Deutschlandkarte
Stadtplan Eningen unter Achalm
Gemeinde Eningen u.A.
Rathausplatz 1+2
72800 Eningen

http://www.eningen.de

Eningen unter Achalm

160pxAbb. 1 Wappen von Eningen unter Achalm
Basisdaten
Bundesland Baden-Württemberg
Höhe 469 m
PLZ 72800, 72813
Vorwahl 07121
Adresse der Verwaltung Rathausplatz 1–2
72800 Eningen
Website www.eningen.de
Bürgermeister Alexander Schweizer (SPD)

Eningen unter Achalm ist eine Gemeinde am Fuß des Albtraufs, unmittelbar östlich von Reutlingen. Sie gehört zur Region Neckar-Alb und zur europäischen Metropolregion Stuttgart. Der Ort ist nicht zu verwechseln mit der Gemeinde Ehningen im Landkreis Böblingen. Eningen ist mit seiner gesamten Gemarkung ein Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb. Eningen ist eine durch das Landratsamt Reutlingen rezertifizierte Gesunde Gemeinde.

Geographie

Geographische Lage

Eningen liegt zwischen der Achalm und dem Albtrauf. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Höhe von 419 m bei der Straßenmeisterei bis 791 m beim Wolfsfelsen auf der Albhochfläche.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Eningen und gehören zum Landkreis Reutlingen:

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde gehören das Dorf Eningen unter Achalm und die Einzelhäuser und Häusergruppen Albgut Lindenhof, Arbachmühle, Bahnhof Reutlingen-Süd, Harret, Schafhaus und Talgut Lindenhof. Talgut Lindenhof (Unterer Lindenhof) und Albgut Lindenhof (Oberer Lindenhof) sind heute Versuchsstationen für Tierhaltung und Tierzüchtung sowie Pflanzenzüchtung der Universität Hohenheim.

Der Flurname Hofen am Weg nach St. Johann deutet auf eine abgegangene Ortschaft hin.

Geschichte

Eningen

Eningen wurde um 300 n. Chr. in einer sonnigen, bergumschirmten Waldschlucht vermutlich von der Sippe eines Alemannen Ano gegründet.Die erste urkundliche Erwähnung des Namens Eningen findet sich 1089 im Bempflinger Vertrag des Klosters Zwiefalten. Seine Markung reichte im Mittelalter an Würtingen, bis zur Mädlinshalde gegen Pfullingen und schloss noch Loschenhalde und Betzenried ein. Hier durften die Eninger wie die Pfullinger ihr Vieh hertreiben, die Reutlinger mussten zur Behütung ihrer Weinberge einen Hirten halten, der dem Schultheiß von Eningen anzuzeigen hatte (Vertrag vom 7. Juli 1572). Nach dem Vertrag nach Judika 1513 gehörten die Weiden Eningen allein. Diese Rechte reichten noch länger zurück als der Kauf des Berges durch die Ermstalgrafen um das Jahr 1000 und blieben daher auch bestehen. Im Mittelalter nutzte man einen großen Teil des umgebenden Waldes und des heute landwirtschaftlich genutzten Ackerlandes als Viehweide. Gehalten hat sich zu diesem Zweck über lange Zeit die Hochfläche Eningens auf der Schwäbischen Alb, wo man heute die beiden Zuchtgüter Schafhaus und Oberer Lindenhof findet.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde ein Drittel der Eninger Häuser zerstört. Von 1637 bis 1648 gehörte der Ort – mit Unterbrechungen – zur „Pfandschaft Achalm“ und wurde von den Erzherzögen von Österreich-Tirol in Innsbruck regiert. Ein Versuch der Erzherzogin Claudia von Österreich-Tirol (1604–1648), die katholische Messe wieder einzuführen, scheiterte am Widerstand der Einwohner.

Danach erfuhr das Dorf einen Aufschwung durch den Landhandel, der Eningen zum "schönsten und volkreichsten Dorf Württembergs" machte. 1833 zählte man bereits über 5.000 Einwohner. Heute steht am ehemaligen Marktplatz an der Hauptstraße das Denkmal des Eninger Krämers.

Bei der Errichtung des Königreichs Württemberg gehörte Eningen zum Oberamt Urach. 1842 kam das Dorf zum Oberamt Reutlingen, 1938 zum gleichnamigen Landkreis. 1899 erhielt Eningen über eine 1974 stillgelegte Schmalspurbahn eine direkte Verbindung nach Reutlingen.

Eitlingen

Neben dem Dorf Eningen befand sich einst noch das Dorf Eitlingen, dessen Name von einem Besitzer oder Haupt Neidling bzw. Nydling herrührte. Erwähnungen finden sich 1454 als Gewand Nydlingen und 1555 in Form einer Badstube im Neidling. Das Dorf befand sich dort, wo heute die Grabenstraße hinaufführt. Mit der Zeit wuchsen die Ansiedlungen zusammen, doch bis heute findet sich die Eitlinger Straße in Eningen.Bis heute gibt es eine Anzahl von Orten mit ähnlich lautendem Namen. Es sind im Landkreis Böblingen die Gemeinde Aidlingen, im Landkreis Esslingen die Gemeinde Neidlingen, im mittelfränkischen Landkreis Ansbach der Feuchtwanger Ortsteil Neidlingen und in Niederösterreich die Marktgemeinde Neidling nordwestlich von Sankt Pölten. Darüber hinaus existiert der Name Neidling als Familiennamen.

Einwohnerentwicklung

Historische Einwohnerzahlen von Eningen unter Achalm. ab 1871 Volkszählungsergebnisse, ab 1990 Veröffentlichungen des Statistischen Landesamtes BW

Jahr Einwohnerzahlen
1605 933
Um 1630 1.200
1654 691
1676 889
1716 1.417
1724 1.623
1736 2.024
1768 2.473
Jahr Einwohnerzahlen
1833 5.015
1846 4.844
1871 3.345
1890 3.510
1910 4.313
1925 4.351
1933 4.675
1950 6.158
Jahr Einwohnerzahlen
1970 8.041
1987 9.309
1990 9.675
1995 10.036
2000 10.413
2005 10.857
2010 11.069
2015 10.951

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Eningen hat 18 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
FW Freie Wählervereinigung Eningen 33,7 6 38,8 7
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 31,3 6 26,6 5
FGAL Freie Grüne und alternative Liste 18,6 3 17,5 3
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 16,4 3 17,1 3
gesamt 100,0 18 100,0 18
Wahlbeteiligung 52,0 % 55,0 %

Bürgermeister

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von 8 Jahren gewählt.

Alexander Schweizer ist seit dem 13. September 2007 der Bürgermeister von Eningen.

  • 1383: Syfrit Kaib (von den Herren von Speth, Untertan des Grafen Eberhard dem Greiner)
  • 1454, 1470 erwähnt: Hans Gretzinger
  • Um 1484: Hans Hummel
  • Um 1518: Ludwig Mutschler
  • Um 1521: Conrat Hummel
  • Um 1542: Hans Bausch
  • Um 1546: Gerhard Meulin (Mayle, Meile)
  • Um 1579: Hans Kifer
  • Um 1588: Kaspar Wickh
  • Um 1591: Hans Mickenmee
  • Um 1612: Melchior Jäger
  • Um 1619: Georg Müller
  • Um 1631: Michael Mader
  • Um 1644: Georg Müller
  • Um 1657: Peter Jäger
  • Um 1680: Hans Mader
  • Um 1687: Johannes Homel
  • 1692–1710: Johann Jakob Sautter
  • 1711–1716: Johann Georg Mühleisen
  • Um 1717: Franz Beckh
  • Um 1718: Michael Rall
  • Um 1725: Johann Jakob Rall
  • Um 1728: Michael Sautter
  • 1729–1749: Johann Adam Wickh
  • 1749–1762: Johannes Eytel
  • 1763–1767: Christian Gottlieb Schmid
  • 1767–1788: Johannes Eytel
  • 1788–1805: Kraft Philipp Eytel
  • 1806–1810: Jakob Friedrich Walther
  • 1810–1824: Friedrich Wilhelm Louis Faber
  • 1824–1833: Gottlieb Friedrich Rettich
  • 1833–1842: Johann Christian Friedrich, sowie 1838–1842 Landtagsabgeordneter des Amts Urach (während Landtagssitzung am 31. Mai 1842 verstorben)
  • 1842–1845: Christian Ag. Bilfinger
  • 1845–1848: Ludwig Hoffmann
  • 1848–1854: Gg. Fr. G. Hermann
  • 1855–1873: Hermann Amos von Schramberg, sowie von 1861 bis 1868 Landtagsabgeordneter für Reutlingen-Land
  • 1874–1899: Karl Sautter
  • 1900–1930: Paul Hüzel
  • 1930–1945: Hans Maier
  • 1945–1949: Carl Krüger (Kommissarischer Außenstellenleiter der Stadt Reutlingen)
  • 1949–1964: Hans Maier
  • 1965–1987: Günther Zeller
  • 1987–2003: Jürgen Steinhilber (Freie Wähler)
  • 2003–2007: Margarete Krug (CDU)
  • seit 2007: Alexander Schweizer (SPD)Schweizer konnte das Amt im Juni 2015 mit 62,20 Prozent der Stimmen gegen Mitbewerberin Barbara Dürr (34,49 %) verteidigen.

Wappen

Blasonierung: In Blau eine silberne Lilie.

Gemeindepartnerschaften

Eningen unterhält eine Partnerschaft mit dem französischen Charlieu (seit 20. April 1968) und dem englischen Calne in Wiltshire (seit 1988).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Evangelische Andreaskirche von 1929 / 30, ein Beispiel frühmoderner Kirchenarchitektur
  • Oberes Speicherbecken des Pumpspeicherwerks Glems (Fassungsvermögen: 0,9 Mio. m³)
  • 90 Meter hoher Richtfunkmast in Stahlfachwerkbauweise auf dem Grasberg ()

Parks

  • Naherholungsgebiet „Eninger Weide“ mit Wildgehege
  • Krügerpark
  • Parkanlage "Am Türmle"

Naherholung

  • Achalm (707 m) mit Aussichtsturm und mittelalterlichen Mauerresten
  • Arbachtal
  • Übersberg mit Mädlesfels
  • Obtal mit Waldfreibad
  • Ebene mit Rangenbergle
  • Bürzlenberg "Schöne Aussicht"
  • Panoramaweg – Rundwanderweg

Sport

  • Waldfreibad
  • TSV Eningen, Sportanlagen im Arbachtal
  • SKV Eningen, Sportanlagen im Arbachtal
  • Trimm-Dich-Pfad Metzinger Wald
  • Trimm-Dich-Pfad St.Johann-Würtingen
  • Ortsgruppe Eningen des Schwäbischen Albvereins, 1995 mit der Eichendorff-Plakette ausgezeichnet

Gesunde Gemeinde

Modellgemeinde Eningen

Eningen war eine von drei Modellgemeinden im Landkreis Reutlingen, welche am 8. Mai 2015 durch die damalige Baden-Württembergische Sozialministerin Katrin Altpeter und Landrat Thomas Reumann für drei Jahre zur gesunden Gemeinde zertifiziert wurden. Die Rezertifizierung erfolgte am 15. November 2018 während der Gemeinderatssitzung durch Landrat Reumann.

Neben Eningen unter Achalm wurden damals auch die Gemeinden Hohenstein (Landkreis Reutlingen) und Hülben zu Modellgemeinden.

Mittlerweile sind auch die Gemeinden Dettingen an der Erms, Grafenberg (Landkreis Reutlingen), Walddorfhäslach und Wannweil zertifizierte gesunde Gemeinden.

Aufgaben der gesunden Gemeinde

Das Hauptziel sei, dass Gesundheit als Wert erkannt werden möge und in der Gesellschaft stärker anerkannt werden solle. Die Aufgabe der gesunden Gemeinde ist es, verschiedene Gesundheitsangebote im Ort zu vernetzen und die Bürger zu einem gesunden Lebensstil zu animieren. Hierbei entsteht der ehrenamtliche "Arbeitskreis gesunde Gemeinde", ein kommunales Netzwerk aus Ärzten, Bürgern, Vereinen, Firmen und der Gemeindeverwaltung, welche ihr Fachwissen bündeln. Hieraus ergingen in den letzten Jahren das Gesundheitsforum Eningen, welches medizinische Vorträge und Workshops anbietet oder auch das Netzwerk Demenz, welches betroffene und Angehörige informiert und berät.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Durch die Gemeinde führt die Landesstraße 380 und verbindet sie im Westen mit Reutlingen und Pfullingen und im Osten mit St. Johann.Die Kreisstraße 6714 verbindet Eningen im Norden mit Metzingen. Die Landesstraße 380a zweigt von dieser ab und führt über Metzingen-Glems nach Metzingen-Neuhausen.

Die Bundesstraße 312 tritt am Südbahnhof Reutlingen in Eninger Gemeindegebiet ein und hat etwa zwei Kilometer südwestlich des Ortskerns eine Abzweigung nach Eningen.

Der Öffentliche Personennahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 220. Ab 1899 war der Ort ferner durch die dampfbetriebene Lokalbahn Reutlingen–Eningen mit der Kreisstadt verbunden. Diese ging 1912 in der elektrischen Straßenbahn Reutlingen auf und war bis 1974 in Betrieb.

Persönlichkeiten

Träger der Bürgermedaille

  • 1989: Franz-Georg Brustgi
  • 1992: Dieter Baumann
  • 1992: Jean-Paul Gysin
  • 1998: Reinhold Rall
  • 2015: Karl Rall

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Rudolf Kittel (1853–1929), evangelischer Theologe (Alttestamentler)
  • Eugen Kittel (1859–1946), Ingenieur im Eisenbahnbau

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Johann Georg Hegel, 1649–1680 Pfarrer in Eningen, der Stammvater des Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel
  • Friedrich Christoph Steinhofer, 1706–1761, 1756–1759 Pfarrer in Eningen, berühmter Erbauungsschriftsteller
  • Max Eifert (1808–1888), Pfarrer in Eningen von 1849 bis 1881, Schriftsteller
  • Edmund von Pfleiderer (1842–1902), Philosoph, war Vikar in Eningen
  • Karl Gußmann (1887–1909), bedeutender Geologe, der die Gußmannshöhle bei Lenningen entdeckte
  • Paul Jauch (1870–1957), der durch seine Mörike-Illustrationen bekannt gewordene Zeichner lebte ab 1913 als freischaffender Künstler in Eningen
  • Alfred Baeumler (1887–1968), Philosoph und Pädagoge, spielte eine führende Rolle bei der Gestaltung der Erziehung im Nationalsozialismus, lebte und arbeitete nach Gründung der Bundesrepublik in Eningen
  • Helene Lange (1848–1930), Frauenrechtlerin, verbrachte 1864 ein prägendes Jahr im Eninger Pfarrhaus
  • HAP Grieshaber (1909–1981), bildender Künstler, expressionistischer Grafiker und Holzschneider, lebte von 1947 bis zu seinem Tod an der Ostflanke der Achalm
  • Gudrun Krüger (1922–2004), bildende Künstlerin
  • Ulrich Raschke (1943–1999), Lyriker

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Eningen unter Achalm

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