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Waldheim
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Stadtverwaltung
Waldheim
Niedermarkt 1
04736 Waldheim

http://www.stadt-waldheim.de/

Waldheim

160pxAbb. 1 Wappen von Waldheim
Basisdaten
Bundesland Sachsen
Höhe 266 m
PLZ 04736
Vorwahl 034327
Gliederung Kernstadt; 4 Stadtteile
Website www.stadt-waldheim.de
Bürgermeister Steffen Ernst (FDP)

Waldheim ist eine Kleinstadt im Landkreis Mittelsachsen. Sie war Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Waldheim.

Geografie

Die Stadt liegt in einem Talkessel der tief eingeschnittenen Zschopau, unterhalb der Talsperre Kriebstein.

Stadtgliederung

Ortsteile:

  • Waldheim – Stadtgebiet
  • Reinsdorf
    • Neumilkau
    • Vierhäuser
  • Massanei
  • Schönberg
  • Heiligenborn
    • Neuschönberg
    • Unterrauschenthal
    • Oberrauschenthal
    • Gilsberg
  • Gebersbach
  • Heyda
  • Knobelsdorf
  • Meinsberg
  • Neuhausen
    • Kaiserburg
  • Rudelsdorf

Nachbargemeinden

Angrenzende sind die Städte Roßwein, Hartha und Döbeln, Gemeinde Erlau, die Stadt Geringswalde und die Gemeinde Kriebstein.

Geschichte

Im Jahr 1198 wurde der Name Waldheim erstmals erwähnt. 1271 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung der Burg, die unter markmeißnischer Landesherrschaft stand. Im Jahre 1286 erhielt Waldheim das Stadtrecht. 1324 belehnte Markgraf Friedrich der Ernsthafte den Burggrafen Otto von Leisnig mit Waldheim und Zubehör. Seit 1364 war Waldheim im Besitz von Friedrich, Herr von Schönburg, der die Herrschaft Waldheim 1395 mit der Herrschaft Kriebstein vereinigte. Im Jahr 1537 wurde die Reformation durch Elisabeth von Rochlitz eingeführt, zu deren Wittum die Herrschaft Kriebstein mit Waldheim gehörte. 1549 wurde das im Jahr 1405 gegründete Kloster aufgelöst. 1588 erwarb der sächsische Kurfürst Christian I. die Herrschaft Kriebstein mit Waldheim und integrierte sie ins Amt Rochlitz. Unter Kurfürst August dem Starken wurde das stark verfallene Schloss in ein Zucht-, Armen- und Waisenhaus umgewandelt. Das 1716 eröffnete Haus existiert bis in die Gegenwart als Justizvollzugsanstalt Waldheim. 1852 eröffnete die Bahnstrecke Riesa–Chemnitz, an der Waldheim einen Bahnhof erhielt.

Waldheim wurde seit 1856 durch das Gerichtsamt Waldheim und seit 1875 durch die Amtshauptmannschaft Döbeln verwaltet. 1952 kam die Stadt zum Kreis Döbeln im Bezirk Leipzig, der 2008 im Landkreis Mittelsachsen aufging. Zu DDR-Zeiten betrieb der VEB Typodruck Oschatz im Ortsteil Massanei ein Kinderferienlager.

Eingemeindungen

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Gebersbach 1. Januar 1970 Zusammenschluss mit Knobelsdorf zu Gebersbach-Knobelsdorf
Gebersbach-Knobelsdorf 1. Januar 1994 Zusammenschluss mit Ziegra zu Ziegra-Knobelsdorf
Gilsberg vor 1875 Eingemeindung nach Heiligenborn
Heiligenborn 24. August 1973
Heyda 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Knobelsdorf
Knobelsdorf 1. Januar 1970 Zusammenschluss mit Gebersbach zu Gebersbach-Knobelsdorf
Meinsberg 1. Januar 1973 Eingemeindung nach Ziegra
Massanei 1. Januar 1974
Neuhausen 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Meinsberg
Neumilkau (mit Vierhäusern) vor 1875 Eingemeindung nach Reinsdorf
Neuschönberg vor 1875 Eingemeindung nach Heiligenborn
Rauschenthal (Ober- und Unter-) vor 1875 Eingemeindung nach Gilsberg
Reinsdorf 1. Januar 1994
Richzenhain 1. Juni 1905 Teileingemeindung, ein Teil nach Hartha umgegliedert
Rudelsdorf 15. September 1961 Eingemeindung nach Gebersbach
Schönberg 1. April 1968
Ziegra-Knobelsdorf 1. Januar 2013 Teileingemeindung, ein Teil nach Döbeln umgegliedert

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

  • 1834: 3.385
  • 1933: 12.507
  • 1946: 12.721 1
  • 1950: 12.588 2
  • 1960: 11.387
  • 1981: 10.811
  • 1984: 10.452
  • 1998: 9.576
  • 1999: 9.524
  • 2000: 9.432
  • 2001: 9.247
  • 2002: 9.217
  • 2003: 9.110
  • 2004: 9.081
  • 2007: 8.711
  • 2011: 8296
  • 2012: 9235
  • 2013: 9239
Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen1 29. Oktober
2 31. August

Gedenkstätten

  • Mehrere Grab- und Gedenkstätten auf dem Friedhof erinnern an die Opfer des Faschismus, zu denen Widerstandskämpfer und Opfer der Euthanasie gehörten, die aber nicht konkret benannt werden.
  • Ein Gedenkstein an der Dresdner Straße im Morteltal erinnert an die KZ-Häftlinge, darunter zahlreiche Juden, die aus dem Außenlager Colditz des KZ Buchenwald kamen und am 14. April 1945 durch die Stadt getrieben wurden.

Politik

Stadtrat

Die Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 führte zu folgender Sitzverteilung:

  • CDU: 6 Sitze
  • FDP: 5 Sitze
  • LINKE: 4 Sitze
  • SPD: 2 Sitze
  • NPD: 1 Sitz

Bürgermeister

Von 2001 bis 2015 war Steffen Blech der Bürgermeister. Bei der Wahl im Juni 2015 erhielt Steffen Ernst (FDP) 51,8 % der Stimmen, Steffen Blech (CDU) 37 Prozent und der Kandidat der Linken, Tim Fechner, 11,2 Prozent.

Wappen

Blasonierung: „Auf einem blauen Schild mit drei schmalen goldenen Umrahmungen einen goldenen Turm mit zwei Seitenausbauten und einem Mittelaufbau mit roten Dächern und drei goldenen Kreuzen.“

Städtepartnerschaften

Waldheim unterhält Städtepartnerschaften mit Landsberg am Lech in Oberbayern und Siófok (Ungarn).

Wirtschaft und Infrastruktur

Waldheim ist Sitz der Florena Cosmetic GmbH, eines traditionsreichen Herstellers für Körperpflegeprodukte.Florena ist seit 2002 eine Tochtergesellschaft der Beiersdorf AG, zu der auch Marken wie Nivea, Labello und Tesa gehören.

Verkehrsanbindung

Waldheim liegt an der Bahnstrecke Riesa–Chemnitz und wird von Elsterwerda und Chemnitz aus mit stündlich verkehrenden Regionalbahnen bedient.Von 1893 bis zum 31. Mai 1997 existierte eine Bahnverbindung nach Rochlitz. Um die Jahrtausendwende gab es eine DB-Regional-Express-Direktverbindung zwischen Chemnitz und Berlin, welche über Waldheim führte. Ab dem 10. Dezember 2006 verkehrt über Waldheim dann der Vogtland-Express der Vogtlandbahn von Hof nach Berlin. Diese Verbindung wurde jedoch zum 1. Oktober 2012 auf Grund steigender Energie- und Infrastrukturkosten, welche nicht mehr durch die Fahrgeldeinnahmen gedeckt werden konnten, eingestellt und durch eine Buslinie ersetzt.

Sehenswürdigkeiten

  • Rathaus mit Fassade, Ratssaal und Rathausturm (1902 im Jugendstil errichtet), das knapp 4 m große Zifferblatt der Turmuhr ist das zweitgrößte in Deutschland
  • Marktplatz mit Wettinbrunnen (ebenfalls im Jugendstil) und nachgebildeter kursächsischer Postmeilensäule
  • Zschopaubrücke von Matthäus Daniel Pöppelmann
  • Kirche St. Nicolai von 1842
  • Schlosskirche St. Otto in der Justizvollzugsanstalt
  • Sächsisches Strafvollzugsmuseum in der Justizvollzugsanstalt
  • Jugendstilgebäude
  • Wachbergturm, 20,15 m hoher Aussichtsturm auf dem Wachberg. 1871 zum Gedenken an den Deutsch-Französischen Krieg gebaut
  • Tafel zur Erinnerung an die Überquerung der Zschopau durch Napoleons Truppen am 6. Mai 1813
  • Eisenbahnviadukte der Bankrottmeile der Chemnitz-Riesaer Eisenbahn (Heiligenborner Viadukt, Diedenhainer Viadukt)
  • Schaubergwerk „Kellerberg“
  • Napoleonstein

Staatliche Einrichtungen

Die Stadt war bekannt für das auch heute noch existierende Zuchthaus Waldheim. In diesem Gefängnis fanden im Jahre 1950 die Waldheimer Prozesse statt.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • 1833: Friedrich Anton Hauschild (1781–1861), Direktor des Zuchthauses
  • 1835: Gotthelf Fischer von Waldheim (1771–1853), Geologe und Naturforscher
  • 1896: Karl Theodor Max Härtel (1826–1898), Bürgermeister
  • 1897: Albert Niethammer (1833–1908), Papierfabrikant (Kübler & Niethammer) und nationalliberaler Politiker, MdR, MdL (Königreich Sachsen)

Söhne und Töchter der Stadt

  • Johann Friedrich Nagel (1765–1825), Maler
  • Gotthelf Fischer von Waldheim (1771–1853), Naturforscher
  • Arthur Meinig (1853-1904), Architekt
  • Horst Kohl (1855–1917), Historiker
  • Rudolf Schubert (1866–1954), Pädagoge und Hochschullehrer
  • Rudolf Kolbe (1873–1947), Architekt
  • Kurt Rübner (1875–1965), Grafiker
  • Georg Kolbe (1877–1947), Bildhauer
  • Johannes Volkmann (1889–1982), Chirurg
  • Walter Küchenmeister (1897–1943), Eisendreher, Journalist, Widerstandskämpfer (Rote Kapelle)
  • Lama Anagarika Govinda (1898–1985), buddhistischer Gelehrter und Künstler, Gründer des Arya Maitreya Mandala
  • Georg Altner (1901–1945), NSDAP-Politiker, SS-Brigadeführer und Polizeipräsident von Dortmund
  • Herbert Zschelletzschky (1902–1986), Kunsthistoriker
  • Irmgard Biernath (1905–1998), Lehrerin und Bildhauerin
  • Günther Niethammer (1908–1974), Ornithologe
  • Hans Wußing (1927–2011), Wissenschaftshistoriker
  • Gerald Leutert (1929–1999), Anatom und Rektor ad interim der Universität Leipzig
  • Rudolf Horn (* 1929), Möbeldesigner
  • Doris Müller (1935–2013), Vize-Europameisterin im Diskuswurf 1962
  • Wolf-Dieter Scheurell (* 1944), Politiker (SPD)
  • Peter Fritz (* 1952), Kerntechniker
  • Hans-Günther Pölitz (* 1952), Kabarettist
  • Thomas Abratis (* 1967), Wintersportler

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Waldheim

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