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Zeven
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Samtgemeinde Zeven
Der Samtgemeindbürgermeister
Am Markt 4
27404 Zeven

http://www.zeven.de

Zeven

160pxAbb. 1 Wappen von Zeven
Basisdaten
Bundesland Niedersachsen
Höhe 24 m
PLZ 27404
Vorwahl 04281
Adresse der Verwaltung Am Markt 4, 27404 Zeven
Website www.zeven.de
Bürgermeister Hans-Joachim Jaap (CDU)

Zeven {{IPA|'t͡se:fən}} ist eine Stadt und eine Gemeinde im Landkreis Rotenburg (Wümme) in Niedersachsen. Die Stadt Zeven bildet zusammen mit den Gemeinden Elsdorf, Gyhum und Heeslingen die Samtgemeinde Zeven.

Geographie

Die Gemeinde liegt in der Mitte des Städtedreiecks Bremerhaven, Bremen und Hamburg. Zeven liegt in der Zevener Geest und wird von der Mehde-Aue durchflossen, die etwa zwei Kilometer nördlich der Stadt in die Oste mündet. Zu Zeven zählen auch die umliegenden Ortsteile Aspe, Badenstedt, Bademühlen, Brauel, Brüttendorf, Oldendorf und Wistedt.

Nachbarorte

Geschichte und Ortsname

Zahlreiche Bodenfunde im Gebiet der Stadt und Samtgemeinde Zeven und mehr als 30 stein- und bronzezeitliche Hügelgräber belegen, dass die Besiedlung in und bei Zeven bis in die Vorgeschichte zurückreicht. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 986 als „kivinan à Heeslingen“ (Kivinan zu Heeslingen) in der ältesten Urkunde des nahegelegenen Klosters Heeslingen, das 1141 nach Zeven verlegt wurde. An die älteste belegte Namensform Kivinan, ausgesprochen vermutlich 'ki:finan, erinnert die Kivinanstraße in Zeven. Spätere Namensformen sind Sciuena (1141), Cyuena (1158), Scevena und Tzevena. Der etymologisch nicht sicher erklärte Name blieb also recht lange dreisilbig, während das anlautende k früh zu ts verschoben wurde.

Das Kloster Zeven, dessen Kirche seit einer Übertragung von Reliquien aus Corvey im Jahre 1231 unter dem Patrozinium des heiligen Vitus stand, spielte fortan eine wichtige Rolle für den Ort. Historisch bedeutsam war Zeven durch zwei hier stattfindende Ereignisse: zum einen durch eine Konferenz im Mai 1694 mit Vertretern Bremens und Schwedens, bei der über den Status von Stadt und Herzogtum Bremen beraten wurde, zum anderen durch die Zevener Konvention, bei der während des Siebenjährigen Krieges im September 1757 ein Waffenstillstand zwischen dem Befehlshaber der hannoverschen und dem der französischen Truppen unterzeichnet wurde. Die Regelung hatte allerdings keinen Bestand, da der britische König die Anerkennung verweigerte.

Nach dem Wiener Kongress gehörte Zeven zum Königreich Hannover. Im Auftrag des hannoverschen Königs kam Carl Friedrich Gauß 1824/25 nach Zeven, um die trigonometrische Landesaufnahme des Königreichs abzuschließen. Vom Kirchturm der St.-Viti-Kirche aus nahm er Messungen vor. Ab 1866 gehörte Zeven zur preußischen Provinz Hannover. Der Flecken blieb Sitz eines Landratsamtes; ab 1885 regierte in Zeven ein königlich-preußischer Landrat.

Die Einwohnerzahl blieb in dieser Zeit fast hundert Jahre lang konstant bei rund 1.200. Insbesondere wegen der grassierenden Cholera und vielen Auswanderern nach Amerika nahm die Bevölkerung nicht zu. Erst zum Beginn des 20. Jahrhunderts konnte ein Aufschwung verzeichnet werden. 1906 kam es zur Eröffnung der Bahnstrecke von Zeven nach Rotenburg (Wümme) und Zeven erhielt eine Straßenbeleuchtung in Form von Öllampen. 1929 wurde Zeven der Übergang zur städtischen Verfassung gestattet. Der Landkreis Zeven wurde allerdings kurz darauf 1932 aufgelöst und mit Bremervörde zu einem neuen Landkreis Bremervörde zusammengeschlossen.

Vor dem Zweiten Weltkrieg hatte Zeven 3.233 Einwohner. Nach dem Krieg hatte sich diese Zahl durch den Zuzug von Flüchtlingen fast verdoppelt. Die Stadt wurde von britischen Truppen besetzt, die sich ebenfalls in die Wohnräume einquartierten, so dass es in der Stadt zu einem großen Mangel an Wohnraum kam. Der Ausbau der Stadt stand daher in den Nachkriegsjahren im Vordergrund. Zeven entwickelte sich in der Nachkriegszeit auch zu einem wichtigen regionalen Industriestandort. Das Industriegebiet Zeven-Aspe, im Süden der Stadt, beherbergt eine Anzahl überregional bekannter Industriebetriebe. Ein weiteres Industriegebiet wurde im Norden der Stadt angesiedelt (Nord-West-Ring).

1965 kam es zur Gründung der Samtgemeinde Zeven. 1977 wurde der Landkreis Bremervörde aufgelöst; Zeven gehört seitdem zum Landkreis Rotenburg (Wümme). 2001/02 wurde die Innenstadt neu gestaltet. Die Lange Straße, die bis dahin eine viel befahrene Durchgangsstraße war, wurde zur Fußgängerzone umgebaut und der Verkehr über eine Umgehungsstraße geleitet. 2009 wurde die Zevener Westumgehung eröffnet, die die Bundesstraße 71 und die Bremer Straße verbindet.

Eingemeindungen

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Badenstedt, Brauel, Brümmerhof, Brüttendorf, Oldendorf und Wistedt eingegliedert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Museum Kloster Zeven
  • Altes Gefängnis
  • Königin-Christinen-Haus
  • St.-Viti-Kirche
  • Feuerwehrmuseum
  • Vitus-Brunnen von Wolfgang Zach
  • Gauß-Zimmer Zeven
  • Wassermühle Bademühlen
  • Steinalkenheide
  • Alter Bahnhof
  • Haus Neugarten
  • Landvolkhaus Zeven

Bildungseinrichtungen

  • Grundschule Klostergang
  • Carl-Friedrich-Gauß-Oberschule
  • Janusz-Korczak-Schule
  • Gosekamp-Grundschule
  • Kivinan - Das berufliche Bildungszentrum
  • St. Viti-Gymnasium

In der Vergangenheit:

  • Carl-Friedrich-Gauß-Hauptschule
  • Carl-Friedrich-Gauß-Realschule

Gedenkstätten in Zeven

Im Kernbereich der Stadt Zeven gibt es im öffentlichen Raum an mehreren Stellen Orte zum Gedenken an Kriegsopfer. Dazu kommen noch Gedenkstätten in den zur Stadt gehörenden Dörfern.

Auf dem Friedhof an der Kirchhofsallee finden sich Gedenksteine für Gefallene des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 auf denen auch die Namen der Toten genannt sind. Außerdem befinden sich dort eine Kriegsgräberanlage für Soldaten des Zweiten Weltkrieges und Grabsteine von Personen, die im Zusammenhang mit dem Kriegsgeschehen ums Leben kamen.

Im Randbereich der Stadt, am Nord-West-Ring, existiert eine weitere Kriegsgräberstätte für Opfer des Zweiten Weltkrieges, die in direktem Zusammenhang mit Heeresmunitionsanstalt Zeven steht und zurzeit neu gestaltet wird.

Rund um das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges in der Bäckerstraße (Ecke Klostergang) wurde im Jahr 2014 ein Stelenfeld mit den Namen der im Zweiten Weltkrieg gefallenen Zevener errichtet. Außerdem gibt es in der "Ahe", dem Zevener Stadtwald, ein von der Bäckerstraße aus erreichbares Denkmal mit der Inschrift "Den Toten der Weltkriege" auf einem beeindruckenden Findling. Die Aufstellung dieses Denkmals wurde 1957–1960 im Rat der Stadt Zeven beraten und 1960 durchgeführt. Dabei wurde auf die Nennung von Namen verzichtet.

Auf dem jüdischen Friedhof gibt es seit dem Jahr 2008 einen Gedenkstein mit den Namen der ermordeten Juden. Im Garten des Königin-Christinen-Hauses findet sich - am Ausgang zur Rhalandstraße gegenüber der Skulptur "Kain und Abel" - ein Gedenkstein für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Religionen

Die St.-Viti-Kirche am Klostergang gehört zum Sprengel Stade der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Die katholische Christ-König-Kirche an der Straße Hoftohorn ist eine Filialkirche der Rotenburger Pfarrgemeinde Corpus-Christi. Die neuapostolische Kirche an der Kirchhofsallee gehört zur Neuapostolischen Kirche in Norddeutschland.

Sport

Von 2007 bis 2009 fand im Oktober jährlich der „Große Preis von Zeven“ statt. Bei der Laufveranstaltung stand neben dem Halbmarathon der 10-km-Lauf und (ab 2008) ein 5-km-Jedermannlauf im Angebot; nach dem Rückzug des Titelsponsors wurde diese Veranstaltung nicht weitergeführt. Für den Laufnachwuchs wurden Kinderläufe angeboten, Start und Ziel befanden sich in der Zevener Fußgängerzone. Zudem gehören der Reitverein Zeven und die LAV Zeven zum sportlichen Angebot. Die erste Mannschaft der Fußballabteilung des TuS Zeven spielt in der Bezirksliga, der siebthöchsten Spielklasse im deutschen Fußball (Stand 18. August 2016).

Niederländische Einwohner

1956 wurden Bundeswehreinheiten in der Kaserne Seedorf, die zur Gemeinde Seedorf gehört, stationiert. Von 1963 bis 2006 befand sich dort eine niederländische Garnison. Im Oktober 2006 wurde dort der überwiegende Teil der deutschen Luftlandebrigade 31 stationiert. Durch das sogenannte Budel-Seedorf-Abkommen wurde 1963 die Kooperation zwischen Deutschland und den Niederlanden formell geregelt. Deutsche Soldaten zogen nach Budel, in der niederländischen Provinz Nordbrabant, und niederländische Soldaten wurden in der Kaserne Seedorf, in der Nähe von Zeven stationiert. Die neue 41. Panzerbrigade sollte in Seedorf zu einer fast 3000 Mann umfassenden Kampfeinheit werden, die immer einsatzbereit war. Nach dem Fall der Mauer blieben die niederländischen Soldaten in Seedorf und bildeten ab 1993 mit deutschen Einheiten das deutsch-niederländische Korps. Es erfolgte ein Zuzug von Familien von Berufssoldaten nach Zeven. Es wurden niederländische Schulen gegründet (Grundschule und kooperative Gesamtschule Oranje-Nassau-school), ein Kindergarten und eine Poliklinik geschaffen und niederländische Bräuche und Feste eingeführt. Beispiele sind der Besuch des Sinterklaas mit seinen Zwarte Pieten, die Feiern zum Königinnen-Tag und die seit 1968 organisierten Vier-Abend-Märsche.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehrsanbindung

Von Norden nach Süden durchquert die Bundesstraße 71 die Stadt.

Zeven liegt an den von der EVB heute nur noch im Güterverkehr betriebenen Bahnstrecken Bremervörde–Rotenburg (Wümme) und Wilstedt–Zeven–Tostedt, die von Wilstedt über Zeven, Heeslingen und Sittensen nach Tostedt führt. Die Strecke von Zeven nach Wilstedt wurde durch die Mittenwalder Eisenbahnimmobiliengesellschaft mbH & Co. KG des Berliner Unternehmers Axel Pötsch von der evb gekauft und wird seitdem als Draisinenbahn Wilstedt betrieben. Es bestehen die Güterbahnhöfe Zeven (Han) an der Verbindung Rotenburg – Zeven – Bremervörde sowie Zeven Süd und Zeven Nord (beide an der Wilstedt-Zeven-Tostedter Eisenbahn). Die Bahnhöfe Zeven Süd und Zeven (Han) liegen direkt benachbart und besitzen eine Gleisverbindung.

Zeven liegt am Radfernweg Hamburg–Bremen.

Ansässige Unternehmen

  • Das Unternehmen MAPA produziert Hygienehandschuhe und andere Haushaltsreinigungsprodukte der Marke Spontex sowie Kondome der Marken Blausiegel, Fromms und Billy Boy, dazu Babyartikel der Marke NUK.
  • Bundesweit bekannt ist die Marke „Milram“ für Milchprodukte des Zevener DMK (vormals Nordmilch).
  • Die LISEGA SE ist Weltmarktführer für Rohrleitungshalterungen. Sie beliefert die Meyer-Werft in Papenburg, Anlagen der Petrochemie sowie Kraftwerke und weitere Standorte.
  • Die SANOVO Eiprodukte GmbH & Co. ist einer der führenden Anbieter auf dem Gebiet der Eiprodukte.
  • Premium Fleisch AG, ein Unternehmen der Vion-Gruppe.
  • Die Zevener Volksbank hat ihren Sitz in Zeven.
  • Die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde hat ihre Zentrale in Zeven.
  • Die MT-Energie GmbH, ein Unternehmen im Bereich Biogas-Technologie, hat ihren Sitz in Zeven.

Sozialeinrichtungen

Zeven ist Standort des OsteMed Martin-Luther-Krankenhauses, eines Akut-Krankenhauses des Landkreises Rotenburg/W.

Gemeindepartnerschaft

Zeven unterhält eine Gemeindepartnerschaft mit der schwedischen Gemeinde Skara.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Christian Daniel von Finckh, (* 1766; † 1813), Widerstandskämpfer gegen die napoleonischen Besatzungstruppen
  • Julius Uffelmann, (* 1837; † 1894), Mediziner und Medizinhistoriker
  • Willi Schönfelder (* 1918; † 2011) Ehrenbürger der Stadt Zeven seit 2005 wegen außergewöhnlicher kommunalpolitischer und ehrenamtlicher Verdienste
  • Heinz-Günter Bargfrede (* 1942), CDU-Politiker
  • Hans-Jürgen Bargfrede (* 1959), ehemaliger Fußballspieler (Werder Bremen, FC St. Pauli und Preußen Münster)
  • Hans-Heinrich Ehlen (* 1949), CDU-Politiker, niedersächsischer Landwirtschaftsminister
  • Eckart Brandt (* 1950), Pomologe
  • Christian-Friedrich Vahl (* 1955), Herzchirurg und Direktor der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
  • Heiner Hastedt (* 1958), Philosoph
  • Werner Wölbern (* 1961), Schauspieler, erwarb am St.-Viti-Gymnasium sein Abitur
  • Doris Fitschen (* 1968), ehem. Fußball-Nationalspielerin; bestritt zwischen 1986 bis 2001 insgesamt 144 Spiele mit der deutschen Frauen-Nationalmannschaft
  • Matthias Müller (* 1971), Jazzposaunist
  • Thomas Lindner (* 1974), Folk-Rock-Musiker
  • Daniel Mahnken (* 1977), Floorballspieler (ASV Köln) und Trainer der deutschen U19-Nationalmannschaft der Frauen
  • Florence Joy (* 1986), Pop-Sängerin
  • Philipp Bargfrede (* 1989), Fußballspieler (Werder Bremen)

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Zeven

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