Stadt Bad Kreuznach
Der Oberbürgermeister
Hochstr. 48
55543 Bad Kreuznach

http://www.bad-kreuznach.de

Bad Kreuznach

160pxAbb. 1 Wappen von Bad Kreuznach
Basisdaten
Bundesland Rheinland-Pfalz
Höhe 104 m
PLZ 55543, 55545, 55583
Vorwahl 0671, 06727, 06708
Gliederung 5 Ortsbezirke
Adresse der Verwaltung Hochstraße 48
55545 Bad Kreuznach
Website www.bad-kreuznach.de
Oberbürgermeisterin Heike Kaster-Meurer (SPD)

Bad Kreuznach ist eine Kurstadt und der Sitz der Kreisverwaltung des Landkreises Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Als Mittelzentrum mit Teilfunktionen eines Oberzentrums ist sie administratives, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum einer Region mit mehr als 150.000 Einwohnern. Bad Kreuznach ist Sitz der Verbandsgemeinde Bad Kreuznach und der Verbandsgemeinde Bad Münster am Stein-Ebernburg, gehört als große kreisangehörige Stadt jedoch keiner von beiden an. Zudem ist sie Sitz einer Bundes- und mehrerer Landesbehörden, eines Amts-, Land- und Arbeitsgerichtes sowie der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz.

Geographie

Geographische Lage

Bad Kreuznach befindet sich zwischen Hunsrück, Rheinhessen und Nordpfälzer Bergland etwa 14 km (Luftlinie) südsüdwestlich von Bingen. Es liegt an der Einmündung des Ellerbachs in den Unterlauf der Nahe.

Ortsbezirke

Die vier Ortsbezirke bzw. Stadtteile sind Bosenheim, Ippesheim, Planig und Winzenheim. Zum 1. Juli 2014 wurde Bad Münster am Stein-Ebernburg eingegliedert und bildet nun einen weiteren Ortsbezirk.

Klima

Der Jahresniederschlag beträgt 517 mm. Nur 5 % der Messorte des Deutschen Wetterdienstes zeigen niedrigere Werte an; der Niederschlag liegt somit im unteren Drittel. Der trockenste Monat ist der Januar. Im niederschlagreichsten Monat fällt ca. 80 % mehr Regen als im trockensten Monat. Am meisten regnet es im Juni. Die jahreszeitlichen Niederschlagschwankungen liegen im unteren Drittel. In nur 7 % aller Orte schwankt der monatliche Niederschlag weniger.

Geschichte

Vorgeschichte und Römerzeit

Bereits im 5. Jh. v. Chr. ist auf der heutigen Gemarkung die Existenz einer keltischen Siedlung belegt. Um das Jahr 58 v. Chr. wurde das Gebiet Bestandteil des römischen Reiches, es entstand ein römischer Vicus, der Sage nach benannt nach dem Kelten Cruciniac, der den Römern einen Teil seines Landes für die zu errichtende Versorgungsstation zwischen Mainz (Mogontiacum) und Trier (Augusta Treverorum) überließ. Kreuznach lag an der Römerstraße, die von Metz (Divodurum) über den Saarübergang bei Dillingen-Pachten (Contiomagus) und den Vicus Wareswald bei Tholey nach Bingen (Bingium) führte. Weitere römische Straßen vom Knotenpunkt Kreuznach aus werden über Wöllstein und Flonheim nach Alzey (Alteium) / Worms (Borbetomagus), über Gensingen, Ockenheim und Ingelheim nach Mainz oder über Waldböckelheim, Sobernheim, Kirchberg bzw. Denzen (Dumno), Wederath (Belginum) und Neumagen (Noviomagus Treverorum) nach Trier vermutet.

Um das Jahr 250 erfolgte der Bau eines gigantischen, in seinen Abmessungen von 81 m × 71 m nördlich der Alpen einzigartigen und ebenso luxuriösen Palastes im Stil einer Peristylvilla, welche alleine im Erdgeschoss 50 Räume umfasste. Die Funde sind heute in der sogenannten Römerhalle ausgestellt. Spolien, die nahe der „Heidenmauer“ gefunden wurden, lassen darauf schließen, dass es ein Mercurius- oder Mercurius- und Maia-Heiligtum und ein gallo-römisches Provinztheater gab.

Nach einer aus dem Ende des 3. Jahrhunderts stammenden Inschrift und Ziegelplatten, die in Bad Kreuznach gefunden wurden, war dort eine Vexillation (Abteilung) der Legio XXII Primigenia stationiert. Im Zuge von Grenzsicherungsmaßnahmen gegen die immer wieder von jenseits des Limes in das römische Reich einfallenden germanischen Stämme der Alemannen errichtete man 370 ein Auxiliarkastell unter Kaiser Valentinian I. Die handschriftliche Überlieferung des um 371 entstandenen Reiseberichtes „Mosella“ des Dichters Ausonius beginnt mit der Überquerung des nebeligen Flusses „Nava“ (Nahe) an einer neu ummauerten alten Siedlung („vicus“). „Vicus“ wird in den modernen Textausgaben meistens zu „Vingum“ = „Bingen“ „verbessert“, ist jedoch verschiedentlich auch als früher literarischer Hinweis auf Kreuznach gedeutet worden. Ausonius lokalisiert eine verlustreiche Schlacht (ein „Cannae“) der Gallier in der Nähe dieser Siedlung.

Mittelalter

Nach dem Zerfall des römischen Reiches wurde Kreuznach im Jahr 500 Königshof und Reichsdorf des sich neu entwickelnden fränkischen Reiches. Es folgte der Bau einer ersten Kirche in den Mauern des römischen Kastells, die zuerst dem Hl. Martin, später dem Hl. Kilian geweiht war und 1590 abgebrochen wurde.

Um 741/42 soll die St.-Martins-Kirche in Kreuznach nach einer Urkunde Ludwigs des Frommen von 822, der sich auf eine Vorurkunde Karls des Großen berief, durch seinen Vorfahren Karlmann dem 742 neu gegründeten Bistum Würzburg geschenkt worden sein. Auch die Würzburger Chronik berichtet, dass Bischof Burkard mit 24 anderen Kirchen von Karlmann die „S. Martins Kirche zu Creützenach“ erhielt. Nach dieser Notiz wird Kreuznach erstmals wieder urkundlich erwähnt in den Annales regni Francorum und den Annales Bertiniani als königliche Pfalz, in der sich Ludwig der Fromme 819 und 839 zur Jagd, vermutlich im nahe gelegenen Reichforst Soonwald, aufhielt. Ludwig der Fromme (823 „villa Cruciniacus“ 825 und 839 „Cruciniacum castrum“ oder „Cruciniacum palatium regium“), Ludwig der Deutsche (845 „villa Cruzinacha“, 868 „villa Cruciniacum“), Karl III. „der Dicke“ (882 „Chrucinachum, Crutcinacha, Crucenachum“), Arnulf von Kärnten (889), Karl III. der Einfältige (911 „villa Crustiacum“, Varianten „Cruztiacum, Cruztiacolum“), Heinrich I. (923), Otto I. (962 „Cruciniacus“), Otto II. (977 „Krucinacha“) oder Friedrich I. (1179 „Cruczennach“) erwähnen Kreuznach in ihren Urkunden. „Crucinaha“ in Urkunden Kaiser Otto III. aus dem Jahr 1000 (Verleihung eines Jahrmarktes; Münzrecht) wird dagegen heute eher auf das luxemburgische Christnach (Ortsteil von Waldbillig) bezogen. In lateinischen Quellen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit wurde Kreuznach nicht nur als Crucenacum, Cruciniacum o. ä., sondern auch als Stauronesus, Stauronesum (zu σταυρός „Kreuz“ und νῆσος „Insel“) oder Naviculacrucis (zu navicula „Nachen“ und crux „Kreuz“) bezeichnet. Als Abkürzungen begegnen „Xnach“, „\mathfrak{X} nach“ (Fraktur-X mit Querbalken) oder „†nach“.

Ein in älterer Literatur angenommener Normannensturm im Jahre 882 fand wohl nicht hier, sondern in der Trierer Gegend statt. Karl III. „der Dicke“ schenkte 882 die „Nona“ von der königlichen indominicata villa (= Frongut) Crutchinaca dem Bartholomäusstift am Kaiserdom in Frankfurt am Main, 977 bestätigte Kaiser Otto II. die Schenkung. Um 1017 belehnte Kaiser Heinrich II. den Großneffen seiner Frau Kunigunde von Luxemburg, Graf Eberhard V. von Nellenburg, mit dem Fronhof Kreuznach und der zugehörenden villa (= Dorf) Schwabenheim. 1065 soll König Heinrich IV. die Lehnsherrschaft über den Ort Kreuznach dem Hochstift Speyer übertragen haben. Als Adalbert von Mörsberg, ein Urenkel des Grafen Eberhard V., seine Tochter Mechthild mit Meginhard von Sponheim vermählte, ging kurz nach 1105 die Lehnsnehmerschaft an die Grafschaft Sponheim über.

Am Dreikönigstag 1147 soll Bernhard von Clairvaux nach der Vita S. Bernardi fundatoris seines Schülers Gaufridus von Clairvaux auf seiner Reise von Speyer nach Koblenz bei der Kirche beim „castrum Gruzenach“ ein Heilungswunder bewirkt haben. Am 20. Juli 1183 brannte die Hälfte des alten fränkischen Dorfes „Osterburg“ (Hosterburc) am ehemaligen Römerkastell ab. Von den 21 Familien siedelten danach 11 in das Gebiet der heutigen Altstadt über.

In einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1203 wird Crucenache erstmals als Stadt (oppidum) bezeichnet. In den Jahren 1206 bis 1230 ließen die Grafen Gottfried III. von Sponheim und Johann I. von Sponheim trotz des Verbots durch König Philipp von Schwaben die Kauzenburg bauen. Mit diesem Burgbau einher ging der Aufbau der auf dem nördlichen Naheufer gelegenen Neustadt.

1235 beziehungsweise 1270 bekam Kreuznach die Stadt-, Markt-, Steuer- und Zollrechte unter der Herrschaft des Grafengeschlechts derer von Sponheim verliehen, welche 1290 durch König Rudolf I. von Habsburg, der den Bürgern das Oppenheimer Stadtrecht verlieh, nochmals bestätigt wurden. Eine frühe Bekanntheit der Stadt belegt die Zeile eines Liedes des Minnesängers Tannhäuser aus dem 13. Jh., das in einer Handschrift von Hans Sachs erhalten geblieben ist: „vur creűczenach rint aűch die na“. 1262 fand „eyn Magus unnd wunderseltzamer Gauckler auß dem Niderland“, der auf dem Kreuznacher Markt eine scheinbare Köpfung und andere Zaubertricks vorführte, überregionale Beachtung.

1279 in der Schlacht bei Sprendlingen entstand die Legende des Michel Mort. Der Kreuznacher Metzger soll auf Seiten der Sponheimer Truppen gegen die Truppen des Erzbischofs von Mainz gekämpft haben. Als Graf Johann I. von Sponheim-Kreuznach in Bedrängnis geriet, zog Michel Mort die Lanzen der Feinde auf sich und rettete so durch seinen Tod den Grafen.

Seit dem Ende des 13. Jahrhunderts ist die Ansiedlung von Juden in Kreuznach bezeugt, Anfang des 14. Jahrhunderts lebten kurzzeitig auch oberitalienische Kaufleute („Lombarden“) – sogenannte „Kawerzen“ – in der Stadt. Graf Simon II. ließ um 1300 Alt- und Neustadt von Kreuznach durch eine steinerne Brücke verbinden.

Im 13. Jahrhundert war Kreuznach eine befestigte Stadt und widerstand 1320 einer Belagerung durch den Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg in einer Fehde mit Simon II. von Sponheim. 1361 erteilte Kaiser Karl IV. dem Grafen Walram I. von Sponheim ein Jahrmarktsprivileg für Kreuznach. 1375 kam es in Kreuznach zu einem Aufstand von Bürgern gegen den Rat der Stadt. Walram I. ließ daraufhin vier der Anführer auf dem Marktplatz enthaupten.

Während der Regentschaft von Graf Simon III. von Sponheim-Kreuznach nahm 1390 Herzog Wilhelm I. von Jülich-Geldern an einem Turnier in Kreuznach teil. 1399 zerstörte eine Feuersbrunst die halbe Neustadt. 1408 wurde Pfalzgraf Stefan, Sohn des Königs Ruprechts III. von der Pfalz, von dem Bischof von Speyer und Reichskanzler Raban von Helmstatt mit Burg und Stadt Kreuznach belehnt, weil Simon III. von Sponheim-Kreuznach das Lehen nicht rechtzeitig „gemutet“ (förmlich beantragt) hatte. Stefan von der Pfalz konnte sich aber nicht gegen die Sponheimer durchsetzen, weil Kreuznach kein Speyrer Lehen war.

1417 starb mit Gräfin Elisabeth von Sponheim-Kreuznach, der Tochter Simons III., die vordere Linie des Hauses Sponheim aus. Sie teilte die Grafschaft in ihrem Testament zwischen der Kurpfalz (1/5) und der Grafschaft Sponheim-Starkenburg (4/5) auf. 1418 belehnte König Sigismund von Luxemburg den Grafen Johann V. von Sponheim-Starkenburg mit dem Jahrmarkt, der Münze, den Juden zu Kreuznach und dem Geleitrecht bis Gensingen auf der Trier-Mainzer Fernstraße. Pfalzgraf Ruprecht der Engländer (1406–1426) bat 1423 den Herzog Adolph VII. von Berg um Pferde, weil er im Mai an einem Turnier in Kreuznach teilnehmen wollte. 1437 wurde die Herrschaft über Kreuznach zwischen den Grafen von Veldenz, den Markgrafen von Baden und der Pfalzgrafschaft Pfalz-Simmern aufgeteilt.

1457, als es in vielen oberdeutschen Städten zu einer Kinderwallfahrtsbewegung kam, zogen auch 120 Kinder aus Kreuznach auf ihrem Weg zum Mont-Saint-Michel durch Wissembourg. Ein starkes Hochwasser, das die Wörthkirche gänzlich unter Wasser setzte, überflutete 1458 die Stadt.

1475 erließ die Kurpfalz eine umfassende Polizeiordnung für das Amt Kreuznach, in dem zu dieser Zeit kein badischer Amtmann residierte. Im Oktober 1476 hielt sich während der Burgunderkriege der päpstliche Legat Alessandro Numai († 1485), Bischof von Forlì, in Kreuznach auf. Im Erbschaftsstreit zwischen Pfalzgraf Alexander von Pfalz-Zweibrücken und seinem Bruder Kaspar fand 1489 unter Vermittlung von Johann I. von Pfalz-Simmern ein Sühnetag in Kreuznach statt, bei dem Kurfürst Philipp der Aufrichtige von der Pfalz auf eine Teilung des Erbes entschied.

Kurfürst Philipp der Aufrichtige und Herzog Johann I. von Pfalz-Simmern bewilligten der Stadt 1490 einen zweiten Jahrmarkt. Im selben Jahr 1490 verlieh Kurfürst Philipp die „saltz- und badbronnen“ zwischen der Ebernburg und Kreuznach seinen Köchen Conrad Brunn und Matthes von Nevendorf. Die solehaltigen Quellen waren wahrscheinlich 1478 entdeckt worden, allerdings wurde schon im 13./14. Jh. ein „Sulzer Hof“ im heutigen Salinental erwähnt.

Am 24. August 1495 kam es zu einem weiteren Aufstand von Bürgern, der diesmal gegen den pfälzischen Kreuznacher Amtmann Albrecht V. Göler von Ravensburg gerichtet war, der die Entlassung eines Gefangenen gegen Bürgschaft verweigert hatte. Kurfürst Philipp ließ daraufhin einige der Anführer verstümmeln und setzte eine neue Stadtordnung in Kraft.

Herzog Eberhard II. von Württemberg machte 1498 nach seiner Absetzung auf dem Weg in das Exil, das ihm Kurfürst Phlipp von der Pfalz auf der Burg Lindenfels gewährte, einige Zeit in „Steuronesum Oppidum, vulgo Creutz“ Station.

Stadtbefestigung

Die 1247 erstmals erwähnte Stadtmauer bildete in der Altstadt im Grundriss ungefähr ein Quadrat, das einige Meter vor dem Verlauf der heutigen Straßen Wilhelmstraße – Salinenstraße – Schloßstraße und vor dem Mühlenteich verlief. Als Stadttore dienten im Norden das Kilians- oder Mühlentor (1877 abgebrochen), im Südosten das Hackenheimer Tor (später Mannheimer Tor; 1860 abgebrochen) und im Süden das – oft zum Schutz zugemauerte – St.-Peter-Pförtchen am Ende der Rossstraße.

In der Neustadt zog sich die Stadtmauer vom „Butterfass“ (dem späteren Gefängnisturm) am Naheufer bis zum Übergang von der Wilhelmstraße zum Brückes auf der B 48, wo sich im Nordwesten die Löhrpforte (auch Lehrtor oder Binger Tor; um 1837 abgebrochen) befand. Dann verlief sie im Bogen zwischen Hofgartenstraße und Hochstraße bis zum Rüdesheimer Tor im Südwesten am Beginn der Gerbergasse, deren Verlauf sie bis zur Ellerbach und der Nahe entlang als Ufermauer folgte. In diesem Abschnitt enthielt die Stadtmauer die Fischer- oder Ellerpforte als Wassertor und im Süden die „Große Pforte“ an der Nahebrücke.

Zur Befestigungsanlage der Kauzenburg auf dem der Neustadt gegenüberliegenden Ufer der Ellerbach, dem Burgfrieden, gehörten das Klappertor und ein Zwinger, von dem sich der Straßenname „Zwingel“ erhalten hat. Auf der Brücke zum Wörth (der Flussinsel zwischen beiden Stadtteilen) befand sich das „Brückentor“.

Zur Verteidigung der Stadt bestand neben den Burgmannen der Burg eine Art Bürgerwehr bzw. Schützengilde. Aus dem Jahre 1487 ist eine von Peter Schöffer in Mainz gedruckte Einladung von Bürgermeister und Rat der Stadt „und gemeyn schießgesellen der armbrost schutzen da selbst“ zu einem Schießwettbewerb am 23. September als Inkunabeldruck erhalten.

Jüdische Bevölkerung

Am 31. März 1283 (2. Nissan 5043) wurde in Kreuznach (קרוצנכא, קרייצנך) Rav Ephraim bar Elieser ha-Levi - offenbar aufgrund eines Gerichtsurteils - gerädert. Wahrscheinlich steht die Hinrichtung im Zusammenhang mit der Mainzer Ritualmordbeschuldigung, die im März und April 1283 auch zu Pogromen in Mellrichstadt, Mainz, Bacharach und Rockenhausen führte. 1301 war Joseph von Crucenach einer der Gläubiger der Grafen Simon II. und Johann II. von Sponheim-Kreuznach. 1311 wird Aaron Judeus de Crucenaco und 1328, um 1333, 1342, 1343 der jüdische Bankier Abraham von Kreuznach in Bingen, dem Erzbischof Heinrich III. von Virneburg 1342 den Rheinzoll zu Geisenheim verpachtete, erwähnt.

1336 erlaubte Kaiser Ludwig der Bayer dem Grafen Johann II. von Sponheim-Kreuznach, „daß er zu Creützenach oder anderstwoh in seinen landen 60 haußgesäsß gefreyter juden ewiglich halten möge“. Nach weiteren Verfolgungen in der Pestzeit 1348/49 sind erstmals wieder 1375 Juden in Kreuznach nachweisbar.

Spätestens seit 1382 lebte der Jude Gottschalk aus Katzenelnbogen in Kreuznach, dem das Haus an der Ecke Lämmergasse / Mannheimerstraße 12 (später: Löwensteiner Hof) nahe dem Eiermarkt gehörte. Unter dem Vorwand des Wuchers wurden er und seine Familie 1404 von Simon III. von Sponheim ins Gefängnis geworfen und erst gegen eine sehr hohe Lösegeldzahlung freigelassen. Auf Gottschalks Intervention hin schaffte Erzbischof Johann von Nassau-Wiesbaden-Idstein den Würfelzoll für Juden beim Grenzübertritt zum Erzstift Mainz ab.

Die von König Sigismund von Luxemburg angeordneten Sondersteuern für Juden wurden 1418 und 1434 auch in Kreuznach erhoben. 1432 wurden zwei Juden, denen vorgeworfen wurde, im „Wolfsheck“ bei Braunweiler einen Ritualmord begangen zu haben, in Kreuznach vor der Stadtmauer verbrannt.

Im Mittelalter war der östliche Teil der heutigen Poststraße in der Neustadt die Judengasse, die Kleine Judengasse führte von ihr zur jetzigen Magister-Faust-Gasse. 1482 wird eine „Judenschule“ erwähnt, die sich möglicherweise schon in der Fährgasse 2 (früher: „Kleine Eselsgass“) befand, wo später die „Alte Synagoge“ von Bad Kreuznach stand (1715 hier erstmals erwähnt; 1737 barocker Neubau, 1844 renoviert, 1938 verwüstet, 1953/54 abgebrochen, 1975 letzter Mauerrest beseitigt).

Pfalzgraf Ludwig V. erlaubte 1525 dem Meïr Levi, sich zunächst für 12 Jahre in Kreuznach anzusiedeln, den dortigen Geldhandel zu ordnen, Besuche zu empfangen, eine eigene Begräbnisstätte anzulegen und mit Arzneimitteln zu handeln. 1532 scheint Meïr Levi nach Frankfurt am Main übersiedelt zu sein. In der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts lebte sein Sohn, der Arzt Isaak Levi, in Kreuznach, dessen Sammlung medizinischer Rezepte als Des Juden buch von kreuczenach bekannt geworden ist. Das Werk ist in einer von Ludwig V. von der Pfalz persönlich abgeschriebenen Handschrift erhalten.

Der älteste jüdische Friedhof in Kreuznach lag im Gebiet des heutigen Rittergutes Bangert (1525 und 1636 erwähnt). Der jüdische Friedhof an der Stromberger Straße wurde 1661 angekauft (ein erhaltener Grabstein stammt schon aus dem Jahr 1630) und 1919 erweitert. Er gilt als einer der besterhaltenen in Rheinland-Pfalz.

Die ursprünglich aus Kreuznach stammende jüdische Familie Creizenach ist seit 1733 in Mainz und Frankfurt am Main bezeugt und hat bedeutende Gelehrte (Michael Creizenach, Theodor Creizenach, Wilhelm Creizenach) hervorgebracht.

Die jiddische Bezeichnung für Kreuznach war צלם־מקום (abgekürzt צ״מ) Zelem-Mochum (Celemochum), wörtlich „Bildnis-Ort“, da der Begriff „Kreuz“ von frommen Juden gemieden wurde.

1828 waren 425 von 7.896 Einwohnern der Bürgermeisterei Kreuznach (5,4 %) und 1890 waren 611 von 18.143 Einwohnern der Stadt Kreuznach (3,4 %) jüdischen Glaubens.

Klöster

Vor dem Dreißigjährigen Krieg gab es in Kreuznach bei etwa 8000 Einwohnern sieben Klöster. Im Mittelalter und der Frühen Neuzeit werden erwähnt:

  • St. Marien-Kloster (Klostereigenschaft legendenhaft) bzw. St. Marien-Kirche auf dem Wörth, angeblich von König Dagobert I. († 639) am Ort der heutigen Pauluskirche gestiftet,
  • Kloster St. Kilian (alte Pfarrkirche; Klostereigenschaft unsicher), in der „Osterburg“ (altes Römerkastell, Pfalz Karls des Großen) an der „Heidenmauer“ anstelle der um 741 erstmals erwähnten, später zerstörten konstantinischen St. Martins-Kirche zur Pfarrkirche erhoben, 1310 mit einem Hospital verbunden, im 14. Jh. Beginen-Klause mit Bethaus, um 1590 abgebrochen. Die Patrozinien von St. Martin und St. Kilian wurden 1332 der St. Marienkirche auf dem Wörth zusätzlich beigelegt,
  • Augustiner-Chorfrauenstift St. Peter, um 1140 gestiftet von Rheingraf Wolfram I. (III.) vom Stein († um 1179), 1566/68 aufgehoben, später Schloss Oranienhof; heute „Oranienpark“,
  • Kloster der Karmeliten an St. Nikolaus, sogenanntes „Schwarz-Kloster“, 1281 von der Sponheimer Grafenfamilie gestiftet, 1290 bestätigt durch Erzbischof Gerhard II. von Eppstein von Mainz, 1802 aufgehoben,
  • Cluse an der St. Antonius-und-St. Katharinen-Kapelle (sogenannte „Bubenkapelle“) am Eingang der Mühlengasse, die dem Augustiner-Chorherrenstift Pfaffen-Schwabenheim gehörte; hierher in das Innere der Stadt wurde von Graf Walram von Sponheim (um 1305–1380) die Beginen-Klause von St. Kilian verlegt, die Nonnen nahmen die Augustinusregel an und wurden 1491 in das St. Peter-Kloster versetzt,
  • Franziskanerkloster St. Wolfgang, 1472 gestiftet von Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz und Pfalzgraf Friedrich I. von Pfalz-Simmern, bestätigt durch Papst Sixtus IV., 1802 aufgehoben, heute Gymnasium an der Stadtmauer,
  • St.-Vinzent-Kloster, Lage unsicher.Im Dreißigjährigen Krieg und danach
  • Jesuiten-Niederlassung um 1623, 1625 bis 1632 und 1636 bis 1652 im Chor der Wörthkirche (Brückenkirche, heute Pauluskirche), erhielten 1631 von Kaiser Ferdinand II. das St. Peter-Kloster und nahmen 1636 davon Besitz. In Kreuznach wirkte und starb der Studienpräfekt Johann Engelbert Oliverius (1588–1631).

Pest, Lepra und Seuchen

Die Pest bedrohte die Stadt mehrmals in ihrer Geschichte. Große Epidemien sind 1348/49 (Johannes Trithemius spricht von 1600 Opfern), 1364, 1501/02, 1608, 1635 (ab September) oder 1666 (angeblich 1300 Opfer) belegt. Während der Epidemie 1501 schrieb der Humanist und pfälzische Prinzenerzieher Adam Werner von Themar, ein Freund des Abtes Trithemius, in Kreuznach ein Gedicht über den Pestheiligen Sebastian. 1503 wütete die Ruhr in der Region und forderte auch viele Opfer in Kreuznach.

Außerhalb der Stadt wurde am Gräfenbach unterhalb des Dorfes Hargesheim ein Siechenhaus für Leprakranke, der sog. „Gutleuthof“, gegründet, das 1487 erstmals erwähnt wird.

Neuzeit

Im Landshuter Erbfolgekrieg gegen Pfalzgraf Philipp bei Rhein wurden Stadt und Burg 1504 sechs Tage lang von Herzog Alexander von Pfalz-Zweibrücken, Landgraf Wilhelm von Hessen und Herzog Heinrich I. von Braunschweig-Wolfenbüttel vergeblich belagert, nachdem sie das Umland verwüstet hatten. Der Sponheimer Abt Johannes Trithemius (1462–1516) hatte das Klostergut, die Bibliothek und das Archiv nach Kreuznach in Sicherheit gebracht. Die belagerte Stadt wurde von dem kurpfälzischen Hauptmann Hans III. Landschad von Steinach (1465–1531) entsetzt.

1507 trat Magister Faust die durch Franz von Sickingen vermittelte Stelle des Rektors an der Kreuznacher Lateinschule an. Aufgrund von Vorwürfen der Unzucht floh er nur kurze Zeit später aus der Stadt. Belegt ist dies durch einen Brief des Johannes Trithemius an Johannes Virdung, in dem Virdung vor Faust gewarnt wird.

Kaiser Maximilian I., der Pfingsten 1508 in Boppard verbracht hatte, hielt sich im Juni 1508 in Kreuznach auf und schrieb von dort an seine Tochter Margarete von Österreich, die Herzogin von Savoyen.

Ab 1516 wurde von König Karl I. von Spanien – dem späteren Kaiser Karl V. – ein regelmäßiger wöchentlicher Kurs der Kaiserlichen Reichspost von Wien über Augsburg, Rheinhausen und Lieser nach Mechelen/Brüssel (Niederländischer Postkurs) eingerichtet, der über Wöllstein und Kreuznach (1587 erstmals als Station belegt) führen sollte.

Ende April 1523 kamen Pfalzgraf Ludwig V. von der Pfalz, Erzbischof Richard von Greiffenklau zu Vollrads von Trier und Landgraf Philipp I. von Hessen auf ihren Feldzug gegen Franz von Sickingen zu einem Kriegsrat in Kreuznach zusammen. Eine weitere Beratung der drei Fürsten in der Stadt fand am 25. Mai nach der Kapitulation der sickingischen Burg Ebernburg statt.

1529 wurde Philipp von Langenlonsheim als Täufer in Kreuznach enthauptet.

Kurfürst Friedrich III. „der Fromme“ von der Pfalz heiratete 1537 in Kreuznach Marie von Brandenburg-Kulmbach. Ihr damals 15-jähriger Bruder Markgraf Albrecht II. Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach erkrankte im Anschluss an die Feier schwer.

Auf der Fahrt zum Speyerer Reichstag empfing Kaiser Karl V. am 21. Januar 1544 in Kreuznach den päpstlichen Kardinallegaten Alessandro Farnese, der von Kanzler Nicolas Perrenot de Granvelle und seinem Neffen Kardinal Antoine Perrenot de Granvelle, dem Bischof von Arras, begleitet wurde. Auch am 14. Mai 1545 machte Kaiser Karl V. auf der Reise zum Reichstag zu Worms, den er zwei Tage später erreichte, in Kreuznach Station und übergab hier Melchior Zobel von Giebelstadt die Regalien als neuem Bischof von Würzburg. Im Zweiten Markgrafenkrieg, der auch die Nahegegend beeinträchtigte, erlitt Albrecht II. Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach 1553 bei Kreuznach einen Jagdunfall.

Nachdem bereits 1556 in Kreuznach unter Leitung von Johannes Marbach eine kurpfälzische Kirchen-Visitation durchgeführt worden war, bei der zwei Täufer zum Widerruf genötigt wurden, wurde 1557 nach dem Tod des Inhabers der Kreuznacher Pfarrpfründe, Wild- und Rheingraf Jakob von Dhaun-Kyrburg zu Salm († 1557), von Kurfürst Ottheinrich von der Pfalz die Reformation eingeführt.

1561 gab Achates Cornarius († 1573) als Stadtmedicus in Kreuznach eine lateinische Gesamtausgabe des antiken Philosophen Platon heraus, die sein Vater, der Arzt und Humanist Janus Cornarius zusammengestellt hatte. Postmeister Jakob Henot richtete 1580 eine zweite „Postgasse“ von Köln über Bonn und Remagen nach Wöllstein/Kreuznach zum dortigen Anschluss an die taxis'sche Post nach Brüssel ein.

Im Truchsessischen Krieg wurde 1588 der Kreuznacher Frühjahrs-Jahrmarkt abgesagt, als das spanische Söldnerregiment Bellemont plündernd entlang der Mosel zum Rhein zog. Eine Haloerscheinung über der Stadt am , die auch im entfernten Wittenberg beobachtet wurde, erregte große Aufmerksamkeit. 1601 wurde die kostbare Sponheimer Klosterbibliothek, die im Landshuter Erbfolgekrieg nach Kreuznach gebracht worden war, in die kurfürstliche Bibliothek nach Heidelberg überführt.

Nach dem „Verzeichnis aller Herrlich- und Gerechtigkeiten der Stätt und Dörffer der vorderen Grafschaft Sponheim im Ampt Creutznach“ von 1601, das der kurpfälzische Oberamtmann Johann von Eltz-Blieskastel-Wecklingen (1553–1610) angelegt hat, hatte die Stadt 807 Hofstätten und war der Sitz eines Hofgerichtes, das durch die „Freidörfer“ Waldböckelheim, Wöllstein, Volxheim, Braunweiler, Mandel und Roxheim, die dafür von dem Zoll zu Kreuznach befreit waren, mit Schöffen beschickt werden musste. 1604 eröffnete der taxissche Postmeister Johann von Coesfeld gen. zum Bach einen Postkurs Straßburg-Worms-Kreuznach. Das Thurn- und Taxissche Postgebäude befand sich in der Alten Poststraße 27.

Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit gab es in Kreuznach verschiedene Zünfte, in denen das wirtschaftliche Leben geordnet wurde: die Hammerzunft (metall- und holzverarbeitende Berufe, Fischer, Seiler, Maurer, Leyendecker u. a.), die Handlungs- oder Krämerzunft, die Bäckerzunft, die Müllerzunft, die Metzgerzunft, die Gerberzunft, die Ringerzunft, die Kieferzunft, die Bierbrauerzunft, die Leinenweber- und Wollweberzunft, die Schneiderzunft, die Schuhmacherzunft, die Geschenkten- oder „Hundsgässer“zunft (nichthandwerkliche Berufe) und die Rebstöcklerzunft.

Dreißigjähriger Krieg

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt wechselseitig eingenommen,

  • von kaiserlich-spanischen Truppen des Generals Marqués Ambrosio Spinola unter Wilhelm Ferdinand von Effern († um 1628) am . Spinola nahm 1620/21 sein Winterquartier in der Stadt. Katharina Belgica von Oranien-Nassau reiste 1621 dorthin zu ihm, um Schonung für die Grafschaft Hanau-Münzenberg zu erbitten. General Gonzalo Fernández de Córdoba, dem Spinola das Kommando in der Unterpfalz übergeben hatte, verschanzte sich nach der Belagerung von Frankenthal im Herbst 1621 in Kreuznach, Oppenheim und Alzey, als er von den Truppen Ernsts II. von Mansfeld bedrängt wurde. Als Generalgouverneure der Unterpfalz residierten in Kreuznach Don Guillermo (Guilelmo, Wilhelm) de Verdugo di Fauleria (1578–1629), Freiherr zu Böhmisch-Mascha und Tuppau (von April bis August 1623), Don Philipp de Sylva († 1644) und bis Februar/März 1632 Louis de la Tour. Ziviler „Superintendant“ wurde Claude de Humyn (1581–1639) aus Bastogne.
  • von schwedischen, sachsen-weimarischen und britischen Truppen unter König Gustav II. Adolf am (die Burg kapitulierte am ). Etwa 25 Soldaten Gustavs II. Adolf fielen, ungefähr 175 weitere wurden verwundet. Lord William Craven, 1st Earl of Craven (1608–1697) und Sir Francis Fane of Fulbeck (um 1611–1680) wurden bei der Eroberung der Burg schwer verwundet. Kommandanten wurden die Schotten Oberst Alexander Ramsay († 1634) und Oberstleutnant (später General und Feldmarschall) Robert Douglas (1654 zum Grafen erhoben). Julius Wilhelm Zincgref wurde 1632 vom alliierten Pfalzgrafen Ludwig Philipp zum Kreuznacher Landschreiber bestellt. Ende 1634 lag das schottische Regiment von General-Lieutenant Patrick Ruthven (Rüdwen) of Bandean (Ballendean) (* um 1573; † 1651), später Baron Ruthven of Ettrick (1639), Earl of Forth (1642) und Earl of Brentford (1644), in der Stadt,
  • von kaiserlichen Truppen, die am 14. Juli 1635 kurzzeitig in die Stadt eindrangen, aber von der Schlossbesatzung wieder vertrieben wurden,
  • von sachsen-weimarischen und französischen Truppen unter Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar und Kardinal Louis de Nogaret de La Valette (1593–1639), die mit den Schweden verbündet waren und am und auf ihrem Rückzug am durch die Stadt kamen; der letzte „schwedische“ Kommandant Kreuznachs war Oberst Johann Georg Stauff (1603–1683; 1661 geadelt) aus Dirmstein,
  • von kaiserlich-spanischen und -kroatischen Truppen unter General Matthias Gallas am 20. Dezember 1635; die Burg wurde nach einer Waffenstillstands-Vereinbarung vom zwischen Oberst Stauff und dem badischen Obristlieutenant Bernhard Studnitzky von Beneschau (Studnický z Benešova) noch bis zum Mai 1636 von den Schweden gehalten. In der Stadt lagen Regimenter des Markgrafen Wilhelm von Baden, als neutraler Ort wurde sie unter gemeinschaftliche Regierung von Baden und Pfalz-Simmern gestellt,
  • von französischen und sachsen-weimarischen Truppen unter dem Herzog Henri II. d’Orléans-Longueville am , nachdem der Kommandant der Stadt, Nikolaus Braun von Schmidtburg zu Schweich, zu ihnen übergelaufen war. Hugo Grotius berichtet, dass Longueville Geschütze Anfang 1640 durch langanhaltenden Frost in Kreuznach festgehalten wurden,
  • von kaiserlich-bayerischen und -spanischen Truppen unter Feldmarschall Guillaume de Lamboy und dem „Schillerhaas“ Generalfeldwachtmeister Gilles de Haes (1597–1657). Nachdem ein Angriff im März 1641 noch abgeschlagen worden war, begann die Belagerung am ; am kapitulierte die Stadt, am die Festung,
  • von den Franzosen unter Marschall Henri de La Tour d’Auvergne, vicomte de Turenne am (die Burg wurde noch bis zum von den Bayern gehalten) durch den französischen Maréchal de camp Guy de Bar (1605–1695), übergeben an Pfalz-Simmern.

Die Stadt wurde dabei schwer in Mitleidenschaft gezogen, die Bevölkerung verringerte sich von ehemals ca. 8000 auf ca. 3500 Einwohner. „Er ist zu Kreuznach geboren“ wurde sprichwörtlich für jemanden, der mit viel Elend zu kämpfen hat.

Zum fand ein von Pfalz-Simmern ausgeschriebener und nur von evangelischen Ständen besuchter Kreistag des Oberrheinischen Kreises in Kreuznach statt, auf dem Beschwerden der Kreisstände an den Kaiser über die Lage des Kreises und die Garnisonen ausländischer Mächte verabschiedet wurden. Die französische Garnison zog erst am aus Kreuznach ab.

Am wurde die Stadt von einem außergewöhnlich starkem Nahehochwasser heimgesucht. Im Pfälzischen Wildfangstreit (1664–1666) blieb die Stadt verschont, obwohl lothringische Truppen vor ihre „schlechte Maur und … bißweilen biß vor die Thor“ gekommen waren.

Im November 1676 vereinigten sich bei Kreuznach die Truppen des kaiserlichen Generalmajors Johann Heinrich von Dünewald und Herzogs Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg-Celle während des Holländischen Krieges vor ihrem Angriff auf Zweibrücken.

Pfälzischer Erbfolgekrieg

Im pfälzischen Erbfolgekrieg wurde die Kauzenburg am von Marschall Louis-François de Boufflers erobert. Französischer Stadtkommandant wurde der spätere Marschall von Frankreich Léonor-Marie du Maine, comte du Bourg (1655–1739). Die Stadtbefestigung und die Burg wurden im Mai 1689 unter seinem Kommando durch französische Truppen des Brigadiers Ezéchiel de Mélac bzw. des Generalleutnants Nicolas du Blé, Marquis d’Huxelles geschleift und die Stadt weitgehend zerstört. Am wurden die Kreuznacher Kirchen durch die Franzosen niedergebrannt. 1691 wurde der Stadt die Reparatur der Stadttore und die Versehung „mit Gewöhr“ erlaubt, weil sie von marodierenden Vagabunden bedroht wurde.

Am überschritten die Truppen des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden auf ihrem Zug zur Eroberung der Ebernburg in Kreuznach die Nahe. Der Scharfrichter seines Generalstabs wurde wegen eines Verbrechens am in der Stadt hingerichtet.

18. Jahrhundert

Während des Spanischen Erbfolgekrieges kam ein am 20. Mai 1705 in Kreuznach geplantes Treffen von John Churchill, 1. Duke of Marlborough mit Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden, dessen Verbündeter er war, wegen dessen Verwundung nicht zustande, sondern wurde nach Rastatt verlegt. Marlborough schrieb am 24. Mai dem Kurfürsten Georg Ludwig von Braunschweig-Lüneburg aus Kreuznach. Im Juni hielt sich Graf Julius Heinrich von Friesen (1657–1706) als Heerführer des Markgrafen drei Tage mit seinen Truppen in der Stadt auf.

Ab 1708 gehörte Kreuznach vollständig zur Kurpfalz mit Ausnahme des Oranienhofes vor der Stadtmauer, der Teil der 1707 gebildeten Reichsgrafschaft Wartenberg blieb.

Am 13. Mai 1725 wurde Kreuznach nach einem Wolkenbruch und Hagelgewitter von einem extremen Hochwasser heimgesucht, bei dem 31 Menschen ums Leben kamen, 300 bis 400 Stück Vieh ertranken, zwei Häuser völlig zerstört, viele beschädigt und Teile der Stadtmauer eingerissen wurden.

Unter Kurfürst Karl Philipp von der Pfalz wurde 1729 die Saline Karlshalle zur Salzgewinnung gebaut, unter Kurfürst Karl Theodor 1743 die Theodorshalle. Der kurpfälzische Generalsalzdirektor Freiherr Joachim Friedrich von Beust (1697–1771) führte in Kreuznach Dorngradierwerke zur wirtschaftlicheren Steigerung der Salzkonzentration ein.

Im März 1745 zogen im Österreichischen Erbfolgekrieg Truppen des französischen Generalleutnants Graf Ulrich von Löwendal, die die Mittelrheinarmee des Marschalls Jean-Baptiste Desmarets, marquis de Maillebois im Rhein-Main-Gebiet als Nachschub verstärken sollten, aus Trier kommend durch die Stadt.

Prinzessin Henriette Amalie von Anhalt-Dessau erwarb ab 1766 in Kreuznach und Umgebung Grundbesitz im Wert von 46.207 Gulden (unter anderem Hundheimsche Güter mit Hundheimer Hof (später „Dessauer Hof“, heute Stadthaus) und Kilians Garten, Rittergut Bangert (später „Dessauer“ oder „Amalienschloss“) in der heutigen „Dessauer Straße“, Kammeralgut auf dem Kauzenberg mit der Kauzenburg, Koppensteiner-Crammsches Gut in Mandel, die sogenannten Wamboldschen Güter bei Hackenheim: Bonnheimer Hof und Hackenheimer Hofgut), den sie testamentarisch der Amalienstiftung in Dessau vermachte. Die Güter wurden 1799 von der französischen Verwaltung unter Sequestration gestellt und anschließend versteigert.

An der Gründung der Freimaurerloge Zum wiedererbauten Tempel der Bruderliebe in Worms nahmen 1781 auch Kreuznacher Freimaurer teil. Bereits 1775 hatte die in Frankfurt am Main gegründete Großkompturei (Präfektur) der rheinischen Freimaurerlogen (8. Provinz) der strikten Observanz (Hochgradfreimaurerei) den Namen „Kreuznach“ erhalten.

Im extremen Winter 1783/84 wurde die Stadt am 27./28. Februar 1784 durch Eisgang und Hochwasser schwer beschädigt; der Apotheker Johann Daniel Riem (1730–1784) und der Sohn seines Nachbarn Speyer kamen beim Einsturz seines Hauses „Zum weißen Schwan“ in den Fluten um.

Alexander von Humboldt und Stephan Jan van Geuns (1767–1795) besuchten die Saline Theodorshalle 1789 auf einer halurgischen Studienreise.

Französische Zeit

Im Gefolge der Unruhen, die nach der Französischen Revolution auch in Deutschland auftraten, veranstalteten 1789 die Zünfte in Kreuznach einen förmlichen Kongress und stellten sich gegen den Magistrat. Im Verlauf des Ersten Koalitionskriegs (1792–1797) kamen im Juni/Juli 1792 bis zu 1200 französische Emigranten nach Kreuznach, darunter auch Louis V. Joseph de Bourbon, prince de Condé. Im Oktober 1792 besetzten französische Truppen unter General Adam-Philippe de Custine das Land um Kreuznach, wo sie sich bis zum 28. März 1793 aufhielten. Die Stadt wurde kurzzeitig am 4. Januar und dann wieder am 16. Oktober 1794 von französischen Truppen unter General François Séverin Marceau besetzt. Vor dem Frieden von Basel vom 5. April 1795 fanden im Juli 1794 in Kreuznach und Basel durch Vermittlung des Kreuznacher Kaufmanns Gerhard Heinrich Schmerz (1740–1810) Geheimverhandlungen zwischen dem preußischen Feldmarschall Wichard von Möllendorff und der Französischen Republik statt.

Vom 30. Oktober bis zum 1. Dezember 1795 hielten Reichstruppen unter Rheingraf Karl August von Salm-Grumbach (1742–1800) die Stadt, wehrten dabei Mitte November einen Einfall der Franzosen ab, wurden aber von den Marschällen Jean-Baptiste Jourdan und Jean-Baptiste Bernadotte in blutigen Kämpfen zunächst wieder aus Kreuznach vertrieben. Die Stadt hatte in dieser Zeit schwer unter Plünderungen und Kontributionen zu leiden. Nach dem Abzug der Franzosen am 12. Dezember wurde sie von einem österreichischen Bataillon unter Hauptmann Alois Graf Gavasini (1759–1834) besetzt, das am 30. Mai 1796 wieder abzog. Am 9. Juni 1796 wurde die Stadt wiederum von den Franzosen besetzt. Der Kommandant des Corps darmée du Hundsruck der französischen Sambre- und Maas-Armee, General René Charles Élisabeth de Ligniville (1760–1813), errichtete in Kreuznach im Herbst 1796 sein Hauptquartier.

Kreuznach wurde 1796 Sitz einer französischen Bezirksregierung, die im November/Dezember 1797 vorübergehend nach Alzey verlegt wurde. Im Zusammenhang der Bestrebungen zur Bildung einer Cisrhenanischen Republik wurde auch in Kreuznach am 22. September 1797 – anlässlich der Fünfjahresfeier zur Gründung der Ersten Französischen Republik – von republikanisch gesinnten Klubisten ein Freiheitsbaum aufgestellt.

Nach dem Frieden von Campo Formio wurde Kreuznach am 4. November 1797 zusammen mit allen linksrheinischen Gebieten von der Französischen Republik annektiert, völkerrechtlich bestätigt mit Wirkung zum 9. März 1801 im Frieden von Lunéville.Am 23. Januar 1798 wurden die Stadtteile nördlich der Nahe dem Arrondissement Simmern im Département de Rhin-et-Moselle (Rhein und Mosel), die südlichen Stadtteile dem Arrondissement Birkenfeld im Département du Mont-Tonnerre (Donnersberg) zugeordnet. Unterpräfekt in Simmern wurden 1800 Andreas van Recum und 1806 Ludwig von Closen (1752–1830), Kreuznacher Maire waren ab 1800 Franz Joseph Potthoff (1755–1827) und ab 1806 Karl Joseph Burret (1761–1828).Am 20. September und am 5. Oktober 1804 besuchte der französische Kaiser Napoleon Bonaparte Kreuznach. Aus Anlass seines Sieges in der Schlacht bei Austerlitz wurde im Januar 1806 in den katholischen Kirchen auf Anordnung des Bischofs von Aachen Marc-Antoine Berdolet, dessen Bistum Kreuznach von 1801 bis 1821 zugeordnet war, ein feierliches Te Deum abgehalten. Napoleon schenkte 1808 die beiden Kreuznacher Salinen seiner Lieblingsschwester Pauline. 1809 wurde von van Reccum die Kreuznacher Freimaurerloge „Les amis réunis de la Nahe et du Rhin“ gegründet, die zunächst nur bis 1814 bestand, aber 1858 wiedergegründet wurde. Zu Ehren Napoleons wurde 1810 der Termin des Kreuznacher Jahrmarktes von Maire Burret auf den Sonntag nach dessen Geburtstag (15. August) festgelegt. Am Russlandfeldzug 1812 Napoléons nahmen auf französischer Seite auch Kreuznacher teil, für die 1842 ein noch heute auf dem Friedhof „Mannheimer Straße“ existierendes Ehrenmal errichtet wurde.

Die anschließenden Befreiungskriege beendeten die französische Herrschaft. Nach dem Rheinübergang bei Kaub schlug der preußische Feldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher sein Hauptquartier am 4./5. Januar 1814 im später sogenannten „Blücherhaus“ am Kornmarkt in Kreuznach auf.

Vom Wiener Kongress bis zum Ersten Weltkrieg

Bis zur dauerhaften Neuordnung durch den Wiener Kongress stand das Gebiet südlich der Mosel vom 16. Juni 1814 an unter der Verwaltung einer gemeinsamen bayerisch-österreichischen „Landesadministrationskommission (LAK)“ mit Sitz in Kreuznach. Als Folge des Ersten Pariser Friedens kam Kreuznach zum Königreich Preußen und gehörte vom 28. Mai 1815 an zur Provinz Großherzogtum Niederrhein (ab 1822 Rheinprovinz). Die bayerisch-österreichische LAK wurde im Juni 1815 nach Worms verlegt. Kreuznach wurde Grenzstadt zum Großherzogtum Hessen im Osten und zur bayerischen Pfalz im Süden in dem am 22. April 1816 neu gebildeten preußischen Regierungsbezirk Koblenz. Das Dreiländereck befand sich von 1815 bis 1945 am Zusammentreffen der Gemarkungen Bad Kreuznach, Altenbamberg und Frei-Laubersheim in der Nähe des „Schäferplacken“.

Die beiden Kreuznacher Salinen waren von 1816 bis 1897 großherzoglich-hessische Domänen, die aber seit dem Friedensvertrag von 1866 preußischen Mitbestimmungsrechten unterlagen. 1817 eröffnete Johann Erhard Prieger die erste Badestube mit solehaltigem Wasser und bildete die Grundlage für den schnell wachsenden Kurbetrieb.

1834 gründete Josef Stöck von der Mainzer Auswandereragentur Strecker, Klein & Stöck, die Ländereien in Tennessee erworben hatte, ein Büro in Kreuznach. Viele Kreuznacher wanderten im 19. Jahrhundert nach Nordamerika, England oder Brasilien (Rio Grande do Sul) aus.

Im Jahre 1843 heiratete Karl Marx in Kreuznach, vermutlich in der 1698 bis 1700 errichteten, 1968 bis auf den Turm abgerissenen Wilhelmskirche, Jenny von Westphalen. In Kreuznach verfasste er 1843 auch wesentliche Teile seiner Schrift Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie.

Im Frankfurter Vorparlament 1848 waren unter 141 preußischen Vertretern die Kreuznacher Stadträte Rechtskonsulent Eduard Wilhelm Eberts (1808–1864) und Apotheker Bernhard Laist.

Clara Schumann, die in Kreuznach kurte, und ihre Halbschwester Marie Wieck gaben 1860 ein Konzert im Kurhaus.

Durch den Bau der Nahetalbahn von Bingerbrück nach Saarbrücken 1858/60 wurde die Grundlage zur Industrialisierung der Stadt geschaffen. Dies führte, zusammen mit dem immer stärker aufkommenden Kurbetrieb, nach Jahren der Stagnation zu einem Entwicklungsschub für die Stadt. Allerdings wurde die Bahn nicht nur der Industrie und des Kurbetriebs wegen gebaut, sondern auch als Nachschubstrecke für einen erwarteten Krieg mit Frankreich. Zuvor standen sich aber 1866 an Kreuznachs Stadtgrenze Preußen und Bayern noch einmal feindlich gegenüber. Davon nicht beeinflusste Überlegungen führten dazu, dass noch vor dem Ersten Weltkrieg eine zweite Bahnlinie, die „strategische Bahn“ von Bad Münster über Staudernheim, Meisenheim, Lauterecken und Kusel nach Westen geführt wurde und Bad Kreuznach damit zu einem bedeutenden Verteiler für Transporte nach Westen machte. Erst um 1950 wurde diese Strecke in Teilen abgebaut und schließlich stillgelegt. Heute dient sie zwischen Staudernheim und Kusel einer touristischen Attraktion, der Draisinenbahn.

1891 ließen sich drei Ordensbrüder der Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz in Kreuznach nieder. Sie übernahmen 1893 das Krankenhaus Kiskys-Wörth, welches seit 1905 den Namen St. Marienwörth trägt. Seit 1948 führen sie dies gemeinsam mit den Schwestern der Kongregation der Mägde Mariens von der Unbefleckten Empfängnis, heute als Krankenhaus der Regelversorgung.

1901 zog das 1889 in Sobernheim gegründete II. Rheinische Diakonissen-Mutterhaus unter seinem Vorsteher Pfarrer Hugo Reich nach Kreuznach um (heute Stiftung kreuznacher diakonie).

Der Apotheker Karl Aschoff entdeckte 1904 den Radongehalt der Kreuznacher Sole und führte daraufhin die bereits zuvor schon im böhmischen Sankt Joachimsthal praktizierte Radium-Therapie ein, auch Radontherapie. Bad Kreuznach wurde ungeachtet seiner weitaus geringeren Radonwerte neben dem sächsischen Bad Brambach und Bad Gastein im Salzburger Pongau zu einem „Radiumheilbad“. 1912 wurde ein Radon-Inhalatorium in Betrieb genommen, in das die stärker radonhaltige Luft aus einem alten Bergwerkstollen im Kauzenberg eingeleitet wurde. Das Inhalatorium wurde 1945 zerstört. 1974 erfolgte der Ausbau des Stollens selbst zum Therapieraum. Bis heute dient Radoninhalation als natürliches Schmerzmittel bei rheumatischen Erkrankungen.

Im Ersten Weltkrieg wurde sowohl das Kreuznacher Kurhaus wie auch weitere Hotels und Villen seit dem 2. Januar 1917 zum Sitz des Großen Hauptquartiers von Kaiser Wilhelm II. Im Kurhaus nahm der Kaiser seinen Wohnsitz. Als Generalstabsgebäude wurde das Hotel Oranienhof genutzt. Im Kurhaus wurden am 23. April und am 17./18. Mai 1917 die Kreuznacher Kriegszielkonferenzen abgehalten. Am 29. Juni empfing der Kaiser hier den Nuntius Eugenio Pacelli, der eine päpstliche Friedensbotschaft übermittelte. Im Oranienhof trafen sich am 19. Dezember 1917 General Mustafa Kemal Pascha, besser bekannt als Atatürk („Vater der Türken“) und späterer Präsident einer streng laizistischen Türkei, Kaiser Wilhelm II., Hindenburg und Ludendorff zu Gesprächen. Erst ein extremes, winterliches Hochwasser an der Nahe im Januar 1918 führte zur Verlegung der Obersten Heeresleitung in das belgische Spa.

Weimarer Republik und Zeit des Nationalsozialismus

Nach dem Ende des Krieges besetzten französische Truppen bis 1930 das Rheinland und auch die Stadt, deren große Hotels danach mehrheitlich dem Abbruch verfielen.

Seit 1924 darf Kreuznach die Bezeichnung Bad führen. Der „Bund rheinischer Dichter“, eine Vereinigung von etwa 130 Schriftstellern der Weimarer Republik, 1926 formlos gegründet und 1933 aufgelöst, konstituierte sich auf einer Arbeitstagung im Bad Kreuznacher Kurhaus 1930 unter dem Vorsitz von Alfons Paquet als e. V.

Nach der NS-Machtübernahme 1933 organisierte unter anderem der Gewerkschafter Hugo Salzmann Widerstand gegen die Nationalsozialisten. Trotz Inhaftierung überlebte Salzmann die Nazi-Zeit und saß nach 1945 für die KPD im Stadtrat. Die nach Kriegsbeginn noch verbliebenen Juden aus dem Kreis Kreuznach wurden 1942 auf Anweisung der Kreisleitung ins frühere Kolpinghaus gebracht und am 27. Juli von dort nach Theresienstadt deportiert.

Bad Kreuznach, dessen Kuranlagen und verbliebene Hotels von 1939 bis 1940 erneut zum Sitz eines Armeeoberkommandos wurden, war im Kriegsverlauf aufgrund der Wehrmachts-Kasernen in der Bosenheimer, der Alzeyer und der Franziska-Puricelli-Straße sowie der strategisch wichtigen Bahnstrecke Berlin-Paris, die damals durch die Stadt führte, immer wieder Ziel alliierter Bombenangriffe. Der letzte Stadtkommandant, Oberstleutnant Johann Kaup († 1945), bewahrte Bad Kreuznach vor noch größerer Zerstörung, als er den vorrückenden Verbänden der US Army keinen Widerstand mehr leistete und die Stadt am 16. März 1945 weitgehend kampflos den Amerikanern überließ. Kurz zuvor hatten deutsche Truppen noch einen Teil der alten Nahebrücke gesprengt und dabei Wohngebäude in der Nähe der Brückenköpfe zerstört.

Nach 1945

Bad Kreuznach wurde im März 1945 von US-Truppen besetzt und stand damit unter amerikanischer Befehlsgewalt. Diese erstreckte sich auch auf eines der Rheinwiesenlager für deutsche Kriegsgefangene und Internierte, das sich nahe Bad Kreuznach an der Straße nach Bretzenheim befand und dessen einstige Lage noch heute durch ein Mahnmal für dieses Feld des Jammers gekennzeichnet ist.Im Lohrer Wald befindet sich ein Ehrenfriedhof für Kriegs- und Lageropfer.

Den Potsdamer Protokollen zur Festlegung sogenannter Zonengrenzen gemäß wurde Bad Kreuznach dann für einige Zeit Teil der französischen Besatzungszone. In einem Austausch kamen am Anfang der 1950er Jahre statt französischer Einheiten US-Streitkräfte wieder in die Kreise Kreuznach, Birkenfeld und Kusel. Am 14. Dezember 1957 wurde der Stab und die Stabskompanie der 8th Infantry Division in Bad Kreuznach eingerichtet und in der Rose Baracks-Kasernenanlage untergebracht. Bis Mitte 2001 unterhielten die US-Streitkräfte in der Gemarkung und Umgebung von Bad Kreuznach vier Kasernen, ein Raketenlager, einen Schießstand, einen kleinen Flugplatz und einen Standortübungsplatz. Zuletzt waren noch Teile der 1. US-Panzerdivision (genannt Old Ironsides) stationiert.

In Bad Kreuznach einigten sich im Jahre 1958 der französische Staatspräsident Charles de Gaulle und der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer auf eine Institutionalisierung der besonderen Beziehungen beider Länder, was 1963 in den Élysée-Vertrag mündete. Ein Gedenkstein vor dem ehemaligen Kurhaus erinnert an das historische Ereignis von 1958.

Am 1. April 1960 wurde die Stadt Bad Kreuznach auf ihren Antrag hin von der Landesregierung zur großen kreisangehörigen Stadt erklärt.

Am 13. Juni 1961 wurde in Bad Kreuznach der „Finanz- und Ausgleichsvertrag“ über die Regelung von Kriegsfolgen in Bezug auf politisch Verfolgte, Umsiedler und Sozialversicherung von den Ministern Gerhard Schröder und Franz Etzel für die Bundesrepublik Deutschland sowie Bruno Kreisky und Josef Klaus für die Republik Österreich paraphiert (sog. „Kreuznacher Abkommen“), in dem sich beide Seiten auf eine deutsche Zahlung von 101 Millionen DM einigten.

Eingemeindungen

Im Zuge einer Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz wurden am 7. Juni 1969 die bis dahin selbstständigen Gemeinden Bosenheim, Ippesheim, Planig (alle drei bis dahin zum Landkreis Bingen gehörend) und Winzenheim eingemeindet. Darüber hinaus wurde auch noch Rüdesheim eingemeindet, welches sich aber gerichtlich dagegen wehrte und nach einigen Monaten seine Selbständigkeit zurückerhielt.

Im Zuge der Bundestagswahl 2009 wurde eine Bürgerbefragung zum Thema „Zusammenschluss von Bad Kreuznach und Bad Münster am Stein-Ebernburg“ durchgeführt. 68,3 % der befragten Bad Kreuznacher Bürger sprachen sich für Verhandlungen der beiden Städte aus. Anlässlich der Bundestagswahl 2013 fand erneut eine Bürgerbefragung statt, bei der sich 54,7 % der befragten Bürger für eine Fusion aussprachen. Am 1. Oktober unterzeichneten die Oberbürgermeisterin von Bad Kreuznach und die Stadtbürgermeisterin von Bad Münster am Stein-Ebernburg den entsprechenden Gebietsänderungsvertrag; die Gebietsänderung trat zum 1. Juli 2014 in Kraft.

Durch die Eingemeindungen erstreckt sich das Stadtgebiet des bis 1945 zu Preußen gehörigen Bad Kreuznach nunmehr auch auf vormals hessisches (Bosenheim, Ippesheim, Planig) und bayerisches Gebiet (Ebernburg). Deswegen sind nun im Stadtgebiet drei katholische Bistümer (Trier, Mainz, Speyer) und drei evangelische Landeskirchen (Evangelische Kirche im Rheinland, Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, Evangelische Kirche der Pfalz) vertreten.

Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat von Bad Kreuznach besteht aus 44 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern und der hauptamtlichen Oberbürgermeisterin als Vorsitzender.

In Bad Kreuznach regierte nach der Wahl 2009 eine Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen, welche 2013 zerbrach. Der Stadtrat wurde zuletzt bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 gewählt und setzt sich wie folgt zusammen:

Die prozentualen Ergebnisse der Gemeinderatswahlen sind als „gewichtete Ergebnisse“ ausgewiesen.

Die fünf Mandate für die Wählergruppen verteilten sich 2009 auf die Partei Faires Bad Kreuznach, die Bürgerliste und die FWG. 2014 kam die BüFEP, das Bündnis für soziale Energiepreise und gerechte Politik, hinzu.

Bürgermeister und Oberbürgermeister

  • 1800–1806 Franz Joseph Potthoff
  • 1806–1813 Carl Josef Burret*
  • 1813–1814 Jacob Friedrich Karcher*
  • 1814 Stanislaus Schmitt*
  • 1814–1817 Joseph Dheil (Theil)*
  • 1817–1818 Ruprecht*
  • 1819–1845 Franz Xaver Buß*
  • 1845–1846 Karl Joseph Movius
  • 1846–1850 Berthold
  • 1851–1875 Heinrich Küppers
  • 1875–1881 Gerhard Bunnemann
  • 1881–1896 Felix Albert Scheibner
  • 1897 Hermann Bemme
  • 1897–1909 Rudolf Kirschstein*
  • 1909–1914 Karl Schleicher
  • 1917–1919 Hans Körnicke
  • 1921–1933 Robert Fischer
  • 1934–1942 Friedrich Wetzler
  • 1945 Viktor Risse
  • 1945–1947 Robert Fischer
  • 1947–1949 Willibald Hamburger
  • 1949–1952 Josef Kohns
  • 1952–1956 Ludwig Jungermann (CDU)
  • 1957–1967 Gerhard Muhs* (FDP)
  • 1967–1985 Peter Fink* (SPD)
  • 1985–1995 Helmut Schwindt* (SPD)
  • 1995–2003 Rolf Ebbeke* (CDU)
  • 2003–2011 Andreas Ludwig* (CDU)
  • 2011– Heike Kaster-Meurer* (SPD)

Die Oberbürgermeister sind mit einem „*“ am Ende des Namens gekennzeichnet, Personen ohne einen „*“ waren Bürgermeister.

Wappen

Blasonierung:„In Silber (Weiß) ein von Gold (Gelb) und Blau in zwei Reihen geschachter Balken, zwischen drei zwei zu eins gestellten schwebenden schwarzen Tatzenkreuzen; im Oberwappen eine dreitürmige Mauerkrone in natürlichen Farben.“

Das Wappen basiert auf einem Siegel aus dem späten 15. Jahrhundert. Es wurde 1817 durch den preußischen König verliehen. Die Kreuze stehen redend für den Stadtnamen. Der Schachbalken entstammt dem Wappen der Grafen von Sponheim. Die Mauerkrone steht für die im 13. Jahrhundert verliehenen Stadtrechte.Das Wappen findet sich in dieser Form erstmals im Schlussstein der Kirche St. Nikolaus im späten 13. Jahrhundert. 1373 hat Henne von Cruzenach, Burggraf zu Vianden, unehelicher Sohn des Grafen Johann II. von Sponheim-Kreuznach, in seinem Wappen einen mit drei Kreuzchen belegten Pfahl über das Sponheimer Schach gelegt.

Städtepartnerschaften

Partnerschaften bestehen mit folgenden Städten:

  • Bourg-en-Bresse (Département Ain, Frankreich), seit 1963
  • Neuruppin (Brandenburg, Deutschland), seit 1990

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

  • Die Brückenhäuser aus dem 15. Jahrhundert auf der Alten Nahebrücke sind das Wahrzeichen der Stadt Bad Kreuznach
  • Burgruine Kauzenburg (1206)
  • Nikolauskirche
  • Pauluskirche mit gotischer Pauluskapelle (Grabkapelle der Sponheimer Grafen von der Kauzenburg und der Rheingrafen) in unmittelbarer Nachbarschaft der Brückenhäuser.
  • Die Heilig-Kreuz-Kirche, erbaut durch Ludwig Becker, ist eine katholische Kirche
  • Crucenia-Therme (Thermalbad)
  • Kurhaus (1912–1913 von Emanuel von Seidl)
  • in der Nähe des Bahnhofes ein älteres Wohngebiet (Bereich Sprendlinger Gasse) mit Kopfsteinpflaster (sog. „Pariser Viertel“)
  • Bäderhaus: eine der größten Wellness- und Saunaanlagen Deutschlands.
  • Salinental: Mit seinen sechs 9 m hohen Gradierwerken bildet es auf 1100 m Länge das größte natürliche Freiluftinhalatorium Europas. Sicher haben schon die Kelten aus den salzhaltigen Quellen der Gegend Salz gewonnen. Im Salinental wurde mit Hilfe von Gradierwerken seit 1732 in einem aufwendigen Verfahren Salz produziert.
  • ehemaliges Rittergut Bangert mit heute drei Museen:
    • Römerhalle: Die Römerhalle zeigt u. a. die Funde der Ausgrabungen einer römischen Palastvilla aus dem 3. Jahrhundert. Diese war im Besitz eines vermutlichen Großgrundbesitzers resp. Politikers. Allerdings wurde in den 1950er Jahren eine Straße mitten durch die Ausgrabungsstätte gebaut. Besonders sehenswert sind die beiden großflächigen in Bad Kreuznach gefundenen Steinteppich-Mosaike, die in die dafür errichtete Römerhalle überführt wurden. Sie gehören zu den bedeutendsten römischen Mosaikbodenfunde nördlich der Alpen und sind wegen ihrer Qualität weltberühmt. Jedoch wurde ein kleines Stück falsch rekonstruiert.
    • Schlossparkmuseum (u. a. Stadtgeschichte Bad Kreuznachs). Besonders erwähnenswert ist die Dauerausstellung über die Bildhauerdynastie Cauer, die europäischen künstlerischen Rang besitzt.
    • Das 2005 neu eröffnete Museum für Puppentheaterkultur: Ausgestellt wird die Sammlung von Karl-Heinz Rother (1928–2010), die heute Eigentum des Landes Rheinland-Pfalz ist, sowie weitere Meisterwerke des Figurentheaters (PuK-Sammlung).
  • Dr.-Faust-Haus (1507)
  • „Klein Venedig“, ehemaliges Gerberviertel, das am Zusammenfluss von Nahe und Ellerbach gelegen ist und aufgrund der beiden Wasserarme sowie der kleinen, alten Häuser malerisch wirkt.
  • Die Volkssternwarte Bad Kreuznach auf dem Kuhberg.
  • Die Bad Kreuznacher Neustadt, das mittelalterlich geprägte Viertel der Stadt am Fuße der Kauzenburg auf dem westlichen Naheufer mit seinen vielen Gaststätten, das heute die ältesten noch bewohnten Bauten der Stadt beherbergt.
  • Schanzenkopf, eine bewaldete Erhebung westlich der Stadt
  • „Hungriger Wolf“, eine Erhebung nördlich der Stadt an der ehemaligen Heerstrasse nach Stromberg und zum Rhein mit 360-Grad-Rundumsicht, zu napoleonischer Zeit Standort eines von französischen Beamten bedienten Semaphors der optischen Telegrafenlinie Paris – Metz – Mainz.
  • Die heutige Synagoge ist eine 2001/2002 umgebaute amerikanische Kapelle.

Musikvereinigungen und Chöre

  • Capella Nicolai
  • Chor Cantamus
  • Chor Reinhard (neu gegründeter, christlicher Männerchor)
  • Chor Mosaik
  • Gospelchor Grenzenlos
  • Kantorei der Pauluskirche
  • Konzertgesellschaft Bad Kreuznach
  • Kreuznacher-Diakonie-Kantorei
  • Musikverein „Musikfreunde Winzenheim“ e. V.
  • MC Harmonie 1845 Planig e. V.
  • Pop- und Gospelchor ReJOYSing, Planig

Kulturvereine

  • Kunstwerkstatt Bad Kreuznach e.V.

Regelmäßige Feste und Veranstaltungen

  • Wochenmarkt auf dem Kornmarkt: Dienstag und Freitag, 7 bis 13 Uhr
  • Altweiberfastnacht im „Narrenkäfig“ auf dem Kornmarkt: Fastnachtsdonnerstag
  • Kreuznacher Narrenfahrt: Fastnachtssamstag
  • Nahetal-Turnier der Fußball-Junioren: immer an Pfingsten Freitag bis Montag
  • Internationales Osterhockeyturnier Kreuznacher Hockey Club
  • Automobilsalon: größte Automobilausstellung in Rheinland-Pfalz, letztes Wochenende im April
  • Eiermarktfest: Mitte Juli
  • Kreuznacher Jahrmarkt: (seit 1810) drittes Wochenende im August (Freitag bis Dienstag)
  • Fischerstechen: erstes Wochenende im September
  • Herbst-Kanuslalom des RKV im Salinental: letztes Wochenende im September
  • Nikolausmarkt: bis 2008 immer auf dem Eiermarkt, Zukunft noch ungeklärt
  • Festival „marionettissimo“/Die Kunst des Spiels am Faden im November im Museum für PuppentheaterKultur
  • Französischer Markt: einmal im Jahr richten Händler der französischen Partnergemeinde Bourg en Bresse einen französischen Markt auf dem Kornmarkt aus, letztmals 2007 durchgeführt.

Kulturpreis der Stadt Bad Kreuznach

Der Kulturpreis der Stadt Bad Kreuznach ist ein Förderpreis der Stadt Bad Kreuznach, der jährlich abwechselnd in den Sparten Musik, bildende Kunst und Literatur vergeben wird.

Sport

Sportvereine

In Bad Kreuznach gibt es zahlreiche Vereine, die auf nationaler Ebene Erfolge vorweisen können. Im Trampolinturnen sowie Kanuslalom ist die Stadt Bundesstützpunkt, Landesleistungszentren bestehen für die Bereiche Sportschießen und Boccia.

Größter Verein ist der VfL 1848 Bad Kreuznach, in dem 1935 die erste Basketballabteilung in Deutschland gegründet wurde. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg brachte der Verein zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten hervor, darunter mehrere Nationalspieler. Daneben ist die Hockey-Abteilung des Vereins von Bedeutung, die zeitweise in der Damen-Bundesliga vertreten war. Die erste Hockey-Abteilung in der Stadt hatte indes der Kreuznacher HC inne, der 1960 im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft stand und bis heute das traditionsreiche Osterhockeyturnier veranstaltet.

Im Fußball ist die Eintracht Bad Kreuznach der erfolgreichste Verein der Stadt. Sie spielte u.a. in der Oberliga, als diese die höchste Spielklasse in Deutschland darstellte, sowie später in der Zweiten Bundesliga. Die meisten Titelgewinne hat der MTV Bad Kreuznach vorzuweisen, im Trampolinturnen gehört er zu den erfolgreichsten Vereinen Deutschlands. Kanusport, insbesondere Kanuslalom, wird vom RKV Bad Kreuznach betrieben. Im Rudern weist der Creuznacher RV eine lange Tradition auf. Von Bedeutung sind auch die Schießsport-Vereine SG Bad Kreuznach 1847 und BSC Bad Kreuznach. Im Behindertensport sind die Sportfreunde Diakonie vor allem im Boccia erfolgreich.

Sportplakette der Stadt Bad Kreuznach

Die Sportplakette ist eine Ehrung, die einmal im Jahr durch die Stadt vorgenommen wird. Geehrt werden einzelne Sportler, ganze Mannschaften, verdiente Förderer des Sports und verdiente Mitarbeiter des Sports. Mit dieser Ehrung möchte die Stadt ebenfalls ihr Image als Sportstadt in Rheinland-Pfalz unterstreichen. Die Sportplakette wird für Sportler in drei Stufen verliehen:

  • Gold
    • Teilnahme an einer Weltmeisterschaft oder an den Olympischen Spielen
    • Welt-Cup-Rangliste Platz 1 bis 3
    • Platz 1 bis 3 bei Europameisterschaften
  • Silber
    • Welt-Cup-Rangliste Platz 4 oder 5
    • Europameisterschaften Platz 4 oder 5
    • Platz 1 bei Deutschen Meisterschaften
  • Bronze
    • Welt-Cup-Rangliste Platz 6 oder 7
    • Teilnahme an einer Europameisterschaft
    • Platz 2 oder 3 bei einer Deutschen Meisterschaft

Förderer und Mitarbeiter des Sports müssen mindestens 25 Jahre im Sport ehrenamtlich tätig sein, um diese Ehrung zu erhalten.

Wirtschaft und Infrastruktur

Weinbau

Bad Kreuznach ist erheblich geprägt vom Weinbau und mit 777 Hektar bestockter Rebfläche, davon 77 Prozent Weißwein- und 23 Prozent Rotweinsorten, größte Weinbaugemeinde im Gebiet Nahe und siebtgrößte Weinbaugemeinde in Rheinland-Pfalz.

Industrie und Handel

Bad Kreuznach zählt ca. 1600 Betriebe mit mindestens einem Mitarbeiter und bietet so 28.000 Arbeitsplätze, wovon die Hälfte durch Pendler aus dem Umland besetzt sind. Die Wirtschaftsstruktur wird dabei vornehmlich durch kleine und mittlere Unternehmen geprägt, die sehr überregional ausgerichtet sind, beispielsweise die Holzgroßhandlung Kurz KG. Aber auch Großbetriebe wie der Reifenhersteller Michelin, der Maschinenhersteller KHS, die Meffert Farbwerke oder die Schneider Optischen Werke sind anzutreffen. Im Jahr 2002 wurden die traditionsreichen Seitz-Filter-Werke durch das amerikanische Unternehmen Pall übernommen. Dabei ist das produzierende Gewerbe von großer Bedeutung, besonders stark vertreten durch die chemische Industrie (Reifen, Lacke, Farben), die optische Industrie sowie Maschinenbauer und Autozulieferer.

Insbesondere der Einzelhandel sowie die Gastronomie besitzen speziell in der Innenstadt ein großes Gewicht, aber auch hier nimmt der Wettbewerb durch Filialisten zu.

Durch die Schnellstraßenverbindung zur Autobahn ist Bad Kreuznach näher an den Frankfurter Flughafen gerückt und kann mit seinen Konversionsflächen neue Investoren anziehen.

Kur und Tourismus

Eine besondere Stellung für die Stadt als ältestes Radon-Sole-Bad der Welt und Rheumazentrum Rheinland-Pfalz hat darüber hinaus der Kurbetrieb und der Wellness-Tourismus. In der Stadt stehen 2.498* Fremdenbetten zur Verfügung, welche bei 449.756* Übernachtungen, davon 270.306* durch Gäste in Reha-Kliniken, genutzt wurden. Als das renommierteste Hotel gilt das Parkhotel Kurhaus. Die Stadt besuchten insgesamt 92.700 Übernachtungsgäste (* Stand 31. Dezember 2010). Weiterhin stehen für den Kurbetrieb sechs Kurkliniken, Kursanatorien, das Thermal-Sole-Bewegungsbad „Crucenia Thermen“ mit Salzgrotte, ein Radonstollen, Gradierwerke im Salinental und der Solezerstäuber im Kurpark als Freiluftinhalatorien sowie das „Crucenia Gesundheitszentrum“ für die ambulante Kur zur Verfügung. Die Heilanzeigen sind dabei: rheumatische Erkrankungen, Gelenkveränderungen durch Gicht, degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule und der Gelenke, Frauenleiden, Erkrankungen der Atmungsorgane, Erkrankungen im Kindesalter, Gefäßerkrankungen, nichtansteckende Hauterkrankungen, Störungen der inneren Sekretion, psychosomatische Erkrankungen sowie Augenkrankheiten.Nach einem deutlichen Rückgang des Kurbetriebs Mitte der 1990er Jahre erfolgte die Neuausrichtung des Heilbades. Mit der Saunalandschaft Bäderhaus entstand ein Wellness-Tempel mit zwölf Großsaunen auf 4.000 Quadratmetern Fläche, der jährlich ca. 80.000 Besucher zählt. Aufgrund des demographischen Wandels erfährt das gesundheitstouristische Angebot wieder zunehmende Bedeutung. Neben dem Gesundheits- und Wellnesstourismus werden Aktivurlaubsthemen wie Wandern und Radfahren immer wichtiger für die Region.

Krankenhäuser und Fachkliniken

Mit dem Krankenhaus der kreuznacher diakonie (397 Betten) und dem Krankenhaus St. Marienwörth (279 Betten) verfügt Bad Kreuznach über zwei Allgemeinkrankenhäuser, die über modernste Spezialabteilungen für Herz- und auch Darmerkrankungen sowie bei Schlaganfällen verfügen. Im Kurgebiet befindet sich zudem das Sana Rheumazentrum Rheinland-Pfalz, bestehend aus einem Rheumakrankenhaus sowie einer Rehaklinik, der Karl-Aschoff-Klinik. Eine weitere Rehaklinik in privater Trägerschaft ist die Klinik Nahetal. Außerdem gibt es die psychosomatische Fachklinik St.-Franziska-Stift und die Reha- und Vorsorgeklinik für Kinder und Jugendliche Viktoriastift.

Verkehr

Durch seine geografische Lage im engen Nahetal führen alle Verkehrswege flussaufwärts parallel zum Fluss. Darüber hinaus ist Bad Kreuznach auch ein wichtiger Kreuzungspunkt aller Verkehrsträger.

Schienenverkehr

Von 1896 bis 1936 bestanden die Kreuznacher Kleinbahnen, ein ländliches Schmalspurbahnnetz. Eine originale Dampflokomotive und die dazugehörige Halle, die aus Winterburg versetzt wurde, befinden sich bis heute in der Kreuznacher Ortsgemeinde Bockenau.

Die 1906 eröffneten Kreuznacher Straßen- und Vorortbahnen betrieben, neben einem innerstädtischen Netz, ebenfalls Strecken ins Umland: nach Bad Münster am Stein, Langenlonsheim und St. Johann. 1953 wurde der Gesamtbetrieb eingestellt.

Seit Einführung des Rheinland-Pfalz-Taktes Mitte der 1990er Jahre haben die Zugstrecken abseits der ICE/EC/IC-Strecken wieder an Bedeutung gewonnen. Neben der Einführung des Stundentaktes ist eine deutliche Ausweitung des Verkehrs in die Nachtstunden festzustellen, so verkehren Züge nach Mainz drei Stunden länger am Tag.

Der Bahnhof Bad Kreuznach ist einer von wenigen Keilbahnhöfen in Rheinland-Pfalz, hier zweigt die Bahnstrecke nach Gau Algesheim von der Nahetalbahn (Bingen am Rhein – Saarbrücken) ab. Von Bingen am Rhein fahren Regionalbahnen über die im Stadtteil Bad Münster am Stein von der Nahetalbahn abzweigende Alsenztalbahn nach Kaiserslautern, welches in etwa 65 Minuten erreicht wird. Auf der Strecke nach Saarbrücken und über Gau Algesheim und die Linke Rheinstrecke nach Mainz verkehren Regionalexpresszüge und Regionalbahnen. Die Fahrzeit nach Mainz liegt zwischen 25 und 40 Minuten, die nach Saarbrücken zwischen 1:40 und 2:20 Stunden.

Straßenverkehr

Mit dem Auto ist Bad Kreuznach über die gleichnamige Anschlussstelle 51 an der Autobahn 61 sowie die Bundesstraßen 41, 48 und 428 zu erreichen. Bis auf die B 48 führen alle genannten Straßen um die Innenstadt herum, die Autobahn ist ca. 12 km vom Stadtzentrum entfernt.

Der öffentliche Nahverkehr wird durch ein innerstädtisches Busliniennetz im 15- bzw. 30-Minuten-Takt auf sieben Buslinien durch die zur Rhenus Veniro-Gruppe gehörende Verkehrsgesellschaft mbH Bad Kreuznach (VGK) durchgeführt. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Regionalbuslinien in die nähere Umgebung, welche von der VGK und von der Omnibusverkehr Rhein-Nahe GmbH (ORN) betrieben werden. Die Linienverkehre der verschiedenen Betreiber sind dabei Bestandteil des Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbund RNN.

Bildung und Forschung

In Bad Kreuznach finden sich neben mehreren Grundschulen, welche teilweise auch eine Ganztagesbetreuung anbieten, Schulen aller drei weiterführenden Schularten sowie berufsvorbereitende oder -begleitende Schulen wie z. B. Berufsfachschulen, Berufsoberfachschulen und Technikerschulen, welche an den Berufsschulen angesiedelt sind:

Grundschulen:

  • Grundschule Bad Münster am Stein-Ebernburg
  • Dr.-Martin-Luther-King-Schule (Ganztagsschule)
  • Grundschule Kleiststraße (Ganztagsschule)
  • Grundschule Hofgartenstraße
  • Grundschule Planig
  • Grundschule WinzenheimRealschulen:
  • Crucenia Realschule plus (Ganztagsschule)
  • Realschule plus am Rotenfels Bad Münster am Stein-Ebernburg

Gesamtschulen:

  • IGS Bad Kreuznach (Ganztagsschule)

Gymnasien:

  • Lina-Hilger-Gymnasium
  • Gymnasium an der Stadtmauer (mit altsprachlichem und mathematisch-naturwissenschaftlichem Zweig)
  • Gymnasium am Römerkastell (mit bilingualem Zweig)
  • Berufliches Gymnasium Fachrichtung Wirtschaft (nur Sekundarstufe II)
  • Berufliches Gymnasium Fachrichtung Technik (nur Sekundarstufe II)
  • Höhere Berufsfachschule Polizeidienst und Verwaltung (nur Fachhochschulreife)

Berufsbildende Schulen:

  • Berufsbildende Schule für Technik, Gewerbe, Hauswirtschaft, Sozialwesen
  • Berufsbildende Schule für Wirtschaft
  • Berufsbildende Schule Landwirtschaft
  • DEULA Rheinland-Pfalz GmbH Lehranstalt für Agrar- und Umwelttechnik

Förderschulen:

  • Bethesda-Schule Schule für Körperbehinderte (Ganztagsschule)
  • Don-Bosco-Schule Schule für geistig Behinderte (Ganztagsschule)
  • Schule am Ellerbach Schule für Lernbehinderte (Ganztagsschule)

1950 wurde das Max-Planck-Institut für Landwirtschaftliche Arbeitswissenschaft und Landtechnik von Imbshausen nach Bad Kreuznach verlegt und nutzte dort Räumlichkeiten des Ritterguts Bangert. Von 1956 bis zu seiner Schließung 1976 trug es den Namen Max-Planck-Institut für Landarbeit und Landtechnik. Leiter des Instituts war Gerhardt Preuschen.

Von 1971 bis 1987 war die Fachrichtung Landbau der Fachhochschule Rheinland-Pfalz, Abteilung Bingen, in Bad Kreuznach angesiedelt. Nach dem Umzug des Landbaus nach Bingen bietet Bad Kreuznach mit dem DLR (Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum) noch eine fachhochschulähnliche Ausbildung für angehende Winzer und Landbauer an. Diese zweijährige Technikerschule für Weinbau und Oenologie sowie Landbau ist ein Bildungsgang der Fachschule Agrarwirtschaft. Sie führt die Tradition der früheren bekannten Höheren Weinbauschule bzw. der Ingenieurschule für Landbau fort und schließt die Lücke in der Ausbildung des weinbaulich-kellerwirtschaftlichen Nachwuchses zwischen Fachhochschule und einjähriger Fachschule.

Die Agentur für Qualitätssicherung, Evaluation und Selbstständigkeit von Schulen und das Pädagogische Zentrum Rheinland-Pfalz, welches die Schulen des Landes bei ihrer pädagogischen und didaktischen Weiterentwicklung unterstützt, haben ebenso ihren Sitz in der Stadt wie das Staatliche Studienseminar Bad Kreuznach für das Lehramt an Gymnasien.

Die Evangelische Kirche im Rheinland unterhielt von 1960 bis 2003 in Bad Kreuznach ein Predigerseminar zur Ausbildung von Vikarinnen und Vikaren.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Konrad von Kreuznach, † 13. Oktober 1368 in Mainz, Lyriker (Minnesänger) und Musiker
  • Nikolaus von Kreuznach, * um 1430, † 10. August 1491 in Wien, Jurist, Theologe und Rektor der Universität Wien
  • Conrad Faber von Kreuznach, * um 1500, † 1552/1553 in Frankfurt a.M., Maler und Zeichner
  • Johann Heinrich von Carmer, * 29. Dezember 1721, † 23. Mai 1801 in Rützen, preußischer Großkanzler und Justizreformer
  • Friedrich Müller, * 13. Januar 1749, † 23. April 1825 in Rom, Pseudonym: Nasturtius, Dichter und Maler
  • Franz Christoph Braun (1766–1833), Pfarrer und Abgeordneter
  • August von Frays, * 15. April 1790, † 24. Oktober 1863 in München, geadelter bayerischer Generalmajor, Kammerherr und Hoftheater-Intendant
  • Carl Löwig, * 17. März 1803, † 27. März 1890 in Breslau, Chemiker
  • Eberhard Anheuser, * 1805, † 1880 in St. Louis, Unternehmer, Besitzer der Großbrauerei Anheuser-Busch
  • Wilhelm Lossen, * 8. Mai 1838, † 29. Oktober 1906 in Aachen, Chemiker
  • Karl August Lossen, * 5. Januar 1841, † 24. Februar 1894 in Berlin, Geologe
  • Erich Prieger, * 2. Oktober 1849, † 27. November 1913 in Bonn, Musikwissenschaftler
  • Arthur Quassowski, * 26. November 1858, † 17. Juni 1943 in Berlin, Generalleutnant
  • Carl Menge, * 18. August 1864, † 9. Oktober 1945 in München, Gynäkologe
  • Hella O’Cuire Quirke, * 26. März 1866, Schriftstellerin
  • Ludwig Cauer, * 28. Mai 1866, † 27. Dezember 1947 in Bad Kreuznach, Bildhauer
  • Stanislaus Cauer, * 18. Oktober 1867, † 8. März 1943 in Königsberg, Bildhauer und Hochschullehrer
  • Hans Driesch, * 28. Oktober 1867, † 16. April 1941 in Leipzig, Biologe und Naturphilosoph
  • Alexe Altenkirch, * 5. Juli 1871, † 25. September 1943 in Bad Kreuznach, Malerin, Designerin und Kunstpädagogin
  • Friedrich Karl Johann Vaupel, * 23. Mai 1876, † 4. Mai 1927 in Berlin, Botaniker
  • Nelli Schmithals, * 23. Juli 1880, † 12. Juni 1975 in Bad Kreuznach, Fotografin
  • Ludwig Hartenfels, * 17. Juni 1894; † 6. April 1955 in Hamburg, Politiker der FDP
  • Karl Sack, * 9. Juni 1896, † 9. April 1945 im KZ Flossenbürg, Jurist und Widerstandskämpfer
  • Hermann Baruch, * 3. November 1894, † 1942 in Auschwitz; Europameister im Ringen
  • Herbert Eimert, * 1897, † 15. Dezember 1972 in Düsseldorf, Komponist
  • Max Rheinstein, * 5. Juli 1899; † 9. Juli 1977 in Schwarzach im Pongau, Jurist
  • Karl Hornberger, * 30. März 1900, † 29. Mai 1988 in Bad Kreuznach, Leichtathlet
  • Hanna Cauer, * 8. März 1902, † 16. Mai 1989, Bildhauerin und Malerin
  • Hugo Salzmann, * 4. Februar 1903, † 1979, Kommunist und Antifaschist
  • Edmund Collein, * 10. Januar 1906, † 21. Januar 1992, Architekt
  • Konrad Frey, * 24. April 1909, † 24. Mai 1974 in Bad Kreuznach, Turner
  • Ekkehard Liehl, * 28. Mai 1911, † 5. März 2003 in Kirchzarten, Geograph und Bibliothekar
  • Jakob Kiefer, * 3. Dezember 1919, † 18. Januar 1991 in Bad Kreuznach, Turner
  • Rudolf Anheuser * 9. November 1924; † 27. Oktober 2009, Basketballfunktionär
  • Hans Schumm, * 1927, † 2007, Landrat
  • Albrecht Martin, * 1927, Pädagoge und Politiker
  • Heijo Hangen, * 29. April 1927, konstruktiver Künstler und documenta-Teilnehmer
  • Karl-Rudolf Hornberger, * 1931, Mundartdichter
  • Harald Winkel, * 30. Mai 1931; † 8. August 2005, Wirtschaftswissenschaftler, Historiker und Verleger
  • Georg Johann Rieger, * 16. August 1931, Mathematiker
  • Elmar Pieroth, * 9. November 1934, deutscher Politiker (CDU).
  • Ursula Hill-Samelson, * 22. Dezember 1935, Mathematikerin und Informatik-Pionierin
  • Robert Stern, * 1936, Pathologe
  • Manfred Ströher, * 25. März 1937, Basketballfunktionär
  • Peter Anheuser, * 23. März 1938, Weinbauer und Politiker (CDU)
  • Wolfgang Bötsch, * 8. September 1938, Politiker (CSU)
  • Hans Maria Mole, * 13. Dezember 1940, Maler und Aktionskünstler
  • Wulf-Dieter Schmidt-Wulffen, * 18. August 1941, Geographiedidaktiker
  • Jürgen Schweizer, * 16. Dezember 1941, Molekularbiologe
  • Gerhard Bahrenberg, * 3. Mai 1943, Geograph
  • Rudolf Wohlleben, * 6. Februar 1936, Ingenieurwissenschaftler, Schriftsteller und Studentenhistoriker
  • Hans-Robert Lichtenberg, * um 1943, Prominenter
  • Hein-Direck Neu, * 13. Februar 1944, Diskuswerfer
  • Volker Pudel, * 1. März 1944, † 7. Oktober 2009, Ernährungspsychologe
  • Günter Verheugen, * 28. April 1944, Politiker (SPD, davor FDP)
  • Ulrich Birkenheier, * 1949, Präsident des Amtes für den Militärischen Abschirmdienst
  • Udo van Kampen, * 4. April 1949, Journalist
  • Wolfgang Donsbach, * 9. November 1949, † 26. Juli 2015 in Dresden, Kommunikationswissenschaftler
  • Andreas Höfele, * 1950, Anglist und Schriftsteller
  • Willy Ketzer, * 3. Februar 1951, Schlagzeuger, Bigband-Leader
  • Armin Emrich, * 16. Juni 1951, Handballtrainer
  • Wolfgang Schömel, * 7. Mai 1952, Autor
  • Horst Klee, * 1952, Gitarrist und Musikpädagoge
  • Hans-Werner Wagner, (1952–1998), Staatssekretär (CDU)
  • Heijo Höfer, * 6. September 1953, Jurist und Kommunalpolitiker (SPD), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenkirchen
  • Lee Charm, * 1954 als Bernhard Quandt, Präsident der Nationalen Tourismusbehörde Südkoreas
  • Holger Härter, * 24. April 1956, Manager
  • Yaacov Lozowick, * 1957, Philosoph und Pädagoge
  • Sabine Hassinger, * 1958, Autorin
  • Helmut Freitag, * 1960, Universitätsmusikdirektor
  • Ise Thomas, * 10. Januar 1960, Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen)
  • Karl Christoph Klauer, * 30. Oktober 1961, Kognitionspsychologe und Professor
  • Peter Eich, * 18. Juni 1963, Fußballtorwart
  • Hans-Peter Burghof, * 14. November 1963, Wirtschaftswissenschaftler
  • Thomas Gerards, * 31. Oktober 1964, † 8. September 1993 in Berlin; Unterhaltungs- und Travestiekünstler
  • Aiman Abdallah, * 3. Januar 1965, Fernsehmoderator
  • Karsten Thormaehlen, * 28. Juli 1965, Fotograf, Editor und Kurator
  • Kerstin Hamann, * 1966, Schriftstellerin
  • Petra Erdtmann, * 1967, Querflötistin
  • Gregor Beyer, * 11. September 1968, Politiker (FDP)
  • Katharina Saalfrank, * 1971, Diplom-Pädagogin und Kolumnistin
  • Andreas Fischer-Lescano, * 14. September 1972, Rechtswissenschaftler und Professor
  • Michael Senft, * 28. September 1972, Kanute
  • Julia Klöckner, * 16. Dezember 1972, Politikerin (CDU) und Vorsitzende der CDU-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz
  • Yanou, * 1974, DJ und Musikproduzent
  • Siegfried Kärcher, * 4. Oktober 1974, Bildender Künstler
  • Thomas Reichenberger, * 14. Oktober 1974, Fußballspieler
  • Thomas Schmidt, * 18. Februar 1976, Kanute
  • Alexander Graeff, * 24. September 1976, Schriftsteller
  • Mark Vogelsberger, * 10. Dezember 1978, Professor und theoretischer Astrophysiker
  • Manuel Friedrich, * 13. September 1979, Fußballspieler
  • Niklas Meinert, * 1. Mai 1981, Hockeyspieler
  • Christian Böhmer, * 1984, Streetart-Künstler
  • Jens Werrmann, * 29. Mai 1985, Leichtathlet (Hürdensprint)
  • Benjamin Kessel, * 1. Oktober 1987, Fußballspieler
  • Matthias de Zordo, * 21. Februar 1988, Leichtathlet (Speerwurf)
  • Pierre Merkel, * 25. Mai 1989, Fußballspieler

Bekannte Persönlichkeiten

  • Ludwig Heinrich Moritz von Pfalz-Simmern, * 4. Oktober 1640 in Sedan, † 24. Dezember 1673 in Kreuznach, Herzog von Simmern-Kaiserslautern
  • Marie Eleonore von Brandenburg, * 1. April 1607 in Cölln; † 18. Februar 1675 in Kreuznach, verheiratete Pfalzgräfin und von 1655 bis 1658 Regentin von Simmern
  • Marie von Oranien-Nassau, * 5. September 1642 in Den Haag, † 20. März 1688 in Kreuznach, verheiratet mit Pfalzgraf Ludwig Heinrich Moritz von Simmern, gestaltete das aufgelassene Augustinerinnen-Kloster St. Peter zum „Schloss Oranienhof“ um
  • Friedrich Christian Laukhard * 1757, † 1822, Theologe und politischer Schriftsteller (verbrachte hier seine letzten Lebensjahre)
  • Emil Cauer der Ältere * 19. November 1800 in Dresden, † 4. August 1867 in Kreuznach, Bildhauer
  • Gustav Pfarrius * 31. Dezember 1800 in Heddesheim, heute Ortsteil von Guldental; † 15. August 1884 in Köln, deutscher Dichter, Lehrer und Professor
  • Stephan Lück * 9. Januar 1806 in Linz am Rhein, † 3. November 1883 in Trier, Theologe, Dommusikdirektor von Trier und Herausgeber, wirkte von 1828 bis 1831 als Kaplan in Kreuznach
  • Carl Prinz zu Solms-Braunfels * 1812, † 1875, genannt „Texas-Carl“, begraben auf dem Stadtfriedhof von Bad Kreuznach
  • Gustav von Jagow, * 7. September 1813 in Dallmin; † 1. Februar 1879 in Potsdam, 1846 bis 1861 Landrat des Kreises Kreuznach, MdPrA, 1862 preußischer Innenminister. MdR
  • Robert Cauer der Ältere * 2. April 1831 in Dresden; † 2. April 1893 in Kassel, Bildhauer, Sohn von Emil Cauer d. Ä. und Bruder von Karl Cauer
  • August Stern * 1837, † 1914, Chorleiter der Kreuznacher-Diakonie-Kantorei
  • Carl Heinrich Jacobi, für seine Lichtdrucke und Stereofotografien bekannter Fotograf
  • Hugo Reich * 30. März 1854 in Elberfeld, † 23. Juli 1935 in Bad Kreuznach, deutscher Theologe, Gründer der Diakonie
  • Emil Thormählen * 24. Mai 1859 in Moorhusen (Wilstermarsch); † 1. April 1941 in Bad Kreuznach, Architekt und Direktor der Kölner Kunstgewerbeschule
  • Elsbeth Krukenberg-Conze, Schriftstellerin und Frauenrechtlerin, * 5. Februar 1867 in Wien; † 16. August 1954 in Calw, Schriftstellerin und Frauenrechtlerin
  • Lina Hilger * 8. März 1874 in Kaiserslautern; † 13. April 1942 in Frankfurt a. M., deutsche Pädagogin
  • Sophie Sondhelm * 18. März 1887 in Kleinlangheim; verschollen 1944 in Auschwitz, Krankenschwester und Heimleiterin, Fluchthelferin während der Zeit des Nationalsozialismus
  • Klaus Thormaehlen * 23. April 1892 in Hanau; † 4. Juli 1981 in Bad Kreuznach, Ingenieur, Winzer und Erfinder
  • Julius Baruch * 7. September 1892 in Gemünden; † 12. Februar 1945 im KZ Buchenwald, deutscher Ringer und Gewichtheber des ASV Bad Kreuznach und 1924 Europameister im Gewichtheben
  • Hermann Niebuhr * 14. Juni 1904 in Straßburg, † 29. Januar 1968 in Bad Kreuznach, Basketballpionier in Deutschland
  • Werner Forßmann * 1904, Chefarzt bei der kreuznacher diakonie, Kardiologe, Nobelpreisträger
  • Yakovos Bilek * 7. Juli 1917 in İzmir, † 4. Mai 2005 in Athen, deutsch-türkischer Basketballspieler, -schiedsrichter und -trainer griechischer Herkunft
  • Dieter Wellmann * 1923, Kirchenmusiker der Pauluskirche von 1960 bis 1996.
  • Werner Danz * 3. Juni 1923 in Koblenz; † 18. März 1999 in Bad Kreuznach, deutscher Politiker (FDP)
  • Fridel Grenz * 1929, Kirchenmusiker der Nikolauskirche
  • Heiner Thabe, Chefarzt für Orthopäde (kreuznacher diakonie)
  • Csilla Hohendorf, Sonderpädagogin
  • Inge Rossbach, Schauspielerin und Regisseurin
  • Carsten Pörksen * 18. Juni 1944 in Nebel/Amrum, MdL
  • Ursula Reindell *1946, Malerin und Bildhauerin (Kulturpreisträger 2008)
  • Walter Brusius * 1950, Maler (Kulturpreisträger 1999)
  • Kurt-Ulrich Mayer * 27. Juni 1950 in Idar-Oberstein, Politiker (CDU) Professor und Präsident der Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM)
  • Gernot Meyer-Grönhof * 1951, Bildender Künstler
  • Matthias Schmidt-Ohlemann, * 1951, Orthopäde (kreuznacher diakonie)
  • André Borsche * 1955, Chefarzt für Plastischer Chirurg (kreuznacher diakonie)
  • Helmut Kickton * 1956, Kantor der kreuznacher diakonie
  • Gabriele B. Harter * 1962, Archäologin und Autorin
  • Frank Leske * 1965, Bildhauer (Kulturpreisträger 2002)
  • Ulrich von Plettenberg * 1965, römisch-katholischer Priester und Generalvikar im Bistum Trier, wirkte als Kaplan in Bad Kreuznach
  • Susanne Schäfer * 1966, Autorin und Feinoptikerin
  • Anna Dogonadze * 15. Februar 1973 in Mzcheta, deutsch-georgische Olympiasiegerin im Trampolinturnen
  • Beate Rux-Voss Kantorin der Pauluskirche, Kulturpreisträgerin der Stadt Bad Kreuznach 2000
  • Alexander Esters, * 1977, Maler und Bildhauer
  • Selina Herrero * 28. Mai 1993 in Mainz, Popsängerin

Ehrenbürger

Bisher wurden 15 Personen zu Ehrenbürgern der Stadt Bad Kreuznach ernannt. Drei wurden diese Rechte wieder aberkannt: Adolf Hitler, Wilhelm Frick und Richard Walther Darré. Die zwölf verbliebenen Ehrenbürger sind (Jahr der Verleihung in Klammern):

  • Otto von Bismarck (1895)
  • Berthold von Nasse (1901)
  • Otto Agricola (1902)
  • Jean Winckler (1904)
  • Otto Hersing (1915)
  • Paul von Hindenburg (1918)
  • Erich Ludendorff (1918)
  • Franz Ernst Potthoff (1924)
  • Joseph Schneider, Unternehmer (1928)
  • Werner Forßmann (1957), Nobelpreisträger für Medizin 1956.
  • Hans Staab, Inhaber eines Zeitschriftengroßvertriebs, nach ihm benannte Stiftung (1996)
  • Alex Jacob, Hotelbesitzer, sozial engagierter Ehrengeneralkonsul für Rumänien (2008)

Varia

  • In Eisenach ließ der wohlhabende Kaufmann und Patrizier Conrad Creutznacher ab 1507/39 neben der Georgenkirche das später so genannte „Creutznacher Haus“ im Renaissance-Stil erbauen. Es wurde Anfang des 17. Jahrhunderts in das alte Residenzschloss integriert (heute: Markt 9).
  • In dem 1719 erschienenen Roman Robinson Crusoe von Daniel Defoe erzählt der Titelheld, der bezeichnenderweise 1632 geboren wurde, die Familie seiner Mutter habe ursprünglich den Namen Kreutznaer geführt und sei über Bremen nach England eingewandert. Der Familienname Crusoe wird inzwischen vielfach als ein verschliffenes Kreuznacher erklärt. 1720 erschien - zunächst anonym - Defoes Roman Memoirs of a Cavalier: Or A Military Journal of the Wars in Germany, and the Wars in England; From the Years 1632 to 1648, in dem die Einnahme von „Creutznach“ 1632 geschildert wird.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Bad Kreuznach

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