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Olching
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Stadt Olching
Rebhuhnstr. 18
82140 Olching

http://www.olching.de

Olching

160pxAbb. 1 Wappen von Olching
Basisdaten
Bundesland Bayern
Höhe 503 m
PLZ 82140
Vorwahl 08142
Website www.olching.de
Bürgermeister Andreas Magg (SPD)

Olching ist eine Stadt im oberbayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck und liegt etwa 20 Kilometer westlich von München. Die Gemeinde Olching in ihrer heutigen Ausdehnung entstand 1978 als Verwaltungseinheit, in der die bis dahin selbständigen Gemeinden Olching, Esting und Geiselbullach zusammengefasst wurden. Olching wurde am 19. Juni 2011 zur Stadt erhoben. Bis zu diesem Zeitpunkt galt Olching mit einer Einwohnerzahl von etwa 25.000 lange als bevölkerungsreichste Gemeinde Bayerns, die weder Stadt- noch Marktrecht besaß.

Geographie

Geographische Lage

Das Gebiet der Stadt Olching liegt ungefähr auf halber Strecke zwischen Dachau und Fürstenfeldbruck und erstreckt sich auf beiden Seiten der Amper, des Amperkanals (Mühlbach) und der ausgedehnten Auwaldgebiete. Sie liegt im Westen der Landeshauptstadt an der Bahnstrecke München-Augsburg.

Nachbargemeinden

Olching grenzt im Westen an das Gemeindegebiet von Maisach, im Norden an Bergkirchen (Landkreis Dachau), im Osten an das Stadtgebiet von München, im Südosten an die Gemeinde Gröbenzell, im Süden an Puchheim und Eichenau und im Südwesten an Emmering und Fürstenfeldbruck.

Die Entfernungsangaben beschreiben die Luftlinie zum Ortsmittelpunkt des Nachbarorts und sind auf ganze Kilometer kaufmännisch gerundet.

Ortsgliederung

1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Olching, Esting und Geiselbullach im Rahmen der Gebietsreform in Bayern zu einer Verwaltungseinheit zusammengefasst. Im Jahr 2011 besteht die Stadt Olching aus den Ortsteilen Olching, Geiselbullach, Graßlfing und Esting. Der Ortsteil Esting untergliedert sich wiederum in (Alt-)Esting südlich der Bahnlinie und Neu-Esting nördlich davon.

Ausdehnung

Die Gesamtfläche der Stadt Olching beträgt 2.990,5 ha. Hiervon entfallen 1.960 ha auf landwirtschaftliche Nutzflächen, 303 ha auf Gebäude und zugehörige Freiflächen, 224 ha auf Verkehrsflächen, 193 ha auf Waldflächen, 103 ha auf Wasserflächen, 35 ha auf Erholungsflächen, 23 ha auf Betriebsflächen und 151 ha auf Flächen anderer Nutzung.Inmitten der Stadt liegt ein Großteil des Landschaftsschutzgebiets „Untere Amper“ (ca. 553 ha, davon 316 ha auf dem Gebiet der Stadt Olching) sowie das Landschaftsschutzgebiet „Graßlfinger Moos und Olchinger See“ (ca. 590 ha).

Klima

Olching liegt im Übergangsbereich zwischen dem feuchten atlantischen und dem trockenen kontinentalen Klima. Weitere wesentliche wetterbestimmende Faktoren sind die Alpen als mitteleuropäische und die Donau als regionale Wetterscheide. Aufgrund der durchziehenden Tiefdruckgebiete ist das Wetter relativ wechselhaft in der Westwindzone. Der Föhn bringt hin und wieder aus südlicher Richtung warme und trockene Luftströmungen. Damit verbunden ist eine sehr gute Fernsicht bis zu den bayrischen Alpen.

Geschichte

Frühgeschichte

Die bei Esting zutage geförderten archäologischen Funde aus der Glockenbecherkultur belegen, dass sich bereits am Ende des Neolithikums Menschen im heutigen Stadtgebiet aufhielten.Schon Ende des 18. Jahrhunderts entdeckte man an der Bezirksstraße Geiselbullach-Esting ein hallstattzeitliches Gräberfeld aus der Zeit 750–500 Jahre v. Chr., das aber schon durch Grabräuber geplündert worden war. Grabungen durch die Kurfürstliche Akademie der Wissenschaften (1789) und den Historischen Verein von Oberbayern (1873) haben unter den 21 keltischen Hügeln Aschenurnen in sogenannten „Wagengräbern“ freigelegt. Später wurde das Gebiet Bauernland und die Grabhügel wurden beim Pflügen eingeebnet.Römische Einzelfunde auf dem Stadtgebiet weisen darauf hin, dass das Gebiet auch in römischer Zeit erschlossen war.

Mittelalter

Olching zählt – wie übrigens auch Esting und Graßlfing – zu den bajuwarischen Ansiedlungen.Die früheste urkundliche Erwähnung eines Olchinger Ortsteils nennt Esting in den Freisinger Traditionen, wo im Jahre 806 in einer Schenkungs-Urkunde eine Wiese in Esting der Kirche in Maisach übereignet wurde. Die erste urkundliche Erwähnung Olchings stammt ebenfalls aus dem frühen Mittelalter, ist aber umstritten. In einer Schenkungsurkunde von 740 übergibt der Agilolfingerherzog Tassilo II. den Ort mit Kirche und Getreidemühle dem Kloster Benediktbeuern. Die 1903 abgerissene baufällige alte Filialkirche, die St. Peter und Paul geweiht war, stammte aus dem Spätmittelalter und war ein Chorturmbau mit starken Mauern. Sie war von einem kleinen Friedhof umgeben, der an der Stelle des heutigen Nöscherplatz lag.

Beinahe Klosterort im 13. Jahrhundert

1258 musste Herzog Ludwig der Strenge als Sühne für den Mord an seiner Frau Maria von Brabant ein Kloster gründen. Dieses wurde 1262 vom Aiblinger Gebiet nach Olching verlegt. Die Zisterziensermönche trafen daraufhin am 14. August 1262 in Olching ein und „erstellten gar bald einen hölzernen Bau“. Nicht endgültig geklärt ist, ob ein Hochwasser des in die Amper einmündenden Starzelbaches oder ungeklärte Eigentumsverhältnisse dafür verantwortlich waren, dass die Mönche schon 1263 auf „des Fürsten Feld“ – in der Nähe des heutigen Fürstenfeldbruck – übersiedelten. Dort entstand das Kloster, dessen barocke Anlage sich heutzutage in neuem Glanz präsentiert.

Neuzeit

Dieses Kloster Fürstenfeld hatte in den folgenden Jahrhunderten bis zur Säkularisierung (1802/03) in Olching viele Besitztümer. Aber auch andere kirchliche und weltliche Grund- und Lehensherrschaften sind in alten Dokumenten erwähnt.

Der Dreißigjährige Krieg hinterließ auch in Olching seine Spuren. Am 17. Mai 1632 zog König Gustav Adolf von Schweden in München ein. Während die Stadt gegen eine Kontributionszahlung verschont blieb, spürte vor allem das Umland die Last des Krieges. Von 67 Anwesen in Olching im Jahr 1631 waren 1648 nur noch ganze neun unversehrt erhalten.

Im 18. Jahrhundert konnte sich der Ort allerdings von den Kriegsschäden wieder etwas erholen, und als 1802/03 große Gebiete aus dem Besitz des Klosters Fürstenfeld der Stadt zufielen, erwarben 55 Stellenbesitzer ihre Nutzungsrechte an den Flächen.

1821 wurde Olching (das bis dahin über Jahrhunderte von Dachau aus verwaltet worden war) an das neu gegründete Rentamt Fürstenfeldbruck angegliedert und 1823 auch dem Landgericht Fürstenfeldbruck.1834 wurde die erste Schule gegründet.

Am 28. August 1993 erschoss die Diskomafia die 16-jährige Arzthelferin Christine G. aus Esting auf der Veranda der damaligen Discothek "SuperMäx" in Dasing. Das Zufallsopfer wurde von einem Projektil aus 80 Meter Entfernung in die Lunge getroffen.

Eisenbahnbau und Entwicklung zur Arbeitergemeinde

1839 war Olching noch ein kleines Bauerndorf mit etwa 50 Höfen und etwa 300 Einwohnern. Dies änderte sich mit dem Beginn des Eisenbahnzeitalters. Es begann am 27. Oktober 1839 mit der Fertigstellung des 19 km langen Streckenabschnittes München-Olching durch die zunächst private München-Augsburger Eisenbahn-Gesellschaft. Erst ab dem 4. Oktober 1840 konnten die Olchinger Bürger auch das knapp 43 km entfernte Augsburg mittels Dampfzug erreichen.

In Olching siedelte sich daraufhin eine Holzstoff-Fabrik an, welche dem Ort einen erheblichen Bevölkerungszuwachs durch den Zuzug von Arbeitskräften bescherte. Der Ortsteil Neu-Olching nördlich der Bahnlinie entwickelte sich. Eine Bahnschranke trennte jahrzehntelang die beiden Teile, bis die Unterführung am Bahnhof gebaut wurde.

Bis ins 19. Jahrhundert wurde Olching kirchengemeindlich von Emmering aus versorgt und besaß ein kleines romanisches Dorfkirchlein. Aufgrund der wachsenden Anzahl der Kirchengemeindemitglieder in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die heutige Pfarrkirche Sankt Peter und Paul in den Jahren 1899 bis 1901 als neuromanischer Backsteinbau am heutigen Platz errichtet. Verantwortlich für den Bau zeichnete der königliche Kreisbaumeisters Moritz von Horstig.

Die hohe Anzahl von Arbeitern in Olching hatte im ganzen 20. Jahrhundert einen großen Einfluss auf die soziale und politische Kultur in Olching. Die linken Parteien hatten in der Weimarer Republik stets die Mehrheit im Gemeinderat.
Einigen dieser Politiker, wie beispielsweise dem SPD-Bürgermeister Josef Tauscheck, brachte ihre Überzeugung ab 1933 KZ-Haft und endlose Schikanen ein. Denn auch die Nationalsozialisten im „Dritten Reich“ gewannen in Olching eine breite Anhängerschaft.

In den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde Olching sogar als Badeort für Erholungssuchende aus der Großstadt bekannt. Es wird berichtet, dass an heißen Sommertagen täglich bis zu 15.000 Badegäste mit der Eisenbahn nach Olching in die Amperauen kamen. Schließlich durfte sich die Gemeinde ab dem 10. Dezember 1936 als „Fremdenverkehrsgemeinde“ und „Erholungsort“ bezeichnen.

Während der Zeit des Nationalsozialismus begann 1937 der Bau der Autobahn von München nach Stuttgart, der späteren Bundesautobahn 8. Am 2. Dezember 1938 fand die Eröffnung des ersten Teilabschnittes von München bis Olching, bzw. damals noch Geiselbullach, statt. In dieser Zeit wurde beispielsweise die Olchinger Hauptstraße umbenannt, sie hieß für einige Jahre Ritter-von-Epp-Straße.

Bei einem US-Bombenangriff am 22. Februar 1944 mittags wurden 22 Menschen, darunter auch zwei von den ca. 1000 in und um Olching beschäftigten Zwangsarbeitern, getötet.

Zuwachs durch Heimatvertriebene ab 1945

Nach dem Kriegsende 1945 mussten rund 2.000 Heimatvertriebene aus den deutschen Ostgebieten, meist aus Schlesien und der Tschechoslowakei aufgenommen werden. Der Anteil dieser Neubürger machte 1950 mehr als 25 % der Gesamtbevölkerung aus. Ihr Engagement trug erheblich zur dynamischen Entwicklung Olchings in der Nachkriegszeit bei.

Prägten kurz nach dem Krieg noch vor allem Bauernhöfe das Ortsbild von Olching, sind an deren Stelle in den nachfolgenden Jahrzehnten moderne Wohn- und Geschäftsbauten in der Hauptstraße getreten, die somit städtisches Aussehen bekam. Viele Bürger arbeiten in München und profitierten seit 1972 von der Einrichtung des S-Bahnverkehrs anlässlich der Olympischen Spiele in München.

Entstehung der Großgemeinde Olching im Jahr 1978

Obwohl der Zusammenschluss der drei Gemeinden Olching (ohne die am 1. August 1952 für die Bildung der neuen Gemeinde Gröbenzell abgetretenen Gebietsteile), Esting und Geiselbullach (ohne die Abtretungen an Gröbenzell) bei den zwei kleineren auf wenig Zustimmung stieß, wurde dieser am 1. Mai 1978 vollzogen.

Seit der Bildung der Großgemeinde 1978 stiegen die Einwohnerzahlen weiter an, vor allem durch den Bau neuer Groß-Wohnsiedlungen auf dem Gelände der Holzstoff-Fabrik und im Schwaigfeld.

Stadterhebung im Jahr 2011

Nach einem erfolglosen Antrag auf Stadterhebung beim bayerischen Innenministerium aus dem Jahr 1998 wurde einem weiteren Antrag von 2010 im März 2011 zeitgleich mit einem Antrag der Nachbargemeinde Puchheim stattgegeben. Die Stadterhebung wurde durch Innenminister Joachim Herrmann am 19. Juni 2011 vollzogen. Bürgermeister Andreas Magg erhofft sich auf Grund dieses weichen Standortfaktors wirtschaftliche Vorteile für Olching. Mit der Erhebung zur Stadt traten die drei ehemaligen Dörfer Olching, Esting und Geiselbullach wieder in eine neue Epoche ihrer Geschichte ein. Die Urbanisierung der Gesellschaft und die Ausdehnung des Münchner Umlandes entlang der S-Bahn-Linien und Autobahnen brachte diese Entwicklung mit sich. Die Einwohnerzahl ist schon bei 25.000 Personen angelangt und wird weiter ansteigen, so dass der Stadtrat und die mitplanende Einwohnerschaft vor neue Herausforderungen der Ortsplanung gestellt sind.

Einwohner

Besonders durch die Neubauten im Schwaigfeld (Ortsteil Graßlfing) sind die Einwohnerzahlen in den letzten Jahren in Olching gestiegen.

Einwohnerentwicklung

Der Bevölkerungsstand am:

31.
12.
1960
31.
12.
1970
31.
12.
1980
31.
12.
1990
31.
12.
1995
31.
12.
2000
31.
12.
2001
31.
12.
2002
31.
12.
2003
31.
12.
2004
31.
12.
2005
31.
12.
2006
31.
12.
2007
31.
12.
2008
31.
12.
2009
31.
12.
2010
31.
12.
2011
31.
12.
2012
31.
12.
2013
31.
12.
2014
31.
12.
2015
9.130 14.129 18.973 20.702 21.680 22.796 23.130 23.607 23.791 24.107 24.298 24.323 24.501 24.650 24.861 25.018 25.071 25.486 26.149 26.357 26.825
(jeweils ohne Nebenwohnsitz)

Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung

Einwohnerverteilung auf die Ortsteile

(1995–2004, Quelle: Melderegister der Gemeinde Olching)

Stand am 31.12.1995 31.12.1996 31.12.1997 31.12.1998 31.12.1999 31.12.2000 31.12.2001 31.12.2002 31.12.2003 31.08.2004 31.12.2007
Olching 13.001 13.135 13.195 13.371 13.498 13.496 13.854 13.739 13.820 13.901 13.885
Esting 1.685 1.676 1.684 1.643 1.655 1.655 1.665 1.623 1.605 1.629 1.655
Neu-Esting 4.173 4.140 4.091 4.111 4.069 4.162 4.260 4.283 4.361 4.401 4.358
Geiselbullach 1.357 1.388 1.443 1.547 1.592 1.620 1.614 1.698 1.727 1.872 1.819
Graßlfing 1.504 1.513 1.507 1.513 1.718 1.876 1.945 2.264 2.339 2.400 2.757
Gesamt 21.720 21.852 21.934 22.185 22.532 22.809 23.068 23.607 23.852 24.203 24.474

Ausländische Bürger

(Stand: 31. August 2004)

2.202 (9,09 % der Gesamtbevölkerung)

Religionszugehörigkeit

(inkl. Nebenwohnsitz)

römisch-katholisch 12.772
evangelisch 3.975
sonstige bzw. ohne Religion 7.456

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat Olchings umfasst 30 Sitze und setzt sich seit der letzten Kommunalwahl im März 2014 (2008 erstmals als Stadtrat statt Gemeinderat gewählt) wie folgt zusammen:

  • CSU – 11 Sitze (-1)
  • SPD – 8 Sitze (+1)
  • Freie Wähler e. V. – 6 Sitze (+0)
  • Grüne – 3 Sitze (+0)
  • ödp – 1 Sitz (+0)
  • FDP – 1 Sitz (+1)

In Klammern die Veränderungen gegenüber der Gemeinderatswahl vom März 2008.

Bürgermeister

Seit der Kommunalwahl im März 2008 ist Olchings Erster Bürgermeister Andreas Magg von der SPD.

Wappen

Das Wappen der Stadt Olching stammt aus dem Jahr 1951. Der blaue Wellenbalken im unteren Teil symbolisiert heraldisch die Lage am Fluss Amper, welcher große wirtschaftliche Bedeutung für den Ort hat. Der schwarze Moorkolben in der Mitte erinnert daran, dass Olching früher zum großen Teil sumpfig war und Teile des Dachauer Mooses umfasste. Der Weizen steht für die Landwirtschaft auf dem kultivierten Land. Der obere Teil des Wappens zeigt die bayerischen Rauten, was auf eine enge Verbindung zum bayerischen Herrscherhaus hinweist, welche begründet wurde durch die ehemalige kurfürstliche Schwaige Graßlfing auf dem Gemeindegebiet. Obwohl seit 1928 keine Bestandteile des bayerischen Staatswappens mehr in kommunale Wappen übernommen werden dürfen, wurde hier eine Ausnahme genehmigt, um eine Verwechslung mit dem Gemeindewappen von Kolbermoor zu vermeiden.

Pfarrgemeinden und Kirchen

Geschichte der Kirchen und Kapellen

Kirchengeschichtlich gehörten Olching und Esting vermutlich von Anfang an zur Pfarrei Emmering. Erst 1895 verlegte der Estinger Benefiziat auf erzbischöfliche Anweisung hin seinen Wohnsitz von Esting nach Olching, weil die dortige rasche Entwicklung eine verstärkte Seelsorge erforderlich machte. Den Status einer eigenen Pfarrei erhielt Olching erst 1909, nachdem zuvor (1899–1901) unter erheblichen Opfern die neue große Pfarrkirche St. Peter und Paul im Stil einer Basilika errichtet worden war. Das mittelalterliche Kirchlein hatte sich nicht nur als zu klein, sondern auch als zu „baufällig“ erwiesen; es wurde abgetragen, da eine Sanierung die Gemeindefinanzen über Gebühr strapaziert hätte. Eine ähnliche romanische Kirche kann man noch in Alt-Esting sehen. Die Kirche St. Stephanus stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist damit das älteste erhaltene Baudenkmal im Gemeindegebiet. Sie war wie die Olchinger Kirche ursprünglich eine Filiale der Pfarrei Emmering (heute eine Filialkirche der Pfarrei St.Elisabeth in Esting).

In der Flur am „Buelach“ in der Nähe der Amper überließ Bayerns Kurfürst Max Emanuel seinem Hofkammerrat Adam Geisler 1724 ein großes Areal zur Bewirtschaftung und verlieh ihm das Adelsprädikat „von Geiselbullach“. Der geadelte Beamte erbaute ein Schlösschen mit eingefriedetem Park und eine Kapelle zu Ehren des Hl.Johannes Nepomuk. Mangelndes wirtschaftliches Geschick machten ihm und seinen häufig wechselnden Nachfolgern die Wirtschaftsführung des Gutes nicht leicht. Erst der aus Udine kommende Kaufmann Alois Sabbadini scheint das nötige Gespür besessen zu haben. In seiner Zeit entstand 1816 der Turm zu der Kapelle, die sechs Jahrzehnte zuvor ein Schlossbesitzer, der Hofmaler Johann Adam von Schöpf, in feinstem Rokokostil ausgemalt hatte.

Die evangelisch-lutherische Johanniskirche in Olching ist erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden, ebenso die katholische St.-Elisabeth-Kirche in Esting in der Nähe der neuen S-Bahn-Haltestelle, die nun auch Pfarrkirche des Ortsteils Esting ist.

Pfarrämter

  • St.Peter und Paul, mit dem Katholischen Pfarramt Olching,
  • St.Elisabeth, mit dem Katholischen Pfarrzentrum St.Elisabeth,
  • St.Stephanus, mit dem Katholischen Pfarramt Esting,
  • Johanneskirche, mit dem Evangelisch-lutherischen Pfarramt Olching (das auch Maisach und Gernlinden umfasst)

Wirtschaft

Verkehr

Olching ist über die Anschlussstellen Dachau/Fürstenfeldbruck oder Lochhausen/Langwied mit der Autobahn A 8, sowie über Anschlussstelle Lochhausen mit der A 99 verbunden. Außerdem gibt es zwei Auffahrten auf die B 471, die als Tangente im Norden und Westen Münchens die Kreisstädte Dachau und Fürstenfeldbruck verbindet und eine Querverbindung von der Stuttgarter Autobahn zur Bodensee-Autobahn und zum Ammersee darstellt.

Seit rund 150 Jahren ist der entscheidende Entwicklungsfaktor für die Entwicklung der Bauerndörfer Olching, Esting und Geiselbullach zur Großgemeinde und im Jahr 2011 zur Stadt die Lage an der Eisenbahnstrecke München-Augsburg. Beschleunigt wurde diese Entwicklung durch den Ausbau des Münchner S-Bahn-Netzes seit Anfang der 1970er Jahre.Im öffentlichen Nahverkehr der Millionenstadt München sind Olching und Neu-Esting mit eigenen Haltestellen an der Linie S3 (Mammendorf – Esting – Olching – München Hauptbahnhof – Holzkirchen) an dieses S-Bahnnetz des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes angeschlossen. Die Innenstadt ist damit in gut 20 Minuten zu erreichen. Darüber hinaus bestehen Busverbindungen in die umliegenden Ortschaften. Olching befindet sich an der Schnellfahrstrecke Augsburg-München, bei der die Züge bis zu 230 km/h schnell werden können.

Gewerbe

Neben dem großen Gewerbegebiet südlich der S-Bahnlinie zwischen Roggensteiner und Münchner Straße, das mit den üblichen Discountern, Super-, Bau- und Medienmärkten sowie verschiedenen Handwerksbetrieben ausgestattet ist, entstand Ende 2007 im nördlichen Teil Olchings an der Feursstraße ein kleineres Gewerbegebiet unter der Bezeichnung „Schwaigfeld Center“ zur Versorgung der neuen Siedlung auf dem Schwaigfeld des Ortsteils Graßlfing.

Landwirtschaft

Die beiden Weizenähren im Olchinger Wappen aus dem Jahre 1951 weisen auf die damalige Bedeutung der Landwirtschaft für die noch bäuerliche Gemeinde hin. Seit den 1990er Jahren sind die letzten bäuerlichen Betriebe aus dem Ortszentrum verschwunden und städtisch anmutende Miets- und Geschäftsgebäude sind an ihre Stelle getreten. Jedoch sind noch immer etwa zwei Drittel der gesamten Stadtfläche (ca. 3.000 ha) landwirtschaftliche Nutzfläche. Weiterhin erlauben einige Hofläden in der Gemeinde direkt bei den landwirtschaftlichen Herstellern Produkte des täglichen Bedarfs zu erwerben. Angeboten werden sowohl biologisch als auch konventionell produzierte Produkte. Neben Obst, Salat, Gemüse befinden sich auch Obstbrände und Brennholz („Gut Geiselbullach“), sowie Fleisch, Wurst, Wein, Honig, Tee und vieles andere mehr im Angebot der land- und forstwirtschaftlichen Direktvermarkter.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Gebäude

  • Die 1599 eingeweihte Schlosskapelle im Ortsteil Esting bildet zusammen mit dem Torhaus den Vorbau zu dem dahinterliegenden „Estinger Schloss“. Im Jahre 1925 hat der Olchinger Kunstmaler Karl Sonner die farbenfrohen Außenbemalungen mit Szenen aus dem kirchlichen Leben ausgeführt. Der schmale, barocke Kirchenraum wurde um 1750 gestaltet und zeigte auf dem Altar eine gotische Marienfigur (um 1500) mit Szepter und Jesukind.
  • Die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul von Olching wurde 1899 bis 1901 als Backsteinbau im neoromanischen Stil errichtet. Nach den gleichen Bauplänen wurde 1907 die Zwillingskirche Sta. Addolorata im norditalienischen Arco (Trentin) fertiggestellt.
  • Die im Jahr 1953 noch als „Betsaal im Evangelischen Gemeindezentrum“ in Betrieb genommene spätere evangelische Johanneskirche. Erst 1975 erhielt sie den offiziellen Status einer Kirche. Das Gotteshaus wurde 1974/75 und 2010 renoviert und erweitert. Im Oktober 2010 konnte eine neue Kirchenorgel in Betrieb genommen werden.
  • Das, 1975 vom Gemeinderatsmitglied Sebastian Miller gestiftete, „Brunnenbuberl“ musste dem neugestalteten, großen Bunnen am Nöscherplatz bei der Kirche weichen und befindet sich seit Mai 2011 schräg gegenüber der Geschäftsstelle der Deutschen Post vor dem ModehausMiller. Die Brunnenfigur scheint dem Fischerbuberl-Brunnen von Ignatius Taschner aus dem Jahr 1910 nachempfunden zu sein.
  • Die im Jahr 2010 errichtete Brunnenanlage am neugestalteten Nöscherplatz bei der katholischen Kirche.
  • Die katholische romanische Kirche St.Stephanus in Alt-Esting ist als ältestes Bauwerk der Stadt anzusehen und erinnert an die dörfliche Vergangenheit des Stadtteils Esting.Olching, Kriegerdenkmal.jpg|Kriegerdenkmal bei der kath. KircheEstinger Schlosskapelle.jpg|Estinger SchlosskapelleSt. Peter und Paul (Olching).jpg|Katholische Pfarrkirche St. Peter und PaulOlching, St. Peter und Paul, Innenraum.jpg|St. Peter und Paul, InnenraumSt. Nepomuk (Geiselpullach).jpg|St. Nepomuk Kapelle, GeiselbullachSt. Peter und Paul Olching.JPG|St. Peter & Paul, Sanierungsarbeiten 2008Olching, Brunnenanlage.jpg|Brunnenanlage am NöscherplatzOlching, Brunnenfigur.jpg|Das BrunnenbuberlJohanneskirche Olching.jpg|Evangelische JohanneskircheJohanneskirche Olching Innenraum.jpg|Johanneskirche, AltarraumElektrohäuschen Olching.jpg|Stillgelegtes Stromhäuschen am Gut GraßlfingGraßlfing, Hauptgebäude des Gutes Graßlfing.jpg|Hauptgebäude Gut Graßlfing

Regelmäßige Veranstaltungen

Faschingsumzug

Der Faschingsumzug, der jedes Jahr am Faschingsdienstag um 14 Uhr stattfindet, hat in Olching eine lange Tradition. Schon ca. 1923 fand, organisiert vom damaligen Burschenverein Esting, ein Faschingszug im Ortsteil Esting statt. Zwischen 1938 und 1952 fanden keine belustigenden Umzüge statt. Erst 1953, als sechs Maskierte (darunter drei Musikanten) durch Olching zogen, war das Eis gebrochen. Bis zum Jahr 1980 prägte vor allem Sepp Miller als Organisationsleiter das Bild des Olchinger Faschingstreibens.Der Zug wurde durch die Mitwirkung von Vereinen aus Olching und den umliegenden Gemeinden immer größer. Mittlerweile ist der Olchinger Faschingsumzug der größte in ganz Oberbayern. Nur 1962 wegen der Flutkatastrophe in Hamburg, 1990 wegen des Orkans Wiebke und 1991 während des Golfkrieges fand die Veranstaltung nicht statt. In den folgenden Jahren verfolgten jeweils ungefähr 30.000–40.000 Zuschauer das Spektakel in der Olchinger Hauptstraße.

Volksfest

Das Olchinger Volksfest findet jährlich in der zweiten Pfingstferienwoche statt. An Fronleichnam wird im Rahmen des Festprogramms das traditionelle Speedwayrennen ausgetragen. Darüber hinaus veranstaltet die Stadt Olching ein breites Rahmenprogramm rund um das Volksfest. Meistens am Montag findet, nach Einbruch der Dunkelheit, ein großes Brillantfeuerwerk statt.

BladeFever

Die Jugendinitiative TROJA Olching e.V., ein ehemaliger Verein von Jugendlichen für Jugendliche, veranstaltete jährlich eine Rollerblade-Veranstaltung namens BladeFever.Diese Veranstaltung war die größte Sportveranstaltung in Olching mit aktiven Sportlern. In enger Zusammenarbeit mit Feuerwehr und Polizei wurde ein sicheres Fahren ermöglicht.

Öffentliche Einrichtungen

Von überörtlicher Bedeutung ist die Müllverbrennungsanlage Geiselbullach als Teil des Abfallwirtschaftsbetriebs der Landkreise Fürstenfeldbruck und Dachau. Die Kläranlage Geiselbullach ist des Amperverbands.

Bildungseinrichtungen

Schulen

Olching hat drei Grundschulen: Die Grundschule Olching an der Martinstraße, sowie die Grundschulen Graßlfing und Esting in den gleichnamigen Ortsteilen. Weiterführende Schulen sind die Mittelschule Olching im Schwaigfeld mit Mehrfachturnhalle und das benachbarte Gymnasium Olching. Außerdem gibt es eine Volkshochschule.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

  • Josef Schormüller (* 7. Juli 1903; † 1974 in Berlin), deutscher Lebensmittelchemiker
  • Ernst Zeno Ichenhäuser (* 3. Juni 1910; † 21. Januar 1998 in Berlin), Schriftsteller und Journalist
  • Rudolf Brunnenmeier (* 11. Februar 1941; † 18. April 2003 in Olching), Fußballspieler des TSV 1860 u. Kapitän der Nationalmannschaft
  • Anton Gigl (* 11. April 1947; † 17. September 1996), deutscher Fußballtorhüter
  • Harald Meller (* 10. Mai 1960), Archäologe

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben oder hier wohnten

  • Annette Neuffer (* 15. Januar 1966), Jazzmusikerin, wuchs in Olching auf und trat mit ihrem Jazz–Quintet von 2007 bis 2009 in der Kulturwerkstatt am Olchinger Mühlbach auf.
  • Martin Smolinski (* 6. Dezember 1984), Speedway-Fahrer, wuchs in Olching auf und gewann 2001, 2006, 2007 und 2008 die Deutsche Speedway Meisterschaft in Olching.

Partnergemeinden

  • : Feurs
  • : Tuchola

Weblinks

  • (PDF; 1,66 MB)

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Olching

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