Kreisverwaltung Kusel
Trierer Str. 49
66869 Kusel

http://www.landkreis-kusel.de

Landkreis Kusel

160pxAbb. 1 Wappen Landkreis Kusel
Basisdaten
Bundesland Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz Kusel
Adresse des Landkreises Trierer Straße 49–51
66869 Kusel
Website www.landkreis-kusel.de
Landrat Otto Rubly (CDU)

Der Landkreis Kusel ist eine Gebietskörperschaft im Südwesten von Rheinland-Pfalz. Sitz der Kreisverwaltung ist die gleichnamige Stadt Kusel, Deutschlands kleinste Kreisstadt; die bevölkerungsreichste Gemeinde ist die Ortsgemeinde Schönenberg-Kübelberg. Ein Großteil der Bevölkerung lebt in Dörfern mit weniger als 1000 Einwohnern.

Geographie

Lage

Der Landkreis Kusel liegt im Nordpfälzer Bergland. Höchste Erhebungen sind der Königsberg (568 m), der Potzberg (562 m) und der Selberg (546 m). Größte Flüsse sind die Lauter und der Glan. Im Süden hat der Kreis Anteil an der Kaiserslauterer Senke.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Landkreise Birkenfeld, Bad Kreuznach, Donnersbergkreis und Kaiserslautern (alle in Rheinland-Pfalz) sowie Saarpfalz-Kreis, Neunkirchen und St. Wendel (alle im Saarland).

Geschichte

Der heutige Kreis Kusel entstand zu Anfang des 19. Jahrhunderts als Landkommissariat Kusel, nachdem die Pfalz an Bayern gefallen war. 1862 wurde daraus das Bezirksamt Kusel. Am 1. Dezember 1900 gab das Bezirksamt 46 Gemeinden an das neue Bezirksamt Rockenhausen ab.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden 1920 die Gemeinden Altenkirchen, Börsborn, Breitenbach, Brücken, Dietschweiler, Dittweiler, Dunzweiler, Elschbach, Frohnhofen, Glan-Münchweiler, Gries, Haschbach, Kübelberg, Nanzweiler, Niedermiesau, Obermiesau, Sand, Schmittweiler, Schönenberg, Steinbach am Glan und Waldmohr, die bis dahin zum Bezirksamt Homburg gehört hatten, dem Bezirksamt Kusel angeschlossen. Sie wurden von Waldmohr aus verwaltet, wo eine Bezirksamtsaußenstelle (ab 1939 Landratsaußenstelle genannt) eingerichtet wurde. Grund war die Abtrennung des Hauptteiles des Bezirksamts Homburg an das Saargebiet.

1939 wurde das Bezirksamt Kusel wie alle bayerischen Bezirksämter in Landkreis umbenannt. Am 1. August 1940 wurde die Außenstelle zugunsten der Verwaltung in Kusel aufgehoben.

Der Landkreis war nach dem Zweiten Weltkrieg Teil der französischen Besatzungszone. Die Errichtung des Landes Rheinland-Pfalz wurde am 30. August 1946 als letztes Land in den westlichen Besatzungszonen durch die Verordnung Nr. 57 der französischen Militärregierung unter General Marie-Pierre Kœnig angeordnet. Es wurde zunächst als „rhein-pfälzisches Land“ bzw. als „Land Rheinpfalz“ bezeichnet; der Name Rheinland-Pfalz wurde erst mit der Verfassung vom 18. Mai 1947 festgelegt.

1947 verließen die Ostertaler Gemeinden Osterbrücken, Hoof, Marth, Saal, Niederkirchen und Bubach (heute Stadtteile der Kreisstadt St. Wendel) nach einer Volksabstimmung den Kreis und wechselten in den saarländischen Landkreis St. Wendel. Hauptanliegen der Ostertaler Bevölkerung war die Arbeitsplatzsicherheit für die meist im Saarland arbeitenden Menschen. Die Ängste schienen begründet, da 1929 Pfälzer die ersten waren, die von Entlassungen im damals französisch verwalteten Saargebiet betroffen waren.

Der erste Schritt der Kreisreform in Rheinland-Pfalz am 7. Juni 1969 brachte eine Reihe von Gebietsänderungen:

  • Die Gemeinden Hoppstädten und Medard wechselten aus dem Landkreis Bad Kreuznach in den Landkreis Kusel.
  • Die Gemeinden Pfeffelbach, Reichweiler, Ruthweiler, Thallichtenberg, Buborn, Deimberg, Grumbach, Hausweiler, Herren-Sulzbach, Homberg, Kappeln, Kirrweiler, Langweiler, Merzweiler, Niederalben, Niedereisenbach, Offenbach am Glan, Unterjeckenbach und Wiesweiler wechselten aus dem Landkreis Birkenfeld in den Landkreis Kusel. Dabei handelte es sich um die meisten nördlich des Glan liegenden Orte im heutigen Kreisgebiet.
  • Die Gemeinden Bettenhausen, Gimsbach, Matzenbach und Nanzdiezweiler wechselten aus dem Landkreis Kaiserslautern in den Landkreis Kusel.
  • Die Gemeinden Becherbach, Gangloff, Reiffelbach, Roth und Schmittweiler wechselten aus dem Landkreis Kusel in den Landkreis Bad Kreuznach.
  • Die Gemeinden Albersbach, Frankelbach und Kollweiler wechselten aus dem Landkreis Kusel in den Landkreis Kaiserslautern.

Am 22. April 1972 wurde die Gemeinde Miesau in den Landkreis Kaiserslautern umgegliedert und am 16. März 1974 wechselten die Gemeinden Rathskirchen, Reichsthal und Seelen in den Donnersbergkreis. 1994 wurden durch das rheinland-pfälzische „Landesgesetz über die Auflösung des Gutsbezirks Baumholder und seine kommunale Neugliederung“ vom 2. Nov. 1993 (GVBl. S. 518) Teile des Truppenübungsplatzes Baumholder, darunter die ehemaligen Gemarkungen Ilgesheim und Oberjeckenbach, in den Landkreis Kusel umgegliedert.

Die alten Grenzen zeigen sich heute noch in den Gliederungen der evangelischen und der katholischen Kirche. Teile der Verbandsgemeinden Kusel und Lauterecken gehören zum Kirchenkreis St. Wendel, welcher zur Evangelischen Kirche im Rheinland gehört. Die restlichen Gemeinden im Kreis gehören der Evangelischen Kirche der Pfalz an. Ebenso verläuft die Grenze zwischen den Bistümern Trier und Speyer.

Am 25. Mai 2009 erhielt der Landkreis den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner Quelle
1864 40.488
1885 41.954
1900 43.590
1910 46.730
1925 65.453
1939 65.770
1950 69.478
1960 74.300
1970 82.700
1980 75.200
1990 76.400
2000 78.700
2010 72.602
2016 70.899

Politik

Landräte

  • 1946–1948Theodor Henrich
  • 1948–1956Erwin Simon
  • 1956–1985Gustav Adolf Held (SPD)
  • 1985–2017Winfried Hirschberger (SPD)
  • seit 2017Otto Rubly (CDU)

Kreistag

Der Kreistag des Landkreises Kusel besteht aus 38 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählten Kreistagsmitgliedern und dem Landrat als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Kreistag:

Wahl SPD CDU Grüne FDP Linke REP FWG Jung Gesamt
2014 15 11 3 1 2 6 38 Sitze
2009 15 10 3 2 2 4 2 38 Sitze
2004 15 13 2 2 6 38 Sitze
1999 22 12 2 1 2 3 42 Sitze
  • FWG = Kreisverband Freier Wählergruppen des Landkreises Kusel e. V.
  • Jung = Freie Wählergruppe Jung e. V.

Aufgrund sinkender Einwohnerzahlen in den letzten Jahren ist die Zahl der Sitze im Kreistag von 42 auf 38 verringert worden.

Wappen und Flagge

Der Landkreis Kusel führt ein Wappen sowie eine Hiss- und Bannerflagge.

Verkehr

Im Landkreis Kusel erbaute die Gesellschaft der Pfälzischen Nordbahnen das Eisenbahnnetz. Schon 1868 wurde die Kreisstadt Kusel mit Landstuhl verbunden. Fünfzehn Jahre später – 1883 – entstand die Linie Kaiserslautern–Lauterecken. Von hier ging es 1896 weiter talabwärts in Richtung Nahetal nach Odernheim. In der Gegenrichtung konnte man ab 1904 bis Altenglan und unter Benutzung der Kuseler Bahn weiter von Glan-Münchweiler nach Homburg fahren.

Aus militärischen Gründen führte die Deutsche Reichsbahn 1936 die Kuseler Strecke weiter nach Schwarzerden und besaß nun ein Netz von 81 km Länge im heutigen Kreisgebiet. Davon wurde über die Hälfte stillgelegt:

  • 1951: Kusel – Pfeffelbach (– Schwarzerden), 9 km
  • 1981: (Homburg – Jägersburg – ) Waldmohr (– Glan-Münchweiler), 12 km
  • 1985: Altenglan – Lauterecken-Grumbach, 20 km
  • 1986: Lauterecken-Grumbach – Odenbach (– Staudernheim), 8 km

Wichtige Bahnhöfe im Kreisgebiet sind Altenglan, Glan-Münchweiler, Kusel, Lauterecken-Grumbach und Wolfstein.

Durch das Kreisgebiet führt die Bundesautobahn 62 Pirmasens–Kusel–Birkenfeld. Durch den Süden des Kreises führt außerdem ein kleines Stück der Bundesautobahn 6. Ferner durchziehen mehrere Bundesstraßen und Kreisstraßen das Kreisgebiet, darunter die B 420 und B 423.

Städte und Gemeinden

(Einwohner am )

Verbandsgemeinden mit ihren verbandsangehörigen Gemeinden:

(Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung *)

  • 1. Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan
  • Albessen ()
  • Altenglan ()
  • Bedesbach ()
  • Blaubach ()
  • Bosenbach ()
  • Dennweiler-Frohnbach ()
  • Ehweiler ()
  • Elzweiler ()
  • Erdesbach ()
  • Etschberg ()
  • Föckelberg ()
  • Haschbach am Remigiusberg ()
  • Herchweiler ()
  • Horschbach ()
  • Konken ()
  • Körborn ()
  • Kusel, Stadt * ()
  • Neunkirchen am Potzberg ()
  • Niederalben ()
  • Niederstaufenbach ()
  • Oberalben ()
  • Oberstaufenbach ()
  • Pfeffelbach ()
  • Rammelsbach ()
  • Rathsweiler ()
  • Reichweiler ()
  • Ruthweiler ()
  • Rutsweiler am Glan ()
  • Schellweiler ()
  • Selchenbach ()
  • Thallichtenberg ()
  • Theisbergstegen ()
  • Ulmet ()
  • Welchweiler ()
  • 2. Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein
  • Adenbach ()
  • Aschbach ()
  • Buborn ()
  • Cronenberg ()
  • Deimberg ()
  • Einöllen ()
  • Eßweiler ()
  • Ginsweiler ()
  • Glanbrücken ()
  • Grumbach ()
  • Hausweiler ()
  • Hefersweiler ()
  • Heinzenhausen ()
  • Herren-Sulzbach ()
  • Hinzweiler ()
  • Hohenöllen ()
  • Homberg ()
  • Hoppstädten ()
  • Jettenbach ()
  • Kappeln ()
  • Kirrweiler ()
  • Kreimbach-Kaulbach ()
  • Langweiler ()
  • Lauterecken, Stadt * ()
  • Lohnweiler ()
  • Medard ()
  • Merzweiler ()
  • Nerzweiler ()
  • Nußbach ()
  • Oberweiler im Tal ()
  • Oberweiler-Tiefenbach ()
  • Odenbach ()
  • Offenbach-Hundheim ()
  • Reipoltskirchen ()
  • Relsberg ()
  • Rothselberg ()
  • Rutsweiler an der Lauter ()
  • Sankt Julian ()
  • Unterjeckenbach ()
  • Wiesweiler ()
  • Wolfstein, Stadt ()
  • 3. Verbandsgemeinde Oberes Glantal
  • Altenkirchen (Pfalz) ()
  • Börsborn ()
  • Breitenbach ()
  • Brücken (Pfalz) ()
  • Dittweiler ()
  • Dunzweiler ()
  • Frohnhofen ()
  • Glan-Münchweiler ()
  • Gries ()
  • Henschtal ()
  • Herschweiler-Pettersheim ()
  • Hüffler ()
  • Krottelbach ()
  • Langenbach ()
  • Matzenbach ()
  • Nanzdietschweiler ()
  • Ohmbach ()
  • Quirnbach/Pfalz ()
  • Rehweiler ()
  • Schönenberg-Kübelberg * ()
  • Steinbach am Glan ()
  • Wahnwegen ()
  • Waldmohr ()
Die folgenden Gemeinden verloren bis heute ihre Eigenständigkeit:
  • Berzweiler, am 7. Juni 1969 zu Hefersweiler
  • Bledesbach, am 17. März 1974 zu Kusel
  • Diedelkopf, 1939 zu Kusel
  • Dietschweiler, am 7. Juni 1969 zu Nanzdietschweiler
  • Eisenbach, am 7. Juni 1969 zu Matzenbach
  • Elschbach, am 7. Juni 1969 zu Miesau
  • Eschenau, am 7. Juni 1969 zu Sankt Julian
  • Friedelhausen, am 1. Januar 1971 zu Bosenbach
  • Frutzweiler, am 7. Juni 1969 zu Steinbach
  • Gimsbach, am 20. März 1971 zu Matzenbach
  • Godelhausen, am 7. Juni 1969 zu Theisbergstegen
  • Gumbsweiler, am 7. Juni 1969 zu Sankt Julian
  • Hachenbach, am 7. Juni 1969 zu Glanbrücken
  • Haschbach am Glan, am 7. Juni 1969 zu Henschtal
  • Hundheim, am 7. Juni 1969 zu Offenbach-Hundheim
  • Kaulbach, am 7. Juni 1969 zu Kreimbach-Kaulbach
  • Kreimbach, am 7. Juni 1969 zu Kreimbach-Kaulbach
  • Kübelberg, am 7. Juni 1969 zu Schönenberg-Kübelberg
  • Liebsthal, am 9. März 1975 zu Quirnbach
  • Mühlbach am Glan, am 7. Juni 1969 zu Altenglan
  • Nanzdiezweiler, am 7. Juni 1969 zu Nanzdietschweiler
  • Nanzweiler, am 7. Juni 1969 zu Nanzdietschweiler
  • Niedereisenbach, am 7. Juni 1969 zu Glanbrücken
  • Niedermiesau, am 1937 zu Miesau
  • Niederohmbach, am 1. Oktober 1937 zu Ohmbach
  • Obermiesau, am 1937 zu Miesau
  • Oberohmbach, am 1. Oktober 1937 zu Ohmbach
  • Patersbach, am 7. Juni 1969 zu Altenglan
  • Roßbach i. d. Pf., am 7. Juni 1969 zu Wolfstein
  • Rudolphskirchen, am 7. Juni 1969 zu Rathskirchen
  • Sand, am 7. Juni 1969 zu Schönenberg-Kübelberg
  • Schmittweiler, am 7. Juni 1969 zu Schönenberg-Kübelberg
  • Schönenberg, am 7. Juni 1969 zu Schönenberg-Kübelberg
  • Trahweiler, am 7. Juni 1969 zu Henschtal
Listen zu dem Begriff „Gebietsveränderungen“ siehe Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen KUS zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Kusel

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