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Germering
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Stadt
Germering
Rathausplatz 1
82110 Germering

http://www.germering.de

Germering

160pxAbb. 1 Wappen von Germering
Basisdaten
Bundesland Bayern
Höhe 535 m
PLZ 82110
Vorwahl 089
Gliederung 7 Gemeindeteile
Adresse der Verwaltung Rathausplatz 1
82110 Germering
Website www.germering.de
Oberbürgermeister Andreas Haas (CSU)

Germering ist eine Große Kreisstadt im südöstlichen Landkreis Fürstenfeldbruck (Regierungsbezirk Oberbayern) und liegt westlich von München.

Geographie

Lage

Germering ist eine Stadt an den Nordwestausläufern der Münchner Schotterebene. Die Stadt befindet sich auf relativ ebenem Niveau und fällt leicht nach Norden ab. Ebenfalls im Norden grenzt Germering über landwirtschaftlich genutzte Felder an Puchheim. Östlich der Stadt befindet sich ein breiter Feldstreifen, der von dem Autobahnring A 99 durchzogen wird. Die freien Flächen am Münchner Stadtrand werden derzeit mit einem Gewerbegebiet bebaut (Freiham). Im Süden und Südosten liegt ein größeres Waldgebiet, der Kreuzlinger Forst und die Autobahn A 96. Im Nordwesten befinden sich der künstlich angelegte Germeringer See (Baggersee) und der kleine, bewaldete Parsberg. Im Westen schließt sich der Landkreis Starnberg mit der Gemeinde Gilching an.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde hat sieben amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

  • Germering (Hauptort)
  • Harthaus (Siedlung)
  • Kleßheim (Einöde)
  • Nebel (Dorf)
  • Streiflach (Einöde)
  • Unterpfaffenhofen (Pfarrdorf)
  • Wandlheim (Einöde)

Neugermering und Schusterhäusl sind keine amtlich benannten Gemeindeteile.

Geschichte

Frühzeitliche Geschichte

Bereits in der späten Jungsteinzeit bzw. der frühen Bronzezeit wurden Hügelgräber im Bereich der heutigen Oberen Bahnhofstraße, Ecke Steinbergstraße, angelegt. Aus der Urnenfelderkultur sind ein bronzezeitliches Brandgrab und Siedlungsreste nachweisbar. Aus der Römerzeit stammt eine Villa rustica mit Hypokaustum (Warmluftheizung). Nahe der Augsburger Straße wurde das Grab einer Germanin entdeckt, das durch die Grabbeigaben identifiziert werden konnte. Außerdem wurden mehrere römische Ziegelbrennöfen aufgefunden, von denen einer an der Straße Richtung Alling besichtigt werden kann.Am Krautgartenweg wurde ein Hockergrab freigelegt.
siehe auch Burgstall Parsberg

Ersterwähnung einzelner Gemeindeteile

  • Die erste sichere urkundliche Erwähnung von Germering als Kermaringon erfolgte zwischen 859 und 864. Es wird aber vermutet, dass die älteste Urkunde mit der Ortsbezeichnung Germana vel ad monte (etwa „(das Besitztum der) Schwester am Berg“) schon aus dem Jahr 769 stammt. Die Herleitung des Ortsnamens vom Stamm der Germanen oder von einem putativen „Germar, dem Germanen“ gilt dagegen als Volksetymologie.
  • Die erste sichere urkundliche Erwähnung von Unterpfaffenhofen stammt aus dem Jahr 1190. Eine Urkunde, die auf die Zeit zwischen 948 und 957 datiert wird, benennt einen Ort namens Phafinhouna, womit aber auch ein anderes Pfaffenhofen gemeint sein könnte.
  • Nebel ist unter dem Namen Slat.vel.Nebelriet seit 1173 schriftlich bekannt.
  • Gut Streiflach wurde erstmals 1270 erwähnt.
  • Für die Einöde Harthof, jetzt der Gemeindeteil Harthaus, ist keine Ersterwähnung bekannt.

Mittelalterliche Geschichte

Unter der alten St.-Martin-Kirche befinden sich frühmittelalterliche Reihengräber und vorromanische Kirchenreste. 1422 wurde Germering bei Kämpfen im Umfeld der Schlacht bei Alling zerstört. 1448 wurden die beiden Gemeinden erstmals als Mitglied des Landgerichtsbezirks Starnberg genannt.

In den 1980er-Jahren wurde ein frühmittelalterliches Amulett bei einer Ausgrabung in der heutigen Krippfeldstraße gefunden. Es diente später als Inspiration für das moderne Stadtwappen.

Neuzeitliche Geschichte

1818 wurden die Gemeinden Germering und Unterpfaffenhofen mit den Gemeindeteilen Kleßheim, Nebel, Streiflach und Wandlheim gebildet. 1852 wechselten die beiden Gemeinden als Steuerdistrikt zum Königlichen Bezirksamt Bruck.

Mit dem Bau der Bahnstrecke Pasing–Herrsching 1902 begann ein grundlegender Strukturwandel. Harthaus und Neugermering entstanden als neue Siedlungen. Während im Kreuzlinger Forst ein militärisches Tanklager entstand, wurde im heutigen Gemeindeteil Unterpfaffenhofen die sogenannte WIFO-Siedlung für die Mitarbeiter der militärischen Anlage errichtet. Während des Zweiten Weltkriegs befand sich in Germering ein Außenlager des KZ Dachau. Nach 1945 wuchs die Bevölkerung durch die Aufnahme von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen. Die Folge waren erste soziale Wohnungsbauprojekte zwischen 1952 und 1954. Das rapide Wachstum setzte sich in den 1960er und 1970er Jahren – nicht zuletzt durch die Ausweisung neuer Baugebiete – fort. Ab ca. 1978 stabilisierte sich die Entwicklung, und die Stadtplanung konzentrierte sich seitdem auf infrastrukturelle Verbesserungen. Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Germering und Unterpfaffenhofen im Zuge der Gemeindegebietsreform vereinigt. Bis zur Erhebung zur Stadt am 12. April 1991 war Germering die größte Gemeinde Bayerns ohne Stadt- oder Marktrecht. Nach München, Ingolstadt, Rosenheim, Freising und Dachau wurde Germering die sechstgrößte Stadt Oberbayerns. Am 1. Oktober 2004 wurde Germering zur Großen Kreisstadt erhoben.Die rasante Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg spiegelt sich in Germerings uneinheitlicher Siedlungsstruktur wider. Neben den dörflichen Ortskernen des alten Germerings und Unterpfaffenhofens gibt es die Hochhaussiedlungen der siebziger Jahre sowie die urbane Architektur des neuen Stadtzentrums mit der Stadthalle.

Eingemeindungen

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Unterpfaffenhofen mit Germering zu einer Gemeinde zusammengeschlossen.

Konfessionen

Rund 48 Prozent der Germeringer gehören keiner Konfession an, 37 Prozent sind katholisch und 13 Prozent evangelisch. Dabei ist die Absolutzahl der Christen rückläufig.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1840 625
1925 1.322
1939 3.032
1950 6.355
1961 11.141
1970 25.261
1979 34.262
Jahr Einwohner
1991 35.962
1995 35.751
2005 37.036
2010 38.966
2015 39.387
2016 40.039

Politik

Stadtrat

Sitzverteilung im Stadtrat Germering
Jahr CSU SPD Grüne FWG /
UBG*
FDP ÖDP /
Parteifreie
REP Gesamt Wahlbeteiligung
2014 21 8 5 3 1 2 n.a. 40 46,03 %
2008 17 11 6 3 1 2 n.a. 40 53,5 %
2002 18 14 3 2 1 1 1 40 54,2 %
* Freie Wählergemeinschaft / Unabhängige Bürgergemeinschaft

Wappen

Das Wappen wurde 1981 von Karl Haas aus den Wappen von Germering und Unterpfaffenhofen geschaffen.Der Germeringer Teil des Wappens besteht aus der alten Dorfkirche St. Martin (weiß auf rotem Grund), die gewählt wurde, weil sich diese durch ihre Form wesentlich von anderen oberbayerischen Landkirchen unterscheidet. Der Unterpfaffenhofener Teil ist ein roter Löwe auf weißem Grund. Er wurde vom Wappen derer von Hufnagel und Chlingensperg entnommen, die im 17. und 18. Jahrhundert u. a. mit dem Gut Wandlheim über größeren Grundbesitz verfügten. Als verbindendes Element wurde der Dreiberg verwendet, der den Parsberg symbolisiert.

Logo

Im Rahmen eines Wettbewerbes im Jahr 2002 erhielt die Stadt Germering ein neues städtisches Markenzeichen. Das Logo wurde vom Büro GD90 aus Buchenbach bei Freiburg entworfen. Es stellt eine stilisierte Zierscheibe aus Farbsegmenten dar, die für bunte Vielfalt steht.

Die Scheibe leitet sich von einem Amulett aus dem 7. Jahrhundert n. Chr. ab, das bei Ausgrabungen in Germering gefunden wurde. Auch im Luftbild ist die Rosette als großes Pflasterbild am Marktplatz vor der Stadtbibliothek zu sehen.

Städtepartnerschaften

  • : Domont
  • : Balatonfüred

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Germering liegt direkt nördlich der A 96 Lindau–München.

Im Osten der Stadt befindet sich der Autobahnring A 99, der die A 96 unter anderem mit den Autobahnen A 8 und A 9 verbindet. Das Teilstück zwischen der A 96 Lindau–München und der A 8 München-Stuttgart ist erst seit dem 19. Februar 2006 vollständig befahrbar. Germering ist über die Autobahnausfahrten Gilching, Germering Süd (beide A 96), sowie Freiham Mitte und Germering Nord (beide A 99) erreichbar.

Die B 2 führte, aus München kommend, Richtung Fürstenfeldbruck durch den Ort. Sie wurde im Zuge der Autobahnbauarbeiten in den Osten der Stadt verlegt (Ortsumgehung) und bekam eine eigene Anschlussstelle (Germering Nord).

ÖPNV

Germering liegt seit 1903 an der Bahnstrecke Pasing–Herrsching. Innerhalb des Germeringer Ortsgebietes sind mit dem Bahnhof Germering-Unterpfaffenhofen und dem 1947 eröffneten Haltepunkt Harthaus zwei Bahnstationen vorhanden. Seit 1972 ist Germering an das Netz der S-Bahn München angeschlossen. Es verkehrt die Linie S8 von Herrsching nach München Flughafen Terminal.

Bemerkenswert ist, dass der Haltepunkt Harthaus bei der Zoneneinteilung des MVV auf der Zonengrenze zwischen Innenraum und erstem Außenraum liegt, der Bahnhof Germering-Unterpfaffenhofen jedoch dem ersten Außenraum angehört. Dies vergünstigt die S-Bahn-Fahrt von Harthaus in die Innenstadt Münchens gegenüber der Fahrt ausgehend von Germering-Unterpfaffenhofen.

An den beiden S-Bahn-Stationen gibt es Anschluss zu folgenden MVV-Regionalbussen:

  • Harthaus: 851, 857
  • Germering-Unterpfaffenhofen: 260, 851, 852, 853, 856, 857, 858, 907, X845

Darüber hinaus bedienen die Nachtbuslinien N80 und N81 im Germeringer Stadtgebiet.

Ansässige Unternehmen

In Germering sind vor allem mittelständische Unternehmen aus der metallverarbeitenden und chemischen Industrie ansässig. Daneben finden sich zahlreiche kleinere Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor. Größter am Ort ansässiger Arbeitgeber ist CeWe Color. Zahlreiche Unternehmer sind im Wirtschaftsverband Germering organisiert.

Wohnungsmarkt

Im bundesweiten Index ortsüblicher Vergleichsmieten belegt Germering 2016 mit einem Indexwert von 133 den fünften Platz, und liegt damit deutlich vor Großstädten wie Köln (11.), Hamburg (15.) oder Frankfurt am Main (18. Platz). Die Stadt Germering veröffentlicht einen offiziellen Mietspiegel; seit 2015 gilt zudem eine Mietpreisbremse von 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete.

Schulen

In Germering gibt es vier Grundschulen. Ferner finden sich zwei Mittelschulen, die Staatliche Realschule Unterpfaffenhofen sowie das Max-Born-Gymnasium und das Carl-Spitzweg-Gymnasium. Daneben besteht die Eugen-Papst-Schule als sonderpädagogisches Förderzentrum.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kulturelles Zentrum ist die Stadthalle mit ihren kulturellen Einrichtungen wie Stadtbibliothek, Veranstaltungs- und Ausstellungsräumen sowie Gastronomie. Für überregionales Aufsehen sorgte der „rote Faden“, eine rote Linie mit abstrakten Symbolen und Hinweisen, die sternförmig durch den Ort führt. Erwähnenswert ist die musikalische Subkultur in der Cordobar, in der Sportfreunde Stiller und Jamaram in ihrer Anfangszeit oft gespielt und/oder geprobt haben und die insbesondere junge, unbekannte Bands aus der Umgebung fördert. Das Germeringer Freibad ist bekannt als beliebter Aufenthaltsort an heißen Sommertagen. Ebenso diente es als Drehort des ersten Videoclips der Sportfreunde Stiller zu deren Song Wellenreiten.

Museen

In der Domonter Straße 2 (ehemaliges Feuerwehrhaus hinter dem Rathaus) befindet sich das Stadtmuseum Zeit+Raum, das derzeit Sonderausstellungen beherbergt. Außerdem gibt es mehrere Schaukästen, die frühzeitliche Fundstücke direkt an ihrem Fundort präsentieren:

  • Friedhof St. Martin: Grabstelle einer mongolischen Ungarin
  • Ortsausgang Richtung Alling: römische Ziegelbrennerei
  • Sudetenstraße (westliches Ende): Informationen zur historischen Wasserversorgung

Sonstiges

  • Skulptur Verbindung von dem Künstler Szabo Hunor aus der ungarischen Partnerstadt vor dem Rathaus, die seit 2008 an das 20-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft mit Balatonfüred erinnert
  • Germarbrunnen
  • Jakobusbrunnen

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Eugen Papst (1855–1923), Lehrer und Musiker, Vater des Komponisten Eugen Papst, Ehrenbürger seit 1917
  • Anton Morigl, Unternehmer, Ehrenbürger seit 1929
  • Prälat Franz Sales Müller, Seelsorger, Ehrenbürger seit 1985
  • Robert Huber (* 1937), wohnhaft in Germering, Nobelpreisträger für Chemie (1988), Ehrenbürger seit 1988
  • Hans Mannhardt, Unternehmer und Gründer des Sozialdienstes, Ehrenbürger seit 1991
  • Rudolf Bay (1930–2010), Altbürgermeister, Ehrenbürger seit 2000
  • Claudia Hengst, bekannte Behindertensportlerin (Schwimmerin) und mehrfache Goldmedaillengewinnerin bei den Paralympics, Welt- und Europameisterin, Ehrenbürgerin seit 2001
  • Hermann Parzinger (* 1959), deutscher Archäologe und Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, aufgewachsen in Germering, Ehrenbürger seit 2008
  • Peter Braun (* 1941), Altoberbürgermeister, Ehrenbürger seit 2011

Söhne und Töchter der Stadt

  • Sepp Dürr (* 1953), Politiker (Bündnis 90/Die Grünen)
  • Peter Dürr (* 1960), Windsurfer, Skirennläufer
  • Thomas Huber (* 1963), Schauspieler (u. a Lindenstraße – Der große Bellheim)
  • Peter S. Brugger (* 1972), Sänger und Gitarrist, Mitglied der Sportfreunde Stiller
  • Katharina Dürr (* 1989), Skirennläuferin
  • Lena Dürr (* 1991), Skirennläuferin

Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben

  • Der Schauspieler Bruno Hübner (1899–1983) wohnte bis zu seinem Tode in Germering (Harthaus).
  • Der Maler Georg Kiste (1908–1997) wohnte in Germering.
  • Der Schriftsteller Walter Kolbenhoff (1908–1993) wohnte in Germering, der Kulturpreis der Stadt wurde nach ihm benannt.
  • Der Schauspieler Siegfried Lowitz (1914–1999), der u. a. in der Krimiserie Der Alte mitwirkte, wohnte in Germering.
  • Der Übersetzer und Autor Herbert Bräuning (1921–2014) lebte mit seiner Frau Ursula Bräuning in Germering.
  • Der Schauspieler und Hörspielsprecher Wolfgang Wahl (1925–2006) lebte in Germering.
  • Der Sänger, Schauspieler und Entertainer John Christopher Howland (1928–2013) wohnte in Germering (Harthaus).
  • Die Schriftstellerin und Journalistin Irmgard Köhler-Langewiesche (* 15. März 1930 in Berlin), Inhaberin der Bürgermedaille seit 2007, Trägerin der Bundesverdienstmedaille seit Juli 2014, lebt in Germering.
  • Der Sänger Gus Backus (1937–2019) wohnte in Germering. Zwischenzeitlich war er wieder nach Germering gezogen und lebte bis zu seinem Tode dort.
  • Der Maler Heinz Braun (1938–1986) wohnte in Germering.
  • Der Schauspieler und Sprecher Joachim Höppner (1946–2006) wohnte in Germering und erhielt 2001 den Walter-Kolbenhoff-Preis der Stadt Germering.
  • Der Handballspieler Erhard Wunderlich (1956–2012), u. a. Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1984, wohnte in Germering.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Germering

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