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Pfullingen
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Stadtplan Pfullingen
Stadt Pfullingen
Marktplatz 5
72793 Pfullingen

http://www.pfullingen.de

Pfullingen

160pxAbb. 1 Wappen von Pfullingen
Basisdaten
Bundesland Baden-Württemberg
Höhe 426 m
PLZ 72793
Vorwahl 07121
Adresse der Verwaltung Marktplatz 5
72793 Pfullingen
Website www.pfullingen.de
Bürgermeister Michael Schrenk (parteilos) ()
Pfullingen ist eine deutsche Kleinstadt in Baden-Württemberg am Fuß der Schwäbischen Alb. Sie gehört zur Region Neckar-Alb und zur europäischen Metropolregion Stuttgart. Sie grenzt unmittelbar an den Südosten der Kreisstadt Reutlingen. Pfullingen ist mit einem Großteil seiner Gemarkung Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb.

Geografie

Lage

Pfullingen liegt am Fuß der Schwäbischen Alb im Tal der Echaz. Es ist umgeben von den beiden kegelförmigen Erhebungen Achalm und dem Georgenberg, sowie einigen Bergen des Albtraufs wie dem Schönberg und dem Ursulaberg.

Gemeindegliederung

Außer der gleichnamigen Kernstadt liegen keine weiteren Orte im Stadtgebiet.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Pfullingen, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören zum Landkreis Reutlingen: Eningen unter Achalm, St. Johann, Lichtenstein, Sonnenbühl und Reutlingen.

Geschichte

Mittelalter

In einer Schenkungsurkunde König Ottos I. des Großen aus dem Jahre 937 wurde Pfullingen erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort war der Hauptort des Pfullichgaus, der sich durch das gesamte Tal der Echaz erstreckte. Während der Zeit der Stammesherzogtümer gehörte Pfullingen zum Herzogtum Schwaben.

Gegen Ende des 14. Jahrhunderts verlor Pfullingen infolge der Städtekriege sein Stadtrecht, nachdem der Ort von Reutlingen eingenommen und zerstört worden war.

Das Klarissenkloster in Pfullingen, wurde im Jahr 1250 von den Fräulein Mechtild und Irmel gestiftet. Die Kaiser bedachten es mit Vorrechten und Freiheiten. Der Klosterhofmeister (von 1294 bis 1806 namentlich bezeugt) war zugleich Stabsbeamter der auch die klostereigenen Orte Genkingen und Reicheneck verwaltete. Die Vogtei hatte Württemberg inne, unter dessen Schirmherrschaft das Kloster schon 1442 stand. In der Reformationszeit wurde das Kloster aufgelöst und zerfiel. 1793 wurden die Ruinen vollends abgetragen. Heute stehen nur noch der westliche Teil der Klosterkirche St. Cäcilia, das Sprechgitter-Gebäude und das Verwaltergebäude. Die letzte Klosterfrau Anna Reischin wurde 1590 evangelisch und starb 1595.

siehe auch Burg Pfullingen (Obere Burg), Jagdschloss Pfullingen (Untere Burg, Rempenburg)

Württembergische Zeit

1487 verkaufte der letzte Ortsadlige von Pfullingen, Caspar Remp, seine Höfe samt Schloss und allen Gütern an Graf Eberhard V. Damit kam der Ort vollständig an Württemberg. Mit den Dörfern Unter- und Oberhausen, Honau, Holzelfingen und Kleinengstingen bildete Pfullingen ein Unteramt und wurde somit Bestandteil des Uracher Amts. Der Keller zu Pfullingen war fürstlicher Amtmann und hatte die Niedere Gerichtsbarkeit inne.

Während des Dreißigjährigen Krieges war der Pfullingen von 1635 bis 1648 mit kurzen Unterbrechungen Verwaltungssitz der Pfandschaft Achalm und damit vorderösterreichisch. Der Ort wurde der Rekatholisierung unterzogen, bekam einen katholischen Pfarrer und das Kloster wurde durch Söflinger Klarissen besetzt. Der österreichische Verwalter hatte seinen Sitz im Schloss, das durch Attacken des Kommandanten der württembergischen Festung Hohentwiel, Konrad Widerholt, stark beschädigt wurde. Bei einem dieser Überfälle wurde der katholische Priester ermordet und Pfullingen geplündert. Mit dem Westfälischen Frieden kam Pfullingen an Württemberg zurück. Das Kloster wurde geräumt.

Im Jahr 1699 erhielt Pfullingen wiederum das Stadtrecht und wurde zu einem Klosteramt erhoben. Erst 1806 fiel das Klosteramt bei der Umsetzung der neuen Verwaltungsgliederung im Königreich Württemberg an das Oberamt Reutlingen. Im Jahre 1824 lebten in der Stadt Pfullingen 3.435 Einwohner.

Die Wasserkraft der Echaz begünstigte schon sehr früh die Industrialisierung. Bereits 1830 wurden 22 Wassertriebwerke gezählt. Die vormals vorherrschende Landwirtschaft ging stark zurück, den ebenfalls betriebenen Weinbau gibt es heute nicht mehr. 1907 folgte der Bau der Wasserleitung.

Am 2. Juni 1892 eröffneten die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen eine 11,03 Kilometer lange normalspurige Nebenbahn vom Reutlinger Hauptbahnhof über Pfullingen bis Honau.

Die Verwaltungsreform während der NS-Zeit in Württemberg führte 1938 zur Zugehörigkeit zum neuen Landkreis Reutlingen.

Nachkriegszeit

1945 wurde Pfullingen Teil der französischen Besatzungszone und erfuhr somit 1947 die Zuordnung zum neu gegründeten Land Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Land Baden-Württemberg aufging.

Ab 1963 baute man das Wohngebiet Burgweg, 1966 folgte die Erschließung des Gewerbegebiets Steinge, von 1967 bis 1973 des Wohngebiets Ahlsberg und zwischen 1980 und 1986 des Wohngebiets Brühl/Kühnenbach. 1985 wurde Pfullingen Landessieger beim Wettbewerb Grün in der Stadt. 1988 folgte das Gewerbegebiet Sandwiesen und 2000 das Gewerbegebiet Schlayer. 1999 fanden in Pfullingen die Heimattage Baden-Württemberg statt. 2003 eröffnete man die Umgehungsstraße B312. 2012 wurde Pfullingen Fairtrade-Stadt.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Der Gemeinderat in Pfullingen hat 22 Mitglieder.

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem Ergebnis.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2019
Sitze
2019
%
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
UWV Unabhängige Wählervereinigung Pfullingen 27,3 6 27,6 6 22,8 5
FW Freie Wähler Vereinigung Pfullingen 20,7 4 25,9 5 27,3 6
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 21,4 5 21,7 5 25,9 6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 12,3 3 12,8 3 12,2 3
GAL Grün-Alternative Liste Pfullingen 18,3 4 12,1 3 11,8 2
Gesamt 100 22 100 22 100 22
Wahlbeteiligung 55,0 % 44,8 % 48,0 %

Bürgermeister

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Seit 13. Januar 2015 ist der Amtsinhaber Michael Schrenk, der am 19. Oktober 2014 zum Nachfolger von Rudolf Heß gewählt wurde.

Wappen und Flagge

Blasonierung: „In Blau unter einer liegenden schwarzen Hirschstange ein silbernes Kissen mit goldenen Quasten an den vier Zipfeln und rotem Vorstoß.“

Pfullingen führte seit Beginn des 15. Jahrhunderts ein im Abdruck erstmals 1501 überliefertes Siegel, das unter der Württemberger Hirschstange den für den Ortsnamen redenden „Pfulben“ (= Pfühl, Kissen) zeigt; heute erklärt man ihn mit dem Sonderrecht eines Federmarkts. Um 1600 ist mehrfach als Feldfarbe Rot bezeugt, wenig später die Setzung der Hirschstange in ein Schildhaupt. Die Verleihung der Stadtrechte erfolgte erst 1699. Nach der später belegten Feldfarbe Blau und mit Weglassung des goldenen Schildhaupts legte man die heutige Gestaltung des Wappens 1934 fest. Der Hintergrund des Wappens ist blau, die Farbe der Herren von Lichtenstein und der Rempen.

Die Stadtflagge ist Blau-Weiß-Rot.

Städtepartnerschaften

Seit 1985 besteht eine offizielle Städtepartnerschaft mit der ca. 11.000 Einwohner zählenden französischen Gemeinde Passy. Die sehr auf den Tourismus ausgerichtete Gemeinde liegt ca. 53 Kilometer südöstlich von Genf im Département Haute-Savoie mit Blick auf den Mont Blanc. Seit 1973 kam es zu regelmäßigen Begegnungen zwischen dem Friedrich-Schiller-Gymnasium in Pfullingen und dem Lycée de Mont-Blanc in Passy. Dies erweiterte sich auf Begegnungen zwischen Vereinen beider Städte und endete 1985 schließlich in einer offiziellen Städtepartnerschaft, die 2010 ihr 25-jähriges Bestehen feierte.

Seit 2012 besteht auch mit der sächsischen Gemeinde Lichtenstein eine Städtepartnerschaft. Sie wurde am 29. September 2012 im Rahmen einer Partnerschaftsfeier, zu der auch einige Pfullinger Vereine anreisten, in Lichtenstein unterzeichnet.

Außerdem werden seit Jahren freundschaftliche Beziehungen zur Gemeinde Großbreitenbach in Thüringen gepflegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Der Schönbergturm (), im Volksmund auch „Pfullenger Onderhos“ (Pfullinger Unterhose) genannt, bildet ein im Südwesten gelegenes, weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt und wurde 1906 fertiggestellt. Der umgangssprachliche Name des Schönbergturms Pfullinger Unterhos wurde mit der größten Unterhose der Welt Realität: Zum 100. Geburtstag wurde der Schönbergturm am 2. Juli 2006 mit einer echten Unterhose aus Stoff bekleidet, aus dem nach dem „Hos ra“ (Hose runter) vier Wochen später am 29. Juli 2006 Handtaschen hergestellt wurden. Die Organisatoren hatten sich einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde mit der größten Unterhose der Welt erhofft, was jedoch abgelehnt wurde.

Das Pfullinger Schlössle ist ein um 1450 gebautes Fachwerkgebäude.

Kirchen in Pfullingen sind die Klosterkirche des ehemaligen Klarissenklosters (13. Jahrhundert bis zur Reformation) sowie die Martinskirche im spätgotischen Stil, die teilweise von 1463 erhalten ist.

Die von dem Architekten Theodor Fischer entworfenen Pfullinger Hallen mit großflächigen Jugendstilmalereien wurden am 24. Oktober 1907 von Louis Laiblin der Stadt gestiftet. An ihrer Ausgestaltung war neben Adolf Hölzel auch Urich Nitschke u. a. beteiligt.

In der 1799 errichteten Baumannschen Mühle befindet sich seit 1988 das Trachten- und Mühlenmuseum.

Das Erdhügelhaus an der Landstraße Richtung Gönningen wurde 1995 von der Landschaftsgärtnerei Hofmann GmbH & Co. erbaut, seit 2005 befindet sich in dem Gebäude ein Tierschutzzentrum des Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V.

Parks und Grünanlagen

  • Hochzeitswiese
  • Klostergarten
  • Klosterseeanlage
  • Parkanlage der Villa Laiblin
  • Schlosspark
  • Stadtgarten

Landschaft und Natur

Pfullingen verfügt auf seiner Gemarkung über mehrere Ausflugsziele und Naherholungsgebiete am Albrand sowie auf der Albhochfläche, worunter sich auch einige Naturschutzgebiete mit unterschiedlichen Biotopen befinden. Die populärsten darunter sind:

  • Georgenberg
  • Hochzeitswiese
  • Pfullinger Berg
  • Schönberg (mit Schönbergturm)
  • Übersberg und Mädlesfels
  • Ursulaberg
  • Wackerstein: Er ist die höchste Erhebung von Pfullingen auf und ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und Kletterer.
  • Wanne

Aufgrund der Lage am Albtrauf sind einige dieser Örtlichkeiten Aussichtspunkte, die einen Aus- und Überblick auf die Landschaftsstruktur der weiteren Umgebung bieten.

Naturdenkmäler

  • Trollblumenwiese Kaltenbronnen, 1,5 Hektar (ha)
  • Bergwiese Schömberg, 4,7 ha
  • Trollblumenwiese Ochsensteige, 0,3 ha
  • Feuchtgebiete Wolfsgrube, 3,8 ha
  • Feuchtgebiet Echazwinkel, 0,1 ha
  • Feuchtgebiet Saure Wiesen, 0,6 ha
  • Mädlesfelsen

Naturschutzgebiete

  • Ursulahochberg, 9,0 ha
  • Kugelberg, 26,7 ha
  • Kugelberg (städt. Naturschutzgebiet), 26,9 ha
  • Bergwiese Gielsberg (Hochwiesen-Pfullinger Berg), 68,0 ha
  • Echazaue

Landschaftsschutzgebiete

  • Reutlinger und Uracher Alb, 52,0 ha
  • Georgenberg, 8,0 ha

Museen

Pfullingen besitzt mehrere Museen, die sich mit der regionalen Kulturgeschichte beschäftigen:

  • Das Stadtgeschichtliche Museum zog nach dem Ende der Sanierung des Schlössles 1987 dort ein. In den Räumen des alemannischen Fachwerkbaus aus der Mitte des 15. Jahrhunderts und der dazugehörenden Scheuer sind eine Dauerausstellung und eine jährlich wechselnde Sonderausstellung untergebracht.
  • Das Trachten- und das Mühlenmuseum sind in der Baumannschen Mühle untergebracht.
    • Im Trachtenmuseum zeigt der Schwäbische Albverein nicht nur Trachten und Trachtenzubehör aus dem Königreich Württemberg und Umgebung, sondern auch Möbel, Hausgeräte und Wäsche.
    • Das Mühlenmuseum mit einer funktionstüchtigen Getreidemühle ist im der Echaz zugewandten Teil der Baumannschen Mühle untergebracht. Neben der Darstellung der Mühlentechnik geht das Museum auch auf die Geschichte der Wasserkraftnutzung und der Kornmüllerei ein.
  • Im ehemaligen Verlagshaus des Neske-Verlags Pfullingen wurde im Frühjahr 2010 die Neske-Bibliothek, eine Dauerausstellung mit Werken, welche im Neske-Verlag erschienen sind, eröffnet. Der Besucher erhält hier auch Informationen zum jeweiligen Autor.
  • Im Waschhaus des ehemaligen Klarissen-Klosters wurde eine Dauerausstellung mit dem Thema „Armut – Demut – Gehorsam, Die Welt der Pfullinger Klarissen 1250–1649“ eingerichtet.

Musik

  • Musikverein Stadtkapelle Pfullingen e. V., gegründet 1903
  • Männergesangverein Eintracht Pfullingen 1904 e. V.
  • Liederkranz Pfullingen e. V., gegründet 1837
  • Akkordeon-Orchester im Schwäbischen Albverein Ortsgruppe Pfullingen, gegründet 1951
  • Martinskollegium Pfullingen (Orchester)
  • Chor und Orchester des Friedrich-Schiller-Gymnasiums

Sport

  • Der VfL Pfullingen wurde 1862 gegründet und hat über 3.200 Mitglieder (2005). Die Herren-Handballmannschaft spielte 2002 bis 2006 in der ersten Bundesliga. Der Verein musste nach dem sportlichen Abstieg 2006 Insolvenz anmelden. 2006 wurde der Spielbetrieb in der Verbandsklasse wieder aufgenommen. Seit der Saison 2010/2011 spielt der VfL Pfullingen wieder in der Handball-Oberliga Baden-Württemberg der Männer.
  • Seit Januar 2011 trainiert das Karate-Team Pfullingen in der Stadt. Es ist die größte Kinder-Karate Schule in der Region.
  • Bereits im Februar 2011 wurden die männlichen Jugendmannschaften des VfL Pfullingen und des TV Neuhausen/Erms zur JSG Echaz-Erms zusammengeschlossen. Hier wurde mit den Qualifikationsrunden zur Saison 2011/2012 der Spielbetrieb aufgenommen.
  • Die Schützengilde Pfullingen 1522 e. V. wurde 1522 gegründet.
  • Auf dem Übersberg liegt bei ein Segelfluggelände auf rund 780 Meter über NN mit zwei rund 1100 Meter langen Bahnen.
  • Der Mountainbike-Club Pfullingen betreibt seit Mai 2008 eine permanente Zeitfahrstrecke mit Stoppomat am Kalkofen.
  • Der BSV Pfullingen spielte von 2005 bis 2007 in der 1. Poolbillard-Bundesliga.
  • Die Ortsgruppe Pfullingen des Schwäbischen Albvereins wurde 1989 mit der Eichendorff-Plakette ausgezeichnet.

Bräuche

In Pfullingen gibt es den Brauch des Sternwürfelns. Dabei wird am Tag vor Hl. Drei Könige, also am 5. Januar, um ein Gebäck namens Stern gewürfelt. Siehe hierzu: Mutschel.

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Herbst 2009 wurde in Pfullingen der Spielparcours Innenstadt, eine Spiel- und Themenparklandschaft, die zum Spielen und zum Erforschen dienen soll, eingeweiht.

Pfullingen ist Sitz der Prettl-Gruppe. Die Daimler-Benz AG und die Fa. Bosch sind auch in der Stadt vertreten.

Pfullinger Pfulben

Um die Wirtschaft nachhaltig zu stärken, wurde am 20. März 2011 der Pfullinger Pfulben eingeführt. Hierbei handelt es sich um einen Geschenkgutschein (gerne wird es jedoch auch als Pfullinger Währung bezeichnet), welcher bei ca. 100 Händlern, Fachgeschäften, Dienstleistern etc. zum Bezahlen eingesetzt werden kann. Der Pfullinger Pfulben knackte in den ersten sieben Wochen die Marke von 10.000 Euro. Ein starkes Jahr später, im August 2012, waren 66.000 Pfulben im Umlauf.

Verkehr

Die Bundesstraße 312, von der Bundesautobahn 8 beim Flughafen Stuttgart kommend, führt an Pfullingen vorbei über Riedlingen und Biberach an der Riß nach Memmingen. Im Dezember 2003 wurde die Umgehung der Ortsdurchfahrt in Form des 1180 m langen Ursulaberg-Tunnels für den Verkehr freigegeben.

Der Öffentliche Personennahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Stadt befindet sich in der Wabe 220.

Bis 1980 war Pfullingen an die Bahnstrecke Reutlingen–Schelklingen angeschlossen. Heute ist auf der Trasse ein Radweg angelegt. Seit einigen Jahren ist jedoch die Regionalstadtbahn Neckar-Alb (Linien S2 sowie S6) von Plochingen über Reutlingen und Pfullingen bis nach Schelklingen im Gespräch. Außerdem verband von 1916 bis 1974 zusätzlich die Straßenbahn Reutlingen den Ort mit der Kreisstadt.

Bürgerbus

Seit dem 30. Mai 2011 verkehrt von Montag bis Freitag ein Bürgerbus, der von ehrenamtlich tätigen Fahrern gelenkt wird. Er verbindet mit einer 3er-Kleeblatt genannten Route die an den Berghängen gelegenen Wohngebiete der Ost- und Weststadt mit der Innenstadt. Der Pfullinger Bürgerbus wird vom Pfullinger Bürgertreff, einem Verein für das Bürgerliche Engagement, sowie von der Stadtverwaltung getragen und soll, dank der ehrenamtlichen Fahrer, seine Betriebskosten allein durch die Fahrkartenerlöse decken. Zunächst wurde ein zweijähriger Probebetrieb mit einem Mietfahrzeug gestartet. Das Konzept hat sich bewährt; das Fahrzeug wurde von der Stadt erworben. Im ersten Betriebsjahr konnten bereits über 6.000 Fahrgäste befördert werden.

Als Beispiel hierfür dienten die Bürgerbusangebote in Ebersbach an der Fils und Salach.

Peoplemover

Bekannt wurde Pfullingen in den letzten Jahren durch die Installation eines Prototyps des neuartigen Fußgängerüberweg-Systems Peoplemover. Der Peoplemover Pfullingen ist das einzige straßenüberquerende Aufzugssystem der Welt. Menschen, die die Straße überqueren wollen, werden in einer Aufzugskabine zunächst in einem als Stützpfeiler dienenden Turm nach oben, dann entlang einer Brücke horizontal über die Straße und schließlich wieder auf die Ebene der Straßenoberfläche gefahren.

Der Peoplemover wurde von der Firma Schmid Maschinenbau entwickelt, wobei das Tragwerk von der Firma Knaack-Reich geplant wurde. Der Peoplemover Pfullingen, der vier Personen auf einmal transportieren kann, ging am 7. Juli 2001 in Betrieb. Die Konstruktion hat eine Spannweite von 22,5 Metern. 2009 wurde das System wegen enorm hoher Betriebs- und Wartungskosten bis auf weiteres stillgelegt.

In Deutschland gibt es zwei weitere Aufzugssysteme dieses Typs, die an Bahnhöfen zur Gleisüberquerung verwendet werden.

Einrichtungen

  • Bäder
    • Freibad (Schönbergbad)
    • Hallenbad (Echazbad)
  • Sportanlagen
    • Kurt-App-Sporthalle
    • Stadion am Schönberg
    • Eierbachsportplatz
    • Schönberghalle
  • Stadtbücherei

Bildung

Weiterführende Schulen:

  • Friedrich-Schiller-Gymnasium
  • Wilhelm-Hauff-Realschule
  • Schloss-Schule (Grund- und Hauptschule)
  • Volkshochschule PfullingenGrundschulen:
  • Burgwegschule (Grundschule)
  • Laiblinschule (Grundschule)
  • Schloss-Schule (Grund- und Hauptschule)
  • Uhlandschule (Grund- und Förderschule)

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Karl Adolf Laiblin, (* 3. Dezember 1850; † 6. März 1921), Papierfabrikant und Kommerzienrat
  • Louis Laiblin, (* 4. Juni 1861; † 10. Februar 1927), Mäzen, stiftete die Pfullinger Hallen
  • 1996: Erich Möck, (* 1921; † 2006), 40 Jahre lang Gemeinderat
  • 2005: Theodor Götz, (* 1930; † 2008), u. a. 34 Jahre lang Gemeinderat, Rektor am Friedrich-Schiller-Gymnasium
  • 2015: Rudolf Heß (* 1948), Bürgermeister 1984–2015

Söhne und Töchter der Stadt

  • Heiliger Wolfgang (924–994), Mönch und Bischof von Regensburg
  • Kuno (Konrad) I. von Pfullingen (1016–1066), Erzbischof von Trier
  • Sigmund Christian Gmelin (1679–1707), evangelischer Theologe
  • Julius Simon von Nördlinger (1771–1860), Berg- und Forstrat
  • Johannes Rehm (1826–1900), Stadtpfleger von 1859 bis 1895, württembergischer Landtagsabgeordneter
  • Louis Laiblin (1861–1927), Geheimer Hofrat, Mäzen
  • Ludwig Steimle (1887–1974), von 1945 bis 1946 Oberbürgermeister von Ravensburg
  • Johannes Fink (1895–1981), Luftwaffengeneral
  • Wilhelm Kinkelin (1896–1990), nationalsozialistischer Mediziner und schwäbischer Heimatforscher, SS-Brigadeführer. Verfasser eines Heimatbuches über Pfullingen
  • Karl Neuscheler (1897–?), Journalist, Zeitungswissenschaftler, Nationalsozialist und Koautor eines Sachbuchs über die Unterdrückung der Bevölkerung in der Sowjetunion unter der Herrschaft des Bolschewismus
  • Erich Barthold (1920–2000), Landtagsabgeordneter der CDU
  • Barbara Rosen (1949–1986), Sängerin
  • Birgit Keppler (* 1963), Freestyle-Skierin
  • Jasmin Kosubek (* 1989), Fernsehmoderatorin

Als „Beinahe-Sohn“ Pfullingens gilt der Dramatiker und Lyriker Bertolt Brecht (1898–1956). Dessen Eltern heirateten nachgewiesenermaßen im Mai 1897 in Pfullingen und verbrachten im Bahnhofsgebäude, wo der Brautvater zu der Zeit Bahnhofsvorsteher war, ihre Hochzeitsnacht. Neun Monate später wurde Bertolt Brecht in Augsburg geboren. 1997/1998 würdigte man ihn unter dem Motto „Bertolt Brecht – made in Pfullingen“ mit verschiedenen Veranstaltungen vor Ort anlässlich seines 100. Geburts- und „Zeugungsjahres“.

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben oder wirken

  • Ernst-Reinhard Beck (* 1945), Oberstudiendirektor und Politiker (CDU). 2002, 2005 und 2009 im Bundestagswahlkreis Reutlingen gewählter Bundestagsabgeordneter (MdB).
  • Fritz Ketz (* 1903, † 1983), Deutscher Maler und Grafiker, der sich in seinem Werk intensiv mit der Landschaft der Pfullinger Alb auseinandersetzte. Er lebte von 1945 bis zu seinem Tod 1983 in Pfullingen.
  • Friedrich Wilhelm Langbein (* 1870, † 1954) prakt. Arzt in Pfullingen, Präsident der Ärztekammer Württemberg

Trivia

1572 wurde Hans Kilian aus Pfullingen in Rottweil durch Verbrennung hingerichtet. Der Rat der Stadt Rottweil hat am 15. April 2015 einen Beschluss zur sozialethisch-moralischen Rehabilitierung der Opfer der Hexenprozesse gefasst.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Pfullingen

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