/1664), Rittmeister im Dreißigjährigen Krieg und Sagengestalt in Vechta
  • Johann Heinrich König (1705–1784), Holzbildhauer, schuf den Hochaltar der Propsteikirche St. Georg in Vechta
  • Heinrich von Droste zu Hülshoff (1827–1887) Landrat von Münster, u. a. Besitzer der Burg Hülshoff, verheiratet mit Cäcilie Freiin von Elmendorff, Besitzerin von Füchtel und Welpe
  • Franz Joseph Herold (1787–1862), erster Bischöflicher Offizial
  • Clemens August Kardinal Graf von Galen (1878–1946), Bischof von Münster und Kardinal, legte sein Abitur am Gymnasium Antonianum ab
  • Titus Maria Horten (1882–1936), Dominikaner in Vechta
  • Thaddäus Maria Roth (1898–1952), Dominikaner in Vechta, Künstler und Kunstlehrer
  • J. Hermann Siemer (1902–1996), Politiker; lebte in Spreda, starb in Vechta
  • Fritz Kurt Fiebich (* 1921), Politiker; Kaufmann in Vechta
  • Max Georg Freiherr von Twickel (1926–2013), 1970–2001 Bischöflicher Offizial
  • Erik Pfeifer (* 1987), Boxer und Olympia-Teilnehmer 2012
  • Ralph Sauer (* 1928), katholischer Theologe, emeritierter Professor an der Hochschule Vechta, lebt in Vechta
  • Friedrich Janssen (* 1935), Priester, Theologe, Professor an der Hochschule Vechta
  • Harald zur Hausen (* 1936), Nobelpreisträger, legte sein Abitur am Gymnasium Antoniaum ab
  • Robert Hepp (* 1938), Soziologe, lehrte an der Hochschule Vechta
  • Werner Münch (* 1940), Hochschullehrer, 1991–1993 Ministerpräsident (Sachsen-Anhalt), vorher Rektor der Fachhochschule Vechta
  • Hans-Peter Mayer (* 1944), Hochschullehrer, ehemaliger Rektor der Fachhochschule Vechta, von 1999 bis 2014 Mitglied des Europäischen Parlaments
  • Paul Schockemöhle (* 1945), Springreiter und Unternehmer
  • Uwe Bartels (* 1946), 1998–2003 niedersächsischer Landwirtschaftsminister; von 2005 bis 2011 Bürgermeister von Vechta
  • Heinrich Timmerevers (* 1952), 2001–2016 Bischöflicher Offizial, seit 2016 Bischof von Dresden-Meißen
  • Willi Rolfes (* 1964), Sozialpädagoge und Fotograf; wohnt in Vechta und war dort langjährig im Offizialat tätig
  • Gundis Zámbó (* 1966), Fernsehmoderatorin, Schauspielerin und Model; aufgewachsen in Vechta
  • Anton Cromme (1901–1953), Bürgermeister, Apotheker und Politiker (CDU)

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Vechta

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