Landkreis Waldeck-Frankenberg
Der Kreisausschuß
Südring 2
34497 Korbach

http://www.landkreis-waldeck-frankenberg.de

Landkreis Waldeck-Frankenberg

160pxAbb. 1 Wappen Landkreis Waldeck-Frankenberg
Basisdaten
Bundesland Hessen
Regierungsbezirk Kassel
Fläche 1848.58 km2
Verwaltungssitz Korbach
Fläche 1848.58 km2
Adresse des Landkreises Südring 2
34497 Korbach
Website www.landkreis-waldeck-<br />frankenberg.de
Landrat Reinhard Kubat (SPD)

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg liegt im Regierungsbezirk Kassel im westlichen Nordhessen. Die Kreisstadt ist Korbach.

Waldeck-Frankenberg ist geprägt durch eine Mittelgebirgslandschaft mit großen Wäldern und die Eder, welche bei Waldeck mit dem Edersee den flächenmäßig zweitgrößten Stausee Deutschlands bildet. Die Bevölkerung des Kreises ist zu etwa 76 % evangelisch und zu etwa 15 % katholisch. Der Ausländeranteil beträgt ca. 5,1 %. Mit über 1848 km² ist er der Fläche nach der größte Landkreis in Hessen vor dem Schwalm-Eder-Kreis und dem Vogelsbergkreis. Die beiden größten Städte sind im Nordkreis Korbach und im Südkreis Frankenberg (Eder).

Geografie

Lage

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg liegt am Übergang des Rheinischen Schiefergebirges ins Hessische Bergland und damit vollständig im Bereich der deutschen Mittelgebirge. Größere Ebenen finden sich im Kreisgebiet nur im Nordosten bei Volkmarsen, in der Kreismitte (Korbacher Hochebene) sowie im oberen (Battenberg und Frankenberg) und unteren (Gemeinde Edertal) Edertal. Die höchste Erhebung ist der 843 m hohe Langenberg im Upland bei Willingen. Daneben sind weitere Mittelgebirge die oberhessischen Anteile am Rothaargebirge bei Battenberg sowie der Burgwald und der Kellerwald.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Südwesten beginnend an die Kreise Siegen-Wittgenstein, Hochsauerlandkreis und Höxter (alle in Nordrhein-Westfalen) sowie an die Landkreise Kassel, Schwalm-Eder-Kreis und Marburg-Biedenkopf.

Gewässer

Die wichtigsten Flüsse sind die Eder, ein Nebenfluss der Fulda, und die Diemel, welche direkt in die Weser mündet. Daneben gibt es noch die Twiste, einen Nebenfluss der Diemel, die Itter und die Orke. Es existieren keine größeren natürlichen Seen im Kreisgebiet, allerdings mehrere Talsperren, von denen der Edersee die größte ist. Der Diemelsee und der Twistesee spielen jedoch ebenfalls eine wichtige Rolle. Fast das gesamte Kreisgebiet entwässert über die Weser in die Nordsee, lediglich im Südosten fließt die Wohra über Ohm, Lahn und Rhein ebenfalls in die Nordsee.

Korbacher Spalte

Eine geologische Besonderheit ist die Korbacher Spalte, eine 20 m tiefe, bis zu 3,50 m breite und ca. einen Kilometer lange Erdspalte. Sie ist eine wichtige Fossillagerstätte aus der Permzeit und liegt zwei Kilometer südlich der Korbacher Innenstadt.

Nationalpark Kellerwald-Edersee

In Waldeck-Frankenberg existiert seit 2004 mit dem Nationalpark Kellerwald-Edersee einer von 14 deutschen Nationalparks und das einzige Schutzgebiet dieser Art in Hessen. Im Jahr 2011 wurde der Nationalpark zudem UNESCO-Weltnaturerbe erklärt. Die Ziele des Nationalparks sind Umweltbildung, Erholung, Forschung und Förderung des Tourismus.

Geschichte

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg entstand am 1. Januar 1974 im Rahmen der hessischen Gebietsreform. Er wurde gebildet

  • aus dem Landkreis Waldeck im Norden bis auf die Stadt Züschen, die in die Stadt Fritzlar im Schwalm-Eder-Kreis eingegliedert wurde
  • dem gesamten Landkreis Frankenberg im Süden und
  • der Gemeinde Schiffelbach aus dem Landkreis Marburg, die in die Gemeinde Gemünden an der Wohra eingegliedert wurde..

Der größere Landkreis Waldeck war bis 1929 ein eigener Freistaat im Deutschen Reich und zuvor ein eigenes Fürstentum mit Bad Arolsen als Hauptstadt. 1929 wurde Waldeck in die preußische Provinz Hessen-Nassau eingegliedert und in drei Kreise eingeteilt: Kreis der Eder (Kreisstadt Bad Wildungen), Kreis des Eisenbergs (Kreisstadt Korbach) und Kreis der Twiste (Kreisstadt Bad Arolsen). Nach 1942 wurden diese drei Kreise zum Kreis Waldeck vereinigt mit Korbach als Kreisstadt. Im Jahre 1972 wurde der Landkreis Waldeck um die Stadt Volkmarsen aus dem aufgelösten Landkreis Wolfhagen vergrößert.

Der Landkreis Frankenberg hingegen gehörte historisch zu Hessen-Kassel, das 1866 bis 1945 Teil von Preußen (Provinz Hessen-Nassau) war. Ihm wurde 1932 das Amt Battenberg angegliedert, welches bis dahin zusammen mit dem Amt Gladenbach den Kreis Biedenkopf bildete, der bis 1866 zu Hessen-Darmstadt gehört hatte und dann an Preußen gekommen war.

Die Grenze zwischen den beiden Altkreisen stellt auch heute noch eine kleine kulturelle Grenze dar. Die Benrather Linie verläuft annähernd zwischen den beiden Altkreisen und teilt den Kreis in einen niederdeutschen, waldeckischen und einen mitteldeutschen, hessischen Teil. Bei den evangelischen Kirchen ist der Kreis zwischen der Kirche von Kurhessen-Waldeck (Altkreise Waldeck und Frankenberg) und der Kirche von Hessen und Nassau (ehemaliges Amt Battenberg) geteilt. Bei der katholischen Kirche gehört das ehemals Waldecker Gebiet zum Erzbistum Paderborn, der Altkreis Frankenberg und die Kernstadt Volkmarsen zum Bistum Fulda und das ehemalige Amt Battenberg zum Bistum Limburg.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner Quelle
1975 153.100
1980 154.700
1990 157.800
2000 170.568
2010 161.871
2014 156.460

Politik

Kreistag

Die Kommunalwahlen am 6. März 2016 lieferten folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 31,1 22 34,5 24 36,0 26
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 28,0 20 30,6 22 35,1 25
AfD Alternative für Deutschland 11,3 8
FWG Freie Wählergemeinschaft Waldeck-Frankenberg 11,3 8 10,0 7 11,6 8
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 8,2 6 14,3 10 6,0 4
FDP Freie Demokratische Partei 6,9 5 5,9 4 7,3 5
DIE LINKE. DIE LINKE. 2,6 2 2,3 2 1,7 1
PIRATEN Piratenpartei Deutschland 0,6 1,1 1
REP Die Republikaner 1,4 1 2,3 2
Gesamt 100,0 71 100,0 71 100,0 71
Wahlbeteiligung in % 50,4 51,1 50,7

Landrat

Amtierender Landrat ist seit 1. Januar 2010 Reinhard Kubat. Er wurde in einer Stichwahl am 19. Juli 2009 mit 54,3 Prozent der Stimmen gewählt. Am 5. Juli 2015 wurde Reinhard Kubat mit 60,6 Prozent der Stimmen in seinem Amt bestätigt.

Wappen

Wirtschaft

Der Landkreis gehörte und gehört heute teilweise immer noch zu den traditionell eher strukturschwächeren Gegenden Deutschlands. Speziell die abgelegenen Bergregionen des Uplandes waren bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch von Armut betroffen. Dies drückt sich bis in der Gegenwart durch die verhältnismäßig geringe Bevölkerungsdichte von Einwohnern pro Quadratkilometer aus; nach dem Vogelsbergkreis die zweitniedrigste im Bundesland. Wobei allerdings zu berücksichtigen ist, dass Waldeck-Frankenberg der mit Abstand flächenmäßig größte Landkreis in Hessen ist.

Insbesondere im Südkreis bei Frankenberg und in den Städten Korbach und Bad Arolsen haben sich jedoch ab den 1950er Jahren diverse Industriezweige prosperierend entwickelt. Unter anderem als größter Arbeitgeber im Kreis der Heiztechnikhersteller Viessmann mit Hauptsitz in Allendorf (Eder), welcher weltweit über 10.000 Mitarbeiter beschäftigt, davon allein 4000 in Allendorf, oder der international bekannte Möbelhersteller Thonet und das Druck- und Spritzgußwerk Hettich in Frankenberg sowie dort auch einige weltweit führende mittelständische Unternehmen im Bereich der sogenannten Heißkanaltechnik. Ein bedeutender Betriebszweig ist neben der Möbel- und Kunststoff- zudem die Gummiindustrie. Der größte Arbeitgeber im Nordkreis ist das Reifenwerk der Continental AG in Korbach mit rund 3400 Mitarbeitern am Standort. Insgesamt arbeiten im Kreis 42 % der Beschäftigten im produzierenden Gewerbe. Land- und Forstwirtschaft spielen in dem ländlich geprägten Kreis immer noch eine große Rolle: 784 km² der Kreisfläche werden landwirtschaftlich genutzt, 843 km² sind Waldflächen. Damit beträgt dieser Anteil insgesamt 88 % der gesamten Kreisfläche. In der Landwirtschaft sind allerdings nur noch 572 Einwohner als Angestellte bei insgesamt 2220 landwirtschaftlichen Betrieben beschäftigt, was nur etwas mehr als ein Prozent der Gesamtangestellten darstellt.

Die vier Mittelzentren Korbach, Bad Arolsen, Bad Wildungen und Frankenberg sind auch wichtige Standorte für das Dienstleistungsgewerbe; ein weiterer wichtiger Bestandteil hiervon ist der Tourismus. Die Ferienregion Waldecker Land (unter der auch der Altkreis Frankenberg mitvermarktet wird) zählt zu den wichtigsten Urlaubsregionen Hessens und lockt Besucher aus dem ganzen Bundesgebiet, vor allem aus dem benachbarten Nordrhein-Westfalen sowie aus historischen Gründen auch aus den Niederlanden an, da die Urgroßmutter der ehemaligen niederländischen Königen Beatrix, Emma zu Waldeck und Pyrmont, aus dem waldeckischen Fürstenhaus stammt. Im hessischen Upland spielt Wintersport eine große Rolle, insbesondere Willingen kommt als Austragungsort des Skisprung-Weltcups eine wichtige Rolle zu. Das übrige Kreisgebiet, vor allem aber die Orte an den großen Stauseen, wird hauptsächlich im Sommer besucht. Der Edersee spielt eine wichtige Rolle als Naherholungsgebiet für das 40 km entfernte Kassel und auch die Stadt Marburg. Aufgewertet wurde dies noch durch die Einrichtung des Nationalparks Kellerwald-Edersee im Jahr 2004. Darüber hinaus sind auch die historischen Innenstädte mit vielen Fachwerkbauten von Interesse; Korbach und Bad Arolsen liegen beispielsweise an der Deutschen Fachwerkstraße. Ergänzt wird dieses Angebot durch die Möglichkeit, die vielen Burgen und Schlösser im Altkreis Waldeck zu besichtigen, allen voran das Residenzschloss in Bad Arolsen, welches im 18. Jahrhundert nach dem Vorbild von Versailles errichtet wurde.

Verkehr

Bis auf einen kleinen Abschnitt der Bundesautobahn A 44 von Kassel nach Dortmund im nördlichen Teil des Landkreises bei der Gemeinde Diemelstadt hat der Landkreis keinen direkten Anschluss an das Autobahnnetz. Im Südosten verläuft die A 49 jedoch in der Nähe des Kreisgebietes. Der geplante Lückenschluss der A 4 zwischen dem westlichen und östlichen Teil soll durch den Südteil des Landkreises verlaufen. Bis in die 1970er Jahre war zudem eine Verlängerung der A 5 von Gießen nach Bremen im Gespräch, die den Landkreis in Nord-Süd-Richtung erschlossen hätte. Diese Aufgabe übernimmt heute die Bundesstraße B 252, die Marburg über Frankenberg, Korbach und Bad Arolsen mit Warburg und Paderborn verbindet und dabei im Kreisgebiet, insbesondere im Vergleich zum weiteren Verlauf im Landkreis Marburg-Biedenkopf, mit aktuell nur noch sechs Ortsdurchfahrten (Ernsthausen, Bottendorf, Herzhausen, Dorfitter, Berndorf und Twiste) auf dem gesamten Verlauf im Kreis verhältnismäßig gut ausgebaut ist.

Anfang 2013 stellte das Bundesverkehrsministerium nach jahrzehntelanger Planung Mittel für den Bau einer B 252neu zur Verfügung, welche langfristig sämtliche Ortsdurchfahrten zwischen Marburg und Frankenberg umgehen wird und somit zum einen die Bevölkerung entlasten, aber auch eine bessere Anbindung an Mittel- und Südhessen gewährleisten sowie der Wirtschaft in der Region zugutekommen soll. Das Projekt wird von Hessen Mobil durchgeführt. Weitere Bundesstraßen im Kreisgebiet sind die B 236, die von Münchhausen beginnend über Battenberg und Bromskirchen den Kreis durchquert, die B 251 von Kassel über Waldeck-Sachsenhausen, Korbach, Willingen nach Brilon, die B 253 von Bad Wildungen über Frankenberg, Battenberg nach Dillenburg, die B 450 von Fritzlar und Wolfhagen nach Bad Arolsen und die B 485 von Bad Wildungen nach Bad Arolsen.

Im Landkreis verkehren ab 2015 Züge über die Bahnstrecken Korbach – Bad Arolsen – Volkmarsen mit weiterem Anschluss Richtung Kassel, die Strecke Korbach – Willingen – Brilon Wald, die Strecke Frankenberg – Marburg und die Strecke Bad Wildungen – Wabern. Es wurde beschlossen, die Bahnstrecke Korbach-Frankenberg (Untere Edertalbahn) wieder in Betrieb zu nehmen. Seit Herbst 2015 wird der Streckenabschnitt wieder fahrplanmäßig bedient. Dafür wurden zwei Brücken und zwei Tunnel komplett saniert. Aufgrund der starken Konkurrenz durch den Individualverkehr wurden die Obere Edertalbahn von Allendorf nach Bad Berleburg und die Bahnstrecke Nuttlar–Frankenberg bereits vor einigen Jahrzehnten stillgelegt, wie auch im Jahr 1995 die Ederseebahn von Korbach nach Bad Wildungen wegen der Sanierungsbedürftigkeit des Buhlener Viadukts. Auf letzterer befindet sich heute auf Teilen ein Radweg.

Neben dem Linienbusverkehr im Landkreis Waldeck-Frankenberg ergänzt das Anruf-Sammel-Taxi Waldeck-Frankenberg den Öffentlichen Personennahverkehr. Es fährt nach telefonischer Anmeldung wie ein gewöhnlicher Linienbus.

Städte und Gemeinden

(Einwohner am )

Städte

  1. Bad Arolsen ()
  2. Bad Wildungen ()
  3. Battenberg (Eder) ()
  4. Diemelstadt ()
  5. Frankenau ()
  6. Frankenberg (Eder) ()
  7. Gemünden (Wohra) ()
  8. Hatzfeld (Eder) ()
  9. Korbach ()
  10. Lichtenfels ()
  11. Rosenthal ()
  12. Volkmarsen ()
  13. Waldeck ()

Gemeinden

  1. Allendorf (Eder) ()
  2. Bromskirchen ()
  3. Burgwald ()
  4. Diemelsee ()
  5. Edertal ()
  6. Haina (Kloster) ()
  7. Twistetal ()
  8. Vöhl ()
  9. Willingen (Upland) ()

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Januar 1974 wurde dem Landkreis das neue Unterscheidungszeichen KB zugewiesen. Es ist von der Kreisstadt Korbach hergeleitet und wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus den Teilkreisen besondere Erkennungsnummern:

Gebiet Buchstaben Zahlen
Teilkreis Korbach A bis Z 1 bis 9999
AA bis ZZ 1 bis 99
Teilkreis Frankenberg
ohne die Gemeinde Vöhl
AA bis AZ 100 bis 999
DA bis LZ
Gemeinde Vöhl im Teilkreis Frankenberg CA bis CZ

Seit dem 4. November 2013 sind zudem im Rahmen der Kennzeichenliberalisierung wieder die Unterscheidungszeichen FKB (Frankenberg (Eder)) und WA (Waldeck) erhältlich.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Waldeck-Frankenberg

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