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Stadtplan Lichtenstein (Württ.)
Gemeinde
Lichtenstein
Rathausplatz 17
72805 Lichtenstein

http://www.gemeinde-lichtenstein.de

Lichtenstein (Württemberg)

160pxAbb. 1 Wappen von Lichtenstein (Württemberg)
Basisdaten
Bundesland Baden-Württemberg
Höhe 507 m
PLZ 72805
Vorwahl 07129
Gliederung 3 Ortsteile
Website www.gemeinde-lichtenstein.de
Bürgermeister Peter Nußbaum (parteilos)
Lichtenstein ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg mit 9190 Einwohnern (Stand: 30. Juni 2017). Sie gehört zur Region Neckar-Alb und zur Randzone der europäischen Metropolregion Stuttgart. Sie befindet sich am Albtrauf, dem steil abfallenden Nordrand der mittleren Schwäbischen Alb, etwa zehn Kilometer südlich der Kreisstadt Reutlingen. Sitz der Gemeindeverwaltung ist der Ortsteil Unterhausen. Lichtenstein ist mit 7,3 % seiner Gemarkungsfläche Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb.

Der Name der Gemeinde ist abgeleitet von ihrem bekanntesten Wahrzeichen, dem auf einem Felsvorsprung am Albrand gelegenen Schloss Lichtenstein über der westlichen Flanke des oberen Echaztals.

Geographie

Geographische Lage

Die Ortsteile Honau und Unterhausen liegen im Tal der Echaz, einem direkt unterhalb des Albtraufs in Honau entspringenden 23 Kilometer langen Nebenfluss des Neckars. Dagegen befindet sich der östliche Ortsteil Holzelfingen mit den etwas abgelegenen Weilern Göllesberg und dem zu Honau gehörenden Traifelberg schon auf der etwa 200 bis 300 m höher gelegenen Hochfläche der Schwäbischen Alb. An den größten Ortsteil Unterhausen sind Holzelfingen und Traifelberg durch die Albaufstiege Holzelfinger Steige und Honauer Steige (Passage der Bundesstraße 312) angebunden. Auch die Honau und Unterhausen zugeordneten touristisch bedeutendsten Ausflugsziele der Gemeinde, das Schloss Lichtenstein und die Nebelhöhle, gelegen im westlichen Teil der Gemarkung, liegen in von Mischwald geprägten, hügeligen Gebieten der so genannten Mittleren Kuppenalb auf der Albhochfläche. Auf dem nahegelegenen Gießstein befindet sich der Sender Unterhausen.

Nachbargemeinden

An Lichtenstein grenzen vier Gemeinden, die ebenfalls zum Landkreis Reutlingen gehören. Im Norden, größtenteils zum Albvorland gehörend, liegt die Stadt Pfullingen; die weiteren Nachbargemeinden befinden sich auf der Albhochfläche: Im Osten St. Johann, im Süden Engstingen und im Westen Sonnenbühl.

Gemeindegliederung

Die drei früheren Gemeinden Holzelfingen, Honau und Unterhausen bilden die Ortsteile der Gemeinde Lichtenstein. Die beiden Ortsteile Honau und Holzelfingen bilden zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender.

Zum Ortsteil Holzelfingen gehört das Dorf Holzelfingen mit der Burg Greifenstein. Zum Ortsteil Honau gehören das Dorf Honau, Schloss Lichtenstein (Württemberg) und die Wohnsiedlung Traifelberg am Albtrauf gelegen. Zum Ortsteil Unterhausen gehören das Dorf Unterhausen und die Wohnsiedlung Göllesberg, die Gemeinde Oberhausen ist in Unterhausen aufgegangen und wurde 1975 aufgehoben.

Im Ortsteil Holzelfingen liegen die abgegangene Burg Heideck und das abgegangene Gehöft Traifelberg. Im Ortsteil Honau liegt die Wüstung Feilenschmiede und im Ortsteil Unterhausen liegen die abgegangenen Burgen Burgstein, Greifenstein, Stahleck und nicht gesichert Hochbidegg.

Die Höhenangaben und Einwohnerzahlen der Ortsteile im Einzelnen (Höhenangaben: durchschnittliche Höhe; Einwohnerzahlen):

  • Holzelfingen () mit 1282 Einwohnern
  • Honau () mit 1026 Einwohnern
  • Unterhausen () mit 6882 Einwohnern

Geschichte

Erste Nachweise und Entwicklung des Ortes

Sowohl in Honau als auch in Holzelfingen wurden archäologisch Nachweise für alemannische Siedlungen erbracht. Des Weiteren weisen Funde von römischen Utensilien auf Honauer Gemarkung darauf hin, dass das Gebiet des heutigen Lichtenstein in der Antike an einer Römerstraße gelegen haben könnte.

Der Name Holzelfingen geht vermutlich auf den alten Vornamen Holzulf zurück. Die erste urkundliche Erwähnung als Holtelvingen war im Jahr 1220. Damals war die Burg Greifenstein (heute Ruine) von den Herren von Greifenstein bewohnt, die im Lauf der Zeit in den Ruf von Raubrittern kamen, von der bäuerlichen Bevölkerung zunehmend gefürchtet und gehasst. Nachdem 1311 das benachbarte Adelsgeschlecht, die Herren von Lichtenstein während des Reichskriegs durch die Truppen Graf Eberhards von Württemberg besiegt worden waren, verkaufte Ritter Schwigger, der letzte bekannte Angehörige der Herren von Greifenstein, 1355 sein Gut mitsamt Holzelfingen an Württemberg.

Während der Frankenherrschaft im frühen Mittelalter gehörten die Orte auf dem heutigen Gemeindegebiet zum Pfullichgau. Später dann zum Klosteroberamt Pfullingen, das 1810 ins Oberamt Reutlingen eingegliedert wurde.

Früher als die Nachbargemeinden fiel Honau an das Haus Württemberg, zuerst unter der Herrschaft der Grafen von Achalm, immer bedrängt durch die Adelshäuser der Umgebung, den Lichtensteinern und den Greifensteinern.

Während des Dreißigjährigen Krieges zwischen 1618 und 1648 wurden alle drei Ortschaften mehrmals von der Soldateska der durchziehenden Landsknechts-Truppen heimgesucht und geplündert.

Namensgebung

Die heutige Gemeinde Lichtenstein wurde nach dem das obere Echaztal überragenden Schloss Lichtenstein benannt, das in den frühen 1840er Jahren gemäß den damaligen Vorstellungen einer mittelalterlichen Burg im Auftrag des Grafen Wilhelm von Württemberg (späterer Herzog von Urach) erbaut worden war. Die Anregung für diesen Romantik-Bau lieferte der historische Roman Lichtenstein von Wilhelm Hauff, der seinerseits die ehemalige Burg Lichtenstein zum Vorbild hatte, die zwischen 1150 und 1200 durch das im Spätmittelalter ausgestorbene Adelsgeschlecht der Lichtensteiner erbaut worden war; - eine Burg, die bereits Ende des 14. Jahrhunderts während des schwäbischen Städtekriegs durch die Truppen der freien Reichsstadt Reutlingen zerstört wurde und danach zerfiel. Reste der Ruine befinden sich heute nur wenige hundert Meter südöstlich vom Standort des gegenwärtigen Schlosses entfernt.

Eingemeindungen

1930 wurde Oberhausen nach Unterhausen eingemeindet. Am 1. Januar 1975 wurden die Gemeinden Holzelfingen und Honau nach Unterhausen eingemeindet, die Gemeinde wurde in Lichtenstein umbenannt.

Politik

Gemeinderat

In Lichtenstein wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Lichtenstein hat nach der letzten Wahl 19 Mitglieder (vorher: 22). Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 31,6 6 38,8 9
FW Freie Wählervereinigung 29,4 6 29,2 6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 21,5 4 17,8 4
OGL Offene Grüne Liste 17,4 3 14,2 3
gesamt 100,0 19 100,0 22
Wahlbeteiligung 44,3 % 48,6 %

Die Ortschaftsräte der Ortschaften Holzelfingen und Honau bestehen aus jeweils neun Mitgliedern.

Bürgermeister

  • 1975–1987: Ernst Braun (parteilos)
  • 1987–2011: Helmut Knorr (CDU)
  • seit 2011: Peter Nußbaum (parteilos)

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Die dritte und letzte Amtszeit von Helmut Knorr endete am 2. Januar 2011. Am 13. Januar 2011 wurde der parteilose Diplom-Verwaltungswirt Peter Nußbaum, der sich bei der Bürgermeisterwahl am 24. Oktober 2010 mit 62,1 % der abgegebenen Wählerstimmen gegen den Amtsinhaber Knorr (26,7 %) und zwei weitere Kandidaten im ersten Wahlgang durchgesetzt hatte, als Lichtensteiner Bürgermeister vereidigt.

Städtepartnerschaften

Voreppe, Frankreich (seit 1992)

Wappen

Wappen der Teilgemeinden:


Holzelfingen

Honau

Unterhausen
Wappen der ehemaligen Gemeinde Oberhausen (1930 nach Unterhausen eingemeindet):

Oberhausen

Religionsgemeinschaften

Die Evangelische Landeskirche in Württemberg ist in Lichtenstein mit drei örtlichen Kirchengemeinden vertreten. Sie sind in der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Unterhausen-Honau zusammengeschlossen und verfügen über drei historische Gotteshäuser. Die Johanneskirche, deren Anfänge auf das 10. Jahrhundert datieren, befindet sich im Ortsteil Unterhausen. Im ehemaligen Ortsteil Oberhausen werden die Erlöserkirche und in Honau die Gallus-Kirche als gottesdienstliche Stätte genutzt. Zwei Gemeindehäuser und ein Kindergarten gehören ebenfalls zur Gesamtkirchengemeinde. Eine separate Kirchengemeinde der Landeskirche ist die evangelische Kirchengemeinde Holzelfingen um die St. Blasius-Kirche, deren Pfarrer gleichzeitig den St. Johanner Teilort Ohnastetten bedient.

Die Evangelisch-methodistische Kirche verfügt in Lichtenstein über drei Ortsgemeinden, die pastoral von einem Pfarramt betreut werden. Die Gotteshäuser der Freikirche befinden sich in Unterhausen am Friedhofsweg, in Honau an der Heerstraße und in Holzelfingen an der Honauer Straße.

Die römisch-katholische Gemeinde feiert in St. Konrad-Kirche in Lichtenstein ihre Gottesdienste. Sie gehört zur sogenannten Seelsorgeeinheit Echaztal und wird vom Pfarramt in Pfullingen aus betreut. Zur Gemeinde gehört auch ein Kindergarten.

Die Neuapostolische Kirchengemeinde trifft sich zum Gottesdienst in ihrem Gemeindezentrum an der Friedenstraße in Unterhausen. Sie gehört zum neuapostolischen Kirchenbezirk Reutlingen.

Kultur und touristische Eigenheiten

Historische Bauwerke

  • Sankt-Blasius-Kirche in Holzelfingen
  • Schloss Lichtenstein
    • unweit davon entfernt Burgruine Alt-Lichtenstein
  • Johanneskirche in Unterhausen mit ihren Fresken
  • Burgruine Greifenstein
  • Kulturdenkmal (ehemaliger) Bahnhof Honau
    • Siehe dazu auch Zahnradbahn Honau–Lichtenstein
  • Galluskirche in Honau
  • Erlöserkirche in Unterhausen (ehemalig Oberhausen)
  • Karl-Bröger-Schule (ursprünglich „Herbert-Norkus-Schule“)

Museen

  • Wilhelm-Hauff-Museum in Honau
  • Mimus Mineralienmuseum in Unterhausen

Naturdenkmäler

  • Nebelhöhle (830 m Länge)
  • Olgahöhle (125 m Länge)
  • Goldloch
  • Echazquelle (bei Honau)
  • Ziegelbrunnen (Tuffsteinbildung)

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Neujahrstag: Handball-Neujahrsturnier
  • 30. April: Rockbierfest in Honau
  • 1. Mai: Bockbierfest in Honau
  • Christi Himmelfahrt: Göllesbergfest und Olgahöhlenfest
  • Pfingsten: Nebelhöhlenfest
  • Zwischen Pfingsten und den Sommerferien: Lichtensteiner Kinder- und Jugendaktionstag
  • Anfang Juli (alle 2 Jahre): Straßenfest an der Echaz – "Goas-Garda"-Fest
  • Drittes Juli-Wochenende: Löschplatzhockete der Freiwilligen Feuerwehr Unterhausen
  • Erster Freitag in den Sommerferien: Beachparty im Freibad Honau
  • Letzte Woche der Sommerferien: Kinderbibelwoche
  • Zweites Adventswochenende: Lichtensteiner Weihnachtsmarkt rund um den Bahnhof Honau.

Sport

  • Skilift Traifelberg
  • Wintersportarena Holzelfingen
  • Lichtensteinloipe

Wirtschaft und Infrastruktur

Betriebe und Gewerbe

Wirtschaftlich ist die Gemeinde geprägt von mittelständischen Klein- und Handwerksbetrieben. Auf dem an der nördlichen Ortsgrenze Lichtensteins gelegenen Gelände der 1993 stillgelegten Baumwollspinnerei Unterhausen (BSU), dem über 140 Jahre mit bis zu 380 Beschäftigten größten Industriebetrieb der Gemeinde, befindet sich heute ein Gewerbepark mit Niederlassungen unterschiedlicher Kleinfirmen. Der mit etwa 200 Mitarbeitern gegenwärtig größte Industriebetrieb Lichtensteins ist die Baumann GmbH am südlichen Ende Unterhausens als deutsche Niederlassung der Schweizer Firma Baumann Federn AG. Ansonsten gehört Lichtenstein infrastrukturell vor allem zum Einzugsbereich des Großraums Stuttgart, insbesondere Reutlingens.

Bodennutzung

Insbesondere auf der Albhochfläche ist auch noch eine relevante land- und forstwirtschaftliche Nutzung eines Teils des Gemeindegebiets von wirtschaftlich-struktureller Bedeutung.

Im Ortsteil Honau, der wegen der Nähe des Schlosses Lichtenstein einen überregionalen touristischen Attraktionswert hat, befindet sich nur wenige hundert Meter von der Echazquelle entfernt eine regional relativ bekannte Bachforellenzucht, die zu einem örtlichen Hotel und Restaurant gehört, wo die Forelle in verschiedenen Zubereitungsarten als kulinarische Spezialität gilt.

Verkehr

Durch die Gemeinde führt die B 312 entlang des Echaztales durch die Ortsteile Unterhausen und Honau auf die Albhochfläche (Honauer Steige). Die Landesstraße L 387 zweigt in Unterhausen von dieser ab und erschließt den Ortsteil Holzelfingen (Holzelfinger Steige). Die L 230 verbindet die Gemeinden Lichtenstein und Sonnenbühl.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 223. Durch die Gemeinde führen unter anderem Buslinien nach Reutlingen, Münsingen oder Gammertingen. Bereits 1969 wurde der Zahnradabschnitt Honau–Lichtenstein der Bahnstrecke Reutlingen–Schelklingen abgebaut.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Karl von Camerer (1801–1863), geboren in Unterhausen, Jurist, Landtagsabgeordneter
  • Johann Georg Fetzer (1845–1909), baptistischer Theologe
  • Karl Gero von Urach (1899–1981), Oberhaupt des Hauses Urach
  • Emil Kübler (1909–1981), Komponist und Kirchenmusiker
  • Rainer Höh (* 1955), Abenteurer, Übersetzer und Reiseschriftsteller
  • Torsten Traub (* 1975), Fußballspieler

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtenstein (Württemberg)

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