Landratsamt
Neusstadt a.d.Waldnaab
Stadtplatz 38
92660 Neustadt

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Landkreis Neustadt an der Waldnaab

160pxAbb. 1 Wappen Landkreis Neustadt an der Waldnaab
Basisdaten
Bundesland Bayern
Regierungsbezirk Oberpfalz
Fläche 1429.89 km2
Verwaltungssitz Neustadt an der Waldnaab
Fläche 1429.89 km2
Adresse des Landkreises Stadtplatz 38
92660 Neustadt a.d.Waldnaab
Website www.neustadt.de
Landrat Andreas Meier (CSU)

Der Landkreis Neustadt an der Waldnaab (amtlich: Landkreis Neustadt a.d.Waldnaab) liegt im Norden des bayerischen Regierungsbezirks Oberpfalz. Die Kreisstadt des Landkreises ist der Ort Neustadt an der Waldnaab. Die kreisfreie Stadt Weiden in der Oberpfalz ist rundum vom Landkreis Neustadt umgeben. Die Landkreise Neustadt an der Waldnaab und Landkreis Tirschenreuth sowie die Stadt Weiden in der Oberpfalz bilden die Region Nordoberpfalz.

Geografie

Lage

Der Landkreis hat Anteil am Oberpfälzer Wald und am Oberpfälzer Hügelland. Die größten Flüsse im Kreisgebiet sind die Waldnaab, die Haidenaab, die Fichtelnaab und die Pfreimd, allesamt Quell- bzw. Nebenflüsse der Naab, die durch Vereinigung der Waldnaab und der Haidenaab im südlichen Kreisgebiet entsteht.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt gegen den Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Tirschenreuth, Bayreuth, Amberg-Sulzbach und Schwandorf.

Im Osten grenzt er an den tschechischen Plzeňský kraj (deutsch: Pilsener Region).

Geschichte

Landgerichte

Das Gebiet des heutigen Landkreises Neustadt an der Waldnaab gehörte ehemals zum Nordgau, der späteren Oberpfalz und seit 1628 zum Kurfürstentum Bayern. Es war von zahlreichen Umstrukturierungen und politischen Veränderungen betroffen. 1803, in der nachnapoleonischen Zeit, wurden die Landgerichte Neustadt an der Waldnaab, Eschenbach in der Oberpfalz, Kemnath und Vohenstrauß eingerichtet. Sie gehörten zum Naabkreis, ab 1810 zum Mainkreis, ab 1817 Obermainkreis; Vohenstrauß kam zum Regenkreis. 1838 kamen alle diese Orte zum Regenkreis in die Verwaltung der Oberpfalz. Gleichzeitig wurde in Weiden in der Oberpfalz ein eigenes Landgericht gebildet. 1841 entstand das Landgericht Auerbach in der Oberpfalz durch Abtrennung vom Landgericht Eschenbach und 1849 das Landgericht Erbendorf aus Teilen der bisherigen Landgerichte Kemnath, Neustadt an der Waldnaab, Waldsassen und Tirschenreuth, Teilgebieten des Stiftlandes.

Bezirksämter

Das Bezirksamt Neustadt an der Waldnaab wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Neustadt an der Waldnaab und Weiden in der Oberpfalz neu gebildet. Ebenso wurden die Landgerichte Auerbach und Eschenbach zum Bezirksamt Eschenbach und die Landgerichte Erbendorf und Kemnath zum Bezirksamt Kemnath zusammengefasst, während das Bezirksamt Vohenstrauß dem Landgericht Vohenstrauß folgte.

Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter erhielt das Bezirksamt Neustadt an der Waldnaab am 1. Januar 1880 Gemeinden des Bezirksamtes Kemnath.

Am 1. Januar 1919, nach dem Ersten Weltkrieg (1914–1918), schied die Stadt Weiden in der Oberpfalz aus dem Bezirksamt Neustadt an der Waldnaab aus und wurde eine kreisunmittelbare Stadt. Am 1. Januar 1931 wurden die Gemeinden im Raum Erbendorf aus dem Bezirksamt Kemnath dem Bezirksamt Neustadt zugeteilt, nachdem sie bereits seit 1929 zum Gerichtsbezirk Neustadt gehört hatten (Auflösung des Amtsgerichts Erbendorf).

Landkreise

Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Eschenbach in der Oberpfalz, Kemnath, Neustadt an der Waldnaab und Vohenstrauß. Durch Auflösung einiger Gemeinden zur Vergrößerung des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr verringerte sich die Anzahl der Gemeinden im Landkreis.

Im Jahr 1946 wurde der Landkreis Neustadt an der Waldnaab um die Gemeinde Schadenwörth des Landkreises Kemnath vergrößert. Schadenreuth wurde nach Erbendorf eingemeindet.

Landkreis Neustadt an der Waldnaab

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern nach dem Zweiten Weltkrieg (1939–1945) wurden am 1. Juli 1972 dem Landkreis Neustadt an der Waldnaab der Landkreis Vohenstrauß und der Großteil des Landkreises Eschenbach angegliedert. Der Raum Erbendorf im Norden des bisherigen Landkreises Neustadt wurde dem vergrößerten Landkreis Tirschenreuth angegliedert. Der Raum Auerbach (Landkreis Eschenbach) kam zum Landkreis Amberg-Sulzbach. Die Stadt Weiden in der Oberpfalz blieb kreisfrei.

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1988 und 2008 wuchs der Landkreis Neustadt an der Waldnaab um ca. 6000 Einwohner bzw. um rund 7 %. Seit 2003 ist die Tendenz nach einem Höchststand von rd. 101.500 Einwohnern rückläufig.

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1995 2000 2005 2008 2012
Einwohner 58.312 60.983 69.880 90.904 87.776 92.397 91.792 99.620 101.011 100.081 98.426 95.849

Politik

Landräte

  • 1946–24. Oktober 1949: Hans Bodensteiner, CSU. Dieser legte nach seiner Wahl in den ersten Deutschen Bundestag in der Kreistagssitzung am 24. Oktober 1949 sein Mandat als Landrat nieder.
  • 24. Oktober 1949–30. April 1984: Christian Kreuzer, CSU
  • 1. Mai 1984–30. April 1996: Anton Binner, CSU
  • 1. Mai 1996–30. April 2014: Simon Wittmann, CSU
  • seit 1. Mai 2014: Andreas Meier, CSU

Bei der Kommunalwahl am 16. März 2014 wurde Andreas Meier mit 63,11 % der Stimmen zum Landrat gewählt.

Kreistag

Kreistagswahlen vom 3. März 2002, 2. März 2008 und 16. März 2014 (vorläufiges Ergebnis)

2002 2008 2014
CSU 30 28 28
SPD 18 17 16
Freie und unabhängige Wählergemeinschaften 6
Freie Wähler 7 8
FDP/Freie Wähler 3
FDP/Unabhängige Wähler 3 2
ÖDP 3 3 3
GRÜNE 2 3
Gesamt 60 60 60

Kreistagswahl 1. Mai 1948:

  • CSU: 51,3 %, 25 Sitze
  • SPD: 36,8 %, 17 Sitze
  • FDP: 3,9 %, 1 Sitz
  • KPD: 3,3 %, 1 Sitz
  • DBl: 2,9 %, 1 Sitz
  • KRJ: 1,5 %
  • Pal: 0,3 %

Wappen

Das Landkreiswappen wurde durch Entschließung des bayerischen Staatsministeriums des Innern vom 22. Dezember 1954 auf Antrag verliehen und durch ein Schreiben der Regierung der Oberpfalz vom 22. März 1977 in Regensburg bestätigt.Es wird wie folgt beschrieben: „Gespalten und hinten geteilt; vorne in Schwarz ein rot gekrönter und rot bewehrter goldener Löwe; hinten oben in Blau drei, zwei zu eins gestellte, goldene Sterne, unten in Silber ein blauer Balken. Das Wappen zeigt heraldische Symbole dreier ehemals bedeutender Herrschaftsträger im Kreisgebiet: Den goldenen Löwen auf schwarzem Grund der pfälzischen Linie der Wittelsbacher; die drei goldenen Sterne in Blau der Fürsten von Lobkowitz in der einstigen gefürsteten Reichsgrafschaft Störnstein und der Herrschaft Waldthurn und den blauen Balken der Landgrafen von Leuchtenberg und hält die Erinnerung an diese drei Adelsgeschlechter wach“.

Dieses Wappen wurde auch nach der letzten Gemeindegebietsreform beibehalten, da sich das Kreisgebiet durch den (ober)pfälzischen Löwen, der auch in den Wappen der Altkreise Eschenbach und Vohenstrauß enthalten war und den Leuchtenberger Balken aus dem Vohenstraußer Kreiswappen mit repräsentiert fühlen sollte.

Wirtschaft und Infrastruktur

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde im Landkreis die Glasindustrie angesiedelt. Sechs von neun Bleiglasfabriken bestanden noch 1985. Die wirtschaftliche Lage des Landkreises im Vergleich zu Gesamt-Westdeutschland - nahe an der Grenze zur Tschechoslowakei im Osten, einem amerikanischen Truppenübungsplatz im Westen und ohne namhaften Fremdenverkehr - entwickelte sich bis in die 1980er Jahre insgesamt negativ; unter den 237 deutschen Landkreisen gehörte er zu den 22 mit einem Bruttoinlandsprodukt unter 10.000 DM pro Kopf. Verzeichnet wurden auch überdurchschnittliche Abwanderungstendenz und Arbeitslosigkeit sowie stark unterdurchschnittliche Einkommen.

Verkehr

Der Hauptstrom des Eisenbahnverkehrs folgt dem Naabtal vom Norden nach Süden; hier hat die AG der Bayerischen Ostbahnen im Jahre 1863 eine Bahn von Regensburg nach Weiden erbaut, die alsbald über Pressath nach Bayreuth verlängert worden ist.

Im folgenden Jahr 1864 kam dann die Strecke von Weiden über Neustadt (Waldnaab) nach Eger hinzu. Auch die 1875 von Weiden über Weiherhammer in Richtung Neukirchen–Nürnberg fertiggestellte Bahn war ein Werk der Ostbahn.

Den weiteren Ausbau des Netzes übernahmen die Bayerischen Staatseisenbahnen:Seit 1878 durchzieht die Strecke Nürnberg–Marktredwitz das Kreisgebiet im äußersten Nordwesten bei Vorbach. Die 50 Kilometer lange Lokalbahn Neustadt–Floß–Eslarn nahm 1886 ihren Betrieb bis Vohenstrauß auf, erreichte 1900 den Grenzort Waidhaus und war 1908 vollendet. Die Abzweigung von Floß nach Flossenbürg kam erst 1913 dazu. Sie wurde zunächst nur für den Güterverkehr genutzt, ab 1938 band sie dann das im Kreis gelegene Konzentrationslager an das Reich an. Nach dem Zweiten Weltkrieg kaum noch genutzt, wurde die Strecke schließlich abgebaut.

Im Jahre 1904 bekam der Altkreis Eschenbach seinen Bahnanschluss durch die Strecke Pressath–Grafenwöhr–Kirchenthumbach. Bald darauf entstand 1910 in Grafenwöhr eine Zweigbahn zum Lagerbahnhof, die lange Zeit nur dem Militärverkehr zum Truppenübungsplatz diente.

Der Personenverkehr auf den Lokalbahnen ist wie folgt stillgelegt worden:

  • 1959: Floß–Flossenbürg (6 km)
  • 1962: Grafenwöhr (Bf)–Kirchenthumbach (15 km)
  • 1966/76: Pressath–Grafenwöhr (Bf)–Grafenwöhr Lager (8 km)
  • 1975: Floß–Vohenstrauß–Waidhaus–Eslarn (40 km)
  • 1992: Neustadt–Floß (10 km)

Damit umfasst das Personenverkehrsnetz nur noch 89 Kilometer Strecken, gegenüber dem Höchststand von 168 Kilometern.

Energie

Etzenricht ist Standort eines 380-kV-Umspannwerks, von dem aus eine 380-kV-Leitung nach Tschechien ausgeht. Dieses Umspannwerk beherbergte von 1992 bis 1995 die einzige HGÜ-Kurzkopplung Deutschlands. In Tanzmühle befindet sich ein Wasserkraftwerk, das in das 110-kV-Netz speist.

Städte und Gemeinden

(Fläche in km² am 31. Dezember 2001, Einwohnerzahlen vom )

Städte
  1. Eschenbach in der Oberpfalz ()
  2. Grafenwöhr ()
  3. Neustadt am Kulm ()
  4. Neustadt an der Waldnaab ()
  5. Pleystein ()
  6. Pressath ()
  7. Vohenstrauß ()
  8. Windischeschenbach ()

Märkte

  1. Eslarn ()
  2. Floß ()
  3. Kirchenthumbach ()
  4. Kohlberg ()
  5. Leuchtenberg ()
  6. Luhe-Wildenau ()
  7. Mantel ()
  8. Moosbach ()
  9. Parkstein ()
  10. Tännesberg ()
  11. Waidhaus ()
  12. Waldthurn ()
Gemeinden
  1. Altenstadt an der Waldnaab ()
  2. Bechtsrieth ()
  3. Etzenricht ()
  4. Flossenbürg ()
  5. Georgenberg ()
  6. Irchenrieth ()
  7. Kirchendemenreuth ()
  8. Pirk ()
  9. Püchersreuth ()
  10. Schirmitz ()
  11. Schlammersdorf ()
  12. Schwarzenbach ()
  13. Speinshart ()
  14. Störnstein ()
  15. Theisseil ()
  16. Trabitz ()
  17. Vorbach ()
  18. Weiherhammer ()

Gemeindefreie Gebiete (53,61 km²)

  1. Heinersreuther Forst (5,89 km²)
  2. Manteler Forst (36,47 km²)
  3. Speinsharter Forst (11,25 km²)
Verwaltungsgemeinschaften
  1. Eschenbach in der Oberpfalz
    (Städte Eschenbach in der Oberpfalz und Neustadt am Kulm und Gemeinde Speinshart)
  2. Kirchenthumbach
    (Markt Kirchenthumbach und Gemeinden Schlammersdorf und Vorbach)
  3. Neustadt an der Waldnaab
    (Markt Parkstein und Gemeinden Kirchendemenreuth, Püchersreuth, Störnstein und Theisseil)
  4. Pleystein
    (Stadt Pleystein und Gemeinde Georgenberg)
  5. Pressath
    (Stadt Pressath und Gemeinden Schwarzenbach und Trabitz)
  6. Schirmitz
    (Gemeinden Bechtsrieth, Irchenrieth, Pirk und Schirmitz)
  7. Tännesberg
    (Märkte Leuchtenberg und Tännesberg)
  8. Weiherhammer
    (Markt Kohlberg und Gemeinden Etzenricht und Weiherhammer)

Schutzgebiete

Im Landkreis gibt es 13 Naturschutzgebiete, sieben Landschaftsschutzgebiete, 13 FFH-Gebiete und mindestens 70 vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgewiesene Geotope (Stand April 2016).

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen NEW zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Bis in die 1990er-Jahre erhielten Fahrzeuge aus den Altkreisen besondere Erkennungsnummern:

Gebiet Buchstaben Zahlen
Altkreis Neustadt an der Waldnaab A bis Z 1 bis 999
AA bis DZ 1 bis 99
PA bis PZ
AA bis AZ 100 bis 999
Altkreis Eschenbach in der Oberpfalz EA bis NZ 1 bis 99
EA bis EZ 100 bis 999
Altkreis Vohenstrauß RA bis ZZ 1 bis 99
RA bis RZ 100 bis 999

Seit dem 10. Juli 2013 sind auch die Unterscheidungszeichen ESB (Eschenbach in der Oberpfalz) und VOH (Vohenstrauß) erhältlich.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Neustadt an der Waldnaab

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