Stadt Gunzenhausen
Marktplatz 23
91710 Gunzenhausen

http://www.gunzenhausen.de

Gunzenhausen

160pxAbb. 1 Wappen von Gunzenhausen
Basisdaten
Bundesland Bayern
Höhe 416 m
PLZ 91710
Vorwahl 09831, 09836
Gliederung 34 Stadtteile
Website www.gunzenhausen.de
Bürgermeister Karl-Heinz Fitz (CSU)

Gunzenhausen ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Der staatlich anerkannte Erholungsort liegt am Altmühlsee. Mit etwa 16.000 Einwohnern ist Gunzenhausen die zweitgrößte, von der Fläche her mit 82,73 Quadratkilometern drittgrößte Gemeinde des Landkreises.

Geographie

Geographische Lage

Gunzenhausen liegt im Nordwesten des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen in der Region Westmittelfranken, mitten im Fränkischen Seenland und südöstlich des Altmühlsees auf einer Höhe von 416 Metern über NHN, am südöstlichen Rand der Frankenhöhe. Diese bildet nach Nordwesten eine weite Fläche, die sich sanft nach Südosten neigt. Die Gesteine des Untergrunds entstammen der mittleren Keuperzeit (im Wesentlichen Sandsteinkeuper). Südlich und östlich der Umgebung Gunzenhausens erheben sich die Jura-Berge der Fränkischen Alb, z. B. der Hahnenkamm.

Durch die Stadt fließt die Altmühl. Weitere natürliche Fließgewässer im Gebiet der Stadtgemeinde sind der Wurmbach und der Hambach. Im Zuge der Entstehung des Fränkischen Seenlands wurde nördlich von Gunzenhausen der Altmühlsee angestaut. Er bekommt sein Wasser über den Altmühlzuleiter und gibt es über die Altmühl und den Altmühlüberleiter ab. Nördlich von Gunzenhausen liegen einige kleinere Weiher. Das Gemeindegebiet von Gunzenhausen ist von Hügeln und Wiesen geprägt. Neben dem Cronheimer Wald liegen im Gebiet der Stadt Ausläufer des Unteren Waldes, des Haundorfer Waldes und des Gräfensteinberger Waldes. Im äußersten Norden liegt das Feuchtgebiet Wiesmet. Zu den Erhebungen gehören der Wurmbacher Berg, der Bühl und der Büchelberg. Im Westen verläuft die Grenze zum Landkreis Ansbach. Teilweise auf Gemeindegebiet liegt das Naturschutzgebiet Vogelfreistätte Flachwasser- und Inselzone im Altmühlsee. Im Süden des Altmühlsees befindet sich die Hirteninsel. In Gunzenhausen wurde der erste Geodätische Referenzpunkt Bayerns zur Ermittlung geographischer Koordinaten aufgestellt.

Die Nachbargemeinden sind:

Stadtgliederung

Gunzenhausen besteht aus 34 amtlichen Ortsteilen:

  • Aha
  • Büchelberg
  • Cronheim (Vorwahl 09836)
  • Edersfeld
  • Filchenhard
  • Frickenfelden
  • Gunzenhausen
  • Höhberg
  • Laubenzedel
  • Lindenhof
  • Lohmühle
  • Maicha
  • Mooskorb
  • Nordstetten (Vorwahl 09836)
  • Obenbrunn
  • Oberasbach
  • Oberhambach (Vorwahl 09836)
  • Oberwurmbach
  • Pflaumfeld
  • Reutberg
  • Scheupeleinsmühle
  • Schlungenhof
  • Schnackenmühle
  • Schweina
  • Sinderlach
  • Steinabühl
  • Steinacker
  • Streudorf
  • Stetten
  • Unterasbach
  • Unterhambach (Vorwahl 09836)
  • Unterwurmbach
  • Wald
  • Weinberg

Es existieren die Gemarkungen Cronheim, Aha, Frickenfelden, Pflaumfeld, Laubenzedel, Nordstetten, Oberasbach, Stetten, Unterwurmbach und Wald. Ferner existieren die nicht als amtliche Ortsteile anerkannten Wohnplätze Unterhambacher Mühle, Leonhardsruh und Fischhaus. Die Ortschaft Specksrod ist abgegangen.

Geschichte

Vorgeschichtliche Funde

Zahlreiche Ausgrabungsfunde im Bereich der Stadt belegen die Besiedlung bereits zu vorgeschichtlicher Zeit.

Numeruskastell am Limes

Um 90 n. Chr. besetzten die Römer die bis dahin von den Kelten bewohnten Gebiete nördlich der Donau und drangen bis in die Gegend um Gunzenhausen vor. Zur Kontrolle und Sicherung der Grenze der in das Römische Reich eingegliederten Gebiete wurde hier ein Numeruskastell am Limes errichtet. Die von Nordwesten einfallenden Alemannen zerstörten die Anlagen um 241 n. Chr.

Von der ersten urkundlichen Erwähnung bis 1806

Eine Urkunde aus dem Jahr 823 liefert den ersten verlässlichen schriftlichen Hinweis auf Gunzenhausen: Kaiser Ludwig der Fromme übereignete das Kloster ''Gunzinhusir'' dem Reichskloster Ellwangen. Im Mittelalter belehnten die Ellwanger Äbte zunächst die Adelsfamilien der Truhendinger und Oettinger mit Gunzenhausen, bis die Herrschaft 1349 an Burkhard von Seckendorff überging. 1368 erwarb Burggraf Friedrich von Nürnberg die Stadt, die dadurch in den Besitz der Hohenzollern wechselte. Die Stadt erhielt nun erstmals das Recht zur Abhaltung von Jahrmärkten, die Erlaubnis zum Bau umfangreicher Befestigungsanlagen mit Stadtmauer, Türmen und Graben sowie der großen Stadtkirche und gelangte in den ersten Jahrzehnten der Hohenzollern-Herrschaft zu einer ersten Blütezeit.

Die Hohenzollern-Nebenlinie des Markgraftums Brandenburg-Ansbach besaß und regierte die Territorien um Gunzenhausen. Architektonisch prägte der absolutistische Fürst Karl Wilhelm Friedrich (1712–1757), genannt auch der „Wilde Markgraf“, der Gunzenhausen zu seiner persönlichen Residenz ausbaute, das barocke Bild der Stadt im 18. Jahrhundert.

Am Ende des Alten Reiches fiel Gunzenhausen, das ab 1500 im Fränkischen Reichskreis lag, 1806 an das Königreich Bayern.

Gunzenhausen war Sitz des 1862 eingerichteten Bezirksamts Gunzenhausen, aus dem 1939 der Landkreis Gunzenhausen wurde. 1972 wurde dieser Landkreis im Zuge der Gebietsreform mit dem Landkreis Weißenburg zusammengelegt und Gunzenhausen verlor seinen Status als Kreisstadt.

Zeit des Nationalsozialismus

Westmittelfranken war eine strukturschwache Agrarregion mit meist kleinbäuerlichen Höfen, einer überwiegend protestantischen Bevölkerung und einem in zahlreichen Orten relativ hohen Anteil an Juden. In Gunzenhausen lebten 1933 bei einer Gesamtbevölkerung von 5686 Bewohnern 184 Bürger jüdischen Glaubens. Der mittelfränkische Protestantismus besaß eine große Affinität zum Nationalsozialismus. Die NSDAP war in Mittelfranken unter ihrem Gauleiter Julius Streicher gegen Ende der 1920er Jahre sehr stark geworden. Sie agitierte permanent mit zahlreichen Ansprachen, Massenkundgebungen und SA-Aufmärschen. Fast die gesamte Auflage der antisemitischen Zeitung Der Stürmer wurde bis 1933 in Mittelfranken verkauft. Die NSDAP erzielte bei Wahlen überdurchschnittliche Ergebnisse: 1930 waren es bereits 35 % (gegenüber knapp 19 Prozent im Reichsdurchschnitt), 1932 66 %, am 6. März 1933 kam die NSDAP auf 67, 5 % gegenüber dem Reichsdurchschnitt von 43,9 % der Stimmen.

In der Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung tat sich die damalige Kreisstadt und ihre Umgebung hervor. Der Bürgermeister Heinrich Münch, 1927 noch parteilos, ab 1932 NSDAP-Mitglied, war ein engagierter Repräsentant des Nazi-Regimes. 1934 schrieb er an Goebbels: „Ein großer Tell des Wirtschaftslebens ...befindet sich in jüdischen Händen...Politisch sind die Juden von jeher Demokraten.“ Der Finanzbeamte Johann Appler war ein weit über die Kreisgrenzen bekannter Antisemit und wurde Kreisleiter des NSDAP. Unter nationalsozialistischer Führung wurde in Gunzenhausen im April 1933 das erste Hitler-Denkmal des Deutschen Reiches errichtet. Der Völkische Beobachter bezeichnete Gunzenhausen als den „besten Bezirk“. Auch das Diakonissen-Mutterhaus Hensoltshöhe suchte nicht nur mit seinem Engagement für die Deutschen Christen die Nähe zum Regime. Man pflegte auch eine enge Beziehung zu Julius Streicher, der dort häufiger und gern bewirteter Gast war.

Schon im März 1933 verprügelten SA-Angehörige den Gastwirt Simon Strauss und seinen Sohn Julius. Im März 1934 schlugen SA-Männer einen jüdischen Bürger krankenhausreif, der sich beim Bürgermeister Münch über Angriffe auf Leben und Gut beschwert hatte.Am sogenannten Blutpalmsonntag, dem 25. März 1934, kam es in Gunzenhausen zu einem der ersten Judenpogrome in Deutschland nach der Machtergreifung der NSDAP. Über den Übergriff wurde weltweit in der Presse berichtet: New York Times, Manchester Guardian und das Neue Wiener Journal schrieben über die von mehreren hundert Gunzenhausenern begleiteten Gewaltakte der SA, welche die Ansbacher Richter im folgenden Prozess als „reinigendes Gewitter“ verharmlosten. Zwei jüdische Bewohner, der 65-jährige Privatier Max Rosenau und der 30-jährige Kaufmann Jakob Rosenfelder, kamen unter bis heute nicht geklärten Umständen ums Leben. 24 SA-Mitglieder, die sich an den Ausschreitungen beteiligt hatten, wurden von der NS-Justiz freigesprochen und später von der Bundesrepublik amnestiert. Der Hauptinitiator des Pogroms, SA-Obersturmführer Kurt Bär, erschoss im selben Jahr, einen Monat nach seiner Verurteilung, einen jüdischen Gastwirt und verletzte dessen Sohn schwer. Beide hatten vor dem Landgericht Ansbach gegen ihn ausgesagt. Bär wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, jedoch bereits nach drei Jahren begnadigt.

Einen Tag vor der Reichspogromnacht 1938 kaufte die Stadt der israelitischen Kultusgemeinde die Synagoge ab, so blieb sie auf Intervention des Feuerwehrleiters als städtischer Besitz von einer Brandschatzung verschont. Symbolisch stürzte man eine Woche später die Kuppeln herab. Auch der Jüdische Friedhof an der Leonhardsruhstraße wurde geschändet und weitgehend zerstört, die Reste wurden 1948 instand gesetzt, woran ein Gedenkstein erinnert. Anfang November 1938 sollen noch 64 jüdische Bürger in Gunzenhausen gelebt haben. Im Januar 1939 folgte die Erklärung zur „judenfreien Stadt“. Die Synagoge wurde bis zu ihrem Abriss 1981 gewerblich genutzt.

Eingemeindungen

Im Zuge der Gemeindegebietsreform kamen insgesamt 14 bis dahin selbständige Gemeinden zu Gunzenhausen. Am 1. April 1971 wurden die Gemeinden Cronheim, Laubenzedel, Nordstetten, Pflaumfeld, Schlungenhof, Stetten, Streudorf, Unterasbach, Unterwurmbach und Wald eingegliedert. Am 1. Juli 1971 kam Oberasbach hinzu. Büchelberg folgte am 1. Januar 1978. Aha und Frickenfelden schlossen die Reihe der Eingemeindungen am 1. Mai 1978 ab.

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat ist die kommunale Volksvertretung der Stadt Gunzenhausen. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle sechs Jahre. Die letzte Wahl fand am 16. März 2014 statt.

Bürgermeister

Am 16. März 2014 wurde Karl-Heinz Fitz (CSU) mit 50,5 % der gültigen Stimmen gewählt. Er löste damit Joachim Federschmidt (SPD) ab, der bei dieser Wahl nur knapp mit 49,5 % unterlag.

Gemeindepartnerschaften

Gunzenhausen unterhält Partnerschaften mit dem französischen Isle in der Region Nouvelle-Aquitaine (seit 1985) und mit dem US-amerikanischen Frankenmuth in Michigan (seit 1962).

1954 wurde die Patenschaft für die heimatvertriebenen Sudetendeutschen aus der Stadt Weipert im Erzgebirge übernommen, 1996 für die Gemeinde Auschowitz im Kreis Marienbad.

Sehenswürdigkeiten

Evangelische Stadtkirche (Marienkirche)

Die spätgotische evangelische Stadtkirche St. Maria (1448–1496) steht auf Grundmauern eines romanischen Vorgängerbaus auf dem Areal des ehemaligen Römer-Kastells und birgt mittelalterliche Fresken, insbesondere ein großflächiges Christophorus-Wandgemälde. Aus gotischer Zeit erhalten ist zudem das Grabmal des Ritters Paul von Absberg († 1503) mit einem dem Ritter zu Füßen liegenden Hund als Attribut, der heute als „Kiri der Kirchenhund“ die Touristen-Flyer ziert. Nach Umgestaltungen im 18. Jahrhundert gehören ein Kruzifix vor dem Triumphbogen und eine Kanzel nach Entwürfen des markgräflichen Hofbildhauers Giuseppe Volpini zur Inneneinrichtung. Die Chorfenster gestaltete Hans Gottfried von Stockhausen 1990.

Spitalkirche

Die Heilig-Geist-Kirche (Spitalkirche) wurde 1352 von Ritter Burkhard von Seckendorff gestiftet; umgebaut im Stil des Barock, u. a. mit reichhaltiger Stuckdecke, wurde sie 1701. Der mittelalterliche Spitalbau brannte im Dreißigjährigen Krieg ab. Ein Neubau von 1761 nach Plänen von Johann David Steingruber war bis 1969 Altenheim und nach Umbau 1980 Jugendzentrum. Ein Modell an der Außenwand der Spitalkirche dokumentiert das Aussehen des gesamten Komplexes um 1728. Mitten durch das Areal verlief einst der Limes mit einem Wachtturm. Auf dessen Überresten hatte in diesem Bereich im 13. Jahrhundert die Stadtburg der Grafen von Truhendingen gestanden, die nach dem Aussterben des Geschlechts im 16. Jahrhundert verfiel und von der nichts erhalten ist.

Katholische Stadtpfarrkirche St. Marien

Am 1. Mai 1960 wurde die katholische Marienkirche durch den Eichstätter Bischof Joseph Schröffer eingeweiht. Sie hat das Patrozinium Mariä unbefleckte Empfängnis. Erbaut wurde sie von dem Ingolstädter Architekten Josef Elfinger aus Kalkstein des Altmühljuras.

Weiteres

  • Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung sind ein Stück des Wehrgangs sowie drei Türme erhalten: der Blasturm (15. Jahrhundert), der Färberturm (um 1300) und der Storchenturm (um 1450). Der Blasturm, 1466 erbaut und 1603 aufgestockt, erhielt seinen Namen davon, dass früher an Feiertagen die Stadtkapelle ihre Festchoräle und der städtische Musikmeister seine Kirchenlieder vom Turm erklingen ließen. Der Färberturm (auch Diebsturm genannt) gehörte zu dem 1827 abgebrochenen Weißenburger Tor. Der Storchenturm (auch Drei-Brüder-Turm genannt) wurde im Dreißigjährigen Krieg schwer beschädigt und im 18. Jahrhundert als Wohnhaus umgestaltet; er befindet sich heute in Privatbesitz.
  • Den historischen Marktplatz prägen bedeutende Barockbauten, die in der Regierungszeit des „Wilden Markgrafen“ entweder entstanden oder ihr heutiges Aussehen erhielten: Das heutige Rathaus (seit 1974 in dieser Funktion), ein ursprünglich im 16. Jahrhundert aus zwei separaten Gebäuden zusammengefügter Komplex, war seine Residenz, in der er 1757 starb. Aus derselben Ära stammen die Stadtvogtei (1749/50 errichtet), das ehemalige Amtshaus am Marktplatz (1726, seit 1805 Stadtapotheke), das Palais Heydenab (Wohnsitz eines markgräflichen Oberamtmanns, heute Bank) sowie das Zocha-Palais (heute Stadtmuseum). Die Sparkasse ließ ein Glockenspiel mit Figurenkarusell errichten.
  • Das ehemalige Jagdschloss des „Wilden Markgrafen“ (1749) mit großzügig angelegtem Hofgarten und historischem Baumbestand befindet sich oberhalb des Stadtkerns und wird seit 1982 als Haus des Gastes für Veranstaltungen genutzt.
  • Mehrere Fachwerkstadel verteilen sich auf das Stadtbild. Der auffälligste, den sich 1753 ein Korporal des „Wilden Markgrafen“ errichten ließ, befindet sich nahe der Altmühl. Dort sind erzgebirgliche Exponate von Gunzenhausens Partnerstadt Vejprty (deutsch Weipert) untergebracht.
  • Reste des Limes (UNESCO-Weltkulturerbe seit 2005) im Burgstallwald östlich der Stadt wurden 1980 restauriert. Ein ausgeschilderter Wanderweg führt zu einem rekonstruierten Palisadenzaun und einem Wachtturm.
  • Die Altmühlpromenade und der Altmühlsee sind im Sommer ein beliebtes Freizeitgelände. Dazu gehören auch die Sport- und Freizeitbäder Waldbad am Limes und Solebad Juramare.
  • Gunzenhausen beherbergt das sogenannte Hilfskrankenhaus Gunzenhausen, um bei einem nuklearen Angriff Patienten versorgen zu können. Es wurde 1965 gebaut und kann besichtigt werden.
  • In der Brauerei Schorschbräu wird der Schorschbock 57, mit 57,5 Vol.-% Alkohol das alkoholhaltigste Bier Deutschlands gebraut.

Baudenkmäler

Museen

  • Museum für Vor- und Frühgeschichte
  • Stadtmuseum
  • Gunzenhäuser Fachwerkstadel mit Erzgebirgsschau und Weiperter Heimatstube
  • Fossilien- und Steindruckmuseum, vormals auf dem Maxberg

Veranstaltungen

;Gunzenhäuser KirchweihDie Gunzenhäuser Kirchweih (fränkisch „Kerwa“ oder „Körwa“) ist ein jährlich stattfindendes Volksfest auf dem Schießwasen. Anfangs wurde die unter Otto von Eichstätt erfolgte Weihe der Stadtkirche St. Maria jeweils am Trinitatisfest gefeiert. 1401 gab Friedrich V. der Stadt das Recht, an Pfingsten einen acht Tage dauernden Jahrmarkt abzuhalten. Zur Neuweihung der Spitalkirche 1601 wurde der Termin auf Mariä Geburt (im September) verlegt. Ab 1884 wurde die Kirchweih zu einem kommerziellen Volksfest erweitert. Seit 1912 findet ein Blumenumzug statt. Während der beiden Weltkriege wurde die Ausrichtung der Kirchweih unterbrochen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Der Bahnhof Gunzenhausen liegt an den Bahnstrecken Treuchtlingen–Würzburg, Gunzenhausen–Pleinfeld und Nördlingen–Gunzenhausen. Auf der letztgenannten verkehren nur Museumsbahnen und Güterzüge. Weiterhin liegt Gunzenhausen an den Bundesstraßen 13 und 466. Der Öffentliche Personennahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg sichergestellt.

Durch die Stadt verlaufen die folgenden Radfernwege:

  • Der Deutsche Limes-Radweg folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes über 818 km von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau
  • Der Altmühltalradweg verläuft über 250 km von Rothenburg ob der Tauber entlang der Altmühl bis zu ihrer Mündung in die Donau bei Kelheim

Zwei Fernwanderwege im Naturpark Altmühltal nehmen ihren Ausgangspunkt in Gunzenhausen:

  • Der Altmühltal-Panoramaweg führt über etwa 200 km nach Kelheim und verläuft dabei auf den Höhen rechts und links des Altmühltals.
  • Der Limeswanderweg führt über etwa 115 km nach Bad Gögging und folgt dabei bis zur Donau weitgehend dem Verlauf des Rätischen Limes.Östlich von Gunzenhausen führt der Limesweg (Weg 46) des Fränkischen Albvereins über etwa 39 km nach Wilburgstetten an der Wörnitz, wo der Limes-Wanderweg des Schwäbischen Albvereins anschließt.

Östlich von Gunzenhausen gibt es einen kleinen Sonderlandeplatz, den Flugplatz Gunzenhausen-Reutberg mit asphaltierter Rollbahn. Von dort sind touristische Rundflüge über das Fränkische Seenland möglich.

Ansässige Unternehmen

  • Schaeffler Werk Gunzenhausen, ehemals GMN, (Automobilzulieferer Motorkomponenten)
  • Sitz der 1851 in Leipzig gegründeten Feurich Klavier- und Flügelfabrikation
  • Hauptsitz des international tätigen Kesselherstellers nun Bosch Industriekessel, ehemals Loos International
  • Hauptsitz der Internet-Hosting-Gesellschaft Hetzner Online GmbH
  • Hauptsitz Pressmetall Gunzenhausen PMG GmbH & Co. KG (Automobilzulieferer)
  • Müller + Ziegler GmbH & Co. KG, Fabrik für elektrische Messgeräte
  • Kaspar Lüther GmbH & Co. KG, Zinkdruckgusserzeugnisse sowie Dreh- und Frästeile

Schulen

  • Simon-Marius-Gymnasium (mathematisch-naturwissenschaftlich, wirtschaftlich und neusprachlich)
  • Stephani-Mittelschule am Hindenburgplatz, bestehend aus der Stephani-Grundschule und der Stephani-Mittelschule.
  • Staatliches Berufliches Schulzentrum Gunzenhausen mit Meisterschule für das Schreinerhandwerk und Staatlicher Wirtschaftsschule
  • Diakonissen-Mutterhaus Hensoltshöhe mit
    • Mädchen-Realschule
    • Fachakademie für Sozialpädagogik
  • Sonderpädagogisches Förderzentrum
  • Krankenpflegeschule am Kreiskrankenhaus
  • Fachschule für Altenpflege

Bibliotheken

  • Stadt- und Schulbücherei Gunzenhausen

Krankenhaus

Das Kreiskrankenhaus Gunzenhausen befindet sich im südlichen Teil von Gunzenhausen am Reutberg. Sie gehört zusammen mit dem Kreiskrankenhaus in Weißenburg zum Klinikum Altmühlfranken.

Behörden

Die KFZ-Zulassungsbehörde hat als eine der wenigen Landkreisbehörden des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen eine Nebendienststelle in Gunzenhausen. Die Arbeitsagentur Weißenburg hat eine Geschäftsstelle in Gunzenhausen. Ferner befinden sich in der Stadt das Finanzamt sowie eine Polizeiinspektion, welcher zusätzlich für die Wahrnehmung wasserschutzpolizeilicher Aufgaben in der Region verantwortlich ist.

2015 beschloss die Bayerische Staatsregierung im Rahmen der Behördenverlagerungen zur Stärkung des ländlichen Raums die Gründung eines Landesamts für Schule, das ab 2016 in Gunzenhausen eingerichtet wurde und Anfang 2017 seinen Betrieb aufnahm. Mit angeschlossen ist der Prüfungsamt des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, dessen Außenstelle seit 2017 Gunzenhausen darstellt.

Persönlichkeiten der Stadt

Söhne und Töchter der Stadt

  • Johann Agricola (um 1496–1570), Mediziner
  • Andreas Osiander (1498–1552), Theologe und Reformator
  • Simon Marius (1573–1624), Astronom
  • Carl Friedrich von Zocha (1683–1749), Minister des Markgraftums Brandenburg-Ansbach
  • Johann Christoph Zenker (1738–1799), evangelisch-lutherischer Geistlicher und Dichter
  • Ludwig von Ammon (1850–1922), Geologe und Paläontologe
  • Wilhelm Stählin (1883–1955), evangelisch-lutherischer Theologe und Bischof
  • Wilhelm Deinhardt (1904–1938), römisch-katholischer Theologe, Kirchenhistoriker und Hochschullehrer
  • Thomas Medicus (* 1953), Journalist und Autor

In Gunzenhausen wirkend

  • Heinrich Stephani (1761–1850), Theologe und Pädagoge; Dekan in Gunzenhausen
  • Heinrich Eidam (1849–1934), Obermedizinalrat und Limesforscher
  • Johann Appler (1892–1978), Reichstagsabgeordneter; Bürgermeister von Gunzenhausen in der Zeit des Nationalsozialismus
  • Ernst Lechner (1925–2013), ehemaliger Landtagsabgeordneter und Vizepräsident des Bayerischen Landtages
  • Ingo Friedrich (* 1942), Vizepräsident des Europäischen Parlaments; lebt in Gunzenhausen
  • J. D. Salinger (1919–2010), US-amerikanischer Schriftsteller; war nach dem Zweiten Weltkrieg als Mitarbeiter des US-Nachrichtendienstes in Gunzenhausen eingesetzt

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Gunzenhausen

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