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Münsingen
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Stadt Münsingen
Bachwiesenstr. 7
72525 Münsingen

http://www.muensingen.de

Münsingen (Württemberg)

160pxAbb. 1 Wappen von Münsingen (Württemberg)
Basisdaten
Bundesland Baden-Württemberg
Höhe 707 m
Fläche 117.01 km2
PLZ 72525, 72523 (Postfach)
Vorwahl 07381, 07383, 07384
Gliederung 14 Stadtteile
Adresse der Verwaltung Bachwiesenstraße 7
72525 Münsingen
Website www.muensingen.de
Bürgermeister Mike Münzing (SPD)

Münsingen ist die nach der Fläche größte Gemeinde im Landkreis Reutlingen in Baden-Württemberg. Mit einer Einwohnerzahl von rund 14.000 ist die zwischen Reutlingen und Ulm gelegene Stadt ein Mittelzentrum der Region Neckar-Alb. Ein Großteil der Gemarkung von Münsingen (98,5 %) gehört zum Biosphärengebiet Schwäbische Alb.

Geographie

Geographische Lage

Münsingen liegt auf der Schwäbischen Alb und gliedert sich in den Hauptort und die Ortsteile Apfelstetten, Bichishausen, Buttenhausen, Gundelfingen und Hundersingen im Tal der Großen Lauter sowie Auingen, Böttingen, Bremelau, Dottingen, Dürrenstetten, Magolsheim, Rietheim und Trailfingen auf der Münsinger Albhochfläche.

Geologie

Böttingen war eines der bedeutendsten Abbaugebiete für Onyxmarmor in Europa. Das hier abgebaute Gestein wird auch als Böttinger Marmor bezeichnet. Der Abbau ruht schon seit Jahrzehnten.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden aus zwei Landkreisen grenzen an die Stadt Münsingen, aufgezählt im Uhrzeigersinn:

Bad Urach im Nordnordwesten,Gutsbezirk Münsingen (gemeindefreies Gebiet) im Norden,Schelklingen im Osten,Mehrstetten im Osten,Ehingen im Südosten,Hayingen im Süden,Hohenstein im Südwesten,Gomadingen im Westen undSt. Johann im Nordwesten.

Stadtgliederung

Die Stadt Münsingen gliedert sich in die 14 Stadtteile Apfelstetten, Auingen, Bichishausen, Böttingen, Bremelau, Buttenhausen, Dottingen, Dürrenstetten, Gundelfingen, Hundersingen, Magolsheim, Münsingen, Rietheim und Trailfingen, die bis in die 1970er Jahre selbstständige Gemeinden bildeten. Zur Stadt gehören Münsingen und 26 weitere Dörfer, Weiler, Höfe und Häuser.

Im Stadtgebiet liegen die abgegangene Burg Reichenau (Stadtteil Auingen), die Wüstungen Buchhausen (Stadtteil Bichishausen), Hochstetten und Niederweiler (Stadtteil Bremelau), Ratzenhofen, Kennenstein und Walenstetten (Stadtteil Gundelfingen), Rockenweiler (Stadtteil Hundersingen), Bertoldesbach, Fröschenhofen und Weitstetten (Stadtteil Münsingen), Elwangen und die abgegangene Burg Littstein (Stadtteil Rietheim) und Brechhöfle und Siessen im Stadtteil Trailfingen.

Geschichte

Der Name Münsingen geht wahrscheinlich auf einen alemannischen Sippenführer Munigis zurück, der auf dem heutigen Stadtgebiet einer Huntare vorstand. 775 taucht dann der Name erstmals in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch auf. Nach der Frankenherrschaft geht der Ort an die Grafschaft Urach, welche ihn 1263 an Ulrich I. von Württemberg verkauft. 1339 erhält Münsingen das Stadtrecht. Bei der Teilung von Württemberg durch den Nürtinger Vertrag von 1441 wird Münsingen dem Uracher Teil zugeschlagen, bis hier 1482 im Münsinger Vertrag die Wiedervereinigung der Grafschaft Württemberg abgeschlossen wird. Am 23. Oktober 1654 wurde Münsingen zum Oberamt erhoben.

Die Größe und Bedeutung Münsingens leitet sich ursprünglich durch die strategische Lage ab. Münsingen war der württembergische Widerpart gegenüber der vorderösterreichen Donaustadt Ehingen. Nach den erheblichen Gebietszuwächsen des nun zum Königreich Württemberg erhobenen Herzogtums, die durch den Reichsdeputationshauptschluss und die Rheinbundakte begründet waren, wurde auch das Oberamt Münsingen Anfang des 19. Jahrhunderts um viele Neuwürttembergische Gebiete erweitert. Von 1938 bis 1973 war Münsingen die Kreisstadt des Landkreises Münsingen. Nach dessen Auflösung fiel die Stadt an den Landkreis Reutlingen.

1895 begann die württembergische Armee auf dem Markungsgebiet mit der Errichtung eines Truppenübungsplatzes für das XIII. Armee-Korps. Im Dritten Reich wurde er von der Wehrmacht erneut genutzt und 1942 zum gemeindefreien Gebiet Gutsbezirk Münsingen erklärt. Dort wurde 1944 die Russische Befreiungsarmee unter Andrei Andrejewitsch Wlassow aufgestellt. Das 1915 errichtete Neue Lager, das seit 1965 Herzog-Albrecht-Kaserne hieß, wurde am 31. März 2004 endgültig geschlossen. Das Kasernengelände wurde von der Gemeinde in eine Parksiedlung umgewandelt. Seit April 2006 sind der 6698 ha große ehemalige Truppenübungsplatz und die ehemalige Gemeinde Gruorn auf ausgewiesenen Wegen für die Öffentlichkeit zugänglich.

In der Nacht vom 3. auf den 4. Juni 1957 zerstörten mehrere Dutzend der ca. 450 Einwohner der Gemeinde Magolsheim in gemeinschaftlicher Aktion ein Wohnhaus, in dem am nächsten Tag eine Sinti-Familie einziehen wollte. Zuvor hatte die Gemeinde Magolsheim über alle möglichen Wege versucht, den Zuzug dieser Familie zu verhindern. Als dies nicht gelang, griffen die Einheimischen zur Selbstjustiz und schleiften das zweigeschossige Haus bis auf die Grundmauern. In einem Prozess 1958 wurden 31 Personen wegen Landfriedensbruchs und der Zerstörung von Bauwerken zu Gefängnisstrafen auf Bewährung verurteilt, in der Einschätzung weiter Teile der Öffentlichkeit waren sie jedoch „moralisch im Recht“. Die „Affäre Magolsheim“ war eines der deutlichsten Zeichen eines immer noch weit verbreiteten Antiziganismus in der BRD.

Bei Münsingen befinden sich folgende Burgruinen und Burgreste: Burg Bichishausen, Burg Buttenhausen, Burg Hohengundelfingen, Burg Hohenhundersingen, Burg Hohloch, Ruine Niedergundelfingen.

Von kulturhistorischer Bedeutung ist der Böttinger Marmor, der 1750 beim Bau eines Wohnhauses zufällig entdeckt worden sein soll. Er wurde im 18. Jahrhundert im Marmorsaal und Treppenhaus des Neuen Schlosses in Stuttgart verbaut. Steinbrüche, die sich im Nordosten von Böttingen erstreckten, wurden 1964 geschlossen und sind wegen Steinschlaggefahren nicht betretbar.

Religionen

Die Münsinger Kirche wird 804 erstmals genannt. Religiös entstammt die Kernstadt Münsingen wie auch die Stadtteile Apfelstetten, Auingen, Böttingen, Buttenhausen, Dottingen, Hundersingen, Rietheim und Trailfingen aus dem lutherischen Umfeld Altwürttembergs. Die Reformation war hier 1537 eingeführt worden. Durch den Stadtteil Magolsheim verlief die Grenze zwischen Württemberg und Vorderösterreich. Durch diese Besonderheit hat dieser kleine Ort zwei Kirchen (evangelisch und katholisch). Die anderen Stadtteile Bichishausen, Gundelfingen und Bremelau sind durch ihre frühere fürstenbergische bzw. vorderösterreichische Zugehörigkeit römisch-katholisch geprägt.

Die Stadt war Sitz des Kirchenbezirks Münsingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, bevor dieser am 1. Dezember 2013 mit dem Nachbarbezirk Bad Urach zum Kirchenbezirk Bad Urach-Münsingen fusionierte.

Neben den beiden großen Konfessionen sind heute auch die Neuapostolische Kirche, die Baptisten, die evangelisch-methodistische Kirche und die Biblische Glaubensgemeinde Münsingen in Münsingen vertreten.Im heutigen Ortsteil Buttenhausen bestand eine jüdische Gemeinde. Der Anteil jüdischer Familien am Ort war sehr hoch, ebenso ihre Integration in der Bevölkerung. Beim Novemberpogrom 1938 musste daher der angerückte SA-Trupp erst den Bürgermeister festnehmen, der sich hartnäckig gegen die Schändung der Synagoge wehrte. Dann wurde das Gotteshaus niedergebrannt, und die noch verbliebenen Familien wurden in der Folgezeit deportiert und somit Opfer der Shoa. Am ehemaligen Standort An der Mühlsteige erinnert ein Stein an dieses Geschehen. Zudem wurde 1961 in der Ortsmitte ein Mahnmal mit den Namen der 45 ermordeten jüdischen Einwohner errichtet. Der jüdische Friedhof, der von 1787 bis 1943 genutzt wurde, erhielt einen Gedenkstein.

Daneben gibt es in Münsingen eine Moschee, welche von der Türkisch-Islamischen Gemeinde zu Münsingen e.V., einem Verein unter dem Dachverband DİTİB, betrieben wird. Die Gemeinde hat ca. 70 Mitglieder.

Eingemeindungen

Dürrenstetten wurde bereits 1822 mit Gundelfingen vereinigt. Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden die folgenden bis dahin selbstständigen Gemeinden nach Münsingen eingemeindet:

  • 1. Juli 1971: Auingen, Böttingen und Dottingen
  • 1. Januar 1974: Apfelstetten und Gundelfingen
  • 1. April 1974: Bremelau und Trailfingen
  • 1. Januar 1975: Bichishausen, Buttenhausen, Hundersingen, Magolsheim und Rietheim

Wappen der früheren Gemeinden


Apfelstetten

Auingen

Bichishausen

Böttingen

Bremelau

Buttenhausen

Dottingen

Gundelfingen

Hundersingen

Magolsheim

Rietheim

Trailfingen

Im Zuge der Rekommunalisierung des gemeindefreien Gutsbezirks Münsingen (Landkreis Reutlingen) wurde zum 1. Januar 2011 die an Auingen angrenzenden Wohngebiete „Königstraße“, „Am Kapf“ und der öffentliche Wohnbereich „Altes Lager“ mit einer Gesamtfläche von 96,2 Hektar und 41 Einwohnern nach Münsingen eingemeindet.

Politik

Gemeinderat

In Münsingen wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Münsingen hat nach der letzten Wahl 24 Mitglieder (2009: 24). Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Die Wahlbeteiligung lag bei 50,2 % (2009: 52,7 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

SPD 30,7 % + 1,2 7 Sitze ± 0
Freie Wähler 23,3 % - 3,8 6 Sitze - 1
CDU 21,3 % - 2,9 5 Sitze - 1
Liberale Bürger 19,1 % − 0,1 5 Sitze + 1
Die Grünen 5,4 % + 5,4 1 Sitz + 1

Bürgermeister

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Die derzeitige Amtszeit von Mike Münzing endet am 27. November 2021.

  • um 1510: Jakob Ilsenbrand
  • Ludwig Neuffer (seine Tochter Margaretha heiratete Hans Hawysen)
  • 1587: Hans Hawysen
  • - N.N. -
  • 1900–1922: August Wörner
  • 1922–1945: Otto Werner
  • 1945–1949: Eugen Hahn
  • 1949–1971: Erwin Volz
  • 1971–1981: Heinz Kälberer (FW)
  • 1981–1997: Rolf Keller
  • seit 1997: Mike Münzing (SPD)

Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Silber eine liegende vierendige schwarze Hirschstange.“

Städtepartnerschaften

Mit den folgenden Städte unterhält Münsingen eine offizielle Städtepartnerschaft.

  • Beaupréau-en-Mauges in Frankreich
  • Mezöbereny in UngarnDarüber hinaus unterhält Münsingen freundschaftliche Beziehungen zu Münsingen BE in der Schweiz.Die Kirchengemeinde Münsingen unterstützt außerdem ein Straßenkinderprojekt in Eldoret in Kenia und wird hierbei von der Stadt unterstützt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Münsingen liegt an der Schwäbischen Dichterstraße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Musik

Die musikalische Kultur Münsingens wird hauptsächlich von den örtlichen musiktreibenden Vereinen getragen. Mit dem Posaunenchören in Münsingen, Auingen, Hundersingen-Buttenhausen und Dottingen, der Stadtkapelle Münsingen und den Musikvereinen Böttingen, Magolsheim und Rietheim sind viele Vereine im Bereich der Blasmusik aktiv. Daneben gibt es mehrere Kirchenchöre, sowie die weltlichen Sängergemeinschaften „Liederkranz Münsingen“, Männergesangverein Apfelstetten, Sängerbund Buttenhausen, Liederkranz Dottingen, Liedertafel Hundersingen, Männer-Gesangverein Trailfingen und den Chor des EJW Bezirk Münsingen. Außerdem gibt es noch die Gesellschaft der Musikfreunde Münsingen und das Akkordeonorchester Münsingen.

Bauwerke

Sehenswerte Bauwerke in Münsingen sind das historische Alte Rathaus aus dem Jahr 1550, sowie dessen Nachfolger, das Neue Rathaus im Heimatschutzarchitektur-Stil, das zwischen 1935 und 1937 erbaut wurde. Das „Alte Lager“ als historisches Gelände mit über 140 Gebäuden für bis zu 5200 Soldaten; früher Soldatenunterkunft des ehemaligen Truppenübungsplatzes. Die Alte Poststation ist ein Fachwerkgebäude aus dem 16. Jahrhundert. Sehenswert sind außerdem der Marktbrunnen und die 1495 durch Peter von Koblenz vollendete Martinskirche.

Im Stadtteil Buttenhausen steht das gleichnamige Schloss Buttenhausen und befindet sich ein jüdischer Friedhof. Außerdem existieren mehrere Burgruinen im Lautertal, die Burg Hohenhundersingen, Burg Bichishausen, Burg Hohengundelfingen und die Ruine Niedergundelfingen.

Aussichtstürme

Im Randbereich des ehemaligen Truppenübungsplatzes Münsingen stehen vier Aussichtstürme des Schwäbischen Albvereins, die alle frei zugänglich sind (Schlüssel gegen Kaution).

  • Der 42 m hohe Hursch-Turm steht etwa 1,5 km südwestlich von Römerstein-Zainingen und wurde 1981 errichtet.
  • Der 20 m hohe Waldgreutturm steht 2 km südöstlich von Römerstein-Zainingen und wurde 1981 errichtet.
  • Der 30 m hohe Heroldstatt-Turm steht etwa 2 km nordwestlich von Heroldstatt-Ennabeuren und wurde 1981 errichtet.
  • Der 8 m hohe Sternenbergturm steht unweit nordöstlich des Münsinger Stadtteils Böttingen und wurde um 1900 ursprünglich als Windmühle errichtet.

Museen

Münsinger Museen sind die Erinnerungsstätte Matthias Erzberger, das Jüdische Museum Buttenhausen, die Max-Kommerell-Ausstellung im Bürgerhaus Zehntscheuer, das Heimatmuseum im Alten Schloss, das Museum zum ehemaligen Truppenübungsplatz im "Alten Lager" bei Auingen und das Museum Anton Geiselhart und das Burgmuseum Gundelfingen.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Am 1. Mai findet regelmäßig das vom Luftsportverein Münsingen veranstaltete, internationale Oldtimer- und Dampfmaschinenfest statt. Jedes Jahr stellen hier etwa 600 Aussteller Motorräder, Lanzbulldogs, Dampfmaschinen, Oldtimerflugzeuge und vieles mehr ab Baujahr 1924 aus.
  • Jedes Jahr im Sommer findet in den Straßen und Gassen der Altstadt das Stadtfest statt, welches – musikalisch umrahmt – besonders vom Engagement der zahlreichen Münsinger Vereine lebt. 2009 gab es am Stadtfest ein besonderes Special: 1200 Jahre Münsingen. Hier wurde ein Mittelaltermarkt abgehalten.

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

Die Uralan Kunststoffverarbeitung GmbH befindet sich im Industriegebiet West. Zudem hat die Walter AG sowie die Volksbank Münsingen eG hier einen Sitz.

Verkehr

Die Bundesstraße 465 führt von Bad Urach kommend durch die Stadt über Ehingen nach Biberach an der Riß. Die Landesstraße 230 durchquert das Stadtgebiet in Ost-West-Richtung und bindet die Region an die Bundesautobahn 8 bei Merklingen an.Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 225. Der Bahnhof Münsingen, ein sogenannter Einheitsbahnhof, liegt an der Schwäbischen Albbahn (Schelklingen bis Kleinengstingen bzw. Trochtelfingen) und wird sonn- und feiertags von Anfang April bis Ende Oktober von Regionalbahnen und Sonderzügen angefahren, um vor allem Wanderer und Ausflügler an ihr Ziel zu bringen. Außerdem fahren das ganze Jahr über von Montag bis Freitag einige Regionalbahnen Richtung Ulm oder Richtung Gomadingen.Seit Anfang 2008 ist Münsingen mit einem Übergangstarif auch an den Donau-Iller-Nahverkehrsverbund (DING) angebunden.

Gericht

Münsingen verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Tübingen und Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart gehört.

Das Münsinger Amtsgericht geriet in den 1980er Jahren durch eine sich über Jahre hinziehende Prozesswelle mit etwa 300 Nötigungsverfahren gegen Aktivisten der Friedensbewegung in die Schlagzeilen auch überregionaler Medien. Unter ihnen war auch der im Stadtteil Hundersingen geborene und 1997 als Münsinger Bürgermeisterkandidat antretende Liedermacher Thomas Felder. Die angeklagten Teilnehmer einer 1982 durchgeführten einwöchigen Sitzblockade des Atomwaffenlagers Golf bei der damaligen Eberhard-Finckh-Kaserne in Großengstingen wurden zu Geldstrafen verurteilt. Die Urteile mussten nach einem Bundesverfassungsgerichtsurteil von 1995 aufgehoben werden, da sie dem Bestimmtheitsgrundsatz des Grundgesetzes widersprachen.

Bildung

Mit dem Gymnasium Münsingen, der Gustav-Mesmer-Realschule, der Hauptschule mit Werkrealschule Schillerschule, der Grundschule Grundschule am Hardt im Ortsteil Auingen, der Grundschule Dottingen, der Grundschule Lautertalschule und der Grundschule Astrid-Lindgren-Schule sind alle allgemeinbildenden Schulformen in der Stadt vertreten.

Daneben gibt es mit der Gustav-Heinemann-Schule (Förderschule), der Erich-Kästner-Schule (Sprachheilschule), der Karl-Georg-Haldenwang-Schule für Geistigbehinderte und der Außenstelle der Körperbehindertenschule Mössingen auch vier Sonderschulen.

Ergänzt wird das Angebot durch die Berufliche Schule Münsingen.

Für die jüngsten Einwohner gibt es sieben städtische, fünf evangelische und einen römisch-katholischen Kindergarten sowie zwei Kleinkinderstuben.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • 1782, 16. September, Johannes von Werner, † 5. September 1849 in Reutlingen, Finanzkammerpräsident, Landtagsabgeordneter
  • 1841, 27. Dezember, Lehmann Bernheimer, † 29. Mai 1918 in München, Kaufmann und Mäzen
  • 1855, 18. Juni, Max Rosengart, † 19. Mai 1943 in Stockholm, Rechtsanwalt, Ehrenbürger von Heilbronn sowie langjähriger Vorsitzender der Süddeutschen Volkspartei
  • 1869, 11. Januar, Theodor Ehemann, † 31. Juli 1943 in Schwäbisch Gmünd, württembergischer Oberamtmann
  • 1875, 20. September, Matthias Erzberger, † 26. August 1921 in Bad Griesbach im Schwarzwald, von der rechten Organisation Consul ermordeter Zentrumspolitiker und Finanzminister der Weimarer Republik
  • 1876, 4. Januar (oder 1879), Theodor Rothschild, † 11. Juli 1944 in Theresienstadt, Reformpädagoge und langjähriger Leiter des jüdischen Waisenhauses in Esslingen am Neckar, Opfer der Shoah
  • 1883, 22. Mai, Erwin Nestle, † 21. November 1972, Theologe und Altphilologe
  • 1890, 25. Januar, Karl Adler, † 10. Juli 1973 in Leonia, deutsch-jüdischer Musikwissenschaftler und Musikprofessor
  • 1902, 25. Februar, Max Kommerell, † 25. Juli 1944 in Marburg, Literaturwissenschaftler und Dichter
  • 1925, 29. November, Rul Bückle, † 12. Juni 2005 in Stuttgart, Luftfahrt-Pionier, Jagdflieger und Gründer der Südflug International
  • 1929, 28. Februar, Friedrich Mildenberger, † 24. März 2012 in Erlangen, evangelisch-lutherischer Theologe und Professor für Systematische Theologie
  • 1941, 24. Juli, Paul Münch, Hochschullehrer und Historiker
  • 1952, 18. September, Heinz Seiffert, Politiker, ehemaliger Bundestagsabgeordneter (CDU), seit 2005 Landrat des Alb-Donau-Kreises
  • 1953, 19. März in Hundersingen, Thomas Felder, Mundart-Dichter und Liedermacher
  • 1959, 22. März, Manfred Efinger, Wissenschaftsmanager und Politologe
  • 1964, 7. Februar, Jürgen Haas, Regisseur
  • 1975, 8. März, Andreas Glück, Landtagsabgeordneter (FDP) und Chirurg
  • 1978, 29. Juni, Dirk Schrade, Vielseitigkeitsreiter und Olympiasieger
  • 1978, 2. September, Richard Sigel, Landrat des Rems-Murr-Kreises

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Johann Caspar Bagnato (1696–1757), Baumeister des Barock
  • Meier Bernheimer (1801–1870) aus Buttenhausen, Tuchhändler, Gründervater der Münchener Firma Bernheimer für Stoffe, Möbelstoffe und Teppiche, später Kunsthändler
  • Sixt Carl von Kapff (1805–1879) evangelischer Theologe und Pietist, Dekan in Münsingen (1843–1847)
  • Jakob Stern (1843–1911), Rabbiner, Journalist und sozialistischer Schriftsteller, war von 1875 bis 1880 Rabbiner in Buttenhausen
  • Naphtali Berlinger (1876–1943), Lehrer und Rabbiner in Buttenhausen
  • Erwin Rommel (1891–1944), Heeresoffizier und späterer Generalfeldmarschall war 1915 in der Herzog-Albrecht-Kaserne Kompanie- und Kampfgruppenführer
  • Gustav Mesmer (1903–1994), Flugfahrradbauer und Künstler, starb in der Diakonie in Buttenhausen
  • Erich Hoerz (1929–2008), Erfinder, Pädagoge und Philosoph
  • Horst Glück (1940–2004), in Münsingen gestorben, Landtagsabgeordneter (FDP) und Chirurg
  • Gunter Haug (* 1955), Schriftsteller
  • Hermann Wenzel (* 1938), Rektor der Pädagogischen Hochschule Reutlingen, langjähriger Stadtrat
  • Maximilian Podolnyj (* 1997), Junioren-Kickbox-Weltmeister und Schüler

Weblinks

dito von Apfelstetten, Auingen, Bichishausen, Böttingen, Bremelau, Buttenhausen, Dottingen, Gundelfingen, Magolsheim.

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Münsingen (Württemberg)

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