Landkreis
Prignitz
Berliner Straße 49
19348 Perleberg

http://www.landkreis-prignitz.de/

Landkreis Prignitz

160pxAbb. 1 Wappen Landkreis Prignitz
Basisdaten
Bundesland Brandenburg
Fläche 2138.59 km2
Verwaltungssitz Perleberg
Fläche 2138.59 km2
Adresse des Landkreises Berliner Straße 49
19348 Perleberg
Website www.landkreis-prignitz.de
Landrat Torsten Uhe (parteilos)

Der Landkreis Prignitz ist ein Landkreis im äußersten Nordwesten des Landes Brandenburg. Er ist nach der historischen Landschaft Prignitz benannt.

Geografie

Aufgrund seiner isolierten Lage innerhalb Brandenburgs ist der Landkreis Prignitz in mehrfacher Hinsicht ein Unikum. Über die Hälfte seiner Kreisgrenze ist gleichzeitig die Außengrenze des Bundeslandes Brandenburg. Er grenzt an nur einen anderen brandenburgischen Landkreis, aber an drei andere Bundesländer: Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Nachbarkreise sind im Norden der mecklenburg-vorpommersche Landkreis Ludwigslust-Parchim, im Osten der brandenburgische Landkreis Ostprignitz-Ruppin, im Süden der sachsen-anhaltische Landkreis Stendal und im Westen der niedersächsische Landkreis Lüchow-Dannenberg.

Geschichte

Der Landkreis Prignitz wurde im Zuge der brandenburgischen Kreisreform am 6. Dezember 1993 durch Vereinigung der ehemaligen Kreise Pritzwalk (mit Ausnahme der damaligen Gemeinden Blumenthal, Grabow und Rosenwinkel, die in den Landkreis Ostprignitz-Ruppin eingegliedert wurden) und Perleberg (einschließlich der Gemeinden des heutigen Amtes Lenzen-Elbtalaue, die bis zum 31. Juli 1992 zum Landkreis Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern gehört hatten, mit Ausnahme der Gemeinde Cumlosen, die schon vorher zum Kreis Perleberg gehörte) und den Gemeinden Barenthin, Dannenwalde, Demerthin, Döllen, Granzow, Gumtow, Kolrep, Kunow, Schrepkow, Vehlin, Vehlow und Wutike des Amtes Gumtow des ehemaligen Kreises Kyritz gebildet. Name und Sitz des Landkreis wurde mit dem Prignitz-Gesetz vom 22. April 1993 bestimmt.

Von 1818 bis 1952 gehörte das heutige Kreisgebiet zu den Kreisen Ost- und Westprignitz mit Sitz in den Kreisstädten Kyritz und Perleberg.

Bevölkerungsentwicklung

Der Landkreis Prignitz besitzt mit 36 Einwohnern je km² (2015) die geringste Bevölkerungsdichte aller Landkreise der Bundesrepublik Deutschland. Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerentwicklung des Landkreises Prignitz ab 1993.

Jahr Einwohner
1993 103.740
1994 102.650
1995 101.421
1996 100.422
1997 99.024
1998 98.205
1999 97.076
2000 95.701
Jahr Einwohner
2001 94.015
2002 92.646
2003 91.214
2004 89.792
2005 88.340
2006 87.221
2007 85.705
2008 84.284
Jahr Einwohner
2009 83.086
2010 82.023
2011 79.574
2012 78.799
2013 77.993
2014 77.550
Gebietsstand des jeweiligen Jahres, ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik

Kreistag

Am 25. Mai 2014 wurde der Kreistag, der sich aus 46 Kreistagsverordneten und dem Landrat zusammensetzt, neu gewählt. Dabei ergab sich folgendes Ergebnis:

Wahlvorschlag Stimmen
2008
Stimmen in %
2008
Sitze
2008
Stimmen
2014
Stimmen in %
2014
Sitze
2014
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 21.253 21,4 10 21.195 25,2 12
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 20.783 20,9 10 19.996 23,8 11
DIE LINKE. 19.781 19,9 9 15.244 18,1 8
Kreisbauernverband Prignitz (Bauernverband) 14.395 14,7 7 11.602 13,8 6
Freie Demokratische Partei (FDP) 8.730 8,8 4 5.824 6,9 3
Freie Wähler Pro Prignitz (FWPP) 8.779 8,8 4 5.252 6,2 3
Bündnis 90/Die Grünen (GRÜNE/B90) 2.891 2,9 1 4.083 4,9 2
Alternative für Deutschland (AfD) 841 1,0 1
Deutsche Volksunion (DVU) 2.501 2,5 1
Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegungen/50Plus (BVB/50Plus) 223 0,2 0

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014) Die Wahlbeteiligung lag 2014 bei 42,2 %. 2008 lag sie noch bei 47,7 %.

Im Kreistag haben sich folgende Fraktionen gebildet: CDU, SPD, DIE LINKE, Bauernverband und FWPP/FDP.

Landrat

  • 1993–2014: Hans Lange (CDU)
  • seit 2014: Torsten Uhe (parteilos)

Am 11. Mai 2014 fand die erste Direktwahl eines Landrats im Landkreis Prignitz statt. Der von der SPD aufgestellte und von der Partei Die Linke unterstützte parteilose Torsten Uhe setzte sich dabei bereits im ersten Wahlgang mit 64,1 % der gültigen Stimmen gegen seine Mitbewerber durch – bis dahin ein Novum im Land Brandenburg. Er wurde entsprechend § 126 der Kommunalverfassung des Landes Brandenburg für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt.

Wappen

Das Wappen wurde am 14. März 1994 genehmigt.

Blasonierung: „In Rot über Silber durch Wellenschnitt geteilt; oben eine goldbewehrte, flugbereite silberne Gans begleitet von acht einen oben offenen Halbkreis bildenden silbernen Perlen, unten ein rotbezungter, schreitender schwarzer Wolf.“

Bedeutung: „Die Schildteilung Rot über Silber zeigt die Farben des Landes Brandenburg. Der Wellenschnitt weist auf die Lage an der Elbe. Die flugbereite Gans erinnert an das Geschlecht der Gans Edlen Herren zu Putlitz, die im 12. Jahrhundert gemeinsam mit dem Bischof von Havelberg in der Prignitz das Christentum und die deutsche Kultur einführten und ländliche Kolonisation betrieben. Ihr Symbol kehrt im Wappen der Stadt Putlitz wieder und stand früher auch für Wittenberge. Der Perlenkranz steht für die Kreisstadt Perleberg, der Wolf für die bisherige Kreisstadt Pritzwalk.“

Die Wappen der Ämter, Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Landkreis Prignitz.

Flagge

Die Flagge ist schwarz-weiß (1:1) gestreift und mittig mit dem Kreiswappen belegt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Der wirtschaftliche Charakter der Region wird geprägt durch die landwirtschaftliche Produktion und Verarbeitung, klein- und mittelständische Industrie, Handwerk und Gewerbe in den verschiedensten Bereichen sowie einen breiten Dienstleistungssektor.

Als regionale Schwerpunkte der wirtschaftlichen Entwicklung sind der durch das Land Brandenburg ausgewiesene Regionale Wachstumskern Perleberg-Wittenberge-Karstädt und die Region um Pritzwalk/Falkenhagen zu betrachten.

Insgesamt elf vollständig erschlossene Gewerbegebiete für die gewerbliche Wirtschaft sind im Landkreis Prignitz ausgewiesen.

Verkehrsanbindung

Zur Prignitz hat man Anschluss über die Bundesautobahnen A 24 und A 19 sowie die Bundesstraßen B 189 und B 5, die sich in Perleberg kreuzen, die Bundesstraßen B 103 und B 107, die sich in Pritzwalk kreuzen, sowie über die B 195 und die B 321. Der Busverkehr im gesamten Raum Prignitz wird durch die Verkehrsgesellschaft Prignitz (VGP) durchgeführt. Der Schienenverkehr wird durch die Deutsche Bahn AG, die Ostdeutsche Eisenbahn und die Eisenbahngesellschaft Potsdam geleistet.

Bis etwa 1970 waren die beiden Vorgängerkreise durch ein umfangreiches Netz normal- und schmalspuriger Strecken der Kleinbahnen der Kreise Ost- und Westprignitz erschlossen.

Städte und Gemeinden

Nach Abschluss der Gemeindegebietsreform umfasst der Landkreis noch 26 Gemeinden, darunter sieben Städte.

(Einwohner am )

Städte
¹ amtsangehörige Stadt

  1. Bad Wilsnack ¹ ()
  2. Lenzen (Elbe) ¹ ()
  3. Meyenburg ¹ ()
  4. Perleberg ()
  5. Pritzwalk ()
  6. Putlitz ¹ ()
  7. Wittenberge ()Amtsfreie Gemeinden
  8. Groß Pankow (Prignitz) ()
  9. Gumtow ()
  10. Karstädt ()
  11. Plattenburg ()
Ämter und zugehörige Gemeinden
(Sitz der Amtsverwaltung *)

1. Bad Wilsnack/Weisen ()

  1. Bad Wilsnack, Stadt * ()
  2. Breese ()
  3. Legde/Quitzöbel ()
  4. Rühstädt ()
  5. Weisen ()2. Lenzen-Elbtalaue ()
  6. Cumlosen ()
  7. Lanz ()
  8. Lenzen (Elbe), Stadt * ()
  9. Lenzerwische ()3. Meyenburg ()
  10. Gerdshagen ()
  11. Halenbeck-Rohlsdorf ()
  12. Kümmernitztal ()
  13. Marienfließ ()
  14. Meyenburg, Stadt * ()4. Putlitz-Berge ()
  15. Berge ()
  16. Gülitz-Reetz ()
  17. Pirow ()
  18. Putlitz, Stadt * ()
  19. Triglitz ()

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Januar 1994 wurde dem Landkreis das Unterscheidungszeichen PR zugewiesen und seitdem ausgegeben.

Bis etwa zum Jahr 2000 erhielten Fahrzeuge aus den Altkreisen besondere Erkennungsnummern:

Gebiet Buchstaben Zahlen
Altkreis Perleberg A bis S 1 bis 999
AA bis SZ
Altkreis Pritzwalk T bis Z
TA bis ZZ

Sonstiges

Im Kreisgebiet wird gelegentlich ostniederdeutsches Platt gesprochen.

Der altpolabische Name Przegnica, beziehungsweise dessen ursprüngliche Form Pregynica, der etwa mit „ungangbares Waldgebiet“ oder „schwer passierbare Gegend“ zu übersetzen wäre, stammt von den slawischen Lutizen, Drevanen und Hevellern und geht auf die Zeit von vor 1100 zurück.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Prignitz

Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zum Lizenzstatus eingebundener Mediendateien (etwa Bilder oder Videos) können im Regelfall durch Anklicken dieser abgerufen werden. Möglicherweise unterliegen die Inhalte jeweils zusätzlichen Bedingungen.

Wikipedia® ist eine eingetragene Marke der Wikimedia Foundation Inc.

Deutschlandkarte
Karte Prignitz