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Rothenburg o.d.T.
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Stadtplan Rothenburg o.d.T.
Stadt Rothenburg o.d.Tauber
Marktplatz 1/Grüner Markt 1
91541 Rothenburg

http://www.rothenburg.de

Rothenburg ob der Tauber

160pxAbb. 1 Wappen von Rothenburg ob der Tauber
Basisdaten
Bundesland Bayern
Höhe 430 m
PLZ 91541
Vorwahl 09861
Gliederung 39 Stadtteile
Adresse der Verwaltung Marktplatz 1
91541 Rothenburg ob der Tauber
Website www.rothenburg.de
Oberbürgermeister Walter Hartl („Für Rothenburg“)

Rothenburg ob der Tauber ist eine mittelfränkische Kleinstadt im Landkreis Ansbach in Bayern, die an der Grenze zu Baden-Württemberg liegt.

Mit der weitgehend erhaltenen mittelalterlichen Altstadt ist die Große Kreisstadt Rothenburg eine weltbekannte Sehenswürdigkeit mit vielen Baudenkmälern und Kulturgütern. Herausragend an der Altstadt ist, dass sie sehr ursprünglich wirkt, da praktisch keine modernistischen Brüche vorhanden sind. Der historische Stadtkern ist von einer begehbaren Stadtbefestigung umgeben und in die weitgehend unverbaute Landschaft des Flusstals der Tauber eingebettet. Diese Ursprünglichkeit wird seit Jahrzehnten weitestgehend zu erhalten versucht. Zudem ist Rothenburg für mehrere Museen bekannt, etwa das Kriminalmuseum, das RothenburgMuseum (bis 2019 Reichsstadtmuseum), das Handwerkerhaus und das Weihnachtsmuseum von Käthe Wohlfahrt. Zu den überregional bekannten Veranstaltungen gehören der Meistertrunk (Kulturerbe seit 2016), die Reichsstadttage, der Weihnachtsmarkt und das Taubertal Openair-Festival.

Von 1274 bis 1803 war Rothenburg eine Reichsstadt. Nach der Belagerung 1631 während des Dreißigjährigen Kriegs verlor die Stadt stark an Bedeutung. Sie entwickelte sich daher nur noch allmählich weiter, wodurch das alte Stadtbild überwiegend erhalten blieb. Rothenburg galt bereits vor dem Zweiten Weltkrieg als bedeutender Zielort des Tourismus in Deutschland. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurden die meisten Bauten originalgetreu wiederaufgebaut. Ab 1950 wurde die Stadt zu einem der Höhepunkte an der Romantischen Straße, der ersten Ferienstraße Deutschlands. Bis 1972 war sie kreisfrei und Sitz des gleichnamigen Landkreises. Stadt und Landkreis kamen dann zum Landkreis Ansbach und Rothenburg wurde zur Großen Kreisstadt erhoben.

Geographie

Geographische Lage

Rothenburg ob der Tauber liegt etwa 80 km westlich von Nürnberg am Fluss Tauber und am Rand des Naturparks Frankenhöhe. In geologischer Hinsicht befindet sich der Trauf der Frankenhöhe östlich der Stadt.

Stadtgliederung

Rothenburg ob der Tauber hat 39 Ortsteile:

  • Bettenfeld
  • Bronnenmühle
  • Brundorf
  • Burgstall
  • Detwang
  • Dürrenhof
  • Fuchsmühle
  • Haltenmühle
  • Hammerschmiede
  • Hansrödermühle
  • Hemmendorf
  • Herrenmühle
  • Herrnwinden
  • Hohbach
  • Hollermühle
  • Kaiserstuhl
  • Langenmühle
  • Leuzenbronn
  • Ludlesmühle
  • Lukasrödermühle
  • Mittelmühle
  • Obere Walkmühle
  • Obermühle
  • Reusch
  • Rothenburg ob der Tauber
  • Sankt Leonhard
  • Schandhof
  • Schlößlein
  • Schmelzmühle
  • Schnepfendorf
  • Schwarzenmühle
  • Siechenmühle
  • Steinbach
  • Steinmühle
  • Untere Walkmühle
  • Vorbach
  • Weißenmühle
  • Wildbad
  • Ziegelhütte

Nachbargemeinden

Die Nachbargemeinden sind (im Uhrzeigersinn, im Norden beginnend):

  • Steinsfeld
  • Neusitz
  • Gebsattel
  • Insingen
  • Rot am See (Baden-Württemberg)
  • Blaufelden (Baden-Württemberg)
  • Schrozberg (Baden-Württemberg)
  • Creglingen (Baden-Württemberg)

Geschichte

Bis zum 13. Jahrhundert

Die Grafen von Comburg-Rothenburg errichteten westlich neben dem heutigen Spitalhof auf einem Bergsporn mit dem Namen Essigkrug eine inzwischen abgegangene Burg. Die erste Erwähnung eines Grafen von Rothenburg findet Mitte des 8. Jahrhunderts statt. Im Jahr 804 wird in einer Würzburger Urkunde ebenfalls ein Graf von Rothenburg erwähnt. Graf Heinrich von Rothenburg, das letzte Mitglied dieser im Jahre 1116 ausgestorbenen Adelsfamilie, vermachte die Burg dem Kloster Comburg.

König Konrad III. erwarb 1142 von den Neumünster-Kanonikern in Würzburg die Ortschaft Detwang, zu welcher der nordwestlich der heutigen Stadt gelegene Bergsporn gehörte, und errichtete auf der Fläche des heutigen Burggartens die Burg Rothenburg. Für 1150 ist ein Aufenthalt Konrads in Rothenburg nachgewiesen. Neben dieser Burg oberhalb der Tauber entstand eine Stadt, aus deren geographischer Lage sich der Namenszusatz ob der Tauber ableitet. Die Burg wurde vermutlich durch ein Erdbeben um 1356 zerstört oder zumindest beschädigt.

Konrads Sohn Friedrich war noch minderjährig, als sein Vater starb und stand deshalb zunächst unter der Vormundschaft seines Vetters Friedrich I. Mit seinem Ritterschlag im Jahre 1157 erhielt er den Titel „Herzog von Rothenburg“. Durch Friedrich I. wurde Friedrich von Rothenburg das Egerland übergeben.

1188 wurde das castrum Rotenburch in einem Vertrag zwischen Kaiser Friedrich I. und König Alfons VIII. von Kastilien, in dem die Ehe zwischen Friedrichs Sohn Herzog Konrad II. von Schwaben und Alfons’ Tochter Berengaria vereinbart wurde, erwähnt. Die Burg gehörte mit weiteren 29 staufischen Gütern zur Morgengabe der Braut. Allerdings wurde diese Ehe nie vollzogen.

Ende des 12. Jahrhunderts entsteht aus der Siedlung neben der Burg langsam eine Stadt. Bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts war sie durch einen Befestigungsring geschützt und hatte einen Marktplatz, eine Kirche, ein Dominikaner- und ein Franziskanerkloster. Seit dem 13. Jahrhundert hatte der Deutsche Orden eine Niederlassung, die Kommende Rothenburg.

Reichsstadt

Die Erhebung von Rothenburg zur Reichsstadt erfolgte am 15. Mai 1274 durch König Rudolf von Habsburg. Prominenteste Figur des Mittelalters war Heinrich Toppler (ca. 1340–1408), der mit seiner energischen Politik und seinen Landkäufen das Schicksal der Stadt weit über seinen umstrittenen Tod hinaus beeinflusst hat. In den Jahren 1406 und 1408 erfolgten Angriffe durch Neustädter. Im Jahr 1474 logierte der König von Dänemark, Norwegen und Schweden Christian I. eine Woche lang in einem Gasthaus am Markt (heute Altehrwürdige Ratsstube).

Die jüdische Gemeinde Rothenburgs gehörte zu den ältesten in Deutschland. Aus ihr ging der berühmte Rabbi Meir von Rothenburg (um 1220–1293) hervor. Während des Rintfleisch-Pogroms von 1298 wurde nahezu die ganze Gemeinde, ca. 450 Menschen, ermordet. Bald schon siedelten sich wieder Juden in der Stadt an. Die neu entstandene Gemeinde fiel im Pestjahr 1349 erneut einem Pogrom zum Opfer. Auch danach siedelten sich wieder Juden in Rothenburg an. Im Jahr 1520 erwirkte der Stadtprediger Johannes Teuschlein eine endgültige Vertreibung. Das Vermögen der Gemeinde wurde eingezogen. Die Synagoge auf dem Kapellenplatz wurde umgewandelt in eine Kapelle „zur Reinen Maria“. Erst im 19. Jahrhundert konnten sich abermals Juden in Rothenburg ansiedeln.

Um 1400 entstand am heutigen Brudergäßchen ein kleines Terziarenkloster. Das Kloster bestand bis 1541 und wurde 1579 abgebrochen.

Von 1500 bis 1806 lag die Stadt im Fränkischen Reichskreis.

Bereits 1522 gab es einige Anhänger der Reformation in der Bürgerschaft und im Rat. Mit Beendigung des Bauernkriegs 1525 wurde aber wieder der alte Glaube etabliert. Der Rat beschloss 1544 in Rothenburg die Reformation einzuführen und holte Thomas Venatorius als Prediger in die Stadt, der am 23. März 1544 die erste evangelische Predigt in Rothenburg las. Der Deutsche und der Johanniterorden blieben katholisch, ihre Kirchen St. Jakob und St. Johannis mussten sie abgeben. Bürgermeister und Rat zu Rothenburg auf der Tauber unterzeichneten 1579 die lutherische Konkordienformel von 1577.

Dreißigjähriger Krieg

Der Dreißigjährige Krieg stellte für Rothenburg von Beginn an ein Problem dar. Als evangelische Reichsstadt war sie dem katholischen Kaiser Ferdinand II. zur Treue verpflichtet. Auf der anderen Seite sympathisierten sie verdeckt mit dem evangelischen schwedischen König Gustav II. Adolf. Dieser schlug im September 1631 Schlacht bei Breitenfeld die kaiserlichen Truppen, drängte weiter nach Süden und besetzte Mitte Oktober Würzburg. Der kaiserlich-katholische Befehlshaber General Graf von Tilly hingegen versuchte in Franken eine neue Verteidigungslinie aufzubauen. So geriet das militärisch und politisch eigentlich unbedeutende Rothenburg zwischen die Fronten.

Anfang Oktober 1631 befanden sich 800 Mann kaiserliche Truppen in der Stadt. Am 7. Oktober wurde in der Nähe Rothenburgs ein kaiserlicher Truppenverband des Kriegskommissars Alessandro Massoni von schwedischen Truppen vernichtend geschlagen. Am 8. Oktober ergab sich die kaiserliche Besatzung Rothenburgs den schwedischen Truppen ohne Belagerung der Stadt. Teile kaiserlichen Truppen meuterten und schlossen sich den Schweden an, der Rest durfte frei abziehen. Die Schweden besetzten darauf Rothenburg. Zwei Wochen später erreichte Tilly mit der Hauptmacht des kaiserlichen Heeres die Gegend. Am 27. Oktober wurde der Rat Rothenburgs von der kaiserlichen Armee aufgefordert Übergabeverhandlungen einzuleiten. Da er sich weigerte, schlossen am 29. Oktober die kaiserlichen Truppen einen Belagerungsring um die Stadt. Die Bürger Rothenburgs bereiteten sich darauf vor, die Stadt zusammen mit der schwedische Besatzung zu verteidigen; wahrscheinlich bestand die Hoffnung auf Entsatz von Würzburg. Am 30. Oktober begann der Beschuss der Stadt, insbesondere von Norden zwischen Klingen- und Galgentor. Die Verteidiger brachten den Angreifern schwere Verluste zu (etwa 300 Mann), aber als in der Klingentorbastei gelagertes Schwarzpulver eine Explosion verursachte, stellte die schwedische Besatzung den Kampf ein. Die Schweden durften nach kurzer Verhandlung abziehen.Wahrscheinlich in der Nacht von 30. zum 31. Oktober wurde die Stadt zur Plünderung freigegeben. Der Stadtrat wurde festgehalten und mit dem Tode bedroht. Es gelang ihm aber wohl zu beweisen, dass die Stadt keinen Anteil an der Vernichtung der Truppen des Kriegskommissars Massoni und der Meuterei der ursprünglichen kaiserlichen Besatzung hatte. Wahrscheinlich hatte sich auch die Stadtbevölkerung auf dem Marktplatz versammelt und um Gnade gebeten. Es ist anzunehmen, dass Tilly die Stadt verschonte, da er nicht wollte, dass sich die Geschehnisse von Magdeburg, wo seine Truppen wenige Monate zuvor die Bevölkerung massakrierten und die Stadt niederbrannten, wiederholten. Nach einer um 1770 erfundenen Geschichte soll der damalige Alt-Bürgermeister Georg Nusch auf Befehl General Tillys 3,25 Liter Wein auf einen Zug geleert und damit die Stadt vor der Zerstörung bewahrt haben. Aus diesem Anlass findet noch jährlich das Festspiel Der Meistertrunk statt. Historiker bezweifeln, dass es einen solchen „Meistertrunk“ gegeben hat. Der Rothenburgische Chronist und Augenzeuge Sebastian Dehner beschrieb die Geschehnisse der Belagerung und Einnahme ohne den „Meistertrunk“.

Die Plünderungen wurden eingestellt, die Stadt musste eine Strafzahlung leisten und die Einquartierung der kaiserlichen Soldaten erdulden. Für die Bevölkerung bedeutete das weitere Übergriffe der Soldaten, Hunger und eingeschleppte ansteckende Krankheiten. Am 13. Januar 1632 verließen die kaiserlichen Truppen die Stadt.

18. und 19. Jahrhundert

Nach dem dreißigjährigen Krieg versank die Stadt in eine Art Dornröschenschlaf. Die Entwicklung stand praktisch still, und die Stadt verlor an Bedeutung. Das ist der Grund, warum sich die Stadt bzw. ihre alte Bausubstanz in einem dermaßen gut erhaltenen Zustand befindet.

Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 ist die Stadt ein Teil des Kurfürstentums Bayern. Auf der Basis des Pariser Vertrags vom 28. Februar 1810 zwischen Frankreich und Bayern, der eine Verständigung über Gebietsarrondierungen zum Gegenstand hatte, kam es zum Grenzvertrag zwischen dem Königreich Bayern und dem Königreich Württemberg vom 18. Mai 1810, in dem der Westteil des Stadtgebiets damals an Württemberg verloren ging.

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde das Königliche Stadtkommissariat Rothenburg gebildet. Zur unmittelbaren Munizipalgemeinde gehörten die Orte Bloshaus, Bronnenmühle, Detwang, Dürrenhof, Fuchsmühle, Gypsmühle, Haltenmühle, Hammerschmiede, Hansrödermühle, Herrenmühle, Hirtenhaus, Hohbach, Kaiserstuhl, Langenmühle, Ludlesmühle, Lukasrödermühle, Obere Walkmühle, Papiermühle, Pulvermühle, Rothe Farb, Sankt Leonhard, Schandhof, Schandtauberthal, Schlößlein, Schmelzmühle, Schwabenmühle, Schwarzenmühle, Siechenmühle, Stegmühle, Steinbach, Steinmühle, Untere Walkmühle, Weißenmühle, Wildbad und Zellergut. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 20,967 km².

1870 besuchte der damals 19-jährige Landschaftsmaler Gustav Schönleber Rothenburg, es folgte 1877 Eugen Bracht der sichtlich beeindruckt war, ab den 1880 folgten weitere Maler insbesondere der Spätromantik, darunter Hans Thoma und Carl Spitzweg. Bald wurde die Stadt auch zu einem Ziel des Fremdenverkehrs. 1884 wurde erstmals außerhalb der Stadtmauer gebaut. Bereits um die Jahrhundertwende wurde Rothenburg dann ein beliebtes Tourismusziel für Engländer und Franzosen. Noch vor dem Ersten Weltkrieg trafen Ausflugsbusse mit gehobener Gesellschaft ein, die im Hotel „Eisenhut“ residierte, das noch existiert.

20. und 21. Jahrhundert

In der Weimarer Republik entwickelten sich Stadt und Wahlbezirk Rothenburg zu einer Hochburg der NSDAP, die 1933 dort 83 Prozent der Stimmen auf sich vereinigte. Noch im selben Jahr kam es in Rothenburg zu antisemitischen Übergriffen. Im Oktober 1938, kurz vor der Reichspogromnacht, wurden die letzten 17 verbliebenen Juden vom NSDAP-Kreisleiter Steinacker aus der Stadt gewiesen, SA-Leute und Hitlerjungen führten die Vertreibung aus. Am 22. Oktober wurde das Inventar der Synagoge in der Herrngasse 21 geplündert und zerstört. In Rothenburg fand ein „Freudenfest“ anlässlich der „Befreiung von den Juden“ statt.

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurden am 31. März 1945 etwa 45 % der Bausubstanz Rothenburgs durch den Angriff einer Staffel der 386. Bombardement Group der US-Luftwaffe beschädigt oder zerstört, 39 Personen kamen dabei ums Leben. Der Bombenangriff galt einem Öllager im oberfränkischen Ebrach, das aber wegen Vernebelung nicht angegriffen werden konnte, so dass Rothenburg – obwohl ohne militärische Bedeutung – als Ersatzziel angegriffen wurde. Die Zerstörung betraf hauptsächlich den neueren Ostteil der Altstadt, so dass die bedeutendsten Baudenkmäler erhalten blieben. Nach dem Krieg wurden die Gebäude originalgetreu wiederaufgebaut bzw. saniert. Die später befragten Piloten sagten aus, sie hätten nicht geahnt, welche Kulturstadt sie bombardierten. Nach Kriegsende beteiligten sich die Amerikaner mit Spenden am Wiederaufbau, wie die Spendertafeln am Wehrgang noch belegen.

Am 17. April 1945 ging der Krieg für die Rothenburger zu Ende, während andernorts noch drei Wochen lang weitergekämpft wurde. Der damalige US-Hochkommissar für Deutschland, John McCloy, erklärte 1950 schriftlich, er habe einen auf Rothenburg geplanten Artillerieangriff durch seine Intervention beim zuständigen General Devers verhindert. Dafür bekam er später von der Stadt die Ehrenbürgerwürde verliehen. McCloy kannte Rothenburg nur aus Erzählungen seiner Mutter, die die Stadt vor dem Krieg besucht hatte und von dem mittelalterlichen Ort schwärmte.

Bis ins Jahr 1972 war die Stadt kreisfrei und Sitz des gleichnamigen Landkreises, weshalb sie das eigene Kfz-Kennzeichen ROT führte.Mit der bayerischen Gebietsreform wurden Stadt und Landkreis mit Wirkung zum 1. Januar 1972 dem Landkreis Ansbach zugeordnet. Die Stadt behielt allerdings den Status einer Großen Kreisstadt. Sie ist die kleinste Große Kreisstadt in Bayern. Seit dem 10. Juli 2013 ist das Kennzeichen ROT offiziell auch für Neuzulassungen wieder verfügbar.

Eingemeindungen

Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Leuzenbronn eingegliedert. Am 1. Mai 1978 kam Bettenfeld hinzu.

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Rothenburg ob der Tauber

Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2002 2011 2015 2016 2017 2018
Einwohner 5662 5197 5125 5049 5236 5382 5773 6504 6826 7001 7193 7923 8436 8612 8556 8828 9022 9176 11045 11214 11134 11662 11059 11631 10953 11041 11085 11106 11287
Häuser 876 834 853 914 953 1035 1260 1287 1677 2625
Quelle

Ort Rothenburg ob der Tauber

Jahr 1818 1840 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987
Einwohner 5302 5197 4851 6221 7387 8265 10494 10511 11237 10336
Häuser 803 834 860 930 1172 1203 1599 2432
Quelle

Galerie

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat von Rothenburg ob der Tauber hat 24 Mitglieder. Mit der Freien Rothenburger Vereinigung (FRV) und der Wählervereinigung Unabhängige Rothenburger (UR) verfügt Rothenburg über zwei lokale, parteiunabhängige Wählergruppen.

Die Sitzverteilung im Überblick:

CSU SPD Grüne FRV UR FDP Gesamt
2002 9 8 2 4 - 1 24 Sitze
2008 6 8 2 5 3 0 24 Sitze
2014 6 6 3 5 4 0 24 Sitze

Bürgermeister

Seit 1336 gibt es in Rothenburg das Amt des Bürgermeisters. Aufgrund des Status als Große Kreisstadt ist Rothenburg berechtigt, einen Oberbürgermeister zu wählen – auch nach der Auflösung des Landkreises Rothenburg ob der Tauber. Rothenburg ist damit die kleinste deutsche Stadt mit einem Oberbürgermeister. Bei der Wahl 2006 gewann Walter Hartl, der für die parteiunabhängige Gruppierung „Für Rothenburg“ angetreten und im zweiten Wahlgang von der SPD unterstützt worden war. Hartl ist seit dem 2. Mai 2006 im Amt. Er folgte auf den langjährigen Oberbürgermeister Herbert Hachtel (SPD), der sich nicht mehr zur Wahl stellte. Bei der OB-Wahl im März 2012 wurde Hartl (er war der einzige Kandidat) mit 90,2 % der Stimmen wiedergewählt.

Bürgermeister des Inneren- und Äußeren Rats

  • Heinrich Toppler (1340–1408)
  • Peter Northeimer
  • Heinrich Trüb
  • Ehrenfried Kumpf
  • Bonifacius Wernitzer, im Amt von 1525 bis 1546
  • Andreas (Endres) Stellwag (1525–?)
  • Johann Hornburg
  • Michael Reichshöfer (1545–?)
  • Josaphat Stellwag (1558–?)
  • Johann Staudt (1567–1634)
  • Johann Bezold (1582–1634)
  • Georg Nusch (1588–1668)
  • Johann Georg Styrzel (1591–1668)
  • Johann Stellwag (1607)
  • Nicolaus Göttlingk (1608–1679), im Amt von 1655 bis 1679
  • Philipp Seyboth
  • Johann Gottlieb Ebert
  • Christoph Friedrich Albert (1749–1831)
  • Johann Friedrich Christoph Schrag
  • Gustav David Bezold
  • Johann Christoph Raab

Liste der Rechtskundigen Bürgermeister

  • 1848–1851: Friedrich Karl Julius Wächter
  • 1852–1883: Georg Gottfried Scharff…
  • 1886–1907: Karl Mann
  • 1908–1919: Ludwig Siebert, Bayerische Volkspartei
  • 1920–1936: Friedrich Liebermann, NSDAP
  • 1936–1945: Friedrich Schmidt, NSDAP

Liste der Oberbürgermeister

  • 1945–1952: Friedrich Hörner, SPD
  • 1952–1964: Erich Lauterbach (1879–1966), parteilos
  • 1964–1976: Alfred Ledertheil, SPD
  • 1976–1988: Oskar Schubart, CSU
  • 1988–2006: Herbert Hachtel (* 1941), SPD
  • seit 2006: Walter Hartl (* 1956), parteilos

Städtepartnerschaften

Rothenburg ob der Tauber unterhält Städtepartnerschaften mit

  • (Frankreich), seit 1976
  • (Russland), seit 1988
  • (Japan), seit 1995

Des Weiteren bestehen offizielle Städtefreundschaften mit

  • (Italien), seit 1983
  • (Polen), seit 1990
  • (Tschechien), seit 1992

Mit der chinesischen Stadt besteht seit Oktober 2004 eine Partnerschaft.

Außerdem bestehen langjährige Freundschaften mit anderen Rot(h)enburgs:

  • 20px Rothenburg/Oberlausitz
  • 20px Rotenburg an der Fulda
  • 20px Rotenburg an der Wümme
  • 20px Rothenburg/Schweiz

Wappen

Blasonierung: „In Silber eine rote Burg, bestehend aus einer beidseitig unten bogig eingeschnittenen Mauer, überragt von zwei roten Zinnentürmen, ein spitzbedachtes rotes Häuschen auf zwei Pfosten einschließend.“

Wappenerklärung und -geschichte: Die Burg aus Mauer und Türmen mit dem Häuschen, der Gerichtslaube, symbolisiert als redendes Wappen den Namen der Stadt Rothenburg. Andere Darstellungen des Wappens besonders im 19. Jahrhundert zeigen eine beidseitig unten abgeschrägte dreizinnige Mauer ohne das Häuschen. Ein ähnliches Wappen verwendet die Stadt Rothenburg auf ihren historischen Hinweistafeln.

Das älteste Siegel stammt aus dem Jahr 1303. Es zeigt die Umschrift SIGILLUM CONSILII ET VNIVERSITATIS CIVIVM IN ROTENBVRCH (deutsch: Siegel des Rates und der Gesamtheit der Bürger in Rothenburg). Zwischen den beiden Zinnentürmen steht ein kleines Haus mit Spitzdach auf zwei Säulen bzw. Wänden und offener Front – der so genannten Gerichtslaube – ein möglicher Hinweis auf den Landgerichtssitz. Die zweitürmige Burg entstammt dem Siegel der Rothenburger Burgvögte und Schultheißen von 1227 aus der Familie der Küchenmeister von Nortenberg. Seit 1555 zeigt das Wappen statt der Burg den Reichsadler aus dem Siegel des kaiserlichen Landgerichts mit Brustschild, darin das Stadtwappen mit der Burg. Im 19. Jahrhundert ist die Burg wieder ohne Adler im Wappen, oft ohne Gerichtslaube.

Wirtschaft und Infrastruktur

Tourismus

Rothenburg ist stark touristisch geprägt und als fränkischer Weinort an der Tauber mit der Lage Rothenburger Eich bekannt. Zudem gibt es einen Rebsortenlehrpfad mit über 120 verschiedenen Rebsorten. Die Stadt Rothenburg bildet den südlichsten Punkt des umfangreichen fränkischen Weinlandes. In Rothenburg gibt es neben vielen alteingesessenen Weinschänken auch ein selbstausbauendes Weingut. Der erzeugte Wein wird überwiegend an Touristen verkauft, früher war der Weinbau ein bedeutender Wirtschaftszweig.

Historische Altstadt

Rothenburg ist bekannt für seine gut erhaltene Altstadt aus dem Mittelalter mit vielen verschachtelten Gässchen, Türmen und von Fachwerkhäusern umstandenen kleinen Plätzen. Aus diesem Grund wurde die Stadt zu einem Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt; sie gilt im Ausland als Prototyp einer mittelalterlichen deutschen Stadt. Insbesondere Besucher aus Asien machen bei organisierten Reisen durch Europa hier Halt. Die Stadt bietet neben Hotels und Gasthöfen einen nahe gelegenen Campingplatz und zwei Reisemobil-Stellplätze sowie eine Jugendherberge, die in der ehemaligen Rossmühle der Stadt untergebracht ist.

Wegen der gut erhaltenen Altstadt diente Rothenburg als Kulisse für zahlreiche Filmproduktionen (siehe Abschnitt: Rothenburg als Filmkulisse).

Ferienstraßen

Die Romantische Straße führt von Würzburg über das Taubertal nach Rothenburg. Von dort führt sie weiter bis nach Füssen. Daneben wird die Romantische Straße in Rothenburg von der in west-östlicher Richtung verlaufenden Burgenstraße gekreuzt.

Rad- und Wanderwege

Rothenburg o. d. T. wird zudem von zahlreichen Radwanderwegen berührt. Der bekannteste davon ist der Taubertalradweg. Dessen Hauptvariante „Liebliches Taubertal – der Klassiker“ beginnt in Rothenburg und führt auf 100 km Länge bis nach Wertheim. Der ergänzende Radweg „Liebliches Taubertal – der Sportive“ führt auf 160 zusätzlichen Kilometern durch das Main- und Taubertal bis nach Rothenburg zurück. Entlang des Radwegs „Liebliches Taubertal – der Klassiker“ besteht ab Bieberehren über den Gaubahn-Radweg eine Verbindung zum Main-Radweg bei Ochsenfurt.

Eine Alternativroute des Main-Tauber-Fränkischen Rad-Achters führt über Rothenburg ob der Tauber.

Der Altmühltalradweg erstreckt sich auf 250 km von Rothenburg ob der Tauber im Nordwesten bis Kelheim an der Mündung der Altmühl in die Donau im Südosten. Der Aischtalradweg verbindet auf 137 Kilometern Länge Rothenburg ob der Tauber mit Bamberg am Main-Radweg. Der Weg verläuft durch das Tal der Aisch.

Der etwa 130 km lange Panoramaweg Taubertal beginnt und der etwa 180 km lange Jakobsweg Main-Taubertal endet in der Stadt.

Verkehr

Straßenverkehr

Rothenburg ob der Tauber liegt an der Autobahn A 7 mit der Anschlussstelle Rothenburg ob der Tauber in geringer Entfernung zur Stadt.

Die Staatsstraße 2419 verläuft parallel zur A 7 von Nord nach Süd als deren Ausweichroute.

Eisenbahnverkehr

Die Stadt ist Endpunkt der am 1. November 1873 eröffneten Bahnstrecke von Steinach an der Hauptbahn Würzburg–Ansbach. Es verkehrt hier die Regionalbahnlinie R82 im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg.

Von 1905 bis 1971 wurde die in Rothenburg endende Strecke über Schillingsfürst bis nach Dombühl an der Hauptstrecke Ansbach–Crailsheim befahren.

Flugverkehr

Etwa drei Kilometer nordöstlich der Stadt befindet sich der Verkehrsflugplatz Rothenburg ob der Tauber.

Ansässige Unternehmen

Rothenburg beheimatet ein Werk des großen Hausgeräteherstellers Electrolux (ein ehemaliges AEG-Werk), ein Ersatzteilzentrum des großen Baumaschinenherstellers Yanmar, mittelständische Maschinenbaubetriebe sowie mit der D. Lechner GmbH Europas zweitgrößten Produzenten für Küchenarbeitsplatten. Daneben befinden sich weitere bekannte Unternehmen in der Stadt:

  • Ebalta (Kunststoffe, Gießharze, Kleber)
  • Käthe Wohlfahrt (Weihnachtsschmuck)
  • Neuberger Gebäudeautomation
  • Rotabene Medienhaus (u. A.: Fränkischer Anzeiger und Evangelisches Sonntagsblatt aus Bayern)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

  • RothenburgMuseum (bis 2019 Reichsstadtmuseum) im ehemaligen Dominikanerinnenkloster mit den städtischen Sammlungen, den Sammlungen des Vereins Alt-Rothenburg und der Stiftung Baumann
  • Das Mittelalterliche Kriminalmuseum ist das bedeutendste deutsche Rechtskundemuseum und gibt einen Einblick in das Rechtsgeschehen der letzten 1000 Jahre; Ausstellungsstücke sind Folter- und Hinrichtungsinstrumente, Halsgeigen, Schandmasken, Richtschwerter, Richträder, mittelalterliche Gesetzestexte und Anleitungen zu Hexenprozessen
  • Schäfertanzmuseum in der Wolfgangskirche
  • Alt-Rothenburger Handwerkerhaus, das in elf Räumen das Alltagsleben von Handwerkerfamilien in Rothenburg zeigt
  • Historiengewölbe mit Staatsverlies im Rathaus
  • Deutsches Weihnachtsmuseum (privat, Teil der Firma Käthe Wolfarth)
  • Puppen- und Spielzeugmuseum (privat, seit 2014 geschlossen)

Bauwerke

Kirchen

  • St.-Jakobs-Kirche mit Heiligblut-Retabel von Tilman Riemenschneider; ein weiterer Riemenschneideraltar (Heilig-Kreuz-Altar) ist in der Detwanger Kirche
  • Wolfgangskirche am Klingentor (Wehrkirche)
  • Blasiuskapelle im Burggarten, ein im Jahr 1400 zum Sakralbau umfunktioniertes Wohngebäude der ehemaligen Reichsburg; heute eine Gedächtnisstätte für die Gefallenen der beiden Weltkriege
  • Dominikanerinnenkloster (heute RothenburgMuseum)
  • Franziskanerkirche
  • St.-Johannis-Kirche mit Steinmeyer-Orgel

Weitere

  • Stadtmauer mit Wehrgang und Mauertürmen, innere Stadtmauer um 1172, äußere Stadtmauer um 1360–1388
  • Stadttore: Klingentor (Norden), Würzburger- oder Galgentor (Nordosten), Rödertor (Osten), Sieberstor (Südtor), Spitaltor (1556, Süden), Kobolzellertor (Taubertal), Burgtor (Westen), Weißer Turm (1. Stadtmauer, Nordosttor), Markusturm mit Röderbogen (1. Stadtmauer, Osttor)
  • Plönlein („Plänlein“ – von lat. planellum: kleine Ebene, Platz), Straßengabelung und ehemaliger Fischstapelplatz mit Fachwerkhäusern und Blick auf Sieberstor und Kobolzellertor
  • Spitalbastei, eine Barbakane mit Abwurfdach erbaut vom Rothenburger Baumeister und Steinmetz Leonhard Weidmann
  • Spitalbereiterhaus, erbaut von Leonhard Weidmann 1591; ehemaliger Amtssitz des Spitalbereiters und der Spitalküche. Der Spitalbereiter war im heutigen Sinne Verwaltungschef und Liegenschaftsmanager des Heilig-Geist-Spitals. Durch romantisierenden Historismus wird das Gebäude irrtümlich auch als Hegereiterhaus bezeichnet. Mit den Hegereitern, die für die Rothenburger Landhege verantwortlich waren, hat es aber nichts zu tun, denn die wohnten in den Orten ihrer Zuständigkeit.
  • Baumeisterhaus, Werk und Wohnhaus des Steinmetzen Leonhard Weidmann
  • Stauferstele im Burggarten in Erinnerung an die im Jahr 1142 vom Staufer-König Konrad III. gegründete Reichsburg, die 1356 vermutlich bei einem Erdbeben beschädigt und danach abgetragen wurde (2010 eingeweiht)
  • Topplerschlösschen im Taubertal
  • Doppelbrücke über die Tauber
  • Wildbad Rothenburg, zwischen 1898 und 1903 von Friedrich Hessing als Kurhotel erbaut; seit 1982 findet es Verwendung als evangelische Tagungsstätte
  • Historisches Rathaus mit Glockenturm; der Rathausturm bietet in 60 Meter Höhe eine Aussichtsplattform, die über 220 Stufen zu erreichen ist
  • Ratstrinkstube (1466) mit Kunstuhr (Figuren von Valentin Oeckler), die von 11 bis 15 und von 20 bis 22 Uhr zu jeder vollen Stunde die legendäre Meistertrunkszene zeigt
  • Altes Brauhaus
  • Alte Schmiede
  • Jüdischer Friedhof
  • Judentanzhaus

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Das historische Festspiel „Der Meistertrunk“ zu Pfingsten
  • Die Münzer von Rothenburg ob der Tauber
  • Reichsstadttage
  • Taubertal-Festival
  • Weihnachtsmarkt „Reiterlesmarkt“
  • Schäfertanz
  • Kirchenmusik in St.Jakob
  • Toppler-Theater
  • Volksfest mit Krämermarkt
  • Herbstmesse

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Heinrich Toppler (um 1340–1408 in Rothenburg), Bürgermeister
  • Friedrich Herlin (um 1430–1500), Maler
  • Johann Haller (1463–1525), Buchdrucker
  • Petreius Aperbacchus (um 1480–1531), Humanist
  • Valentin Ickelsamer (um 1500–1547), Pädagoge
  • Hans Baumann (um 1510–1570), Buchdrucker und Chronist
  • Georg Conrad Jung (1612–1691), Drucker, Maler, Kupferstecher, Geograph und Kartograph
  • Johann Ludwig Hartmann (1640–1680), Theologe und Volksschriftsteller
  • Johann Georg Joch (1676–1731), evangelischer Theologe
  • Johannes Balthasar Wernher (1677–1743), Rechtswissenschaftler und Mathematiker
  • Johann Adam Lehmus (1707–1788), evangelischer Pfarrer und Dichter
  • Johann Georg Model (1711–1775), Apotheker am Zarenhof zu Sankt Petersburg
  • Johann Augustin Philipp Gesner (1738–1801), Mediziner und Pionier bei der Erforschung der Aphasie
  • Karl Georg Christian von Staudt (1798–1867), Mathematiker
  • Georg Wilhelm Wanderer (1803–1863), Genre- und Porträt-Maler
  • Gustav Kraus (1804–1852), Lithograph
  • Friedrich Wilhelm Walther von Walderstötten (1805–1889), General der Infanterie und Kartograf
  • Friedrich Lehmus (1806–1890), Pfarrer und Gründer einer der ersten Kinderbewahranstalten in Deutschland
  • Franz von Leydig (1821–1908), Zoologe
  • Hanno Bernheim (1824–1862), Philosoph
  • Ernst Leybold (1824–1907), Kaufmann und Unternehmer
  • Adam Hörber (1827–1905), Dichter und Glasermeister. Urheber des Theaterstücks „Der Meistertrunk“, das 1881 uraufgeführt wurde.
  • Gustav von Bezold (1828–1892), Reichsgerichtsrat
  • Friedrich Bezold (1842–1908), HNO-Mediziner
  • Fritz Birkmeyer (1848–1897), Zeichner, Maler, Glasmaler und Illustrator
  • Leonhard Vogel (1863–1942), Veterinär
  • Martin Weigel (Pfarrer) (1866–1943), evangelischer Stadtpfarrer in Rothenburg (1895–1921) und Nürnberg sowie Heimatforscher und Nationalsozialist
  • Franz Boll (1867–1924), Klassischer Philologe, Wissenschaftshistoriker und Bibliothekar
  • Wilhelm Borkholder (1886–1945), Jurist und Oberbürgermeister von Ansbach
  • Willi Foerster (1892–1965), Maler
  • Friedrich Uebelhoer (1893–1945), Politiker (NSDAP)
  • Wilhelm Heer (1894–1961), Politiker (NSDAP), Mitglied des Reichstages
  • Hans Kern (1898–1984), Fußballfunktionär, Manager und Politiker
  • Hans Böhme (1905–1982), Landschaftsmaler, Radierer und Zeichner
  • Linus Memmel (1914–2004), Politiker (CSU), MdB
  • Wilhelm Staudacher (1928–1995), Lyriker und Mundartdichter
  • Viktor Lukas (* 1931), Organist und Hochschullehrer
  • Ulrich Fleischmann (1938–2011), Karibikforscher
  • Christof Stählin (1942–2015), Schriftsteller, Liedermacher, Kabarettist
  • Otto A. Böhmer (* 1949), Schriftsteller
  • Horst F. Rupp (* 1949), evangelischer Theologe und Religionspädagoge
  • Klaus Pohl (* 1952), Schauspieler, Theaterregisseur und Drehbuchautor
  • Ruth Lindner (1954–2008), Klassische Archäologin
  • Karl Borchardt (* 1956), Historiker
  • Günter Röhser (* 1956), evangelischer Theologe und Hochschullehrer
  • Thomas Jorberg (* 1957), Vorstandssprecher der GLS Gemeinschaftsbank
  • Angela Christlieb (* 1965), Filmregisseurin und Videokünstlerin
  • Christian Mittermeier (* 1965), Koch
  • Jan Konsolke (* 1993), American-Football-Spieler

Mit Rothenburg verbundene Persönlichkeiten

  • Meir von Rothenburg (1215–1293), berühmter Rabbiner und Talmudgelehrter
  • Johannes Teuschlein (1483–1525), Theologe und Reformator, enthauptet in Rothenburg im Bauernkrieg
  • Johannes Böhm (1485–1534), Humanist und Mitglied des Deutschen Ordens
  • Andreas Bodenstein (Karlstadt) (1486–1541), Theologe und Priester, Hochschullehrer sowie Reformator
  • Thomas Venatorius (1488–1551), Mathematiker und Theologe. Er half 1544 bei der Wiedereinführung der Reformation in Rothenburg.
  • Wilhelm Ziegler (1492–1543), Maler mit Rothenburger Bürgerrecht
  • Primož Trubar (1508–1586), Theologe und Diakon in Rothenburg von 1548 bis 1552, gilt als Begründer des slowenischen Schrifttums wie auch der evangelischen Kirche in Slowenien und wird der Luther Sloweniens genannt.
  • Andreas Libavius (1555–1616), Chemiker, Universalgelehrter
  • Erasmus Widmann (1572–1634), Komponist und Organist
  • Georg Siegmund Leyser (1662–1708), Orgelbauer, schuf z. B. die barocke Orgel in St. Andreas (Leuzenbronn)
  • Franz Vollrath Buttstedt (1735–1814), Komponist und Organist
  • Johann Michael Schiller (1763–1825), Apotheker, Chemiker und Lehrer. Gründer der Marienapotheke
  • Arthur Wasse (1854–1930), Maler. Der Brite zog 1895 nach Rothenburg in die Klingentorbastei 1a und wohnte im Ort bis zu seinem Tod. Er ist in Rothenburg begraben.
  • Elise Mahler (1856–1924), Malerin und Grafikerin. Mahler hatte mit Maria Ressel einen Kunstladen in der Georgengasse.
  • Peter Philippi (1866–1945), Maler. Mitbegründer des Rothenburger Künstlerbundes
  • Ludwig Siebert (1874–1942), Politiker, 1908 bis 1919 Bürgermeister in Rothenburg, später als NSDAP-Mitglied bayerischer Finanzminister und dann Ministerpräsident, SA-Gruppenführer; in Rothenburg war bis 2015 eine Straße nach ihm benannt
  • Maria Ressel (1877–1945), Malerin, Grafikerin und Illustratorin, lebte und arbeitet von 1896 bis 1912 in Rothenburg
  • Constantin von Mitschke-Collande (1884–1956), Maler, Holzschneider und Lithograf, lebte und arbeitet von 1945 bis 1952 in Rothenburg. War Mitglied des Rothenburger Künstlerbundes.
  • Adolf Meyer (1895–1966), Gemeinderat in Wilhermsdorf, NSDAP-Kreisleiter in Neustadt an der Aisch und von 1937 bis 1945 Schulrat in Rothenburg.
  • Franz Bi, gebürtig als Franz Bartlakowski (1899–1968), Architekt und Filmarchitekt
  • Ernst Unbehauen (1899–1980), Maler und Volksschullehrer, wirkte überwiegend in Rothenburg
  • Rolf Trexler (1907–1985), Puppenspieler; leitete in Rothenburg das international bekannte Figurentheater Der Lustigmacher
  • Hans Karl Adam (1915–2000), Fernsehkoch
  • Bernhard Doerdelmann (1930–1988), Verlagsdirektor und Lyriker
  • Papst Franziskus (Jorge Mario Bergoglio) (* 1936), lebte von August bis Oktober 1986 in Rothenburg in der Judengasse
  • Wolf Stegemann (* 1944), Journalist, Buchautor, Lyriker

Rezeption

Als Sinnbild einer gut erhaltenen mittelalterlichen Stadt wird der Name Rothenburg gerne auf Städte außerhalb Frankens oder sogar Deutschlands übertragen, deren historische Ortsbilder sich ebenfalls (zumindest im regionalen Vergleich) überdurchschnittlich gut erhalten haben. Als für sich stehende „Schwester Rothenburgs“ gilt das der Stadt Rothenburg nahe, ebenfalls an der Romantischen Straße gelegene Dinkelsbühl. Als Bayerisches Rothenburg wird die oberbayerische Kreisstadt Landsberg am Lech aufgrund ihrer mit Rothenburg ob der Tauber vergleichbar gut erhaltenen, mittelalterlichen Bausubstanz bezeichnet. Beilstein an der Mosel nennt sich Miniatur-Rothenburg. Der seit November 2013 nicht mehr selbständige Ort Hornburg in Niedersachsen wird aufgrund seiner Fachwerkhäuser mitunter als Rothenburg des Nordens bezeichnet, historisch wurde dieser Begriff auch für die mecklenburgische Stadt Neubrandenburg mit ihrer nahezu vollständig erhaltenen Stadtmauer und vier gotischen Stadttoren verwendet. Der kleine Südtiroler Ort Glurns nennt sich gerne Das Rothenburg Südtirols. Dank seines gut erhaltenen Ortskernes mit seinen zahlreichen Fachwerkhäusern wird die im Kreis Steinfurt gelegene Stadt Tecklenburg manchmal als westfälisches Rothenburg apostrophiert. Bis zu ihrer schweren Zerstörung 1945 und dem Verlust der Zugehörigkeit zu Deutschland wurden die Städte Pyritz und Preußisch Holland als pommersches bzw. ostpreußisches Rothenburg bezeichnet. Herborn in Hessen wird auch nassauisches Rothenburg genannt.

Im europäischen Kontext werden die in Frankreich gelegenen Orte Cité von Carcassonne, Le Mont-Saint-Michel und Riquewihr (Reichenweier), sowie das tschechische Český Krumlov (Krumau), das kroatische Dubrovnik (Ragusa) und das portugiesische Évora mit Rothenburg ob der Tauber als „Bilderbuchstädte Europas“ verglichen.

Rothenburg als Filmkulisse

In der Altstadt von Rothenburg wurden zahlreiche Filme gedreht, darunter:

  • 1940: Die Darstellung des Heimatdorfes des Titelhelden in Walt Disneys Pinocchio ist Rothenburg nachempfunden.
  • 1944: Das kleine Hofkonzert mit Elfie Mayerhofer und Hans Nielsen – Deutschland
  • 1951: Entscheidung vor Morgengrauen mit Oskar Werner und u. a. Hildegard Knef, O.E. Hasse, Gert Fröbe, Klaus Kinski – USA
  • 1953: Martin Luther mit Niall MacGinnis, John Ruddock, Pierre Lefevre. Oscar-Nominierung 1954
  • 1956: Die Christel von der Post mit Hardy Krüger, Paul Hörbiger, Claus Biederstaedt
  • 1959: Der blaue Engel (The Blue Angel) mit Curd Jürgens und May Britt – USA
  • 1960: Gustav Adolfs Page mit Liselotte Pulver und Curd Jürgens – Deutschland
  • 1962: Die wundervolle Welt der Brüder Grimm (The Wonderful World of the Brothers Grimm) mit Karlheinz Böhm – USA
  • 1967: Die Schlangengrube und das Pendel mit Karin Dor und Lex Barker – Deutschland
  • 1968: Tschitti Tschitti Bäng Bäng (Film) mit Dick van Dyke – UK/USA
  • 1971: Zwanzig Mädchen und die Pauker: Heute steht die Penne kopf – Deutschland
  • 1972: The Pied Piper (Der Rattenfänger von Hameln) – USA/UK – von Jacques Demy
  • 1975: Royal Flash mit Malcolm McDowell und Alan Bates – England, Deutschland
  • 1976: Die Elixiere des Teufels mit Dieter Laser
  • 1983: Der Trotzkopf
  • 1995: The Beast Within: A Gabriel Knight Mystery – USA
  • 2008: Der Brief für den König

Für Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1 wurden zwei Tage lang Luftaufnahmen von der Stadt angefertigt, jedoch wurden sie im Film nicht verwendet. Eine weitere Szene, in der Grindelwald den Elderstab stiehlt, wurde in Rothenburg gedreht und ist im Film zu sehen. Der Abspann des Films enthält eine Danksagung an die Stadt.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Rothenburg ob der Tauber

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