Stadt Weilheim i.OB
Admiral-Hipper-Str. 20
82362 Weilheim

http://www.weilheim.de

Weilheim in Oberbayern

160pxAbb. 1 Wappen von Weilheim in Oberbayern
Basisdaten
Bundesland Bayern
Höhe 563 m
PLZ 82362
Vorwahl 0881
Gliederung 6 Stadtteile
Adresse der Verwaltung Admiral-Hipper-Straße 20
82362 Weilheim i.OB
Website www.weilheim.de
Bürgermeister Markus Loth (Bürger für Weilheim)

Weilheim in Oberbayern (amtlich: Weilheim i.OB) ist die Kreisstadt des oberbayerischen Landkreises Weilheim-Schongau. Weilheim ist als Mittelzentrum einer der wichtigsten Orte des Pfaffenwinkels im bayerischen Oberland.

Geographie

Geographische Lage

Weilheim liegt eingebettet in die Landschaft des bayerischen Alpenvorlandes zwischen München im Norden und Garmisch-Partenkirchen im Süden. Durch die Stadt fließt die Ammer, ein linker Nebenlauf der Isar.

Stadtgliederung

Zur Gemeinde Weilheim gehören neben der Stadt Weilheim auch die Orte Marnbach, Deutenhausen, Tankenrain, Unterhausen, Hahnenbühel und Lichtenau.

Geschichte

Bis zum 18. Jahrhundert

Älteste Spuren menschlicher Besiedlung stammen aus der Bronzezeit, aus der Spätrömerzeit stammen Grabfunde. Der Name Weilheim wird als Heim bei den römischen Villen (Landgüter) gedeutet. Es gibt aber mehrere weitere Theorien für den Ursprung des Ortsnamens. Das jetzige oberbayrische Gebiet gelangte unter dem Feldherrn Drusus in römische Hand. Die Römer bauten 200 nach Christus die „Via Raetia“, die über den Brennerpass nach Augsburg führte. Diese Römerstraße verlief über Weilheimer Gebiet. Um 476 zogen sich die Römer zurück nach Süden und die Bajuwaren kamen in die Gegend.

Die erste urkundliche Erwähnung des damaligen Dorfes „Wilhain“ stammt aus einer Urkunde vom 16. April 1010 des Königs und späteren Kaiser Heinrich II. von Bamberg, der dem Kloster Polling im Jahr 1010 den Besitz eines Gutshofes in Weilheim zuspricht. Ab etwa 1080 sind Edle zu Weilheim nachweisbar, sie waren Lehensmänner der Andechs-Meranier und starben um 1312 aus. Ab 1236 gab es einen Palisadenzaun als Vorläufer der Stadtmauer. Etwa im Jahr 1328 ermöglichte der Münchner Patrizier Ludwig Pütrich durch Stiftungen die Einrichtung des Heilig-Geist-Spitals außerhalb der Stadtmauern. Nach ihm wurde ein Preis der Stadt benannt. Im Mittelalter wurde Weilheim von mehreren schweren Bränden heimgesucht. Als 1521 in München eine Pestepidemie ausbrach, residierten die bayerischen Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig zwischenzeitlich im Weilheim. Anfang des 17. Jahrhunderts Stand das Kunsthandwerk in Weilheim in Blüte, allen voran die Weilheimer Bildhauerschule. Bekannte Vertreter aus dieser Zeit sind Georg Petel, Hans Krumpper und Johann Sebastian Degler. Im Jahre 1611 wurde ein Trifthof an der Ammer für die Holztrift eingerichtet, dort wurden Baumstämme zu Flößen verbunden um sie auf dem Wasserweg weiter bis in die Amper zu bringen. Im Jahre 1639 wurde das Franziskanerkloster St. Joseph beim Schmiedtor wegen eines Priestermangels angesiedelt.

19. und 20. Jahrhundert

Im Rahmen der Säkularisation im Jahr 1802 wird das Franziskanerkloster in Weilheim aufgehoben. Bei einer schweren Brandkatastrophe in der Oberen Stadt am 3. Mai 1810 verbrannten nach einem Blitzeinschlag 120 Häuser und zwei Personen kamen ums Leben. Das ehemalige Franziskanerkloster brannte 1825 ab, daraufhin wurde 1826 dort ein gemeinsames Gebäude für das Heilig-Geist-Spital und ein Krankenhaus an der heutigen Münchner Straße gebaut. Am 1. Oktober 1869 erscheint die erste Tageszeitung vor Ort, das „Weilheimer Tagblatt“. Zwischen 1872 und 1874 wurden drei Stadttore abgebrochen, zunächst 1872 das Obere-Tor, 1873 das Schmied-Tor und zuletzt 1874 das Pöltner-Tor. Durch einen Luftangriff im Zweiten Weltkrieg vom 19. April 1945 wurden 24 Personen getötet und der Bahnhof zerstört.

Religionen

Mit mehr als 11.000 Einwohnern ist über die Hälfte der Bevölkerung römisch-katholisch. Es gibt etwa 5000 evangelische Einwohner, der Rest ist konfessionslos oder gehört einer anderen Glaubensgemeinschaft an.

Die Stadt gehört zum Bistum Augsburg in der Diözesanregion Weilheim-Oberland, Dekanat Weilheim-Schongau. Die Stadtpfarrkirchen sind Mariae Himmelfahrt und Sankt Pölten für das südliche Stadtgebiet. Außerdem gibt es noch die Stiftskirche Heilig Geist und weitere kleinere Kirchen. Im Ortsteil Deutenhausen steht die Pfarrkirche Sankt Johannes der Täufer, in Marnbach die Pfarrkirche Sankt Michael und in Unterhausen die Pfarrkirche Mariä Heimsuchung. Alle fünf katholischen Kirchengemeinden sind als Pfarreiengemeinschaft Weilheim miteinander verbunden.

Die evangelisch-lutherische Kirche ist mit der Pfarrgemeinde Apostelkirche und dem Dekanat Weilheim vertreten. Es erstreckt sich vom Starnberger See bis zur Zugspitze. Die Apostelkirche ist in der Region für die neue Orgel bekannt. Im Jahre 2016 wurden drei neue Glocken – benannt nach den Aposteln Paulus, Petrus und Johannes – eingeweiht.

Die Freie evangelische Gemeinde Weilheim besteht seit 1993 und gehört zum Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Deutenhausen und Unterhausen eingegliedert.

Einwohnerentwicklung

Jahr 1840 1871 1900 1910 1925 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 2.599 3.732 4.901 5.249 6.754 7.934 12.313 13.360 15.545 17.294 18.592 19.760 20.863 21.536 21.649 22.184

Politik

Stadtrat

Sitzverteilung im Stadtrat
Partei / Liste Wahl 2014 Wahl 2008 Wahl 2002
Stimmenanteil Sitze Stimmenanteil Sitze Stimmenanteil Sitze
B.f.W – Bürger für Weilheim 32,60 % 10 42,9 % 13 26,1 % 8
CSU 27,91 % 8 31,3 % 9 45,0 % 14
SPD 12,96 % 4 11,1 % 4 17,2 % 5
Freie Wähler/FW Weilheim 12,40 % 4 - - - -
Bündnis 90/Die Grünen 11,20 % 3 8,3 % 2 5,7 % 2
FDP 2,92 % 1 3,2 % 1 2,4 % -
UWV/BP - - 3,2 % 1 3,6 % 1
Gesamt 100 % 30 100 % 30 100 % 30
Wahlbeteiligung 56,6 % 63,4 % 66,1 %

Bürgermeister

Erster Bürgermeister ist seit 2002 Markus Loth (B. f. W. – Bürger für Weilheim), zweiter Bürgermeister ist Horst Martin (SPD), dritte Bürgermeisterin ist Angelika Flock (CSU).

Wappen

Auf dem Wappen der Stadt Weilheim ist ein offenes Stadttor mit drei Türmen zu sehen. Es wurde der Stadt um 1320 von Kaiser Ludwig dem Bayer verliehen. Aus der Zeit davor zeigt ein Wappen auf der Nordseite des Rathauses einen Viertelmond mit drei Sternen.

Städtepartnerschaften

Weilheim hat mit der französischen Stadt Narbonne eine Städtepartnerschaft. Diese entstand aus einer Begebenheit im Jahr 1965, als französische Pfadfinder aus Narbonne nahe Weilheim zelteten und dabei vom Hochwasser überrascht wurden. Weilheimer Bürger halfen und daraus entstanden freundschaftliche Kontakte in die französische Stadt, die mit dem Unterzeichnen einer Partnerschaftsurkunde 1971 in Narbonne und 1974 in Weilheim gefestigt wurden.Diese Partnerschaft wird auf Initiative und Organisation durch den Gewerbeverband Weilheim seit 1988 mit der „Französischen Woche“ an jedem ersten Juliwochenende des Jahres auf dem Weilheimer Marienplatz gefeiert. Alle zwei Jahre findet die Bayerische Woche in der Partnerstadt in Narbonne statt. Die jeweiligen Feste werden durch entsprechende hochrangige Delegationen der jeweiligen Partnerstadt begleitet.

Ferner hat die Stadt Weilheim seit langem eine Partnerschaft mit einem Minenjagdboot der deutschen Marine (Frankenthal-Klasse 332), das auf den Namen „Weilheim“ getauft wurde. Das am 4. Februar 1958 getaufte und inzwischen außer Dienst gestellte Vorgängerboot gleichen Namens kann im Marinemuseum in Wilhelmshaven besichtigt werden. Den Vorschlag für eine Schiffspatenschaft kam auf Anregung des damaligen Verteidigungsministers Franz Josef Strauß zustande und fand bei der Stadt Weilheim großen Anklang. Einer der beiden Anker dieses Schiffes befindet sich in der Nähe der alten Stadtmauer und kann dort betrachtet werden.

Wirtschaft und Infrastruktur

Weilheim hat durch einige Stammsitze mittlerer Unternehmen eine geringe Arbeitslosigkeit. Darunter befinden sich die Bremicker Verkehrstechnik, ein bedeutender Hersteller für Verkehrszeichen. Ferner sitzt hier die WTW Wissenschaftlich-Technische Werkstätten GmbH. Das Unternehmen wurde 1945 von Karl E. Slevogt gegründet und ist heute ein weltweit tätiger Hersteller von Produkten für die Wasseranalytik. Die Zarges wurde 1933 in Stuttgart als erstes Leichtmetallbau-Unternehmen in Europa gegründet und zog vor Kriegsbeginn nach Weilheim um. K & L Ruppert ist ein bedeutendes Unternehmen für Textilhandel in Süddeutschland. Im Südwesten liegt das Gewerbe- und Industriegebiet Trifthof mit zahlreichen Geschäften und Großhändlern. Der Kreisboten-Verlag Mühlfellner hat seinen Sitz in Weilheim. Nördlich befinden sich Industrieansiedlungen im Gewerbegebiet Öferl und Paradeis.

Mit dem ''Dachsbräu Weilheim'' bietet Weilheim die letzte selbstständige Brauerei im Landkreis. In Lichtenau, 3,5 km südwestlich der Erdfunkstelle Raisting, liegt die Satelliten-Bodenstation Weilheim des ''DLR''.

Verkehr

Der Bahnhof ''Weilheim (Oberbay)'' bildet einen Eisenbahnknotenpunkt mit fünf Bahnsteigen. Er liegt an der elektrifizierten Bahnstrecke von München über Garmisch-Partenkirchen nach Mittenwald und Innsbruck. Weilheim ist ferner Ausgangspunkt für die Pfaffenwinkelbahn (Schwaben-Allgäu-Bahn) nach Schongau sowie die Ammerseebahn über Geltendorf nach Mering und Augsburg. Der Regelbetrieb wird im Stundentakt gefahren. Der Bahnhof wurde am 1. Februar 1866 in Betrieb genommen.

Die Bundesstraße 2 führt über Starnberg nach München. Nach Süden geht sie über Murnau nach Garmisch-Partenkirchen. Die Bundesstraße 472 führt nur wenige Kilometer südlich der Stadt von Schongau kommend Richtung Bad Tölz. Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Seeshaupt an der A 95, etwa 20 Kilometer östlich.

Öffentliche Einrichtungen

Als Eisenbahnknotenpunkt hat Weilheim zahlreiche Schulen mit vielen Fahrschülern. Es befinden sich zwei Grundschulen (Ammerschule und Hardtschule) in der Stadt, eine Mittelschule (Wilhelm-Conrad-Röntgen-Hauptschule), eine Wirtschaftsschule (Wirtschaftsschule Oberbayern), eine Realschule sowie ein Gymnasium und eine Berufsschule. Der zweite Bildungsweg ist mit einer Fachober- und Berufsoberschule vertreten.Ferner hat Weilheim eine Landwirtschaftsschule, eine Förderschule, eine Volkshochschule sowie das Berufsbildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer München.

Die Ämter von Weilheim sind Stadtmuseum, Rathaus, Kreisjugendring, Landratsamt, Volkshochschule, Bibliothek, Musikschule, Stadttheater, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten,Staatliches Bauamt, Wasserwirtschaftsamt, Polizeiinspektion, Amtsgericht, Finanzamt und Vermessungsamt. Das Gefängnis wurde in den 1980er-Jahren aufgelöst und in die Musikschule umgewandelt.

  1. Stadtmuseum
  2. Rathaus
  3. Kreisjugendring
  4. Landratsamt
  5. Volkshochschule
  6. Bibliothek
  7. Musikschule
  8. Stadttheater
  9. Finanzamt
  10. Vermessungsamt

Sport

Das Sportleben in Weilheim wird überwiegend von den Vereinen bestritten, darunter der TSV 1847 Weilheim mit gut 3500 Mitgliedern und seiner langen traditionsreichen Geschichte in einer führenden Position. In über 20 Abteilungen kann man die verschiedensten Sportarten ausüben, von Freizeit- bis zu Leistungssportarten. Die Fußballmannschaft des Vereins spielt in der Kreisklasse. Daneben gibt es kleinere Vereine wie den POST SV Weilheim, den ESV Weilheim, den Svl Weilheim und die Sportvereine der einzelnen Ortsteile. Der Alpenverein und die Naturfreunde bieten ebenfalls Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung an. Die größte Kletterhalle des bayerischen Oberlands mit ca. 800 m² Kletterfläche befindet sich in der Kreisstadt. In Weilheim gibt es einen Tennisclub und drei kommerzielle Anbieter von Tennis, Squash und Badminton. Ebenfalls in den kommerziellen Bereich fallen die zwei Tanz- und Ballettstudios von Suse Ryck (klassisches Ballett) und Christine Reiner (Klassik und Modern). Außerdem gibt es viele Spiel- und Bolzplätze im ganzen Stadtgebiet verteilt. Auch ein kleines Fußballstadion, ein Platz für Pétanque und eine BMX-Bahn sind vorhanden. Ein Naturfreibad am Dietlhofer See und ein Hallenbad in der Jahnstraße laden zum Baden ein, zahlreiche Wander- und Radwege sowie Inlineskatetouren runden das breite Angebot ab.

Tourismus

Seit 2004 verfügt die Stadt über einen Wohnmobilstellplatz an der Ammerschule. Historische Bedeutung für den Tourismus in Weilheim hat u.a. das Radwandern.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Musik

Die Gegend in und um Weilheim ist die Geburtsstätte vieler Bands der Indie-Szene. Als Beispiele seien The Notwist, 13 & God, Tied & Tickled Trio, Console, Technical Yawn und Lali Puna genannt. Der international renommierte Jazzmusiker Johannes Enders kommt ebenfalls aus Weilheim.Das politisch-satirische Kabarett „Zeit-Lupe“, das deutschlandweit auftritt und von Harald Gandt 1998 gegründet wurde, ist in Weilheim beheimatet. Die alte Weilheimer Vollzugsanstalt wurde als Musikschule um- und ausgebaut.

Als Klassiker wirkte der komponierende Mozartzeitgenosse Anton Koppaur (1745–1804), ein Weilheimer mit dem Hauptberuf Stadtschreiber. Das Kammerorchester Weilheim ist mit klassischer Musik seit über 30 Jahren mit einem Frühjahrs- und Herbstkonzert präsent.

Das Gymnasium Weilheim erlangt mit seiner Big Band überregionale Bekanntheit und gibt jährlich mehrere Konzerte.

Im Mai 2012 war Weilheim Austragungsort des 11. Bayerischen Landesmusikfestes.

Bauwerke

Die Stadtmauer und der heute als Park zugängliche Stadtgraben ist in Teilen erhalten. Kriegszerstörungen gab es mit Ausnahme der Bombardierung des Bahnhofes nicht. Das Stadtmuseum, auch Museum des Pfaffenwinkels genannt, befindet sich im alten Rathaus am Marienplatz. Das Museum gibt es schon seit 1882, der Umzug in die jetzigen Gebäude erfolgte 1966. Ausstellungsstücke sind im Wesentlichen Skulpturen, Möbel und Handwerk, Malerei, Exponate aus der Vor- und Frühgeschichte der Region und dem Brauchtum. Auch eine Jahreskrippe und zwei original eingerichtete bäuerliche Schlafzimmer sind ausgestellt. Im Foyer des Museums finden Ausstellungen mit wechselnden Künstlern statt.

Eines der Schmuckstücke der Stadt ist die im Stil des Manierismus, im Übergang von der Renaissance zum Barock, erbaute Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt von H. Krumpper (1624–28), mit Stuck der Wessobrunner Schule und schönen Fresken von Elias Greither dem Älteren, die als Inkunabel barocker Deckenmalerei in Süddeutschland gelten. Die Kirche – im Jahr 2004 umfassend renoviert – beherbergt Deutschlands größte Barockmonstranz, die Wurzel-Jesse-Monstranz von Joseph Anton Kipfinger. Eine Marienfigur steht auf der Mariensäule, die von I. Degler errichtet wurde, am Marienplatz, dem zentralen Punkt der Stadt. Außerdem gibt es die Friedhofskirchen St. Salvator und St. Sebastian mit Fresken aus dem Jahre 1441. Die Spitalkirche Heilige Dreifaltigkeit mit dem Bürgerheim wurde 1826 bzw. 1827 im klassizistischen Stil nach Plänen des Architekten Leonhard Schmidtner errichtet. Das Geläute der Stadtpfarrkirche besteht aus sechs Glocken, Bronze, gegossen im Jahr 2004 in der Glockengießerei Grassmayr in Innsbruck.

  • Glocke 1: St. Maria (2850 kg)
  • Glocke 2: Herz-Jesu (1850 kg)
  • Glocke 3: Auferstehungsglocke (1400 kg)
  • Glocke 4: Franziskusglocke (550 kg)
  • Glocke 5: Pater Rupert Mayer (380 kg)
  • Glocke 6: St. Benno (33 kg)

Schloss Hirschberg am Haarsee, im gleichnamigen Weilheimer Stadtteil, wurde 1909 im Jugendstilbarock fertig gestellt. Nach wechselvoller Nutzung, unter anderem als Gästehaus des Reichsaußenministeriums im Zweiten Weltkrieg und danach für Dienststellen der Bundesrepublik Deutschland, befindet sich das Schloss im Privateigentum.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Weilheim in Oberbayern

Regelmäßige Veranstaltungen

Wichtige Veranstaltungen sind die vom Gewerbeverband Weilheim seit 1988 jährlich veranstaltete französische Woche am ersten Juliwochenende, das Weilheimer Volksfest von Christi Himmelfahrt bis Pfingstmontag, die vom Verein Vita e Cultura Italiana Weilheim e. V. seit 2007 am ersten Septemberwochenende veranstaltete „italienische Woche“ und die Oberland-Ausstellung im Zwei-Jahres-Rhythmus Anfang Oktober. Am letzten September Wochenende gastiert die größte Elektroauto Rallye eRUDA auf dem Marienplatz. Weiter gibt es fünf große Märkte über das Jahr verteilt. Diese sind der Gallimarkt (zweiter Sonntag im Oktober), der Andreasmarkt (letzter Sonntag im November), der Weihnachtsmarkt (in der ersten Adventswoche), der Palmmarkt (am Sonntag vor dem Palmsonntag) und der Johannimarkt (letzter Junisonntag).

Kulinarische Spezialitäten

Früher besaß Weilheim mit dem Bräuwastl eine Brauerei mit überregionaler Bedeutung. Darüber hinaus wurde in der Oberen Stadt beim Oberbräu Bier hergestellt. Heutzutage konnte sich der Dachsbräu als einzige Brauerei durchsetzen. Besonders sein obergäriges Weizenbier ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Persönlichkeiten

Laut Gemeindesatzung kann die Stadt Weilheim an besonders verdiente Persönlichkeiten eine Bürgermedaille, den Goldenen Ehrenring der Stadt oder das Ehrenbürgerrecht verleihen. Voraussetzungen für die Verleihung der Bürgermedaille ist ein verdienstvolles Wirken für das Wohl oder Ansehen der Stadt und der Bürgerschaft. Für besondere Leistungen auf den Gebieten der Kunst und Wissenschaft, der Wirtschaft, des Sozialwesens oder des öffentlichen Lebens verleiht die Stadt den Goldenen Ehrenring, wenn sie dadurch das Wohl oder das Ansehen der Stadt gemehrt haben. Außerdem wird hier ein Kulturpreis, ein Literaturpreis durch das Gymnasium, ein Ludwig-Pütrich-Preis für großherzige Zuwendungen an die Stadt, ein Sozialpreis und ein Umweltpreis verliehen.

Ehrenbürger

Die größte Auszeichnung der Stadt ist das Ehrenbürgerrecht, das für außerordentliche Verdienste um die Stadt und ihre Bürger sowie für hervorragende Leistungen auf den Gebieten der Kunst und Wissenschaft, der Wirtschaft, des Sozialwesens oder des öffentlichen Lebens verliehen wird. Die Stadt achtet außerdem darauf, dass es nie mehr als 25 der so geehrten Persönlichkeiten zur gleichen Zeit gibt.

Liste der Ehrenbürger:
Person verliehen
im Jahr
Sonstiges
Carl August Böhaimb 1882 Stadtpfarrer, Weilheimer Chronist
Andreas Schmidtner 1888
Joseph May 1891
Wilhelm Conrad Röntgen 1909 Entdecker der nach ihm benannten Strahlen. Er vererbte sein Vermögen der Stadt und hatte hier eine Villa.
Franz Ritter von Hipper 1916 (* 13. September 1863 in Weilheim, † 25. Mai 1932 in Hamburg-Othmarschen), der letzte Oberbefehlshaber der Hochseeflotte der Kaiserlichen Marine im Ersten Weltkrieg. Nach ihm ist auch eine Straße in der Innenstadt benannt.
Eusebius Weber 1921 Altbürgermeister
Max Boegler 1925
Johann Miller 1929 Feuerwehrkommandant
Johann Rid 1946 Er lebte von 1876 bis 1966, war Lehrer, Stadtarchivar und Weilheimer Chronist.
Johann Bauer 1988 Altbürgermeister, im Amt von 1958 bis 1988
Klaus Rawe 2002 Altbürgermeister

Weitere mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten

  • Johannes Aelbl (* 1552), Theologe
  • Hans Krumpper (* um 1570–1634) Bildhauer, Stuckateur
  • Georg Petel, Bildhauer, der im 18. Jahrhundert den Beinamen deutscher Michelangelo bekam, wurde 1601 oder 1602 in Weilheim geboren
  • Leonhard Schmidtner (* 21. Oktober 1800 in Weilheim; † 20. Januar 1873 in Landshut), Architekt
  • Edmund Kammel (* 2. Oktober 1846 in München; † 28. Oktober 1914 in Weilheim), Apotheker und Tourenbuchautor für Radfahrer
  • Franz Hipper, seit 1916, Ritter von Hipper (* 13. September 1863 in Weilheim; † 25. Mai 1932 in Othmarschen) war ein deutscher Marineoffizier, zuletzt Admiral in der Kaiserlichen Marine im Ersten Weltkrieg.
  • Wilhelm Eduard Schmid (1893–1934), Musikkritiker und Lyriker sowie Opfer des sogenannten Röhm-Putsches
  • Max Gossner (* 25. August 1894 in Weilheim; † 5. April 1973 in Haar) Jagdpilot im Ersten Weltkrieg, Offizier im Zweiten Weltkrieg, Ministerialrat in der Bundesrepublik Deutschland
  • Joseph Panholzer (* 21. März 1895; † 29. März 1973), Politiker (Bayernpartei, BSP), bayerischer Staatssekretär, MdL, Parteivorsitzender von Bayernpartei und BSP
  • Alfred Kremer, Maler (* 1895 in Regensburg, † 1965 in Weilheim)
  • Hans Karl von Mangoldt-Reiboldt (* 2. August 1896 in Dresden; † 2. Februar 1971 in Weilheim) deutscher Jurist, Bankier und Manager, deutscher Botschafter bei der OEEC in Paris, lebte mit seiner Ehefrau Ursula von Mangoldt-Reiboldt auf seinem Gut in Weilheim.
  • Erica Schwarz (* 13. August 1905 in Weilhelm, † 12. November 1983 in Berchtesgaden), Schriftstellerin
  • Helmut Knözinger (* 10. Juli 1935–2014), deutscher Physikochemiker und Hochschullehrer
  • Robert Maximilian Helmschrott, Komponist (* 1938 in Weilheim)
  • Friedrich Denk (* 1942), deutscher Schriftsteller und Kritiker der Rechtschreibreform, war Gymnasiallehrer in Weilheim
  • Michael Holm, Musiker und Sänger (* 1943 in Stettin), lebt und arbeitet in der Nähe von Weilheim
  • Walter Grasskamp, Autor und Professor für Kunstgeschichte (* 1950 in Kapellen/Erft), lebt in Weilheim
  • Helmut Hornung (* 30. Juli 1959), Autor (Deutscher Jugendliteraturpreis), Vorsitzender der Volkshochschule Weilheim
  • Ulrich Huttner (* 1965 in Weilheim), Althistoriker
  • Markus Acher (* 24. Juni 1967 in Weilheim), Sänger, Gitarrist und Komponist
  • Johannes Enders (* 1967 in Weilheim), Jazzsaxophonist
  • Martin Gretschmann, Musiker
  • Micha Acher (* 1971 in Weilheim), Musiker
  • Katja Huber (* 1971 in Weilheim), Schriftstellerin
  • Mario Thaler, Musikproduzent und Tonstudiobetreiber
  • Bernhard Bayer (* 22. Oktober 1979 in Weilheim), Schachspieler
  • Andreas Görlitz (* 31. Januar 1982 in Weilheim), Fußballnationalspieler und Musiker
  • Sebastian Betz (* 12. Juni 1985 in Weilheim), Basketballspieler
  • Fanny Chmelar (* 31. Oktober 1985 in Weilheim), Skirennläuferin
  • Maximilian Nagl (* 7. August 1987 in Weilheim), Motocross-Sportler
  • Thomas Müller (* 13. September 1989 in Weilheim), Fußballnationalspieler
  • Dominik Bittner (* 10. Juni 1992 in Weilheim), Eishockeyspieler

Sonstiges

Weilheim ist die Geburtsstätte der Fernwähltechnik. Am 16. Mai 1923 wurde hier die erste Netzgruppe mit Selbstwählferndienst eingerichtet und somit der erste Schritt hin zu einem ortsnetzübergreifenden Telefonnetz ohne menschliche Vermittlungsdienste getan.

Ebenso stand in Weilheim die erste nicht-klösterliche Apotheke Bayerns, die 1561 eröffnet wurde. An ihrer Stelle steht heute die Stadtapotheke.Außerdem wurde die Apfelsorte Roter Weilheimer nach der Stadt benannt, sie ist eine Kreuzung der beiden Sorten Roter Berlepsch und Roter Eiser.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Weilheim in Oberbayern

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