Kreis Heinsberg
Der Oberkreisdirektor
Valkenburger Str. 45
52525 Heinsberg

http://www.kreis-heinsberg.de

Kreis Heinsberg

160pxAbb. 1 Wappen Kreis Heinsberg
Basisdaten
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk Köln
Verwaltungssitz Heinsberg
Adresse des Landkreises Valkenburger Straße 45
52525 Heinsberg
Website www.kreis-heinsberg.de
Landrat Stephan Pusch (CDU)

Der Kreis Heinsberg ist ein Kreis im Westen von Nordrhein-Westfalen im Regierungsbezirk Köln. Er ist der westlichste Kreis Deutschlands, der westlichste Punkt liegt in der Gemeinde Selfkant.

Geografie

Der Kreis Heinsberg weist verschiedene Landschaften auf:

  • Der Selfkant im Westen mit seinem zentralen Unterelement Geilenkirchener Lehmplatte.
  • Anteilen an der Schwalm-Nette-Platte im nordöstlichen Kreisteil um Wegberg.
  • Die Erkelenzer Börde und das Baaler Riedelland als Teil der Jülicher Börde im Südosten.Während die Erkelenzer Börde und das angrenzende Baaler Riedelland naturräumlich zur Niederrheinischen Bucht gezählt werden, gehören die übrigen Kreisteile zum Niederrheinischen Tiefland.

Der Norden des Kreises hat Anteil am Naturpark Maas-Schwalm-Nette, der an den auf niederländischer Seite befindlichen Nationalpark De Meinweg unmittelbar angrenzt. Im Südwesten findet sich das größere Naturschutzgebiet Teverener Heide.

Siehe auch: Liste der Naturschutzgebiete im Kreis Heinsberg, Liste der Landschaftsschutzgebiete im Kreis Heinsberg

Flüsse

  • Die Rur fließt von Südosten nach Nordwesten durch das Kreisgebiet.
  • Die Wurm mündet bei Kempen in die Rur.
  • Die Schwalm entspringt im Norden bei Tüschenbroich.
  • Die Niers hat ihren Ursprung östlich von Erkelenz.

Städte und Gemeinden

Der Kreis Heinsberg setzt sich aus zehn Gemeinden zusammen. Sieben führen den Titel „Stadt“. Von diesen sieben sind die fünf Städte Erkelenz, Geilenkirchen, Heinsberg (Rhld.), Hückelhoven und Wegberg Mittlere kreisangehörige Städte, da ihre Einwohnerzahlen jeweils zwischen 25.000 und 60.000 liegen.

Die folgende Liste zählt die zehn Gemeinden des Kreises Heinsberg alphabetisch mit amtlichen Namen auf.

Die Einwohnerzahlen – in Klammern – haben den Stand vom .

Städte

  1. Erkelenz ()
  2. Geilenkirchen ()
  3. Heinsberg ()
  4. Hückelhoven ()
  5. Übach-Palenberg ()
  6. Wassenberg ()
  7. Wegberg ()

Gemeinden

  1. Gangelt ()
  2. Selfkant ()
  3. Waldfeucht ()

Der Kreis Heinsberg hat eine Fläche von 628 Quadratkilometern. Die Kreisgrenze hat eine Länge von 171 Kilometern, fast 78 Kilometer davon sind identisch mit der deutsch-niederländischen Grenze. Mit seiner Ausdehnung von 42,8 Kilometern in west-östlicher Richtung und 32,6 Kilometern in nord-südlicher Richtung gehört der Kreis Heinsberg zu den mittelgroßen Flächenkreisen in Nordrhein-Westfalen.

Nachbarkreise

Der Kreis Heinsberg grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Kreis Viersen, an die kreisfreie Stadt Mönchengladbach, an den Rhein-Kreis Neuss, an den Kreis Düren sowie an die Städteregion Aachen. Im Westen grenzt er an die niederländische Provinz Limburg.

Geschichte

Der Kreis Heinsberg ist ein altes Siedlungsgebiet. Dies beweisen Bodenfunde aus den verschiedensten Epochen. Ob es steinzeitliche Werkzeuge mit einem Alter von bis zu 100.000 Jahren sind, oder der rund 7000 Jahre alte Holzbrunnen, der zu Beginn der 90er Jahre bei Erkelenz-Kückhoven gefunden wurde. Auch die Römer waren in der Region heimisch, zumal das Gebiet durch Römerstraßen, unter anderem die bedeutende Verbindung Heerlen – Xanten, erschlossen wurde.

Die Christianisierung hinterließ ihre siedlungsgeschichtlichen Spuren, da bereits im 8. Jahrhundert erste Kirchenbauten nachzuweisen sind. Die Motten in Brüggelchen, Karken (2: am Friedhof und an der Wolfhagener Mühle), Arsbeck, Birgelen und Heinsberg, die um die erste Jahrtausendwende als Fliehburgen vor einfallenden Wikingerhorden dienten, sind ebenfalls Zeugnisse früher Siedlungsgeschichte.

Im Mittelalter gab es in der Region kein homogenes Gebiet. Unterschiedlichste Adelshäuser beanspruchten Besitztümer im heutigen Kreisgebiet, das sprachlich und kulturhistorisch dem Maasland zuzuordnen war.

Mit Errichtung des Regierungsbezirks Aachen im Königreich Preußen entstanden 1816 die Kreise Heinsberg, Geilenkirchen und Erkelenz. Während der Kreis Erkelenz 156 Jahre Bestand hatte, wurden die Kreise Geilenkirchen und Heinsberg 1932 zunächst unter dem Namen „Kreis Geilenkirchen“ zusammengefasst. Ein Jahr später erfolgte die Umbenennung in „Kreis Geilenkirchen-Heinsberg“. Im Jahr 1951 wurde dieser Kreis in „Selfkantkreis Geilenkirchen-Heinsberg“ umbenannt. Maßgebend dafür war die vorübergehende Unterstellung des Selfkantgebietes unter niederländische Verwaltung in den Jahren 1949 bis 1963.

Am 1. Januar 1972 entstand der neue Kreis Heinsberg im Rahmen der kommunalen Neugliederung im Raum Aachen (Aachen-Gesetz) durch Zusammenlegung des Selfkantkreises Geilenkirchen-Heinsberg mit dem Landkreis Erkelenz. Seit dem 1. Januar 1975 – damals wurde die Gemeinde Niederkrüchten in den Kreis Viersen eingegliedert – hat der Kreis Heinsberg seine heutige Gestalt.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1975 209.257
1980 214.331
1985 216.304
1990 220.602
1995 238.627
2000 250.400
2005 257.326
2010 254.936

Religionen

Von den etwa 250.000 Einwohnern sind circa 165.000 römisch-katholisch.

Politik

Kreistag

Aktuell gibt es im Kreistag folgende Sitzverteilung nach Fraktionen (Stand September 2014):

CDU SPD GRÜNE FDP AfD DIE LINKE FW Fraktionslos Gesamt
28 12 5 2 2 2 2 1 54
NPD 1

Landrat

Bei der Kommunalwahl am 26. September 2004 konnte sich Stephan Pusch (CDU) mit 56,2 % der Stimmen gegen seinen Herausforderer Franz-Josef Fürkötter (SPD), auf den 26,2 % entfielen, durchsetzen.Bei der Wahl am 30. August 2009 erreichte Landrat Pusch 60,8 %. Sein Herausforderer Michael Stock (SPD) kam auf 20,4 %.

Ehemalige Landräte

  • 1816–1853: Wilhelm van der Straeten
  • 1853–1854: Johann Friedrich Engelbert Arnold Hardt (auftragsweise)
  • 1854–1860: Mathias Joseph Claessen
  • 1860: Felix von der Mosel (vertretungsweise)
  • 1860–1876: Wilhelm Leopold Janssen
  • 1876: Friedrich Kleemann (auftragsweise)
  • 1876–1877: Hermann Joseph Paulssen (auftragsweise)
  • 1877–1885: Karl Loewe
  • 1885: Alwin von Hagen (vertretungsweise)
  • 1885–1919: Rudolf Freiherr von Scheibler
  • 1919: Karl Sieger (vertretungsweise)
  • 1919: Wilhelm Kitz (auftragsweise)
  • 1919–1920: Richard Graf von Matuschka (auftragsweise)
  • 1920–1928: Erwin Classen
  • 1928–1932: Franz Röhm

Bundestagswahlen

Am 22. September 2013 gewann Wilfried Oellers (CDU) mit 53,4 % der Erststimmen das Direktmandat des Wahlkreises Heinsberg für den Deutschen Bundestag. Die CDU errang 49,3 % der Zweitstimmen. Als weiterer Abgeordneter wurde Norbert Spinrath (SPD) über die nordrhein-westfälische Landesliste gewählt.

Wappen, Siegel und Flagge

Dem Kreis Heinsberg ist durch Urkunde des Regierungspräsidenten Köln vom 3. September 1973 die Genehmigung erteilt worden, Wappen, Siegel, Banner und Hissflagge wie nachstehend beschrieben zu führen. Der Entwurf des Wappens stammt von Walther Bergmann.

; Wappenbeschreibung „Geteilt und oben gespalten. Oben: vorn in Rot ein zwiegeschwänzter, bekrönter, silberner (weißer) Löwe; hinten in Gold (Gelb) ein schwarzer Löwe. Unten: in Silber (Weiß) ein freischwebendes, liegendes, rotes Lilienkreuz, belegt mit einer fünfblättrigen blauen Flachsblüte.“

; Herkunft und BedeutungDer Gestaltung des Wappens lag die Absicht zugrunde, die Entstehung aus den drei Kreisen Erkelenz, Geilenkirchen und Heinsberg und deren gemeinsame Interessen symbolisch darzustellen.

  • Der zweigeschwänzte silberne Löwe auf rotem Grund war das Wappen der Herren von Heinsberg und der Stadt Heinsberg
  • Geilenkirchen erhielt vom Herzog von Jülich als Wappen einen Löwen (schwarz auf gelbem Untergrund), der als Zeichen der Abhängigkeit von der Heinsberger Herrschaft zwiegeschwänzt dargestellt wurde und damit an den Löwen des Heinsberger Wappens erinnerte. Bei der Gestaltung des Wappens für den Selfkantkreis Geilenkirchen-Heinsberg wurde diese Darstellung zu einem eingeschwänzten Löwen geändert.
  • Das Lilienkreuz mit der Flachsblüte stammt aus dem Wappen des Kreises Erkelenz. Die Lilie erinnert an die jahrhundertealte Beziehung der Stadt Erkelenz zum Marienstift Aachen, die Flachsblume an den Flachsanbau im Gebiet des ehemaligen Kreises.

; Siegelbeschreibung „Umschrift: oben: Kreis unten: Heinsberg Siegelbild: Im Siegelrund das Kreiswappen im geteilten und oben gespaltenen Schild. Oben: vorn in Schwarz ein zwiegeschwänzter, bekrönter, weißer Löwe; hinten in Weiß ein schwarzer Löwe. Unten: in Weiß ein freischwebendes, liegendes, schwarzes Lilienkreuz, belegt mit einer fünfblättrigen, weißen Flachsblüte.“

; Beschreibung des Banners „Zweifach geteilt mit frei schwebenden Wappenfiguren. Oberes Drittel: gespalten; vorn in Rot ein zwiegeschwänzter, bekrönter, silberner (weißer Löwe); hinten in Gold (Gelb) ein schwarzer Löwe. Mittleres Drittel: in Silber (Weiß) ein frei schwebendes, liegendes, rotes Lilienkreuz, belegt mit einer fünfblättrigen, blauen Flachsblüte. Unteres Drittel: Von Rot nach Gold (Gelb) gespalten.“

; Beschreibung der Hissflagge „Dem Kreiswappen entsprechend geteilt und oben gespalten; die Wappenfiguren freischwebend.“

Partnerkreise

  • Der Midlothian District in Schottland
  • Komitat Komárom-Esztergom in Ungarn

Europaregion

Der Kreis Heinsberg gehört seit 1978 zur Euregio Maas-Rhein.

Verkehr

Kfz-Kennzeichen

Bei der Bildung des neuen Kreises wurde diesem mit Wirkung vom 1. Januar 1972 das Unterscheidungszeichen HS zugeteilt. Seit dem 2. September 2013 sind auch die Unterscheidungszeichen ERK (Erkelenz) und GK (Geilenkirchen) erhältlich.

Straße

Individualverkehr

Seit dem Ausbau der A 46 Heinsberg – Düsseldorf (Selfkantstraße) im Jahre 1995 gibt es mehrere Anschlussstellen zu Orten im Kreisgebiet.

Busverkehr

Der Kreis Heinsberg gehört zum Aachener Verkehrsverbund (AVV). Die Versorgung im Busverkehr übernehmen die kreiseigene WestVerkehr GmbH und die Deutsche Bahn AG (RVE). Der Verkehr ist hauptsächlich auf den Transport von Schülern ausgerichtet, deshalb folgt das Busangebot teilweise keinem einheitlichen Takt. Während der Verkehr werktags oftmals schon nach 19 Uhr endet, kommt dieser am Wochenende nahezu ganz zum Erliegen.Um dennoch Verkehrsleistungen in Schwachzeiten anbieten zu können setzt man auf Anruf-Sammel-Taxis oder im westlichen Teil auf den Multibus, einem Bus, der nur auf Anforderung fährt.

Eisenbahn

Strecken

; HauptstreckenDurch den Kreis Heinsberg führen seit 1852 die Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach und seit 1879 die Strecke Mönchengladbach – Wegberg – Roermond – Antwerpen, Eiserner Rhein genannt. Vom Eiserner Rhein zweigt eine Anschlussbahn zum Bahnprüfzentrum der Firma Siemens in Wegberg-Wildenrath ab. Eine weitere vom Eisernen Rhein abzweigende Anschlussbahn zu (früheren) militärischen Einrichtungen bei Arsbeck und Elmpt ist mittlerweile wieder abgebaut worden.

; NebenstreckenDie Preußische Staatsbahn schloss 1890 die heutige Kreisstadt Heinsberg in Lindern (Bahnstrecke Heinsberg–Lindern) an die Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach an. Ferner kam 1911 die Bahnstrecke Jülich–Dalheim, welche eine über die Verknüpfungspunkte Dalheim und Baal eine Querverbindung zwischen dem Eisernen Rhein und der Strecke Aachen–Mönchengladbach schuf, hinzu. Der Verkehr auf dieser Querverbindung ist im Kreisgebiet mittlerweile vollends eingestellt und die Strecke weitgehend abgebaut. Im Güterverkehr an diesen Strecken bedeutend waren die Anschlüsse zur Zeche Sophia-Jacoba und dem Chemiepark Oberbruch, welche über eigene Werksbahnen verfügten.

; SchmalspurbahnIm Jahre 1900 eröffneten die Geilenkirchener Kreisbahnen Schmalspurbahnen von der damaligen Kreisstadt Geilenkirchen einerseits nach Alsdorf, andererseits nach Wehr, von wo es 1905 bis Tüddern weiterging. Heute betreibt die IHS auf einem Reststück dieser Bahnlinie eine Museumsbahn, die Selfkantbahn.

Entwicklung

; BlütezeitDer Grenzbahnhof in Dalheim erreichte einst eine Ausdehnung von über 27 Gleisen und war damit für lange Zeit der größte Bahnhof im Kreis. Der Personenzugverkehr nach Heinsberg erreichte in den 1950er Jahren mit 13 Personenzugpaaren am Tag seine Höchstzahl.

Der Güterverkehr zur (heute stillgelegten) Zeche Sophia-Jacoba zwischen Baal und Ratheim (dieses Teilstück der Strecke Jülich–Dalheim war auch elektrifiziert) war eine wichtige Einnahmequelle für die Bahn; so hatte der Bahnhof Ratheim einst 14 Beamte und der Güterverkehr erreichte bis zu 60.000 Güterwagen pro Jahr (1987). Es fuhren vier bis sechs sogenannte „Programmzüge“ pro Tag (bei Bedarf weitere Güterzüge) und nahezu im Blockabstand betriebsinterne Transporte zwischen dem Zechengelände in Ratheim und der Verarbeitung (Brikettfabrik) in Hückelhoven.

; NiedergangIm Zuge der individuellen Motorisierung mit PKW ging das Fahrgastaufkommen in den Nachkriegsjahrzehnten zurück. Mit dem Einsatz von Bahnbussen verlagerte die damalige Bundesbahn den öffentlichen Personenverkehr weg von der Schiene und reduzierte gleichzeitig auch den Betrieb auf den Nebenstrecken auf nur sehr wenige Zugpaare pro Tag und Richtung.

So endete in den Jahren 1949 bis 1971 schrittweise der Verkehr auf der Selfkantbahn. Bereits seit 1953 verkehrten keine Personenzüge mehr im grenzüberschreitenden Verkehr zwischen Dalheim und Roermond. Am 29. September 1968 wurde der Personenverkehr von Baal nach Jülich eingestellt. Am 27. September 1980 verkehrte der letzte Personenzug von Baal nach Dalheim und einen Tag früher der letzte Personenzug von Heinsberg nach Lindern.Kritiker sahen ein verringertes Zugangebot als Ursache für den Rückgang bei den Reisenden und unterstellten, die Bahn habe systematisch versucht, den Betrieb auf den Bahnstrecken unattraktiv zu gestalten und mit dem resultierenden Fahrgastrückgang einen Grund für deren Stilllegung zu konstruieren.

Nach der Schließung der Zeche „Sophia-Jacoba“ 1997 wurde der Streckenabschnitt zwischen Ratheim und Baal noch für die bis 2008 weiter bestehende Brikettfabrik in Hückelhoven verwendet.

Gegenwart

Beide Hauptstrecken sind wichtige Städteverbindungen im Rheinland. Während die Dalheimer Strecke die Versorgung der Stadt Wegberg im ÖPNV sichert, ist die den Süden des Kreises durchschneidende Hauptstrecke Aachen–Mönchengladbach eine wichtige Verbindung auf der Relation Ruhrgebiet-Aachen-Belgien und von großer Bedeutung für die Berufspendler des strukturschwachen Heinsberger Landes.

Für den Kreis und die Stadt Wegberg hat der Schienenverkehr aufgrund des Bahnprüfzentrums in Wegberg-Wildenrath außerdem eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung.

Nachdem Heinsberg über 30 Jahre lang eine der wenigen Kreisstädte ohne eigenen Bahnanschluss war, wurde mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2013 die Strecke Heinsberg – Lindern als Wurmtalbahn wieder eröffnet.

Zukunft

Langfristig wurde angestrebt, die Verbindung Baal–Ratheim–Wassenberg wieder in Betrieb zu nehmen. Anfang 2015 erteilte das Eisenbahn-Bundesamt jedoch einen Freistellungsbescheid für den Abschnitt Hückelhoven Stadtmitte - Ratheim. Der Bau der L 117n auf der ehemaligen Bahntrasse konnte so im Winter 2015 beginnen. Der Bebauungsplan sieht zwar eine Trasse für eine zukünftige Bahnstrecke zwischen der L 117n und der Jacobastraße vor. Dieser ist jedoch nicht eisenbahnrechtlich gewidmet, womit eine zukünftige Reaktivierung rechtlich einen Neubau gleichkäme.

Eine Untersuchung im Auftrag des Kreises Heinsberg, die Ende 2015 im zuständigen Ausschuss vorgestellt wurde, prognostiziert einer favorisierte Reaktivierung der Strecke Baal-Ratheim mit Durchbindung von und nach Mönchengladbach das Potenzial von 6440 Fahrgästen je Werktag, worüber laut Sprecher der IG Ratheimer Bahn „selbst die größten Optimisten überrascht sein dürften“.

Vorgesehen ist auch der Neubau einer Verbindung zwischen Baal und Linnich oder zwischen Lindern und Linnich.

Für den überregionalen Güterverkehr soll der Eiserne Rhein wieder genutzt werden.

Schifffahrt

Die Rur war in früheren Jahrhunderten schiffbar. Sie stellte eine wichtige Verkehrsader für die Region dar und gab den Heinsberger Landen einen Zusammenhalt. Flussaufwärts konnte die Rur teilweise nur mittels Treideln befahren werden. Die Wege entlang der Rur führten ins Jülicher beziehungsweise Limburger Land.

Freizeit und Touristik

Museen

Begas Haus. Museum für Kunst und Regionalgeschichte Heinsberg

Das vormalige Kreismuseum Heinsberg, seit 1949 im historischen Torbogenhaus in der oberen Hochstraße beheimatet, war von Mitte 2010 wegen Um- und Erweiterungsbaumaßnahmen bis Mitte März 2014 geschlossen. Am 14. März fand die offizielle Wiedereröffnung statt. Der Ausstellungsschwerpunkt wird die aus Heinsberg stammende Berliner Künstlerfamilie Begas sein, ergänzt um Exkurse zur regionalen Territorial-, Kultur- und Kirchengeschichte. Das Museum wurde in „Begas Haus. Museum für Kunst und Regionalgeschichte Heinsberg“ umbenannt; sein Träger ist seit dem 1. Januar 2011 der Trägerverein Museum Heinsberg e.V. unter maßgeblicher finanzieller Beteiligung des Kreises Heinsberg, der Stadt Heinsberg und der Kreissparkasse Heinsberg.

Sonstige Museen

  • Rheinisches Feuerwehrmuseum in Erkelenz-Lövenich
  • Beecker Flachsmuseum in Beeck (Wegberg)
  • Museum für europäische Volkstrachten in Wegberg-Beeck
  • Dauerausstellung „Bionik-Zukunftstechnik lernt von der Natur“ im Naturparkzentrum Wegberg-Wildenrath.
  • Bauernmuseum Selfkant in Selfkant-Tüddern
  • Die Sammlung Riediger in Übach-Palenberg zeigt Funde aus der Mittelsteinzeit und Blitzröhren.
  • Heimatmuseum „Gerhard Tholen Stube“ in Waldfeucht
  • Mineralien- und Bergbaumuseum in Hückelhoven
  • Schacht 3 in Hückelhoven ist eine ehemalige Schachtanlage der Zeche Sophia-Jacoba.
  • Korbmachermuseum in Hückelhoven-Hilfarth
  • historisches Klassenzimmer in Geilenkirchen-Immendorf
  • Privates Loewe Opta Radiomuseum in Waldfeucht-Bocket, hier findet man einmaliges aus der Radiogeschichte.

Andere Ausflugsziele

  • Wildpark Gangelt
  • Selfkantbahn, eine historische meterspurige Dampfeisenbahn
  • Wassermühlen
  • Windmühlen entlang der Selfkant-Mühlenstraße
  • Die St.-Jans-Klus in Haaren
  • Verschiedene Naherholungsgebiete

Fahrradtouristik

Seit 2006 dient ein an die benachbarten Niederlande und die Nachbarkreise angepasstes Orientierungssystem mit Knotenpunkten der Förderung des Fahrradtourismus. Drei Fernradwege führen durch das Kreisgebiet.

  • Der Radfernweg Aachen-Nijmegen, die 2-Länder-Route führt durch die Gemeinden Übach-Palenberg, Gangelt und Waldfeucht.
  • Der Rurufer-Radweg begleitet die Rur auf ihrem Lauf durch das Kreisgebiet, sein Anfang liegt an der Rurtalsperre im Kreis Düren, sein Ende im niederländischen Roermond.
  • Die NiederRheinroute liegt zwischen Emmerich am Rhein und dem Selfkant (Kreis Heinsberg)

Im Jahre 2006 wurde im Kreis Heinsberg das aus den Niederlanden stammende „Knooppuntsystem“ (Knotenpunktsystem) eingeführt. An diesen rot markierten und durchnummerierten Knotenpunkten befindet sich jeweils eine Orientierungskarte.

Kultur

Jüdische Friedhöfe

Für den Kreis Heinsberg sind 8 Jüdische Friedhöfe dokumentiert: in Erkelenz (2), in Gangelt (1), in Geilenkirchen (1), in Heinsberg (3) und in Wassenberg (1). Es sind schützenswerte Kulturdenkmäler – steinerne Zeugen für ehemals existierende jüdische Gemeinden und eines regen jüdischen Gemeindelebens bis in die 1930er Jahre.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Kreis Heinsberg

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