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Nauen
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Stadt Nauen
Der Bürgermeister
Rathausplatz 1
14641 Nauen

http://www.nauen.de

Nauen

160pxAbb. 1 Wappen von Nauen
Basisdaten
Bundesland Brandenburg
Höhe 35 m
Fläche 268.11 km2
PLZ 14641
Vorwahl 03321, 033230 (Börnicke, Tietzow), 033237 (Ribbeck), 033239 (Groß Behnitz, Schwanebeck, Wachow)
Gliederung 14 Ortsteile
Website www.nauen.de
Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD)

Nauen ist eine Stadt im Landkreis Havelland des Landes Brandenburg. Bezüglich ihrer Bevölkerungszahl gilt sie mit fast 17.000  Einwohnern als Kleinstadt, jedoch bildet ihre Gesamtfläche mit über 268 km² seit dem Jahr 2003 eine der flächengrößten Gemeinden Deutschlands. Im frühen 20. Jahrhundert war sie Standort bedeutender Pionierarbeit in der Funktechnik, was ihr den Beinamen „Funkstadt“ eintrug. Nauen ist Sitz des Amtsgerichts Nauen, das unter anderem Zentrales Vollstreckungsgericht für das Land Brandenburg ist. Die Stadt ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg.

Geografie

Lage

Die Stadt Nauen bildet den westlichen Teil des Osthavellandes im Landkreis Havelland. Die Kernstadt Nauen liegt 27 km nordwestlich der Landeshauptstadt Potsdam und 41 km westnordwestlich der Bundeshauptstadt Berlin; die Entfernung zum Berliner Stadtrand (Bahnhof Albrechtshof) beträgt 18 km. Nauen belegt mit seiner Gesamtfläche Rang 36 unter den flächengrößten Städten und Gemeinden Deutschlands, noch vor dem auf Rang 44 liegenden Frankfurt am Main. Landschaftlich liegt Nauen im Havelländischen Luch zwischen dem ausgedehnten Landschaftsschutzgebiet Nauen-Brieselang-Krämer und überwiegend landwirtschaftlich genutzten Flächen im Süden und Südwesten.

Nachbarstädte und -gemeinden

Übersicht:

Stadtgliederung

Die Stadt Nauen besteht aus der Kernstadt Nauen und 14 räumlich außerhalb der Kernstadt liegenden Ortsteilen, von denen sieben noch zusätzliche Wohnplätze aufweisen. Die zur Stadt Nauen gehörenden Ortsteile samt ihren Wohnplätzen sind in alphabetischer Reihenfolge:

Ortsteile zugehörige Wohnplätze
Berge
Bergerdamm Bergerdamm-Lager, Hanffabrik, Hertefeld
Börnicke Ebereschenhof
Groß Behnitz Quermathen
Kienberg Teufelshof
Klein Behnitz
Lietzow Utershorst
Markee Markau, Neugarten, Neuhof, Röthehof
Neukammer
Ribbeck
Schwanebeck
Tietzow
Wachow Gohlitz, Niebede
Waldsiedlung

Geologie

Die Landschaften Nauens sind eiszeitlichen Ursprungs. In geologischer Hinsicht liegt die Stadt am nördlichen Rand der nach ihr benannten Nauener Platte, einer bis zu 15 Meter dicken und weitgehend geschlossenen Grundmoräne der Saaleeiszeit und der letzten Eiszeit, die zum Teil von flachwelligen Endmoränen überlagert ist. Im Südwesten des Stadtgebietes liegen die in der Beetzseerinne gebildeten Seen Groß Behnitzer See, Klein Behnitzer See und Riewendsee. Diese glaziale Rinne beginnt zwischen den Ortsteilen Ribbeck und Berge und zieht sich in Form mehrerer Seen nach Südosten bis zur Stadt Brandenburg an der Havel.

Umwelt- und Naturschutz

Umweltprobleme

Im Südwesten des Stadtgebietes Nauens liegen der Groß Behnitzer See und der Klein Behnitzer See. Noch im späten 18. Jahrhundert waren Groß Behnitzer und Klein Behnitzer See ein zusammenhängendes Gewässer. Seit Anlage eines Abflussgrabens, des Klinkgrabens zum Riewendsee und damit dem Anschluss an die Beetzsee-Riewendsee-Wasserstraße, verlieren beide deutlich an Volumen und Fläche. So ist der ehemals einzelne, langgezogene See bereits spätestens im frühen 19. Jahrhundert in zwei Seen zerfallen. Der Schwundprozess ist deutlicher am Klein Behnitzer See zu erkennen, der noch 1880 der größere der beiden Seen war, im frühen 21. Jahrhundert jedoch deutlich kleiner als der Groß Behnitzer See ist. Die verlorenen Wasserflächen werden von moorig-sumpfigen Böden und einem ausgedehnten Schilfgürtel bedeckt. So liegt auch ein ehemaliges Fischerhaus, welches einst am Ostufer des Behnitzer Sees lag, heute an den Verlandungsflächen zwischen beiden Teilseen.

Geschichte

Frühgeschichte

Das Gebiet um die heutige Kernstadt Nauen war bereits seit der Jungsteinzeit besiedelt.

Mittelalter (500–1500)

Eine These hinsichtlich der Namensgebung Nauens besagt, eine Familie aus Nauen aus dem Westharz habe sich hier angesiedelt und ihrer neuen Wohnstatt den Namen ihrer alten Heimat gegeben. Nauen wurde 1186 erstmals als „Nowen“ in einer Urkunde von Bischof Baldram von Brandenburg erwähnt und nicht, wie früher angenommen, im Jahre 981. Nauen erhielt 1292 das Stadtrecht, woraufhin die Bürger 1302 das erste Rathaus errichteten. 1317 wurde ihr durch den brandenburgischen Markgrafen Waldemar der Große das Marktrecht verliehen. Bereits im Mittelalter siedelten Juden in der Stadt. Im Jahre 1414 verursachte ein Rachefeldzug des Raubritters Dietrich von Quitzow einen großen Stadtbrand.

Neuzeit (1500 bis ca. 1789)

Während des Dreißigjährigen Krieges zerstörten 1631 die kaiserlichen Truppen Tillys einen Teil der Stadt. Im Jahre 1675 fand am 27. Juni das „Gefecht bei Nauen“ zwischen schwedischen und brandenburgischen Truppen während des Schwedisch-Brandenburgischen Krieges statt. Ab 1716 begann die Einquartierung von Militär. Im Jahre 1732 hielt sich Kronprinz Friedrich, der spätere König Friedrich II. von Preußen, für drei Monate als Kommandeur eines Bataillons in Nauen auf. Der Bau von zwei Kasernen erfolgte 1767 im Bereich des heutigen Landratsamtes.

Neueste Zeit (ca. 1789 bis heute)

Preußen

Im Jahr 1800 erfolgte durch die jüdische Gemeinde die Einweihung der Synagoge (Goethestraße 11).

Deutscher Bund (1815–1866)

Im Jahre 1816 wurde der Landkreis Osthavelland gegründet. 1819 wurde außerhalb der Stadt Am Weinberg ein Jüdischer Friedhof angelegt. Nauen wurde 1826 Kreisstadt und blieb dies bis zur Kreisreform 1993. 1846 wurde Nauen an die Berlin-Hamburger Bahn angeschlossen. Zwischen 1865 und 1930 wurden mehrere Großprojekte verwirklicht. Als erstes wurde 1865 die städtische Gasanstalt fertiggestellt.

Norddeutscher Bund (1867–1871)

Im Jahr 1869 erfolgte die Einweihung einer höheren Knabenschule.

Deutsches Kaiserreich (1871–1918)

Im Jahr 1883 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet. 1889 erfolgte der Bau der Zuckerfabrik. Das neue Rathaus der Stadt im Stil der norddeutschen Backsteingotik wurde zwischen 1888 und 1891 errichtet. Ein Orkan im Februar 1911 brachte dessen Turm zum Einsturz, welcher durch das Dach schlug, woraufhin die Turmspitze mitten in den Sitzungssaal ragte. Mittels der Eisenbahn wurde 1890 der Vorortverkehr nach Berlin eröffnet. Vom 20. September 1901 bis zum 1. April 1961 war Nauen Endbahnhof der Kreisbahn Rathenow-Senzke-Nauen. 1906 entstand die nördlich vor Nauen liegende Funkstelle als Versuchsstation von Telefunken, deren Erweiterung zur Großfunkstelle Nauen im Jahr 1921 erfolgte. Sie ist damit die älteste noch bestehende Sendeanlage der Welt. 1907 wurde das Kreiskrankenhaus errichtet. Im Jahr 1912 führte man die elektrische Beleuchtung ein. Der Bau des Gymnasiums in der Parkstraße erfolgte 1916.

Weimarer Republik (1918–1933)

1923 erfolgte die Eröffnung der städtischen Badeanstalt. 1930 wurde die Vollkanalisation der Innenstadt durchgeführt.

Drittes Reich (1933–1945)

Während der totalitären Diktatur des Nationalsozialismus wurde im Jahre 1933 in einer Zementfabrik im heutigen Ortsteil Börnicke durch die SA-Standarte 224 das KZ Börnicke als Teillager des frühen KZ Oranienburg eingerichtet. Zwischen 150 und 500 politische Gefangene – überwiegend Kommunisten und Sozialdemokraten aus dem Landkreis Osthavelland – wurden hier in Schutzhaft genommen, wobei mindestens zehn von ihnen ermordet wurden und weitere an den Haftfolgen starben. Nach der Auflösung des KZ Börnicke im Juli 1933 wurde das Lager als KZ-Außenlager des KZ Oranienburg weitergeführt.

Die Nauener Synagoge wurde 1938 während der Novemberpogrome stark beschädigt.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges erfolgte am 20. April 1945 bei Tag ein amerikanischer Luftangriff, bei dem etwa 60 Menschen starben. Der Bahnhof und die umliegenden Stadtgebiete erlitten schwere Zerstörungen.

Am 23. April 1945 rückten unter dem Oberbefehl von Marschall Schukow Bodentruppen der 1. Weißrussischen Front der Roten Armee, in deren Reihen auch Truppen der 1. Polnischen Armee kämpften, im Zuge ihrer Umfassung der Reichshauptstadt in Vorbereitung der Schlacht um Berlin gegen Nauen vor und nahmen die Stadt innerhalb von 24 Stunden ein.

Sowjetische Besatzungszone (1945–1949)

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gehörte Nauen zur Sowjetischen Besatzungszone.

Deutsche Demokratische Republik (1949–1990)

Nauen war Endbahnhof der in den 1960er Jahren eingestellten Osthavelländischen Kreisbahnen Nauen-Ketzin sowie Nauen-Velten.

Im heutigen Nauener Ortsteil Groß Behnitz befand sich vom 7. Oktober 1969 bis zum 7. Oktober 1986 die NVA-Kaserne der Raketenabteilung 1 (Abk.: RA-1). Diese Kaserne trug den Ehrennamen Rudi Arndt und den Tarnnamen Ogarok (deutsche Schreibweise des russischen Wortes Огарок = „Kerzenstummel“). Die Raketenabteilung 1 unterstand der 1. Mot.-Schützendivision (Abk.: 1. MSD) in Potsdam-Eiche, welche den Tarnnamen Morena (deutsche Schreibweise des russischen Wortes Морена = „Moräne“) trug.

Bundesrepublik Deutschland (1990–2016)

In der Nacht vom 24. auf den 25. August 2015 wurde die Sporthalle, die als Notunterkunft für ca. 100 Flüchtlinge hergerichtet worden war, durch Brandstiftung zerstört.

Eingemeindungen

Zur Stadt Nauen gehörten vor dem Jahr 2003 die drei Ortsteile Neukammer, Schwanebeck sowie die Waldsiedlung (Am Weinberg). Im Jahr 2003 beschloss der Brandenburgische Landtag am 24. März eine Gemeindegebietsreform. Diese Reform betraf im Landkreis Havelland auch das Amt Nauen-Land, welches sich bis dahin aus 14 Gemeinden zusammengesetzt hatte. Von diesen 14 Gemeinden wurden mit Wirkung zum 26. Oktober 2003 insgesamt 11 Gemeinden Ortsteile der Stadt Nauen. Dies sind die neuen Ortsteile Berge, Bergerdamm, Börnicke, Groß Behnitz, Kienberg, Klein Behnitz, Lietzow, Markee, Ribbeck, Tietzow und Wachow.

Bevölkerungsentwicklung

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Bevölkerungsentwicklung Nauens von 1700 bis 2014 (Angaben auf Grundlage des jeweiligen Gebietsstandes)

Jahr Einwohner
1875 6 929
1890 8 120
1910 9 176
1925 9 625
1933 10 659
1939 11 907
1946 13 106
1950 13 521
1964 12 090
1971 11 828
Jahr Einwohner
1981 11 787
1985 11 543
1989 11 215
1990 10 965
1991 10 769
1992 10 680
1993 10 594
1994 10 445
1995 10 355
1996 10 951
Jahr Einwohner
1997 10 918
1998 10 858
1999 10 736
2000 10 807
2001 10 987
2002 11 024
2003 16 774
2004 16 555
2005 16 649
2006 16 674
Jahr Einwohner
2007 16 675
2008 16 626
2009 16 523
2010 16 684
2011 16 475
2012 16 491
2013 16 616
2014 16 761

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Nauen besteht aus 28 Mitgliedern und dem Bürgermeister bei folgender Sitzverteilung:

  • SPD 9 Sitze
  • Ländliche Wählergemeinschaft Nauen (LWN) 6 Sitze
  • Die Linke 4 Sitze
  • CDU 4 Sitze
  • Frischer Wind für Nauen und Ortsteile/Piratenpartei 2 Sitze
  • Wählergruppe Bauern 2 Sitze
  • NPD 1 Sitz(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)

Bürgermeister

Detlef Fleischmann (SPD) wurde am 27. September 2009 mit 58,0 % der gültigen Stimmen für eine Amtsdauer von acht Jahren gewählt.

Wappen und Flagge

Das Wappen wurde am 7. Januar 1994 genehmigt. Blasonierung: „In Silber ein schrägrechtsgestellter blauer Karpfen.“Die Farben der Flagge sind Blau – Silber (Weiß). Der Tuchuntergrund wird im Verhältnis 1:1 längs geteilt. Das amtliche Wappen kann in der oberen Hälfte der Flagge eingebracht werden.

Städtepartnerschaften

  • Berlin-Spandau, Deutschland, seit 1988
  • Kreuztal, Deutschland, seit 1991

Übersicht:

Infrastruktur

Wirtschaft

Windkraftanlagen

Die „Nauener Platte“ ist heute ein ausgewiesenes Windnutzungsgebiet, welches durch eine hohe Anzahl und Dichte von Windkraftanlagen charakterisiert wird.

Bildung

In Nauen gibt es vier Grundschulen: neben der privaten Kreativitäts- und Ganztagsgrundschule des Leonardo-da-Vinci-Campus drei Grundschulen in städtischer Trägerschaft, nämlich die Dr. Georg Graf von Arco-Oberschule mit Grundschulteil, die Grundschule am Lindenplatz und die Käthe-Kollwitz-Grundschule (VHG). Dazu kommen zwei Förderschulen in Trägerschaft des Landkreises Havelland: zum ersten die Havellandschule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und die Regenbogenschule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Lernen. An Oberschulen bietet die Stadt neben der Kreativitäts- und Ganztagsoberschule des Leonardo-da-Vinci-Campus die städtische Dr. Georg Graf von Arco-Oberschule mit Grundschulteil. Zudem gibt es am Ort drei Berufsbildende Schulen: die Berufliche Schule für Wirtschaft Nauen in freier Trägerschaft, das Jugendaufbauwerk Nauen e. V. und das Oberstufenzentrum mit beruflichem Gymnasium des Landkreises Havelland. Das Abitur kann man auf einem der drei Gymnasien ablegen, entweder im Internationalen Ganztagsgymnasium des Leonardo-da-Vinci-Campus, dem Oberstufenzentrum mit beruflichem Gymnasium des Landkreises Havelland oder dem Städtischen Goethe-Gymnasium. Als Volkshochschule steht den Nauenern die Musik-, Kunst- und Volkshochschule des Landkreises Havelland offen.

Verkehr

Individualverkehr

Nauen liegt an der „B 5“ (Bundesstraße 5), die Hamburg mit Berlin verbindet. Die Entfernung nach Hamburg beträgt 247 km, bis zum Berliner Bezirk Spandau beträgt sie 24 km. Auf dem Weg in die Bundeshauptstadt ist Nauen über die „B 5“ an den „Berliner Ring“ (Bundesautobahn 10) angeschlossen. Von Nauen führt zudem die „B 273“ (Bundesstraße 273) über die Anschlussstelle Kremmen der „A 24“ (Bundesautobahn 24) nach Kremmen.

Motorisierung in Nauen 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.) 8 321 8 323 8 367 8 499 8 616 8 651 8 737
PKW je 1.000 Einwohner (31.12.Vj.) 499 501 506 509 523 525 526

Nauen liegt am Havelland-Radweg, der von Berlin in den Naturpark Westhavelland führt.

Öffentlicher Personennahverkehr

Der Bahnhof Nauen ist Endhaltepunkt der Regionalbahnen RB10 von Berlin-Hbf und RB14 von Berlin-Schönefeld Flughafen, beide betrieben von der Deutschen Bahn (DB). Die Stadt ist zudem Haltepunkt des Regionalexpress RE2 (Wismar – Cottbus) der Ostdeutschen Eisenbahn (ODEG).

Verschiedene Bus-Linien der Havelbus Verkehrsgesellschaft verbinden Nauen mit dem Umland.

Öffentliche Einrichtungen

In Nauen befindet sich ein Schwimmbad, betrieben als Stadtbad.

Sehenswürdigkeiten

St. Jacobi

Im Spätmittelalter erbaute man in Nauen zu Anfang des 15. Jahrhunderts (um 1400) die Kirche St. Jacobi, die architektonisch der Backsteingotik zuzurechnen ist. Den Chor mit dem Altar richtete man ein halbes Jahrhundert später in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts ein. Im Zuge der Reformation wurde die Kirche im 16. Jahrhundert evangelisch. Ende des 17. Jahrhunderts zerstörte ein Brand das Gebäude; man baute sie jedoch im Jahr 1695 wieder auf. Zwölf Jahre später wurde im Jahr 1707 (18. Jahrhundert) der 55 m hohe Turm mit seiner barocken Haube auf den ursprünglichen Unterbau aufgesetzt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts brachte man eine 1874 gebaute Orgel aus der Werkstatt Heerwagen in die Kirche ein.

Weitere Kirchen

  • Die Fachwerkkirche in Markee entstand 1697 als Ersatz für den hinfälligen Vorgängerbau. Sie enthält vorreformatorische Apostelfiguren, ein Bild aus der Cranach-Schule, eine Altarkanzel und eine Empore aus der Zeit um 1700 sowie Art déco-Ausmalungen aus den 1930er Jahren.
  • Von 1905 bis 1906 wurde die Katholische Kirche St. Peter und Paul im Stil einer neuromanischen Backsteinbasilika erbaut.

Historische Altstadt

In der historischen Altstadt befinden sich einige Gebäude, die im Zeitraum zwischen dem 17. Jahrhundert und dem 20. Jahrhundert entstanden. Dazu gehören der zwischen 1888 und 1891 fertiggestellte Rathausplatz mit dem Rathaus als neugotischem Backsteinbau sowie das Sittelsche Haus. Der Wasserturm an der Ecke Mauerstraße/Goethestraße wurde 1898 erbaut und 2006 renoviert; er beinhaltet jetzt Nauens höchste Wohnung. Zwischen 1999 und 2002 sanierte man in der Innenstadt das im Jugendstil errichtete „Voßsche Haus“ (Mittelstraße 33) sowie das „Barzsche Haus“ (Mittelstraße 12—16) und schließlich das „Rumpffsche Haus“.

Gedenkstätten

  • Gedenkstein für die KZ-Opfer von Börnicke auf dem Gelände der einstigen Fabrik aus dem Jahr 1975
  • Gedenkstein an der ehemaligen Synagoge in der Goethestraße Nr. 11 aus dem Jahr 1988. Im gleichen Jahr stellte man auf dem jüdischen Friedhof Am Weinberg eine Skulptur des Künstlers Ingo Wellmann zur Erinnerung an die verfolgten und ermordeten jüdischen Mitbürger auf.
  • Sowjetischer Ehrenfriedhof: Er erinnert an die in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges getöteten sowjetischen Soldaten der Roten Armee sowie zusätzlich an die während des Zweiten Weltkrieges in Nauen umgekommenen Zwangsarbeiter anderer Nationen. Der Friedhof befand sich ehemals an der Berliner Straße, wurde aber nach der Wiedervereinigung auf den Städtischen Friedhof verlegt.

Kultur

Filmproduktionen

Nauen diente als Kulisse für die Produktion von 16 Filmen. So wurden Teile des DEFA-Spielfilms „Solo Sunny“, der im Jahr 1980 erschien, in der Marktstraße in Nauen gedreht.

Persönlichkeiten

Ehemalige Ehrenbürger

Nach deutschem Recht erhalten den Titel Ehrenbürger nur lebende Personen.

  • Hans Werner Salomon (1926–2014), ehemaliger Politiker (SPD), von 1979 bis 1992 Bürgermeister des Berliner Bezirks Spandau, von 1995 bis 2014 Vorstandsvorsitzender des Ortsverbandes Nauen e.V. des Arbeiter-Samariter-Bundes Deutschland e.V., war seit 1996 Ehrenbürger Nauens.

Söhne und Töchter der Stadt

  • Friedrich Karl Ludwig von Below (1750–1814), geboren in Nauen, Landstallmeister im Hauptgestüt Trakehnen.
  • Heinrich Friedrich von Itzenplitz (1799–1883), geboren in Groß Behnitz, preußischer Minister, Naturwissenschaftler und Jurist.
  • Walter Pott (1878–1960), erster frei gewählter Bürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg in Hohen Neuendorf.
  • Hermann Schmidt (1880–1945), Jurist und Politiker (Zentrum), während der Weimarer Republik von 1927 bis 1932 preußischer Staatsminister der Justiz im Kabinett Braun III.
  • Heinrich Wilkens (1881–1948), Geistlicher und Politiker (Zentrum).
  • Ernst Kienast (1882–1945), deutscher Beamter, Direktor beim Reichstag.
  • Hans Ney (* 1924), geboren im Börnicker Wohnplatz Ebereschenhof, Marineoffizier der Bundeswehr, Heimatforscher und Autor.
  • Friedrich Zunkel (1925–2010), Sozial- und Wirtschaftshistoriker.
  • Arnold Zarft (1930–2009), geboren in Bergerdamm, Pastor, seit 2004 Ehrenbürger der Stadt Neustrelitz.
  • Heinz Klingenberg (* 1934), geboren in Nauen, Mediävist und Runologe, emiritierter Professor für Skandinavistik der Universität Freiburg.
  • Helmut Kliem (1939–1970), geboren im Börnicker Wohnplatz Ebereschenhof, Todesopfer an der Berliner Mauer.
  • Michael Werner (* 1939), Kunsthändler.
  • Wilfried Mommert (* 1944), Journalist.
  • Jürgen Drews (* 1945), Schlagersänger.
  • Thomas Plenert (* 1951), Kameramann.
  • Irene Annemarie Diekmann (* 1952), Historikerin, seit 2006 stellvertretende Direktorin des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien der Universität Potsdam.
  • Udo Schnelle (* 1952), Theologe, Professor an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
  • Jochen Kowalski (* 1954), geboren in Wachow, Sänger: Countertenor.
  • Klaus-Dieter Kurrat (* 1955), Leichtathlet: Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 1976 in Montréal mit der 4-mal-100-Meter-Staffel der DDR.
  • Udo Folgart (* 1956), Landwirt und Politiker (SPD).
  • Christoph D. Minke (* 1965), Kirchenmusiker: Organist, Chorleiter, künstlerischer Leiter des Schönberger Musiksommers, von 1994 bis 2007 mehrere Auszeichnungen für besonderes Engagement als Chorleiter und Kirchenmusiker.
  • Nancy Grimm (* 1979), Amerikanistin, Literaturwissenschaftlerin und Sachbuchautorin
  • Sabrina Schepmann (* 1981), Künstlername Sabrina Sandford, Fotomodell, Schönheitskönigin, Sängerin und Schauspielerin.
  • Claudia Grunwald (* 1982), geborene Hoffmann, Leichtathletin: Sprinterin.

Persönlichkeiten, die vor Ort wirkten

  • Georg Wilhelm Alexander Hans Graf von Arco (1869–1940), Physiker und Elektroingenieur.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Nauen

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