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Niederkassel
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Stadtplan Niederkassel
Stadt
Niederkassel
Rathausstr. 19
53859 Niederkassel

http://www.niederkassel.de

Niederkassel

160pxAbb. 1 Wappen von Niederkassel
Basisdaten
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Kreis Rhein-Sieg-Kreis
Höhe 55 m
PLZ 53859
Vorwahl 02208, 0228
Gliederung 7 Stadtteile
Website www.niederkassel.de
Bürgermeister Stephan Vehreschild (CDU)

Niederkassel, amtliche Schreibweise bis 14. August 1936: Niedercassel, ist eine Stadt im Rhein-Sieg-Kreis im Süden Nordrhein-Westfalens. Sie liegt zwischen Köln und der Bundesstadt Bonn.

Geographie

Geographische Lage

Die Stadt Niederkassel erstreckt sich fast 12 km entlang des rechten Rheinufers, der Stadtteil Niederkassel liegt bei Rheinkilometer 666. Niederkassel liegt zwischen den Großstädten bzw. Oberzentren Köln, Bonn und Troisdorf, die durch günstige Verkehrsanbindung innerhalb von 20 Minuten zu erreichen sind. Im Süden der Stadt, bei Mondorf, mündet die Sieg in den Rhein.

Stadtgliederung

Niederkassel besteht aus den Stadtteilen Lülsdorf, Mondorf, Niederkassel, Ranzel, Rheidt, Uckendorf und Stockem.

Geschichte

Frühe Bronzezeit bis Spätantike

Aufgrund des recht unruhigen Rheinstroms, der durch Überschwemmungen weite Teile des Siedlungslandes überdeckte, gaben die frühen Siedler der Bronzezeit von 2000 bis 800 v. Chr. ihre Plätze bald auf. In der Eisenzeit haben sich offensichtlich diese Verhältnisse geändert, denn die Besiedlung ist durch einige Funde aus Lülsdorf, Niederkassel und Mondorf belegbar. Die Römer stießen im letzten vorchristlichen Jahrhundert zum Rhein vor und befestigten das linke Rheinufer mit Kastellen, nur an den Brückenköpfen wie Köln-Deutz und Mainz-Kastel auch das rechte Ufer. Das Bonner Auxiliarkastell im Bereich des Bonner Marktplatzes stammt aus der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr. Etwa 60 Jahre danach entstand gegenüber dem Mündungsdelta der Sieg ein Legionslager – das Castellum Bonna – mit einer Quadratseitenlänge von 500 m. Zur römischen Kaiserzeit (Christi Geburt bis 400 n. Chr.) wurde der Siedlungsraum im Umland von Niederkassel bis auf wenige Ausnahmen aufgegeben.

Spätantike bis frühe Neuzeit

Im 5. Jahrhundert zerbrach die Herrschaft der Römer und die fränkische Landnahme setzte ein. Eine regelrechte Besiedlung begann erst im 6. Jahrhundert durch die Franken und die merowingischen Herrscher am Rhein. Diese beginnende Dauerbesiedlung führte dann später zur Gründung der heutigen Ortschaften.

Aus dem Jahre 722 stammt die älteste Erwähnung, die sich auf Cassele bezieht. Mondorf wird 795 und Rheidt 832 erwähnt. Die Siedlungen Niederkassel, Rheidt und Mondorf gehörten in karolingischer Zeit zum Auelgau, Lülsdorf zum Deutzgau. Lülsdorf wurde Ende des 14. Jahrhunderts mit den Kirchspielen Bergheim, Mondorf und Volberg zum bergischen Amt Lülsdorf vereinigt. Die Kirchspiele Niederkassel und Rheidt fielen 1484 endgültig an das bergische Amt Löwenburg.

Die Burg Lülsdorf war Verwaltungssitz der Vogtei und des späteren Amtes Lülsdorf und wurde ab 1553 zusammen mit dem Amt Löwenberg von einem Amtmann verwaltet, der seinen Sitz auf Burg Lülsdorf hatte.

Frühe Moderne bis heute

Die Ende des 18. Jahrhunderts einsetzende französische Herrschaft brachte starke Veränderungen der Verwaltung und der Lebensbedingungen mit sich. Die Besitzungen der Kirche und die Staatsdomänen wurden vielfach für geringes Geld verschleudert. Durch den Wiener Kongress wurde 1815 beschlossen, dass das Rheinland zu Preußen kam. Unter der preußischen Verwaltung wurde 1816 der Kreis Siegburg im Regierungsbezirk Köln neu gebildet, der von 1822 an zur Rheinprovinz gehörte. Ebenfalls 1816 wurde die Bürgermeisterei Niederkassel zur Verwaltung der Gemeinden Lülsdorf, Niederkassel, Mondorf, Rheidt, Stockem und Uckendorf gebildet. Die Bürgermeisterei hatte zunächst ihren Sitz in Uckendorf (heute zweitkleinster Stadtteil), dann aber ständig in Niederkassel. 1927 wurde die Bürgermeisterei in Amt Niederkassel umbenannt. Im Zuge des Gesetzes zur kommunalen Neugliederung des Raumes Bonn (Bonn-Gesetz) wurde am 1. August 1969 das Amt Niederkassel aufgelöst und dessen sechs Gemeinden zur neuen amtsfreien Gemeinde Niederkassel zusammengeschlossen.

Am 1. Januar 1981 wurde Niederkassel zur Stadt erhoben. Seit 1975 hat die Einwohnerzahl der Stadt von rund 24.300 um über 50 Prozent auf heute rund 38.000 zugenommen.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1816 782
1852 791
1871 703
1905 701
1961 1.821
2004 36.766
2016 37.828

Konfessionsstatistik

Die derzeitige Verteilung der Stadtbevölkerung nach ihrer Religionszugehörigkeit (Stand 30. November 2019) ist römisch-katholisch 42,4 % (17.294 Einwohnern), evangelisch 17,6 % (7.168 Einwohnern) und sonstige/keine 40,4 % (16.301 Einwohnern). Gemäß Zensus 2011 waren damals 48,6 % der Stadtbevölkerung katholisch, 20,2 % evangelisch, und 31,2 % gehörten anderen oder keiner öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaft an

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat ist die kommunale Volksvertretung der Stadt Niederkassel. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Wahl fand am 13. September 2020 statt.

Bürgermeister

Bürgermeister war von 1999 bis 2009 Walter Esser (CDU). Zu seinem Nachfolger wurde Stephan Heinrich Vehreschild (CDU) gewählt, der bei der Bürgermeisterwahl am 13. September 2020 mit 58,34 % im Amt bestätigt wurde.

Wappen

Städtepartnerschaften

Niederkassel unterhält Städtepartnerschaften mit Premnitz in Brandenburg und mit Limassol in Zypern.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Pfarrkirche St. Matthäus mit romanischem Turm um 1200

Sport

Aufgrund seiner Lage am östlichen Ufer des Rheins, bietet Niederkassel Ruderern optimale Bedingungen. Die Rudergesellschaft Niederkassel von 1978 e. V. hat ihr Bootshaus im Mondorfer Hafen und widmet sich vor allem dem Freizeit- und Wanderrudern.

Überregionale Bedeutung genießt im Tischtennis die Tischtennisgemeinschaft Niederkassel 1958 e. V., die in den späten 1980ern mit einer Damenmannschaft in der 2. Tischtennis-Bundesliga vertreten.

Die Spielvereinigung Lülsdorf-Ranzel 1959 e. V. bietet wiederum mit ihren elf Abteilungen und rund 2500 Mitgliedern ein breites Angebot vom Individual- bis zum Mannschaftssport, wie Schwimmen, Leichtathletik oder Handball.

Seit 2008 besteht im Süden von Niederkassel der Sportpark Süd als Heimspielstätte der insbesondere im Fußball aktiven Sportvereine FC Hertha Rheidt e. V. und TuS Mondorf 1910/1920 e. V., die ihre zuvor betriebenen Sportanlagen räumen mussten. Seit 2009 bündeln beide ihre Fußballjugendarbeit im Jugendfußballclub 09 Mondorf-Rheidt e. V. mit rund 30 Mannschaften und etwa 500 Jugendlichen.

Der reine Fußballverein 1. FC Niederkassel 1920/2010 e. V. engagiert sich mit rund 400 Mitgliedern hauptsächlich für Kinder und Jugendliche.

Naturschutz

Für den Hochwasserschutz ist Niederkassel engagiert mit der Bereitstellung des Hochwasserschutzbeckens Langeler Bogen.

In fast komplett Niederkassel sind die Wälder unter Naturschutz gestellt.

Naturdenkmäler

  • Bergahorn auf dem Rheidter Werth

Wirtschaft und Infrastruktur

Bildung

Niederkassel verfügt über fünf Grundschulen und je ein Gymnasium, eine Gesamt-, Real-, Haupt- und Förderschule:

  • Drei-Linden-Schule (Gemeinschafts-Grundschule Ranzel)
  • Katholische Grundschule Lülsdorf
  • Katholische Grundschule Mondorf
  • Katholische Grundschule Niederkassel
  • Rheidter-Werth-Schule (Kath. Grundschule)
  • Kopernikus-Gymnasium der Stadt Niederkassel
  • Gesamtschule Niederkassel
  • Alfred-Delp-Realschule Mondorf
  • Laurentius Schule Mondorf (Förderschule)

Verkehr

In der Stadt waren am 1. Januar 2018 26.069 Kraftfahrzeuge zugelassen, darunter 22.229 Pkw.

  • Bundesautobahn 59, Anschlussstellen:
    • Köln-Wahn (Ranzel, Lülsdorf)
    • Troisdorf-Spich (Niederkassel)
    • Troisdorf-Sieglar (Mondorf)
  • Bundesautobahn 565, Anschlussstelle Bonn-Beuel Nord
  • Autofähre Mondorf – Bonn-Graurheindorf
  • Personenfähre RheinSchwan Lülsdorf – Wesseling
  • Yachthafen in Mondorf

Im Güterverkehr besteht eine Bahnverbindung auf der Strecke Lülsdorf–Troisdorf.

Im ÖPNV gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS).

Persönlichkeiten

In Niederkassel geboren

  • Ernst Dickmanns (* 1936), KI-Forscher, Robotiker, Raumfahrtingenieur
  • Stephan Engels (* 1960), Fußballspieler
  • Sascha Stegemann (* 1984), Fußballschiedsrichter

Mit Niederkassel verbunden

  • Helmut Loos (1924–2000), nordrhein-westfälischer Landespolitiker und ehemaliger Vorsitzender des Petitionsausschusses in Düsseldorf, lebte in Niederkassel
  • Friedemann Immer (* 1948), Trompeter, lebt in Niederkassel
  • Sabine Schulte (* 1976), Deutsche Meisterin 1997 und 1998 im Stabhochsprung, trainierte in der LG Bonn/Troisdorf/Niederkassel
  • Lena Schöneborn (* 1986), Olympiasiegerin 2008 sowie Welt- und Europameisterin im Modernen Fünfkampf, begann ihre Karriere in der Schwimmabteilung der SpVgg Lülsdorf-Ranzel in Niederkassel
  • Andreas Mies (* 1990), Tennisspieler, aufgewachsen in Niederkassel
  • Malcolm Cacutalua (* 1994), Fußballspieler, aufgewachsen in Niederkassel

Sonstiges

Für die Dauer der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 war Niederkassel Gastgeber für die ivorische Fußballnationalmannschaft.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Niederkassel

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