Stadt Geilenkirchen
Hauptamt
Markt 9
52511 Geilenkirchen

http://www.geilenkirchen.de

Geilenkirchen

160pxAbb. 1 Wappen von Geilenkirchen
Basisdaten
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Kreis Heinsberg
Höhe 95 m
PLZ 52511
Vorwahl 02451, 02453, 02462
Gliederung 30 Stadtteile, 13 Stadtbezirke
Website www.geilenkirchen.de
Bürgermeister Georg Schmitz (parteilos)

Geilenkirchen ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im westlichen Nordrhein-Westfalen im Kreis Heinsberg (Deutschland).

Geographie

Geographische Lage

Geilenkirchen liegt etwa 20 km (Luftlinie) nördlich von Aachen, mit der zum Stadtgebiet gehörenden Teverener Heide unmittelbar an der niederländischen Grenze, am Südostrand des Selfkant, im Tal der Wurm.

Die Stadt erstreckt sich beiderseits der Wurm auf den sanft ansteigenden Hängen des Wurmtales, die sich von 70 m über NHN auf Flussniveau bis auf rund 100 m Höhe erheben.
Geilenkirchen erstreckt sich über 9,5 km in Nord-Süd-Richtung und über 15,4 km Ost-West-Richtung.

Die drei Ortsteile Geilenkirchen, Bauchem (beide links der Wurm) und Hünshoven (rechts der Wurm) sind mittlerweile vollständig zusammengewachsen und bilden die Kernstadt der Gemeinde. Die Wurm im Stadtzentrum ist über einige hundert Meter überbaut. Der höchste Punkt im Gemeindegebiet liegt bei Gut Muthagen mit 122,5 Meter.

Geologie

Die Stadt liegt auf einer Hauptterrasse der Geilenkirchener Lehmplatte, im Naturraum des Niederrheinischen Tieflandes

Nachbargemeinden

Stadtgliederung und Gemeindegebiet

Geilenkirchen ist gemäß der Hauptsatzung aufgegliedert in 30 Ortschaften, die in 13 Stadtbezirke zusammengefasst und durch je einem Ortsvorsteher vertreten werden.

  • Beeck
  • Geilenkirchen (Kerngebiet) mit Hünshoven und Bauchem
  • Gillrath, Hatterath, Nierstraß und Panneschopp
  • Grotenrath
  • Immendorf, Waurichen und Apweiler
  • Kraudorf, Nirm, Kogenbroich und Hoven
  • Lindern
  • Niederheid
  • Prummern
  • Süggerath
  • Teveren und Bocket
  • Tripsrath, Hochheid und Rischden
  • Würm, Leiffarth, Flahstraß, Müllendorf und Honsdorf

Geschichte

Geilenkirchen entstand am linken Ufer der seinerzeit mäandernden Wurm bei einer schon in der Römerzeit benutzten Furt. Grabfunde aus dem 6. und 7. Jahrhundert – gefunden in den 1930er Jahren in der Flur „Kniepbusch“ – sowie einzelne frühmittelalterliche Scherben aus einer Grabung am heutigen Marktplatz bezeugen die Anfänge des Ortes noch im frühen Mittelalter. Die schriftliche Überlieferung setzt zum Jahr 1170 ein, als der Kölner Erzbischof Philipp I. von Heinsberg Schenkungen an die Stiftskirche St. Gangolf tätigte.Die mittelalterliche Stadt lag an der Römerstraße Aachen-Roermond, die hier die Wurm querte; die Furt war später bzw. ab dem 12. Jahrhundert durch eine Wasserburg der Grafen von Heinsberg gesichert. Reste dieser Burg sind nach ihrer Zerstörung 1945 heute integriert in das Bischöfliche Gymnasium „St. Ursula“.

1798, in der Zeit der Besetzung des Rheinlandes durch Napoleon (Franzosenzeit 1798–1814), war Geilenkirchen im Département de la Roer, im Arrondissement d’Aix-la-Chapelle ein Kanton. Napoleon der I. war es, der die erste nachweisliche Steinbrücke über die Wurm bauen ließ, als Geilenkirchen unter französischer Herrschaft war.

1815, unter preußischer Herrschaft, entstand der Kreis Geilenkirchen.

1918, nach dem Ersten Weltkrieg, wurde das Rheinland entmilitarisiert und von alliierten Truppen besetzt; in Geilenkirchen gab es französische, marokkanische sowie belgische Truppen (Marokko war seit 1912 französisches Protektorat). Von 1918 bis 1929 waren belgische Besatzungssoldaten in einer Kaserne (Kamp van Dinant) stationiert, die im Bereich des Hünshoverner Hofes gebaut wurde.

1932 wurde der Kreis Geilenkirchen mit dem Landkreis Heinsberg zusammengelegt und es entstand der Selfkantkreis Geilenkirchen-Heinsberg mit der Stadt Geilenkirchen als Kreisstadt.

Im Zweiten Weltkrieg war Geilenkirchen eingebunden im Westwall. Dessen nördliches Ende lag in Heinsberg (etwa 11 km nördlich); 1944 wurde diese Linie Richtung Venlo feldmäßig verlängert (Maas-Rur-Stellung). Im November 1944 gab es im Frontverlauf einen Vorsprung (Geilenkirchen Salient), der in die alliierte Front hineinragte. Am 8. November warfen Bomber Napalm auf Geilenkirchen.Am 10. November 1944 begannen alliierte Truppen eine Offensive namens Operation Clipper, um diesen Vorsprung zu beseitigen. Am 19. November 1944 besetzten sie Geilenkirchen. Das nur 11 km entfernte Heinsberg (genauer: seine Ruinen) wurde(n) erst am 23./24. Januar 1945 erobert.

Nach dem Krieg war Geilenkirchen Teil der Britischen Besatzungszone. 1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland gegründet. Die Besatzung, und damit das ausüben alliierter Hoheitsrechte, endete in Westdeutschland 1955 mit dem Deutschlandvertrag.

1953 errichtete die Royal Air Force im Stadtteil Teveren auf einem schon in den 1930er Jahren genutzten Feldflugplatz einen Fliegerhorst, den sie bis 1968 nutzte und dann an die Luftwaffe übergab (siehe Air Base Geilenkirchen).

1971, bei der kommunalen Gebietsreform durch das Aachen-Gesetz, verlor Geilenkirchen den Status der Kreisstadt, da der Kreis Geilenkirchen-Heinsberg und der Kreis Erkelenz zum neuen Kreis Heinsberg zusammengefügt wurden. Neue Kreisstadt wurde die Stadt Heinsberg.Im ehemaligen Kreishaus des Selfkantkreises Geilenkirchen-Heinsberg ist seitdem das Finanzamt untergebracht.

Ortsname

Nach der Volksetymologie bezieht sich der Name Geilenkirchen ursprünglich auf eine Holzkirche, die ein Franke namens Gelo errichtet habe, etwa im Sinne von „Geilos Kirche“. Ursprünglich hieß Geilenkirchen „Gelekircke“ (Lokales Idiom auch „Jellekercke“; auf Niederländisch früher „Geelkerken“).

Der Name begegnet seit dem letzten Drittel des 12. Jahrhunderts in den verschiedensten nieder- und hochdeutschen Formen und Mischformen, je nachdem ob die Schreiber der Urkunden Nieder- oder Hochdeutsche waren: 1170 Gelenkirchen, 1244 Gelinkerike, 1252 Gelenkirche, 1270 Geilenkirge, 1276 Gelinkirke, 1277 Geilinkirchin, 1290 Gelinkirken, 1328 Gelynkirchen, 1363 Geillenkyrken u. s. w.

1747 wird die Stadt als „Gedekirch“ auf einer Karte der „Katholischen Niederlande und angrenzende Deutsche Provinzen“ (Karte – Pais Bas Catholiques – Belgium Catholicum) angegeben.

Die Mundart hat bis heute in ihrem „Gelekerke“ die ursprüngliche niederdeutsche Form festgehalten.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Beeck, Immendorf, Lindern, Süggerath, Teveren und Würm eingemeindet.

Bevölkerungsentwicklung

(jeweils zum 31. Dezember)
2005 28.693
2010 28.253
2015 26.963

Politik

Bürgermeister

  • 1945–1954: Johannes Plum, CDU
  • 1954–1958: Hubert Pennartz, CDU
  • 1958–1961: Hans Schönauer, CDU
  • 1961–1969: Rudolf Wyrsch, CDU
  • 1969–1994: Heinrich Cryns, CDU
  • 1994–2004: Franz Beemelmanns, CDU (ab 1999 hauptamtlich)
  • 2004–2009: Andreas Borghorst, CDU
  • 2009–2015: Thomas Fiedler, parteilos
  • seit 2015: Georg Schmitz, parteilos

Stadtrat

Der Stadtrat umfasst 2015 38 Mitglieder

Partei/Fraktion Sitze im Rat 2015
CDU 14
SPD 5
Bündnis 90/Die Grünen 5
freie Bürgerliste 4
FDP 1
Linke 2
NPD 1
für GK 2
Geilenkirchen bewegen! 4
(Stand: Kommunalwahl September/Oktober 2015)

Die Stadt Geilenkirchen wurde nach der Kommunalwahl 2009 von einem Vierparteienbündnis aus SPD, FDP, Freier Bürgerliste und Bündnis 90/Die Grünen regiert. Vor dieser Kommunalwahl regierte die CDU in Geilenkirchen 60 Jahre lang mit absoluter Mehrheit.

Am 29. September 2010 wurde das Vierparteienbündnis nach Meinungsverschiedenheiten im Zusammenhang mit dem Umbau der Innenstadt von den Bündnisparteien beendet, seitdem werden politische Entscheidungen mit wechselnden Mehrheiten getroffen.

Wappen

Das Wappen der Stadt wurde abgeleitet vom ältesten Siegel der Stadt aus dem Jahr 1556, welches dem Herzog von Jülich (Wilhelm V.) gehörte. Die Herkunft des Vogels (Papagei) ist vermutlich ein Bestandteil, das dem Wappen des Wilhelm von Jülich’ (1556) entnommen wurde. Seinen Ursprung hatte der Vogel wohl als Kennzeichen der Teilnahme an den Kreuzzügen. Der Zweig hat keinen historischen Ursprung und wurde im 19. Jahrhundert hinzugefügt.

Die Farben wurden 1972 abgeändert. Das heutige Wappen in dieser Form gibt es seit dem 29. November 1972.

Städtepartnerschaften

Geilenkirchen unterhält seit 1966 eine enge Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Quimperlé in der Bretagne. Zudem pflegt Geilenkirchen gute Kontakte zu den grenznahen niederländischen Städten, insbesondere zur Stadt Sittard-Geleen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

  • Selfkantbahn: Die etwa 1900 ehemals von Alsdorf über Geilenkirchen (DB-Anschluss) bis Wehr/Tüddern betriebene Schmalspurbahn der Kreisbahn Geilenkirchen wird heute auf einem 5,5 km langen Reststück von Geilenkirchen-Gillrath bis Gangelt-Schierwaldenrath als Museumseisenbahn betrieben. Sie ist die letzte dampfbetriebene Kleinbahn Nordrhein-Westfalens.
  • Historisches Klassenzimmer Immendorf: Nach Umstellung der Hauptschule Immendorf in eine Grundschule wurde 1988 ein Klassenzimmer in ein historisches Klassenzimmer umfunktioniert. Darin werden Schulutensilien aus dem frühen bis mittleren 20. Jahrhunderts ausgestellt.
  • Haus Basten

Institutionen

  • Kulturarbeitskreis der Stadt Geilenkirchen

Bauwerke

  • im Ortsteil Geilenkirchen
    • Kirche St. Mariä Himmelfahrt
    • ehemalige Burg Geilenkirchen, heute auf dem Gelände des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula
    • Jüdischer Friedhof
    • Marienkapelle Stumpf: Die römisch-katholische Kapelle befindet sich an der Rembrandtstraße auf einem Privatgrundstück, ist aber für die Öffentlichkeit zugänglich. Bauherren waren die Eheleute Luise und Toni Stumpf. Die der Gottesmutter Maria gewidmete Kapelle entstand nach Plänen des Geilenkirchener Architekten Norbert Makarowski und wurde am 28. April 2012 geweiht. Im Inneren befindet sich eine bronzene Marienstatue, an der Südostseite ein Fenster mit Glasmalerei.
  • im Ortsteil Hünshoven
    • Kirche St. Johann Baptist, von Dominikus und Gottfried Böhm 1950/51 erbaut
    • Evangelische Kirche, erbaut 1865/66
    • Evangelisches Pfarrhaus, ehemals Wohnhaus der Familie Camphausen
    • Haus Basten, ehemals eine Ölmühle
  • im Tal der Wurm
    • Schloss Trips, bedeutende Wasseranlage (seit 2004 zum Altenheim umgebaut)
    • Schloss Leerodt
    • Gut Zumdahl
  • zwischen Hünshoven und Waurichen
    • Schloss Breill
    • Gut Muthagen
  • im Ortsteil Bauchem
    • Wasserturm (Wahrzeichen) erbaut 1903, zerstört 1944, Wiederaufbau 1947
    • Kirche St. Josef, 1974 erbaut
    • Dremmenshof (1790)
    • Thorenshof (1660)
  • im Ortsteil Süggerath
    • Kirche Hl. Kreuz, erbaut um 1560, sehenswert ist hier das Antwerpener Retabel

Park und Naturschutzgebiet

  • Wurmauenpark
  • Naturschutzgebiet Teverener Heide

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Schienenverkehr

Geilenkirchen ist mit den Bahnhöfen in Lindern (Bahnhof der Kategorie 4) und Geilenkirchen (ebenfalls Bahnhof der Kategorie 4) seit 1852 an die Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach angeschlossen.

Für ein einige Jahre war der Bahnhof Geilenkirchen Interregio-Halt. Seit Fahrplanwechsel zum 15. Dezember 2013 hält das zum gleichen Zeitpunkt neu eingerichtete werktägliche Intercity-Zugpaar zwischen Aachen und Berlin auch in Geilenkirchen.

Linie Linienbezeichnung Linienverlauf
Wupper-Express Aachen Hbf – Herzogenrath – Geilenkirchen – Erkelenz – Rheydt Hbf – Mönchengladbach Hbf – Düsseldorf Hbf – Wuppertal Hbf – Hagen Hbf – Witten Hbf – Dortmund Hbf
Rhein-Niers-Bahn Aachen Hbf – Herzogenrath – Geilenkirchen – Lindern (Flügelung) – Erkelenz – Rheydt Hbf – Mönchengladbach Hbf – Viersen – Krefeld Hbf – Duisburg Hbf
– Heinsberg (Rheinl)
Euregiobahn Aachen Hbf – Herzogenrath – Geilenkirchen

Busverkehr

Die Stadt ist ferner an das Öffentliche Personen-Nah-Verkehrs-(ÖPNV-)Netz des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) angeschlossen.Die im Verkehrsverbund zusammengeschlossenen Verkehrsunternehmen bieten im Verbundraum nach einheitlichen Tarif- und Beförderungsbedingungen einen planmäßig betriebenen Omnibus-Linienverkehr zwischen den wichtigsten Städten und Gemeinden der Kreise Aachen, Heinsberg und Düren an. Ein besonderes Merkmal des „öffentlichen Verkehrsangebotes“ ist die direkte Einflussnahme der Kommunen auf das Angebot und eine sozialverträgliche Tarifgestaltung. Für Geilenkirchen und sein ländliches Umfeld hat dies eine besondere Bedeutung für die umfangreich notwendige Beförderung der Schüler zwischen Wohnstätten und den zentral gelegenen sogenannten Mittelpunktschulen.
Neben dem nach Fahrplan auf festgelegten Linien verkehrenden Bussen kann auch der Multi-Bus angefordert werden.

Linie Verlauf

Straßenverkehr

Die Bundesautobahn 46 beginnt/endet nur wenige Kilometer nordwestlich zwischen Geilenkirchen und Heinsberg.

Geilenkirchen liegt am Kreuzungspunkt der Bundesstraße 221 (Aachen–Kleve) mit der Bundesstraße 56 (Bonn–Sittard/NL).

Öffentliche Einrichtungen

Allgemeines

  • Rathaus, Markt 9
  • Stadtbücherei, Martin-Heyden-Str. 24-26
  • Hallenbad
  • Baubetriebshof der Gemeinde
  • Kläranlage Flahstraß
  • Polizeiwache
  • Freiwillige Feuerwehr Geilenkirchen
  • Friedhöfe
  • Sportplätze
  • Hauptstelle der Kreissparkasse Heinsberg
  • Kreishandwerkerschaft
  • Finanzamt Geilenkirchen

Schulen

In Geilenkirchen sind diverse Schulen ansässig:

  • Bischöfliches Gymnasium St. Ursula (Träger ist das Bistum Aachen)
  • Städtische Realschule
  • Anita-Lichtenstein-Gesamtschule
  • diverse Grundschulen
  • Berufskolleg Wirtschaft (Wirtschaftsgymnasium)
  • Berufskolleg für Ernährung, Sozialwesen und Technik
  • Musikschule Geilenkirchen e. V.
  • Eichendorff-Kolleg Geilenkirchen (ehemals staatl. Institut für spätausgesiedelte Abiturienten, seit Mitte 2010 in einem Anbau bei der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule als Abteilung IV angesiedelt)
  • Janusz-Korczak-Schule (Schule für Erziehungshilfe)
  • Krankenpflegeschule des St.-Elisabeth-Krankenhauses.Der 2009 gegründete Campus Geilenkirchen der FH Aachen beherbergt bis zu 180 Studenten des Freshman Institute.

Zudem bietet die Rheinische Fachhochschule Köln ab 2015 am CSB-Campus Studiengänge im Bereich Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik.

Energieversorger

Das Energie-Versorgungsunternehmen Kreiswerke Heinsberg (KWH), das nach Fusion mit der Kreisbahn Geilenkirchen und später mit der Kraftverkehr Erkelenz auch als Verkehrsunternehmen den ÖPNV im Kreis durchführte, hatte seinen Sitz und einen seiner beiden Busbetriebshöfe in der Stadt. Rationalisierungsbestrebungen der „öffentlichen Hand“ führten 2003 zu einem weiteren Zusammenschluss der KWH mit der „Westdeutschen Licht & Kraft“ (WLK) aus Erkelenz zur WestEnergie und Verkehr GmbH. Im Jahre 2015 erfolgte mit einer Abspaltung der Energie Sparte 2015 eine Umbenennung des Unternehmens in WestVerkehr GmbH. Im Zuge der Ausgliederung wird das Erbringen von Ver- und Entsorgungsleistungen in den Bereichen Energie, Wärme, Wasser, Abwasser, Abfall von der WestEnergie GmbH durchgeführt. Nach dem Zusammenschluss der NEW Niederrhein Energie und Wasser GmbH und der WestEnergie GmbH übernimmt die NEW die Durchführung der Grundversorgung für die Belieferung von Erdgas und elektrischer Energie.

Nahverkehrsunternehmen

Das Unternehmen WestVerkehr GmbH führt im Kreis Heinsberg den Linien- und Schülerverkehr im ÖPNV durch. Die Hauptverwaltung ist in Geilenkirchen. Die Betriebshöfe des Unternehmens sind in Geilenkirchen und Erkelenz.

Militärische Einrichtungen

Geilenkirchen ist Standort zweier größerer militärischer Einrichtungen: der NATO Airbase im Ortsteil Teveren und der Selfkant-Kaserne im Ortsteil Niederheid.In beiden waren lange Zeit mobile, atomar und nichtatomar bestückbare Raketensysteme (Honest John, Pershing 1A, Sergeant, Lance sowie LARS (Leichtes Artillerieraketensystem), ein Mehrfach-Raketenwerfer 110 mm auf Selbstfahrlafette Magirus-Deutz) stationiert.

Der Fliegerhorst und die Kaserne sind für die eher strukturschwache Region wirtschaftlich von nicht unerheblicher Bedeutung, da sie neben den Militärangehörigen auch zahlreichen Zivilbeschäftigten Arbeit und in die Region zurückfließende Kaufkraft geben.

NATO-Flugplatz Geilenkirchen

Die britische Royal Air Force baute und bezog 1953 in Teveren einen Flugplatz, den sie bis 1968 nutzte. Die Einrichtung wurde von der Deutschen Luftwaffe übernommen und Standort der Pershing-1A-Kurzstreckenrakete. 1980 zog das Flugkörpergeschwader in die Selfkantkaserne nach Geilenkirchen um und in Teveren zog die NATO mit dem AWACS-Verband ein, an dem 2014 16 NATO-Staaten aktiv beteiligt sind. Dieser Verband ist demnach der einzige multinationale Verband der NATO.

In Geilenkirchen-Teveren sind seit 1982 auf der Air Base Geilenkirchen die NATO-AWACS-Aufklärungsflugzeuge vom Typ Boeing E-3A Sentry stationiert. Vor der Stationierung führte dies zu erheblichen Demonstrationen der Friedensbewegung, die bewusst machen wollte, dass die AWACS-Flugzeuge ebenso defensiven wie offensiven Aufgaben nachkommen könnten. Heute noch sind die veralteten und längst überholten Triebwerke vom Typ Pratt & Whitney JT3D (militärische Bezeichnung Pratt & Whitney TF33) der Flugzeuge Quelle massiver Lärm- und Schadstoffemissionen.

Angesichts ca. 2400 Arbeitsplätzen (davon etwa 850 Zivilbeschäftigte) und einem wirtschaftlichen Beitrag von ca. 400 Mio. Euro ist der NATO-Flugplatz Geilenkirchen ein wichtiger regionaler Wirtschaftsfaktor.

Selfkant-Kaserne der Bundeswehr

Die Bundeswehr errichtete in Niederheid die Selfkant-Kaserne. In diese zog 1970 zunächst als Lehrbataillon das Raketenartillerielehrbataillon 72 ein; 1973 wurde die Raketenschule des Heeres von der Donnerberg-Kaserne Eschweiler nach Geilenkirchen verlegt. Im Zuge der Verlegung und Zusammenführung mit dem Lehrbataillon wurde sie in Raketen-Schule der Artillerie umbenannt. Nach Umstrukturierung und Auszug der Raketenartillerie ab 1981 befand sich das Flugkörpergeschwader 2 (FKG2) bis zu seiner Auflösung 1991 in der Selfkant-Kaserne. Seit 1991 ist in ihr das ZVBw (Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr) stationiert.

Lokalpresse

  • Stadtanzeiger Geilenkirchen

Unternehmen

In Geilenkirchen sind einige zum Teil national und international tätiger Wirtschaftsunternehmen ansässig. Die sechs größten Unternehmen, gemessen an der Anzahl der Mitarbeiter (alle beschäftigen über 200 Mitarbeiter), sind:

Unternehmen / Einrichtung Beschäftigte
CSB-System AG 600
KSK Industrielackierung GmbH & Co. KG 350
St. Elisabeth Krankenhaus Geilenkirchen gGmbH 680
Wilhelm Jansen Eisenjansen GmbH & Co. KG 235
ZenTec automotive GmbH 210
SpanSet-secutex GmbH

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Albert Jansen (1903–1974), deutscher Kaufmann und Ehrenbürger von Geilenkirchen

In Geilenkirchen geboren

  • Alina Bock (* 1984), Sängerin der Band Befour
  • Marlon Bröhr (* 1974), Politiker, Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises
  • Ludolf Camphausen (1803–1890), Bankier, preußischer Ministerpräsident im Revolutionsjahr 1848
  • Otto von Camphausen (1812–1896), preußischer Finanzminister
  • Leo Dautzenberg (* 1950), Politiker, Mitglied des Deutschen Bundestages von 1998 bis 2011
  • Christoph Dohmen (* 1957), Professor für Altes Testament an der Universität Regensburg
  • Elmar Fischer (* 1968), deutscher Regisseur
  • Lambert von Fisenne (1852–1903), deutscher Architekt und Autor
  • Anja Fröhlich (* 1964), Schriftstellerin, Jugend- und Kinderbuchautorin
  • Helmut Halfmann (* 1950), Althistoriker
  • Jürgen Heinrichs (* 1977), Fußballspieler
  • Hans Horrichs (1900–1987), deutscher Kommunalpolitiker, Wahlbeamter und Präsident des Deutschen Städtebundes.
  • Bernhard Jussen (* 1959), deutscher Historiker.
  • Detmar Kurig (* 1966), Kontrabassist und Hochschullehrer
  • Christoph Leisten (* 1960), Schriftsteller
  • Horst Matzerath (* 1937), Historiker
  • Hans Meyer (1900–1962), deutscher Mediziner und Ministerialbeamter
  • Wilfried Mohren (* 1958), ehemaliger Sportreporter
  • Christa Nickels (* 1952), Mitglied des Deutschen Bundestages von 1983 bis 2005, Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK)
  • Franz Joseph Nuß (1775–1842), deutscher Jurist und kurzzeitig kommissarischer Bürgermeister der Stadt Mülheim am Rhein
  • Lothar Romain (1944–2005), Journalist und Kunstwissenschaftler
  • Sabine Schiffer (* 1966), deutsche Sprachwissenschaftlerin und Medienpädagogin
  • Hans Peter Schmitz (* 1937), Landwirt und Politiker, Mitglied des Deutschen Bundestages von 1972 bis 2002
  • Georg Schmitz (* 1950), hauptamtlicher Bürgermeister
  • Gerd Sonntag (* 1962), Schriftsteller
  • Jürgen Tarrach (* 1960), Filmschauspieler
  • Max Wilms (1867–1918), deutscher Arzt und Chirurg

Mit der Stadt verbunden

  • Nikolaus Becker (1809–1845), Schreiber beim Friedensgericht und Schriftsteller; Dichter des Rheinliedes
  • Jenny Böken (1989–2008), Sanitätsoffizier-Anwärterin der Deutschen Marine, wuchs in Geilenkirchen auf und ist dort beigesetzt
  • Matthias Küsters (* 1946), Schulleiter des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula, Herausgeber der Zeitschrift Religion betrifft uns
  • Anne Marie Stoll-Rommerskirchen (1909–1965) Malerin und Bildhauerin, verbrachte ihre letzten Lebensjahre in Geilenkirchen
  • Heinrich Meuffels (1927-2015), Politiker; 1956–1967 und 1984–1994 Mitglied des Rates der Stadt
  • Konrad Volm (1897–1958), deutscher Politiker (NSDAP)

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Geilenkirchen

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