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Karte Weißenburg-Gunzenhausen
Landratsamt
Weißenburg-Gunzenhausen
Bahnhofstr. 2
91781 Weißenburg

http://www.landkreis-wug.de/
Wappen

Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen ist der südlichste Landkreis des bayerischen Regierungsbezirks Mittelfranken. Er entstand 1972 durch die Zusammenlegung der Landkreise Gunzenhausen und Weißenburg, der vorher kreisfreien Stadt Weißenburg und einiger Gemeinden benachbarter Landkreise. Der Landkreis hat etwa 95.000 Einwohner, eine Gesamtfläche von rund 970 Quadratkilometern und gliedert sich in 27 Gemeinden mit fünf Verwaltungsgemeinschaften. Er gehört zur Planungsregion Westmittelfranken und ist Teil der Metropolregion Nürnberg. Südlich von Nürnberg gelegen bildet die ländlich geprägte Region die Grenze zwischen den Kulturräumen Franken, Schwaben und Altbayern. Das Gebiet des heutigen Landkreises hat seit jeher eine günstige Verkehrslage.

Größte Stadt des Landkreises und zugleich Sitz des Landratsamtes Weißenburg-Gunzenhausen ist Weißenburg in Bayern. Geringfügig kleiner ist die Stadt Gunzenhausen. Seit 2010 verwendet der Landkreis das Motto „Altmühlfranken – der starke Süden“ als Werbung für die Region. Der Naturpark Altmühltal und das Fränkische Seenland brachten dem Landkreis einen touristischen Aufschwung.

Geografie

Geographische Lage

Der Landkreis liegt nahe der geographischen Mitte Bayerns im als Altmühlfranken bezeichneten Teil Westmittelfrankens, südlich von Nürnberg, nordwestlich von Ingolstadt, nördlich von Augsburg und südöstlich von Ansbach. Im Nordwesten grenzt er an den Landkreis Ansbach, im Nordosten an den Landkreis Roth, beide in Mittelfranken, im Südosten an den oberbayerischen Landkreis Eichstätt und im Südwesten an den schwäbischen Landkreis Donau-Ries. Selbst Teil der Metropolregion Nürnberg, grenzt der Landkreis im Süden unmittelbar an die Metropolregion München, während im Südwesten unweit die Metropolregion Stuttgart beginnt.

Nordöstlich von Haardt schneiden sich im Landkreis der 11. Längengrad und der 49. Breitengrad. Die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) ist an der äußersten Westgrenze des Landkreises der Ortszeit um 17 Minuten und 29 Sekunden, an der äußersten Ostgrenze um 15 Minuten und 12 Sekunden voraus. In Gunzenhausen wurde der erste Geodätische Referenzpunkt Bayerns zur Ermittlung geographischer Koordinaten aufgestellt .

Landschaftsbild

Das Kreisgebiet hat Anteil an drei Naturräumen: Im Süden erstreckt sich die Fränkische Alb mit ihren Teilgebirgen Weißenburger Alb, Anlauteralb, Monheimer Alb und Hahnenkamm mit bewaldeten Hochflächen, sie geht im mittleren Teil ins Albvorland über und dieses im Norden in das Mittelfränkische Becken. Vor allem die südliche Hälfte des Kreises ist von einer abwechslungsreichen Berglandschaft geprägt. Im Osten und Süden wird die Region durch die Frankenalb, im Westen durch den Hahnenkamm von den angrenzenden Regionen geographisch geschieden. Im Zentrum des Landkreises liegt eine sich nach Norden öffnende Bucht mit hügeliger Landschaft und einigen Zeugenbergen wie der Flüglinger Berg und der Trommetsheimer Berg. Nördlich der Altmühl beginnt das Absberger Tafelbergland, zwischen Altmühl und Schwäbischer Rezat die Senke der Weißenburger Bucht, an der die Fränkische Alb einen charakteristischen Steilabfall bildet. Dort entspringt die Schwäbische Rezat, die nach Norden hin eine kilometerlange Furche in die Landschaft gegraben hat. Der äußerste Südwesten liegt am Rand des Nördlinger Rieses, Rest eines während des Ries-Ereignisses vor etwa 14,6 Millionen Jahren entstandenen alten Einschlagkraters. Die Polsinger Ortsteile Mäuskreut und Kronhof liegen als einzige Orte des Landkreises im Rieskrater. Der Nordwesten reicht fast bis ans Umfeld des Hesselbergs; dieser größte Berg im Nachbarlandkreis Ansbach ist in Teilen der westlichen Landkreishälfte sichtbar. Der Schloßberg beim Heidecker Ortsteil Schloßberg im Nachbarlandkreis Roth, dessen Südfuß noch im Kreisgebiet liegt, bestimmt das Bild des nordöstlichen Kreisgebiets.

Weite Teile der Landkreismitte und Anteile des Nordens werden von einer waldlosen Offenlandschaft eingenommen. Nur die Mittelgebirgs-Höhenzüge sind größtenteils bewaldet. Größere Wälder in diesem Gebiet sind der Weißenburger Stadtwald und der Raitenbucher Forst. Im äußersten Norden gibt es westlich bei Pleinfeld Föhren- und Fichtenbestände. Mönchswald, Haundorfer Wald und Gräfensteinberger Wald, in denen Nadelwald dominiert, zählen zu den größten zusammenhängenden Waldgebieten Bayerns. Von Ornbau (Landkreis Ansbach) bis Treuchtlingen fließt die Altmühl in breiter Talaue mit wenig Gefälle. Zwischen den in Luftlinie etwa 20 Kilometer entfernten Städten Gunzenhausen (416 Meter über NN) und Treuchtlingen (412 Meter über NN) fällt der Fluss nur um wenige Höhenmeter; damit gehört er zu den trägsten Fließgewässern Europas. Ab Dietfurt in Mittelfranken hat die Altmühl ein Durchbruchstal durch die Fränkische Alb gegraben. Neben den von Gewässern durchflossenen Tälern gibt es in diesem verkarsteten Mittelgebirge Trockentäler wie das Laubental und das Heuberger Tal. Der Norden des Landkreises wird von den Ausläufern des Spalter Hügellandes eingenommen und ist geprägt von den Stauseen des Fränkischen Seenlands.

Es gibt etliche Steinerne Rinnen entlang des Nordrandes der Alb, er birgt die größte Zahl solcher Naturspiele unter den Landkreisen Deutschlands. Die etwa 150 Meter lange und 0,2 Meter hohe Käsrinne bei Heidenheim und die Steinerne Rinne bei Wolfsbronn mit 128 Metern Länge und 1,5 Metern Höhe sind die längsten dieser „wachsenden Bäche“ in Bayern. Siehe auch Liste der Steinernen Rinnen in Bayern.

Berge und Erhebungen

Große Teile des Landkreises, besonders im Süden und Osten, sind von Hochebenen und der Schichtstufenlandschaft der Mittelgebirge geprägt. Im Norden liegt bei Kalbensteinberg und Absberg das Spalter Hügelland. Nördlich der Alb gibt es mehrere Zeugenberge und besonders entlang des Albtraufs große Erhebungen. Die höchste des Landkreises ist der hohe Dürrenberg bei Heidenheim. Er ist zugleich die höchste Erhebung der Frankenalb, des Hahnenkamms und die zweithöchste Mittelfrankens. Die nächstniedrigeren Berge im Landkreisgebiet sind der Efferaberg , der Spielberg , der Laubbichel , der Hörlesbuck , der Steinbühl , der Gehäubichel , der Rechenberg , der Gelbe Berg , der Gemeindeberg (ca. ) sowie der Steinberg und Auf der Ebene mit jeweils . Die Nordost-Bastion der Festung Wülzburg auf der Bergspitze des Wülzburger Berges erreicht die Höhe von . Mit ist der Treuchtlinger Ortsteil Auernheim der höchstgelegene Ort Mittelfrankens. Der mit tiefste Punkt des Landkreises liegt an der Schwäbischen Rezat bei Mackenmühle . Somit ergibt sich im Landkreisgebiet ein Höhenunterschied von 299 Metern.

Gewässer

Durch den Landkreis fließt von Nordwesten nach Südosten die Altmühl, an der unter anderem die Orte Muhr, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Solnhofen und Pappenheim liegen. Insgesamt durchfließt die Altmühl den Landkreis auf 51,62 Kilometern Länge. Weitere Flüsse sind die 33,3 Kilometer lange Schwäbische Rezat, die in Nordrichtung Weißenburg, Ellingen und Pleinfeld durchfließt, die 28,7 Kilometer lange Anlauter, die südöstlich unter anderem durch Nennslingen fließt sowie die 24,1 Kilometer lange Westliche Rohrach, die durch Heidenheim und Polsingen südwärts zieht. Größere Fließgewässer sind weiterhin der Möhrenbach (19,1 Kilometer), die größtenteils den Landkreis Roth durchfließende Thalach (17,8 Kilometer), der Brombach (17,0 Kilometer), der Felchbach (15,4 Kilometer), die Treuchtlinger Schambach (14,2 Kilometer), der Wurmbach (12,9 Kilometer) und die Östliche Rohrach (12,0 Kilometer). Bachsysteme wie die des Banzerbachs und des Brombachs oder der mäandernde Möhrenbach prägen Teile der Landschaft.

Künstliche Gewässer sind die Fossa Carolina, die um 793 Karl der Große anlegen ließ, der in den 1970er-Jahren erbaute Altmühlzuleiter und der von 1976 bis 1978 angelegte Altmühlüberleiter. Etliche Weiher wie der Eichenberger Weiher und der Schnackenweiher prägen die Landschaft nördlich des Albrandes.

Die Europäische Hauptwasserscheide trennt im Landkreis die Flusssysteme von Rhein im nördlichen und Donau im südlichen Teil des Landkreises. Etliche Orte liegen direkt auf der Wasserscheide und sind damit hydrologisch gesehen „zweigeteilt“. Der südlichste Punkt des bayerischen Abschnitts der rhenanisch-danubischen Wasserscheide im Norden des Donaulaufes liegt im Raum Treuchtlingen nahe der Fossa Carolina. Ein häufig erwähntes Kuriosum ist das Gebäude Bergener Straße 4 in Geyern, das genau auf der Wasserscheide steht. Bis zur Sanierung der Dachrinnen 1996 floss das Regenwasser auf der Südseite zum Ringelbach und damit zur Nordsee und auf der Nordseite zur Anlauter und damit in Richtung Schwarzes Meer.

Im Landkreis gibt es keine größeren natürlichen Seen. Im Zuge der Wasserregulierung des Main-Donau-Kanals und zur Wasserversorgung des wasserarmen Nordbayern sowie zur Naherholung und für den Fremdenverkehr wurden ab den 1970er Jahren mehrere Stauseen des Fränkischen Seenlandes geschaffen. Bei Hochwasser am Pegel Gern bei Ornbau wird dem Altmühlsee Wasser über den Altmühlzuleiter zugeführt. Dort wird es zwischengespeichert und bei Pegelüberschreitung über den Altmühlüberleiter an den Brombachsee abgegeben. Von dort aus fließt das Wasser über den Brombach in die Schwäbische Rezat, bei Georgensgmünd in die Rednitz und anschließend weiter nach Nürnberg, bevor es über die Regnitz den Main erreicht. Es kann also Wasser, das normalerweise über die Altmühl in der Donau landen würde, bei Bedarf in Richtung Main umgeleitet werden. Das Bauvorhaben wurde auf Initiative des Abgeordneten Ernst Lechner am 16. Juli 1970 vom Bayerischen Landtag beschlossen und in den späten 1990ern vollendet. Einige kleinere Seen, die nichts mit der wasserwirtschaftlichen Aufgabe der Seen zu tun haben, werden aus touristischen Zwecken ebenfalls dem Seenland zugeordnet. Neben dem Rothsee (Landkreis Roth) und dem Dennenloher See (Landkreis Ansbach) liegen folgende Seen des Fränkischen Seenlands auf dem Landkreisgebiet:

See Bauzeit Fläche Stauraum Besonderheiten Bild
Großer Brombachsee 1983–1999 8,7 km² 136,6 Millionen m³ Der Große Brombachsee ist der Hauptsee des Seenlands und zugleich der flächenmäßig größte See in Nordbayern. Er liegt in dem sich nach Osten hin öffnenden Tal des namengebenden Brombachs und hat eine Wassertiefe von bis zu 32,5 Metern. Im Westen grenzt er unmittelbar an den Kleinen Brombachsee und im Nordwesten an den Igelsbachsee. Zwei lange Dämme trennen diese beiden Vorsperren vom Großen Brombachsee selbst. Nach dem Einstau der Seen stieg der Grundwasserspiegel in der Umgebung.
Altmühlsee 1976–1985 2,5 km² 13,8 Millionen m³ Mit einer Kronenlänge von 12,5 Kilometern hat der ausgedehnte und flache Altmühlsee den längsten Staudamm Deutschlands. Bei Hochwasser wird das überschüssige Wasser der Altmühl über den Altmühlzuleiter in den See eingespeist; der Altmühlüberleiter entwässert ihn in den Kleinen Brombachsee. Fast die Hälfte des Sees ist Naturschutzgebiet. Touristisch wird der See intensiv genutzt. Da landwirtschaftliche Überdüngung Algenblüten im See verursacht, wurde zu ihrer Vermeidung unter anderem die landwirtschaftliche Bodennutzung in der Region angepasst.
Kleiner Brombachsee 1975–1985 2,5 km² 12,9 Millionen m³ Der Kleine Brombachsee ist die westliche Vorsperre des Großen Brombachsees. Sein Wasser erhält er größtenteils über den Altmühlüberleiter vom Altmühlsee. Abgegeben wird das Wasser durch einen im Osten begrenzenden Damm in den wenig tiefer liegenden Großen Brombachsee.
Igelsbachsee 1979–1985 0,9 km² 4,4 Millionen m³ Der Igelsbachsee ist die westnordwestliche Vorsperre des etwas tiefer liegenden Großen Brombachsees. Er wird vom namengebenden Igelsbach gespeist.
Hahnenkammsee 1975–1977 0,23 km² 0,5 Millionen m³ Der Hahnenkammsee ist der älteste und kleinste Stausee des Fränkischen Seenlandes. Zwar hat er nichts mit der wasserwirtschaftlichen Aufgabe des Seenlands zu tun, zählt aber touristisch und administrativ dazu. Er wurde wesentlich früher als die anderen Seen aufgestaut, zum Ausgleich für die im Zuge der Flurbereinigung verlorenen Retentionsflächen und als Erholungssee. Der See ist bekannt für seine reichen Fischbestände.

Klima und Wassermangel

Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen hat aufgrund seiner Lage in Mitteleuropa ein humides kühlgemäßigtes Übergangsklima, das weder sehr kontinental noch sehr maritim ist. Im Landkreis ist das Wetter im Flachland und im Gebirge oft unterschiedlich. Die Hochlagen sind meist kälter und windiger als die niederen, der Schnee fällt früher und bleibt länger liegen; der Frühling hält oben etwa fünf bis acht Tage später Einzug als etwa im tiefer gelegenen Weißenburg. Durch die abschirmende Wirkung der Mittelgebirge sind einige Gegenden des Landkreises niederschlagsärmer als die Nachbarregionen. Hinzu kommt im östlichen Jura oder im Hahnenkamm, dass der Kalk-Untergrund dort verkarstet und die Landschaft deshalb sehr trocken und wasserarm ist.

Deshalb konnten manche Orte, wie etwa Auernheim, bis zum Anschluss an das öffentliche Wassernetz ihren Wasserbedarf nur über Zisternen decken. Kattenhochstatt, das auf der Wasserscheide liegt, von der das Wasser schnell abfließt, litt besonders an Wassermangel. Auf den Albhochflächen im Osten des Landkreises gibt es auf den Sandstein- oder klüftigen Jurakalkböden weithin gar keine Fließgewässer. Die Siedlungen versorgten sich deshalb früher aus zahlreichen mit Lehm ausgekleideten Weihern, Zisternen und sehr tiefen Brunnen mit Wasser. Im Gegensatz dazu führt die Altmühl im Westen des Kreises häufig Hochwasser, weil starke Niederschläge durch das oft sehr geringe Gefälle des Tals nur langsam abfließen.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden nach und nach zahlreiche Quellen wie die Steinriegelquelle oder die Hirschspring-Quelle für die Wasserentnahme erschlossen. Sie speisen mit ihrer Schüttung das öffentliche Wassernetz, an das die Dörfer angeschlossen sind. Seitdem besteht kein Wassermangel mehr.

TREUCHTLINGEN AUERNHEIM nieder.png|Auernheim
(Jura, nahe dem Hahnenkamm)

PLEINFELD MANDLESMUEHLE nieder.svg|Mandlesmühle
(Nähe Brombachsee, Tieflage)

NENNSLINGEN nieder.svg|Nennslingen
(Jura-Hochfläche, im Osten)

ELLINGEN STOPFENHEIM nieder.png|Stopfenheim
(Offenlandschaft)

SOLNHOFEN nieder.png|Solnhofen
(Altmühltal im Jura, Südosten)

HAUNDORF OBERERLBACH nieder.svg|Obererlbach
(äußerster Nordwesten)

Flora und Fauna

Unter vom Menschen nicht beeinflussten Bedingungen wäre der Landkreis mit Wäldern je nach Standort verschiedenen Typs bedeckt („Potenzielle natürliche Vegetation“). Am weitesten verbreitet wären Buchen- und Buchenmischwälder sowie Eichen-Hainbuchen-Wälder und im Norden bodensaure Eichenmischwälder. In der Gegenwart ist die Flora des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen, wie für den süddeutschen Raum typisch, von Laub- und Nadelwäldern bestimmt. Weite Teile der nördlichen Landkreishälfte liegen in einer weiten Offenlandschaft mit Wiesen, Äckern und nur wenigen Einzelbäumen, und sogar auf den nicht sehr fruchtbaren Jurahochflächen gibt es einen bemerkenswerten Anteil offener Flur. Weit verbreitet sind Mager- und Trockenrasen, ein extensiv genutztes Grünland an besonders nährstoffarmen („mageren“) oder trockenen Standorten.

In Spielberg gibt es mit der Obstarche ein Projekt zum Erhalt im Landkreis heimischer Obstsorten, darunter auch noch nicht als Apfel- und Birnensorten anerkannte und nur in dieser Region heimische Gewächse. Ein bedeutender Lebensraum für Pflanzen ist die Buchleite bei Markt Berolzheim.

In den Wäldern leben, wie in anderen Teilen Deutschlands, nur noch relativ wenige Großtierarten. Es gibt verschiedene Marderarten, Dam- und Rothirsche, Rehe sowie Wildschweine und Füchse. Entlang vieler Flüsse breiten sich mehr und mehr Biber aus, die Schäden in der Landwirtschaft verursachen, weshalb der Landkreis ehrenamtliche „Biberberater“ zur Verfügung stellt.

Die Vogelfreistätte Flachwasser- und Inselzone im Altmühlsee und das Wiesmet sind Quartiere zahlreicher Vogelarten, im März 2015 wurden unter anderem Nilgänse, Mäusebussarde und Mittelmeermöwen beobachtet.

In den Gewässern des Landkreises gedeiht eine Vielzahl von in Mitteleuropa vorkommenden Fischarten wie Aale, Hechte, Zander, Seeforellen, Regenbogenforellen, Welse und Friedfische wie Karpfen, Schleien, Rotaugen, Rotfedern und Brachsen. Über das Altmühlwasser gelangen diese Fischarten in die Stauseen des Fränkischen Seenlands. Während sich im Brombachsee eine stabile Flussbarschpopulation gebildet hat, ist die Anzahl der gefangenen Hechte über einen Meter Länge aufgrund des hohen Angeldrucks rückläufig.

Der Landkreis weist gebietsweise für Süddeutschland einzigartige Sandlebensräume auf, die als Sandachse Franken geschützt sind.

Geologie, Fossilien und Seismologie

Der oberflächennahe Untergrund des Landkreises besteht überwiegend aus ungefalteten mesozoischen Gesteinen des Süddeutschen Schichtstufenlands. Es dominieren Jura-Ablagerungen der Fränkischen Alb. Während des Weißen Juras lag das heutige Kreisgebiet größtenteils im Bereich des Randmeers des westlichen Tethys-Ozeans. Dieser flache Meeresbereich war durch mächtige Schwammriffe und Lagunen gegliedert, in denen Kalk- und Dolomitsteine abgelagert wurden. Die Ablagerungen der Riffkörper und die feinkörnigen Lagunenkalke und -kalkmergel bilden den Großteil der Fränkischen Alb. Durch das Absinken des Meeresspiegels gegen Ende des Oberen Juras wurden größere Flächen zu Beginn der folgenden Kreidezeit zunächst wieder Festland. Im Verlauf der Oberkreide stieß das Meer erneut bis in den Bereich der Fränkischen Alb vor. Zum Ende der Oberkreide zog es sich endgültig aus der Region zurück. Weite Teile Süd- und Mitteldeutschlands wurden als Fernwirkung der Heraushebung der Alpen im Tertiär tektonisch beeinflusst und in Hoch- und Tiefschollen zerlegt.

Während die Südhälfte des Kreisgebiets vom Oberjura der Mittelgebirge geprägt wird, herrschen im Kreiszentrum Sedimente des Schwarzen und Braunen Jura vor, sowie entlang der Altmühl und im Weißenburger Becken Löss, Lehm und pleistozäner Flussschotter und -sand. Im Norden hingegen dominiert der Sandstein-Keuper des Fränkischen Keuper-Lias-Lands. Im äußersten Süden und Südwesten des Kreisgebietes sind im Untergrund Auswurfmassen und Sedimente der Kraterfüllung des Ries-Impakts zu finden. Holozäne Flussablagerungen befinden sich im Raum Treuchtlingen sowie entlang der Altmühl und am Brombachsee. Zu den geologisch jüngsten Bildungen zählen die Steinernen Rinnen oder „wachsenden Bäche“, die im Verbreitungsgebiet der Karbonatgesteine unter günstigen Umständen entstanden sind.

In der Region um Langenaltheim und Solnhofen kommt der Solnhofener Plattenkalk vor, eine lithostratigraphische Gesteinseinheit der für seine Fossil-Einschlüsse bekannten Solnhofen-Formation (Weißer Jura). Die vorwiegend hellen, gelblichen Gesteine des Weißen Juras werden an verschiedenen Stellen abgebaut. Andere im Landkreis abgebaute Kalkgesteine des oberen Malms werden hingegen mit dem Handelsnamen Jura-Marmor vertrieben.

Im mittleren Keuper kam eine der bekanntesten und häufigsten Dinosaurierarten Mitteleuropas vor: Plateosaurus engelhardti, ein früher Vertreter der Sauropodomorpha, von dem es in Ellingen eine bedeutende Fundstelle gibt. Weitaus berühmter ist der Urvogel Archaeopteryx, der unter anderem in der Fossilfundstätte Solnhofen gefunden wurde. In den sehr feinkörnigen, laminierten lagunären Kalksteinen sind unter anderem der Archaeopteryx, der Flugsaurier Pterodactylus, der Theropoda Compsognathus, sechs Gattungen von Flugsauriern, verschiedene Schildkröten und Knochenfische, zahlreiche Wirbellose, wie beispielsweise Haarsterne und Libellen, extrem detailliert überliefert. Zwei Exemplare des Archaeopteryx sind im Solnhofener Bürgermeister-Müller-Museum ausgestellt.

Der äußerste Süden des Landkreises liegt in einem schwach von Erdbeben gefährdeten Gebiet. Der Gesteinsgrund ist felsartig.

Geotope, Natur- und Landschaftsschutzgebiete

Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen sind 14 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 551,57 Hektar ausgewiesen. Das Naturschutzgebiet Vogelfreistätte Flachwasser- und Inselzone im Altmühlsee mit der Inselgruppe „Vogelinsel“ wird jedes Jahr von über 200 Vogelarten aufgesucht und ist mit 202 Hektar Fläche das größte unter Naturschutz stehende Feuchtgebiet im Landkreis. Das Schambachried gehört zu den ältesten Naturschutzgebieten Mittelfrankens. Im Märzenbecherwald bei Ettenstatt verwandelt der seltene Märzenbecher, der das Wappen der Gemeinde Ettenstatt ziert, im Frühling den Waldboden in einen weißen Teppich. Weitere unter Naturschutz stehende Gebiete sind der Auwald bei Westheim, der Eichen-Hainbuchenwald Laubenbuch bei Rothenstein, die Grafenmühle am Südufer des Großen Brombachsees, die Halbinsel im Kleinen Brombachsee, die Magerrasen des Naturschutzgebietes Quellhorizonte und Magerrasen am Albtrauf bei Niederhofen, das Brombachmoor, das letzte naturnah erhaltene Gebiet des Brombachtals, die landschaftsprägenden Zwölf-Apostel-Felsen, die Buchleite bei Markt Berolzheim, die Stauwurzel des Igelsbachsees, das Naturschutzgebiet Sägmühle und die Steinerne Rinne bei Wolfsbronn.

Im Landkreis befinden sich 52 (Stand August 2016) vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgewiesene Geotope. Darunter gehören die Fossa Carolina, der Zwölf-Apostel-Felsen und die Fossilfundstelle Solnhofener Plattenkalke aufgrund ihrer Schönheit und Seltenheit zu den schönsten Geotopen Bayerns. Das Altmühltal und die Solnhofener Plattenkalke wurden zu Nationalen Geotopen erklärt und von einer Kommission als potentielle Kandidaten für das Welterbeprogramm der UNESCO erwählt. Der Süden des Landkreises gehört zum Geopark Ries.

Viele weitere Gebiete sind zusätzlich als Fauna-Flora-Habitate (FFH-Gebiete) der Europäischen Union ausgewiesen, um wildlebenden Arten besseren Schutz zu gewähren, ihre Lebensräume zu erhalten und ihre europaweite Vernetzung zu sichern. Zu den Naturdenkmälern im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen gehören neben über 80 Einzelbäumen, hauptsächlich Linden, mehrere Feuchtgebiete, Wälder und die Fossa Carolina. Die Sandachse Franken war der Titel eines Projekts mehrerer Umweltverbände zum Schutz seltener Sandlebensräume entlang der Rednitz, der Pegnitz und der Regnitz. Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen bildete den südlichen Abschluss des Projektgebiets. Zu diesen Sandlebensräumen gehören die Freileitungstrasse zwischen Mischelbach und Röttenbach im benachbarten Landkreis Roth, die Sandflächen bei Hörlbach und das Gebiet an der Mandlesmühle im Brombachtal. Zu den Landschaftsschutzgebieten im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen zählen mehrere landkreisübergreifende Gebiete. Teile des Landkreises, etwa entlang der Altmühl, sind als Europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen.

Der Landkreis liegt im nördlichen Teil des 1969 gegründeten Naturparks Altmühltal, der mit rund 3000 Quadratkilometern Fläche einer der größten Naturparks Deutschlands ist. Den Naturpark prägt die Mittelgebirgslandschaft der Südlichen Frankenalb. Ihre typischen Landschaftsmerkmale sind Trockenrasen, Wacholderheiden, Feuchtwiesen und Steinbrüche.

Nördlich von Muhr am See und vom Altmühlsee liegt das Wiesmet, eines der größten und bedeutendsten Feuchtgebiete im süddeutschen Raum. Es ist ein bedeutender Lebensraum für verschiedene Vogelarten.

Ausdehnung und Flächennutzung

Mit 970,91 Quadratkilometern liegt der Landkreis nach der Fläche im Mittelfeld der bayerischen Landkreise. Er ist kleiner als die meisten Landkreise Mittelfrankens aber größer als der benachbarte Landkreis Roth. Die Gemeinde mit der größten Fläche des Landkreises ist Treuchtlingen, die mit der kleinsten Muhr am See. Die Landkreisgrenze ist rund 238,7 Kilometer lang. Die maximale Nord-Süd-Ausdehnung beträgt rund 37,7 Kilometer; die größte West-Ost-Ausdehnung rund 42 Kilometer.

Der südlichste Punkt des Landkreises und zugleich Frankens und Mittelfrankens liegt in der Gemeinde Langenaltheim südöstlich des Hauptorts im Waldgebiet Oberholz an den Wittesheimer Hängen , der nördlichste in der Gemeinde Haundorf nordwestlich von Oberhöhberg nahe dem Gipfel des Hinteren Mönchsbergs . Der östlichste Punkt des Landkreises befindet sich in der Gemeinde Nennslingen nordwestlich von Biburg in der Flur Bergfeld , der westlichste im Gebiet von Markt Westheim südwestlich des Hauptorts im Naturschutzgebiet Auwald bei Westheim . Der geographische Mittelpunkt, der sich aus den Mittelwerten der vier Extremkoordinaten des Landkreises berechnet, befindet sich zwischen Trommetsheim im Norden und Lengenfeld im Süden auf dem Gebiet der Gemeinde Alesheim in der Flur Heidenburg und ist nicht markiert. Bei Langenaltheim markiert eine Stele im Röglinger Tal das Dreiländereck, wo die Regierungsbezirke Mittelfranken, Schwaben und Oberbayern aneinanderstoßen und damit zugleich die Kulturräume Schwabens, Frankens und Altbayerns.

Ein Drittel der Fläche ist von Wäldern bedeckt, etwa die Hälfte wird landwirtschaftlich genutzt. Siedlungs- und Verkehrsfläche stellt mit etwa 10.867 Hektar 11,2 Prozent der Kreisfläche dar. Seit 1980 haben sich besonders die Siedlungsfläche sowie die Wasserfläche vergrößert. Einen Rückgang gab es bei der landwirtschaftlich genutzten Fläche, die Waldfläche blieb seit 1980 konstant. Die Landkreisfläche teilte sich 2013 nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik folgendermaßen auf:

  • 32569 ha = 33,5 % Waldfläche
  • 49915 ha = 51,4 % Landwirtschaftsfläche
  • 2732 ha = 2,8 % Wasserfläche
  • 443 ha = 0,5 % Erholungsfläche
  • 4464 ha = 4,6 % Gebäude- und Freifläche
  • 5729 ha = 5,9 % Verkehrsfläche
  • 1240 ha = 1,2 % Sonstige Flächen

Raumplanung

Laut Planungsordnung zur Raumplanung in der Planungsregion Westmittelfranken (Region 8) sind die Städte Weißenburg und Gunzenhausen zwei von insgesamt sechs Mittelzentren Westmittelfrankens. Die Stadt Treuchtlingen ist als ein mögliches Mittelzentrum eingestuft. Einziges Unterzentrum des Landkreises ist Pleinfeld, Kleinzentren sind Nennslingen, Heidenheim, Pappenheim, Markt Berolzheim und Ellingen. Insgesamt gehört der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen zum ländlichen Raum. Der Landkreis gehört zu keinem Verdichtungsraum eines Oberzentrums; die nächsten Oberzentren sind Nürnberg und Ansbach.

Lebensqualität und Sicherheit

Den Landkreis kennzeichnet eine vergleichsweise hohe Lebensqualität. Der Prognos Zukunftsatlas des Jahres 2013 attestiert ihm einen ausgeglichenen Chancen-Risiko-Mix und der Landkreis kletterte in dessen Ranking gegenüber dem Zukunftsatlas von 2010 um etwa hundert Plätze. In einer Lebenswertstudie des Focus belegte er von 402 Landkreisen den 27. Rang, dabei schnitt die Region in der Kategorie Wohlstand am besten, in der Kategorie Wohnraum, Infrastruktur am schlechtesten ab. Damit wurde der Landkreis als „Besonders lebenswerte Region“ ausgezeichnet. Im Regionalranking von INSM belegte er im Jahr 2006 den 170. Platz von 435 Landkreisen, 2009 Platz 137 von 409 Landkreisen, dabei wurden die geringe Verschuldung der Anwohner und Gemeinden sowie die gute Arbeitsplatzversorgung gelobt. Bemängelt wurden in der Studie die geringe Steuerkraft und der geringe Anteil an Hochqualifizierten und Ingenieuren an der Bevölkerung. In der Deutschland-Studie von ZDFzeit erreichte der Landkreis 2017 den dritthöchsten Wert in Mittelfranken, deutschlandweit landete er auf dem 67. von 401 Plätzen.

Bezüglich der Kriminalität ist die Region vergleichsweise sicher. 2014 wurden 3,8 Prozent aller Vergehen in Mittelfranken im Landkreisgebiet verübt. Gegenüber dem Vorjahr sank 2014 die Anzahl der gemeldeten Straftaten im Landkreis um 3,3 Prozent auf 3537, die Aufklärungsquote lag bei 74,9 Prozent. Je 100.000 Einwohner gab es 2013 0,33 Verkehrstote. Im Jahr 2016 gab es 3185 Verkehrsunfälle, 90 weniger als 2015. Dabei wurden 2016 584 Personen verletzt und vier Personen getötet. Größter Unfallschwerpunkt im Landkreis ist die Hörnlein-Kreuzung in Weißenburg.

Bevölkerung

Am 30. September 2021 lebten im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen 95.626 Personen, davon 47.629 Frauen (49,9 Prozent). Etwa ein Fünftel der Gesamtbevölkerung war unter 20 Jahre alt und etwas unter einem Drittel älter als 60. 2020 gab es 905 Geburten, 1.155 Todesfälle, 3.559 Zuzüge und 2.913 Wegzüge. 2018 existierten 26.506 Wohngebäude mit 42.705 Wohnungen. Die Gesamtwohnfläche betrug 4.766.282 Quadratmeter, was einer Wohnfläche von durchschnittlich 107 Quadratmetern pro Haushalt entspricht. Dieser Wert liegt leicht über dem bayerischen Durchschnitt von 97 Quadratmetern. Das Durchschnittsalter betrug 2020 bei 45,0 Jahren und ist seit 2005 um 3,2 Jahre angestiegen.

Mit rund 95.000 Einwohnern liegt der Landkreis grob im Mittelfeld der bayerischen Landkreise. Er ist der bevölkerungsärmste Landkreis Mittelfrankens, dennoch hat er rund 30.000 Einwohner mehr als der bevölkerungsärmste Landkreis Bayerns, der Landkreis Lichtenfels. Größte Kommune im Landkreis ist Weißenburg mit  Einwohnern, weitere größere Orte sind Gunzenhausen, Treuchtlingen und Pleinfeld. Kleinste Gemeinde im Landkreis ist Gnotzheim mit  Einwohnern. Daraus ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von etwa 95 Einwohnern pro Quadratkilometer, womit der Landkreis zu den weniger besiedelten Regionen Bayerns zählt (Vergleich: Schnitt Bayern 179 Einwohner pro Quadratkilometer).

Bevölkerungsschwerpunkte liegen entlang zweier Flüsse: In den Orten entlang oder nahe der Schwäbischen Rezat leben rund 23.000 Menschen und entlang oder nahe der Altmühl rund 33.000. Etwa die Hälfte der Landkreisbevölkerung lebt in den drei größten Städten Weißenburg, Gunzenhausen und Treuchtlingen. Die Jura-Hochfläche auf dem Gebiet der Verwaltungsgemeinschaft Nennslingen sowie die Hahnenkamm-Region auf dem Gebiet der Verwaltungsgemeinschaft Hahnenkamm sowie die Landkreismitte sind hingegen vergleichsweise dünn besiedelt.

Im Landkreis lebten im Jahr 2014 13.459 Behinderte, darunter 10.856 Schwerbehinderte. Die durchschnittliche Kinderanzahl pro Familie lag 2014 bei 2,0 (deutschlandweit 1,4), der Anteil kinderreicher Familien bei 20 Prozent (deutschlandweit 15,4 Prozent).

Der Ausländeranteil betrug 2020 9,97 Prozent, im November 2020 lebten im Landkreis 10.182 ausländische Staatsbürger aus 115 Nationen sowie 18 Staatenlose, weiterhin 342 Asylbewerber und Flüchtlinge. 84 Personen wurden eingebürgert. Die meisten Ausländer kommen aus Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Griechenland, Irak, Italien, Kosovo, Kroatien, Österreich, Polen, Rumänien, Russland, Syrien, Tschechien, der Türkei, der Ukraine und Ungarn. Etwas unter ein Sechstel aller Ausländer kommt aus der Türkei.

Religion

Historisch war das heutige Kreisgebiet eine stark jüdisch geprägte Region, heute gibt es keine jüdischen Gemeinden mehr. 1987 lebten im Kreisgebiet noch 10 Personen mit jüdischer Religionszugehörigkeit.

Weite Teile des Landkreises waren 1750, wie in fast ganz Mittelfranken, mehrheitlich protestantisch geprägt. Gebiete, die im ehemaligen Einflussgebiet des Hochstifts Eichstätt oder des Deutschen Ordens lagen, waren katholisch geprägt. Andererseits waren die ehemaligen Territorien der Reichsstadt Weißenburg, der Pappenheimer Marschälle und des Fürstentums Ansbach lutherisch geprägt. Spätere geschichtliche Ereignisse wie die Flüchtlingsströme nach dem Zweiten Weltkrieg und die zunehmende Mobilität verwischten zunehmend die Konfessionsgrenzen.

Am Stichtag 9. Mai 2011 stand eine evangelisch-lutherische Mehrheit von 55,6 Prozent etwa 29,0 Prozent Katholiken gegenüber. Die evangelische Bevölkerung gehört zu den Dekanaten Gunzenhausen und Heidenheim im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg sowie zum Evangelisch-Lutherischen Dekanat Weißenburg und zum Evangelisch-Lutherischen Dekanat Pappenheim im Kirchenkreis Nürnberg. Die katholischen Pfarrgemeindemitglieder gehören dem Dekanat Weißenburg-Wemding im Bistum Eichstätt an. In Weißenburg existiert eine evangelisch-methodistische Gemeinde.

Eine Mehrheit von Katholiken gegenüber Protestanten bestand 2011 im Landkreis in Pleinfeld, Gnotzheim, Ellingen und Raitenbuch. Nach Artikel 1 des bayerischen Gesetzes über den Schutz der Sonn- und Feiertage ist in diesen Gemeinden Mariä Himmelfahrt (15. August) Feiertag.

Von wachsender Bedeutung ist durch den Zuzug von Gastarbeitern und Migranten der Islam. In Weißenburg existiert eine muslimische Gemeinde, die der DİTİB nahesteht. Die Pappenheimer Moschee ist in Bayern neben München ein Zentrum der radikalmuslimischen Tablighi Jamaat. Weitere Moscheen gibt es in Treuchtlingen und Gunzenhausen.

2011 gehörten 15 % der Bewohner keiner oder einer Glaubensgemeinschaft außerhalb der evangelischen und katholischen Kirche an. 2022 gehörten 27 % der Bewohner keiner oder einer Glaubensgemeinschaft außerhalb der evangelischen und katholischen Kirche an.

Einwohnerentwicklung

Jahr || 1840 || 1871 || 1900 || 1925 || 1939 || 1950 || 1961 || 1970 || 1987 || 1991
Einwohner 55.513 57.956 62.157 65.359 64.497 94.193 85.958 88.201 86.381 91.554
Jahr || 1995 || 2003 || 2004 || 2005 || 2006 || 2007 || 2008 || 2009 || 2010 || 2011
Einwohner 94.046 95.227 95 054 94.660 94.163 93.711 93.009 92.586 92.326 92.182
Jahr || 2012 || 2013 || 2014 || 2015 || 2016 || 2017 || 2018 || 2019 || 2020 || 2022
Einwohner 92.187 92.331 92.518 93.342 93.974 94.208 94.393 94.734 95.117 97.120