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Falkensee
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Falkensee
Falkenhagener Straße 43/49
14612 Falkensee

http://www.falkensee.de

Falkensee

160pxAbb. 1 Wappen von Falkensee
Basisdaten
Bundesland Brandenburg
Höhe 32 m
PLZ 14612
Vorwahl 03322
Gliederung 6 Ortsteile
Website www.falkensee.de
Bürgermeister Heiko Müller (SPD)

Falkensee ist eine Stadt im Osten des Landkreises Havelland. Sie ist ein Mittelzentrum des Landes Brandenburg und hat den Status einer Großen kreisangehörigen Stadt.

Geographie

Lage

Falkensee liegt am nordwestlichen Rand Berlins im sogenannten „Speckgürtel“ im Naturraum der Zehdenick-Spandauer Havelniederung. Im Norden grenzt Falkensee an Schönwalde, im Westen an Brieselang, im Süden an Dallgow-Döberitz, die zum Land Brandenburg gehören. Im Osten grenzt es an die zu Berlin-Spandau gehörenden Ortsteile Falkenhagener Feld und Staaken. Das größte Gewässer, der Falkenhagener See, liegt im Norden der Stadt.

Aufgrund der im Stadtgebiet reichlich vorhandenen Wälder, wie dem Spandauer Forst und etlicher kleinerer Gewässer, ist die Bevölkerungsdichte im Vergleich zu Berlin eher niedrig. Dies ist bedingt durch die an vielen Stellen erhaltene dörfliche Bebauung mit eingestreuten Weiden oder Wiesen, die großen, oft auch von Hochwald bestandenen Villengrundstücke und den teilweise vorhandenen Charakter einer Eisenbahnsiedlung.

Stadtgliederung und Namensgebung

Falkensee besteht aus den beiden ehemals selbstständigen Dörfern

  • Falkenhagen und
  • Seegefeld,zu denen durch spätere Ansiedlungen noch folgende Ortsteile kamen:
  • Finkenkrug
  • Falkenhöh
  • Falkenhain
  • Waldheim.

Alle Ortsteile sind nach 1990 wieder durch entsprechende Ortsteilbeschilderungen gekennzeichnet worden.

Der Name ist 1923 bei der Bildung der Gemeinde Falkensee aus den beiden größten eingemeindeten Dörfern Seegefeld und Falkenhagen als Kunstwort zusammengesetzt worden: Falken(hagen)see(gefeld). Der Ortsname wird auf der letzten Silbe betont: Falkensee. Falkenhagen wurde (und wird) auf der vorletzten Silbe betont, Seegefeld auf der ersten. Bei der Aussprache der zusammengefügten Ortsnamen änderte sich somit nichts.

Das direkt an den westlichen Berliner Bezirk Spandau angrenzende Falkensee wurde kurz nach dem Bau der Mauer (13. August 1961) durch Verleihung des Stadtrechts in den Status einer Stadt erhoben. Die Verleihungsurkunde datiert vom 7. Oktober 1961, dem zwölften „Nationalfeiertag der DDR“, und befindet sich in der Ausstellung des Museum und Galerie Falkensee.

Im selben Jahr wurde das bis dahin als Exklave zum sowjetischen Sektor Berlins gehörende West-Staaken nach Falkensee eingemeindet, 1971 aber wieder als eigenständige Gemeinde ausgegliedert.

Geschichte

Ursprünge

Seegefeld wurde erstmals 1265 urkundlich erwähnt, und Falkenhagen ist 1336 in einer Urkunde notiert. Falkenhagen wurde mehrfach von verheerenden Bränden heimgesucht. So brannte es am 12. April 1676 vollständig nieder, 1806 wurde der nördliche Teil durch Feuer zerstört, und 1822 brannte Falkenhagen erneut bis auf wenige Gebäude vollständig ab. Somit liegt die auf Papier aufgezeichnete und früher oder später verbrannte Geschichte des Ortes teilweise im Dunkeln.

1898 kaufte die Deutsche Ansiedlungsbank den Großteil des zum Rittergut Seegefeld gehörenden Landes und förderte seine Besiedlung. So entstanden die heutigen Ortsteile Neu-Finkenkrug, Neu-Seegefeld und der Stadtteil Waldheim. Im selben Jahr kam Falkenhain und 1902 das Siedlungsgebiet Falkenhagener See hinzu. Um 1920 erfolgte ein erster enormer Bevölkerungszuwachs vor allem aus dem nahen Berlin.

Am 1. April 1923 wurde nach Zustimmung durch das Preußische Staatsministerium die neue Landgemeinde Falkensee im Kreis Osthavelland gebildet. Zusammengelegt wurden die bisherigen Landgemeinden Falkenhagen und Seegefeld. Am 1. April 1927 wurde der Gutsbezirk Seegefeld aufgelöst und eingemeindet. Zum 1. Oktober 1928 folgte der Gutsbezirk Damsbrück.

Zeit des Nationalsozialismus

Bereits kurz nach der Machtergreifung der NSDAP setzte in Falkensee der Terror gegen Einrichtungen und Vertreter der Arbeiterbewegung ein. So wurde das Vereinsheim des Arbeitersportvereins "Fichte" in der Nachtigallstraße von einem SA-Sturm in Brand gesetzt, Mitglieder der KPD wurden von SA-Leuten mit Schusswaffen überfallen. Örtliche Funktionäre der Arbeiterbewegung wie der Arbeitersportler und Gemeinderat Oskar Sander wurden verhaftet, misshandelt und ins KZ verschleppt.1943 wurde am östlichen Stadtrand ein Häftlingslager als Außenlager des KZ Sachsenhausen errichtet (heutige Gedenkstätte an der Hamburger Straße). Ursprünglich war diese Anlage 1938 zur Unterbringung von 650 Bahnarbeitern angelegt worden, bevor sie 1939 an die Heeresverwaltung vermietet wurde, welche die Anlage weiter ausbaute und nördlich der Spandauer Straße ein Lager für Kriegsgefangene errichtete. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden dort bis zu 2.500 größtenteils ausländische Gefangene interniert. Sie verrichteten Zwangsarbeit im RAW der Deutschen Reichsbahn – dem späteren DEMAG-Panzerwerk Albrechtshof (am Seegefelder Weg) – und im umzäunten Barackenlager, das von der SS bewacht wurde. Weil die Gefangenen von den Morden während des Todesmarsches von Häftlingen des KZ-Außenlagers Lieberose zum KZ Sachsenhausen erfahren hatten, weigerten sie sich am 20. April 1945, dem Befehl zur Evakuierung nachzukommen. Nach der Flucht der Wachmannschaften empfingen sie die eintreffenden sowjetischen Truppen als Befreier. 1945 hatte Falkensee 32.000 Einwohner, da zahlreiche ausgebombte Berliner sich in das Umland retteten. Dies war die höchste Einwohnerzahl bis zu diesem Zeitpunkt und für die nächsten 55 Jahre.

Ab Mai 1945 und in der DDR-Zeit

Auf dem weitläufigen Gelände der Berlin-Seegefelder-Industrie AG (BSI), die sich bis 1945 südlich der Bahnstrecke zwischen den heutigen Bahnhöfen Falkensee und Seegefeld befand, waren nach Gründung der DDR über 30 Jahre der VEB Landmaschinenbau Falkensee/Kombinat Impulsa und das Transformatorenwerk untergebracht. Heute befinden sich in dem Gewerbegebiet Süd unter anderem ein großer Einkaufsmarkt und neben weiteren kleinen und mittelständischen Unternehmen ein Großhandelsmarkt.

Am 7. Oktober 1961, knapp zwei Monate nach dem Bau der Mauer, erhielt Falkensee das Stadtrecht als die bis dahin größte Landgemeinde Deutschlands. Zwischen Falkensee und dem Bezirk Spandau verlief dann bis zum Mauerfall die Staatsgrenze zwischen der DDR und West-Berlin. Auf dem Hof des Heimatmuseums wurde nach vollständigem Abbau der Grenzsicherungsanlagen ein typisches Sperrelement aus dem genannten Mauerabschnitt wieder aufgestellt, jedoch nicht in voller Höhe (siehe Bild).

Nach der Wiedervereinigung

Seit 1992 befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Gefangenenlagers eine Gedenkstätte mit Mahnmalen und mahnenden Kunstwerken, die teilweise von Jugendlichen aus Falkensee und der israelischen Stadt Ma’alot (es besteht seit 1990 ein Jugendaustausch der beiden Städte) zusammen erstellt wurden. Nach der Wiedervereinigung erlebte Falkensee einen zweiten starken Bevölkerungszuwachs, vor allem aus den westlichen Bezirken Berlins. In kurzer Zeit verdoppelte die Stadt ihre Einwohnerzahl. Dementsprechend eröffneten zahlreiche Einkaufszentren im Ort und zum Stadtrand hin neu.Der ehemalige Todesstreifen der DDR-Grenze wurde bepflanzt und bebaut, mittlerweile ist er nicht mehr überall zu erkennen. Auf dem Berliner-Mauer-Radweg kann heute auch in Falkensee dem Verlauf der ehemaligen Mauer nachgefahren werden.

Auf einem früheren Privatgrundstück am Falkenhagener See wurde 2003 die Botschaft von Madagaskar neu eröffnet.

Durch Erlass des brandenburgischen Innenministers erhielt Falkensee mit Wirkung ab 1. Januar 2006 den Status einer Mittleren kreisangehörigen Stadt.

Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1875 1 309
1890 1 558
1910 4 512
1925 8 180
1933 15 915
1939 24 824
1946 28 275
1950 29 189
1964 29 881
1971 26 007
Jahr Einwohner
1981 24 029
1985 23 340
1989 22 307
1990 22 087
1991 22 139
1992 22 105
1993 22 242
1994 22 801
1995 24 273
1996 25 640
Jahr Einwohner
1997 27 393
1998 29 505
1999 32 124
2000 33 791
2001 35 297
2002 36 179
2003 36 829
2004 37 493
2005 38 376
2006 39 008
Jahr Einwohner
2007 39 366
2008 39 821
2009 40 179
2010 40 511
2011 40 465
2012 40 905
2013 41 258
2014 41 777
2015 42 634

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik

Partei / Liste Stimmen-
anteil
Sitze Frak-
tion
CDU 28,6 % 10 10
SPD 24,0 % 8 8
Bündnis 90/Die Grünen 16,4 % 6 7
Alternatives Bündnis Freier Wähler 2,4 % 1
Die Linke 12,9 % 5 5
AfD 10,3 % 4 4
FDP 4,9 % 2 2
Einzelbewerber 0,5 %

Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung hat neben dem hauptamtlichen Bürgermeister Heiko Müller (SPD) derzeit 36 Mitglieder. Diese teilen sich nach der am 25. Mai 2014 erfolgten Kommunalwahl – bei einer Wahlbeteiligung von 48,5 Prozent – wie in der Tabelle dargestellt auf die Parteien und Wahlbündnisse sowie Fraktionen auf.

Jugendparlament

Von April 2008 bis zum Mai 2012 gab es in Falkensee ein neunköpfiges Jugendparlament. Aufgrund zu geringer Bewerberzahlen fand die Wiederwahl am 9. Mai 2012 jedoch nicht statt, so dass das Jugendparlament nicht zustande kam.

Bürgermeister

  • Mai 1990-Oktober 2007: Jürgen Bigalke (SPD)
  • seit November 2007: Heiko Müller (SPD)Der SPD-Bewerber Heiko Müller setzte sich in der Bürgermeisterstichwahl vom 11. Oktober 2015 gegen seine Mitbewerberin Barbara Richstein (CDU) mit 51,3 % der gültigen Stimmen durch und wurde damit für weitere acht Jahre in seinem Amt bestätigt.

Wappen

Das amtliche Wappen (Hoheitszeichen) wurde am 9. Februar 1994 genehmigt.

Blasonierung: „In Blau ein von silbernen Leisten begleiteter breiter grüner Schräglinksbalken, vorn oben eine aufgehende, ungebildete zwölfstrahlige goldene Sonne, im Balken ein linksgewendeter fliegender silberner Falke, hinten unten ein gestürzter silberner Fisch.“

Daneben existiert noch ein Logo der Stadt, welches nicht hoheitsrechtlich geschützt ist.

Flagge

Die Flagge der Stadt ist weiß und trägt in der Mitte das Falkenseer Stadtwappen.

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Die Denkmaldatenbank des Landes Brandenburg enthält für Falkensee 25 denkmalgeschützte Objekte, die in einer
→gesonderten entsprechenden Tabelle zusammengestellt sind.

Kirchen

Der Ort verfügt über folgende Gotteshäuser:

  • Evangelische Dorfkirche Falkenhagen (Kirchstraße Ecke Freimuthstraße) aus dem 17. Jahrhundert
  • Evangelische Dorfkirche Seegefeld (Bahnhofstraße 51) aus dem 13. Jahrhundert, 1781 baulich erweitert
  • Evangelische Dorfkirche Finkenkrug (Pfarrer-Voigt-Platz 1) aus dem beginnenden 20. Jahrhundert
  • Katholische Kirche St. Konrad von Parzham (Tiefer Grund Ecke Ringpromenade), 1934 eingeweiht, 2010 nach Entwürfen der Falkenseer Architekten David und Benjamin Seidl um ein Gemeindeensemble baulich erweitert. Die benötigten Gelder stellte die Kirchengemeinde durch den Verkauf kircheneigener Grundstücke in Falkensee und Schönwalde selbst bereit
  • Neuapostolische Kirche (Slabystraße 10)

Aufgrund des starken Anwachsens der Gemeinde Falkensee wurden nach dem Jahr 2000 zwei Kirchen neu gebaut und eingeweiht:

  • 2001 Kirche der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (Scharenbergstraße 1-3), 1929 errichtet, durch einen Neubau erweitert
  • 2008 evangelische Heilig-Geist-Kirche in Falkenhöh, als Bartning-Notkirche seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in einer Baracke (Brahmsallee 41) untergebracht.

; Geschichtsdenkmale

  • Kriegerdenkmale verschiedener Kriege in Falkenhagen, Seegefeld und Finkenkrug
  • Geschichtspark auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers Staaken-Falkensee des KZ Sachsenhausen
  • Gedenkstein für 61 umgekommene Zwangsarbeiter aus mehreren Ländern auf dem Kremmener Friedhof an der Veltener Straße
  • Denkmal für die Opfer des Faschismus auf dem Rathausplatz an der Kurzen Straße
  • Erinnerungsstein deutsche Teilung (1994); am 3. Oktober 1994 wurde südlich der Spandauer Straße, genau auf der Grenzlinie zu Spandau, ein Findling als Erinnerung an die langen Jahre der deutschen Teilung aufgestellt. Der vier Tonnen schwere Findling war vom Spandauer Steinmetzmeister Karlheinz Schafhausen gestaltet worden.()
  • Gedenktafel am sowie ein Stolperstein vor dem Wohnhaus der jüdischen Lyrikerin Gertrud Kolmar in der Feuerbachstraße im Ortsteil Finkenkrug, die ihr Haus verkaufen musste und von Berlin nach Auschwitz deportiert wurde, wo sie ums Leben kam.
  • Liste der Stolpersteine in Falkensee

Kultur

Am Dorfanger liegt das Jugendzentrum Creatives Zentrum – Haus am Anger, das zahlreiche bildende und künstlerische Kurse anbietet. Vor der Wende diente das Gebäude als Pionierhaus. In der Kantstraße gibt es einen Ableger.Zu den Kulturangeboten der Stadt sind außerdem das Museum in der Falkenhagener Straße, die Internationalen Falkenseer Musiktage, die Angerweihnacht, der Geschichtspark Falkensee und etliche Gedenkstätten zu nennen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

Größtes Unternehmen ist das Logistikzentrum am Bahnhof Seegefeld am Rande des Gewerbegebietes Süd, das aus den ab 1995 hier beheimateten Herlitz-Werken hervorging. Ansonsten ist die Falkenseer Wirtschaft durch viele klein- und mittelständische Unternehmen der Nahversorgung geprägt.

Verkehr

;StraßenverkehrFalkensee liegt an der Landesstraße L 201 zwischen Nauen und der Berliner Stadtgrenze (Bezirk Spandau). Die nächstgelegenen Autobahnanschlussstellen sind Falkensee, Brieselang und Berlin-Spandau an der A 10 (westlicher Berliner Ring).

Die Buslinien in Falkensee werden von der Havelbus Verkehrsgesellschaft betrieben. Zu Zeiten mit geringer Nachfrage werden teilweise Linientaxis zum Bustarif eingesetzt. Falkensee wird auch von einer Linie der Berliner Verkehrsbetriebe bedient, der Linie 337 vom Bahnhof Berlin-Spandau zum Bahnhof Falkensee.

Private Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Nichtgewerblich zugelassene PKW (zum 1.1.) 18 640 18 924 19 413 19 772 20 148 20 489 20 813 21 284
Nichtgewerbliche PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 474 475 483 488 498 501 504 509
Vergleichswert Land Brandenburg 475 479 486 493 506 508 510 512

;SchienenverkehrFalkensee hat drei Haltepunkte der Regionalbahn: Finkenkrug, Falkensee und Seegefeld (der Bahnhof Albrechtshof liegt wenige Meter östlich der Stadtgrenze auf Berliner Gebiet). Der Bahnhof Falkensee wird von folgenden Linien bedient:

  • Regional-Express-Linie RE 2 Wismar–Berlin–Cottbus
  • Regional-Express-Linie RE 6 Wittenberge–Berlin Gesundbrunnen
  • Regionalbahnlinie RB 10 Nauen–Berlin Südkreuz
  • Regionalbahnlinie RB 14 Nauen–Berlin–Flughafen Berlin-Schönefeld

Die beiden Regionalbahnlinien halten auch in Finkenkrug und Seegefeld.

An das Eisenbahnnetz wurde Falkensee bereits 1846 angeschlossen. Der erste Bahnhof mit dem Namen Seegefeld wurde provisorisch 1848, endgültig 1860 eröffnet. Falkensee gehörte seit 1921 zum Berliner Vororttarif. Trotz vieler früherer Pläne wurde Falkensee erst am 14. August 1951 an das Berliner S-Bahnnetz angeschlossen. Nach dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 war die Stadt wieder vom Stadtschnellbahnverkehr abgekoppelt. Falkensee war nur über den Berliner Außenring mit Halt im 1995 geschlossenen und 2006 abgerissenen Bahnhof Falkenhagen (im Ortsteil Waldheim) aus Berlin zu erreichen. Der Zugverkehr von Falkensee und Finkenkrug über den Außenring nach Potsdam funktionierte von 1961 bis 1995 ebenfalls nur mit Umsteigen an diesem Bahnhof.

Erst am 26. Mai 1995 wurde der Lückenschluss der Fernbahnverbindung Berlin–Hamburg zwischen Albrechtshof und Berlin-Spandau fertiggestellt. Seit Mai 1997 ist der Abschnitt elektrisch betrieben. Zuerst übernahmen nur Regionalbahn-Züge den Verkehr, seit dem 24. Mai 1998 fahren auch Regionalexpress-Züge als Nahverkehrszüge über Falkensee in die Berliner Innenstadt. Ein Teil der Züge aus Richtung Norden fuhr anstatt über den östlichen Berliner Außenring über Falkensee nach Berlin und stellte damit ein dichtes Zugangebot sicher. Diese Züge verkehren seit Eröffnung des neuen Berliner Hauptbahnhofes im Jahr 2006 von Oranienburg direkt nach Berlin und nicht mehr über Falkensee.

Die seit 1990 geplante Wiederherstellung der S-Bahn-Verbindung nach Berlin wurde bislang wegen des umstrittenen verkehrlichen Nutzens zurückgestellt. Laut der standardisierten Bewertung würde zwar der volkswirtschaftliche Nutzen die Kosten für eine S-Bahn-Verlängerung von Spandau nach Falkensee und den Bau eines vom übrigen Bahnbetrieb unabhängigen Streckengleises übersteigen, die Reisezeiten würden sich gegenüber der Regionalbahn mit der S-Bahn jedoch verlängern, so dass heutige Bahnnutzer möglicherweise auf das Auto umsteigen würden. Je nach Konzept kämen nur etwa 2.000 Fahrgäste pro Tag für die Nutzung infrage. Eine abschließende Entscheidung über den S-Bahnbau ist derzeit (Stand Oktober 2014) nicht in Sicht, und es besteht keine Einigkeit darüber ob, und wenn ja wie, ein Kapazitätsausbau der Hamburger Bahn erfolgen sollte.

;LuftverkehrDer Berliner Flughafen Tegel liegt etwa 18 Kilometer (Straße) entfernt.

Bildung

In Falkensee gibt es zehn Schulen:

  • Adolf-Diesterweg-Grundschule
  • G.E.-Lessing-Grundschule
  • Erich-Kästner-Grundschule
  • Geschwister-Scholl-Grundschule
  • Europaschule am Gutspark
  • Förderschule „Am Akazienhof“
  • Oberschule Falkensee
  • Gesamtschule „Immanuel Kant“ mit gymnasialer Oberstufe
  • Lise-Meitner-Gymnasium
  • Vicco-von-Bülow Gymnasium

Die Stadtbibliothek Falkensee verfügt über einen Bestand von 30.000 Medien

Sport

Falkensee verfügt über verschiedene Sporthallen und Sportstätten, wie eine BMX-Anlage und eine Tennis-Anlage. Die Fußball-Männermannschaft des SV Falkensee-Finkenkrug spielt in der Brandenburg-Liga. Weitere ansässige Sportvereine sind der SV Blau-Gelb Falkensee, der TSV Falkensee und Eintracht Falkensee, wobei Letzterer aus einer Abspaltung vom SV Blau-Gelb Falkensee hervorging.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Lutz Köhlert (1927–2012), Regisseur, Hochschullehrer
  • Klaus Bednarz (1942–2015), Journalist
  • Manfred Koslowski (1942–2008), Politiker (CDU)
  • Wolfram Ax (* 1944), Altphilologe
  • Norbert Rohde (* 1950), Buchautor
  • Klaus Schulze (1952–1972), Todesopfer an der Berliner Mauer
  • Wilfried Schulz (* 1952), Theaterintendant
  • Nils-Peter Skoruppa (* 1953), Mathematiker
  • Ingo Voge (* 1958), Bobsportler

Mit Falkensee verbundene Persönlichkeiten

  • Bruno Borchardt (1859–1939), Politiker und Schriftsteller, lebte bis zu seinem Tod in Falkensee
  • Felix Jacoby (1876–1959), klassischer Philologe, wohnte einige Zeit in Finkenkrug
  • Arthur Ungnad (1879–1947), Altorientalist, lebte in Falkensee
  • Oskar Sander (1885–1944), Gemeinderat in Falkensee, Opfer des Nationalsozialismus
  • Gertrud Kolmar (1894–1943), Lyrikerin, lebte in Finkenkrug
  • René Schwachhofer (1904–1970), lebte in Falkensee
  • Hannjo Hasse (1921–1983), DEFA-Schauspieler, lebte in Falkensee
  • Wassili Stalin (1921–1962), Flieger, Sohn Stalins, 1945–1947 in Falkensee stationiert
  • Karl-Heinz Heimann (1924–2010), Sportjournalist, wuchs in Falkensee auf
  • Karl-Heinz Jakobs (1929–2015), Schriftsteller, bis 1981 ansässig
  • Carlos Rasch (* 1932), Science-Fiction-Autor, lebte in Falkensee
  • Ralf Petersen (* 1938), Schlagerkomponist, lebte von 1945 bis 1962 in Falkensee
  • Monika Gabriel (1943–2007), Schauspielerin, Synchronsprecherin, wuchs in Falkensee auf
  • Jürgen Walter (* 1943), Chansonsänger, Produzent, lebt in Falkensee
  • Luise Horwath (* 1953), Malerin, lebt in Falkensee
  • Heiko Müller (* 1959), seit 2007 Bürgermeister der Stadt
  • Michael Hartmann (* 1974), Fußballspieler, lebt in Falkensee
  • Sabrina Schepmann (* 1981), Miss Deutschland 2000, lebte in Falkensee
  • Ronald Rauhe (* 1981), Kanute, Olympiasieger 2004, lebt in Falkensee

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Falkensee

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