Wirtschaftsförderungs-
Gesellschaft Rhein-Lahn mbH
Insel Silberau
56130 Bad Ems

http://www.rhein-lahn-kreis.de

Rhein-Lahn-Kreis

160pxAbb. 1 Wappen Rhein-Lahn-Kreis
Basisdaten
Bundesland Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz Bad Ems
Adresse des Landkreises Insel Silberau 1
56130 Bad Ems
Website www.rhein-lahn-kreis.de
Landrat Frank Puchtler (SPD)
Der Rhein-Lahn-Kreis ist eine Gebietskörperschaft im nördlichen Rheinland-Pfalz und liegt zwischen Koblenz und der Landeshauptstadt Mainz. Sitz der Kreisverwaltung ist Bad Ems, die bevölkerungsreichste Stadt ist Lahnstein. Der Landkreis entstand im Jahr 1969 im Rahmen der rheinland-pfälzischen Gebiets- und Verwaltungsreform aus den gleichzeitig aufgelösten Landkreisen Loreleykreis (mit Sitz in Sankt Goarshausen) und Unterlahnkreis (mit Sitz in Diez).

Geographie

Die Fläche des Rhein-Lahn-Kreises beträgt 782,34 Quadratkilometer.

Lage

Der Landkreis umfasst einerseits die Landschaft rechts des Mittelrheins zwischen den Städten Kaub und Lahnstein (etwa Strom-km 544–587) und andererseits die Ausläufer des südlichen Westerwalds, des nordwestlichen Taunus und des westlichen Hintertaunus, wo er mit etwa seine größte Höhe (beim Römerkastell Holzhausen an der Haide am Grauen Kopf) erreicht. Größter Fluss ist neben dem Rhein die Lahn, die von Limburg an der Lahn kommend im Nordosten das Kreisgebiet betritt, dann in Richtung Westen den Kreis durchfließt und bei Lahnstein in den Rhein mündet. Für die deutsche Territorialgeschichte bedeutende Siedlungen im Kreisgebiet sind die Städte Nassau und Katzenelnbogen.

Nachbarkreise

Der Rhein-Lahn-Kreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordosten beginnend an die Landkreise Limburg-Weilburg und Rheingau-Taunus-Kreis (beide in Hessen) sowie an die Landkreise Mainz-Bingen, Rhein-Hunsrück-Kreis und Mayen-Koblenz, an die kreisfreie Stadt Koblenz und an den Westerwaldkreis.

Geschichte

Das Gebiet des heutigen Rhein-Lahn-Kreises gehörte im Mittelalter zu großen Teilen zum Herrschaftsbereich der Abtei Prüm und war vor 1800 in viele Herrschaftsgebiete zersplittert.

Die meisten Gebiete wurden 1806 Bestandteil des Herzogtums Nassau. Ausgenommen war zunächst das französisch verwaltete Pays réservé, das im Wesentlichen identisch war mit dem Gebiet der Niedergrafschaft Katzenelnbogen. Dieses Gebiet wurde erst nach dem Wiener Kongress nassauisch.

Nassau wurde 1866 von Preußen annektiert und als Regierungsbezirk Wiesbaden Teil der preußischen Provinz Hessen-Nassau. Preußen schuf im Rhein-Lahn-Gebiet mit Wirkung ab 1. April 1886 den Kreis Sankt Goarshausen und den Unterlahnkreis mit Sitz in Diez.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lagen beide Kreise in der Französischen Besatzungszone und wurden so von den Hessen-Nassauischen Verwaltungsstrukturen getrennt. Sie wurden als Teil des neu gebildeten Regierungsbezirks Montabaur dem Land Rheinland-Pfalz zugeschlagen. 1968 wurden sie dem Regierungsbezirk Koblenz zugeordnet. Der Landkreis Sankt Goarshausen wurde 1962 in Loreleykreis umbenannt und bei der Kreisreform, die am 7. Juni 1969 in Kraft trat, zusammen mit dem Unterlahnkreis zum neuen Rhein-Lahn-Kreis vereinigt; Kreisstadt wurde Bad Ems; erster Landrat war Rudolf Rumetsch. Am 16. März 1974 wurde dem Landkreis die Gemeinde Arzbach aus dem ehemaligen Unterwesterwaldkreis angegliedert, die jedoch bereits zwei Jahre zuvor der Verbandsgemeinde Bad Ems zugeordnet worden war.

Bevölkerung

Per zählte der Rhein-Lahn-Kreis  Einwohner. Die Bevölkerungsdichte bezifferte sich am Stichtag auf  Einwohner pro Quadratkilometer. Ende 2013 gab es im Landkreis mehr Frauen (50,8 Prozent) als Männer (49,2 Prozent). Der Altersquotient übertrifft mit 37,2 Prozent den Jugendquotienten (29,7 Prozent).

Der Ausländeranteil (gemeldete Einwohner ohne deutsche Staatsangehörigkeit) belief sich am 31. Dezember 2013 auf 5,3 Prozent (6.479 Personen). Zu den am stärksten vertretenen Nationalitäten zählen vornehmlich Einwohner aus der Türkei, Polen, Italien, Rumänien, Serbien, Russland, dem Kosovo, Kroatien, Bulgarien und Österreich.

Im März 2015 verzeichnete der Landkreis eine Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent (2.998 Personen).

Politik

Kreistag

Die Kreistagswahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
%
2004
Sitze
2004
%
1999
Sitze
1999
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 38,6 17 37,7 17 35,4 16 42,9 20
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,7 14 32,5 15 41,5 19 39,5 18
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 6,6 3 6,3 3 5,8 3 3,8 2
FDP Freie Demokratische Partei 2,6 1 7,5 3 5,1 2 3,5 1
Linke Die Linke 3,4 1 3,2 2
AfD Alternative für Deutschland 4,9 2
FWG Freie Wählergruppe Rhein-Lahn 10,3 4 12,7 6 12,2 6 10,3 5
Gesamt 100,0 42 100,0 46 100,0 46 100,0 46
Wahlbeteiligung in Prozent 58,4 56,6 59,0 64,3

Landrat

Nachdem der bisherige Landrat Günter Kern (SPD) zum 1. Februar 2014 als Staatssekretär in das Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur Rheinland-Pfalz wechselte, war die Position des Landrates vakant. Die Amtsgeschäfte führte bis 2014 die Erste Beigeordnete Gisela Bertram. Im Rahmen der Kommunalwahlen am 25. Mai 2014 wurde Frank Puchtler (SPD) mit 55,5 Prozent zum neuen Landrat gewählt.

Wappen und Flagge

Der Rhein-Lahn-Kreis führt ein Wappen sowie eine Hiss- und Bannerflagge.

Verkehr

Straßenverkehr

Kfz-Kennzeichen ist EMS. Seit dem 8. Juli 2013 werden zudem wieder DIZ (ehemals Unterlahnkreis mit Sitz in Diez) sowie GOH (ehemals Loreleykreis mit Sitz in Sankt Goarshausen) vergeben.

Das Kreisgebiet wird von mehreren Bundesstraßen, Landesstraßen und Kreisstraßen erschlossen, darunter die rechtsrheinische B 42, die B 54 im Aartal von Diez nach Wiesbaden, ferner die B 260 von Lahnstein bis nach Wiesbaden, die B 274 von Holzhausen a. d. Haide bis Sankt Goarshausen und die B 417 von Nassau nach Diez.

Zwischen Eppenrod und Nentershausen (Westerwald), knapp westlich der Anschlussstelle Diez der Bundesautobahn 3, führt diese auf dem Weg von Frankfurt nach Köln durch einen Nordostzipfel des Kreisgebietes, wenn auch nur für wenige Hundert Meter, und dient so dem Anschluss des Rhein-Lahn-Kreises an das Autobahnnetz.

Eisenbahnverkehr

Die Nassauische Rhein- und Lahn-Eisenbahn-Gesellschaft, ab 1861 Nassauische Staatsbahn, erbaute die erste Bahnlinie in diesem Gebiet von Oberlahnstein im Lahntal aufwärts unter erheblichen Schwierigkeiten 1858 bis Bad Ems, 1860 weiter bis Nassau und 1862 schließlich bis Limburg. Im selben Jahr erreichte auch die von Wiesbaden rheinabwärts führende Strecke die Station Oberlahnstein und 1864 Niederlahnstein. Heute verkehren auf der Lahntalbahn die Züge der Linie RB 23 Lahn-Eifel-Bahn (Limburg - Diez - Bad Ems - Niederlahnstein - Koblenz Hbf - Koblenz Stadtmitte - Andernach - Mendig - Mayen-Ost).

In Niederlahnstein fand sie 1869 den Anschluss an die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft weiter nach Neuwied–Köln. Den Übergang über den Rhein von Niederlahnstein nach Koblenz und die Umgehung von Oberlahnstein fügte erst 1879 die Preußische Staatsbahn hinzu.

Diese Gesellschaft nahm auch 1870 die Aartalbahn Diez–Zollhaus in Betrieb, die 1894 in Richtung Bad Schwalbach verlängert wurde. Im Jahre 1888 entstand der Bahnhof Diez Ost durch eine Verlegung der Trasse zwischen Limburg und Staffel, auf der die Züge in den Westerwald nach Westerburg und Montabaur fuhren.

In den Jahren 1900 bis 1903 wurde der Landstrich zwischen Rhein und Lahn von der Nassauischen Kleinbahn AG durch drei Schmalspurbahnen erschlossen. Das Netz von 77 km Länge hatte seinen Mittelpunkt in Nastätten, von wo aus die Staatsbahnlinien in Braubach, Sankt Goarshausen und Zollhaus zu erreichen waren.

Wenige Jahre lang verkehrten die Kleinbahnzüge sogar von Braubach bis Oberlahnstein. Diese – damals selbstständige – Stadt war von 1933 bis 1956 durch eine Linie der Coblenzer Straßenbahn AG mit Koblenz über Niederlahnstein verbunden, das schon 1902 an das Straßenbahnnetz angeschlossen worden war.

Das Gesamtnetz der normalspurigen Eisenbahnen mit Personenverkehr im heutigen Kreisgebiet erreichte im Jahre 1894 mit 110 km seine größte Ausdehnung; dazu kam bis 1903 noch das gesamte Schmalspurnetz der Nassauischen Kleinbahn AG im Umfang von 77 km. Hier kam es schon am Ende des Ersten Weltkrieges (1917–1920) zu ersten Betriebseinstellungen. Bis 1952/53 wurde noch ein recht bescheidener schmalspuriger Personenverkehr angeboten.

Hingegen blieb das Bundesbahnnetz, bis auf 13 km der „Aartalbahn“ und die 3 km lange Verbindungsbahn bei Oberlahnstein, voll in Betrieb.

Der Rhein-Lahn-Kreis ist Mitglied im Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM), dessen ÖPNV-Tarifgebiet einen großen Teil des nördlichen Rheinland-Pfalz umfasst.

Städte, Verbands- und Ortsgemeinden

Der Rhein-Lahn-Kreis umfasst eine verbandsfreie Gemeinde und 137 Ortsgemeinden, von denen letztere sieben Verbandsgemeinden zugehörig sind. Die größte Stadt ist Lahnstein mit  Einwohnern, die kleinste Ortsgemeinde ist Ehr mit  Einwohnern. Im Folgenden sind die verbandsfreie Gemeinde und die Verbandsgemeinden mit ihren verbandsangehörigen Ortsgemeinden mitsamt Einwohnerzahlen per aufgelistet. (Die Verwaltungssitze der Verbandsgemeinden sind mit einem Stern markiert.)

Ortsgemeinde Einwohner
Verbandsfreie Gemeinden/Städte
Lahnstein, Große kreisangehörige Stadt
Verbandsgemeinde Bad Ems
Arzbach
Bad Ems, Stadt *
Becheln
Dausenau
Fachbach
Frücht
Kemmenau
Miellen
Nievern
Verbandsgemeinde Diez
Altendiez
Aull
Balduinstein
Birlenbach
Charlottenberg
Cramberg
Diez, Stadt *
Dörnberg
Eppenrod
Geilnau
Gückingen
Hambach
Heistenbach
Hirschberg
Holzappel
Holzheim
Horhausen
Isselbach
Langenscheid
Laurenburg
Scheidt
Steinsberg
Wasenbach
Verbandsgemeinde Hahnstätten
Burgschwalbach
Flacht
Hahnstätten *
Kaltenholzhausen
Lohrheim
Mudershausen
Netzbach
Niederneisen
Oberneisen
Schiesheim
Verbandsgemeinde Katzenelnbogen
Allendorf
Berghausen
Berndroth
Biebrich
Bremberg
Dörsdorf
Ebertshausen
Eisighofen
Ergeshausen
Gutenacker
Herold
Katzenelnbogen, Stadt *
Klingelbach
Kördorf
Mittelfischbach
Niedertiefenbach
Oberfischbach
Reckenroth
Rettert
Roth
Schönborn
Ortsgemeinde Einwohner
Verbandsgemeinde Loreley
Auel
Bornich
Braubach, Stadt
Dachsenhausen
Dahlheim
Dörscheid
Filsen
Kamp-Bornhofen
Kaub, Stadt
Kestert
Lierschied
Lykershausen
Nochern
Osterspai
Patersberg
Prath
Reichenberg
Reitzenhain
Sankt Goarshausen, Loreleystadt *
Sauerthal
Weisel
Weyer
Verbandsgemeinde Nassau
Attenhausen
Dessighofen
Dienethal
Dornholzhausen
Geisig
Hömberg
Lollschied
Misselberg
Nassau, Stadt *
Obernhof
Oberwies
Pohl
Schweighausen
Seelbach
Singhofen
Sulzbach
Weinähr
Winden
Zimmerschied
Verbandsgemeinde Nastätten
Berg
Bettendorf
Bogel
Buch
Diethardt
Ehr
Endlichhofen
Eschbach
Gemmerich
Hainau
Himmighofen
Holzhausen an der Haide
Hunzel
Kasdorf
Kehlbach
Lautert
Lipporn
Marienfels
Miehlen
Nastätten, Stadt *
Niederbachheim
Niederwallmenach
Oberbachheim
Obertiefenbach
Oberwallmenach
Oelsberg
Rettershain
Ruppertshofen
Strüth
Weidenbach
Welterod
Winterwerb

Listen zu dem Begriff „Gebietsveränderungen“ siehe Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz

Kfz-Kennzeichen

Bei der Bildung des neuen Landkreises wurde am 7. Juni 1969 das Unterscheidungszeichen EMS zugeteilt. Es wird bis heute ausgegeben. Seit dem 8. Juli 2013 sind im Rahmen der Kennzeichenliberalisierung auch die früheren, vom 1. Juli 1956 bis 6. Juni 1969 ausgegebenen Unterscheidungszeichen DIZ (Diez) und GOH (Sankt Goarshausen) wieder erhältlich.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Rhein-Lahn-Kreis

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