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Wismar
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Hansestadt Wismar
Am Markt 1
23966 Wismar

http://www.wismar.de

Wismar

160pxAbb. 1 Wappen von Wismar
Basisdaten
Bundesland Mecklenburg-Vorpommern
Höhe 13 m
PLZ 23966, 23968, 23970
Vorwahl 03841
Adresse der Verwaltung Am Markt 1
23966 Wismar
Website www.wismar.de
Bürgermeister Thomas Beyer (SPD)

Die Hansestadt Wismar liegt an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns am südlichen Ende der durch die Insel Poel geschützten Wismarer Bucht.

Wismar war früh Mitglied der Hanse und prosperierte im Spätmittelalter, was noch heute im Stadtbild sichtbar ist. Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam Wismar unter schwedische Herrschaft, die im Jahr 1803 (de jure 1903) endete. Fortan gehörte die Stadt zu Mecklenburg-Schwerin. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt durch Bombenangriffe schwer getroffen.

Wismar ist seit der Kreisgebietsreform 2011 Kreisstadt des Landkreises Nordwestmecklenburg, die sechstgrößte Stadt und eines der 18 Mittelzentren des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

2002 wurden die Altstädte von Wismar und Stralsund als Historische Altstädte Stralsund und Wismar in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

Geografie

Die Stadt liegt an der Südspitze der gleichnamigen Wismarer Bucht an der Ostsee. Hier münden der Bach Köppernitz und die im Gründungsjahrhundert künstlich geschaffene Stadtgrube, gespeist aus dem Mühlenteich, in die Hafenbecken zur Ostsee. Der 1577 von Tilemann Stella, dem herzoglichen Hofbaumeister, begonnene Kanalausbau, zunächst Viechelnsche Fahrt genannt (erst ab dem 19. Jahrhundert bürgerte sich der Name Wallensteingraben ein), fließt östlich der Altstadt in die Ostsee. Der Kanal hatte einen Höhenunterschied von 38 Metern zu überwinden und erwies sich als unwirtschaftlich und versandete in der Folge. Trotzdem bestehen bis heute Kanalpläne, zuletzt 2008 durch eine Machbarkeitsstudie, die die Kreisverwaltung des Landkreises Nordwestmecklenburg in Auftrag geben wollte. Doch die notwendigen Mittel zum Bau und Unterhalt der umstrittenen Wasserstraße zur Ostsee fehlten. Im Stadtgebiet befinden sich mehrere kleinere und zwei größere stehende Gewässer, der Mühlenteich und der Viereggenhöfer Teich.

Stadtgliederung

Wismar ist in acht Stadtteile gegliedert, die jeweils in Stadtteilbezirke unterteilt sind:

  • Altstadt mit dem Stadtteilbezirk Altstadt
  • Wismar Nord mit den Stadtteilbezirken Fischkaten, Redentin, Müggenburg, Eiserne Hand, Schwanzenbusch, Haffeld Süd und Haffeld Nord
  • Wismar Ost mit den Stadtteilbezirken Wismar Ost und Kagenmarkt
  • Dargetzow mit den Stadtteilbezirken Dargetzow, Kritzowburg und Groß Flöte
  • Wismar Süd mit den Stadtteilbezirken Wismar Süd, Kluß und Rothentor
  • Friedenshof mit den Stadtteilbezirken Friedenshof und Dammhusen
  • Wismar West mit den Stadtteilbezirken Burgwall, Weidendamm, Köpernitztal und Lübsche Burg
  • Wendorf mit den Stadtteilbezirken Wendorf, Hinter Wendorf, Hoben und Insel Walfisch

Klima

Der Jahresniederschlag liegt bei 599 mm und ist damit vergleichsweise niedrig, da er in das untere Viertel der in Deutschland erfassten Werte fällt. An 21 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, der meiste Niederschlag fällt im Juli und zwar doppelt so viel wie im Februar. Die Niederschläge variieren wenig. An nur elf Prozent der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte

Name

Wismar wurde früher u.a. Wismaria, Visemêr, Wismar (1147, 1167), Wyssemaria (1229) oder Wismaria (1237) genannt.
Der Name der Stadt ist nicht eindeutig und soll sich vom Namen des östlich der Stadt gelegenen Baches der aqua Wisemaraa ableiten.
Die vermutete Ansiedlung Alt Wismar (Urkunde von 1167) kann später in die neue Stadt aufgegangen sein.

Seit 1990 trägt die Stadt wieder den Namenszusatz Hansestadt.

Stadtgründung

Die Region um Wismar ist jahrtausendealtes Besiedlungsgebiet. Nach dem Abzug der Germanen in der Völkerwanderung lebten hier bis zum Ende des 12. Jahrhunderts wendische oder slawische Obodriten.

Die Stadtgründung, geschätzt auf 1226, geht vermutlich auf den Fürsten Heinrich Borwin I. zurück. 1229 wurde die Stadt Wismar erstmals urkundlich erwähnt. Die hier angesiedelten Menschen stammten – ihren Familiennamen nach – wohl aus Holstein, Westfalen, Niedersachsen und der Mark. Kurz darauf wurde in Wismar das Lübische Stadtrecht eingeführt, 1266 bestätigt. Die einzelnen Siedlungen um St. Marien und St. Nikolai wuchsen bis 1238 zusammen. Durch den Zuzug von Siedlern kam ab 1250 die Neustadt um St. Georgen hinzu. Wismar war Sitz der Bettelorden Franziskaner (1251/1252) und Dominikaner (1292/1293). 1276 war die erste Siedlungsphase beendet. Wismar errichtete eine alle Viertel umschließende Stadtmauer, deren Lage auch heute die Begrenzung der Altstadt darstellt.

Hansezeit

Am 6. September 1259 trafen sich in Wismar die Gesandten aus Lübeck und Rostock, um einen Schutzvertrag gegen die zunehmende Seeräuberei zu schließen; für Wismar der Beginn der Hansezeit. 1280 bildete Wismar an der Hansischen Ostseestraße zusammen mit Stralsund, Rostock, Lübeck und Hamburg den Wendischen Städtebund. Die Stadt wurde im Mittelalter ein wichtiges Mitglied der Hanse. Von 1238 bis 1250 entstand die Wismarer Neustadt und Wismar erreichte seine bis ins 18. Jahrhundert gültige Ausdehnung.

Fürst Johann I. von Mecklenburg verlegte 1257 seine Residenz von der Burg Mecklenburg auf den Weberkamp vor der Stadt und Wismar blieb bis 1358 ihre Residenzstadt. 1259 schlossen sich die Städte Rostock, Lübeck und Wismar zusammen, um gemeinsam gegen die Seeräuber zu kämpfen. Der 1283 folgenden Rostocker Landfrieden stabilisierte die Zusammenarbeit der Hansestädte. 1267 war der erste große Stadtbrand und der Wiederaufbau erfolgte mit vielen Backsteinhäusern.Nach einem Aufstand von 1310 gegen Henrich II. von Mecklenburg musste sich Wismar 1311 dem Herzog unterwerfen.

1350 starben etwa 2000 Einwohner am Schwarzen Tod. In den kriegerischen Auseinandersetzungen der Hanse mit Dänemark stand Wismar mit den Städten des Wendischen Viertels. Nach dem Frieden von Stralsund besuchte Kaiser Karl IV. 1375 die Stadt.

Anfang des 15. Jahrhunderts begehrten die Handwerksämter unter ihrem Anführer Claus Jesup auf und setzten einen Neuen Rat ein, der sich gegen das Patriziat und die Fernhändler jedoch dauerhaft nicht halten konnte. Die Unruhen eskalierten 1427 nach der Niederlage der hansischen Flotte erneut, und in Wismar wurden der Flottenführer wie auch der Bürgermeister Johann Bantzkow auf dem Richtblock des Marktplatzes hingerichtet.

Die Reformation ging in Wismar von den Franziskanern aus. Der Mönch des Grauen Klosters Heinrich Never übernahm frühzeitig die neue lutherische Lehre. Das Graue Kloster wurde um 1540 zur Schule und dann zur Lateinschule.

Der Kanalbau der Viechelner Fahrt, heute Wallensteingraben genannt, konnte 1594 als Wasserstraße zum Schweriner See und zur Elbe in Betrieb genommen werden und er verfiel kurz darauf.

Schwedenzeit

Im Dreißigjährigen Krieg eroberte 1632 Schweden die Stadt, die im Westfälischen Frieden 1648 als kaiserliches Lehen an die schwedische Krone fiel. Ab 1653 war die Stadt Sitz des Obertribunals.

Im Schonischen Krieg wurde 1675 Wismar von den Dänen erobert und bis November 1680 besetzt; danach war Wismar wieder ein Teil Schwedens, die es zu einer der stärksten Seefestungen ausbauten.

1711 siegten die Dänen vor der Stadt im Gefecht bei Lübow über die Schweden. Die Stadtbefestigungen konnte nicht erobert werden, wurden aber nach der schwedischen Niederlage im Nordischen Krieg wieder geschleift, nachdem das belagerte Wismar 1716 im Pommernfeldzug 1715/1716 von preußisch-dänischen Truppen eingenommen worden war.

Die schwedische Herrschaft über Wismar endete de facto 1803, als Schweden die Stadt mit dem Malmöer Pfandvertrag für 99 Jahre an das Herzogtum Mecklenburg-Schwerin verpfändete. Formal fiel Wismar 1903 an Deutschland zurück und Schweden verzichtete auf die Einlösung des Pfandes. Wismar feiert deshalb jährlich das Schwedenfest.

Von 1803 bis 1933

Ab 1806 besetzten napoleonischen Truppen Mecklenburg und Wismar und zogen 1813 wieder ab.

Wirtschaftlich geschwächt durch Schweden- und Besetzungszeiten verfielen die Bauten; Schifffahrt, Brauerei und Handel erlebten einen Niedergang. Das Wismarer Rathaus von 1350 stürzte 1807 ein; 1819 entstand der Neubau. Der Einfuhrzoll blieb bis 1864 erhalten, als Mecklenburg dem Norddeutschen Bund beitrat.

Ab 1815 wurde mit der Anlage des Lindengartens begonnen. 1816 fand in Wismar das erste mecklenburgische Musikfest mit der Aufführung des Joseph-Haydn-Oratoriums Die Schöpfung in St. Nikolai statt. Daraus entwickelte sich der 1818 gegründete zweitälteste Musikverein Deutschlands.1821 wurde das Hammersche Badeschiff in Wendorf eingeweiht. Bis 1850 war diese Attraktion in Betrieb.1825 nahm die städtische „Ersparniß-Anstalt“ im Rathaus ihren Betrieb auf. 1831 entstand der Friedhof vor dem Mecklenburger Tor.1842 fand die Eröffnung des Theaters an der Mecklenburger Straße statt, das 1948 abbrannte.
Die erste gepflasterte Straße nach Schwerin entstand 1834; die nach Brüel 1844; danach folgten 1846 die Straße nach Kröpelin und 1847 nach Lübeck.

1862 wurde im Hafen der erste Speicher und 1888 das neue großherzogliche Zollamt errichtet.Der Alte Hafen von um 1775 konnte bis 1893 um den Neuen Hafen sowie ab 1909 um den Holzhafen und dem Westhafen ergänzt werden. 1927 entstand das Seegrenzschlachthaus. Die neuen Speicher, der Löwe-Speicher von 1935, der hohe Ohlerich-Speicher von 1938 und der Kruse-Speicher von 1940, sollten den Getreidetransport beleben, jedoch stagnierten die Umschläge erheblich. Das im Krieg beschädigte Seegrenzschlachthaus musste 1951 demontiert werden. Die Schwedenköpfe in der Hafeneinfahrt wurden 1902 beschädigt, kamen in das Museum und 1903 als Kopien an gleicher Stelle wieder aufgestellt.

1830 kam es auch in Wismar zu Unruhen, als die Julirevolution stattfand. Wismar bekam zwar eine neue Verfassung, aber durch militärisches Eingreifen wurden die Demonstrationen aufgelöst.
1842 entstand eine Lithographischene Anstalt durch den Apotheker Friedrich Ferdinand Carl Wüstney; sie produzierte die bekannten Wismarer Spielkarten.1845 eröffnete der Apotheker Carl Friedrich Framm die Neue Apotheke (heute Hirsch-Apotheke).
1847 fuhr der Raddampfer Obotrit nach Stockholm. 1848 fand eine Zeit lang ein regelmäßiger Fährverkehr nach Kopenhagen statt.
Das mecklenburgische Schulzwanggesetz war 1855 in Wismar verbindlich. Nach 400 Jahren entstand wieder eine Schule.
Die städtische und freiwillige Feuerwehr nahm 1859 ihren Betrieb auf.Wismar ist seit 1820 Garnisonsstadt. 1851 wurde vor dem Altwismartor ein neues Militärlazarett fertiggestellt (heute Sitz der Polizeiinspektion Wismar). Die ersten Quartierhäuser (Kasernen) entstanden 1881 und 1882.

1836 gegründete sich ein Eisenbahnkomitee, aber erst 1848 erhielt Wismar Anschluss an das Eisenbahnnetz und 1857 seinen Bahnhof.1848 entstand die Eisenbahnstrecke nach Schwerin, 1883 die nach Rostock und 1887 nach Karow.
1881 eröffnete Rudolph Karstadt in Wismar sein erstes Tuchgeschäft und legte damit den Grundstock für die heutige Warenhauskette Karstadt. 1908 errichtete er in Wismar sein erstes Kaufhaus.
Von 1869 bis 1904 erfolgte der Abriss der Stadtmauer, Wehrtürme und Stadttore. Mauerrest, ein Wehrturm und das Wassertor blieben erhalten. Die Post bekam 1888 ihr noch heute benutztes Gebäude.
Wismar hatte 1350 seine jüdischen Mitbewohner der Stadt verwiesen. 1867 beschloss Wismar, dass Juden ungehinderten Zugang und Zuzug zur Stadt haben.

1870 eröffnete Heinrich Podeus die Wismarer Kohlenhandelsgesellschaft und kaufte 1879 die Eisengießerei und Maschinenfabrik Crull & Co. von 1853, die 1895 200 Beschäftigte hatte. 1884 kam ein Säge- und Hobelwerk hinzu und eine Dampfschifffahrtsgesellschaft, die 1905 zehn Schraubendampfer besaß. 1893 gründete Podeus eine Eisenbahnversuchsanstalt, die ab 1894 als Waggonfabrik firmierte (1911 Aktiengesellschaft). Der 1892 auf die Initiative von Podeus gegründete Wismarer Kanalbauvereine wollte den nicht vollendeten Kanales vom Schweriner See an die Ostsee bewirken. 1902 entstand die Podeus’sche Maschinenfabrik andere Werke wurden ausgebaut. Es arbeiteten in den Podeus’schen Unternehmen bis zu 1600 Mitarbeiter. Die Unternehmungen mussten in der Weltwirtschaftskrise liquidiert werden.

Die Zuckerfabrik stammt von 1889, der Schlachthof von 1888.1897 kam die erste Leitung der Wasserversorgung und ein Wasserwerk mit Wasserturm der bis 1929 in Betrieb blieb.

1933 bis 1945

1933 entstand der Landkreis Wismar; die Stadt Wismar blieb kreisfrei.

Seit der Zeit des Nationalsozialismus wurden politische Gegner und Juden verfolgt. Der in der Bevölkerung beliebte jüdische Arzt Leopold Liebenthal starb drei Wochen nach dem Novemberpogrom 1938. Während des Zweiten Weltkrieges mussten Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den besetzten Ländern rüstungswichtige Zwangsarbeit verrichten, u. a. in der Triebwagen- und Waggonfabrik und den Dornier-Flugzeugwerken. 36 Opfer der Zwangsarbeit sind auf dem Friedhof an der Schweriner Straße begraben.1933 übernahmen die Dornier-Werke aus Friedrichshafen zunächst Teile der ehemaligen Podeuswerke. 1934 begann der Aufbau der Fertigungshallen. 1936 arbeiteten bei Dornier in Wismar 1908 Menschen, 1937 waren es 3000 und 1944 schließlich 4437 Beschäftigte. Diese Dornierwerke wurden nach dem Zweiten Weltkrieg enteignet (heute befindet sich hier die Schottel GmbH, die Schiffsantriebe herstellt).

Während des Krieges fanden zwölf Luftangriffe statt, bei denen 460 Tonnen Bomben fielen. Einige historische Gebäude wurden schwer beschädigt oder zerstört wie die Georgenkirche, die Marienkirche und das umgebende gotische Viertel. Wismars Besetzung begann am 2. Mai 1945 durch britische und kanadische Truppen.

1945 bis heute

Im Juli 1945 zog die Rote Armee in Wismar ein. Die Regierung der DDR ließ die Ruinen des Kirchenschiffs der Marienkirche 1960 sprengen.Es entstanden insbesondere von 1949 bis 1990 viele Erinnerungsstätten zum erlittenen Unrecht und zum Gedenken an begangene Gräueltaten (siehe Liste im Hauptartikel Geschichte der Hansestadt Wismar#Von 1945 bis heute).

1961 schlossen Stadt und evangelische Kirche einen Vertrag über die ''Geistlichen Hebungen'' ab. Danach trat die Kirche Grundbesitz in und außerhalb Wismars an ein Treuhandvermögen der Stadt ab. Die Kirchengebäude verblieben zunächst bis 1987 im Eigentum der Kirche. Die Stadt verpflichtete sich zur Durchführung umfangreicher Baumaßnahmen an den Kirchen, hielt ihre Verpflichtungen jedoch nicht ein. 2008 wurden die Kirchengebäude Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen als Eigentum der Stadt zugeordnet. Die Stadt hat 2010 eine Stadtkirchenstiftung zu Wismar errichtet.

Wismar, nach 1945 zweiter Hafen der DDR, spezialisierte sich auf den Umschlag von Massengütern. Die Werftindustrie geht auf die Gründung eines Schiffsreparaturbetriebes der Roten Armee zurück. Wismars Hafen beherbergt heute eines der größten europäischen Holz-Cluster Europas. Die Werft gehört mit der neuen Schiffbauhalle zu den modernsten ihrer Art.

Seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 wurde Wismars historischer Stadtkern im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert. Seit 2002 gehört Wismars Altstadt zusammen mit Stralsund zum UNESCO-Weltkulturerbe mit dem Namen Historische Altstädte Stralsund und Wismar. Wismar gründete zusammen mit Stralsund die Deutsche Stiftung Welterbe.

Mit der Kreisgebietsreform Mecklenburg-Vorpommern 2011 wurde Wismar Teil und Kreisverwaltungssitz des Landkreises Nordwestmecklenburg.

Bevölkerungsentwicklung

Im Jahre 1989 erreichte die Bevölkerungszahl der Stadt Wismar mit über 58.000 ihren historischen Höchststand. Inzwischen ist die Einwohnerzahl jedoch wieder stark gesunken. Seit der Wende in der DDR hat die Stadt wegen einigen Jahren hoher Arbeitslosigkeit und des Geburtenrückgangs bis 2005 etwa 13.000 Einwohner verloren. Ende September 2005 lebten in Wismar nach Fortschreibung des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern 45.502 Menschen mit Hauptwohnsitz.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelte es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (1) oder amtliche Fortschreibungen der statistischen Ämter und der Stadtverwaltung selbst. Die Einwohner waren überwiegend evangelisch. Im Jahr 1905 befanden sich unter den 21.902 Einwohnern 400 Katholiken und 32 Juden.

Jahr Einwohner
1300 5.000
1632 3.000
1799 6.000
1818 6.700
27. November 1830 1 10.560
29. November 1840 1 11.427
30. November 1850 1 12.975
1. Dezember 1860 1 13.253
1. Dezember 1871 1 14.068
1. Dezember 1875 1 14.462
1. Dezember 1880 1 15.518
1. Dezember 1885 1 15.797
1. Dezember 1890 1 16.787
2. Dezember 1895 1 17.809
1. Dezember 1900 1 20.222
1. Dezember 1905 1 21.902 einschl.
Garnison
1. Dezember 1910 1 24.378
Jahr Einwohner
1. Dezember 1916 1 21.513
5. Dezember 1917 1 21.819
8. Oktober 1919 1 25.201
16. Juni 1925 1 26.016
16. Juni 1933 1 27.493
17. Mai 1939 1 36.054
1. Dezember 1945 1 37.832
29. Oktober 1946 1 42.018
31. August 1950 1 47.786
31. Dezember 1955 54.834
31. Dezember 1960 55.400
31. Dezember 1964 1 55.067
1. Januar 1971 1 56.287
31. Dezember 1975 56.811
31. Dezember 1981 1 57.718
31. Dezember 1985 57.465
31. Dezember 1988 58.058
Jahr Einwohner
31. Dezember 1990 55.509
31. Dezember 1995 50.368
31. Dezember 2000 47.031
31. Dezember 2005 45.391
31. Dezember 2010 44.397
31. Dezember 2011 44.057
31. Dezember 2013 42.219
31. Dezember 2014 42.392
1 Volkszählungsergebnis

Politik

Bürgerschaft

Die Stadtvertreterversammlung trägt auf Grund ihrer hanseatischen Tradition den Namen Bürgerschaft. Vorsitzender ist der Präsident der Bürgerschaft. Die Bürgerschaft besteht aus 37 Sitzen, von denen nach der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 lediglich 36 besetzt wurden, da ein Einzelbewerber Stimmen für zwei Sitze erringen konnte. Die SPD stellt 13 Sitze, die CDU 8, die Die Linke 7, die FDP 4 und die Bürgerfraktion 3 Sitze. Ein weiterer Sitz ging an den Einzelbewerber Wilfried Boldt. Am 8. Juni 2010 traten der Präsident der Bürgerschaft, Gerd Zielenkiewitz, und drei weitere Mitglieder aus der SPD-Fraktion in Wismar aus und gründeten die neue Fraktion Für Wismar. Die SPD-Fraktion verfügt somit nur noch über neun Mandate. Bei den Kommunalwahlen 2014 wurde die SPD mit 11 Mandaten stärkste Fraktion und stellt mit dem Landtagsabgeordneten Tilo Gundlack (SPD) seit dem 26. Juni 2014 den Präsidenten der Bürgerschaft.

Bürgermeister und Oberbürgermeister

Seit dem 17. Juli 2010 ist Thomas Beyer (SPD) Bürgermeister von Wismar als Nachfolger von Rosemarie Wilcken (SPD).

Wappen

Das Wappen wurde 1994 durch das Innenministerium anerkannt.

Wappenbeschreibung: „Das Wappen zeigt in Silber über blauem Wellschildfuß, darin drei (2:1) silberne Fische, die oberen zugewendet, der untere nach links gekehrt, eine nach links schwimmende rote Kogge mit zwei silbernen Streifen längs der Deckslinie, goldbeschlagenem Ruder und goldenem Bugspriet; am Mast eine goldene Tatzenkreuzspitze, darunter eine nach links wehende, zweimal von Silber und Rot längsgestreifte Flagge, ein goldener Mastkorb und ein goldener Schild, dieser belegt mit einem herschauenden schwarzen Stierkopf mit silbernen Hörnern, goldener Krone, geöffnetem Maul, ausgeschlagener roter Zunge und abgerissenem Halsfell, das bogenförmig ausgeschnitten ist und sieben Spitzen zeigt; auf dem Bug der Kogge eine nach links gekehrte widersehende natürliche Möwe.“

Über das Signet heißt es: „Das frühere, ehemalige Wappen der Stadt Wismar – gespalten, rechts in Gold ein halber herschauender schwarzer Stierkopf mit silbernen Hörnern, goldener Krone, geöffnetem Maul, ausgeschlagener roter Zunge und abgerissenem Halsfell am Spalt; links vier Querbänder gleicher Breite von Silber und Rot – darf als Wappenzeichen (Signet) weiterverwendet werden“.

Flagge

Die Farben der Hansestadt Wismar sind laut gültiger Hauptsatzung der Bürgerschaft Silber (Weiß)-Rot. Die Flagge der Hansestadt Wismar zeigt die Stadtfarben abwechselnd in sechs Längsstreifen gleicher Breite.

Ursprünglich war dies im Mittelalter die Seeflagge der Wismarer Schiffe und die Stadtflagge hatte mit den gleichen Farben jedoch nur vier Streifen, was sich auch im offiziellen Wappen der Stadt widerspiegelt.

Städtepartnerschaften

Wismar unterhält Städtepartnerschaften mit Kemi in Finnland seit 1959, Lübeck in Schleswig-Holstein seit 1987, Calais in Frankreich seit 1966, Aalborg in Dänemark seit 1961 und Kalmar in Schweden seit 2002. Außerdem besteht eine Städtefreundschaft mit Halden in Norwegen seit 1991.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Als Weltkulturerbe steht die Hansestadt seit Mai 2002 zusammen mit der Altstadt der Hansestadt Stralsund unter dem besonderen Schutz der UNESCO.

Marktplatz und Umgebung

Der 100 mal 100 Meter große Marktplatz ist einer der größten Norddeutschlands. Auf ihm befindet sich ein Wahrzeichen der Stadt, die Wismarer Wasserkunst von 1602 im Renaissancestil.

Am Markt stehen

  • das klassizistische Rathaus von 1819 mit einer vorläufigen Dauerausstellung mit Exponaten zur Stadtgeschichte im Kellergewölbe
  • das backsteingotische Bürgerhaus ''Alter Schwede''

In der Umgebung des Marktes verdienen die zahlreichen hervorragend sanierten Straßenzüge mit mittelalterlichen bis klassizistischen Giebelhäusern Beachtung. Hinter dem Rathaus am Rudolph-Karstadt-Platz in der Fußgängerzone befindet sich das Stammhaus des Warenhauskonzerns Karstadt. Das Gebäude in seiner heutigen Erscheinung stammt aus dem Jahr 1908, Umbau 1931. Sehenswert ist das historische Treppenhaus und das kleine Museum im Erdgeschoss.

Bemerkenswert ist der Fürstenhof aus der Backsteinrenaissance, reich verziert mit Terrakotten aus der Werkstatt des Lübecker Künstlers Statius von Düren. Im Fürstenhof befindet sich heute das örtliche Amtsgericht.

Kirchen

Die Innenstadtkirchen sind Zeugnisse der Backsteingotik:

Von den drei gotischen Hauptkirchen (Nikolaikirche, Georgenkirche und Marienkirche) war am Ende des Zweiten Weltkriegs nur noch die Nikolaikirche weitgehend erhalten. Die anderen beiden großen Stadtkirchen waren durch Fliegerbomben schwer beschädigt.

  • Die Nikolaikirche wurde als dreischiffige Basilika von 1381 bis 1487 als Kirche der Seefahrer und Fischer erbaut. Charakteristisches Merkmal ist das Kirchenschiff, das zu den höchsten Deutschlands gehört. In der Kirche ist u. a. der aus der Marienkirche stammende Taufkessel von 1337 ausgestellt.
  • Durch Luftminen wurde das Kirchenschiff von St. Marien sehr stark zerstört. Der Turm blieb dabei erhalten. 1960 wurde die Ruine des Kirchenschiffs gesprengt. Im Turm, der auch als Seezeichen diente, findet aktuell die Ausstellung Wege zur Backsteingotik statt.
  • St. Georgen wurde seit der Wiedervereinigung wieder aufgebaut, im Mai 2010 fand ein vorläufiger Abschluss der Rekonstruktionsarbeiten mit einem Festakt statt.
  • Die Heiligen-Geist-Kirche stammt aus dem 14. Jahrhundert. Die gut erhaltene Kirche ist Hauptbau des Heiligen-Geist-Hospitales in der Lübschen Straße.
  • Die katholische Laurentiuskirche wurde 1901/02 im neuromanischen Stil errichtet.
  • Die Neue Kirche wurde als evangelische Notkirche 1951 neben der schwer bombenbeschädigten Marienkirche errichtet.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Unweit der Nicolaikirche befindet sich das Stadtgeschichtliche Museum der Hansestadt Wismar im bauhistorisch bedeutsamen Schabbellhaus. Diese Ausstellungsflächen bleiben voraussichtlich bis 2015 infolge umfangreicher Umbaumaßnahmen für den Besucherverkehr geschlossen. Das Welt-Erbe-Haus ist ein denkmalgeschütztes Dielenhaus aus dem 14. Jahrhundert. Seit Juni 2014 befindet sich dort eine Ausstellung zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Interessant sind auch der historische Alte Hafen mit dem Wassertor, dem letzten erhaltenen Stadttor Wismars (von ursprünglich fünf Toren) und der südlichen Ostseeküste, dem so genannten Gewölbe und dem Nachbau der Poeler Kogge, deren Heimathafen der Wismarer Alte Hafen ist. Dort befindet sich auch das Baumhaus mit zwei Repliken der Schwedenköpfe, Wismars Wahrzeichen, vor dem Hauseingang.

Ebenfalls zu den mittelalterlichen Zeugen der Hansestadt gehört der Alte Wasserturm, der letzte erhaltene Wehrturm der Stadtbefestigung, der 1685 zum Wasserturm ausgebaut wurde. Südlich des Turmes befindet sich der Lindengarten, eine aus Spenden finanzierte Grünanlage. Von 1897 stammt der Wasserturm am Turnplatz, ein 28 Meter hoher, neogotischer Backsteinturm.

Außerhalb der Altstadt ist das Ensemble der Landesgartenschau von 2002 mit Aussichtsturm sehenswert sowie der Tierpark und das Technische Landesmuseum.

Derzeit finden archäologische Grabungen in der Alten Schule statt, sie dienen dem Ziel der Bausicherung und des Wiederaufbaus.

Kino

  • Kulturzentrum Tikozigalpa mit dem Kino im Tikozigalpa als Vertretung des Landesverbandes Filmkommunikation Mecklenburg-Vorpommern, mit wöchentlichen Programmkinovorführungen, sowie einer Vereinskneipe und Veranstaltungsräumen für zahlreichen Musik- und Bildungsveranstaltungen. Das Tikozigalpa ist eine ehrenamtliche Initiative und besteht seit 1997.

Musik

Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern sind in Wismar an mehreren Spielstätten zu Gast. Neben der Georgenkirche sind dies die Heiligen-Geist-Kirche und der alte Hafen. Hier fanden bisher Open-Air-Konzerte neben den historischen Speichern statt.

In den Kirchen Wismars ist die Wismarer Kantorei aktiv. Sie wurde 1975 gegründet und leistet Chorarbeit mit einem Erwachsenenchor, mehreren Gemeindechören, einem Jugendchor und dem Kinderchor. Im evangelischen Kindergarten wird musikalischer. Ergänzend zum Chor ist das Instrumentalensemble Collegium musicum in die Aufführungen einbezogen.

An der Musikschule wurde 1996 die Bigband Wismar gegründet. Die Bandmitglieder sind zum Großteil Musikschüler, die jedoch oft von ehemaligen Mitgliedern unterstützt werden. Zu den jährlichen Höhepunkten zählen neben diversen Konzerten und Probenlagern unter anderem auch der internationale Neubrandenburger Jugendbigbandworkshop. Die Bigband hat an diversen Wettbewerben, wie dem Deutschen Orchesterwettbewerb, dem Skoda-Jazz-Cup Berlin und dem Jugend jazzt teilgenommen.

Das CampusOpenAir Wismar findet seit dem Jahr 2000 in der Hansestadt statt. Bands wie Revolverheld (2005), Blumentopf und Clueso (2006), Culcha Candela und Dog Eat Dog (2007), Donots, Das Bo und MIA. (2008) sowie Fotos, Dendemann, Virginia Jetzt! und Thomas D (2009) füllten bereits den Wismarer Campus mit bis zu 8000 Gästen (2008). Am 25. September 2010, zum 10. CampusOpenAir Wismar, traten The BossHoss, Samy Deluxe, Tele, The Sonic Boom Foundation und I’m Not A Band auf. Das Festival findet traditionell nach der ersten Woche des Wintersemesters (Ende September) statt, wird komplett ehrenamtlich vom allgemeinen Studierendenausschuss der Hochschule Wismar organisiert und ist eines der größten studentischen Musikfestivals in Norddeutschland.

Jeweils im Juli findet in Kooperation mit der CIOFF-Organisation das Internationale Folklorefestival Wismar statt, im Jahr 2015 ist es bereits die 13. Ausgabe. Dort treten Tanz-, Sport-, Trachten- und Musikgruppen aus allen Erdteilen auf und präsentieren zwischen Marktplatz, Altem Hafen und Theater ein vielfältiges Programm.

Wirtschaft und Verkehr

Wirtschaft

Nordic Yards ist einer der größten Arbeitgeber Wismars. Die Schiffsbauwerft beschäftigt etwa 600 Mitarbeiter, einen Teil davon in einem der größten überdachten Trockendocks Deutschlands, das mit 72 m Höhe und 395 m Länge mit zum Stadtbild beiträgt.

Im Stadtgebiet Haffeld (Wismar-Nord) besitzt die Hansestadt eines der modernsten Holzverarbeitungszentren Europas. Dort sind Ilim Nordic Timber, Egger Holzwerkstoffe Wismar, German Pellets sowie der Brettschichtholzhersteller Hüttemann Wismar angesiedelt. Auf dem Areal sind rund 1000 Arbeitsplätze entstanden.

Schon seit 2001 forscht, entwickelt und produziert die zur Centrosolar-Gruppe gehörende SOLARA Sonnenstromfabrik Wismar im Bereich der Photovoltaik. Zum Programm gehören sowohl PV-Netzverbundanlagen als auch PV-Inselsysteme. Im März 2008 wurde ein neues Fertigungswerk errichtet. Hier werden jährlich von rund 360 Mitarbeitern Solarmodule im Wert von 400 Millionen Euro hergestellt.

In der Stadt befindet sich das Stammhaus von Karstadt. Im Jahr 1881 eröffnete Rudolph Karstadt hier sein erstes Tuchgeschäft.

Hafenanlagen

Seehafen

Wismar besitzt einen Seehafen, der bei bestimmten Nordwind-Wetterlagen für die Region verhältnismäßig hohe Wasserstände zur Folge hat. Der Hafen wurde bereits 1211 urkundlich erwähnt und hat Bedeutung vor allem für Massengüter und massenhafte Stückgüter. Hauptgutarten sind Rund- und Schnittholz, Stahl und Schrott, Torf, Baustoffe und über die Ende der 1990er Jahre komplett neu gebaute Massengutanlage Kali und Salz. Der Hafen bietet insgesamt 15 Liegeplätze mit 2300 Meter Kailänge und zwei Dalbenplätze. Im Jahr 2008 wurde der Hafen von 1300 Seeschiffen angelaufen, mit denen ein Umschlag von 3,46 Millionen Tonnen erfolgte. Im Jahr 2011 wurden 3,2 Mio. t Güter umgeschlagen, was gegenüber dem Wert von 2010 (3,5 Mio. t) einen Rückgang um 8,6 % bedeutet. Der Gesamtumschlag im Hafen von Wismar betrug im Jahr 2014 7,5 Mio. t (2013: 8,6 Mio. t, 2012: 7,8 Mio. t). Betreiber des Seehafens ist die Seehafen Wismar GmbH, an der die Stadt Wismar zu 90 % und das Land Mecklenburg-Vorpommern zu 10 % beteiligt sind. Der Seegüterumschlag lag im Jahr 2015 bei 3,7 Millionen Tonnen.

Wismar bietet seit 2013 mit dem Columbus Cruise Center Wismar (CCCW) ein Kreuzfahrt-Terminal am Liegeplatz Nr. 17 im Überseehafen, das 2013 zweimal von Kreuzfahrtschiffen genutzt wurde. Bis zum Ende der Saison 2014 gab es 12 Anläufe mit 14.000 Passagieren. 2015 werden jedoch nur noch 6  Anläufe erwartet. Für die Vermarktung als auch für die Abfertigung der Kreuzfahrtschiff-Passagiere am Alten Hafen wurde 2012 die Columbus Cruise Center Wismar GmbH als Tochtergesellschaft der Seehafen Wismar GmbH gegründet.

Das Lotswesen im Hafen von Wismar und im vorgelagerten Seegebiet wird von den Mitgliedern der in Warnemünde ansässigen Lotsenbrüderschaft Wismar-Rostock-Stralsund gewährleistet.

Alter Hafen

Der historische Alte Hafen stammt aus der Ära vor Beginn des Industriezeitalters. Er ist wirtschaftlich nicht mehr von Bedeutung; stattdessen stellt er sowohl für Einheimische als auch für Touristen einen der attraktivsten Orte Wismars dar. Er ist Heimathafen der Rekonstruktion der Poeler Kogge und Spielort der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. In seiner Nähe befinden sich Hotels und andere Niederlassungen des Gastronomiegewerbes. Das sogenannte Baumhaus am Alten Hafen verdankt seinen Namen dem Umstand, dass die Hafeneinfahrt früher des Nachts aus Sicherheitsgründen mit Hilfe eines quergelegten langen Baumstamms abgesperrt wurde.

Yachthäfen

Für Segler und Sportbootfahrer bietet Wismar eine attraktive Infrastruktur. Nahe dem Stadtzentrum befinden sich der Alte Hafen mit für größere Yachten geeigneten Kaianlagen, der Westhafen mit vielen Liegenplätzen für Boote aller Größenordnungen und der südlich des Überseehafens gelegene Wasserwanderrastplatz. Nördlich der Werft liegt der wegen des engen Fahrwassers und des beschränkten Tiefgangs nur für kleinere Boote geeignete Seglerhafen. Nordwestlich des Stadtzentrums befindet sich der Yachthafen Wendorf im gleichnamigen Stadtteil.

Seebad Wendorf

Der früher als Seebad Wendorf bekannte, 3,5 Kilometer nördlich von Wismar unmittelbar an der Bucht gelegene Badeort ist von der Stadt als Stadtteil Wendorf eingemeindet worden. Um 1910 bestand Wendorf aus zwei Dörfern und einem Erbpachthof mit insgesamt 240 Einwohnern. Seitdem sind in Wendorf einige Villen sowie zahlreiche Mehrfamilien-Wohnhäuser und Wohnblocks entstanden.

In Strandnähe befindet sich auf einer Anhöhe in einer parkartigen Umgebung ein Hotel, in dem an Wochenenden auch gesellschaftliche Veranstaltungen stattfinden. Der Badestrand ist feinsandig und leicht abfallend, der Wellenschlag gering.

Verkehr

Eisenbahnverkehr

Wismar liegt an den Eisenbahnstrecken Wismar–Rostock und Ludwigslust–Wismar; die Strecke Wismar–Karow wurde 1998 stillgelegt. Der Bahnhof Wismar liegt nordöstlich der Altstadt. Er wird von einer Regional-Express-Linie und zwei Regionalbahn-Linien angefahren:

  • RE 2: Wismar – Bad Kleinen – Schwerin – Ludwigslust – Wittenberge – Berlin Hbf – Lübben – Cottbus (zweistündlich)
  • RB 11: Wismar – Bad Doberan – Rostock – Tessin (stündlich)
  • RB 17: Wismar – Bad Kleinen – Schwerin – Ludwigslust (zweistündlich)

Öffentlicher Personennahverkehr

In unmittelbarer Nähe zum Bahnhof befindet sich der Zentrale Omnibusbahnhof. Hier treffen sich fast alle Stadt- und Regionalbuslinien. Die zentrale Haltestelle der Stadtbuslinien ist Am Markt.

Der Stadtbusverkehr Wismar und der Regionalbusverkehr in Nordwestmecklenburg wird seit dem 1. Januar 2016 von der NAHBUS Nordwestmecklenburg GmbH (entstanden aus den Grevesmühlener Busbetrieben GmbH und dem Eigenbetrieb Nahverkehr Nordwestmecklenburg) erbracht, teilweise mit dem Unternehmen Bus-Betriebe Wismar GmbH (BBW) als Subunternehmer. Für die beiden Betriebsbereiche gelten unterschiedliche Tarife. Einen Verbundtarif gibt es nicht (mehr, s.u.). Es gibt derzeit (2016) folgende Stadtbuslinien, die Taktangaben gelten jeweils für montags–freitags tagsüber:

  • 1: Gägelow – Seebad Wendorf – Markt – ZOB – Gartenstadt (unregelmäßiger 15/15/30-Takt)
  • 2: Gägelow – Ostseeblick – Seebad Wendorf – Friedhof (Stundentakt)
  • 3: Wismar Fischkaten – Kagenmarkt – ZOB – Markt – Dargetzow – Kritzow (Halbstundentakt)
Geschichte

Bis Ende 2015 wurde der Stadtbusverkehr wurde vom stadteigenen Entsorgungs- und Verkehrsbetrieb Wismar (EVB) erbracht, seit 2013 unter der Bezeichnung Eigenbetrieb Nahverkehr Nordwestmecklenburg (ENN). Aufgrund der geringen Wirtschaftlichkeit von acht Buslinien wurde Anfang 2013 das Liniennetz umstrukturiert und vereinfacht, die vormaligen Linien G und 242 wurden in die übrigen Linien integriert.

An Werktagen (montags bis freitags) verkehrten tagsüber folgende Stadtbuslinien:

  • A: Proseken – Seebad Wendorf – Burgwall – ZOB – Bahnhof – Lindengarten – Redentin (halbstündlich)
  • B: Seebad Wendorf – Burgwall – ZOB – Am Markt – Sporthalle – Gartenstadt (halbstündlich)
  • C: Ostseeblick – Burgwall – Sporthalle – ZOB – Bahnhof – Dargetzow – Kritzow (stündlich)
  • D: Ostseeblick – Seebad Wendorf – Gartenstadt – Sporthalle – Klußer Damm – ZOB – Bahnhof – Kagenmarkt – Dargetzow – Kritzow (stündlich)
  • E: Rothentor Nord – Lindenweg – Klußer Damm – Bahnhof – ZOB – Burgwall – Friedenshof (stündlich)
  • F: Weidendammplatz → Holzhafen → Hegede → Am Markt → Dahlberg → Sporthalle → Weidendammplatz (halbstündlich)
  • SV1, SV2, SV3: Schulbuslinien in der Umgebung Wendorf, Friedenshof und Kagenmarkt

Der Regionalbusverkehr wurde vom Busverkehrsunternehmen Bus-Betriebe Wismar GmbH (BBW) und in geringerem Umfang von der Grevesmühlener Busbetriebe GmbH (GBB) durchgeführt.

Die Regionalbuslinien waren tariflich in die mittlerweile aufgelöste Verkehrsgemeinschaft Westmecklenburg (VWM) integriert, dieser Verbundtarif galt nicht in den Stadtbuslinien.

Autobahn und Güterverkehr

Wismar ist über die Autobahn A 20 nach Rostock und nach Lübeck sowie über die A 14 nach Schwerin, die sich im Autobahnkreuz Wismar kreuzen, an das deutsche Autobahnnetz angebunden.Auch der Hafen hat Anschluss an das europäische Eisenbahnnetz. Etwa 60 Prozent der im Hafen umgeschlagenen Güter (Seehafenhinterlandverkehr) werden per Eisenbahn an- oder abtransportiert.

Infrastruktur

Allgemein

  • Die Stadtbibliothek der Hansestadt Wismar wird von einem Förderverein unterstützt. Sie führt eine Kinderbibliothek und hat Angebote für Schulklassen sowie Projekte zur Leseförderung. Seit 2010 gibt es eine Kooperation mit der Landeshauptstadt Schwerin, die den Lesern die Nutzung der digitalen Bestände beider Stadtbibliotheken ermöglicht. Es handelt sich um die erste interkommunale Kooperation dieser Art in Deutschland.
  • Das Stadtarchiv der Hansestadt Wismar kann als Gedächtnis der Stadtverwaltung bis ins Mittelalter zurückblicken. Wismarer Beiträge nennt sich die Schriftenreihe des Archivs.
  • Am 1. Dezember 2012 eröffnete mit dem phanTECHNIKUM in Wismar, mit 2500 m² eine der größten Technikausstellungen in Mecklenburg-Vorpommern.

Bildung

Schulen

  • Fünf Grundschulen
    • Seeblick Grundschule (Wendorf)
    • Grundschule am Friedenshof (Friedenshof)
    • Rudolf Tarnow Schule (Kagenmarkt)
    • Fritz Reuter Schule (Altstadt)
    • Evangelische Grundschule Robert Lansemann
  • Regionale Schulen
    • Ostsee-Schule (Wendorf) mit einer Klasse des Produktiven Lernens
    • Bertolt-Brecht-Schule (Friedenshof)
    • Integrierte Gesamtschule (IGS) Johann Wolfgang von Goethe (ehemals Dominikanerkloster)(Altstadt)
  • Zwei Förderschulen
  • Zwei Privatschulen
  • Verbund der fünf bestehenden Berufsschulzentren mit integrierten Fachgymnasien für Wirtschaft und Metalltechnik
  • Die Musikschule

Gymnasien

Nach der endgültigen Eingliederung der Außenstelle (ehem. Helene-Weigel-Gymnasium) des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums zum Haupthaus in der Dahlmannstraße wird dies neben dem Geschwister-Scholl-Gymnasium (Große Stadtschule) weiter bestehen. Nach einigen Jahren rückläufiger Schülerzahlen in den Einstiegsklassen war dieser Schritt notwendig geworden, der nun endgültig vollzogen wurde. Durch Schüler- und Lehrertransfers innerhalb der Schulwochen kann eine größere Bandbreite an Kursen in der Oberstufe geboten werden.

Hochschule

Eine der wichtigsten Bildungseinrichtungen Wismars ist die Hochschule Wismar – University of Applied Sciences: Technology, Business and Design. Dort studierten im Wintersemester 2013/14 über 8.000 Studenten aus Deutschland und dem Ausland.

Soziales

  • Für Ältere
  • Soziale Einrichtungen in Wismar:
    • Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) mit der Kontakt- und Informationsstelle
    • Arbeiterwohlfahrt (AWO) mit sozialen Diensten
    • Caritas Mecklenburg
    • Christliches Jugenddorfwerk Deutschland
    • Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Kreisverband Wismar
    • Diakonie mit sozialen Diensten und betreutem Wohnen
    • Malteser Hilfsdienst
    • Ökumenischer Kirchenladen als Begegnungszentrum
    • Beratungsstelle der katholischen Kirche
    • Volkssolidarität Stadtverband Wismar
    • Weißer Ring als Hilfe für Kriminalitätsopfer

Sport

In Wismar gibt es zahlreiche Sportvereine. Der bekannteste Fußballverein ist der FC Anker Wismar, der aktuell in der Fußball-Oberliga Nordost spielt. Die Mannschaft trägt ihre Heimspiele im Kurt-Bürger-Stadion aus. Mitgliederstärkster Sportverein ist die für ihre Handball-Damenmannschaft bekannte TSG Wismar.

Rugby: Seit September 2009 existiert der Freibeuter RC unter dem Dach des PSV Wismar. In der Saison 2015/16 spielen die Freibeuter in einer Spielgemeinschaft mit den Dierkower Elchen und der Uni Greifswald in der Verbandsliga Nord. Internetauftritt: www.rugby-wismar.de

Freizeit

Im Jahr 2000 eröffnete mit dem „Wonnemar“ ein Erlebnis- und Sportbad.

Persönlichkeiten

Ältere Literatur

  • Dietrich Schröder (1670–1753): Kurze Beschreibung der Stadt und Herrschaft Wismar – Was betrifft die weltliche Historie derselben, mehrentheils aus allerhand schriftlichen Urkunden, zur Erläuterung der Mecklenburg weltlichen Historie, den Liebhabern mitgetheilt. 1858. (Onlineversion in der Volltextbibliothek Lexikus)
  • Franz Schildt: Geschichte der Stadt Wismar bis zum Ende des 13. Jahrhunderts. 1871.
  • Friedrich Crull: Die Rathslinien der Stadt Wismar. Halle 1875, Nachdruck 2005, ISBN 3-487-12082-8. (Original in Digitale Bibliothek) (E-Kopie, Google)
  • Friedrich Schlie: Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin. II. Band: Die Amtsgerichtsbezirke Wismar, Grevesmühlen, Rehna, Gadebusch und Schwerin. Schwerin 1898. (Neudruck: Schwerin 1992, ISBN 3-910179-06-1, S. 1–221)
  • Gustav Willgeroth: Bilder aus Wismars Vergangenheit. Wismar 1903 (Neudruck: Schwerin 1997, ISBN 3-932370-41-4)
  • Friedrich Techen: Geschichte der Seestadt Wismar. Wismar 1929.
  • Rudolf Kleiminger: Das graue Mönchenkloster in Wismar. Ein Beitrag zur Erschließung der Bauweise der Franziskaner in Mecklenburg. Eberhardtsche Hof- und Ratsbuchdruckerei, Wismar 1934.
  • Rudolf Kleiminger: Das Schwarze Kloster in Seestadt Wismar. Ein Beitrag zur Kultur- u. Baugeschichte d. norddt. Dominikanerklöster im Mittelalter. Neuer Filser-Verlag, München 1938.

Neuere Literatur

  • Rudolf Kleiminger: Das Heiligengeisthospital von Wismar in sieben Jahrhunderten. Ein Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte der Stadt, ihrer Höfe und Dörfer. Weimar 1962.
  • Rudolf Kleiminger: Geschichte der Großen Stadtschule zu Wismar von 1541–1945. Kiel 1991, ISBN 3-88312-087-1.
  • Ingo Ulpts: Die Bettelorden in Mecklenburg (= Saxonia Franciscana 6). Werl 1995, ISBN 3-87-163216-3.
  • Angela Pfotenhauer/Elmar Lixenfeld: Wismar und Stralsund – Welterbe. Monumente-Edition. Monumente-Publikation der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Bonn 2004, ISBN 3-936942-55-2.
  • Carl Christian Wahrmann: Aufschwung und Niedergang. Die Entwicklung des Wismarer Seehandels in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. (= Kleine Stadtgeschichte, 4). Berlin 2007, ISBN 978-3-8258-0098-7.
  • Christine Decker: Wismar 1665. Eine Stadtgesellschaft im Spiegel des Türkensteuerregisters. Münster/Hamburg/Berlin/Wien/London 2006, ISBN 3-8258-9192-5.
  • Günter Gloede Bearb.: Kirchen im Küstenwind. Kirchen in und um Wismar. Band II. Berlin 1978 (mit Aufnahmen von Wolfhard Eschenburg)
  • Gerd Baier/Thomas Helms: Die Bau- und Kunstdenkmale in der mecklenburgischen Küstenregion. Mit den Städten Rostock und Wismar. Berlin 1990, ISBN 3-362-00523-3, S. 124–225 (Aufnahmen von Thomas Helms)
  • Anke Wiebensohn: Die Integration Wismars in das Herzogtum Mecklenburg nach 1803 (= Schriftenreihe der David-Mevius-Gesellschaft, 9). Kovac, Hamburg 2015, ISBN 978-3-8300-8375-7.
  • Christian Roedig: Beifallsstürme, Hochrufe und Lorbeerkränze. Wismars Theaterleben vom Kaiserreich zur Weimarer Republik. Findbücher, Inventare und kleine Schriften des Archivs der Hansestadt Wismar, Band 4. Callidus, Wismar 2016, ISBN 978-3-940677-76-1.

Filme und Fernsehen

  • Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens – früher Vampirfilm aus dem Jahr 1922, gedreht von F. W. Murnau in Wismar, Rostock und Lübeck
  • SOKO Wismar – Fernsehserie im ZDF seit 2004. Die Dreharbeiten finden zu einem großen Teil in Wismar und Umgebung statt
  • Das Geheimnis meines Vaters – Deutschlands erste Kriminovela, Ausstrahlung 2006 im Ersten
  • mehrere Folgen der Reihe Polizeiruf 110
  • Die Versuchung – TV-Film mit Thekla Carola Wied, ARD 2004

In Wismar gibt es mit wismar tv einen Stadtsender, in dem neben Ratgebersendungen, Berichten von Veranstaltungen in der Stadt auch Werbesendungen produziert werden.

Presse

In Wismar erscheint die Ostsee-Zeitung mit einer Regionalausgabe. Daneben erscheinen mehrere kostenlose Anzeigenblätter. Dazu gehören der Markt, der Ostsee Anzeiger (ehemals Wismarer Anzeiger), der Blitz, die Wismar-Zeitung und der Stadtanzeiger.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Wismar

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