Landkreis Oldenburg
Delmenhorster Str. 6
27793 Wildeshausen

http://www.oldenburg-kreis.de/

Landkreis Oldenburg

160pxAbb. 1 Wappen Landkreis Oldenburg
Basisdaten
Bundesland Niedersachsen
Verwaltungssitz Wildeshausen
Adresse des Landkreises Delmenhorster Straße 6
27793 Wildeshausen
Website www.landkreis-oldenburg.de
Landrat Carsten Harings (parteilos)

Der Landkreis Oldenburg liegt im westlichen Niedersachsen.

Geografie

Lage

Der Landkreis Oldenburg erstreckt sich südlich von Oldenburg und hat annähernd kreisförmige Gestalt im Ausmaß von etwa 35x40 km. Der größte Teil des Landkreises liegt in der naturräumlichen Einheit dritter Ordnung mit dem Namen Ems-Hunte-Geest. Er hat Anteile an den naturräumlichen Einheiten vierter Ordnung namens Oldenburger Geest, Hunte-Leda-Moorniederung, Wesermarsch, Thedinghäuser Vorgeest sowie der Syker, Delmenhorster und Cloppenburger Geest. Er repräsentiert damit einen breiten Querschnitt typischer nordwestdeutscher Marsch-, Moor-, Altmoränen- und Auenlandschaften der atlantischen bis subatlantischen Klimazone.

Durch den Landkreis verläuft die Hunte als größerer Nebenfluss der Weser. Das Relief der Landschaft ist eben bis flachwellig mit Geländehöhen zwischen 2 und 55 m über Meeresniveau. Größere Bereiche gehören zum Naturpark Wildeshauser Geest. Bemerkenswert ist u. a. das Naturschutzgebiet Ahlhorner Fischteiche an der Grenze zum Landkreis Cloppenburg: Der größte Karpfenteichkomplex im westlichen Niedersachsen konnte sich dank seiner Einbettung in eine naturnahe Umgebung und der nur extensiven Bewirtschaftung im 20. Jahrhundert zu einem wertvollen Biotop für Amphibien, Wasservögel und seltene, zwergwüchsige Teichbodenpflanzen entwickeln.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an den Landkreis Ammerland, an die kreisfreie Stadt Oldenburg, an den Landkreis Wesermarsch, an die kreisfreie Stadt Delmenhorst sowie an die Landkreise Diepholz, Vechta und Cloppenburg.

Naturschutzgebiete

Im Landkreis Oldenburg gibt es 18 Naturschutzgebiete. Das größte Naturschutzgebiet ist der Hasbruch mit einer Fläche von 630 Hektar, das kleinste ist das Hatter Holz mit einer Fläche von 5,3 Hektar.

Geschichte

Bereits vor 4000 Jahren war der heutige Landkreis Oldenburg besiedelt. Damals wurden dort Großsteingräber geschaffen, von denen heute noch zirka 20 erhalten sind. Etwa 700 Jahre v. Chr. entstanden ausgedehnte Gräberfelder.

Zur Zeit des Römerreiches besiedelten Chauken (im Norden) und Angrivarier (im mittleren Huntetal) das Gebiet des Landkreises. Am Ende der Völkerwanderungszeit ließen sich an beiden Seiten der Hunte die Sachsen nieder. Das heutige Kreisgebiet erstreckte sich größtenteils über den dichtbesiedelten, durch Hunte und Weser begrenzten Largau im Herzogtum Engern und den westlich der Hunte gelegenen westfälischen Lerigau.

Der nördliche Teil des heutigen Landkreises, in dem die heutigen Gemeinden Ganderkesee, Dötlingen, Hatten, Wardenburg und Hude liegen, gehörte von Anfang an zum Stammgebiet der Grafen von Oldenburg und blieb bis 1946 oldenburgisch. Wildeshausen hingegen wurde zunächst von einer Nebenlinie des Hauses Oldenburg regiert, der Linie Oldenburg-Wildeshausen. Nach deren Aussterben kam Wildeshausen zum Erzbistum Bremen, danach kam die Stadt Besitz der Bischöfe von Münster. Durch den Westfälischen Frieden wurde die Stadt 1648 schwedisch.

1700 verpfändete der schwedische König Karl XII. das Amt Wildeshausen an das Kurfürstentum Hannover. 1803 wurden Stadt und Amt Wildeshausen wieder oldenburgisch.

Seit dem 19. Jahrhundert existierten auf dem Gebiet des heutigen Landkreises die drei oldenburgischen Ämter Oldenburg, Delmenhorst und Wildeshausen. Die Stadt Oldenburg war seit 1855 amtsfrei. Die Stadt Delmenhorst schied 1903 aus dem Amt Delmenhorst aus und wurde ebenfalls amtsfrei. Zwischen 1922 und 1933 wurden die drei Gemeinden Osternburg, Eversten und Ohmstede aus dem Amt Oldenburg in die Stadt Oldenburg eingemeindet. 1933 wurde aus dem Amt Wildeshausen, dem größten Teil des Amtes Delmenhorst sowie den Gemeinden Hatten und Wardenburg des alten Amtes Oldenburg ein neues Amt Oldenburg gebildet. Gleichzeitig wurden einige der alten Gemeinden zu neuen Großgemeinden zusammengefasst. Der westliche Teil des Amtes Oldenburg mit den Gemeinden Rastede und Wiefelstede kam zum neuen Amt Ammerland. 1939 wurde aus dem neuen Amt Oldenburg der Landkreis Oldenburg.

Mit der Fusion der Länder Hannover, Braunschweig, Schaumburg-Lippe und Oldenburg zum Land Niedersachsen wurde der Landkreis Oldenburg zu einem niedersächsischen Landkreis und zu einem Teilgebiet des niedersächsischen Verwaltungsbezirks Oldenburg, der 1978 im Regierungsbezirk Weser-Ems aufging. Dieser wiederum wurde, wie alle Regierungsbezirke in Niedersachsen, im Jahr 2005 aufgelöst.

Die Gebietsreform von 1933 wurde 1948 teilweise wieder rückgängig gemacht. Dabei wurden die Gemeinden Schönemoor sowie Stuhr wieder aus der Gemeinde Hasbergen und die Gemeinde Holle wieder aus der Gemeinde Hude herausgelöst. Holle wurde 1949 in Wüsting umbenannt.

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinde Schönemoor in die Gemeinde Ganderkesee sowie die Gemeinde Wüsting in die Gemeinde Hude eingegliedert.

Die Gemeinde Stuhr wechselte am 1. März 1974 in den Landkreis Grafschaft Hoya. Gleichzeitig wurde die Gemeinde Hasbergen in die kreisfreie Stadt Delmenhorst eingegliedert.

Seinen heutigen Zuschnitt erhielt der Landkreis Oldenburg am 1. August 1977, als im Rahmen der niedersächsischen Kreisreform die Samtgemeinde Harpstedt mit ihren acht Mitgliedsgemeinden aus dem aufgelösten Landkreis Grafschaft Hoya in den Landkreis eingegliedert wurde.

Die Verwaltung des Landkreises Oldenburg befand sich zunächst in Oldenburg. 1988 zog sie nach Wildeshausen um. Am 1. Juli 1993 änderte sich der Name von Landkreis Oldenburg (Oldenburg) in Landkreis Oldenburg.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner Quelle
1933 41.805
1939 44.821
1950 74.149
1960 72.400
1970 84.700
1980 96.900
1990 103.509
2000 121.017
2010 127.282

Politik

Kreistag

Die letzte Wahl zum Kreistag erfolgte am 11. September 2011.

Parteien und Wählergemeinschaften Prozent
2011
Sitze
2011
Prozent
2006
Sitze
2006
Prozent
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 33,84 16 38,09 18 37,92 18
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 32,35 15 34,61 16 37,65 18
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 16,43 7 7,26 3 6,39 3
FDP Freie Demokratische Partei 8,66 4 15,13 7 14,25 6
Linke Die Linke 2,18 1 n.k. n.k. n.k. n.k.
FW LK OL FREIE WÄHLER - Landkreis Oldenburg 3,91 1 n.k. n.k. n.k. n.k.
UWG LK OL Unabhängige Wählergemeinschaft Landkreis Oldenburg 2,59 1 1,84 1 n.k. n.k.
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft n.k. n.k. 1,87 1 n.k. n.k.
UWG-Gdk Unabhängige Wählergemeinschaft - Gdk n.k. 1 n.k. n.k. 1,03 1
Gesamt 100 46 100 46 100 46
Wahlbeteiligung in Prozent 54,9 56,1 54,3

Landrat

Landrat des Landkreises Oldenburg ist Carsten Harings (parteilos). Der letzte Landrat wurde im Rahmen der Kommunalwahlen 2014 am 25. Mai 2014 gewählt. Als Landratskandidat war nur der bisherige Erste Kreisrat Harings angetreten, den sämtliche im Kreistag vertretenen Parteien und Gruppierungen unterstützt hatten. Bei einer Wahlbeteiligung von 52,9 % erreichte er 80,61 % der Ja-Stimmen. Carsten Harings trat sein Amt zum 1. November 2014 an, hatte aber seinen Vorgänger Frank Eger seit dessen Rückzug im Zuge einer Korruptionsaffäre in seiner bisherigen Funktion als Erster Kreisrat vertreten.

Bewerber Harings Stimmen
Ja 43.144 Stimmen (80,61 %)
Nein 10.373 Stimmen (19,38 %)

Im Rahmen der Kommunalwahl 2006 wurde am 10. September 2006 der Landrat gewählt:

Bewerber Partei Stimmen
Eger SPD 37.092 Stimmen (68,22 %)
von Daniels CDU 17.276 Stimmen (31,77 %)

Wappen

Das Wappen des Landkreises Oldenburg zeigt oben rechts die „ammersche“ Balken und oben links das „Delmenhorster Kreuz“. Im unteren Teil sind die Rosen der Wildeshausener Linie der Grafen von Oldenburg zu sehen.

Das Wappen wurde dem Landkreis am 25. April 1934 verliehen und nach Gründung des Bundeslandes Niedersachsen 1946 zur Erinnerung an den historischen Landeszusammenhang beibehalten.

Kommunale Partnerschaften

1972 übernahm der Landkreis Oldenburg eine Patenschaft für die in der Bundesrepublik lebenden früheren Einwohner des Kreises Neumark in Westpreußen. Aus dieser Patenschaft entwickelte sich eine kommunale Partnerschaft mit dem Landkreis Nowomiejski in Polen.

Institutionen

  • Oldenburgische Landschaft, eingetragene Körperschaft des öffentlichen Rechts zur Pflege und Förderung kultureller Belange.

Wirtschaft und Verkehr

Wirtschaft

Das Unternehmen Exxon Mobil betreibt in der Gemeinde Großenkneten eine der weltgrößten Erdgasaufbereitungsanlagen. Außerdem werden in der Gemeinde Dötlingen große Mengen Erdgas in Untergrundspeichern (Porenspeicher) gelagert.

Die Unternehmensgruppe Stöver Agarfrost in Aldrup (Wildeshausen) fabriziert Kartoffelprodukte unterschiedlichster Sorten (Pommes frites, Kartoffelpuffer, Kartoffelchips etc.) und beliefert damit unter anderem die Restaurantkette McDonald’s.

Die Firma Atlas Terex (vormals Atlas Weyhausen) in Ganderkesee ist einer der größten Baggerhersteller Deutschlands.

Verkehr

;StraßenverkehrDer Landkreis wird von drei Autobahnen erschlossen, der A1 im Südosten (Gemeinden Harpstedt und Dötlingen, Stadt Wildeshausen), der A28 im Norden (Gemeinden Hude, Hatten und Ganderkesee) und der A29 im Westen (Gemeinden Großenkneten, Hatten und Wardenburg). Alle drei Autobahnen sind untereinander verbunden (A1/A29 am Ahlhorner Dreieck. A28/A29 am Oldenburger Ostkreuz und A1/A28 am Delmenhorster Dreieck), so dass die sie einen vollständigen Ring um den Landkreis Oldenburg herum bilden.

Weitere Fernverkehrsstraßen sind die Bundesstraßen B212, die vom Nordosten des Landkreises Oldenburg in die Wesermarsch führt, und die B213, die vom Süden des Landkreises in den Landkreis Cloppenburg führt.

Von nur noch historischer Bedeutung sind die Bundesstraßen B69 und B75, die nach dem Bau der Autobahnen A28 und A29 zu Landesstraßen herabgestuft worden sind. Gleiches widerfuhr der B213 in ihrem früheren weiteren Verlauf von Wildeshausen nach Delmenhorst, die von der A1 als Fernverkehrsstraße ersetzt worden ist.

;SchienenverkehrIm Landkreis Oldenburg begann der Eisenbahnverkehr mit der Strecke Bremen–Delmenhorst–Oldenburg der Oldenburgischen Staatsbahn im Jahre 1867, die zwei Jahre später in Richtung Leer weitergeführt wurde. Eine Nebenbahn zweigt seit 1873 in Hude nach Brake ab.

Ebenfalls im Jahre 1867 entstand die Verbindung von Oldenburg nach Wilhelmshaven durch die Preußische Staatsbahn.

Wieder von der Oldenburgischen Staatsbahn wurde 1875 die Hauptstrecke von Oldenburg nach Cloppenburg–Osnabrück eröffnet; von ihr zweigte in Ahlhorn 1885 die Verbindung nach Vechta ab. Die Nebenbahn Oldenburg–Brake wurde 1896 in Betrieb genommen.

Von Delmenhorst wurde 1898 eine Linie über Vechta nach Osnabrück geführt und Jahre 1922 unter der Regie der Deutschen Reichsbahn eine Stichbahn nach Lemwerder.

1912 wurde die Kleinbahn Delmenhorst–Harpstedt eröffnet (Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn GmbH / DHE).

Das Schienennetz umfasste bis 1952 148 Kilometer Länge. Davon wurde auf 36 Kilometer der öffentliche Personenverkehr eingestellt:

  • 1952: Ahlhorn–Schneiderkrug 5 Kilometer
  • 1961: Oldenburg Hbf.–OL-Ohmstede–OL-Etzhorn–Brake 7 Kilometer
  • 1962: Delmenhorst–Deichhausen–Lemwerder 8 Kilometer
  • 1967: Delmenhorst DHE–Kirchseelte–Harpstedt 16 Kilometer

Auf den Strecken von Delmenhorst nach Lemwerder bzw. Harpstedt betreibt die Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn GmbH einen Museums-Eisenbahnverkehr.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Jüdische Friedhöfe

In Stadt und Landkreis Oldenburg gibt es drei Jüdische Friedhöfe: in Harpstedt, Oldenburg und Wildeshausen . Es sind schützenswerte Kulturdenkmäler – steinerne Zeugen für ehemals existierende jüdische Gemeinden und eines regen jüdischen Gemeindelebens bis in die 1930er Jahre. Die Friedhöfe sind meist schlecht aufzufinden, zumal sie sich vorwiegend am Rande der Gemeinden befinden.

Städte und Gemeinden

In Klammern die Einwohnerzahl am .

Einheitsgemeinden

  1. Dötlingen Neerstedt ()
  2. Ganderkesee, selbständige Gemeinde ()
  3. Großenkneten ()
  4. Hatten Kirchhatten ()
  5. Hude ()
  6. Wardenburg ()
  7. Wildeshausen, Kreisstadt ()
Samtgemeinde mit ihren Mitgliedsgemeinden:
  • Sitz der Samtgemeindeverwaltung
  • Samtgemeinde Harpstedt ()
  • Beckeln ()
  • Colnrade ()
  • Dünsen ()
  • Groß Ippener ()
  • Harpstedt, Flecken * ()
  • Kirchseelte ()
  • Prinzhöfte ()
  • Winkelsett ()

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen OL zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Oldenburg

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