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Stadtplan Ratingen
Stadt Ratingen
Der Bürgermeister
Minoritenstr. 2-6
40878 Ratingen

http://www.ratingen.de/

Ratingen

160pxAbb. 1 Wappen von Ratingen
Basisdaten
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Kreis Mettmann
Höhe 50 m
PLZ 40878–40885
Vorwahl 02102
Gliederung 6 Gemeindebezirke mit 10 Stadtteilen
Adresse der Verwaltung Minoritenstraße 2–6
40878 Ratingen
Website www.stadt-ratingen.de
Bürgermeister Klaus Konrad Pesch (parteilos)

Die Stadt Ratingen liegt im Bundesland Nordrhein-Westfalen und ist eine Große kreisangehörige Stadt des Kreises Mettmann im Regierungsbezirk Düsseldorf. Ratingen ist nach gemeindeinterner Fortschreibung mit rund 92.362 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2016) die größte Stadt des Kreises Mettmann.

Geografie

Geografische Lage

Ratingen liegt im nordwestlichen Vorland des Bergischen Landes auf einer der Rhein-Terrassen auf einer Höhe zwischen 55 und ; der Stadtkern liegt um die .

Ratingen grenzt im Süden und Westen an die Landeshauptstadt Düsseldorf, im Norden an die Städte Duisburg, Mülheim an der Ruhr und Essen sowie im Osten an die Städte Heiligenhaus, Wülfrath und die Kreisstadt Mettmann.

Nördlich des Ratinger Zentrums fließt die Anger, im Süden der Schwarzbach.In Ratingen befinden sich mehrere Naturschutzgebiete, unter anderem die Naturwaldzelle Hinkesforst.

Klima

Der Jahresniederschlag liegt bei 820 mm und ist damit eher hoch, da er in das obere Drittel der in Deutschland erfassten Werte fällt: An 67 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni (1,7 mal so viel wie im Februar). Die Niederschläge variieren mäßig: An 39 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Stadtgliederung

Ratingen ist die bevölkerungsreichste Stadt des Kreises Mettmann. Es bestehen sechs Gemeindebezirke nach der Gemeindeordnung:

Bezirk Stadtteil Einwohner
12/2016
Postleitzahl
Ratingen Mitte Zentrum
23.822
40878
Ost
8.554
40882
West West
17.808
40880
Tiefenbroich Tiefenbroich
6.594
40880
Lintorf/Breitscheid Lintorf
15.267
40885
Breitscheid
5.202
40885
Hösel/Eggerscheidt Hösel
8.368
40883
Eggerscheidt
964
40883
Homberg/Schwarzbach Homberg
5.310
40882
Schwarzbach
473
40882

Geschichte

Frühgeschichte und Altertum

Der Beginn erster Besiedlung des Stadtgebietes ist nicht mehr genau feststellbar. Funde von etwa 150.000 Jahre alten Faustkeilen und anderen anthropogenen Gegenständen nahe dem heutigen Silbersee belegen, dass dort bereits zu Beginn der letzten Eiszeit Menschen lebten. Es ist jedoch nicht klar, ob diese Menschen bereits fest siedelten.

Gräberfunde im Ratinger Zentrum lassen jedoch vermuten, dass es etwa 500 v. Chr. bereits eine feste Siedlung gab. Die Spornlage dieser Gegend auf einer flachen Anhöhe zwischen zwei Bächen war für die damaligen Bedürfnisse sehr günstig; noch dazu lag sie an der Kreuzung zwischen Mauspfad, einem antiken Handelsweg zwischen Köln und dem Niederrhein, und dem Heiligenweg, einer Verbindung zwischen Rhein und Bergischem Land. Auch der Hilinciweg verlief über Ratinger Gebiet.

Mittelalter

Um 500 n. Chr. wurde Ratingen zum Kampfgebiet zwischen Sachsen und Franken.

Die erste urkundliche Erwähnung der Siedlung fand vor 849 im Werdener Chartular statt, wo Ratingen als „Hratuga“ bezeichnet wird. Für den Namen existieren zwei Erklärungen: Er könnte eine Rodung im Wald oder eine „Siedlung des Hratan“ bedeuten.

Seit dem Mittelalter gehörte das Ratinger Gebiet den Grafen, später Herzögen von Berg. Für diese hatte die Siedlung, die anfangs durch Holzpalisaden geschützt war, eine wichtige Bedeutung im Kampf gegen den Erzbischof von Köln. Vermutlich wegen seiner vorteilhaften strategischen Lage wurden Ratingen am 11. Dezember 1276 durch Graf Adolf V. von Berg die Stadtrechte verliehen. Elf Monate zuvor war der Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg in den Besitz von Stadt und Burg Kaiserswerth gelangt. Graf Adolf V. wollte durch die Stadterhebung Ratingens ein Gegengewicht schaffen und das nördliche bergische Gebiet sichern, indem er den alten Kirch- und Gerichtsort, an einem Kreuzungspunkt wichtiger Straßen gelegen, Stadtprivilegien verlieh und befestigen ließ.

Im Gegenzug für die damit verbundenen Privilegien wie zum Beispiel Zoll- und Steuerfreiheit und Monopole auf das Mahlen von Korn und die Herstellung von Grüt, ein damals zur Bierherstellung benötigter Stoff (Grütrecht), baute die Stadt die mächtige Stadtmauer mit großen Verteidigungstürmen und bis zu 8 m breiten Wassergräben.

Im weiteren Verlauf der Geschichte erlebte Ratingen als einer der vier Hauptorte von Berg eine wirtschaftliche Blütezeit. Ratingen hatte Marktrecht, Zunftrecht, eine eigene Münze und ein Gericht, das den Gerichten in Mettmann, Gerresheim und Düsseldorf aufgrund des älteren Stadtrechts in den Konsultationen übergeordnet war. Am 25. November 1377 besuchte Karl IV. die Stadt, etwa 100 Jahre später Christian I. von Dänemark.

Die wichtigste überregionale wirtschaftliche Bedeutung hatte vermutlich die Zunft der Schmiede und Schleifer, die 1362 im Stadtbuch erwähnt wurde. Sie nutzten das Wasser von Anger und Schwarzbach zur Herstellung von Waffen, Werkzeugen (vor allem Messer und Scheren) und anderen Gebrauchsgegenständen wie Musikinstrumenten. Ihre Waren wurden auch im Ausland gehandelt, unter anderem in Antwerpen, im Baltikum und Skandinavien. Im Jahre 1592 werden Juden erstmals urkundlich in Ratingen erwähnt.

Industrialisierung und Neuzeit

Ab dem 16. Jahrhundert endete der Jahrhunderte währende wirtschaftliche Höhenflug Ratingens: Das nahe Düsseldorf wurde 1511 zur Residenz, später zur Landesfestung. Die Pest kam über die Stadt, neue Waffen machten die Stadtmauer unwirksam, und 1641 wurde sie während des Dreißigjährigen Krieges vollständig zerstört. Nur noch 100 Menschen lebten damals in Ratingen; 200 Jahre zuvor waren es noch mehr als zehnmal so viele gewesen.

Doch ausgerechnet in diesem nunmehr fast bedeutungslos gewordenen Städtchen wird heute der Beginn der kontinentaleuropäischen Industrialisierung gesehen: Der Elberfelder Geschäftsmann Johann Gottfried Brügelmann errichtete 1783 an der Anger eine mechanische Baumwollspinnerei, die als erste Fabrik auf dem europäischen Festland gilt. Ihrer technikhistorischen Bedeutung wegen wird die ehemalige Textilfabrik Cromford heute vom Rheinischen Industriemuseum als Textilmuseum weiterbetrieben.

Ausdruck der wieder sehr langsam wirtschaftlich erstarkenden Stadt war auch die im 18. Jahrhundert eingerichtete Ratinger Stadtpost. Diese richtete der Ratinger Magistrat spätestens am 19. Juni 1727 ein. Die Stadtpost verband die bergische Stadt Ratingen mit Düsseldorf und sorgte dort für den Anschluss an die von den Thurn und Taxis betriebene Kaiserliche Reichspost und damit an die Welt des Handels und der Kommunikation.

Nach dem Wiener Kongress und der Übernahme der Stadt durch Preußen bestand noch bis 1816 eine Poststation der Thurn-und-Taxis-Post, bevor diese am 1. Juli 1816 zum preußischen Postwärteramt wurde. Infolge des Wiener Kongresses gehörte Ratingen ab 1815 zu Preußen, dem Regierungsbezirk Düsseldorf und der Provinz Jülich-Kleve-Berg (Sitz in Köln), ab 1822 zur Rheinprovinz mit Sitz in Koblenz. 1817 erbauten die Ratinger Juden eine Synagoge an der Bechemer Straße.

Aufgrund von Formsandvorkommen entstand ab der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Eisenindustrie. Auch weitere Industriebetriebe entstanden, etwa eine Papiermühle im Angertal, Dachpfannenbrennereien und mehrere Kalkbrennereien. Doch an Schwung gewann die Wirtschaft erst mit dem nahezu zeitgleichen Bau zweier Eisenbahnlinien, der Ruhrtal-Bahn im Osten, die am 1. Februar 1872 ihren Betrieb aufnahm, und der 1873 fertiggestellten „Westbahn“ (Teil der Bahnstrecke Troisdorf–Mülheim-Speldorf), einer Konkurrenzverbindung von Düsseldorf nach Mülheim und Duisburg. Am 28. Mai 1903 wurde die Angertalbahn (heute meist als „Kalkbahn“ bezeichnet) eingeweiht, über die Kalk und Formsand, bis in die 1950er-Jahre auch Personen, aus Wülfrath und den dortigen Kalkwerken zur Westbahn transportiert wurden und noch heute werden.

Aufgrund der nunmehr geschaffenen Verkehrsanbindung siedelten sich im Umfeld der Bahnen zahlreiche kleinere und mittlere Betriebe an: 1883 der Dampfkesselhersteller Dürr, 1910 die Deutsche Lastautomobilfabrik AG (DAAG).In der kommunalen Neuordnung 1929 behauptete Ratingen seine Selbstständigkeit. Die Gemeinde Eckamp mit den heutigen Stadtteilen Tiefenbroich und Ratingen-West wurde 1930 eingegliedert.Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurden Stadtverwaltung, Kultur und Gesellschaft gleichgeschaltet. Sozialdemokratische oder kommunistische Funktionäre wie Josef Schappe wurden verhaftet und in „Schutzhaft“ verbracht, jüdische Bürger drangsaliert oder zur Emigration gezwungen. In der Nacht zum 10. November 1938 wurde der jüdische Friedhof an der Werdener Straße geschändet und verwüstet. Ab Sommer 1943 war die Staatspolizeileitstelle Düsseldorf (Gestapo) in Ratingen untergebracht (Lehrerseminar an der Mülheimer Straße 47, heute: Stadtarchiv und Anne-Frank-Schule), da sie in Düsseldorf ausgebombt war. Hier wurden politische Häftlinge, Zwangsarbeiter und Regimegegner verhört und gequält. Der Zweite Weltkrieg, der mehrere schwere Luftangriffe, so etwa am 22. März 1945, auf Ratingen gefordert hatte, endete mit dem Zusammenbruch des Ruhrkessels am 16./17. April 1945, markiert durch die Selbsttötung des Ruhrkessel-Kommandeurs Walter Model im Wald bei Ratingen-Lintorf südlich von Duisburg. Am 17. April 1945 wurde die unter Artilleriebeschuss liegende Stadt abends an den Panzerkommandeur Major W. Ashley Gray kampflos übergeben, ohne dass es zu Gegenaktionen von Werwolf oder Volkssturm kam.

Während der letzten Kriegstage wurden noch Endphaseverbrechen der Gestapo auch in Ratingen (Kalkumer Wald) durchgeführt. Die damals erschossenen und im Kalkumer Wald verscharrten 11 Zwangsarbeiter/innen wurden im Mai 1945 auf Weisung der US-Amerikaner von Nazis ausgegraben, um dann öffentlich vor der Pfarrkirche St. Peter und Paul feierlich bestattet zu werden, wobei Nazis Hilfsdienste leisten mussten. Die Grabrede hielt Ratingens erster Nachkriegsbürgermeister Dr. Franz Josef Gemmert, Direktor der Brügelmannschen Baumwollspinnerei. Am 9. Juni 1948 wurden diese Toten in ein Grab auf dem Ratinger Waldfriedhof zur endgültigen Ruhe umgebettet. Eine Plexiglas-Tafel erinnert dort an sie mit dem folgenden Text: „Hier ruhen elf Zwangsarbeiter, die am 13. Mai 1945 auf Anordnung der Militärregierung aus einem Bombentrichter im Kalkumer Wald geborgen und vor der Kirche St. Peter und Paul beigesetzt wurden. Sie waren kurz vor Kriegsende durch die Gestapo ermordet worden. Am 9. Juni 1948 wurden die Toten mit Zustimmung der Militärregierung zur ewigen Ruhe in dieses Grab umgebettet. Aufgrund von Nachforschungen konnten die Namen von sechs Menschen ermittelt werden: Bernhard Fladerrack, Jan Johannes Frikke und Simon Zoelli aus den Niederlanden, Alex Kortum aus Russland, Ladimir Snihur aus Polen und Josefa Paplowitsch aus der Ukraine. Auch viele der anderen Toten, die dort bestattet sind, waren Zwangsarbeiter. Sie kamen durch Entkräftung, Krankheit oder infolge von Kriegshandlungen ums Leben.“

Nach relativ geringen Kriegsschäden erlebte Ratingen in den 1960er und 1970er Jahren die Entwicklung zur Schlafstadt (so der in den späten 1960er Jahren entstandene Stadtteil Ratingen-West mit 20.000 Einwohnern 1980) und zum Standort von Dienstleistungs- und Kleingewerbebetrieben für das nahegelegene Düsseldorf. 1973 wurde die Einwohnerzahl von 50.000 noch vor weiteren Eingemeindungen überschritten.

Die erfolgreiche Wirtschaftspolitik und die günstigen Infrastrukturvoraussetzungen haben jedoch seit den 1970er Jahren dazu beigetragen, dass Ratingen den Charakter einer Schlafstadt inzwischen wieder verloren und sich ins Gegenteil gewandelt hat: Seit einigen Jahren weist Ratingen trotz der gleich drei unmittelbar angrenzenden Oberzentren einen deutlich positiven Pendlersaldo aus (siehe Abschnitt: Wirtschaft).

Kommunale Neugliederung

Im Zuge der kommunalen Neugliederung wurden am 1. Januar 1975 sowohl die alte Stadt Ratingen als auch die bis dahin selbstständigen Gemeinden Breitscheid, Eggerscheidt, Hösel und Lintorf (alle zum ehemaligen Amt Angerland gehörig) sowie Homberg-Meiersberg (zum ehemaligen Amt Hubbelrath gehörig) aufgelöst und unter Einschluss des in der aufgelösten Gemeinde Hasselbeck-Schwarzbach (zum ehemaligen Amt Hubbelrath gehörig) liegenden Schwarzbachtales zu einer neuen Stadt Ratingen zusammengeschlossen.

Einwohnerentwicklung

Im Mittelalter und am Beginn der Neuzeit war Ratingen ein Ort mit wenigen hundert Einwohnern. Die Einwohnerzahl wuchs nur sehr langsam und ging auf Grund der zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. Erst mit der Errichtung der Textilfabrik Cromford 1783 und besonders dem Beginn der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts setzte in der Stadt ein stärkeres Bevölkerungswachstum ein. Lebten 1855 erst 5.000 Menschen in Ratingen, so waren es 1950 bereits 25.000. Bis 1973 verdoppelte sich diese Zahl auf 52.216.

Am 1. Januar 1975 stieg die Bevölkerungszahl durch Eingemeindungen mehrerer Orte – darunter Lintorf (10.593 Einwohner 1970) – auf rund 85.000. Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Ratingen nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 91.865 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1800 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1472 1.100
1600 1.000
1668 500
1700 700
1800 3.000
1. Dezember 1840 ¹ 4.037
3. Dezember 1855 ¹ 5.012
1. Dezember 1871 ¹ 5.214
1. Dezember 1885 ¹ 5.586
1. Dezember 1890 ¹ 6.800
2. Dezember 1895 ¹ 7.860
1. Dezember 1900 ¹ 10.594
1. Dezember 1905 ¹ 11.741
1. Dezember 1910 ¹ 13.143
1. Dezember 1916 ¹ 12.385
Jahr Einwohner
5. Dezember 1917 ¹ 13.215
8. Oktober 1919 ¹ 14.809
16. Juni 1925 ¹ 15.250
16. Juni 1933 ¹ 18.640
17. Mai 1939 ¹ 20.251
31. Dezember 1945 21.454
29. Oktober 1946 ¹ 21.683
13. September 1950 ¹ 25.245
25. September 1956 ¹ 32.003
6. Juni 1961 ¹ 36.020
31. Dezember 1965 38.739
27. Mai 1970 ¹ 43.685
31. Dezember 1975 86.028
31. Dezember 1980 89.466
31. Dezember 1985 88.718
Jahr Einwohner
25. Mai 1987 ¹ 88.631
31. Dezember 1990 91.007
31. Dezember 1995 89.534
31. Dezember 2000 91.437
30. Juni 2005 91.865
30. Juni 2006 93.169
31. Dezember 2007 ² 93.452
31. Dezember 2008 ² 92.780
31. Dezember 2009 ² 92.271
31. Dezember 2010 ² 91.958
31. Dezember 2011 ² 91.874
9. Mai 2011 ³ 86.967
31. Dezember 2016 92.362
31. Dezember 2017 ⁴ 87.226

¹ Volkszählungsergebnis
² Laut Melderegister
³ Laut Zensus 2011⁴ Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW)

Wappen, Flagge und Logo

Der Stadt Ratingen wurden zuletzt am 3. Oktober 1972 ein Wappen, ein Siegel und eine Flagge verliehen. Das Wappen wurde vom Aachener Grafiker Walther Bergmann nach Vorlage des Wappens von 1909 neu gestaltet.

Wappen

Blasonierung: „Geteilt in Silber (Weiß) und Rot; oben ein wachsender zwiegeschwänzter blau gekrönter und bewehrter, roter Löwe und unten ein silbernes (weißes) sechsspeichiges Rad.“

Das Wappen zeigt den Bergischen Löwen und ein Richtrad, welches auf eine frühere Gerichtsstätte hindeutet. Es entstammt einem Siegel aus dem Jahre 1430. Erstmals genehmigt wurde es am 30. Dezember 1909 durch den preußischen Minister des Innern, allerdings mit einem fünfspeichigen Rad und einer damals üblichen Mauerkrone.

Flagge

„Die Flagge ist in drei Bahnen im Verhältnis 1 : 3 : 1 von Rot zu Weiß zu Rot quergestreift und zeigt in der Mitte der weißen Bahn das Stadtwappen im Schild.“

Politik

Stadtrat

Kommunalwahl 2004
Partei Stimmanteil Ratssitze
CDU 34,7 % 23
SPD 23,5 % 16
Bürger-Union 21,7 % 14
Die Grünen 9,3 % 6
FDP 6,4 % 4
MWG 3,6 % 2
Ratinger Linke 0,9 % 1
Kommunalwahl 2009
Partei Stimmanteil Ratssitze
CDU 31,8 % 19
Bürger-Union 27,0 % 16
SPD 18,9 % 12
Die Grünen 9,8 % 6
FDP 9,0 % 5
Ratinger Linke 3,5 % 2
Wahlbeteiligung: 53,0 %

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 brachte die folgende Sitzverteilung im Rat der Stadt:

Kommunalwahl 2014
Partei Stimmanteil Ratssitze
CDU 34,6 % 20
Bürger-Union 24,3 % 14
SPD 20,9 % 12
Grüne 9,6 % 5
FDP 4,6 % 3
AfD 3,1 % 2
Piraten 2,9 % 2
Wahlbeteiligung: 51,6 %

Bürgermeister

Zu den Bürgermeistern der Jahre 1320 bis 1806 (die Zeit, in der Ratingen eine „Hauptstadt“ im Herzogtum Berg war) siehe die Liste der Bürgermeister von Ratingen 1320–1806.

Bürgermeister seit der Neubildung der Stadt durch die Kommunale Neugliederung 1975 (bis 1999 ehrenamtlich):

  • 1975–1989: Ernst Dietrich (CDU)
  • 1989–1994: Hugo Schlimm (SPD)
  • 1994–2004: Wolfgang Diedrich (CDU)
  • 2004–2014: Harald Birkenkamp (Bürger-Union)
  • seit 2014: Klaus Konrad Pesch (Gemeinschaftskandidat von CDU, SPD, FDP und Grünen)

Jugendrat

Seit 1998 wird ein Jugendrat von Schülern der weiterführenden Schulen in Ratingen gewählt. Er setzt sich aus bis zu 45 Mitgliedern zusammen, die zwischen 13 und 18 Jahre alt sein müssen. Der Jugendrat wurde im September 2017 neu gewählt und die Amtszeit beträgt 2 Jahre. Sprecher sind aktuell Max Julius Werthebach und Philippe Todt.

Städtepartnerschaften

Ratingen unterhält Partnerschaften zu folgenden Gemeinden:

  • Maubeuge, Frankreich (seit 1958)
  • Le Quesnoy, Frankreich (Partnerschaft der Altgemeinde Hösel, seit 1963)
  • Cramlington, Vereinigtes Königreich (Kontakt seit 1967, 1986–2016)
  • Vermillion, South Dakota, USA (seit 1969)
  • Kokkola, Finnland (seit 1989)
  • Beelitz, Brandenburg, Deutschland (seit 1990)
  • Gagarin, Russland (seit 1998)
  • Wuxi, Provinz Jiangsu, Volksrepublik China (seit 2007)

Schulen

Grundschulen

  • Albert-Schweitzer-Schule
  • Anne-Frank-Schule
  • Astrid-Lindgren-Schule
  • Christian-Morgenstern-Schule
  • Eduard-Dietrich-Schule
  • Erich Kästner-Schule
  • Gebrüder-Grimm-Schule
  • Heinrich-Schmitz-Schule
  • Johann-Peter-Melchior-Schule
  • Karl-Arnold-Schule
  • Ludgerusschule
  • Matthias-Claudius-Schule
  • Minoritenschule
  • Paul-Maar-Schule
  • Suitbertusschule
  • Wilhelm-Busch-Schule

Weiterführende Schulen

  • Adam-Josef-Cüppers-Berufskolleg
  • Carl Friedrich von Weizsäcker-Gymnasium (ehemals Theodor-Heuss-Schule/Geschwister-Scholl-Schule)
  • Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium
  • Elsa-Brandström-Schule (Hauptschule), 2015 aufgelöst
  • Friedrich-Ebert-Realschule
  • Käthe-Kollwitz-Schule (Realschule)
  • Kopernikus-Gymnasium
  • Liebfrauenschule (Realschule, bis 2013/2014 nur Mädchen)
  • Martin-Luther-King-Gesamtschule
  • Werner-Heisenberg-Realschule

Sonstige Schulen

  • Comenius-Schule (Förderschule)
  • Franz-Rath-Weiterbildungskolleg (Abendrealschule), 2017 aufgelöst
  • Helen-Keller-Schule (Förderschule)
  • Private Förderschule II
  • Volkshochschule Ratingen

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Marktplatz

Das Zentrum Ratingens bildet der Marktplatz, auf dem schon mindestens seit 1371 Waren angeboten werden. Der Wochenmarkt findet heutzutage jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag dort statt. Der Marktplatz wird bestimmt von dem Bürgerhaus (entstanden um 1300) und der dahinter liegenden Kirche St. Peter und Paul (s. u.). Nordwestlich des Marktplatzes befindet sich etwas versteckt das Minoritenkloster (gebaut 1656).

Stadtmauer

Von der Stadtmauer mit ihren ehemals 15 Wachtürmen sind nur noch Teilstücke mit insgesamt drei Türmen erhalten:

  • Nördlich des Zentrums zwischen Turm- und Angerstraße befindet sich neben der Stadtmauer auch noch der rekonstruierte Stadtgraben sowie der Dicke Turm, ein 13 Meter hoher und knapp 12 Meter breiter Verteidigungsturm mit einer Mauerstärke von 3,5 Metern, erstmals erwähnt 1464, 2008 von einem Heimatverein zum Vereinsheim umgebaut.
  • Westlich des Zentrums beim Rathaus liegt an der Stadtmauer der 1474 gebaute Trinsenturm, der als Waffenkammer diente.
  • Östlich des Zentrums befindet sich an der Wallstraße ein kleineres Stück Stadtmauer mit dem Kornsturm aus dem Jahr 1460.

Kirchen

Die bekannteste Kirche Ratingens ist St. Peter und Paul. Die Fundamente des frühgotischen Baus stammen aus dem 8. Jahrhundert. Die beiden Osttürme wurden im 11. oder 12. Jahrhundert errichtet. Das Hauptschiff stammt im Wesentlichen aus dem Jahr 1300. Im Inneren der Kirche sind vor allem die drei Glocken und die Turmmonstranz sehenswert. Skulpturen der barocken Ausstattung befinden sich heute im Museum Ratingen.

Die Evangelische Stadtkirche (Fertigstellung 1684) ist eine der ältesten noch erhaltenen ehemals evangelisch-reformierten Kirchen des Rheinlandes.

Wasserburg ''Haus zum Haus''

Bereits im 9. Jahrhundert befand sich am Standort der heutigen Wasserburg Haus zum Haus eine durch Palisaden geschützte Wallburg. Sie prägte maßgeblich die Entstehung der Stadt Ratingens mit. In der Burg sind heute ein Kulturzentrum, ein Restaurant, Wohngebäude und ein Architekturbüro untergebracht.

Schloss Landsberg

In Ratingen-Breitscheid befindet sich Schloss Landsberg, ein im 13. Jahrhundert für Adolf V. von Berg erbautes Schloss am Fuße des Ruhrtals. Das Schloss beherbergt heute ein Konferenzzentrum der Thyssen-Krupp AG; es kann jedoch von den umgebenden öffentlich zugänglichen Parkanlagen aus von außen besichtigt werden.

Schloss Linnep

In Ratingen-Breitscheid befindet sich Schloss Linnep zusammen mit der Waldkirche Linnep. Das Schloss wird privat bewohnt und kann – außer zu gelegentlichen Veranstaltungen – nur von außen besichtigt werden.

Burg Gräfgenstein

Die Burg Gräfgenstein , auch Griffgenstein genannt, ist eine in Teilen erhaltene mittelalterliche Burganlage und ein Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen. Die Burg wird privat bewohnt, als Bauernhof genutzt und kann nur von außen besichtigt werden.

Haus Anger

Haus Anger ist ein ehemaliges Rittergut im Naturschutzgebiet Angertal, umgeben von Angermühle und Angerforsthaus.

Cromford

Johann Gottfried Brügelmann errichtete 1783 die Textilfabrik Cromford , die als erste Fabrik des europäischen Kontinents gilt. Er benannte sie nach der mittelenglischen Stadt Cromford, aus der er mittels Industriespionage die Konstruktionsprinzipien einer dort eingesetzten Spinnmaschine erhielt.

Das aufwändig restaurierte Fabrikgebäude gehört heute zum Rheinischen Industriemuseum. Mittels funktionstüchtiger Nachbauten kann man dort die damalige Spinnerei in Betrieb erleben. Vor der Fabrik befindet sich das großzügige Herrenhaus mit weiteren Ausstellungsflächen.

Über die barocke Gartenanlage gegenüber dem Herrenhaus gelangt man zum 1890 angelegten Poensgenpark (auch: Cromford-Park) mit großzügigen Rasenflächen und vielen exotischen Bäumen und Sträuchern aus der ganzen Welt. Er wurde als exzellenter Park 2004/2005 in die Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas aufgenommen.

Im Roten Hahn

Das aus dem 15. Jahrhundert stammende Fachwerkhaus (auch Wallersches Haus oder Suitbertus-Haus genannt) in der Oberstraße 23 gilt als schönstes Fachwerkhaus Ratingens. Es beherbergt heute eine Gastwirtschaft.

Auermühle

Die Auermühle ist der Nachfolgebau einer Wassermühle an der Anger aus der Zeit um 1700.

Parks

Neben dem oben erwähnten Poensgenpark verfügt Ratingen über ausgedehnte Waldflächen sowie den 110 ha großen Erholungspark Volkardey mit dem rekonstruierten Eisenzeitgehöft, der den Grünen See und den Silbersee umfasst (siehe hierzu auch Ratingen-West), sowie über den Blauen See mit kleinem Freizeitpark und Freiluft-Theater.Ironischerweise ist das Wasser des Blauen Sees grün und das des Grünen Sees blau.

Ein Kunstweg führt von den naturbelassenen Auen des Angertals, durch den historischen Poensgenpark rund um die ehemalige Textilfabrik Cromford zu dem o. g. Erholungsgebiet am Grünen See.

Weitere Informationen über die oben erwähnten Parks und Waldflächen enthalten die Freizeittipps der Stadt Ratingen.

Dumeklemmer

Ratingen wird häufig auch als Dumeklemmerstadt und ihre Einwohner als Dumeklemmer (hochdeutsch: Daumenklemmer) bezeichnet. Der Ursprung dieser Bezeichnung wird häufig der sogenannten Dumeklemmersage zugeschrieben: Dieser Sage zufolge wollte der Missionar Suitbertus die damals heidnische Stadt Ratingen zum Christentum bekehren. Als er jedoch das Stadttor passieren wollte, schlugen ihm die Ratinger selbiges vor der Nase zu; dabei wurde der Daumen des Suitbert in der Tür eingeklemmt. Daraufhin soll Suitbert der Stadt zwar unverrichteter Dinge den Rücken gekehrt, jedoch seine Einwohner zuvor mit einem Fluch belegt haben, demzufolge in Zukunft alle in Ratingen Geborenen mit einem platten Daumen zur Welt kommen sollten. Seither sollen die Ratinger den Beinamen „Dumeklemmer“ haben.

Historiker halten jedoch wenig von dieser Legende, insbesondere weil Suitbert über 500 Jahre vor der Verleihung der Stadtrechte 1276 und dem Bau des Stadttores lebte.

Die wahrscheinlichere Ursache ist daher der Umstand, dass Ratingen im Mittelalter über Jahrhunderte hinweg Sitz der Gerichtsbarkeit des Bergischen Landes war. Dort war lange Zeit die Folter ein beliebtes Instrument der „Wahrheitsfindung“ – häufig unter Verwendung von Daumenschrauben. Daher seien die Ratinger im Umland als „Dumeklemmer“ bezeichnet worden. Heute erinnert der „Dumeklemmerbrunnen“ vor der Kirche St. Peter und Paul an die Legende, der drei Kinder mit plattem Daumen zeigt.

Im Juli findet jährlich das Ratinger Dumeklemmerspektakel statt, bei dem neben einem mittelalterlichen Markt die Dumeklemmersage als mittelalterliches Theaterstück aufgeführt wird.

Als „Dumeklemmer“ bezeichnet man auch die Ratinger Spezialität: etwa daumengroße pikant gewürzte Mettwürstchen.

Kultur

Ratingen verfügt über ein Stadtmuseum (das Museum Ratingen), ein Stadttheater, eine Stadthalle („Dumeklemmerhalle“), deren großer Saal bis zu 1030 Plätze fasst, ein kleines, häufig mit Auszeichnungen versehenes Kino sowie ein intensives Vereinsleben (insb. Sport-, Karnevals-, Schützen- und Heimatvereine).

Ratingen-Hösel ist Sitz der Stiftung Haus Oberschlesien. Sie unterhält das gleichnamige Haus als Kultur- und Begegnungsstätte sowie das Oberschlesische Landesmuseum, eine zentrale deutsche Einrichtung der Pflege und Präsentation zur Kultur und Geschichte Schlesiens. Im Zusammenwirken mit der Eichendorff-Gesellschaft wird auch das Leben und Werk des bedeutenden Literaten Joseph von Eichendorff mit zahlreichen Exponaten dargestellt. Das Oberschlesische Landesmuseum hat seit 1998 einen modernen Funktionsbau an der Bahnhofstraße (B 227). Laufend finden Sonderausstellungen statt, auch in Polen. Die Entwicklung und Belebung grenzüberschreitender Kontakte ist ein wichtiges zukunftsgewandtes Anliegen der Stiftung Haus Oberschlesien. Im Haus Oberschlesien hat auch die Landsmannschaft der Oberschlesier die Bundesgeschäftsstelle sowie die Landesgeschäftsstelle NRW.

Seit 2002 gibt es den Jüdischen Kulturverein Ratingen e. V. SCHALOM, auf dessen Internet-Seite die Geschichte und Tradition der Juden in Ratingen dargestellt ist. 1817/18 kauften die Ratinger Juden ein Grundstück an der Bechemer Straße und errichteten dort eine eigene Synagoge. Die Nutzung der Synagoge als Gotteshaus endete 1930/1931, als die Gemeinde (Filialgemeinde der Düsseldorfer Synagogengemeinde) zu klein geworden war. Das Gebäude wurde 1936 von der Stadt Ratingen gekauft und 1940 abgerissen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Durch die Verkehrsanbindung (Flughafen, Eisenbahn und Autobahnen) und die Ausweisung von Gewerbeflächen ist es Ratingen seit den 1960er Jahren gelungen, den Schwund einiger traditioneller Industriezweige durch die Ansiedlung moderner Dienstleistungs- und Computerbetrieben überzukompensieren. Zu den Unternehmen mit Firmensitzen oder großen Betrieben in Ratingen gehören Asus, Balcke-Dürr, Ball Packaging Europe, Chieftec, Computacenter, easycash, Harry-Brot, Hewlett-Packard, Keramag, LogicaCMG, Makita, Zapp AG, Mitsubishi Electric Europe B. V., Nokia, NSK, SAP, Sun Microsystems, TechniSat, TIPTEL, TOI TOI & DIXI Sanitärsysteme, Vodafone und Esprit. Coca-Cola hat 2010 Vertrieb und Marketing von Düsseldorf-Rath nach Ratingen verlegt, ebenso verlegte im Jahr 2011 DKV Euro Service den Firmensitz nach Ratingen. Esprit besitzt in Ratingen seine Europazentrale.

Trotz der unmittelbaren Nachbarschaft zu den drei Oberzentren Düsseldorf, Duisburg und Essen verfügt Ratingen über eine vergleichsweise hohe Arbeitsplatzdichte von 380 Arbeitsplätzen je 1000 Einwohner. Der Ende des 20. Jahrhunderts noch negative Pendlersaldo war 2005 mit 5400 Personen deutlich positiv (15,5 % der Arbeitsplätze Ratingens). Die Kaufkraft je Einwohner liegt bei 139 % des Bundesdurchschnitts.

Die Bekleidungsunternehmen Esprit, s.Oliver, Benetton und Tom Tailor betreiben in Ratingen Outlet-Stores, wovon das Outlet von Esprit das bei weitem größte ist.

Verkehr

Aufgrund seiner zentralen Lage im Zentrum zwischen Ruhrgebiet und den Ballungsräumen Düsseldorf, Köln/Bonn und Wuppertal verfügt Ratingen über sehr gute Verkehrsanbindungen.

Die räumliche Nähe von wenigen Kilometern zum Flughafen Düsseldorf International sorgt für die schnelle Erreichbarkeit von Flugzielen im Inland, Europa und Übersee.

Der Bahnhof Düsseldorf Flughafen mit Anschluss an das ICE-Netz liegt direkt an der Stadtgrenze zu Ratingen. Er ist schnell per Bus, Taxi, Fahrrad oder eigenem Kfz zu erreichen und bietet direkten Zugang zum nationalen und internationalen Schienenfernverkehr.

Im öffentlichen Personennahverkehr verkehrt an den S-Bahnhöfen Ratingen Ost und Hösel die S-Bahn-Linie S 6 Köln–Leverkusen–Düsseldorf–Ratingen–Essen, die Düsseldorfer Stadtbahn-Linie U72 und ein dichtes Netz von Buslinien der Rheinbahn. Die Linie U72 verkehrt in Ratingen als klassische Straßenbahn und hieß bis zur Inbetriebnahme der Düsseldorfer Wehrhahn-Linie im Februar 2016 712. Die Stadt gehört zum Gebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr.

Die fußgänger- und fahrradfreundliche Stadt Ratingen liegt an der EUROGA-Radroute. Zahlreiche Radwege verbinden darüber hinaus die Stadtteile untereinander. Gute Fahrrad-Verbindungen existieren auch in die benachbarten Großstädte Düsseldorf, Duisburg, Essen und Mülheim (Ruhr). Am Bahnhof Ratingen Ost befindet sich eine der ältesten Fahrradstationen im Gebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, seit dem Jahr 2010 untergebracht in einem komplett neuen Gebäude mit einem großen, für Dauerkunden 24 Stunden am Tag zugänglichen Fahrradparkhaus. Die Stadt Ratingen ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der fußgänger- und fahrradfreundlichen Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein Westfalen (AGFS).

Darüber hinaus liegt Ratingen Mitte im Dreieck der Autobahnen A 3 (Köln – Oberhausen), A 52 (Düsseldorf – Essen) und A 44 (Mönchengladbach – Ratingen Ost) und ist damit hervorragend an das Autobahnnetz angebunden. Zudem verlaufen die Bundesstraße 1 und die Bundesstraße 227 auf dem Stadtgebiet.

Krankenhäuser, Feuerwehr und Rettungsdienst

Das St.-Marien-Krankenhaus Ratingen ist das älteste und größte Krankenhaus in der Stadt und befindet sich in katholischer Trägerschaft. Mit 204 Betten und den Fachrichtungen Chirurgie, Gynäkologie, Anästhesie, Innere Medizin und HNO gilt St. Marien als Krankenhaus der Regelversorgung. 1854 übernahmen die Armen-Schwestern vom Heiligen Franziskus das Ratinger Pilgerhaus Gasthaus zum Heiligen Geist. 1888 wurde der erste Neubau für das Marien-Krankenhaus an der Kreuzung Ober-/Mülheimer Straße errichtet. Anfang der 1970er Jahre ging die Trägerschaft von den Franziskanerinnen an die Ratinger Kirchgemeinde St. Peter und Paul über. 1984 zog das Krankenhaus in den heutigen Neubau zwischen Werdener Straße und Angerstraße; das alte Gebäude wurde abgerissen.

Zum Krankenhaus gehört noch das im selben Gebäude liegende St.-Marien-Seniorenheim mit 168 Plätzen, das Seniorenzentrum Marienhof an der Angerstraße mit 108 Plätzen und ein Gesundheitszentrum für die ambulante Versorgung.

Das Evangelische Fachkrankenhaus Ratingen ist eine Fachklinik für Orthopädie und Rheumatologie mit 145 Betten in evangelischer Trägerschaft. Das Krankenhaus entstand aus einer Stiftung und wurde 1897 als allgemeines Krankenhaus eröffnet. 1974 wurde im Zuge der Krankenhausplanung des Landes NRW aus dem Allgemeinkrankenhaus eine Fachklinik. Seit 1995 gehört zum Haus auch ein evangelisches Altenheim. Das Fliedner-Krankenhaus Ratingen ist ein Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie mit 235 Betten, das von der Theodor Fliedner Stiftung getragen wird. Das Krankenhaus ist Lehreinrichtung der Universität Bochum.

Die Feuerwehr Ratingen ist das Amt 37 im Dezernat II der Stadt. Sie gliedert sich in eine Berufsfeuerwehr mit etwa 100 Mitarbeitern sowie in sieben Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr und vier Gruppen der Jugendfeuerwehr. Gemeinsam bewältigten die aktiven Einheiten im Jahr 2008 rund 13.000 Einsätze, wovon etwa 11.800 Einsätze im Rettungsdienst waren. Etwa 150 Einsätze fielen in den Bereich der Brandbekämpfung. Die Existenz einer Freiwilligen Feuerwehr ist in Ratingen seit 1857 belegt. Bis 2008 hatte die Feuerwehr Ratingen den Status einer Freiwilligen Feuerwehr mit hauptamtlich besetzter Wache, dann wurde der Status per Ratsbeschluss in „Berufsfeuerwehr“ geändert. Seit 2009 besitzt die Feuerwehr Ratingen eine neue Hauptwache am Voisweg.Von dieser aus versorgen zwei Rettungswagen, drei Krankentransportwagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug die Bevölkerung. Zudem ist auf der Feuerwache in Ratingen Lintorf ein Rettungswagen stationiert, abwechselnd fährt von den Wachen der Johanniter-Unfall-Hilfe und des Deutschen Roten Kreuzes ein weiterer Krankentransportwagen.Außerdem übernimmt die Stadt Ratingen auch für die Nachbarstadt Heiligenhaus den Rettungsdienst, dort ist ein Rettungswagen stationiert.

Der Kreisverband Mettmann der Johanniter-Unfall-Hilfe unterhält neben weiteren Standorten im Kreisgebiet ein Einsatzzentrum zwischen Hösel, Breitscheid und Lintorf. Von dort aus werden der Krankentransportdienst, der Medizinische Transportdienst, Einsatzdienst und Verwaltung des Hausnotrufs, eine Kinderkrankenpflege, Essen auf Rädern, Katastrophenschutz, Sanitätsdienste, eine Motorradstaffel, Breitenausbildung sowie Jugendarbeit betrieben. Hier befindet sich auch die Regionalleitstelle, die die Disposition von Hausnotruf-Einsatzdienst, Medizinischem Transportdienst und Fahrdiensten für verschiedene andere Verbände übernimmt.

Der Ortsverband Ratingen des Deutschen Roten Kreuzes unterhält einen Standort in Lintorf. Von dort werden Krankentransportdienst, Katastrophenschutz, Fahrdienste, Breitenausbildung und Jugendarbeit betrieben.

Der Malteser Hilfsdienst hat einen Standort in Ratingen Hösel. Von hier werden ebenfalls Katastrophenschutzdienst, Jugendarbeit und Breitenausbildung geleistet.

Persönlichkeiten

In Ratingen geboren

  • Johann Peter Melchior (1747–1825), Bildhauer und Porzellandesigner
  • Oskar Hamm (1839–1920), Oberreichsanwalt und Präsident des Oberlandesgerichtes Köln
  • Wilhelm Vogelbusch (1887–1979), Ingenieur und Erfinder
  • Kurt Roth (1899–1975), Maler
  • Wilhelm Johnen (1921–2002), deutscher Luftwaffenpilot
  • Friedrich Theuring (1923–2000), Schauspieler, Mitbegründer der Naturbühne Blauer See
  • Martin J. Beckmann (1924–2017), Wirtschaftswissenschaftler
  • Paul Hühnerfeld (1926–1960), Schriftsteller und Literaturkritiker
  • Heribert Faßbender (* 1941), Sportmoderator
  • Lutz Klein (* 1943), Regierungspräsident
  • Viktor von Oertzen (* 1948), Journalist
  • Ingrid Gogolin (* 1950), Erziehungswissenschaftlerin
  • Bernd Uhde (* 1950), Fotograf und freier Künstler
  • Franz Benton (* 1952), Singer-Songwriter
  • Ludger Müller (* 1952), römisch-katholischer Kirchenrechtler
  • Werner Schäfer (* 1952), Boxer
  • Marianne Hürten (* 1953), Politikerin
  • Michael Böhnke (* 1955), römisch-katholischer Theologe
  • Christoph Spendel (* 1955), Jazzmusiker und Komponist
  • Alexander von der Groeben (* 1955), Sportjournalist
  • Gabi Decker (* 1956), Kabarettistin
  • Mechthild Dreyer (* 1955), Philosophin und Hochschullehrerin
  • Gereon Lepper (* 1956), Bildhauer
  • Werner Müller (* 1956), Biologe
  • Jörg Haustein (1957–2004), evangelischer Theologe und Professor
  • Norbert Pohlmann (* 1960), Informatiker
  • Andreas Hertelt (* 1962), Handballspieler
  • Mike Reichenbach (* 1962), Schauspieler
  • Peter Walgenbach (* 1962), Betriebswirtschaftler
  • Claudia Jung (* 1964), Sängerin
  • Bernhard Keimer (* 1964), Physiker und Leibnizpreisträger
  • Mario Sixtus (* 1965), Journalist und Filmemacher
  • Claudius Valk (* 1966), Jazzmusiker
  • Susanne Keuchel (* 1966), Musik- und Kulturwissenschaftlerin
  • Martell Beigang (* 1967), Musiker und Autor
  • Peter Beyer (* 1970), Rechtsanwalt und Mitglied des Deutschen Bundestages (CDU)
  • Jan Valk (* 1978), Germanist, Herausgeber und Übersetzer
  • Umse (Christoph Umbeck) (* 1983), Musiker
  • Kitty Blair (* 1985), Pornodarstellerin
  • Anke Preuß (* 1992), Fußballtorhüterin

Mit Ratingen verbunden

  • Johann Gottfried Brügelmann (1750–1802), Industrieller
  • Adam Josef Cüppers (1850–1936), Schulgründer
  • Gustav Dürr (1853–1908), Industrieller
  • Hugo Henkel (1881–1952), Industrieller
  • Emil Fahrenkamp (1885–1966), Architekt, Leiter der Kunstakademie Düsseldorf
  • Immanuel Knayer (1896–1962), Künstler
  • Eberhard von Thadden (1909–1964), Jurist und „Judenreferent“.
  • Wolf Friedrich Magnus von Niebelschütz (1913–1960), Schriftsteller und Historiker
  • Bruno Lambart (1924–2014), Architekt
  • Fritz Rupprecht Mathieu (1925–2010), Designer des derzeitigen Apotheken-Logos
  • Erich Juskowiak (1926–1983), Fußball-Nationalspieler
  • Peter Brüning (1929–1970), Künstler, Professor
  • Wilhelm Droste (* 1933), Politiker
  • Harro Maass (* 1939), Illustrator und Maler
  • Peter-Paul Zahl (1944–2011), Schriftsteller
  • Thomas Middelhoff (* 1953), Manager
  • Raymond Thelen (* 1955), Künstler
  • Dietmar Bartz (* 1957), Journalist
  • Wilhelm Droste (* 1960), Politiker
  • Dieter Nuhr (* 1960), Kabarettist
  • Antonius Kass (* 1963), Volleyballspieler und Sportmediziner
  • Britta Steilmann (* 1966), Designerin und Unternehmerin
  • Ansgar Wallenhorst (* 1967), Kirchenmusiker
  • Marc Arnold (* 1970), Fußballspieler
  • Michael Spörke (* 1972), Schriftsteller, Behindertenpolitiker
  • Lasse Münstermann (* 1979), Snookerspieler
  • Sandy Mölling (* 1981), Sängerin
  • Fresh Familee (1988–1998), Hip-Hop-Gruppe
  • Joel Brandenstein (* 1984), Sänger

Ehrenbürger

  • Heinrich Brinkmann (1913–1984), evangelischer Pfarrer der Gemeinde Homberg (heute zu Ratingen gehörend) (1973)
  • Adam Joseph Cüppers (1850–1936), Lehrer und Schriftsteller (1921)
  • Ferdinand Trimborn (1921–2008), Ratinger Mäzen und Ehrenbürger (2005)

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Ratingen

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