Europakarte
Karte Werra-Meißner-Kreis
Werra-Meißner-Kreis
Der Kreisausschuß
Schlossplatz 1
37269 Eschwege

https://www.werra-meissner.de/
Wappen

Der Werra-Meißner-Kreis ist ein Landkreis im Regierungsbezirk Kassel (Nordhessen). Die Kreisstadt ist Eschwege.

Geographie

Lage

Namensgebend für den Werra-Meißner-Kreis ist einerseits der Fluss Werra, der von Thüringen kommend das Kreisgebiet im Südosten erreicht, das nordöstliche Kreisgebiet durchfließt und nordwestlich von Witzenhausen das Kreisgebiet wieder verlässt, um in Hann. Münden zusammen mit der Fulda die Weser zu bilden. Andererseits namensgebend ist der Hohe Meißner, der Teil des Fulda-Werra-Berglands im Osthessischen Bergland ist und zudem mit der höchste Berg des Landkreises und im Nordosten Hessens ist.

Neben dem Hohen Meißner zählen zum Werra-Meißner-Kreis die Höhenzüge und Gebirge Gobert, Kaufunger Wald, Ringgau, Schlierbachswald und Stölzinger Gebirge. Durchflossen wird der Kreis unter anderem von den Fließgewässern Berka, Frieda, Gelster, Losse, Sontra, Wehre und Werra. Ein Großteil des Kreisgebiets bzw. sein Nordwestteil wird von Teilen des Geo-Naturparks Frau-Holle-Land eingenommen.

Nachbarkreise

Der Werra-Meißner-Kreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den niedersächsischen Landkreis Göttingen, die thüringischen Landkreise Eichsfeld, Unstrut-Hainich-Kreis und Wartburgkreis sowie an die hessischen Landkreise Hersfeld-Rotenburg, Schwalm-Eder-Kreis und Kassel.

Geschichte

Das Kreisgebiet gehörte schon ab dem 13. Jahrhundert zur Landgrafschaft Hessen, später zu Hessen-Kassel, das Anfang des 19. Jahrhunderts zum Kurfürstentum Hessen aufstieg. Im Jahre 1821 entstanden innerhalb des Kurfürstentums die beiden Landkreise Eschwege und Witzenhausen, die auch nach 1866 weiter bestanden, als das Kurfürstentum Hessen Teil der preußischen Provinz Hessen-Nassau wurde. Im Rahmen der hessischen Kreisreform wurden beide Landkreise am 1. Januar 1974 zum Werra-Meißner-Kreis vereinigt. Zur Kreisstadt wurde Eschwege, da die Stadt etwas zentraler liegt und auch größer ist als Witzenhausen.

2010 wurden die Krankenhäuser in Eschwege und Witzenhausen zum Klinikum Werra-Meißner verschmolzen.

Das von Anfang 2023 bis Ende 2024 im Landkreis angesiedelte Reallabor Werra-Meißner-Kreis widmet sich der Stärkung regionalen und kooperativen Wirtschaftens.

Einwohnerstatistik

Jahr Einwohner Quelle
1975 121.500
1980 118.500
1990 116.500
2000 113.962
2010 104.027
2015 100.156

Konfessionsstatistik

Laut der Zensus 2022 waren mit Stand Mai 2022: 55,9 % der 98.431 Einwohner evangelisch, 10,6 % römisch-katholisch und 33,5 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe. Die Zahl der evangelischen Kirchenmitglieder ist seitdem gesunken. Ende 2025 gab es im Werra-Meißner-Kreis 51.270 evangelische Gemeindeglieder.

Politik

Kreistag

Für den Kreistag des Werra-Meißner-Kreises erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis, in Vergleich gesetzt zu den Ergebnissen früherer Kreistagswahlen:

Wahlvorschläge %
2026
Sitze
2026
%
2021
Sitze
2021
%
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
27,9 14 32,8 20 41,8 25 44,1 27 49,3 30 49,4 30
25,8 13 30,4 19 30,7 19 31,0 19 31,9 20 29,3 18
9,7 5 13,2 8 7,6 5 11,8 7 4,8 3 5,7 4
12,8 7 10,3 6 10,6 6 5,9 4 6,2 4 7,9 5
15,5 8 5,2 3
5,5 3 4,1 3 4,5 3 3,4 2 0,4
2,7 1 4,0 2 4,9 3 3,9 2 5,5 3 5,6 3
Links Linksbündnis Werra-Meißner 2,0 1
2,2 1
Gesamt 100 51 100 61 100 61 100 61 100 61 100 61
Wahlbeteiligung in Prozent 58,8 56,1 53,5 54,2 54,3 58,1

SPD und Grüne haben 2021 einen Koalitionsvertrag geschlossen und zusammen mit der Linkspartei eine Kooperation vereinbart.

Landräte

Landkreis Eschwege

  • 1868: Karl August Friedrich Groß
  • 1885: Emil Grimm
  • 1893–1919: Alexander von Keudell
  • 1919: Rudolf Bödiker
  • 1921: Hermann Langer (SPD)
  • 1932: Otto Glahn (SPD)
  • 1932–1936: Philipp Deichmann (NSDAP)
  • 1937–1945: Walter Schultz (NSDAP)
  • 8. Mai 1945 – 31. August 1945: Wolfgang Hartdegen
  • 1. September 1945 – 25. Februar 1946: Friedrich Alfred Busse
  • 1. Juli 1946 – 30. Juni 1948: Johannes Braunholz (SPD)
  • 1. Juli 1948 – 30. Juni 1954: Gerhard Pforr
  • 5. Juli 1954 – 15. Dezember 1960: Hansjochen Kubitz
  • 4. März 1961 – 31. Dezember 1973: Eitel Oskar Höhne (SPD)

Landkreis Witzenhausen

  • 1868–1875: Thomas Boch
  • 1875–1884: Friedrich Bernstein
  • 1884–1895: Bernhard von Schenck
  • 1895–1917: Heino von Bischoffshausen
  • 1917–1919: Hermann Wolf
  • 1919: Georg Eschstruth
  • 1919–1928: Georg Thöne (SPD)
  • 1929–1932: Jean Groeniger (SPD)
  • 1932–1938: Ernst Beckmann (NSDAP)
  • 1938–1945: Walter Gerber (NSDAP) (vom Reichsministerium des Innern in Berlin)
  • 21. Mai 1945 – 29. Juni 1946: Hans Wilhelm von Coelln
  • 1. Juli 1946 – 31. Dezember 1973: Wilhelm Brübach (SPD)

Werra-Meißner-Kreis

  • 1. Januar 1974 – 5. Juni 1988: Eitel Oskar Höhne (SPD)
  • 6. Juni 1988 – 5. Juni 2006: Dieter Brosey (SPD)
  • 6. Juni 2006 – 31. Dezember 2021: Stefan G. Reuß (SPD)
  • seit 1. Januar 2022: Nicole Rathgeber (Freie Wähler)

Bei der Stichwahl am 7. November 2021 setzte sich Nicole Rathgeber (FW) mit 59,74 Prozent der Stimmen gegen den Berkataler Bürgermeister Friedel Lenze (SPD) durch.

Mit Nicole Rathgeber stellen die Freien Wähler erstmals einen Landrat in Hessen.

Hoheitszeichen

Flagge Werra-Meißner-Kreis.svg|Hissflagge

Banner Werra-Meißner-Kreis.svg|Bannerflagge

Der Werra-Meißner-Kreis führt ein Dienstsiegel, ein Wappen sowie eine Hiss- und eine Bannerflagge.

Verkehr

Bahn

Der Norden des Kreises wird seit 1872 von der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden mit Halten in Eichenberg, Witzenhausen-Nord und Gertenbach erschlossen. Ihr folgte 1875 die Verbindung Bebra–Eschwege, die ein Jahr später nach Göttingen verlängert wurde. Seitdem ist Eichenberg ein wichtiger Bahnknoten. Die Bahnstrecke Göttingen–Bebra wurde später Bestandteil der Nord-Süd-Strecke. Neben diesen beiden Linien und der Regiotram­strecke Kassel–Hessisch Lichtenau wird seit Dezember 2009 auch der Stadtbahnhof in Eschwege wieder bedient.

Straße

Durch das Kreisgebiet führt die Bundesautobahn 4 (Dresden–Eisenach–Kirchheimer Dreieck) und die Bundesautobahn 38 (Göttingen–Halle/Leipzig). Außerdem wird das Kreisgebiet von mehreren Bundesstraßen und Kreisstraßen erschlossen, darunter die B 7, die B 27 und die B 451.

Darüber hinaus befindet sich die Bundesautobahn 44 Kassel–Hessisch Lichtenau–Eisenach in Bau.

Gemeinden

(Einwohner am )

Städte
# Bad Sooden-Allendorf
# Eschwege
# Großalmerode
# Hessisch Lichtenau
# Sontra
# Waldkappel
# Wanfried
# Witzenhausen
Weitere Gemeinden
# Berkatal
# Herleshausen
# Meinhard
# Meißner
# Neu-Eichenberg
# Ringgau
# Wehretal
# Weißenborn
Gemeindefreies Gebiet
# Gutsbezirk Kaufunger Wald (unbewohnt)

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1974 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Juli 1956 für den Landkreis Eschwege gültige Unterscheidungszeichen ESW zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus dem früheren Kreis Witzenhausen Kennzeichen mit den Buchstabenpaaren NA bis ZZ und den Ziffern von 1 bis 99, später auch 100 bis 999. Seit dem 16. September 2013 ist durch die Kennzeichenliberalisierung auch das Unterscheidungszeichen WIZ (Witzenhausen) wieder erhältlich.

Sport

Im Jahre 2021 bewarb sich der Landkreis als Beherbergungsstadt für die Gestaltung eines viertägigen Programms für eine internationale Delegation der Special Olympics World Summer Games 2023 in Berlin. Im Jahre 2022 wurde er als Gastgeber für Special Olympics Kasachstan ausgewählt. Damit wurde er Teil des größten kommunalen Inklusionsprojekts in der Geschichte der Bundesrepublik mit mehr als 200 Beherbergungsstädten.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Werra-Meißner-Kreis.

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