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Stadtplan Altenberg

Altenberg (Erzgebirge)

160pxAbb. 1 Wappen von Altenberg (Erzgebirge)
Basisdaten
Bundesland Sachsen
Höhe 750 m
PLZ 01773,
01778 (Fürstenau, Fürstenwalde, Geising, Lauenstein, Liebenau, Müglitz)
Vorwahl 035056, 035052 (Schellerhau, Waldidylle, Falkenhain, Kipsdorf), 035054 (Bärenstein, Fürstenau, Lauenstein, Müglitz, Rudolphsdorf), 035057 (Rehefeld-Zaunhaus)
Gliederung 20 Ortsteile
Adresse der Verwaltung Platz des Bergmanns 2
01773 Altenberg
Website www.altenberg.de
Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler)

Altenberg ist eine Stadt im sächsischen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Sie zählt zu den staatlich anerkannten Kurorten im Osterzgebirge. Die Stadt ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Altenberg. Historisch war der Zinnerzbergbau über Jahrhunderte bedeutend.

Geographie

Lagebeschreibung

Die Stadt Altenberg befindet sich im Osterzgebirge, ihr höchster Punkt ist der Kahleberg (). Im Gemeindegebiet entspringt die Rote Weißeritz, einer der beiden Quellflüsse der Weißeritz. Während die Ortsteile Kipsdorf und Bärenstein im Weißeritztal beziehungsweise Müglitztal auf etwa 400 bis 500 m Höhe liegen, liegt der Ortsteil Falkenhain auf etwa 650 bis 700 m Höhe; der Ortsteil Zinnwald-Georgenfeld liegt auf über 800 m Höhe. Nördlich von Altenberg befindet sich die Wüstung Weigelswalde.

Die Grenze zu Tschechien ist fünf Kilometer entfernt.

Stadtgliederung

Zur Stadt Altenberg gehören die Gemeindeteile (geordnet nach dem Zeitpunkt der Eingliederung):

Bärenstein, Geising und Lauenstein sind Stadtteile, die anderen Orte werden als Ortsteile bezeichnet.

Ortsteil Eingemeindung Einwohnerzahl
Altenberg (Kernort) 1904
Bärenfels 1999 279
Bärenstein 2004 900
Falkenhain 1999 232
Fürstenau 2011 183
Fürstenwalde 2011 301
Geising 2011 1206
Gottgetreu 2011 20
Hirschsprung 1965 124
Kipsdorf 1996 273
Lauenstein 2011 517
Liebenau 2011 424
Löwenhain 2011 178
Müglitz 2011 29
Neu-Rehefeld 1994 14
Oberbärenburg 1996 214
Rehefeld-Zaunhaus 1994 145
Schellerhau 1996 383
Waldbärenburg 1996 21
Waldidylle 1999 139
Zinnwald-Georgenfeld 1994 423

Stand: 31. Dezember 2018

Geschichte

Gründung

Nachdem Bergleute am südlichen Fuß des Erzgebirges im Umfeld von Krupka (Graupen) wahrscheinlich bereits im 12. Jahrhundert mit dem Abbau von Zinnseifen begonnen hatten, drangen sie in späteren Jahrzehnten auf der Suche nach der eigentlichen Lagerstätte immer weiter in Richtung Erzgebirgskamm vor. Dabei entdeckten sie zuerst die Vorkommen um Zinnwald (1378 urkundlich erwähnt), bevor sie um 1440 in Altenberg fündig wurden. Die Lagerstätte, der sogenannte Zwitterstock, erwies sich im Laufe der Jahrhunderte als bedeutendste Zinnlagerstätte Mitteleuropas. Im unmittelbaren Umfeld der zahllosen kleinen Zechen, in denen die Förderung begann, entstand Altenberg als Streusiedlung der Bergleute.

Entwicklung der Stadt

Ursprünglich gehörten die Flurstücke den Herren von Bernstein, Besitzer der Bärensteiner Herrschaft. Am 16. Dezember 1446 verkaufte der Ritter Hans von Bernstein den vierten Teil seiner Herrschaft an den Kurfürsten, damit wurde der Kurfürst Grundherr des Gebietes mit dem jetzigen Altenberg. Aufgrund der Ergiebigkeit der Erzlagerstätte entwickelte sich der Ort rasch zur wichtigsten Bergstadt im Osterzgebirge. Der wirtschaftliche Aufschwung führte bereits 1451 zur Verleihung des Stadt- und Marktrechtes. In diesem Zusammenhang wurde der Ort als „frymarkt“ erwähnt. Als Stadt wurde Altenberg 1489 als „uf dem Aldenberge“ und 1534 als „zum Aldenbergk“ erwähnt. Der Name wird als (im Vergleich mit dem Berg und dem Ort Geising) alter Berg erklärt. Vom bis ins 20. Jahrhundert wirtschaftlich prägenden Bergbau zeugen noch die Altenberger Pinge, ein 1620 entstandener Einsturztrichter, die Zinnwäsche (technische Schauanlage), eine der ehemals 13 Wäschen mit Pochwerken und Schüttelherden im Raum Altenberg-Geising-Zinnwald, sowie der Neubeschert-Glück-Stolln, in dem die alten Abbauverfahren nachgestaltet sind.

Seit dem 18./19. Jahrhundert ergänzten verschiedene Heimarbeiten (Holzspielzeug- und Strohblumenproduktion) die Erwerbsmöglichkeiten im Bergbau. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Altenberg aufgrund der schneesicheren Lage und der guten Erreichbarkeit (1923 Anschluss an das Eisenbahnnetz) zum Wintersportzentrum im Osterzgebirge.

Vom 9. bis 14. Februar 1937 fanden in Altenberg die Deutschen Ski-Meisterschaften statt.

Von direkten Kampfhandlungen des Zweiten Weltkrieges blieb Altenberg bis unmittelbar vor Kriegsende verschont. Im Zuge der Prager Operation rückten sowjetische Truppen ab dem 6. Mai 1945 über den Kamm des Osterzgebirges in Richtung Prag vor. Dabei kam es in Altenberg und Umgebung zu Rückzugsgefechten mit den Truppen der deutschen Heeresgruppe Mitte. Zur Unterbrechung der Rückzugswege wurde der Altenberger Bahnhof am 4., 5. und 7. Mai 1945 aus der Luft angegriffen. Dabei wurde auch die Stadtkirche St. Nikolaus aus dem frühen 16. Jahrhundert zerstört, die Ruine wurde 1953 abgetragen. Am 8. Mai 1945 wurden die durch die Stadt nach Böhmen flüchtenden deutschen Truppen nochmals mehrfach von sowjetischen Tieffliegern angegriffen. Angehörige der Wehrmacht plünderten am 9. Mai die teilweise verlassenen Häuser und versorgten sich mit Zivilkleidern. Gleichzeitig kam es zu einem Gefecht zwischen den sowjetischen Truppen und einer im April 1945 in Altenberg gegründeten Werwolfgruppe. Am Abend des 9. Mai brach in der Stadt ein Brand aus, der sich bis zum nächsten Tag auf einen Großteil der Bebauung ausbreitete und 120 Wohnhäuser vernichtete. Die Ursachen des Brandes sind bis heute nicht restlos geklärt. Insgesamt wurden in den letzten Kriegstagen etwa drei Viertel des historischen Stadtzentrums zerstört. Unter den vernichteten Bürgerhäusern waren zahlreiche charakteristische Bauten des 17. und 18. Jahrhunderts. Als vornehmstes Gebäude galt das aus dem 17. Jahrhundert stammende Gewerkenhaus am Breiten Markt. Es hatte über dem Erdgeschoss aus Bruchstein ein Fachwerkobergeschoss und ein steiles Walmdach.

In den 1950er Jahren begann der Ausbau des Kurwesens. Nachdem der Bergbau 1991 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt worden war, konzentrierte sich der Ort verstärkt auf den Fremdenverkehr und das Erholungs- und Kurwesen. Im Jahr 2004 wurde der Stadt das Prädikat Kneippkurort verliehen. Altenberg hat sich zu einem bedeutenden Wintersportzentrum im Osterzgebirge entwickelt.

Eingemeindungen

Hirschsprung wurde 1965 eingemeindet. Es folgten zwei Gemeinden 1994, drei Gemeinden 1996, zwei Gemeinden 1999, Bärenstein 2004 und Geising 2011.

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Bärenburg 1. Januar 1996
Bärenfels 1. Januar 1999
Bärenstein (Dorf) 1926 Eingemeindung nach Bärenstein (Stadt)
Bärenstein (Stadt) 1. Januar 2004
Falkenhain 1. Januar 1999
Fürstenau 1. Januar 1994 Eingemeindung nach Geising
Fürstenwalde 1. Januar 1994 Eingemeindung nach Geising
Geising 1. Januar 2011
Georgenfeld 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Zinnwald zu Zinnwald-Georgenfeld
Hirschsprung 1. Januar 1965
Kipsdorf 1. April 1996
Lauenstein 1. März 1994 Eingemeindung nach Bärenstein
Liebenau 1. Januar 1994 Eingemeindung nach Geising
Löwenhain 1. Januar 1974 Eingemeindung nach Geising
Rehefeld 1. März 1879 Zusammenschluss mit Zaunhaus zu Rehefeld-Zaunhaus
Rehefeld-Zaunhaus 1. Januar 1994
Schellerhau 1. Januar 1996
Zaunhaus 1. März 1879 Zusammenschluss mit Rehefeld zu Rehefeld-Zaunhaus
Zinnwald 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Georgenfeld zu Zinnwald-Georgenfeld
Zinnwald-Georgenfeld 1. Januar 1994

Eingemeindung von Geising

Der Geisinger Stadtrat stimmte am 21. Dezember 2010 mehrheitlich der Eingemeindung nach Altenberg zum 1. Januar 2011 zu. Durch die Kommunalaufsicht des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wurde die Eingemeindung am 29. Dezember 2010 genehmigt. Sie wurde maßgeblich durch die prekäre finanzielle Situation Geisings beeinflusst. Die Stadt konnte 2010 keinen ausgeglichenen Haushalt mehr vorlegen, die Schulden beliefen sich Ende 2010 auf 4,8 Mio. €, darunter allein 2,28 Mio. € Fehlbeträge.

Durch die Eingemeindung wuchs Altenberg auf eine Fläche von über 146 km² und wurde damit die mit Abstand größte Gemeinde im Landkreis. Die Einwohnerzahl stieg von ca. 5.700 Einwohnern auf knapp 8.900 Einwohner. Zugleich entstand eine neue regionale Touristenhochburg: 2009 zählten beide Gemeinden zusammen knapp 423.000 Übernachtungen, dies entspricht ca. 17 % der im Landkreis registrierten Übernachtungen. Tourismus und Kurwesen sichern in beiden Gemeinden ca. 1.800 Arbeitsplätze.

Entwicklung der Einwohnerzahl

Zusammenstellung nach BLASCHKE 2003, Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1964, ZÜHLKE 1966 und Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen, ab 1998: Stand zum 31.12. des jeweiligen Jahres

(1): errechnet nach Steuerlisten, vgl. BLASCHKE 2003
(2): erwachsene Einwohner, darunter 244 Bürger, 184 Häuser und 138 wüste Wohnstellen
(3): 243 Häuser
(4): Bevölkerung am 3. Oktober 1990
(5): Einwohner mit Hauptwohnsitz: 5575, darunter 2079 in Altenberg selbst
(6): Nach Eingemeindung von Geising
(7): Nach Datenerneuerung durch den Zensus 2011

Politik

Stadtrat

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 22 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Freie Wähler Altenberg (FWA): 8 Sitze
  • CDU: 7 Sitze
  • LINKE: 3 Sitze
  • Wählervereinigung Geising (WVG): 2 Sitze
  • Bärensteiner Wählervereinigung (BWV): 1 Sitz
  • NPD: 1 Sitz

Wappen

Beschreibung: Das Wappen ist in Rot und Blau gespalten und in Gold geteilt. Rechts ein goldener Bischof mit Stab und links ein in Weiß und Rot geteilter doppelschwänziger Löwe. Unten ein arbeitender kniender schwarzgekleideter Bergmann.

Städtepartnerschaften

  • Košťany, Tschechien
  • Sulz am Neckar, Baden-Württemberg

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Altenberg

Bergbau, Bauwerke, Landschaftsteile

Der Altenberger Zinnerzbergbau ist eine ausgewählte Stätte für die vorgesehene Kandidatur zum UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge.

  • Pinge
  • Glocken des Friedens und Kurpark (im Ortsteil Bärenfels)
  • Geisingberg
  • Kahleberg
  • Jagdschloss Rehefeld
  • Grenzüberschreitender Bergbaulehrpfad
  • Kursächsische Postdistanzsäule und königlich-sächsischer Meilenstein (Stationsstein) am Platz des Bergmannes sowie königlich-sächsischer Meilenstein (Ganzmeilenstein) als Kilometerstein an der Straße nach Rehefeld-Zaunhaus, letztere von den Postkursen nach Sayda und Frauenstein
  • Botanischer Garten Schellerhau
  • Georgenfelder Hochmoor

Kirche

Die evangelische Kirche Altenberg (Adresse: Dippoldiswalder Straße 6a) ist ein Nachfolgebau der früheren Stadtkirche St. Nikolaus. Diese war im Kern spätgotisch und häufigen Bränden (zuletzt 1876) ausgesetzt. Es folgten jeweils bauliche Umformungen. 1878 wurde der Chor als Polygon umgestaltet, ein Satteldach errichtet und der Turm mit spitzem Helm umgebaut. Die Innenausstattung war neugotisch. Noch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, am 9. Mai 1945, wurde die Kirche von der sowjetischen Luftwaffe mehrfach bombardiert, dabei erlitten die Kirche, das Gemeindehaus, das Diakonat, das Pfarramt sowie die Stadt schwerste Zerstörungen. Die Ruine trug man 1953 ab. Die heutige Kirche entstand zwischen Mai 1989 und Dezember 1991.

Museen und Ausstellungen

  • Bergbaumuseum AltenbergDas 1957 eröffnete technische Museum befindet sich in einer ursprünglich im 16. Jahrhundert erbauten und nach Sanierung technisch wieder funktionsfähigen Zinnpochwäsche. Es zeigt in Verbindung mit dem 180 m langen Neubeschert-Glück-Stollen (aufgefahren 1802–1849, Schaustollen seit 1971) den Weg des Zinns vom Abbau bis zur Aufbereitung.
  • Besucherbergwerk Vereinigt Zwitterfeld zu Zinnwald in Zinnwald-Georgenfeld Das 1992 eröffnete Besucherbergwerk erschließt den 1686 von der Adelsfamilie von Bünau aufgefahrenen Tiefe-Bünau-Stollen. Imposant ist vor allem die durch Feuersetzen entstandene Reichtroster Weitung. Der knapp drei Kilometer lange Rundgang führt unter Tage bis an die deutsch-tschechische Grenze.

Naherholung

  • Naherholungsgebiet Galgenteiche mit Campingplatz und Riesenrutsche
  • Bäderlandschaft in der Rehaklinik Raupennest
  • Naherholungsgebiet im Umfeld der Kapelle Oberbärenberg

Kulinarische Spezialitäten

Kulinarische Spezialitäten der Umgebung sind Kräuterliköre mit regional passenden Namen wie „Knappenfeuer“, „Kufenwärmer“, „Pyramidenöl“ und andere, die in verschiedenen Marken seit 1842 in der Altenberger Kräuterlikörfabrik hergestellt werden.

Gedenkstätten und Denkmale

  • OdF-Denkmal an der Straße nach Schellerhau, unweit der Schneise 31, zur Erinnerung an die am 4. Juli 1935 nach dem Schmuggel über die tschechoslowakische Grenze erschossenen Kommunisten Max Niklas, Walter Richter und Arthur Thiermann.
  • OdF-Gedenkstein aus dem Jahre 1945 auf dem Friedhof an der Mühlenstraße für elf unbekannte KZ-Häftlinge, welche im April 1945 von SS-Männern ermordet wurden.
  • Kriegerdenkmal auf dem Friedhof an der Mühlenstraße für die namentlichen Gefallenen des Ersten Weltkrieges.
  • Gedenkstein mit Kreuz auf dem Friedhof an der Mühlenstraße für die Opfer des Zweiten Weltkrieges.
  • Grabstätten auf dem Friedhof an der Mühlenstraße für sowjetische Soldaten.
  • Gedenkstein mit Medaillon auf dem Friedhof an der Mühlenstraße, Grab des Heimatdichters und Sänger Max Nacke.
  • Denkmal, Gneismonolith mit wappenähnlicher Bronzetafel, geschaffen 1932 vom Dresdner Bildhauer Johannes Ernst Born, in der Nähe vom Alten Raupennest für den Ehrenbürger Max Gross.
  • Goethedenkmal am Aschergraben, Monolith mit Gedenktafel und Relief sowie vorgelagerten Stein mit Inschrift.
  • Denkmal Bronzefigur auf Natursteinsockel Der Skiläufer Bahnhofsvorplatz, geschaffen 1931 vom Dresdner Bildhauer Rudolf Löhner.
  • Denkmal an der Neustadt/Hirschsprunger Straße, Gedenkstein mit Konterfei und Inschrift für den Heimatdichters und Sänger Max Nacke.
  • Stützmauer mit Bergmannsbrunnen an der alten Kirchterrasse (Rathausstraße).
  • Kursächsische Postmeilensäule von 1722 mit farbig gefassten Wappenreliefs an der Dresdner Straße.
  • Denkmal für Anton Günther an der Zinnwalder Straße mit Brunnen, Naturstein mit Medaillon mit Konterfei, an der Zinnwalder Straße.
  • Bronzefigur auf Natursteinsockel Bergmann mit Pressluftwerkzeug am Arno-Lippmann-Schacht, Zinnwalder Straße 5.
  • Bronzefigur Caroline, Einfahrt Gesundheitszentrum Raupennest Rehefelder Straße.

Wintersport

Altenberg gilt als internationales Wintersportzentrum. Gab es bis in die 1950er Jahre am Geisingberg auch eine Sprungschanze und ein Eisstadion, existiert seit 1986 eine Rennschlitten- und Bobbahn.

  • Rennschlitten- und Bobbahn: 1.413 m lang; 17 Kurven; Höhenunterschied 122 m; Gefälle bis 15 %; Geschwindigkeiten bis 130 km/h fahrbar; Austragungsort von Weltcups, Europa- und Weltmeisterschaften in Bob, Rodel und Skeleton
  • Landesleistungssportzentrum (Mountainbike, Skeleton, Rennrodel, Bob)
  • Sparkassen Arena Osterzgebirge (Biathlon, Langlauf)
  • Sommerrodelbahn
  • Skilifte
  • Loipennetz, Skihang mit Beschneiung

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Altenberg liegt an der Bundesstraße 170, die Dresden über Zinnwald mit Nordböhmen und Prag verbindet. Diese Straße hat sich seit ihrem Bau in den 1840er Jahren zu einer wichtigen Verbindungen zwischen Sachsen und der Tschechischen Republik entwickelt. Als Europastraße 55 war sie Teil des von Skandinavien nach Südosteuropa verlaufenden paneuropäischen Verkehrskorridors IV. Infolge der veränderten Wirtschaftsentwicklung nach der deutschen Wiedervereinigung sowie der EU-Osterweiterung hatte sich ihr Verkehrsaufkommen insbesondere im Schwerlastverkehr stark erhöht. Dies lag auch darin begründet, dass der Grenzübergang Zinnwald-Georgenfeld zwischen dem Vogtland (Bad Brambach) und der Oberlausitz (Neugersdorf) der einzige für den Lkw-Verkehr uneingeschränkt nutzbare Übergang zwischen Sachsen und Böhmen ist. Er zeichnet sich nach dem Neubau der Abfertigungsanlagen (2001) durch sehr kurze Lkw-Abfertigungszeiten (15 Minuten) aus, was zusätzlichen Verkehr anzog. Dadurch wurde Altenberg im Sommer 2005 von etwa 3.900 Lkw pro Tag passiert. Dieser Durchgangsverkehr (etwa alle 22 Sekunden ein Lastauto) stellte eine große Belastung (Lärm, Gefahrenquelle etc.) nicht nur für Altenberg selbst, sondern auch für den Ortsteil Kipsdorf dar. Von März 21. Dezember 2006 war deshalb die chronisch überlastete B 170 für den bergwärts fahrenden Schwerlastverkehr gesperrt und wurde erst wieder mit der Inbetriebnahme der Bundesautobahn 17 Dresden–Prag frei gegeben.

Seit 1923 ist Altenberg Endpunkt der 38 km langen Müglitztalbahn, die die Bergstadt durch das Müglitztal mit Heidenau und dem oberen Elbtal verbindet. Die Bahnstrecke hat einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung Altenbergs zum Wintersportzentrum im Osterzgebirge geleistet. Zunächst als Schmalspurbahn angelegt, wird sie seit 1938 als Normalspurbahn betrieben. Seit 2002 setzte DB Regio Südost auf der Regionalbahnlinie 72 anstelle lokbespannter Züge Triebwagen des Typs Siemens Desiro Classic (DB-Baureihe 642) im Reisezugverkehr ein. Seit dem 12. Dezember 2010 verkehrt auf der Müglitztalbahn die Städtebahn Sachsen, die ebenfalls Siemens Desiro Classic einsetzt. Bei günstigen Wintersportbedingungen fahren zusätzlich spezielle Wintersportzüge, mit denen Touristen direkt ab Dresden Hbf nach Altenberg gelangen können. Unmittelbar am Bahnhof „Kurort Altenberg“ besteht eine überdachte ÖPNV-Schnittstelle zum Überlandbusverkehr. Sieben Linien binden Altenberg an die Umgebung, unter anderem auch an die tschechische Grenzstadt Teplice an:

  • Linie 360: Dresden – Dippoldiswalde – Altenberg – Zinnwald
  • Linie 367: Geising – Altenberg – Kipsdorf
  • Linie 368: Glashütte – Lauenstein – Geising – Altenberg
  • Linie 370: Altenberg – Oberbärenburg – Falkenhain – Dippoldiswalde
  • Linie 373: Altenberg – Rehefeld – Hermsdorf
  • Linie 398: Altenberg – Teplice
  • Linie 733: Altenberg – Rehefeld – Hermsdorf – Holzhau

Ansässige Unternehmen

  • Rehaklinik Raupennest (Johannesbad Raupennest AG & Co KG) (210 Beschäftigte)
  • Herbrig & Co. GmbH, CNC Dreherei (120 Beschäftigte)

Bildung

In Altenberg gibt es eine Grundschule und die Außenstelle Altenberg des „Glückauf“-Gymnasiums Dippoldiswalde/Altenberg mit sportlicher Ausrichtung (Eliteschule des Sports). Eine Oberschule befindet sich im Nachbarort Geising.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Hans Alexander von Bosse (* 1835, † 1898), Jurist und Politiker, von 1874 bis 1877 Amtshauptmann in Dippoldiswalde, in dieser Funktion maßgeblich am Wiederaufbau Altenbergs nach dem Stadtbrand von 1876 beteiligt, Stiftungsgeber zur Unterstützung bedürftiger Altenberger, Namensgeber des Bosseplatzes
  • Adolf Fürchtegott Büttner, Fabrikant und Stadtrat, Stiftungsgeber zur Unterstützung bedürftiger Altenberger, Ehrenbürger seit 1881, Namensgeber der Büttnerstraße
  • Max Gross
  • Hans-Georg Günzel († 2001), Pfarrer in Schellerhau, Ehrenbürger seit 2001
  • Paul Haucke (* 1859, † 1935),Pfarrer in Altenberg, Mitbegründer und Leiter der Post- und Eisenbahnschule, Ehrenbürger seit 1907, Namensgeber der Paul-Haucke-Straße
  • Anton Unger (* 1831, † 1909), Jurist und Fabrikant aus Riesa, verbrachte seine Sommermonate in Altenberg und gründete 1905 eine Stiftung für bedürftige Einwohner, Ehrenbürger seit 1905, Namensgeber der Anton-Unger-Straße

Söhne und Töchter der Stadt

  • Basilius Köhler, 1586–1589 Kreuzkantor in Dresden
  • Friedrich Leibnütz (1597–1652), Jurist, Philosoph
  • Christoph Meißner (1703–1780), Lehrer und Chronist
  • Johann Gottlob Bergold (1742–1803), Rechtswissenschaftler
  • Ernst Viktor Schellenberg (1827–1896), Schriftsteller
  • Max Nacke (1883–1958), Mundartdichter
  • Fritz Große (1904–1957), Widerstandskämpfer, DDR-Botschafter
  • Richard von Rosen (* 1922 in Hirschsprung; † 2015), Generalmajor, Verteidigungsattaché an der Deutschen Botschaft in Paris
  • Theo Schumann (1928–1990), Jazzmusiker und Bandleader („Theo Schumann Combo“)
  • Horst Koschka (* 1943), Biathlet
  • Manfred Beer (* 1953), Biathlet
  • Ralf Eißler (* 1958), Politiker (PDS)
  • Michael Rösch (* 1983), Olympiasieger mit der Biathlon-Herrenstaffel bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Balthasar Rösler (1605–1673), 1663–1673 Bergmeister und Markscheider in Altenberg
  • Ehregott Leberecht Meutzner, Bergbeamter, Bergschullehrer und Zeichner in Altenberg
  • Hans Richard Heinmann (1875–1947), Maler und Graphiker des sächsischen Osterzgebirges
  • Josef Kaiser (1910–1991), Architekt und Städtebauer, ist in Altenberg gestorben
  • Helmut Kempe (1916–1997), Architekt und Stadtplaner

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Altenberg (Erzgebirge)

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