Europakarte
Stadtplan Ostseebad Kühlungsborn
Stadt
Ostseebad Kühlungsborn
Ostseeallee 20
18225 Ostseebad Kühlungsborn

http://www.kuehlungsborn.de

Kühlungsborn

160pxAbb. 1 Wappen von Kühlungsborn
Basisdaten
BundeslandMecklenburg-Vorpommern
Höhe16 m
PLZ18225
Vorwahl038293
Adresse der VerwaltungOstseeallee 20
18225 Kühlungsborn
Websitewww.stadt-kuehlungsborn.de
BürgermeisterRüdiger Kozian (parteilos)

Kühlungsborn (amtlich Stadt Ostseebad Kühlungsborn; von 1937 bis 1938 Ostseebad Brunshaupten-Arendsee) ist eine amtsfreie Stadt im Landkreis Rostock in Mecklenburg-Vorpommern. Die Gemeinde entstand 1937 aus der Vereinigung der Ostseebäder Brunshaupten (mit Fulgen) und Arendsee. Ein Jahr später erhielt sie ihren heutigen Namen und bekam Stadtrechte verliehen. Seit dem 15. Februar 1996 ist die Stadt staatlich anerkanntes Seebad.

Geographische Lage

Kühlungsborn, der größte Bade- und Erholungsort Mecklenburgs, liegt an der mecklenburgischen Ostseeküste direkt an der Mecklenburger Bucht, etwa 25 Kilometer westlich von Rostock. Unmittelbar südlich der Stadt erhebt sich der Höhenzug Kühlung mit dem weithin sichtbaren Leuchtturm Buk.

Mit 3150 Metern Länge verfügt Kühlungsborn über eine der längsten Strandpromenaden Deutschlands. Am westlichen Stadtrand mündet die Promenade in den Baltic-Platz. Der breite Sandstrand zieht sich über etwa sechs Kilometer hin. Eine Besonderheit ist der mit einer Flächengröße von etwa 1 Kilometer × 1,5 Kilometer im Vergleich zur Ausdehnung des Stadtgebiets verhältnismäßig große Stadtwald Kühlungsborn, der von dem bebauten Stadtgebiet ringförmig umschlossen wird.

Der Ort bildet für seine Umgebung ein Grundzentrum.

Geschichte

Von 1177 bis 1850

Die Geschichte der drei Ursprungsdörfer Arendsee, Brunshaupten und Gut Fulgen, aus denen Kühlungsborn 1937 gebildet wurde, führt fast 800 Jahre zurück. 1177 wurden in einer Urkunde „Bruno von Cubanze“ und „zwei Dörfer Brunos“ erwähnt. „Cubanze“ heißt möglicherweise Tempelbezirk oder Rodung. 1219 wurde der Name „Brunshövede“ (= Hof oder Hafen des Brunos) in einer Stiftungsurkunde des Nonnenklosters Sonnenkamp erwähnt. Das Dorf wurde zu dieser Zeit vom Landesfürsten dem Nonnenkloster Sonnenkamp geschenkt, das seinen Sitz zunächst in Parchow bei Kröpelin, später in Neukloster hatte. Das Dorf Arendsee soll von den Nonnen dieses Klosters seinen Namen erhalten haben, und zwar nach dem gleichnamigen Kloster in der Altmark. Fulgen wurde erst während des Dreißigjährigen Krieges erwähnt, als alle drei Dörfer schwer heimgesucht wurden, besonders aber Fulgen. Brunshaupten war ein Reihendorf, das ungefähr dem Verlauf des Cubanze-Baches folgte. Der älteste Teil von Arendsee ist dort zu finden, wo die Landstraße nach Rerik in scharfem Knick Kühlungsborn verlässt. Fulgen war vor dem Dreißigjährigen Krieg ein großes Dorf östlich von Brunshaupten. Die Bewohner der drei Dörfer lebten von Fischfang und Landwirtschaft. Einige durften sich Erbpächter nennen, ihr Pachtland hatte die Größe kleiner Bauernstellen, die meisten wirtschafteten auf Büdnereien und Häuslereien.

Anfänge des Tourismus ab 1857

1857 ließ der Erbpächter E. Wittholz von Fulgen ein zweistöckiges Logierhaus erbauen und einen Badeprospekt drucken, in dem er sich zur Aufnahme von Badegästen empfahl, und für eine Person pro Woche für Aufwartung, Beköstigung, Logis und Bäder 7 bis 9 Reichstaler je nach Zimmerwunsch berechnete. Das Ostseesturmhochwasser am 12./13. November 1872 richtete auf dem Hof Fulgen erheblichen Schaden an. Da alle Wiesen und Weideflächen und sogar die Stallungen unter Wasser standen, wurde das Vieh kurzerhand für einige Tage im komfortablen Logierhaus untergebracht. 1881 kamen Badegäste auch nach Brunshaupten und drei Jahre später nach Arendsee. In Arendsee wurde 1882 eine Seenotrettungsstation eingerichtet. 1887 zählte man in Brunshaupten rund 600 Einwohner und 300 Gäste. Von Kröpelin aus wurde 1895 mit dem Bau einer Chaussee nach Brunshaupten begonnen. Ab dann fuhr zweimal täglich ein Postomnibus nach Arendsee und Brunshaupten. Für diese Tour wurde mit Privatfahrzeugen etwa eine Stunde benötigt. Man konnte auch mit einem Zweispänner von und nach Kröpelin ohne Unterbrechung und Aufenthalt für 6 Mark die einfache Fahrt nach Brunshaupten und Arendsee gelangen. Es gab einen Badeverein, der 1899 beschloss, dass eine Warmbadeanstalt gebaut werden sollte. Zu dieser Zeit waren auch schon einige Logierhäuser wie das „Ostseehotel“ oder die „Strandperle“ bezugsfertig. Erstmals wurde ein Promenadensteg von 120 Metern Länge in die Ostsee hinein errichtet.

Mit dem Bau des Promenadenwegs, der parallel zum Strand verlief, wurde 1900 begonnen. Am 1. Juni 1901 wurde für die Feriengäste, die sich erstmals auch zu der Zeit der Osterferien einstellten, das Warmbad eröffnet. Der Verbindungsweg zwischen Arendsee und Brunshaupten, heute die Ostseeallee, wurde 1904 zur Bebauung freigegeben. Es entstanden prachtvolle Villen in der für die Region typischen Bäderarchitektur. Die Logierhäuser für das zahlungskräftige Publikum waren hochwertig eingerichtet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden die Hotels und Pensionen im Dünengelände. Am 4. August 1906 wurden Petroleumlampen als Straßenbeleuchtung eingeführt, da Gas oder elektrische Anlagen bei der großen Ausdehnung von Brunshaupten und Arendsee zu teuer gewesen wären. 1908 bis 1912 entstand die zentrale Wasserversorgungsanlage. 1909 wurde beschlossen, ein Gaswerk zu bauen. Seit 1910 fährt die Bäderbahn Molli von Bad Doberan über Heiligendamm bis Brunshaupten und Arendsee. 1911 erhielten die beiden Orte elektrischen Strom. 1912 steckten rund 17 Millionen Mark an Privatkapital in den Häusern der Badebezirke.

Trotz gemeinsamer Interessen arbeiteten die Gemeinden Brunshaupten (mit Fulgen) und Arendsee getrennt, oft sogar in scharfer Konkurrenz gegeneinander. Viele Einrichtungen gab und gibt es deshalb zweifach (z. B. die Konzertgärten Ost und West, zwei Seebrücken). Die Anzahl der Gäste stieg in den Friedensperioden stark an (1913: 28.000 Gäste bei 2600 Einwohnern, 1933–1935: 30.000–45.000 Badegäste jährlich, 1970–1981: 130.000–160.000 Badegäste jährlich).

1926 erhielt Arendsee die Bezeichnung „Ostseebad“; Brunshaupten folgte 1930.

Stadtgründung 1938 und Zweiter Weltkrieg

1937 wurden die Gemeinden Arendsee und Brunshaupten mit dem zugehörigen Gut Fulgen zur Gemeinde Brunshaupten-Arendsee zusammengeschlossen. Die Stadt Kühlungsborn entstand am 1. April 1938 durch die Umbenennung der ein Jahr zuvor administrativ vereinigten Gemeinde und Verleihung der Bezeichnung „Stadt“. Der Name Kühlungsborn ist ein Kunstwort, das aus den Begriffen Kühlung (Name des Höhenzuges südlich des Ortes) und Born (Quelle, Brunnen) abgeleitet und zeitgenössisch als „ein Born der Gesundheit und neuer Kraft“ interpretiert wurde.In den Jahren des Zweiten Weltkriegs nahm Kühlungsborn zahlreiche Luftkriegsevakuierte auf, Frauen und Kinder, nicht nur aus dem schwer bombardierten Rostock, sondern auch aus Berlin und anderen deutschen Gebieten. Seit 1944/45 wurde Kühlungsborn dann für viele Kriegsflüchtlinge aus den früheren deutschen Ostgebieten zum zeitweiligen oder endgültigen neuen Wohnplatz.

Im Haus von Kirchenrat i. R. Karl Timm überlebte 1945 versteckt die Berliner Jüdin Rosemarie Dessauer bis zum Kriegsende nach einer Odyssee durch verschiedene Pfarrhäuser in Mecklenburg.

Neubeginn nach 1945

Die Sicherung von Wohnraum, die Versorgung mit Lebensmitteln und Brennstoffen, sowie der wirtschaftliche Neubeginn aus den Hinterlassenschaften des Krieges mit über Tausend Flüchtlingen im Ort war eine schwierige Phase. Die Überreste der Landwirtschaft, Fischerei und Handwerkstätigkeit reichten nicht aus einen sicheren Neubeginn zu schaffen. Die beiden Schulen am Ort, traditionell in Kühlungsborn-Ost und -West, nahmen am 1. September 1945 den unterbrochenen Schulbetrieb wieder auf. Die ersten Pensionen, die in den letzten Kriegsjahren zum Teil als Lazarett oder zu Schulungszwecken gedient hatten, nahmen langsam den gastronomischen Betrieb wieder auf.

Entwicklung des Tourismus

Insgesamt 40 Hotels und Pensionen wurde 1953 während der „Aktion Rose“ teilweise willkürlich enteignet, verstaatlicht und mehrere davon in Ferienheime des staatlichen Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes umgewandelt Gebäude in denen Umsiedler wohnten oder Kinderbetreuung erfolgte erhielt die Stadt in Treuhand. In Kühlungsborn wurden 50 Einrichtungen verstaatlicht. Falls die Besitzer Widerstand leisteten, wurden sie teilweise in Schauprozessen verurteilt. Viele mussten in die Bundesrepublik Deutschland fliehen. Nach dem 17. Juni 1953 bemühten sich Verantwortliche in kommunalen Positionen durch Einsetzen einer sogenannten „Härtekommission“ ungerechtfertigte Urteile und verhängte Maßnahmen zu korrigieren. Bis zum 3. September 1953 überprüften sie 330 Strafverfahren und beschlossen in 129 Sachverhalten die eingezogene Immobilie oder den Nutzungsbetrieb den Betroffenen zurückzugeben.

Die nunmehr staatlichen Ferieneinrichtungen wurden bis 1989 hauptsächlich für Ferien- und Kuraufenthalte der DDR-Bürger nach strengen Platzvergaberichtlinien und Vergabe von sogenannten FDGB-Ferienschecks genutzt. Individualtourismus war, wie in den meisten Ostseebädern in der DDR bis 1989, nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich (durch Nutzung von Privatwohnungen oder Camping). Die Kosten bei Nutzung des FDGB-Ferienschecks waren sehr gering (60–100 Mark der DDR für 14 Tage Vollpension am Meer). Durch die einheitliche Ferienzeit (Juli/August) in der DDR waren Kühlungsborn und insbesondere alle Handelseinrichtungen in dieser Zeit regelmäßig von Urlaubern überflutet. Es kam häufig zu Versorgungsengpässen in den Handelseinrichtungen. In den sogenannten „Ostseewochen“ (meistens die erste Juliwoche), die rund drei Jahrzehnte lang jährlich als Festwochen durchgeführt wurden, versuchte die DDR-Führung sich international Anerkennung zu verschaffen. Es gab ein besseres Warenangebot und zahlreiche hochkarätige Kulturveranstaltungen. Die Teilnehmer aus den Ostseeanliegerstaaten und Norwegens wurden in extra hierfür freigehaltenen Ferienheimen untergebracht.

Die Entwicklung des Bädertourismus entwickelte sich in mehreren Sparten. An der Spitze stand der Feriendienstes der Gewerkschaften, im Ostseebereich in die drei Außenstellen wie Binz, Heringsdorf und Kühlungsborn gegliedert. Dazu kam die Sparte der Reisebüros der DDR, Hoteleinrichtungen politischer und staatlicher Organisationen sowie Betriebsferienhäuser. Die Außenstelle des FDGB in Kühlungsborn umfasste den Verwaltungsbereich der Erholungsheime und weitere Dienstleistungspartner. Ab Anfang der 1960er Jahre wurden 37 Ferienheime bewirtschaftet. Zusammen mit den privaten Vermietern standen etwa 5000 Betten zur Verfügung. 1964 wurde Fritz Uhlig (1925–2019) als Objektleiter des Feriendienstes in Kühlungsborn eingesetzt. Seine Aufgabe bestand um Um- und Aufbau des gewerkschaftlichen Tourismus als Gesamtunternehmen unter Berücksichtigung moderner ökonomischer Bedingungen. Diese Aufgabe wurde durch den zum Teil noch desolaten Zustand der Gebäude und die mangelnde Qualifikation der etwa 450 Mitarbeiter erschwert. Dem Ferienobjekt Kühlungsborn wurde vom Kreisbauamt in Bad Doberan pro Jahr die Instandsetzung eines Gebäudes bewilligt. Uhlig fand eine Teillösung am Rande der Legalität, der Feriendienst vergab sogenannte Außenbetten an volkseigene mittelständische Betriebe für eine Saison. Diese Betriebe stellten dann als Gegenleistung außerhalb der Hauptreisezeit unentgeltlich Arbeit und Material zur Verfügung. Auf diese Weise wurden Zentralheizungen eingebaut, Inneneinrichtungen erneuert und Fassaden gestrichen. Außerdem restaurierten sogenannte Feierabendbrigaden, außerhalb der Saison, ganze Häuser. In den Jahren 1963 und 1964 wurden insgesamt neun Häuser generalüberholt. Ein weiterer Schwerpunkt war die Qualifikation der Mitarbeiter, denn von den 450 fest angestellten Mitarbeitern und 150 Saisonkräften verfügten anfangs nur 15 über eine Ausbildung im Gastrobereich. Das Erholungsheim Am Karpfenteich wurde in ein Internat für Lehrlinge im Berufsbild Wirtschaftspfleger umgewandelt. Jährlich wurden etwa 100 Servicekräfte ausgebildet. Zwischen 1964 und 1987 absolvierten 369 Köche, 174 Empfangssekretärinnen, 517 Restaurant- und Hotelfachleute und ca. 100 Lehrlinge aus anderen Berufsgruppen die Einrichtung. Die Qualität der Dienstleistungen verbesserte sich spürbar. Der Feriendienst war damit der größte Arbeitgeber der Stadt. Im März 1980 verfügte der Feriendienst über 997 Betten und beherbergte jährlich zwischen 80.000 und 87.000 Urlauber. Der FDGB betreute die bis dahin ausgelasteten Heime noch bis 1990, allerdings zeigten sich schon kurz nach der Wende Auflösungserscheinungen in den Strukturen der Verwaltung. Der Leiter der Einrichtungen wurde abgesetzt; die Mitarbeiter wählten aus ihren Reihen drei Personen, die bis zum Saisonende mit der Leitung beauftragt wurden. Danach beauftragte die Treuhand eine Firma Lochner GmbH mit der Abwicklung des Dienstes. Es wurden 20 Hausmeister eingesetzt, die sich um die Sicherung der Bausubstanz und die Diebstahlsicherung der Objekte kümmerten. Bis 1991 wurden alle noch vorhandenen Inventarteile, Nahrungs- und Genussmittel und die Grundmittel an die Stadtverwaltung übergeben. Etliche Alteigentümer forderten ihre ehemaligen Hotels und Pensionen zurück. Der Feriendienst wurde am 31. Dezember 1991 endgültig aufgelöst; die Personalakten wurden bei der BfA in Berlin eingelagert, alle sonstigen Unterlagen wurden im Landeshauptarchiv in Schwerin verwahrt. In der DDR-Zeit wurde im Ort das Pionier-Ferienlager „Max Reichpietsch“ betrieben.

Militärstandort

Seit dem 5. Januar 1952 wurde das ehemalige, von der deutschen Wehrmacht betriebene Gebiet auf dem Rieden, wieder für militärische Zwecke genutzt. Insgesamt waren im Laufe der Jahre bis 1990 bis zu 18 unterschiedliche Einheiten in der Dienststelle Kühlungsborn nacheinander oder auch teilweise gleichzeitig stationiert, wobei dann eine zur Standorteinheit ernannt wurde. Von 1958 bis 1990 war die aus etwa 100 Mann bestehende Kampfschwimmer-Einheit KSK 18 der NVA-Volksmarine in Kühlungsborn stationiert. Seit 1965 war außerdem das Ausbildungsbataillon der Grenztruppen der DDR in der 6. Grenzbrigade Küste im Ort stationiert. Die Einheit bestand aus fünf Kompanien mit einer Mannschaftsstärke von etwa 400 Personen.

Am 14. November 1989 gab das Ministerium für Nationale Verteidigung der DDR die Aufhebung der Sperrzone im Grenzgebiet an der Staatsgrenze zur Bundesrepublik bekannt. In diesem Zuge wurden auch die Seegewässer der DDR in der gesamten Breite bis zu zwölf Seemeilen für den Sportbootverkehr zugelassen. In den letzten Monaten des Bestehens der DDR bauten die Grenztruppen etliche Grenzsicherungsanlagen wie Wachtürme oder Sperranlagen ab. Erhalten ist noch der Ostsee-Grenzturm Kühlungsborn. Er ist einer von zwei noch bestehenden Grenztürmen an der Ostseeküste, von ehemals insgesamt 27.

Wende-Zeit

Die erste Demonstration der Friedlichen Revolution fand am 2. November 1989 in Kühlungsborn statt. Ausgangspunkt war ein Friedensgebet in der evangelisch-lutherischen Kirche, an dem 800 Menschen teilnahmen. Da nicht alle Platz im Gotteshaus fanden, übertrug man die Reden nach draußen, wo Menschen trotz des nasskalten Wetters ausharrten. Das Neue Forum setzte in der Kirche eine Resolution auf, in der gefordert wurde, man müsse den Führungsanspruch der SED so schnell wie möglich durch freie Wahlen überprüfen. Zudem sang man erneut das Ingo Barz - Lied "Die Gedanken sind frei". Im Anschluss an die Veranstaltung formierte sich spontan ein Demonstrationszug und zog vor das Rathaus. Einige der nur noch 300 Teilnehmer griffen in scharfer Weise den Bürgermeister an. Er trat einige Tage darauf zurück.

Entwicklung ab 1990

Seit der Wiedervereinigung Deutschlands wurde der historische Ortskern im Rahmen der Städtebauförderung grundlegend saniert; viele historische Bauten wurden wiederhergestellt. Jedoch ging dies mit dem Abriss von 26 teilweise bedeutender Bauten der historischen Bäderarchitektur einher, wie etwa dem des 1906 vollendeten Arendseer Kurhauses, das nach einigem Widerstand 1994 zum Abbruch freigegeben wurde. Es stehen zahlreiche Neubauten von Hotels und Ferienwohnungen und vorbildlich sanierte Hotels und Pensionen der alten Bäderarchitektur für den Individualtourismus zur Verfügung. Kühlungsborn blieb eine Gemeinde ohne hohe Gebäude, denn es durfte kein Haus höher gebaut werden, als die höchsten Bäume gewachsen sind. Auch beim Bau des Kirchturms der katholischen Kirche musste man sich an diese Bauvorgaben halten. Die Seebrücke entstand 1991 wieder in Kühlungsborn-Ost, und die 3200 Meter lange Strandpromenade wurde bis 2007 vollständig befestigt. Kühlungsborn wurde seit Mitte der 1990er Jahre wieder zu einem sehr beliebten ganzjährigen Ziel für die Urlaubszeit. Von 2002 bis 2004 entstand der neue Sportboothafen mit 400 Liegeplätzen in Kühlungsborn-Ost. Der neue Bootshafen, in den der Fulgenbach mündet, verzeichnete 2007 bereits über 13.000 Boots-Ankünfte mit einer Verweildauer von über zwei Nächten.

Für den G8-Gipfel in Heiligendamm 2007 wurde in Kühlungsborn-Ost das Pressezentrum errichtet. Etwa 5390 Journalisten, die 1045 Medien aus 78 Ländern vertraten, waren akkreditiert und wohnten größtenteils auch in Kühlungsborn. Der Molli diente während des Gipfels für die Journalisten als Shuttle zwischen dem Pressezentrum und Heiligendamm.

Von 1952 bis 2011 gehörte Kühlungsborn zum Kreis Bad Doberan (bis 1990 im DDR-Bezirk Rostock, danach im Land Mecklenburg-Vorpommern). Seit der Kreisgebietsreform 2011 liegt die Stadt im Landkreis Rostock.

Bevölkerung

Jahr Einwohner
1990 7864
1995 7338
2000 7388
2005 7374
2010 7158
2015 7824
Jahr Einwohner
2016 7909
2017 7961
2018 7896
2019 7867
2020 7930
2021 7964
Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres

Politik

Stadtvertretung

Die Stadtvertretung von Kühlungsborn besteht aus 20 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Ergebnis:

Partei / Liste Stimmen 2014 Stimmen 2019 Sitze 2014 Sitze 2019
CDU 24,0 % 18,0 % 5 4
Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) 9,7 % 12,7 % 2 3
Initiative Zukunft (IZ) 10,7 % 2
Einzelbewerber Uwe Ziesig 13,7 % 9,5 % 1 1
SPD 14,5 % 8,7 % 3 2
Kühlungsborner Liste (KL) 8,1 % 8,5 % 1 2
Die Linke 10,5 % 7,9 % 2 2
Handwerker- und Gewerbeverein (HGV-Tourismus) 10,1 % 7,7 % 2 2
AfD 7,2 % 1
Bündnis 90/Die Grünen 5,7 % 6,7 % 1 1
Insgesamt 17 20
Der Stimmenanteil Ziesigs entsprach 2014 drei und 2019 zwei Sitzen. Daher blieben zwei bzw. bleibt ein Sitz in der Stadtvertretung unbesetzt.

Bürgervorsteher (Vorsitzender der Stadtvertretung) ist Uwe Ziesig.

Bürgermeister

  • 1938–1939: Richard Rychlik (1908–1985) – NSDAP
  • 1939–1945: Wilhelm Gloede (1880–1947) – NSDAP
  • 1945–1946: Franz Herm (1892–1954) – KPD
  • 1946–1950 Ernst Rossmann (1884–1956)
  • 1966–1979: Walter Nörgaard (1913–1994) – SED
  • 1979–1989: Peter Moeck (* 1937) – SED
  • 1989–1990: Klaus Koch – NDPD
  • 1990–1994: Knut Wiek – SPD
  • 1994–2001: Diethelm Hinz – CDU
  • 2002–2017: Rainer Karl – CDU, später parteilos
  • seit 2018: Rüdiger Kozian (parteilos)

Kozian wurde bei der Bürgermeisterstichwahl am 8. Oktober 2017 mit 58,4 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von sieben Jahren gewählt.

Wappen

Das Wappen wurde am 2. September 1940 durch den Reichsstatthalter Mecklenburg verliehen und unter der Nr. 20 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert. Es wurde von Hans Schweitzer aus Berlin gestaltet.

Flagge

Die Flagge zeigt drei nach rechts fliegende silberne Möwen mit aufgerichteten, schwarz auslaufenden Schwingen auf blauem Grund.

Städtepartnerschaften

Kühlungsborn unterhält Partnerschaften mit dem Nordsee-Heilbad Büsum, dem Ostseebad Grömitz und dem russischen Ostseebad Selenogradsk (ehem. Cranz in Ostpreußen).

Sehenswürdigkeiten

  • Dampf-Schmalspurbahn „Molli“, der Streckenabschnitt Bad Doberan–Heiligendamm (damals Fürstenbad) wurde 1886 eingeweiht, die Verlängerung bis Brunshaupten und Arendsee erfolgte 1910, Rekonstruktion der Innenausbauten der Waggons zu DDR-Zeiten mit damals modernen Wandmaterialien
  • Evangelisch-lutherische frühgotische Johanniskirche in Kühlungsborn-Ost, denkmalgeschützter Bau aus dem 13. Jahrhundert mit spätgotischer Triumphkreuzgruppe aus dem 15. Jahrhundert. Das Kirchenschiff besteht aus Feldsteinen, die Gewölbe, Einfassungen, Fenster und Portale aus Backsteinen. Die Kanzel ist von 1698. Der die Kirche umgebende Friedhof ist von einer Feldsteinmauer begrenzt.
  • Römisch-katholische Kirche Heilige Dreifaltigkeit, im Jahr 2000 geweiht
  • Seebrücke in Kühlungsborn Ost, Neubau im Jahre 1991, 240 m lang, seit 1999 wieder mit Schiffsverkehr. Die beiden ursprünglichen Holzkonstruktionen der Seebrücken in Kühlungsborn Ost und West wurden durch die Eismassen in den Wintern 1929 und 1941/42 zerdrückt und nur teilweise wieder aufgebaut. Zu DDR-Zeiten wurden die Brücken verkürzt. Ein regelmäßiger Schiffsverkehr fand nach dem Zweiten Weltkrieg nur in den Anfangsjahren der DDR statt und wurde aufgrund der hierdurch gegebenen Fluchtmöglichkeiten in die Bundesrepublik Deutschland mit dem Mauerbau im Jahre 1961 eingestellt.
  • Ostsee-Grenzturm in der Nähe der Seebrücke, einer der letzten erhaltenen DDR-Grenztürme, der die Geschichte der deutschen Teilung authentisch erleben lässt. Besteigung möglich.
  • Strandpromenade, 2007 vollendet, von Kühlungsborn-West bis zur Hafenpromenade im neuen Bootshafen Kühlungsborn ca. 3.200 Meter lang. Beim Übergang von der Strandpromenade zur Hafenpromenade befindet sich der 2007 gebaute Behinderten-Strandzugang, der inzwischen überregional als Vorbild gilt. Der Sandstrand ist hier über 100 Meter breit. Die Strandpromenade und die Hafenpromenade sind Teil des Europäischen Fernwanderweges E9.
  • Hafenpromenade zwischen dem Stockanker der Strandresidenz und den Hochwasser-Schutztoren am Deichschart zum Vorplatz des Bootshafen Kühlungsborn, 360 Meter lang. Der Stockanker gilt als einer der größten seiner Art. Er wiegt 3.200 kg; ist 2,45 Meter von Schaufelspitze zu Schaufelspitze (= Flunken) breit und der Schaft (= Stiel) ist (ohne Schäkel) 3,93 Meter lang. Der Stock misst 3,57 Meter.
  • Hotel Schloss am Meer (denkmalgeschützt)
  • Windmühle im ehemaligen Ortsteil Brunshaupten, denkmalgeschütztes Gebäude. Die Erdholländer-Mühle wurde 1791 im Mecklenburgischen Staatskalender erwähnt.
  • Denkmal für die Opfer des Faschismus von 1972 in der Strandstraße in Kühlungsborn-Ost von der Künstlerin Renata Ahrens
  • Kühlung, waldreicher Höhenzug mit guten Aussichtsmöglichkeiten südlich von Kühlungsborn, entstanden während des Eiszeitalters als Stauchmoräne
  • Findling Kühlungsborn-West in Arendsee (Kühlungsborn-West)
  • Friedensstein im Stadtwald Kühlungsborn

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Der Schwerpunkt der wirtschaftlichen Entwicklung Kühlungsborns liegt im Fremdenverkehr. Im Jahr 2013 buchten 410.000 Gäste 2.440.000 Übernachtungen. Der Ort verfügt über 16.500 Gästebetten.

Die Wirtschaftsstruktur der Stadt bestimmen überwiegend kleine Gewerbe- und Handwerksbetriebe.

Wissenschaft

Kühlungsborn ist Sitz des zur Leibniz-Gemeinschaft gehörenden Instituts für Atmosphärenphysik von 1992 an der Universität Rostock. Das in der Nähe liegende Ostsee-Wind-Radar (Oswin-VHF-Radar) von 1999 wird als Forschungsradar betrieben.

Verkehr

Kühlungsborn ist über die Landesstraße L 11 von der Bundesstraße 105 aus Richtung Kröpelin erreichbar. Die L 12 führt von Neubukow über Kühlungsborn nach Bad Doberan. Die nächstgelegenen Autobahnanschlussstellen sind Kröpelin (12) und Bad Doberan (13) an der Autobahn A 20 (Lübeck–Rostock).

Die Bäderbahn Molli führt von den Bahnhöfen Ostseebad Kühlungsborn West, Mitte und Ost über Heiligendamm nach Bad Doberan. Der Anschluss an die Doberaner Schmalspurbahn erfolgte 1910.

Im Rahmen des Verkehrsverbunds Warnow (VVW) gibt es folgende Regionalbuslinien:

  • Buslinie 103 von Kühlungsborn und Reddelich nach Bad Doberan
  • Buslinie 104 westlich von Rerik über Kühlungsborn nach Kröpelin
  • Buslinie 121 von Kühlungsborn östlich über Heiligendamm nach Rostock

Für Fahrradfahrer ist Kühlungsborn an den Ostseeküsten-Radweg angeschlossen, der innerhalb des Netzes der EuroVelo-Routen um die Ostsee führt.

Rettungsstation der DGzRS

Im Jahr 1993 hatte die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger die ehemalige Station Arendsee wieder in Betrieb genommen und den alten Rettungsschuppen neu bezogen. Im Yachthafen liegt an der Ostmole für die freiwilligen Helfer ein Seenotrettungsboot.

Öffentliche Einrichtungen

  • Rathaus, Ostseeallee 20
  • Stadtbibliothek, Pavillon Strandpromenade 7
  • Mollimuseum, Fritz–Reuter–Straße 16
  • Kunsthalle, Ostseeallee 48
  • Heimatstube, Ostseeallee 18
  • Tourist-Information, Ostseeallee 19

Schulen

  • Fritz-Reuter-Grundschule, Hermannstraße 9
  • Schulzentrum Kühlungsborn, Verbundene Regionale Schule und Gymnasium, Neue Reihe 73a

Sozialeinrichtungen

  • AWO Kinderheim „Min to Hus“
  • AWO Sozialstation Hauskrankenpflege
  • AWO „Kita Bummi“
  • Iduna Seniorenwohn- und Pflegeheim
  • Jugendzentrum, Zur Asbeck 10
  • Ostseeklinik Kühlungsborn
  • Mutter-Kind-Klinik „Godetiet“
  • Mutter-Kind-Kurhaus „Strandpark“
  • Mutter-Kind-Kurklinik „Stella Maris“

Vereine

  • Fremdenverkehrsverein Ostseebad Kühlungsborn
  • Heimatverein Heimatfreunde Kühlungsborn
  • Heimatverein Plattsnacker
  • Kunstverein Kühlungsborn
  • Verein zur Traditionspflege des Molli
  • Fischerverein Kühlungsborn
  • Yachthafenverein Kühlungsborn

Sport

Der Fußballverein FSV Kühlungsborn spielt in der Saison 2021/22 in der sechstklassigen Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Hans-Dieter Raspe (* 1937), Politiker (LDPD)
  • Egon Henninger (* 1940), Schwimmsportler
  • Eckhard Creutz (* 1943), Stadtdirektor
  • Christine Heinze (* 1949), Schauspielerin
  • Wolfgang Millgramm (* 1954), Opernsänger
  • Cornelia Rickert (* 1954), Volleyballspielerin
  • Jörg Kubiessa (* 1964 oder 1965), Landespolizeipräsident von Sachsen
  • Gunnar Decker (* 1965), Buchautor
  • Kathrin Spoerr (* 1965), Journalistin
  • Jean Maesér (* 1966), Schauspieler
  • Anja Pyritz (* 1970), Ruderin
  • Dana Pyritz (* 1970), Ruderin
  • Katy Hoffmeister (* 1973), Politikerin (CDU), Justizministerin von Mecklenburg-Vorpommern
  • Karsten Ganschow (* 1978), Handballspieler
  • Dirk Reichl (1981–2005), Radsportler
  • Marco Vorbeck (* 1981), Fußballspieler
  • Susann Utes (* 1991), Fußballspielerin

Mit Kühlungsborn verbundene Persönlichkeiten

  • Babette von Bülow (1850–1927), Schriftstellerin, in Arendsee gestorben
  • Friedrich Bronsart von Schellendorf (1864–1950), preußischer General, lebte seit 1919 in Brunshaupten
  • Heinrich Schreiber (1864–1936), Gemeindepfarrer von Brunshaupten
  • Arnold Lyongrün (1871–1935), Maler, häufige Aufenthalte in Kühlungsborn, bei denen zahlreiche Ölgemälde der Ostsee entstanden sind
  • Ernst August Lauter (1920–1984), Physiker, Leiter des Observatoriums für Ionosphärenforschung Kühlungsborn (OIF) - später OAF
  • Rudolf Bartelmann (1921–2003), Inhaber des Kaufhauses Bartelmann, Ortschronist
  • Fritz Uhlig (1925–2019), ab 1964 Leiter des Feriendienstes der Gewerkschaften
  • Günther Scharfenberg (1930–2019), Diplomat der DDR, lebte in Kühlungsborn
  • Klaus Praefcke (1933–2013), Chemiker, in Kühlungsborn aufgewachsen
  • Siegfried Akkermann (* 1935), Arzt, Publizist, seit 1944 in Kühlungsborn aufgewachsen
  • Dietrich Becker (* 1940), Maler, lebte in Kühlungsborn
  • Romy Hiller (* 1981), Journalistin, wuchs in Kühlungsborn auf

Lokale antisemitische Ressentiments während und vor der NS-Zeit

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurden in den Ostseebädern der Region judenfeindliche Vorfälle publik (siehe auch Bäder-Antisemitismus). Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurden in einer Beilage der jüdischen CV-Zeitung vom 8. Mai 1931 Gasthäuser aufgeführt, deren Besuch für jüdische Mitbürger nicht zu empfehlen sei. Der Inhabers eines Beherbergungsbetriebes soll geäußert haben: „Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass ich Mitglied der Deutschvölkischen Freiheitspartei bin, und da Sie Jüdin sind, werden wir nicht miteinander fertig werden.“

Die 1912 erbaute Villa des jüdischen Justizrats Wilhelm Hausmann (1856–1921) – heute als Villa Baltic bezeichnet – brachte seine Witwe in die neu gegründete Akademische Gesellschaft Hausmann-Stiftung Arendsee ein, die durch die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin als Erholungs- und Tagungsort für jüdische Akademiker streng nach Ritual geführt wurde. Einige Monate nach der Eröffnung wurde die Villa Hausmann das Ziel von Hetzkampagnen, sie wurde zum Beispiel als Judenschloss am Meer oder jüdischer Marmorpalast bezeichnet. Die Zentrale des Bundes Deutscher Verkehrsverbände und Bäder e.V. forderte im Februar 1934 alle Landesverbände und Bäder dazu auf, nichtarische Badeärzte auszugrenzen. Da in den beiden Bädern Arendsee und Brunshaupten keine jüdischen Badeärzte praktizierten, hatten diese Maßnahmen keinen Einfluss. Die Stimmung gegen jüdische Badegäste wurde durch regionale nationalsozialistische Führer und durch die Propaganda der NSDAP angeheizt. Die Ausgrenzung dieser Badegäste nahm ab etwa 1934 stark zu.

Der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens stellte Ende 1935 fest, „dass den Juden der Aufenthalt an der Nord- und Ostseeküste durch Beschlüsse der örtlichen Kurverwaltungen und durch entsprechende Beschilderung faktisch verwehrt sei“. In einer Schlagzeile des Niederdeutschen Beobachters vom 7. Juli 1935 hieß es: „Arendsee wird judenrein“.

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