Stadt Dippoldiswalde
Markt 2
1744 Dippoldiswalde

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Dippoldiswalde

160pxAbb. 1 Wappen von Dippoldiswalde
Basisdaten
Bundesland Sachsen
Höhe 375 m
PLZ 01744
Vorwahl 03504, 035052
Gliederung 21 Ortsteile
Adresse der Verwaltung Markt 2,
01744 Dippoldiswalde
Website www.dippoldiswalde.de
Oberbürgermeister Jens Peter (Unabhängige Bürger)

Dippoldiswalde (umgangssprachlich Dipps) ist eine Große Kreisstadt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Sachsen. Die Stadt ist zentral im Osterzgebirge gelegen und befindet sich etwa 20 Kilometer südlich von Dresden auf halbem Weg zwischen der Grenze zu Tschechien und der Landeshauptstadt. Im Landkreis bildet Dippoldiswalde mit seinen rund 14.500 Einwohnern eines der drei Mittelzentren.

Die erste urkundliche Erwähnung von Dippoldiswalde datiert auf das Jahr 1218, seitdem war die Stadt Verwaltungszentrum mehrerer historischer Territorien, wie im Mittelalter dem Amt Dippoldiswalde und später einer Amtshauptmannschaft. Zuletzt war Dippoldiswalde bis 2008 Kreisstadt des Weißeritzkreises (Kfz-Kennzeichen DW). Seit der Kreissitz nach Pirna verlegt wurde, ist Dippoldiswalde Große Kreisstadt. Neben dem Kernort gehören zur Stadt Dippoldiswalde mittlerweile zwanzig Ortsteile, die aus früher eigenständigen Gemeinden aus dem Umland gebildet wurden.

Geografie

Die Stadt liegt im nördlichen Erzgebirge an der Roten Weißeritz.

Stadtgliederung

Die Stadt Dippoldiswalde besteht aus dem Kernort Dippoldiswalde und zwanzig Ortsteilen, die zwischen 1973 und 2014 eingemeindet wurden. Alle Ortsteile bilden gleichzeitig ihre eigene Gemarkung. Die Grenzen von Ortsteilen und Gemarkungen sind in der Regel deckungsgleich. Auf einigen Gemarkungen liegen mehrere Orte, die dann zum selben Ortsteil zählen. Der Kernort vereint den größten Anteil an der Einwohnerzahl der Stadt Dippoldiswalde auf sich, gefolgt von Schmiedeberg und Seifersdorf, die ebenfalls über 1000 Einwohner haben.

Ortsteil Eingemeindung Einwohnerzahl
Ammelsdorf 2014 164
Berreuth 1973 157
Dippoldiswalde (Kernort) 5034
Dönschten 2014 178
Elend 1973 97
Hennersdorf 2014 447
Malter 2003 717
Naundorf 2014 683
Niederpöbel 2014
Obercarsdorf 2014 830
Oberhäslich 1994 322
Oberpöbel 2014 22
Paulsdorf mit Seifen 2003 762
Reichstädt 1995 1371
Reinberg 1994 113
Reinholdshain 1994 509
Sadisdorf 2014 406
Schmiedeberg 2014 1853
Schönfeld 2014 249
Seifersdorf 2003 1027
Ulberndorf 1973 505
Stand: 2015

Geschichte

Vom 12. Jahrhundert bis zum Kriegsende 1945

Der Legende zufolge geht Dippoldiswalde auf einen Einsiedler namens Dippold zurück, der in der Dippoldiswalder Heide am Einsiedlerfelsen gelebt haben soll. Dieser soll die Stadt gegründet haben. Hinter dieser Legende steht lediglich die Tatsache, dass der Lokator eine ansonsten nicht nachweisbare Person namens Diepold gewesen ist. Der Name des Ortes wird auf diesen Personennamen zurückgeführt, der das althochdeutsche Wort diot (Volk) und bald (kühn) oder walt im Sinne von Walten in sich trägt.

Dippoldiswalde wurde als Waldhufendorf wahrscheinlich unter Oberleitung der Burggrafen von Dohna um 1160/70 gegründet. Die urkundliche Ersterwähnung erfolgte am 11. Juni 1218, als ein Johannes sacerdos de Dipoldiswale (Pfarrer Johannes von Dippoldiswalde) in einer Urkunde des Meißner Bischofs genannt wurde. Eine Dorfkirche muss also da bereits existiert haben. Im Jahre 1266 ist Dippoldiswalde als Besitzung des wettinischen Markgrafen Heinrich des Erlauchten bezeugt, als die Bürger von Dippoldiswalde mit den Bürgern von Freiberg wegen Belieferung von Bergwerken in Streit geraten waren. In dem Diplom wird allerdings nicht mitgeteilt, wo die betreffenden Bergwerke gelegen haben, so dass diese Schriftquelle keinen Beleg für Dippoldiswalder Silberbergbau um 1266 darstellt.Zu diesem Zeitpunkt gab es in Dippoldiswalde bereits zwei repräsentative steinerne Kirchen – die wohl um 1200 erbaute Marienkirche in der Nähe des Marktes und die etwas jüngere Nikolaikirche in der Weißeritzaue. Von der Marienkirche (das mit aufgeführte Lorenzpatrozinium ist im Mittelalter nicht bezeugt) ist lediglich der um 1220 erbaute spätromanisch-frühgotische Westturm vorhanden. Hingegen ist die um 1230/40 als turmlose Kurzbasilika errichtete Nikolaikirche vollständig erhalten geblieben. Diese entstand als Neubau nach dem Abbruch der ursprünglichen Dorfkirche, bei der es sich um eine kleinere, aus Holz oder aus Stein bestehende Saalkirche gehandelt haben muss.

Im Rahmen von Sanierungs- und Sicherungsarbeiten an Altbergbauanlagen wurden im Bereich des Obertores und an der Dresdner Straße verfüllte hochmittelalterliche Silberbergwerke entdeckt, die nachweislich im 12. Jahrhundert in Betrieb waren. Die ältesten datierten Grubenhölzer stammen von 1158 und, allerdings sekundär verwendet, 1170, zahlreiche weitere Hölzer aus der Zeit ab 1183/84. Darüber hinaus wurden hölzerne Schachtausbauten, gedrechselte Schalen, Seilreste, Keramikscherben und Knochen aus dem 13. Jahrhundert gefunden. Die bislang entdeckten Schächte waren bereits kurz nach der Mitte des 13. Jahrhunderts wieder verfüllt worden. Eine zweite Bergbauphase, in der die zuvor verfüllten Grubenbaue durchfahren wurden, konnte dendrochronologisch in die Zeit um 1280 datiert werden. Im Jahr 1300 wurden erstmals ausdrücklich Silbergruben in Dippoldiswalde genannt, als Friedrich Clem (der illegitime Sohn Markgraf Heinrichs des Erlauchten) den Silberzehnten an das Kloster Nimbschen bei Grimma überwies.

Im Jahr 1401 besetzte Markgraf Wilhelm I. in der Dohnaischen Fehde Dippoldiswalde, das seit 1366 von den Wettinern an die Burggrafen von Dohna verlehnt war. Zu diesem Zeitpunkt gab es bei Dippoldiswalde noch in sehr geringem Umfang Bergbau, der keinen Ertrag mehr brachte, wie aus Münzmeisterrechnungen 1401–1405 ersichtlich wird. Erst in den 1470er Jahren nahm der Bergbau in der zweiten Bergbauperiode einen erneuten Aufschwung.

1429 zerstörten eindringende Hussiten Dippoldiswalde. Sie vernichteten auch die drei Vorwerke Wolframsdorf (im mittleren Schwarzbachtal), Schwarzdorf (im oberen Schwarzbachtal) und Ziegenrück (am westlichen Talhang zwischen Ulberndorf und Obercarsdorf), die danach nicht wieder aufgebaut wurden.

Im Jahr 1541 erreichte die Lutherische Reformation den Ort. 1632 erlitt die Stadt schwere Schäden im Dreißigjährigen Krieg. Als Standort einer Markgrafenburg nahm Dippoldiswalde bereits frühzeitig Funktionen als Herrschafts-, Verwaltungs- und Handels- bzw. Marktzentrum für die umliegenden Orte wahr (Amt). Folgerichtig wurde die Stadt 1874 Sitz der neuen Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs, am 17. April 1945 schossen Flugabwehrkanonen der Wehrmacht zwei amerikanische Flugzeuge ab, die bei der Teichmühle abstürzten. Am 9. Mai nachts hisste ein Vortrupp der Roten Armee die Siegesfahne auf dem Kirchturm.

Mai 1945 bis in das 21. Jahrhundert

Der erste Ortskommandant war Major Datschin. Die hier stationierten Truppen waren verantwortlich für viele Plünderungen und Vergewaltigungen. Gemäß dem Beschluss der Alliierten und der neuen Landesverwaltung wurden nun große Betriebe, Grundstücks- und Gutsbesitzer enteignet (→Bodenreformgesetz).

Neue, kleinere volkseigene Betriebe entstanden in der DDR-Zeit, darunter ein Armaturenwerk, ein Behälterbaubetrieb, eine Nährmittelfabrik. Hinzu kam eine Ingenieurschule für Lebensmittelindustrie und ein Volkseigenes Gut.Dippoldiswalde wurde in den Bezirksverwaltungsstrukturen jener Zeit zu einer Kreisstadt.Nach der Wende, mit der Wiedereinrichtung der Bundesländer, blieb die Stadt bis 2008 weiterhin Kreisstadt, bei der zweiten sächsischen Kreisreform verlor Dippoldiswalde diesen Status, als der Weißeritzkreis am 1. August 2008 im neu geschaffenen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge aufging.

Entwicklung der Einwohnerzahl

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1998 Stand jeweils zum 31.12.)

bis 1930 ab 1930
  • 1300: 700
  • 1502: 738
  • 1551/54: 122 besessene Mann in der Stadt, 134 besessene Mann in der Vorstadt, 57 Inwohner, insgesamt 1374 Einwohner
  • 1575: 1753
  • 1602: 1763
  • 1618: 1892
  • 1644: 982
  • 1697: 301 Bürger, darunter 155 Protestanten
    250 Wohnstellen und 99 Wüstungen
  • 1748: 262 besessene Mann, 1604 Einwohner
  • 1815: 1619
  • 1834: 2273, 288 Privathäuser und 67 Scheunen
  • 1871: 2997
  • 1890: 3436
  • 1910: 4255
  • 1925: 4429
  • 1939: 4917
  • 1946: 5937
  • 1950: 5851
  • 1957: 5171
  • 1959: 5260
  • 1964: 5968
  • 1990: 8990
  • 2000: 8525
  • 2002: 10.947
  • 2004: 10.876
  • 2005: 10.727
  • 2006: 10.568
  • 2007: 10.544
  • 2008: 10.429
  • 2009: 10.323
  • 2010: 10.291
  • 2011: 10.228
  • 2012: 10.004
  • 2013: 10.023
  • 2014: 14.390

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat wurde zuletzt am 25. Mai 2014 gewählt. Die insgesamt 26 Sitze verteilen sich auf die einzelnen Parteien und Listen wie folgt:

  • Freie Wähler: 11 Mitglieder
  • CDU: 9 Mitglieder
  • LINKE: 3 Mitglieder
  • SPD: 2 Mitglieder
  • NPD: 1 Mitglied

Bei den Wahlen verzeichnete die CDU deutliche Verluste, während Freie Wähler, Grüne und NPD überproportional zulegen konnten (siehe Diagramm).

Bei den gleichzeitig stattfindenden Oberbürgermeisterwahlen konnte sich Jens Peter (Freie Wähler) gegen Kerstin Körner (CDU) mit 56,1 % gegen 43,9 % durchsetzen.

Partnerstädte

Dippoldiswalde unterhält Partnerschaften mit dem tschechischen Bílina, dem polnischen Stronie Śląskie (Seitenberg) und mit der Gemeinde Bösel bei Oldenburg.

Wappen

Beschreibung: In Gold das Brustbild eines weißbärtigen Einsiedlers mit Nimbus und blauen Gewand mit zwei gekreuzten Trägern. Überhöht wird es von zwei schräggekreuzten natürlichen dreiwurzligen ausgerissenen Nadelbäumen mit je drei Zapfen.

Symbolik: Das Wappen beinhaltet eine Kuriosität. Der im Wappen enthaltene Gründer Dippold ist einer Sage entnommen. Dieser Dippold soll einst in den Waldgebieten der jetzigen Dippoldiswalder Heide um den Einsiedlerstein in der Heide gelebt haben. Dieser Mann tauchte ab 1588 im Wappen auf. 1669 trug er dann ein Barett und 1730 erhielt er auf der Brust gekreuzte Bänder. Die gekreuzten Bäume mit den Zapfen stammen aus einer Anlehnung an das Wappen der Burggrafen von Dohna (zwei gekreuzte silberne Hirschstangen). Das heutige Stadtwappen wurde 1894 erstellt mit folgenden Inhalt: Der Einsiedler erhält ein blaues Gewand, als Stadtfarben wurden blau und gelb gewählt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Historischer Altstadtkern mit Marktplatz und spätgotischem Rathaus
  • Schloss: um 1200 als Markgrafenburg auf einem Bergsporn angelegt, heutiges Erscheinungsbild seit dem 16./17. Jahrhundert, der ab 1530 errichtete Mittelbau ähnelt dem Dresdner Schloss. Neben dem Amtsgericht findet man hier auch die Osterzgebirgsgalerie.
  • Stadtkirche St. Marien und Laurentius: Gotische Hallenkirche mit romanischem Westturm und frühbarocker Ausmalung
  • Romanische Basilika St. Nikolai aus dem 13. Jahrhundert auf dem Friedhof
  • Talsperre Malter
  • Sportpark: Nachdem das Hochwasser im August 2002 den Sportplatz an der Vorsperre zerstörte, wurde im Juni 2004 der neue Sportpark eingeweiht. Hauptnutzer ist der FSV Dippoldiswalde.
  • Lohgerberei: sehenswertes ehemaliges Wohnhaus von 1756, heute Museum
  • Mittelalterliche Bildstöcke (Betsäulen) vom Heiligen Weg vor der Kirche (Kirchplatz), am Niedertorplatz und an der Weißeritzstraße/Große Mühlenstraße
  • Brunnenstube
  • Kursächsischer Viertelmeilenstein (Primitivform) Nr. 9 der Obergebirgischen Poststraße von 1723 am Pfortenberg, gegenüber der ehemaligen Poststation (Busbahnhof) und Nachbildung der Ende des 19. Jahrhunderts entfernten Kursächsischen Postdistanzsäule von 1723 am Obertorplatz (ehemals Obertor)
  • Schloss Reichstädt im Ortsteil Reichstädt, zeitweise im Besitz des letzten sächsischen Generalpostmeisters Adam Rudolph von Schönberg (Büste im Schlosshof)

Gedenkstätten

  • Gedenkplatte im Stadtpark nahe der Bushaltestelle Parksäle/Dr.-Friedrichs-Straße zur Erinnerung an die örtlichen NS-Gegner, darunter für den kommunistischen Stadtverordneten Clemens Holzschuh, der im März 1933 laut DDR-Geschichtsschreibung als erstes Opfer der NS-Diktatur im Stadtgefängnis ermordet wurde. Am Wohnhaus Herrengasse 14 erinnert ebenfalls eine Gedenktafel an ihn. Neueste Forschungsergebnisse bezweifeln eine Ermordung:
  • Gedenkstein am Obertorplatz Ecke Brauhofstraße/Herrengasse zur Erinnerung an den Wehrmachtssoldaten Johannes Rockstroh aus Venusberg, der wegen Kriegsdienstverweigerung noch am 8. Mai 1945 von SS-Männern gehängt wurde.
  • Grabstätte und Gedenktafel auf dem Friedhof des Ortsteiles Hennersdorf für drei unbekannte KZ-Häftlinge, die beim Todesmarsch aus einem der KZ-Außenlager der KZ Flossenbürg oder KZ Buchenwald von SS-Männern ermordet wurden
  • Grabstätte und Gedenkstein auf dem Friedhof des Ortsteiles Sadisdorf erinnern an 26 KZ-Häftlinge, die bei einem Todesmarsch aus einem der KZ-Außenlager am Sadisdorfer Herrenweg von SS-Männern durch Genickschuss ermordet wurden
  • Tatarengrab für Mustapha Sulkowicz (gefallen am 1. Juli 1762 bei Reichstädt), er diente bei den polnisch-tatarischen Ulanen unter dem sächsischen Obersten Adam Burkhardt Christoph von Schiebel (auch Schiebell) (1719–1779), altes Bild.

Museen

Das Lohgerber-, Stadt- und Kreismuseum befindet sich in einer um 1750 erbauten Lohgerberei und erläutert in 22 Ausstellungsräumen Dinge über das Lohgerberei-Handwerk, die Stadtgeschichte und die Regionalgeschichte des Osterzgebirges. Beliebteste Sonderausstellung ist die alljährliche Weihnachtsausstellung von November bis Februar, die in 15 Ausstellungsräumen osterzgebirgische Volkskunst und viele mechanisch betriebene Modelle zeigt.Das Museum Osterzgebirgsgalerie im Schloss Dippoldiswalde präsentiert in den sechs ältesten Räumen etwa 300 Werke der Bildenden Kunst zum Thema „Menschen und Landschaft des Osterzgebirges“.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • In der Stadtkirche finden regelmäßig neben Gottesdiensten auch Konzerte statt.
  • Im Kulturzentrum Parksäle Dippoldiswalde wird neben anderen Veranstaltungen seit 1978 Sachsens älteste Meisterinterpreten-Reihe veranstaltet.
  • Im Rathaus veranstaltet der Musikverein Dippoldiswalde e. V. seit 2000 mit dem Kulturzentrum Wort und Musik literarisch-musikalische Programme.
  • Der Musikverein organisiert seit 2003 den jährlichen Internationalen Belcanto-Meisterkurs Dippoldiswalde, der in seiner Art zumindest für Mitteldeutschland einmalig ist (zurzeit ausgesetzt).
  • Stadtfest in Dippoldiswalde in der Regel am ersten Juni-Wochenende
  • Weihnachtsmarkt in Dippoldiswalde (zwei Wochen im Dezember)
  • historischer Weihnachtsmarkt auf dem Schlosshof des Dippoldiswalder Schlosses und um die Stadtkirche
  • Groß-Ereignis Malter in Flammen an der Talsperre Malter (immer im Juli)
  • Kleinbahnfestival entlang der Strecke der Weißeritztalbahn mit großem Bahnhofsfest in Dippoldiswalde und weiteren Veranstaltungen an den Bahnhöfen Seifersdorf und Malter
  • Herbstball des Lions Club Dippoldiswalde e. V. in den Parksälen
  • Musical des „Glückauf“-Gymnasiums Dippoldiswalde/Altenberg

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Als erste Stadt in Sachsen und in den neuen Bundesländern überhaupt erfüllt Dippoldiswalde die Kriterien einer 1a-Einkaufsstadt. Die Urkundenübergabe erfolgte am 10. Juni 2008.

Verkehr

Eisenbahn

Seit 1882 ist Dippoldiswalde ans Eisenbahnnetz angeschlossen. In diesem Jahr wurde die in 750-mm-Schmalspur ausgeführte Weißeritztalbahn nach Schmiedeberg eröffnet, ein Jahr später folgte die Verlängerung bis Kipsdorf. Seit dem verheerenden Jahrhunderthochwasser 2002 war die Weißeritztalbahn eingestellt. Der Wiederaufbau wurde 2007 begonnen, seit dem 14. Dezember 2008 ist der Abschnitt zwischen Freital-Hainsberg und Dippoldiswalde und seit dem 17. Juni 2017 bis Kurort Kipsdorf wieder in Betrieb.

Straßenverkehr

Dippoldiswalde liegt an der wichtigen Bundesstraße 170 zwischen Dresden und der tschechischen Grenze bei Zinnwald. Die stark frequentierte Transitstrecke führte direkt durch die Innenstadt. 1977 begann man mit dem Bau einer Brücke zur Umgehung der Innenstadt, dieser wurde jedoch bald unterbrochen und erst in den Jahren 1993 bis 1995 fertiggestellt. Seitdem führt die B 170 östlich an der Innenstadt vorbei. Trotz des Baus der A 17 ist die Straße weiterhin stark befahren, der Lkw-Verkehr sorgte immer wieder für Proteste von Anwohnern. Seit Ende 2006 ist die B 170 allerdings für den schweren Lkw-Durchgangsverkehr gesperrt.

Öffentlicher Verkehr

Der Busbahnhof von Dippoldiswalde wird durch verschiedene Buslinien des Regionalverkehrs Dresden bedient. Die wichtigsten Linien sind:

  • 348 Dippoldiswalde – Oelsa – Rabenau – Freital – Wilsdruff
  • 360 Dresden – Bannewitz – Dippoldiswalde – Altenberg – Zinnwald
  • 370 Dippoldiswalde – Falkenhain – Altenberg
  • 376 Dippoldiswalde – Seifersdorf – Rabenau – Freital
  • 382 Dippoldiswalde – Ruppendorf – Tharandt
  • 388 Dippoldiswalde – Niederfrauendorf – Glashütte
  • 398 Dresden – Dippoldiswalde – Zinnwald – Teplice

Außerdem gibt es mit der Linie 361 noch eine Stadtverkehrslinie zwischen dem Neubaugebiet Dippoldiswalde Nord und dem Stadtteil Ulberndorf.

Behörden

  • Ein Bürgerbüro und einige Abteilungen des Landratsamtes Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge befinden sich in Dippoldiswalde.
  • Im Schloss Dippoldiswalde befindet sich das Amtsgericht Dippoldiswalde.
  • Seit dem Jahr 2005 befindet sich ein Ortsverband der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) in Dippoldiswalde.

Schulen

Die Müllerschule Dippoldiswalde wurde 1888 gegründet.Weitere Stationen:

  • 1938 Höhere Fachschule für Müllerei und Mühlenbau
  • 1949 Neugründung der Deutschen Müllerschule in Braunschweig
  • 1958 Umwandlung der Müllerschule in die Fachschule für Müllerei Dippoldiswalde
  • 1962 bis 1990 Ingenieurschule für Lebensmittelindustrie Dippoldiswalde
  • jetzt Berufliches Schulzentrum (BSZ) Freital-Dippoldiswalde

Persönlichkeiten

  • Martin Schlegel, * 1581; † 4. August 1640 in Weißensee – evangelischer Theologe
  • Jacob Lossius * 22. Juni 1596 in Dippoldiswalde † 28. Januar 1663 in Borna – lutherischer Theologe
  • Esaias Hickmann * 11. Dezember 1638 in Dippoldiswalde † 29. September 1691 in Weida – Komponist und Jurist
  • Carl Friedrich Gotthelf Baumfelder, * 20. Juni 1798 Dippoldiswalde † 5. Januar 1865 Dresden – Schulreformer, Pädagoge
  • Karl Justus Blochmann, * 19. Februar 1786 Reichstädt b. Dippoldiswalde † 31. Mai 1855 Lancy b. Genf (Schweiz) – Pädagoge
  • Rudolf Sigismund Blochmann, * 13. Dezember 1784 Reichstädt b. Dippoldiswalde † 21. Mai 1871 Dresden – Mechaniker, Unternehmer
  • Johann VIII. von Maltitz, * 1491 Dippoldiswalde † 30. November 1549 Stolpen – Bischof von Meißen
  • Karl Gottfried Kelle, * 1770 Dippoldiswalde † 30. Januar 1843 Hochweitzschen b. Leisnig – Pfarrer, Publizist
  • Martin Klimmer, * 10. Januar 1873 Dippoldiswalde † 12. Februar 1943 Dresden – Veterinärmediziner
  • Hermann Adolph Klinger, * 24. Juli 1806 Reichstädt b. Dippoldiswalde † 31. März 1874 Kötzschenbroda b. Dresden – Bürgermeister von Leipzig, Freund Robert Blums
  • Johann Friedrich Klotzsch, * 12. Januar 1726 Dippoldiswalde † 2. Juni 1789 Freiberg – Stadtschreiber, Bergbeamter, Historiker
  • Konrad Knebel, * 1856 Dippoldiswalde † 29. März 1933 – Lehrer, Historiker
  • Hermann Lotze, * 4. Dezember 1829 Dippoldiswalde † 24. April 1875 Leipzig – Philologe, Übersetzer
  • Ernst Ludwig Maukisch, * 11. Dezember 1805 in Ulberndorf, † 1. November 1865 in Potschappel – Jurist und Politiker, MdL, Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung
  • Hermine Möbius (geb. Nadler), * 22. September 1850 Dippoldiswalde † 1920 – Schriftstellerin
  • Kathrin Mühlbach, * 30. Januar 1992 in Dippoldiswalde, Tischtennisspielerin
  • Heinrich Ferdinand Querner, * 7. März 1816 Seifersdorf b. Dippoldiswalde † 1. April 1880 Kirchberg – Spinnereibesitzer, MdL, Politiker
  • Diana Sartor, * 23. November 1970 Dippoldiswalde, Skeletonfahrerin
  • Paul Schmidt, * 17. August 1985 in Dippoldiswalde, Langstrecken- und Ultraläufer
  • Ernst Steyer (1842–1900), Gutsbesitzer in Reinholdshain, konservativer Politiker, MdL
  • Jens Steinigen, * 2. September 1966 in Dippoldiswalde, Biathlet
  • Karl Traugott Stöckel * 25. Mai 1804 Dittersdorf; † 12. April 1881 Possendorf, Orgelbauer
  • Klaus der Geiger (geb. Klaus von Wrochem), * 20. Januar 1940 in Dippoldiswalde, Musiker und Liedermacher

Ehrenbürger:

  • Stadtrichter Haase (seit 1855)
  • Ratsmann Fischer (seit 1878)
  • Otto von Bismarck (seit 1895)
  • Oberkirchenrat Hempel, Vater von Johannes Hempel (seit 1916)
  • Konrad Knebel (seit 1918)
  • Erhard Unger (seit 2001)
  • Horst Bellmann (seit 2007), Bürgermeister a. D.
  • Günter Groß (seit 12. Juni 2009), Museumsdirektor i. R.

Sonstiges

Dialekt

In Dippoldiswalde wird eine Form des sächsischen Dialektes gesprochen: das Südostmeißnische, welche einen der fünf meißnischen Dialekte darstellt.

Katastrophen und Unglücke

  • 6. September 1633: Die Stadt wurde von Truppen des Feldmarschalls Heinrich von Holk in Brand gesteckt. Dabei fiel mit Ausnahme des Schlosses, der Nicolaikirche und einiger weniger Häuser nahezu die gesamte Bebauung den Flammen zum Opfer, unter der Bevölkerung gab es zahlreiche Opfer.
  • 7. Oktober 1634: Erneut wurde Dippoldiswalde von marodierenden Truppen in Brand gesetzt. Dabei wurden 150 Häuser zerstört.
  • 14. März 1826: Ein Stadtbrand vernichtete weite Teile der Innenstadt. Insgesamt brannten 102 Vorder- und 100 Seitengebäude sowie 12 Scheunen ab
  • August 2002: Jahrhunderthochwasser

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Dippoldiswalde

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