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Wernigerode
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Stadt Wernigerode
Der Oberbürgermeister
Marktplatz 1
38855 Wernigerode

http://www.wernigerode.de

Wernigerode

160pxAbb. 1 Wappen von Wernigerode
Basisdaten
Bundesland Sachsen-Anhalt
Höhe 240 m
PLZ 38855 (Reddeber, Wernigerode),
38875 (Drei Annen Hohne),
38879 (Schierke)
Vorwahl 03943, 039455
Gliederung Kernstadt und 5 weitere Stadtteile
Adresse der Verwaltung Marktplatz 1
38855 Wernigerode
Website www.wernigerode.de
Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos)

Wernigerode ist eine Stadt im Landkreis Harz (Sachsen-Anhalt). Nach Hermann Löns wird Wernigerode, wie beispielsweise im offiziellen Stadtmotto, auch als Die bunte Stadt am Harz bezeichnet.

Geographie

Geographische Lage

Wernigerode liegt an der Nordostflanke des Harzes, etwa 12 km ostnordöstlich des Brockens (). Hindurch führen die Bundesstraßen 6 und 244 sowie die deutsch-niederländische Ferienstraße Oranier-Route. Zudem verläuft die Eisenbahnstrecke Halberstadt–Vienenburg, die Halle und Hannover verbindet, durch die Stadt. Südwestlich liegt das Waldgebiet Landmann.

Durch Wernigerode fließt die Holtemme, in die unweit des Westerntores der Zillierbach mündet, der unmittelbar vor der Einmündung auch Flutrenne genannt wird. Ferner fließt nördlich der Stadt der Barrenbach durch mehrere Teiche und mündet im Ortsteil Minsleben in die Holtemme. Der historische Stadtkern besteht aus Altstadt und Neustadt. Zum Stadtgebiet zählen außerdem Hasserode, Nöschenrode, die Wohngebiete Stadtfeld, Burgbreite, Harzblick und Charlottenlust sowie die Ortsteile Benzingerode, Minsleben, Silstedt, Schierke und Reddeber.

Die West-Ost-Ausdehnung des Stadtgebiets mitsamt den eingemeindeten Ortsteilen beträgt 22 km, die Nord-Süd-Ausdehnung 14 km. Die Kernstadt liegt auf etwa . Der höchste Punkt des Stadtgebiets ist mit der Gipfel des Brocken, der tiefste liegt auf etwa Höhe.

Mitten durch Wernigerode zieht die Harzer Nordrandverwerfung.

Stadtgliederung

Wernigerode gliedert sich in die Kernstadt einschließlich der vor 1994 eingemeindeten Orte Hasserode und Nöschenrode und in fünf Ortschaften mit Ortschaftsräten für die ab 1994 eingemeindeten Orte Benzingerode, Minsleben, Reddeber, Schierke und Silstedt. Weiterhin gehört die Ortschaft ohne eigenständige Verwaltung Drei Annen Hohne zur Stadt Wernigerode.

Klima

Wernigerode befindet sich im Übergangsklima der gemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 9,5 Grad Celsius, die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 500 Millimeter.

Die wärmsten Monate sind Juni bis August mit durchschnittlich 16,0 bis 18,3 Grad Celsius und die kältesten Dezember bis Februar mit 1,1 bis 2,1 Grad Celsius im Mittel.

Mit durchschnittlich 54 Millimetern fällt der meiste Niederschlag im Juli, der geringste mit 30 Millimeter im Februar.

Das Klima, genauer die Niederschlagsmenge und Temperatur, wird durch den vom Mittelgebirge Harz verursachten Steigungsregen beeinflusst. Da die Stadt auf der Regenschattenseite (Lee-Seite) des Harzes liegt, kommt dort weniger Niederschlag an als in ähnlichen klimatisch gemäßigten Regionen ohne einen „Schutz“ durch ein Gebirge. Durch den dabei gelegentlich entstehenden Föhn kommt es außerdem zu einer Temperaturerhöhung.

Nach DIN 1055 ist Wernigerode in die Schneelastzone 3 einzuordnen.

Geschichte

Entstehung der Stadt

Über die genaue Entstehung des Ortes gibt es keine schriftlichen Quellen. Nach neuesten Forschungen bestehen keine – wie durch Eduard Jacobs und Walther Grosse angenommen – ursprünglichen Beziehungen zum Kloster Corvey (Weser) und dem dortigen Abt Warin, sondern der Ortsname weist vielmehr auf eine geschützte Rodungssiedlung hin.

Erstes Siedlungsgebiet war der Klint, wo sich eine Niederungsburg befand, die sogenannte Schnakenburg. 1805 wurden die Reste dieser Burganlage abgebrochen, als Teil davon ist nur noch das Haus Gadenstedt (Oberpfarrkirchhof 13) aus dem Jahre 1582 erhalten. Zu Zeiten der ersten Siedlung befand sich auf der Anhöhe des Klints noch der harztypische Urwald, der erst gerodet werden musste, daher auch der Namensteil „-rode“.

Der Ort wurde 1121 erstmals urkundlich in Zusammenhang mit dem hier ansässig gewordenen Grafen Adalbert zu Haimar aus dem Gebiet nahe Hildesheim erwähnt, der sich fortan Graf von Wernigerode nannte. Am 17. April 1229 wurde der Siedlung das Stadtrecht nach dem Vorbild von Goslar verliehen. Im Jahre 2004 feierte Wernigerode das Jubiläum der Verleihung des Stadtrechts vor 775 Jahren.

Durch Zuzug neuer Bewohner aus den umliegenden Dörfern bildete sich im 13. Jahrhundert am nordöstlichen Rand der alten Stadt eine neue Siedlung – die spätere Neustadt, eine Ackerbürgerstadt, die außerhalb der Umfassungsmauer der Altstadt lag. Die Johanniskirche wurde als Pfarrkirche der Neustadt Wernigerode im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts im romanischen Stil gebaut.

Vom Spätmittelalter zur Neuzeit

Nach dem Aussterben der Grafen von Wernigerode in männlicher Linie durch den Tod des Grafen Heinrich 1429 wurde Wernigerode Sitz der Grafen zu Stolberg, die über Jahrhunderte hier die Oberherrschaft ausübten. Im Bauernkrieg 1525 wurden mehrere umliegende Klöster geplündert und teilweise zerstört, so insbesondere das Kloster Himmelpforten im heutigen Stadtteil Hasserode. Plünderungen im Dreißigjährigen Krieg und Zerstörungen durch Brände brachten großes Leid über die hier ansässige Bevölkerung.

Etwa 20 Menschen wurden in Wernigerode in Hexenprozessen von 1521 bis 1608 nachweislich zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Zu den Opfern der Hexenverfolgungen gehören Andreas Meinicke aus dem Eckertal (1581), Mette Fliß aus Drübeck (1583) und Katharina Bernburg aus Rohrsheim (1597).

Ab 1658 bestand in der Stadt das Gräfliche, ab 1893 Fürstliche Konsistorium Stolberg-Wernigerode, ein Mediatkonsistorium für die Leitung der lutherischen Kirche in der Grafschaft Wernigerode. Die lutherischen Kirchengemeinden im Gebiet der Grafschaft gehörten nach der Gründung der unierten Evangelischen Kirche in Preußen 1821 zu deren Kirchenprovinz Sachsen. Das Mediatkonsistorium jedoch bestand mit regionaler Zuständigkeit für diese Kirchengemeinden noch bis zur Auflösung 1931 fort, unterstand aber dem provinzialen Konsistorium in Magdeburg.

1714 musste Graf Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode in einem Rezess die Oberhoheit Brandenburg-Preußens über die Grafschaft Wernigerode anerkennen.

Von 1807 bis 1813 war Wernigerode in den Stadtkanton Wernigerode des Königreichs Westphalen integriert, bevor die Stadt dem neugebildeten preußischen Kreis Osterwieck der preußischen Provinz Sachsen zugeordnet wurde. Erst nach Einspruch des Grafen Henrich zu Stolberg-Wernigerode wurde Wernigerode 1825 wieder Sitz eines eigenen Landkreises innerhalb des Regierungsbezirks Magdeburg.

Am 29. März 1847 fiel ein Teil der Stadt, vor allem das Heideviertel, einem großen Brand zum Opfer.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte in Wernigerode neben dem Tourismus die industrielle Entwicklung (unter anderem Maschinen- und Werkzeugbau, Elektromotoren, pharmazeutische Produkte, Schokolade, Schreibwaren, Baustoffe) ein, die zu einem wesentlichen Aufschwung der Stadt als Tourismuszentrum und Wirtschaftsstandort führten.

20. Jahrhundert

Während des Zweiten Weltkrieges wurden in den Rautal-Werken GmbH, die 1938 zu einer modernen Leichtmetallgießerei ausgebaut worden waren, Zulieferteile für die Rüstungsindustrie gefertigt, vornehmlich durch Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge. Diese lebten in einem Barackenlager am Ziegenberg. 1942 wurde ein weiteres Barackenlager am Veckenstedter Weg 23 errichtet, das 1943 zu einem Außenlager (Tarnbezeichnung „Richard“) des KZ Buchenwald umfunktioniert wurde. Von anfänglich 95 Häftlingen steigerte sich die Belegung bis auf 800 Personen, die vor allem beim Bau von Luftschutzstollen am Galgenberg eingesetzt wurden. Die Häftlinge vom Veckenstedter Weg wurden im Dezember 1944 in das Lager „Steinerne Renne“ verlegt, das im Stadtteil Hasserode von den Wernig-Werken genutzt wurde. Sie gehörten zum Produktionskomplex des Dessauer Junkers-Konzerns, der 1944 die Genehmigung bekam, einzelne Abteilungen aus Magdeburg und Köthen in die Gebäude der Argenta-Schokoladenfabrik im Wernigeröder Vorort Hasserode zu verlegen. Dort sollten Teile des Strahltriebwerks Jumo 004 hergestellt werden. Die 500 Häftlinge wurden kurz vor Eintreffen der US-Truppen in Richtung KZ Theresienstadt in Marsch gesetzt, wo nur noch 57 lebend ankamen.

Am Brockenweg 1 befand sich vom 1. September 1937 bis zum 13. Mai 1945 das Lebensbornheim Harz, das von der SS-Organisation Lebensborn e.V. betrieben wurde.

Während der „Big Week“ griffen B-17-Bomber der USAAF am 22. Februar 1944 die Stadt als Gelegenheitsziel („Target of opportunity“) an. Bei dem Luftangriff mit 19 Maschinen kamen über 200 Menschen zu Tode. Viele Gebäude der Stadt in der Neustadt rund um die Johanniskirche wurden zerstört, darunter auch das repräsentative Brau- und Bürgerhaus Breite Straße 78, dessen beide obersten Geschosse nicht wieder errichtet wurden. Der Westteil der Orangerie wurde schwer beschädigt.

Anfang April 1945 erhielt Oberst Gustav Petri als Stadtkommandant den Befehl, die Stadt gegen die anrückenden Einheiten der US-Armee zu verteidigen. Da er diesen Befehl verweigerte, konnte die Stadt fast kampflos übergeben werden. Petri wurde daraufhin am 12. April bei Drei Annen Hohne standrechtlich erschossen. Die Stadt blieb unversehrt.

Bürgermeister

  • Ludwig Gepel, vom 7. Januar 1921 bis 6. Januar 1933
  • Ulrich von Fresenius, NSDAP, vom 10. Januar 1933 bis 20. April 1945
  • Max Otto (1889–1969), SPD/SED, vom 20. April 1945 bis 1951
  • Gustav Strahl, von 1951 bis 1962
  • Martin Kilian, SED, vom 24. Oktober 1962 bis 1990
  • Herbert Teubner, CDU, 1990 bis 1991
  • Horst-Dieter Weyrauch, CDU, von 1991 bis 1994
  • Ludwig Hoffmann, SPD, von 1994 bis 31. Juli 2008
  • Peter Gaffert, parteilos, seit 1. August 2008

Eingemeindete Orte

  • Benzingerode (Eingemeindung: 1. April 1993)
  • Hasserode (Eingemeindung: 1907)
  • Minsleben (Eingemeindung: 1. April 1993)
  • Nöschenrode (Eingemeindung: 1929)
  • Reddeber (Eingemeindung: 1. Januar 2010)
  • Schierke (Eingemeindung: 1. Juli 2009)
  • Silstedt (Eingemeindung: 1. April 1993)

Einwohnerentwicklung

  • 1456: 2.300
  • 1558: 2.630
  • 1681: 3.518
  • 1752: 3.200
  • 1783: 3.745
  • 1816: 3.760
  • 1835: 4.600
  • 1852: 5.591
  • 1858: 5.663
  • 1864: 6.582
  • 1875: 7.577
  • 1880: 8.274
  • 1890: 9.966
  • 1895: 10.480
  • 1904: 12.000
  • 1909: 18.525
  • 1925: 19.636
  • 1933: 23.296
  • 1939: 24.437
  • 1946: 34.035
  • 1950: 33.890
  • 1957: 33.353
  • 1964: 32.654
  • 1971: 32.730
  • 1981: 35.572
  • 1988: 36.909
  • 1989: 36.778
  • 1990: 35.698
  • 1992: 34.774
  • 1994: 36.404
  • 1996: 35.513
  • 1998: 35.321
  • 2000: 35.013
  • 2002: 34.812
  • 2004: 34.335
  • 2006: 33.871
  • 2008: 33.480
  • 2010: 34.383
  • 2012: 33.710
  • 2014: 33.319

Gedenkstätten

  • Ehrenanlage für die Verfolgten des Naziregimes und für zahlreiche Kriegsgefangene, abgestürzte US-amerikanische und britische Flieger sowie Frauen, Kinder und Männer, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit wurden
  • Gedenkstätte und Gedenktafel am ehemaligen KZ-Außenlager „Steinerne Renne“ der Wernig-Werke für die Opfer von Zwangsarbeit
  • Gedenktafel an der Villa Russo für die ehemaligen Besitzer Clara und Benno Russo, einen jüdischen Fabrikanten und seine Frau, die 1943 im KZ Theresienstadt bzw. im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet wurden
  • Gedenktafel von 1993 am Rathaus zur Erinnerung an die verfolgten Juden der Stadt
  • Grabstätten und Gedenkstein von 1952 auf dem Zentralfriedhof für neun unbekannte KZ-Häftlinge, die im April 1945 bei einem Todesmarsch vom Außenlager Harzungen des KZ Dora-Mittelbau von SS-Männern ermordet, auf dem Bahnhofsgelände Minsleben verscharrt und 1952 auf dem Zentralfriedhof begraben wurden
  • Mahn- und Gedenkstätte Wernigerode Veckenstedter Weg 43

Politik

Stadtrat

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgender Verteilung der 40 Sitze im Stadtrat:

  • CDU: 15 Sitze (+1)
  • SPD: 11 Sitze (−2)
  • LINKE: 8 Sitze (±0)
  • GRÜNE: 3 Sitze (+2)
  • Wählergemeinschaft Haus und Grund Wernigerode: 2 Sitze (±0)
  • PIRATEN: 1 Sitz (+1)
  • FDP: 0 Sitze (−1)
  • NPD: 0 Sitze (−1)

Wappen

Blasonierung: „In Silber eine rote Burg mit gezinnter Mauer, einem höheren zweifenstrigen Mittelturm mit Spitzdach und Knauf zwischen zwei einfenstrigen gezinnten Türmen, im kleeblattförmigen Tor mit aufgezogenem Fallgatter eine rote Forelle.“

Die älteste erhaltene Darstellung des Wappens der Stadt Wernigerode befindet sich auf einem Siegel an einer Urkunde von 1309. Die Farbgebung (Rot auf Silber bzw. Weiß) taucht im 16. Jahrhundert auf. Das Fallgatter im oberen Dreipassbogen erscheint erstmals in einem Stadtsiegel von 1610.

Die Wappensymbolik ist wie bei allen Wappen heraldisch zu interpretieren. Die Burg ist nicht das Abbild des Schlosses, sondern versinnbildlicht die Wehrhaftigkeit der Stadt. Die heute im Wappen geführte Forelle ist einem der von den Grafen von Wernigerode geführten Wappen entlehnt, das zwei Fische zeigt.

Städtepartnerschaften

Wernigerode pflegt Partnerschaften mit:

  • Carpi (Italien), seit 1964 Dieser Partnerschaftsvertrag wurde 1991, aufgrund der neuen politischen Lage, inhaltlich erneuert.
  • Neustadt an der Weinstraße, seit September 1989 Die jährlich stattfindenden Wein- und Bierfeste, das Neustädter Weinfest in Wernigerode und das Wernigeröder Bierfest in Neustadt sind zwei Beispiele für den kulturellen Austausch zwischen den Städten.
  • Cisnădie/Heltau in Siebenbürgen (Rumänien), seit August 2002 Diese Partnerschaft soll den Menschen in Siebenbürgen vor allem bei der Integration in die EU helfen. Erwähnenswert ist hier die Aktion Weihnachten im Schuhkarton, die in allen Teilen der Welt durchgeführt wird.
  • Hội An, Vietnam, seit Juli 2013

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wernigerode bietet viele touristische Attraktionen (siehe unten → Bauwerke). Der Stadtkern besteht zum großen Teil aus niedersächsischen Fachwerkhäusern. Das neugotische Wernigeröder Schloss thront markant über der Stadt und ist schon aus der Ferne gut zu erkennen. Auch die Umgebung von Wernigerode ist reizvoll: Hier startet die Harzer Schmalspurbahn, die über Schierke zum Brocken sowie quer über den Harz nach Nordhausen in Thüringen fährt.Im Jahr 2006 fand in Wernigerode die zweite Landesgartenschau Sachsen-Anhalts statt.

Theater

Jährlich werden im Innenhof des Wernigeröder Schlosses die „Schlossfestspiele“ veranstaltet. Sie sind eine Veranstaltung des Philharmonischen Kammerorchesters Wernigerode. Höhepunkte sind die Aufführungen von Opern bzw. Operetten wie Die Zauberflöte, Falstaff oder Zar und Zimmermann.

Kultur- und Freizeiteinrichtungen

Das „Harzer Kultur- und Kongresszentrum“, kurz „KiK“ für: „Kultur im Kongresszentrum“, ist ein Komplex mit einem großen Saal (600 Sitzplätze) und mit mehreren Konferenzräumen, die sich für unterschiedliche Veranstaltungen anbieten. Es befindet sich im Zentrum von Wernigerode. Die „Remise“ des Kunst- und Kulturvereins Wernigerode wird für Konzerte im kleinen Rahmen, Lesungen und für sonstige Aufführungen genutzt.

Der Wildpark Christianental befindet sich in Nöschenrode unterhalb des Schlosses. Dort gibt es einheimische, teils seltene Wildtiere wie den Luchs. Seit 2005 gibt es den „Hasseröder Ferienpark“, ein kommerzielles Ausflugs- und Urlaubsziel mit Spaßbad und weiteren Freizeitangeboten.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der sogenannte Planetenweg. Er veranschaulicht unser Planetensystem auf eine leicht verständliche Weise: die Abstände zur Sonne sind im Maßstab 1:1 Milliarde dargestellt. Der Rundgang endet am Harzplanetarium.

Museen

  • Schloss, Zentrum für Kunst- und Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts
  • Harzmuseum
  • Museum für Luftfahrt und Technik
  • Kleinstes Haus
  • Museum Schiefes Haus
  • Feuerwehrmuseum
  • Mahn- und Gedenkstätte
  • Museumshof Ernst Koch, Ortsteil Silstedt
  • Schulmuseum, Ortsteil Benzingerode
  • Gutsmühle, Ortsteil Minsleben

Galerien

  • Galerie im Ersten Stock
  • Galerie im Antiquariat B
  • Galerie im „Zentrum HarzKultur“

Bibliotheken

  • Stadtbibliothek mit Kinderbibliothek
  • Harzbücherei Wernigerode mit Walther-Grosse-Bibliothek des Harzvereins für Geschichte und Altertumskunde
  • Bibliothek der Hochschule Harz

Archive

  • Landesarchiv Sachsen-Anhalt
  • Kreisarchiv des ehemaligen Landkreises Wernigerode
  • Stadtarchiv in der „Alten Münze“

Musik

Wernigerode hat auf chorischem Gebiet überregionale Bekanntheit und wird auch als „Chorstadt“ bezeichnet. Hier befindet sich das Landesgymnasium für Musik mit vier Chören, darunter der international bekannte Rundfunk-Jugendchor Wernigerode, der 1951 von Friedrich Krell gegründet wurde.

In Wernigerode entstanden an der EOS „Gerhart Hauptmann“ 1971 die ersten Spezialklassen für Musikerziehung (seit 1991 Landesgymnasium für Musik). Neben zwei Kinderchören ist der Mädchenchor Wernigerode unter der Leitung von Steffen Drebenstedt ein bekanntes Ensemble. Aus ehemaligen Chormitgliedern des Rundfunk-Jugendchores entstand im April 2003 unter Leitung von Peter Habermann der Kammerchor Wernigerode, der unter anderem 2007 den Grand Prix der Chöre beim ZDF gewann.

Seit 1999 findet alle zwei Jahre ein „Internationales Johannes-Brahms-Chorfestival & Wettbewerb“ mit einem internationalen Chorleiterseminar unter Federführung des Fördervereines Interkultur statt. Die Stadt veranstaltet mit diesem im Wechsel zweijährlich ein Harzchorfest.

Mehrere Laien- sowie Schulchöre und Ensembles sind in Wernigerode aktiv: die „Wernigeröder Singakademie“, der „Frauenchor Wernigerode“, der „Männerchor Wernigerode von 1848“, der „Männergesangverein Hasserode 1865“, der „Kinderchor Wernigerode“ am Landesmusikgymnasium, die Vokalgruppe „Ars Vivendi“, sowie die Chöre des Gymnasiums Stadtfeld und des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums.

Das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode unter Leitung von Christian Fitzner ist eines der wenigen noch existierenden kleinstädtischen Orchester mit überregionaler Bedeutung.Ein regelmäßiger kultureller Höhepunkt sind dabei die „Wernigeröder Schlossfestspiele“.

Das „Happy Groove Orchestra“ unter der Leitung von Thomas Schicker ist eine Wernigeröder Bigband in klassischer Besetzung.

Überregional bekannt ist die Sambagruppe „Baraban“, die regelmäßig an der Eröffnung des Johannes-Brahms-Chorfestivals mitwirkt.

Die Kreismusikschule „Andreas Werckmeister“, die Musikschule Schicker mit verschiedenen Standorten und die „Musikscheune“ unterhalten Ensembles unterschiedlicher Musikrichtungen.

Bauwerke

Schloss

Bis 1929 war das Schloss Wernigerode Wohnsitz der 1890 gefürsteten Grafen zu Stolberg-Wernigerode, heute ist es ein Museum insbesondere für Kunst- und Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts.

Rathaus

Das dominante Gebäude am Marktplatz wurde 1277 erstmals als gimnasio vel theatro (Spiel- und Gerichtshaus) erwähnt. Der massive Bau des ursprünglichen „Spelhuses“ lässt vermuten, dass schon damals an eine spätere Aufstockung durch Fachwerk gedacht war, denn tatsächlich ist bei seinem späteren Ausbau an den Fundamenten nichts geändert worden. Selbst die spitzbogige gotische Eingangstür in das Erdgeschoss ist heute noch vorhanden. Mit der Aufstockung 1492 erhielt das „Spielhaus“ einen großen Festsaal, der über eine Freitreppe an der Westseite betreten werden konnte. Versehen mit einem hohen Giebel, konnte das Rathaus Wernigerode jetzt nicht nur neben den Patrizierhäusern am Markt bestehen, sondern wurde jetzt zum dominierenden Mittelpunkt des Marktplatzes. Die aufwärts strebenden Fachwerkbalken nahmen dem Ganzen die bisherige Plumpheit. Das 1497 vollendete Gebäude entsprach schon mehr dem nach städtischer Repräsentanz verlangenden Bürgertum. 1497 wurden vor den breiten niederdeutschen Giebeln zwei schlanke Fachwerktürme gesetzt und als Gegenstück zu diesen vertikalen Elementen als horizontales Band in den unteren Gefachen „geschweifte Andreaskreuze“, die hier zum ersten Mal in Wernigerode auftauchen und dann in der Stadt an anderen Fachwerkhäusern übernommen wurden. Sein heutiges Aussehen erhielt es nach einem Brand (1521) und einem weiteren Umbau in den Jahren 1539 bis 1544. Besonders bemerkenswert sind die geschnitzten Figuren, mit denen die Geschoss- und Dachüberstände verziert sind. Es gilt als eines der schönsten Rathäuser Europas.

Kirchen

  • St.-Sylvestrikirche auf dem Oberpfarrkirchhof Älteste Pfarrkirche der Stadt, die zunächst dem Heiligen Georg geweiht war. Sie wurde von den Grafen von Wernigerode 1265 in ein Benediktinerchorherrenstift umgewandelt, die ihr mit dem Heiligen Silvester einen zweiten Namenspatron verliehen. Noch heute verfügt die inzwischen evangelische Kirche über dieses Doppelpatrozinium. Sehenswert ist das Maria-Magdalena-Antependium, eine Weißstickerei von etwa 1250. Im 19. Jahrhundert erhielt das Gotteshaus sein neogotisches Aussehen. Die Entwürfe stammen von Schlossbaurat Carl Frühling (1839–1912). Die Kanzel der Kirche, Johannes, Petrus, Paulus und Jakobus zeigend, wurde 1883 von dem ortsansässigen Hofbildhauer Gustav Kuntzsch nach Vorlagen von Peter Vischer dem Älteren geschaffen. Auch das Gestühl stammt aus der Werkstatt Kuntzsch. Am Oberpfarrkirchhof 13 steht das Gadenstedtsche Haus von 1582.
  • St.-Johannis-Kirche Evangelische Pfarrkirche für die Neustadt von Wernigerode, die in ihrer Gesamtsubstanz älteste erhaltene Kirche der Stadt, zwischen 1265 und 1279 erbaut und Ende des 15. Jahrhunderts baulich verändert, in großen Teilen noch im Original erhalten. Bedeutsam ist der vierflügelige Marien-Schnitzaltar mit heiligen Frauen in der Altarbekrönung von 1415 sowie die Ladegastorgel von 1885, die regelmäßig auch für Konzerte („Orgel zur Nacht“) genutzt wird.
  • Kreuzkirche Die von der zum Kirchenbezirk Sachsen-Thüringen der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche gehörenden Evangelisch-Lutherischen Kreuzkirchengemeinde genutzte und unter Denkmalschutz stehende Kreuzkirche wurde am 19. Oktober 1873 als Gotteshaus der Altlutherischen Kirche geweiht. Die Inneneinrichtung des turmlosen Fachwerkbaus stammt aus der abgerissenen Nicolaikirche, so die Kanzel und die Emporen von 1611. Die kleine Glocke im Dachreiter wurde 1300 gegossen. Während der Zeit des Nationalsozialismus boten die Altlutheraner Mitgliedern der Bekennenden Kirche die Gelegenheit, ihre Gottesdienste in der Kreuzkirche abzuhalten. So predigten auch der bekannte, von den Nationalsozialisten verfolgte evangelisch-unierte Pfarrer Martin Niemöller und der spätere evangelisch-unierte Bischof Otto Dibelius in der Kreuzkirche. Nach dem Ende des Krieges bedankte sich die Bekennende Kirche mit einem spätgotischen Kreuz, das sich bis heute in der Kirche befindet.
  • Liebfrauenkirche einstige Pfarrkirche für das Burgstraßenviertel und Teile von Nöschenrode, 1751 durch Brand zerstört, danach wiederaufgebaut. Der Turm kann bestiegen werden.
  • Theobaldikapelle in Nöschenrode spätmittelalterliches Bauwerk mit sehenswerter Barockausstattung. Um 1400 als Sühnekapelle erbaut, mit barocken Malereien von 1636, Glockenturm von 1710.
  • St.-Georgs-Kapelle Um 1350 erbaute Kapelle, an der Ilsenburger Straße nordwestlich der Altstadt gelegen, mit Glockenturm von 1635.
  • St.-Marien-Kirche Das heute einzige katholische Gotteshaus Wernigerodes wurde 1905/06 an der Sägemühlengasse errichtet. Die neoromanische Basilika ist in der Grundform eines Kreuzes erbaut und mit zwei Türmen auf der Westseite ausgestattet. Heute ist die Kirche Sitz der Pfarrei St. Bonifatius im Dekanat Halberstadt, die sich vom Großen Fallstein bis zum Brocken erstreckt.
  • Neuapostolische Kirche an der Lüttgenfeldstraße.
  • Christuskirche in der Lutherstraße im Stadtteil Hasserode Die mitten im Stadtteil Hasserode gelegene Christuskirche Wernigerode ist die religiöse Heimstatt der evangelischen Christusgemeinde Wernigerode-Hasserode und feierte im Jahr 2009 ihr 100-jähriges Bestehen. Der neoromanische Bau, der zu Gottesdiensten ebenso wie für Chorkonzerte regelmäßig genutzt wird, ist der Mittelpunkt einer ökumenisch ausgerichteten Gemeindetätigkeit, die ihre Wurzeln in der Gemeinde der ehemaligen preußischen Kolonie „Friedrichsthal“ hat. Christen lutherischen und reformierten Bekenntnisses hatten sich seit 1778 in der ehemaligen Konkordienkirche gemeinsam versammelt. Zu den Besonderheiten der heutigen Christuskirche und ihrer Gemeinde zählt, dass sich christliches Miteinander neben den Gottesdiensten auch in dem großen Gemeindehaus abspielt. Dieses wurde in den 1930er Jahren zu einem vielfältig nutzbaren, zugleich ansehnlich gestalteten Haus umgebaut und bietet mit seinen 70 Plätzen des hier untergebrachten Kindergartens den Kindern von Hasserode eine behagliche Heimstatt.

Weitere Bauwerke

  • Das kleinste Haus der Stadt in der Kochstraße ist heute ein Museum.
  • Das schiefe Haus ehemalige Teichmühle – ein Fachwerkhaus, das sich wegen teilweiser Unterspülung durch den unterirdischen Mühlgraben im Laufe mehrerer Jahrhunderte auf einer Seite abgesenkt hat. Es ist heute Sitz eines Vereins.
  • Das Krummelsche Haus Breite Straße 72, ebenfalls ein Fachwerkhaus, das der aus Berlin stammende Kornhändler Heinrich Krummel 1674 im Stil des Spätbarocks erbauen ließ. Durch die vorgesetzte Holzfassade mit Schnitzereien ist das Fachwerk kaum als solches zu erkennen. Aus dem Holzschnitzwerk eines unbekannten Künstlers ragen die zehn Reliefs unter den Fenstern – „Erdteil-Allegorien“ – besonders hervor, die nach Kupferstichen des flämischen Kupferstechers Adriaen Collaert (1560–1618) geschnitzt worden sind. 1875 wurde das Erdgeschoss als Laden grundlegend umgebaut und durch den heimischen Holzbildhauer Gustav Kuntzsch mit allerlei Zierrat und fünf Vollplastiken auf Konsolen überreich geschmückt. Heute beherbergt das Haus einen gastronomischen Betrieb.
  • Die Alte Münze eines der wenigen erhaltenen Fachwerkhäuser mit steinernem Erdgeschoss aus dem 16. Jahrhundert, erbaut von Valentin von Sundhausen, beherbergt heute die Harzbücherei und das Stadtarchiv.
  • Der Westerntorturm wurde um 1250 als Stadttor erbaut, war ehemals Teil der Stadtmauer und ist mit 41 Metern der größte der noch erhaltenen Wehrtürme.
  • Der Halbschalenturm auf den Tuchmacherrähmen ist ein alter Stadtmauerturm, der 1889 auf Veranlassung von Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode wieder mit einem Schieferdach versehen wurde. In der Nähe des früheren fürstlichen Vorwerks steht noch ein zweiter derartiger Turm.
  • Kaiserturm auf dem Armeleuteberg ist ein 1902, auf Kosten von Edmund Lührmann errichteter Aussichtsturm mit guter Fernsicht auf das Schloss, die Harburg und das nördliche Harzvorland bis Halberstadt.
  • Orangerie im ehemaligen Lustgarten am Schlossberg: errichtet 1728–1731, 1826 Umbau zur Bibliothek. Während des Luftangriffs vom 22. Februar 1944 im Westteil beschädigt und später wiederhergestellt.
  • Das Haus Preysser in der Breiten Straße ist ein Fachwerkhaus aus dem Jahr 1696, das der Stilepoche des Manierismus zugeordnet wird.

Die Kulturdenkmale Wernigerodes sind im örtlichen Denkmalverzeichnis aufgeführt.

Parks

  • Anlage der Landesgartenschau Wernigerode, heute Bürgerpark, mit Köhlerteich und dem Kleinen Harz
  • Lustgarten nebst Kastanienwäldchen
  • Tiergarten mit Schlossgarten (der Schlossgarten gehört zum Netzwerk Gartenträume Sachsen-Anhalt)
  • Wildpark Christianental

Friedhöfe

  • Zentralfriedhof am Eichberg
  • Theobaldifriedhof in Nöschenrode mit den Gräbern der fürstlich-gräflichen Familie

Denkmäler

  • Hermann-Löns-Denkmal, errichtet 1929 vom Harzklub, Plakette: Entwurf und Ausführung durch Hans Bülow
  • Karl-Marx-Denkmal, erstes in der DDR errichtetes Denkmal dieser Art, von Rudolf Wewerka (1953 errichtet)
  • Gedenkstein für König Friedrich II. von Preußen in Hasserode, eingeweiht am 13. September 2012

Naturdenkmäler

  • Mönchsbuche
  • Ottofels
  • Steinerne und kleine Renne, in der Nähe der Wernigeröder Bürgerbrunnen

Sport

Allgemein ist es möglich, in Wernigerode fast alle gängigen Sportarten zu betreiben, sei es Ball-, Kampf- oder Denksport. Neben der in der Regionalliga spielenden American Footballmannschaft Mountain Tigers sind die Red Devils in Wernigerode angesiedelt. Diese spielen in der Unihockey-Bundesliga.

Im Zwölfmorgental existieren mehrere Skisprungschanzen (Zwölfmorgentalschanzen) sowie ein Skilift.

Jeweils am letzten Samstag im April findet die „Harzquerung“ statt, ein Ultramarathon über den Harz mit Start in Wernigerode und Ziel in Nordhausen.

Die beiden Fußballvereine der Stadt sind der FC Einheit Wernigerode und Germania Wernigerode.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • 30. April: Walpurgisfeiern
  • Mitte Juni:
    • Rathausfest unter anderem mit Tanzturnier um die Rathauspokale und Mitternachtsball
    • Am Freitag der Rathausfestwoche: Young Part im Bürgerpark (Musikveranstaltung, hauptsächlich für Jugendliche)
  • Jährlich im Sommer:
    • Johannisfest der Johannisgemeinde
    • Wernigeröder Schlossfestspiele
    • Neustädter Weintage
    • Stadtfeldfest
    • Im Juli (zweijährlich): Internationales Johannes Brahms Chorfestival & Wettbewerb (INTERKULTUR)
  • 2. Wochenende im Oktober: Harz-Gebirgslauf (national)
  • Himmelfahrtwochenende: Treffen der Jagdstudenten des WJSC
  • Anfang November: Hasseröder Hubertusfest
  • ab Ende November: Weihnachtsmarkt (bis kurz vor Heiligabend)

Kulinarische Spezialitäten

  • Original Harzer Baumkuchen
  • Hasseröder Bier
  • Harzer Pottsuse
  • Brockensplitter
  • Harzer Tröpfchen (Brocken Tröpfchen)

Wirtschaft und Infrastruktur

Branchenschwerpunkte

Auch wirtschaftlich ist die Stadt stark durch den Tourismus geprägt (Schloss Wernigerode, Harzer Schmalspurbahnen, Gastronomie, Nationalpark).

Weitere Industrieunternehmen gehören vorrangig der Metall- und Elektroindustrie an, darunter Automobilzulieferer. Hinzu kommen Pharmaunternehmen und Lebensmittelindustrie.

Ansässige Unternehmen

Der Ortsteil Hasserode war der ursprüngliche Sitz der Hasseröder Bierbrauerei, die 1990 in den Besitz der Gilde-Brauerei Hannover überging und mittlerweile zur belgisch-brasilianischen Brauereigruppe InBev Deutschland Holding GmbH gehört. 1995 wurde sie im Gewerbepark Nord-West als ein hochmodernes neues Unternehmen errichtet. Das „Hasseröder“ ist heute ein weltweit beworbenes Bier.

Wernigerode als Standort traditionsreicher Schokoladenfabriken ist heute Sitz der Wergona GmbH, welche die Nachfolgerin des VEB Argenta Wernigerode ist. Als Hersteller von Maschinen für die Schokoladeindustrie hat die Chocotech GmbH in Wernigerode ihren Standort. Die Schneider GmbH produziert Schreibgeräte – in der DDR wurde hier der Heiko-Füllhalter hergestellt. Wernigerode war Sitz des Reiswunderwerks. In der PSFU GmbH werden Präzisionsteile für den Maschinenbau, Fahrwerksteile für Motorräder und Brennstoffzellen zur Elektroenergie und Wärmeversorgung gefertigt. Die NEMAK-Gießerei produziert Zylinderköpfe für Kfz-Motoren. Bei VEM Motors werden Elektromotoren entwickelt und gebaut. Die Getriebe und Antriebstechnik fertigt Getriebe, Turboladerkomponenten und Teile für Windkraftanlagen.

Verkehr

Die nächstgelegene Autobahn ist die A 395 (Braunschweig–Vienenburg). Die B 6n führt direkt nach Wernigerode und schließt den Gewerbepark Nord-West (Anschlussstelle Wernigerode-Nord) und das Gewerbegebiet Stadtfeld (Anschlussstelle Wernigerode-Zentrum) unmittelbar an.

Wernigerode ist Eisenbahnstation der Bahnstrecke Heudeber-Danstedt–Vienenburg, auf der im Zweistundentakt der HEX 4 Goslar – Halle (Saale) fährt. Im Einstundentakt verbindet der HarzElbeExpress Goslar und Magdeburg sowie Halberstadt. An Freitagen und am Wochenende verkehrt der HarzBerlinExpress zwischen Goslar und Berlin Ostbahnhof. Ebenso ist Wernigerode Endstation der Harzer Schmalspurbahnen. Hier beginnen Züge der Harzquerbahn, die unter anderem zur Brockenbahn führt, auf der dampflokbespannte Schmalspurzüge mehrmals täglich bis auf den Brocken fahren.

Das Nahverkehrsnetz besteht aus vier Stadtbuslinien und einer sogenannten Nachtlinie, die ab 19:00 Uhr bis etwa 0:00 Uhr die größeren Stadtteile anfährt. Zentraler Umsteigepunkt ist neben dem Hauptbahnhof die Haltestelle Rendezvous, die sich direkt im Stadtzentrum befindet und an der sich die Linien wochentags alle 15 Minuten, an Wochenenden und Feiertagen stündlich treffen. Die vier Stadtbuslinien:

  • Linie 1: Hasserode – Rendezvous – Hauptbahnhof – Harzblick (und umgekehrt)
  • Linie 2: Nöschenrode – Rendezvous – Stadtfeld (und umgekehrt)
  • Linie 3: Eisenberg – Rendezvous – Burgbreite – Am Bodengarten (und umgekehrt)
  • Linie 4: Hasserode – Harzblick – Hauptbahnhof – Rendezvous – Burgbreite – Stadtfeld – Rendezvous – Hauptbahnhof – Harzblick – Hasserode

Verwaltungseinrichtungen

  • Stadtverwaltung
  • Agentur für Arbeit
  • Amtsgericht Wernigerode
  • Gesundheitsamt
  • Verwaltung des Nationalparks Harz

Forschungs- und Bildungseinrichtungen

  • Hochschule Harz – Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH)
  • Robert-Koch-Institut (Außenstelle Wernigerode)
  • Institut für Automatisierung und Informatik GmbH/Zentrum für industrielle Forschung und Entwicklung
  • HarzOptics GmbH – Institut für photonische Forschung
  • ProRegio Consult GmbH
  • Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) (Außenstelle)

; Grundschulen

  • Diesterweg Grundschule
  • August-Hermann-Francke Grundschule
  • Stadtfeld (Ganztagsgrundschule)
  • Harzblick Grundschule
  • Freie Grundschule (Ganztagsgrundschule)

; Sekundarschulen

  • Thomas Müntzer Sekundarschule
  • Ganztagsschule Burgbreite

; Gymnasien

  • Gymnasium Stadtfeld
  • Gerhart-Hauptmann-Gymnasium
  • Landesgymnasium für Musik
  • Fachgymnasium (als Teil der Berufsbildenden Schulen)

; Weitere Schuleinrichtungen

  • Kreismusikschule „Andreas Werckmeister“
  • Volkshochschule „Harz“
  • Berufsbildende Schulen des Landkreises Wernigerode
  • Berufsbildungszentrum der Deutschen Bauwirtschaft

; Sonderschule

  • Liv-Ullmann-Sonderschule für Geistigbehinderte
  • Basisförderschule „Pestalozzi, Schule für Lernbehinderte“

; Private Bildungsträger

  • Teutloff Bildungszentrum und Teutloff Sozialwerk
  • Technische Akademie Überlingen
  • Oskar-Kämmer-Schule

Persönlichkeiten

  • siehe Liste von Persönlichkeiten der Stadt Wernigerode
  • Liste der Preisträger des Kulturpreises der Stadt Wernigerode

Filmdokumentationen

  • Bilderbuch: Wernigerode – Fachwerkparadies und Brockenhexe. Dokumentarfilm von Carla Hicks, Deutschland 2007. 45 Minuten

Spielfilme

Martha war 1916 der erste Spielfilm, der in Wernigerode aufgenommen wurde. Mit Hans Röckle und der Teufel (1974) und Schneeweißchen und Rosenrot (1979) drehte die DEFA Kinofilme in Wernigerode. Für den Polizeiruf 110 war die Stadt bereits dreimal in den Episoden In Maske und Kostüm (1978), Lauf oder stirb (1996) und Böse Wetter (2000) Filmkulisse der Krimiserie. Filmaufnahmen fanden hier auch für die Kinofilme 7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug (2006), Das kleine Gespenst (2013) und Frantz (2016) statt. Drehort für die Fernsehfilme Plötzlich Millionär (2008), Das Geheimnis im Wald (2008) mit Christoph Waltz, und Alle Zeit der Welt (2011) war ebenfalls Wernigerode.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Wernigerode

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